NoiseXterminator von Russel Croman - Zeitenwende?

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Im Thema Astrofotografie bin ich noch recht frisch und würde das Tool durchaus mal ausprobieren bzw. kaufen. Allerdings verwende ich Affinity Photo, weil mir das Adobe Abomodell nicht zusagt. Manche PS-Plugins funktionieren auch mit Affinity. Kann das jemand mal ausprobieren, der Affinity hat und den NoiseXTerminator?
Sollte die Frage schon beantwortet worden sein, dann seht es mir bitte nach. Der Thread hier ist ellenlang und ich habe ihn nicht vollständig gelesen.
CS Tom
 
Hi,
ich bin grundsätzlich AI Software für Astrofotografie nicht abgeneigt. Dennoch finde ich es wichtig, zumindest ungefähr zu verstehen, was die Software macht.
Der Entwickler von Topaz Denoise beschreibt ja selber, dass die Software Details hinzudichtet. Es ist ein gewollter Effekt.
Daher würde ich sowas nicht für Astrofotgrafie einsetzen, da ich nur die Daten präsentieren will, die ich selber (oder in Kollaboration) aufgenommen habe.
Diese Grenze ist für mich ziemlich klar.
Manche sehen bei post processing keine Grenzen, weil geht ja nur im "Pretty picture". Klar, man kann auch eine "Hubble Enhance" Software schreiben, die Hubble Bilder als Luminance übers eigene Bild legt. Aber nur gaaanz dezent, man will ja nicht übertreiben.. :D
Wenn solche Verfahren zu meinem Workflow einfließen, würde ich mich fragen, warum ich 10+ Stunden an Daten sammele um mein Bild rauschärmer zu machen, wenn es mir nur um ein Pretty Picture (was das auch immer heißen mag) geht.

Ich will aber Topaz nicht verteufeln und habe kein Problem damit, dass andere diese Software einsetzen. Ist nur mein persönliche Ansicht.
Würde mich trotzdem freuen, wenn andere unter ihren Bildern die Nutzung kenntlich machen, da insbesondere die Schärfung durch Topaz einen falschen Eindruch vermitteln kann, was mit den verwendeten Instrumenten und örtlichem Seeing möglich wäre. Da sieht man plötzlich seltsam pelzige Strukturen auf Nebeln...:ROFLMAO:


Wenn ich das aber jetzt richtig verstanden habe, verfolgt NoiseXterminator einen anderen Ansatz als Topaz.
Man hat die AI mit Bildern gefüttert, damit es lernt, mehrere konventionelle Entrausch Durchgänge mit optimalen Masken anzuwenden, seh ich das richtig?
Dann wäre die Software auch für mich durchaus attraktiv.

Gruß Patrick
 
Hi,
ich bin grundsätzlich AI Software für Astrofotografie nicht abgeneigt. Dennoch finde ich es wichtig, zumindest ungefähr zu verstehen, was die Software macht.
Der Entwickler von Topaz Denoise beschreibt ja selber, dass die Software Details hinzudichtet. Es ist ein gewollter Effekt.
Daher würde ich sowas nicht für Astrofotgrafie einsetzen, da ich nur die Daten präsentieren will, die ich selber (oder in Kollaboration) aufgenommen habe.
Diese Grenze ist für mich ziemlich klar.
Manche sehen bei post processing keine Grenzen, weil geht ja nur im "Pretty picture". Klar, man kann auch eine "Hubble Enhance" Software schreiben, die Hubble Bilder als Luminance übers eigene Bild legt. Aber nur gaaanz dezent, man will ja nicht übertreiben.. :D
Wenn solche Verfahren zu meinem Workflow einfließen, würde ich mich fragen, warum ich 10+ Stunden an Daten sammele um mein Bild rauschärmer zu machen, wenn es mir nur um ein Pretty Picture (was das auch immer heißen mag) geht.

Ich will aber Topaz nicht verteufeln und habe kein Problem damit, dass andere diese Software einsetzen. Ist nur mein persönliche Ansicht.
Würde mich trotzdem freuen, wenn andere unter ihren Bildern die Nutzung kenntlich machen, da insbesondere die Schärfung durch Topaz einen falschen Eindruch vermitteln kann, was mit den verwendeten Instrumenten und örtlichem Seeing möglich wäre. Da sieht man plötzlich seltsam pelzige Strukturen auf Nebeln...:ROFLMAO:


Wenn ich das aber jetzt richtig verstanden habe, verfolgt NoiseXterminator einen anderen Ansatz als Topaz.
Man hat die AI mit Bildern gefüttert, damit es lernt, mehrere konventionelle Entrausch Durchgänge mit optimalen Masken anzuwenden, seh ich das richtig?
Dann wäre die Software auch für mich durchaus attraktiv.

Gruß Patrick

Ja genau!
DKI bedeutet die Filtrierung der Daten nach einer vorher gelernten Erwartung. Wenn ein Mensch im Leben nie ein Auto gesehen hat, wird er es als selbstfahrende Kutsche wahrnehmen, die Kategorie Auto ist in seiner "NI" (hatürliche Intelligenz) nicht gelernt worden. Beim Autofahren erinnert man sich hinterher meist nur an Dinge, die man schon kannte, das Restaurant an der Kreuzung, die Kirche neben dem Rathaus, etc.
KI ist überspitzt das Nachzeichnen einer Beobachtung aus dem Gedächtnis. Rauschen wird weggelassen, Strukturen, die man vielleicht auf anderen Bildern des Objektes früher gesehen hat, hinzugedichtet, auch wenn es in den Rohdaten nicht vorhanden war. Ich will nicht davon abraten, spielt damit rum, jedoch setzt euch auch mit den negativen Seiten auseinander. Das Ganze bewegt sich dann eher Richtung Kunst. Ich persönlich bin an wissenschaftlichem Arbeiten interessiert, KI ist für mich bislang keine Option. Lieber etwas Rauschen im Bild lassen. Lieber zweifelhafte Daten verwerfen.
Grüße, Claus
 
Hallo, Claus,
ich verfolge den Thread schon eine Weile. Mich interessiert, wie Du Deine Bilder bearbeitest (die Arbeitsschritte und verwendete Software) und natürlich ein paar Beispielbilder. Zeig doch mal Deine Lösung(en) , die ist bestimmt auch für die anderen Foristen, die sich an dieser Diskussion beteiligen, interessant.


Viele Grüße

Markus
 
Hallo Markus, völlig richtige Frage: Was lehne ich mich aus dem Fenster, ohne selbst Bilder hier je veröffentlicht zu haben? Zwar steige ich erst in die Astrofotografie ein und lerne durch Experimente mit den Kameras. Dennoch habe ich schon viele Bilder aus meiner wissenschaftlichen Forschung bearbeitet und in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, die Bilder waren meistens von Konfokalmikroskopen oder aus numerischen Simulationen, die ja auch Rauschen zeigen.

Das beschriebene Problem bleibt jedoch gleich. In wissenschaftlichen Veröffentlichungen, wenn man ordentlich arbeitet, muss man genau beschreiben, wie man die Bilder erzeugt hat und die Rohbilder zugänglich machen. Es muss jedem Kollegen möglich sein den Vorgang genau nachzuvollziehen. Schon das scheint mir ein Ausschlusskriterium für KI zu sein, denn wie will man Reproduzierbarkeit erreichen? Identische Gewichte, identischess KI-Netz? Das heißt aber auch, dass alle möglichen Artefakte reproduziert werden. Die treue Bild sollte eigentlich von der genauen Wahl der Gewichte und der genauen Netzgröße unabhängig bleiben. Das heißt, das Resultat sollte Robustheit gegenüber der gewählten Parameter zeigen. Lernen ist aber ein nichtlinearer Prozess. Nichtlineare Prozesse erfordern immer eine Stabilitätsanalyse. Ich weiß nicht ob das in aller Allgemeinheit bei KI möglich ist und ob es gemacht wird. Vielleicht weißt Du darüber etwas? Würde mich interessieren...

Einfache Mittelung (=Stacking / Anzahl) und Dithern sind hingegen intrinsisch robust. Es gibt keine freien Parameter und es können keine Instabilitäten dabei auftreten. Diese Verfahren sind immer konvergent, denn sie entsprechen dem Diffusionsprozess, z.B. verteilt sich Milch in einer Flüssigkeit immer. Die Konzentration kann sie niemals vergrößern. Das trifft auch auf numerische Simulationen zu. Ob diese Verfahren auch Konvergenz gegen das ideale Bild zeigen sei unterdessen dahingestellt. Sie könnten gegen ein anderes Bild konvergieren. Solange jedoch das Rauschen gutmütig ist - d.h. erzeugt duch einen echten Zufallsprozess und somit ohne zeitliche oder räumliche Korrelationen -, kann man davon ausgehen, dass man am Ende sich tatsächlich dem idealen Foto annähert.

Die Bearbeitungsmethoden, die ich für vertretbar halte habe ich schon weiter oben aufgelistet:
Mittelung, Dithern, Farbkorrekturen, Stretchen (unter Vorbehalt, wenn man geringe Bittiefe hat), einfache Filter, wie Blur, Fourier. Habe ich etwas vergessen? Du verstehst aber vielleicht, was ich meine.
Schon Wavelets scheinen mir schwierig, da das Wavelet, das zur Bearbeitung nutzt, ausgewählt werden muss. Da kommt schon Willkür rein und jeder wird ein anderes Wavelet bevorzugen. Was dann das beste Wavelet sein soll, hängt von der Qualität des Resultates ab, was schwierig eindeutig zu beurteilen ist. Hier in den Foren wird ja oft von Geschmacksache geschrieben. Der eine liebt starke Kontraste mit 3D-Effekt, der andere zieht Pastellfarben vor, etc. Hier hört die Wissenschaft für mich auf.

Viele Grüße, Claus
 
Hallo Claus,
Ich arbeite selber wissenschaftlich und kann dein Anliegen gut nachvollziehen. Ich würde es auch klasse finden, wenn zu jedem Bild beispielsweise ein Logfile mit veröffentlicht würde, das die Parameter der einzelnen Prozesse enthält. In PI wäre das auch ohne Probleme möglich.
Ich mache das selbst aber auch nicht. Wie weiter oben schon geschrieben, haben die allerwenigsten hier einen wissenschaftlichen Anspruch an ihre Bilder. Ich ebenfalls nicht, sondern ich freue mich an den schönen Bildern.
NoiseXT finde ich sehr gut als Hilfe beim Entrauschen. Es funktioniert für mich besser, als alles andere was ich zuvor probiert habe. Wie bei allem, geht es darum, das richtige Maß zu finden.
Grüße Ulli
 
Hallo, Claus,
danke für Deine Erläuterung – nach der ich mich frage: Meinst Du nicht, daß Du meilenweit übers Ziel hinausschießt? Der Einfluß der Beobachtungsbedinungen und (Amateur-)Technik auf die Bilder ist dermaßen groß und in keiner Weise nachvollziehbar, daß meines Erachtens überhaupt nicht ersichtlich ist, warum man sich das Leben nicht leichter machen soll.

Ich habe früher 3D-Sensoren entwickelt (Laserlichtschnitt-Triangulation). "Mein" bester Sensor hat beim Geradenfit eine Genauigkeit von 4µm erreicht. Dementsprechend mußt auch der gesamte Aufbau industrietauglich sein, damit diese Genauigkeit nicht nur im Testumfeld erreicht wird. Ich ertappe mich bei der Astrofotografie immer wieder mal dabei, daß ich mit technischen/mechanischen Lösungen "von der Stange" nicht zufrieden bin. Ich habe aber gelernt, "Halt" zu sagen – zu mir selbst. Nicht nur, daß ich Zeit und Geld investiere, die Bilder werden auch kein bißchen besser. Hätte ich manchmal die Zeit fürs Erfahrungsammeln in der Bearbeitung aufgewendet, hätte ich mehr davon gehabt.

Wäre ich Entwickler in diesem Bereich, wäre mein Anspruch ein anderer – wohlwissend, daß häufig genug nur an den Symptomen herumgemurkst wird.
Das Messsystem, von dem ich oben geschrieben habe wurde unter anderem auch an eine Firma verkauft, die Teile für Zahnrestaurationen hergestellt hat. Die wußten, daß ihr Produktioinsprozeß für die Füße war. Es war aber einfacher, die unbrauchbaren Teile auszusortieren (mittels genauem Vermessen), als den Produktionsprozeß umzustellen oder gar die Teile nachzubearbeiten.
So ist es einfacher, das Rauschen von einem unbekannten, aber gut funktionierenden Algorithmus entfernen zu lassen, als händisch herumzupfuschen. Der beste Weg ist wie immer, Fehler gar nicht erst zuzulassen. Aber reicht das Budget für Hubble II? Aber halt: Selbst da wird zum Beispiel gedrizzelt (mit einem vermutlich dokumentierten Verfahren, aber trotzdem …).

Fazit, ganz persönliche Meinung: Wer bei dem langen Arbeitsablauf in der Astrofotografie unbedingt einen winzigen Teil hochwissenschaftlich betreiben will, kann das natürlich gerne tun, auch davon lebt die Sache und diese Forum. Ein pfiffiges Hilfsmittel aber deswegen so überzogen zu hinterfragen, halte ich für unnötig.

Viele Grüße

Markus
 
Hallo,

ich möchte euch kurz informieren, dass seit heute morgen die Version 2.0 für alle Plattformen erhältlich ist. Hier eine softwaregenerierte Übersetzung des Posts von Russ Croman auf CN (https://www.cloudynights.com/topic/822130-noisexterminator-beta-test-support/?p=11912745):

"Version 2 des NoiseXTerminator AI (neuronales Netzwerk) ist nun für alle Plattformen freigegeben. Das Hauptziel dieser Version ist die Verbesserung der Reduzierung von niederfrequentem (großflächigem) Rauschen, wodurch hoffentlich alle verbleibenden "Flecken" (Anm.: im Original "Blotches") nach der Rauschreduzierung reduziert werden, insbesondere bei sehr verrauschten Bildern. Andere Verbesserungen, die beim Testen offensichtlich sind, sind eine bessere Beibehaltung schwacher Details, einschließlich dunkler Strukturen wie Absorptionsnebelfilamente und Galaxienstaubbahnen. Ich finde, dass AI2 insgesamt auch ein "feineres" Ergebnis liefert ... bessere Sternformen, besseres Management von Farbrauschen auf Sternen usw. Während NoiseXTerminator bei Deep-Sky-Objekten am besten ist, verbessert AI2 auch die Leistung bei Mond- und Planetenobjekten Bilder.
PixInsight-Benutzer werden aufgefordert, das nächste Mal zu aktualisieren, wenn sie PixInsight neu starten oder Ressourcen -> Updates -> Nach Updates suchen ausführen. Achten Sie darauf, nach der Installation der neuen Version auf die Schaltfläche „AI auswählen“ zu klicken, sonst verwendet das NoiseXTerminator-Modul weiterhin AI1.
Photoshop-Benutzer können AI2 herunterladen, indem sie auf die Schaltfläche „AI herunterladen“ klicken.
Bitte lassen Sie mich wissen, wenn Sie Regressionen (schlechtere Leistung) im Vergleich zu AI1 feststellen. Ich habe diese Version gründlich getestet, aber es ist immer möglich, dass ich einen Fall übersehen habe."


Der guten Ordnung halber und um ggf. einem anderen Eindruck entgegen zu wirken, stelle ich fest, dass ich keinerlei Beziehung zu RC-Astro habe und lediglich Käufer der Produkte bin.
 
Es ist natürlich völlig in Ordnung, dieses Tool zu verwenden, ich versuche nur einem Hype entgegenzuwirken, und dieses Tools wurde schon mit "Zeitwende" klassifiziert, was es definitiv nicht ist. Ich möchte es entzaubern, damit kein falscher Glaube entstehen kann, dem dann gezwungenermaßen eine Enttäuschung folgt. Das Tool kann sicher Manches gut und anderes weniger gut, wie alle Tools. Es ist für mich durchaus i.O. wenn jemand "nur" schöne Bilder machen und genießen möchte. Es gibt halt auch Leute, die wissenschaftlich orientiert sind. Ich finde es wichtig, dass man sich damit auseinandersetzt. Welche Richtung will man, Kunst oder Wissenschaft?

Damit habe ich wohl alles gesagt und verabschiede ich mich von der Diskussion.
Wünsche euch viel Erfolg oder Spaß und freue mich schon auf schöne Bilder aber auch wissenschaftliche Entdeckungen, die Amateure ja durchaus auch heute noch machen können - genial, nicht?

KH, Claus
 
Also Claus, bei allem Verständnis für dein Anliegen, hier deine Meinung zu äußern - das hast du mittlerweile in 15 Posts mit > 2.500 Wörtern und fast 16.000 Zeichen wohl mehr als hinreichend gemacht.

Als Eröffner dieses Threads, der, wie im Eröffnungspost beschrieben, den Zweck hat, über eine neue Software zu informieren, finde ich - es reicht! Und ja, ich bin verärgert. Du kidnappst und instrumentalisierst meinen Thread seit Wochen und nutzt ihn als Vehikel, deine missionarischen Ansichten zu transportieren. Dabei bist du weder Anwender noch fachkundig, was das Erstellen von Astrofotos angeht. Ich kann dich nicht daran hindern, dich hier weiter auszubreiten. Nimm aber bitte zur Kenntnis, dass ich dein Verhalten missbillige und für vollkommen übertrieben und unangemessen halte. Es bleibt bei meiner schon weiter oben geäußerten Bitte, einen eigenen Thread zu eröffnen, wenn du deinen missionarischen Feldzug gegen NXT oder andere Entrauschungstools fortsetzen möchtest.

CS Peter
 
Liebe Forenteilnehmer,

bitte bleibt sachlich und unterlasst persönliche Angriffe, auch wenn man von unterschiedlichen Ansätzen ausgeht.

Das Moderatorenteam
 
Moin,

ich verfolge den Thread hier schon etwas, es ist zu dem generellen Thema ja auch nicht der erste.

Wenn man bei der Aufarbeitung seiner Daten einen exakten wissenschaftlichen Weg wählen möchte ist man auf der bei Amateuren üblichen Software auf dem falschen Weg, schaut Euch mal bei der ESO um wie dort gearbeitet wird und womit (übrigens auch überwiegend frei erhältlich) dann muss auch im Detail jeder Bearbeitungsschritt protokolliert werden inkl. einer detaillierten Fehlerbetrachtung. Ich denke >99% aller Anwender im Amateurbereich gehen nicht soweit, zumal auch bei "normal" in unserem Sinne bearbeiteten Bildern für den Betrachter viele Erkenntnisse zu gewinnen sind. Und ja, es gibt auch ernsthaft wissenschaftlich arbeitende Amateure, die sich ihren Workflow erarbeitet haben, aber das dürfte die absolute Minderzahl bei uns sein.

Insofern ist die Diskussion, in wie fern AI "zulässig" ist eher eine Frage, in wie fern sie "erträglich" ist - will heißen, in wie fern das was dann erzeugt wird noch etwas mit dem Ausgangsmaterial zu tun hat.
Die Idee der konventionellen Bearbeitung ist die einer "Faltung" im mathematischen Sinne, alles ist auf den Anfang zurückführbar. Wenn man z.B. in PI die Arbeit protokolliert ist das auch real möglich.
Das endet bei Anwendung einer AI, da die Änderungen, die dabei entstehen nicht eineindeutig rückführbar sind (soweit mein Verständnis von AI reicht).

Das bedeutet aber nicht, dass man mit einer sinnvollen Anwendung einer AI keinen Gewinn daraus ziehen kann, wenn z.B. dadurch Details einer Aufnahme sichtbar werden, die ohne die Anwendung da im Rauschen untergehend nicht sichtbar geworden wären.
Wie man das dann aber einer qualitativen und quantitativen Bewertung unterziehen kann resp. einer Verifizierung, dass kein Artefakt der Bearbeitung vorliegt, das ist eine andere Frage. Ob das dann z.B. einer großen Zahl an Wiederholungen bedarf möglicherweise mit unterschiedlicher Technik etc. könnte ich mir vorstellen, letztlich muß eine Fehlerbewertung möglich sein, die sich z.B. aus einer Statistik speist.

Daher mein Fazit - egal was man tut und nutzt - die Menge macht das Gift. Was in angemessenem Maß genutzt Sinn machen kann, kann im Übermaß benutzt schaden. Nur eines schadet immer - Dogmatismus.

CS
Jörg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Liebes Moderatorenteam,
rein inhaltlich stimme ich der oben getroffenen Aussage zu.
Ich kann allerdings keinen Anlaß für diesen Hinweis erkennen.
Peter (pete_xl) hat lediglich genau das beschrieben, was geschehen ist.
Claus/fuetti darf selbstverständlich seine Meinung vertreten,
es steht aber außer Frage, daß das im Übermaß und unter stetem
Abdriften vom Threadthema geschehen ist.
Peter hat niemanden angegriffen sondern meines Erachtens
völlig berechtigt kundgetan, daß bei aller Überzeugung für
den eigenen Standpunkt ein Missionieren - zudem noch
ohne eigene Erfahrung im hier diskutierten Bereich - dem
Erkenntnisgewinn alles andere als zuträglich ist.

Viele Grüße

Markus
 
Hallo Markus,

der Hinweis auf den Verdacht der Missionstätigkeit drängte sich mir auch auf, daher die Zusammenfassung und der Versuch der Versachlichung. Es gab schon mehrere teils heftige Diskussionen zu dem Thema AI, das ist ein aktuell aufkommendes Reizthema das uns immer wieder und vermutlich an vielerlei Stellen begegnen wird, insofern sollten wir versuchen bei diesem wie anderen Reizthemen zwischen Meinungen und Fakten zu unterscheiden, ein Angriff war in dem Beitrag auch gegen niemanden gerichtet. Manchmal reicht es, wenn es regnet, "es regnet" zu sagen und nicht gleich vor einer Überschwemmung zu warnen.

CS
Jörg
 
Hallo, Jörg,
ich stimme Dir zu, und falls es nicht ganz klar war: Mein Beitrag war ausschließlich
an den Moderator gerichtet, der meines Erachtens etwas zu streng auf Peters
Hinweise reagiert hat.

Viele Grüße

Markus
 
Es ist natürlich völlig in Ordnung, dieses Tool zu verwenden, ich versuche nur einem Hype entgegenzuwirken, und dieses Tools wurde schon mit "Zeitwende" klassifiziert, was es definitiv nicht ist. Ich möchte es entzaubern, damit kein falscher Glaube entstehen kann, dem dann gezwungenermaßen eine Enttäuschung folgt. Das Tool kann sicher Manches gut und anderes weniger gut, wie alle Tools. Es ist für mich durchaus i.O. wenn jemand "nur" schöne Bilder machen und genießen möchte. Es gibt halt auch Leute, die wissenschaftlich orientiert sind. Ich finde es wichtig, dass man sich damit auseinandersetzt. Welche Richtung will man, Kunst oder Wissenschaft?

Eigentlich habe ich mich schon verabschiedet, muss ich jetzt noch den Moderator verteidigen?

Welches Diskussionsniveau herrscht denn hier? Wie peinlich sind denn diese Umgangsformen unter Gleichgesinnten hier?

Lest doch bitte erst einmal richtig, was ich überhaupt geschrieben habe und was ich NICHT geschrieben habe. Ich habe niemanden angegriffen und schreibe niemandem vor, welche Methoden er einsetzen soll. Ich habe niemals gegen KI "missioniert", denn ich bin selbst seit mehr als 25 Jahren Anwender von KI, jedoch in anderen Bereichen. Wo also ist das Problem? Warum werde ich angegriffen?

Ich habe KLAR gesagt, dass ich einen mehr wissenschaftlichen Standpunkt vertrete. Ist das hier denn verboten?

Tatsächlich gab es auch Betriäge anderer weiter oben, die tatsächlich schon Probleme mit der KI beschrieben haben. Ich konnte immerhin ansatzweise mit Informationstheorie erklären, warum das so ist.

- Pete_xl wirft mir vor, ich würde zu viel in "seinem" Thread posten.
- ANTWORT: Ich habe dabei immer auf andere Beiträge reagiert und keinen Monolog gehalten. Dabei versuchte ich so didaktisch wie möglich zu bleiben. Zwangsläufig werden die Texte umfangreicher. Ich kann auch anders.

- Pete_xl behauptet, dass ich KI in der Astrofotographie nicht beurteilen kann.
- GEGENFRAGE: Kann Pete meine Kompetenz beurteilen? Beispiel hierzu: Wenn ein langjähriger Fussballfan selbst kein Fußball spielt, kann er dann auch nicht die Strategien und Fallen eines Fernsehfussballspiels erfassen und beurteilen?

- "Dunkle Energie" behauptet, ich würde Abdriften vom Threadthema
- ANTWORT: Das Thema ist doch ein kommerzielles Plugin mit KI zur Rauschunterdrückung. Ich habe nur die Probleme der KI bei Rauschunterdrückung diskutiert. Welches Abdriften meint die "Dunkle Energie" da wohl, sorry, das ist für mich "Dunkle Matiere".

Ich kann Bildverarbeitung sehr wohl beurteilen, da ich Erfahrung seit mehr als 25 Jahren mit KI und seit 30 Jahren mit wissenschaftlicher Bildverarbeitung und Informationstheorie habe. Wie lange ist Herr Pete_xl in diesem Geschäft unterwegs?

Pete hätte mich gerne rausgeworfen, ich tue ihm gerne den Gefallen und verlasse freiwillig diese unerfreuliche Diskussion. Macht, was ihr wollt, ich werde hier weder lesen noch antworten, Tschüss!

PS:
Witzigerweise steht gerade heute ein Artikel zum Umgang mit vom Mainstream anweichenden Meinungen in der NZZ:
 
Ach Gott, nehmt euch doch nicht so ernst.

@fuetti : Man muss Kritik manchmal einfach stehen lassen.
@pete_xl : Schlussendlich sind wir alle nur Gast auf dieser Plattform

Gruß
Peter
 
Russel bringt nächste Woche die erste Beta zum OpinionXTerminator heraus.
 
@AstroPZ @Demokrat
Das ist nun euer Resume? Der Rat, mich nicht zu ernst und zu wichtig zu nehmen? Da bin ich enttäuscht. Mein Anliegen war, die hiesigen Nutzer auf eine neue Software aufmerksam zu machen, zum Ausprobieren zu animieren und sich über die Erfahrungen mit dem Programm auszutauschen. So steht es in #1. Um womöglich Feedback für die Weiterentwicklung der Software zu generieren. So entspannt läuft es nämlich in anderen Teilen der Welt. Das ist gescheitert. Der Thread ist gekidnappt worden.

Das war mir eine Lehre.
 
Hallo, Peter,
zumindest bei einem teil der Beteiligten ist Dein Anliegen auf Interesse gestoßen, so auch bei mir. Ich habe die Software ausprobiert, festgestellt, daß sie an nicht an allen, aber an vielen Stellen sehr gut einzusetzen ist und sie folglich auch gekauft.
Danke für den Tip!

Markus
 
Ich habe anscheinend wd.'was verpasst. :( Aber, trotz allem, sehe es doch mal entspannter: schlechte Presse ist auf jeden Fall viel besser als gar keine. KI gibt es sowieso nicht. Der Erfolg der Tools zeigt nur eins: "Wir sind die Roboter". Das wusste Kraftwerk aber schon viel früher. :cool: Vieles von dem, was wir bislang noch als "intelligente Aktion" beurteilen, lässt sich eben doch automatisieren.
Wenn ein Tool interessant ist, werden es auch Leute benutzen, und wenn die Ergebnisse verlässlich gut sind, umso besser. Ob dann jemand vehment dagegen ist oder nicht, macht doch nix aus.
-cb
 
zumindest bei einem teil der Beteiligten ist Dein Anliegen auf Interesse gestoßen, so auch bei mir. Ich habe die Software ausprobiert, festgestellt, daß sie an nicht an allen, aber an vielen Stellen sehr gut einzusetzen ist
Das hab ich genauso gemacht. Kaufen steht noch aus, mache ich aber wahrscheinlich.
Von daher ist der Thread für mich interessant und sollte auch fortgesetzt werden.
Ulli
 
Das ist nun euer Resume? Der Rat, mich nicht zu ernst und zu wichtig zu nehmen?
Nein Peter, das war nicht auf Dich gemünzt, sondern eigentlich sehr ernsthaft auf alles... ich denke, keiner der hier etwas zu Deinem Thema geschrieben hat, tat das, um Unfrieden zu stiften, sondern um eben seinen Senf dazuzugeben. Auch als TO kann und soll man das nicht wirklich verhindern, denke ich.

Ich bin zB. generell sehr allergisch, wenn jemand "KI" sagt, weil solche Software-Routinen n der Regel etwas hinzudichten - da gab es ja schon etliche Beispiele hier. Aber um das im Einzelfall zu klären muss man es probieren, und das habe ich nicht, aber eben andere, und so ist ja alles fein.

Dass wiederum andere User für "echte" Bilder des Universums eine mehr wissenschaftliche Herangehensweise fordern, kann m.E. als Ansatz ebenfalls überhaupt nicht schaden. Bevor wir hier nur mehr bunte und KI-optimierte "Schönbildchen" erzeugen, ist ein wenig Rückschau auf den Sinn und Zweck oft nicht schlecht.

Manch einer will die Schönheiten des Himmels so unverfälscht wie möglich zeigen, was immer das auch bedeuten mag. Schließlich "sehen" wir Ha ja auch nicht mit den Augen, wir lassen unsere "Daten" des Chips durch hunderttausende Programmzeilen laufen, von der Kamera bis zur EBV, also ist fraglich, ob wir jemals eine Art "Wahrheit" abbilden.

Entrauschen ist da auch erlaubt, womit auch immer, aber die Grundideen zu allen Werkzeugen werden und dürfen verschieden bleiben: Möglichst viel herumfuhrwerken, bis alles leuchtet und bombastisch aussieht, oder reduziert fotografieren und ausarbeiten, so wie das auch manche Fotografen gerne machen.

Das alles ist letztlich nicht wirklich wichtig für die Menschheit, aber halt im Moment und jeweils für den einzelnen Fotografen. Und in 100 Jahren sind unsere Diskussionen hier sowieso absolut gegenstandslos. So what. :):coffee:

lg
Niki
 
Es gibt halt auch Leute, die wissenschaftlich orientiert sind.
Gibt es die hier? Soviel Polemik zum Anfang. Ich würde spekulieren, dass diese sich eher an einer Hand abzählen lassen.

Hab den ganzen Thread interessiert, aber auch amüsiert gelesen. Ich betreibe KEINERLEI Astrofotografie, um soviel voranzustellen, verstehe aber sehr wohl um was es geht, bzw. kann deine -informative- Einwände auch nachvollziehen. Der Astrofotografie im Hobbybereich haftet m.E. immer etwas künstliches an, um nicht zu sagen eine künstlerische Handhabung, sehe ich seit jeher kritisch.

Um auf den Punkt zu kommen. Sehe hier eher dein Kampf gegen Windmühlen, insofern eben, dass die vielbeschworene "Wissenschaftlichkeit" in der Hobby-Astronomie m.E. ein deutlich kleiner Platz einnimmt, entgegen dem (selbst adelnden?) Anspruch den hier manche verstanden haben wollen, Teil einer "Wissenschaftscommunity" zu sein.

Kurz und gut, ich denke du hast dir hier schlicht das falsche Publikum ausgesucht.

Gruss
 
Zuletzt bearbeitet:
Kurz und gut, ich denke du hast dir hier schlicht das falsche Publikum ausgesucht.
Ein Politiker, der wiedergewählt werden wollte, würde hingegen sagen, dass Diversity eine Community bereichert... in diesem Sinn ist Meinungsvielfalt kein Unfall gegenüber einer mehrheitlichen andersdenkenden Zielgruppe, sondern eine Erweiterung der Methodiken, die die Gruppe anwenden kann.

Wäre doch interessant, wenn Pete und Claus dasselbe Objekt ausarbeiten, und uns die Ergebnisse zeigen. Ob da tatsächlich viel Unterschied wäre? :unsure:;)

lg
Niki
 
Hi Peter @pete_xl ,

ich verstehe dich doch. Das ist mir doch auch schon passiert.
Man beginnt ein Thema, das einem wahnsinnig interessiert und dann läuft das in eine völlig andere Richtung.
Und man ist völlig genervt, dass nicht das diskutiert und besprochen wird um das es einem geht.
Oder dass nur blöde Witze gemacht werden. da geh ich immer hoch. ;)
Und ich habe bestimmt auch schon mal so wie du reagiert.

Aber nochmal, was man mM manchmal vergisst. Ein Forum gehört einem nicht und die ganzen Menschen die sich beteiligen, haben gerade vielleicht ganz andere Interessen oder verstehen das Anliegen des Erstellers gerade nicht, kommen aus einer ganz anderen Ecke, haben einen ganz anderen Kontext.

Aber manche können echt nerven. Das ist so. ;)

Mein Fazit:
Dein Faden hat erst richtig mein Interesse an den XTerminator-Plugins geweckt (bescheuerter Name). Ich habe sie inzwischen in Affinity Photo installiert und schon ausprobiert.
Gerade vom NoiseXterminator bin ich echt begeistert. Ich will einfach nur schöne Bilder mit wenig Aufwand.

Hier ein Beispiel mit meinem 12 Zöller auf EQ-Plattform.
Ohne:
Ohne.jpg


Mit NoiseXterminator:

Mit.jpg


Für meine Astrofotografie bin ich echt begeistert.
Auf Knopfdruck ein entrauschtes Bild.
Wobei ja, es hat einen Grünstich und es ist zu stark entrauscht, es hat diesen Pastellfarben Eindruck. Ach egal. ;)

Ach, und Zeitenwende ist das für mich nicht. Es ist nur ein Tool.

Gruß
Peter
 
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