Hallo!
Völlig unabhängig vom ersten April und der Absicht der Threadstarterin würde ich gerne das eigentliche Thema wieder aufgreifen. Graviationswellen interessieren mich persönlich nämlich sehr, ebenso wie die Messtechnik, die dafür notwendig ist. Ich versuche, mich diesbezüglich auch einigermaßen auf dem aktuellen Stand zu halten.
An die Kollegen, die ausser gehässigen Kommentaren („
Oberblockwarte“) nichts sachliches zum Thema beizutragen haben, äußere ich hiermit die ernsthafte Bitte, den Thread und die ihnen so unangenehmen Teilnehmer doch einfach zu ignorieren, gerne per „Ignorieren“-Knopf für immer. Das ist nicht schwer! Ein Klick und weg sind die, die Oberblockwarte.
Bezug nehmen möchte ich jetzt den letzten Beitrag zum Thema, der hier zu finden ist:
Ich weiß sehr wohl was ein Quasar ist. Die Quasaremmission stammt aus einer stark leuchtenden Akkretionsscheibe, die ein supermassives schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie umgibt. Meine Frage bezog sich nicht auf die Gravitationsleistung der Erde bei der Sonnenumkreisung, sondern ich wollte die Quelle erfahren, in der durch Messung von Quasarstrahlung ein Wert für die Erdgravitationsleistung von 200 W erhoben wurde. Wieso auch 200 Watt ist Zufall. Der genaue Hergang des Experiments war nicht ausreichend beschrieben, oder ich habe ihn seit 2018, als der Artikel erschien, wohl vergessen. Vermutlich haben die Forscher die Spektralverschiebung der Quasarstrahlung durch die Gravitationsleistung der Erde im Vergleich zu Messungen im Weltall benutzt, um die Erdgravitationsleistung zu bestimmen. Auch Pound und Rebka haben ein ähnliches Experiment gemacht, indem sie die Frequenzverschiebung von Gammastrahlen durch die Gravitationswirkung unten in der Apparatur ggü. den Photonen oben bestimmt haben. Prof. Hänsch aus München, Nobelpreisträger, hat später ein sehr sensitiven Frequenzmessgerät hierfür gebaut. Die Gravitationsleistung der Erde mittels Quasarstrahlung würde man z.B. durch diese Frequenzdifferenz (delta f = f*ga/c^2, a ist die Ablenkung) berechnen können.
Da finden wir wieder neue Begriffe, vor allem die Gammastrahlung wird in den Ring geworfen, sowie einige Namen. Gestern Abend habe ich ausgiebig gesucht mit dem, was mir zuhause dazu zur Verfügung steht, also Google und Reseachgate. Mit verschiedenen Kombinationen aus Schlagworten und Namen, wobei ich die Ergebnisse teilweise noch auf das angegebene Jahr 2018 eingeschränkt habe. Viele der gefundenen Artikel habe ich weit genug quergelesen um feststellen zu können, dass der gesuchte bisher nicht dabei ist. Falls es ihn geben sollte, findet ihn vielleicht noch jemand.
An dem obigen Zitat irritiert mich aber folgender Ausschnitt, der unbedingt noch weiterer Klärung bedarf: „
Meine Frage bezog sich nicht auf die Gravitationsleistung der Erde bei der Sonnenumkreisung, sondern ich wollte die Quelle erfahren, in der durch Messung von Quasarstrahlung ein Wert für die Erdgravitationsleistung von 200 W erhoben wurde.“
Was für eine „Erdgravitationsleistung“ kann es ausser derjenigen geben, die in Form einer Gravitationswelle während des Umlaufs um die Sonne abgestrahlt wird? Das einzige was mir dazu einfällt ist die „Kelvin-Helmholtz-Kontraktion“, bei der die „Gravitationsenergie“, d.h. die potentielle Energie, bei der Bildung von Sternen und Planeten in Wärme umgewandelt wird. Es wird vermutet, dass ein Teil der Wärmestrahlung von Jupiter und Saturn heute noch dadurch verursacht wird. Im Fall der Erde soll dieser Prozess aber schon vor Milliarden Jahren einen Gleichgewichtszustand erreicht haben.
Worüber kann man sich sonst in diesem Zusammenhang Gedanken machen? Vielleicht die indirekte Bestimmung der von der Erde abgestrahlten Gravitationswellen durch Messung der Dopplerverschiebung im Gammastrahlenbereich an einem Quasar (alle diese Begriffe tauchen oben „irgendwie“ auf).
Grundsätzlich ist das möglich. Auf ihrer Bahn um die Sonne fliegt die Erde mal auf den Quasar zu, mal entfernt sie sich. Wir werden also zwei verschiedene Frequenzen empfangen, deren Dopplerverschiebung sich aus der Entfernung des Quasars vom Sonnensystem und der Bahgeschwindigkeit der Erde um die Sonne zusammensetzt. Durch die Abstrahlung von Gravitationswellen wird die Erde auf ihrer Bahn langsamer und der Erdbahnradius nimmt ab. Oben habe ich schon geschrieben, dass wir uns dabei in der Größenordnung von 10^-15m pro Jahr bewegen (alle 10.000 Jahre ein Atomdurchmesser). Zwischen Radius und Bahngeschwindigkeit herrscht ein linearer Zusammenhang, die Änderung der Bahngeschwindigkeit wird also auch im Bereich von 10^-15m/s liegen.
Wenn wir unsere Messung also regelmäßig, im Abstand von Jahren, wiederholen, wird die Verlangsamung der Erde auch in der gemessenen Dopplerfrequenz auftauchen. Weit hinten in den Nachkommastellen, aber der LIGO Gravitatioswellendetektor kann auch Längendifferenzen in Bruchteilen von Atomdurchmessern feststellen, physikalisch und technisch also nicht grundsätzlich unmöglich.
Mit welchen Geräten werden aber kosmische Gammastrahlen gemessen? Das sind derzeit vor allem die Satelliten „Integral“ (ESA) und „Fermi GST“ (NASA). Phantastische Meßgeräte, von denen man leider nicht viel hört, obwohl sie u.a. schon den Zusammenhang von Gammastrahlenausbrüchen und Gravitationswellen nachweisen konnten. Nur weit entfernt von der hier geforderten Genauigkeit. Die Papers mit Daten dieser Satelliten (zumindest die „Stichproben“, die ich mir angeschaut habe), geben Fehlerintervalle im Bereich von 3% des Meßwertes an. Sozusagen Lichtjahre von dem entfernt, was hier nötig wäre, um es trivialphysikalisch auszudrücken.
Deswegen würden mich weitere Informationen brennend interessieren!
Viele Grüße
Maximilian