Suche Refraktor mit mehr als 500mm Brennweite

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Hallo zusammen,

erstmal danke für die ganzen Antworten, ich komm schon fast nicht mehr hinterher mit dem Lesen :D
Also gut ich brauche also auf jeden Fall einen Flattener oder eben einen FlatField-Apo. Ich sag mal so, warum ich mit beiden Kameras Bilder machen wollte, liegt daran dass ich so 4 Brennweiten abbilden kann. Da hab ich aber noch nicht an Reducer gedacht. Hauptsächlicher werde ich wohl mit der AstroCam fotografieren, da sich so die Nebel besser abbilden lassen. Und wenn ich mal ein Widefield Bild brauche, kann ich ja mit einem Reducer arbeiten. Daher tendiere ich immer noch mehr zum TS Optics 90/540 mit einem Flattener.

Da muss ich aber eh erstmal noch etwas drüber schlafen :)

LG
Julian
 
Über die Müßigkeit solcher Betrachtungen, wie viele Farben sich da bei Dublett- und Triplett-Apos theoretisch kreuzen können, wurde ja schon an anderer Stelle ausgiebig debattiert:

Definition Apochromat

Sowas scheitert häufig schon daran, dass sich reale Optiken und Glaspaarungen ganz unterschiedlich verhalten und der Farblängsfehler bei Tripletts nicht immer so eine S-Kurve mit drei Nullstellen beschreibt, wie man sich das vielleicht vorstellt

8 weitere APOs vor dem Interferometer

Der Farblängsfehler ist bei Apos ohnehin nur ein partieller und eher untergeordneter Aspekt zur Beurteilung der Qualität. Ein umfassendes Qualitätskriterium vermittelt der Strehlwert bei verschiedenen Wellenlängen (Polystrehl).
Naja Peter,
hier mal ein Thread von einem Fernrohr:


dass auf der Achse vermutlich einen supi Polystrehl hat, aber im Feld einen zu grossen Farbquerfehler und als Astrograph eher Durchschnittsware ist.
Ich wage daher mal vorsichtig anzudeuten, dass fuer einen Widefield-Astrographen die ganzen Weisheiten der Apos, die auf der Achse bis ans Limit hochvergroessern sollen, vielleicht gar keine so grossen Weisheiten sind, sondern bestenfalls die halbe Miete?
Z.B. ein Takahashi FSQ-106, sicher eine der Referenzen als Widefield-Asttograph bis Vollformat, ist auf der Achse nur auf zwei Wellenlaengen Farblaengsfehler korregiert und hat die Farbkorrektur eines F/12 ED-Doublets. Die exzellenten Pentax Astrographen, oder der VSX100 sind nicht besser (gewesen).
Nach den Regeln der "Apogemeinde" (=Planetengucker) waere diese Dinger absolute zweite Wahl und ein Fall fuer die Resterampe.
Dafuer haben diese Widefieldastrographen allerdings Astigmatismus, Koma, Bildfeldwoelbung und Farbquerfehler ueber ein grosses Feld im Griff.
Und weil die Dinge bei solchen bildgeben Systemen daher offenbar doch etwas anders liegen (siehe Teleobjektive in der Fotografie) muesste man eigentlich die MTF ueber das Feld angeben (auf weiss-schwarz gemessen, Farbfehler geht automatisch mit ein) und der Strehl oder auch der Polystrehl auf der Achse sind fuer das Einschaetzen der Gesamttauglichkeit eines Widefield-Designs eigentlich uninteressant.
Vielleicht ist im Gegensatz zum visuellen Refraktor das beste Qualitaetskriterium fuer ein solches bildgebendes System daher das Bild selber und nicht Messwerte aus der Qualitaetssicherung des Produktionsprozess wie der Strehl auf der Achse.
Mein Fazit ist dieses:
Man kann sich ja mal fragen, wie kamen die eigentlich in die Amateurastronomie? Naja, visuelle Beobachter labern/loben sich die Ohren ueber ihre subjektiven Extrem-Beobachtungserlebnisse auf der optischen Achse voll und es brauche halt irgendwann objektive Vergleichkriterien.
Das braucht die Fotografie wiederum nicht, das Bild selber ist das Kriterium. Wer wissen will, ob er eine Gurke erwischt hat, der schaue sich von mir aus gerne den Strehl mit einem Interferometer auf der Achse an (ebenso wie jemand der die Dinger kollimiert), aber wer wissen will wie ein kollimierter Widefield-Astrograph theoretisch im Feld abbildet, der schaut sich die Spotdiagramme im Feld an und in der Realitaet bitte die Abbildung der Sterne in den Ecken (oder dort die MTF wenn er sie messen kann).
Daher:
Julian, schau dir auf Astrobin einfach ah, was fuer Bilder mit dem Rohr deiner Traeume und einer vergleichbaren Kamera bereits gemacht worden sind, dass ist fuer dich relevanter eine Idee zu bekommen was dich erwartet, als eine Optikvorlesung, die zwar Spass machen kann, aber dir genau diese Frage nicht beantworten wird.
Du willst ein Fernrohr kaufen und keines designen.
Gruss & CS
 
Zuletzt bearbeitet:
Daher tendiere ich immer noch mehr zum TS Optics 90/540 mit einem Flattener.
Hi Julian,
wenn Du dich schon festgelegt hast, dass ist fuer einen APS-C Sensor sicher keine schlechte Wahl (auch wenn Ich wetten wuerde, es war die blaue Farbe der Aluteile, die den Ausschlag gab... ;) ). Diese Refraktoren sind allerdings noch recht neu und so viele Erfahrungen gibt es da bisher noch nicht. Ein paar Schnappschuesse auf Astrobin gibt es, die schauen von der Qualitaet her ganz gut aus, schau doch mal selber (bei voller Aufloesung und die Sterne in den Ecken begutachten), ob das deinen Anspruechen genuegt:


Lass' dir von Telekop-Express dann aber gleich einen Komplettkostenvoranschlag machen, der einen Flattener und die erforderliche Adaptierung mit der richtigen Laenge (M48 Verlaengerung, M48 Abstimmringe, dann M48 auf T2 Adapter) beinhaltet.
Gruss und frohes Shoppen
 
Sowas scheitert häufig schon daran, dass sich reale Optiken und Glaspaarungen ganz unterschiedlich verhalten und der Farblängsfehler bei Tripletts nicht immer so eine S-Kurve mit drei Nullstellen beschreibt, wie man sich das vielleicht vorstellt
Sagte ich ja
Der Farblängsfehler ist bei Apos ohnehin nur ein partieller und eher untergeordneter Aspekt zur Beurteilung der Qualität. Ein umfassendes Qualitätskriterium vermittelt der Strehlwert bei verschiedenen Wellenlängen (Polystrehl).
Der Polystrehl ist auch ein riesen Streitthema unter Optikern, auch müßig, darüber zu diskutieren.

Bezüglich der Kreuzungspunkte hat ein solches Diagram

Mit einem Solchen
Grafiken wegen fehlenden Nutzungsrechten gelöscht. Die Moderation

Genau nichts zu tun, diese Diagramme stellen völlig unterschiedliche Dinge dar. Im ersten ist die Y-Achse der Objektivradius, beim zweiten ist die Y-Achse die Wellenlänge.
Was in ersterem Diagram Was wie oft kreuzt sagt über den Farblängsfehler nichts aus, denn es ist eine überlagerte Darstellung der Sphärischen Aberration bei unterschiedlichen Wellenlängen. Blaues Licht vom Objektivrand hat eine größere Brennweite als Blau von der Mitte, bei rot ist es umgekehrt. Bei SA höherer Ordnung kann es in diesem Diagramm vorkommen, dass eine einzelne Wellenlänge für sich allein die Achse schon dreimal kreuzt. In Diagramm 2 werden für die Einzelfarben genau die Schnittweiten eingetragen, welche in Dagramm 1 bei Y=0,7 für die Einzelfarben abgelesen werden.
Lg
Olli
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Der Polystrehl ist auch ein riesen Streitthema unter Optikern, auch müßig, darüber zu diskutieren.
Hi Olli,

vielleicht ist es (ausnahmsweise, hahaha) ja mal nicht muessig darueber zu diskutieren. ;)
Daher graetsche Ich hier mal wieder als das typische "Enfant Terrible" mit 'rein, weil Ich diese Strehl Debatte bei Astrographen ebenfalls zunehmend irritierend finde.

Daher mal der Versuch einer Ortsbestimmung jenseits des eigentlichen Threadthemas:
Wenn der Strehl bei einer Farbe nicht in Ordnung ist (i.e. <0.8), dann bildet das System bereits bei einer Farbe auf der Achse nicht beugungsbegrenzt ab. Das ist eigentlich die absolute Minimalvoraussetzung fuer ein abbildendendes System. Der Polystrehl sagt uns darueberhinaus dann nur, inwiefern das fuer alle Farben auf der Achse der Fall ist. Das ist die Minimalvoraussetzung fuer eine farbreine, beugungsbegrenzte Abbildung auf der Achse, sagt aber i.d.T. wenig darueber aus, ob und wie das System Off-Axis Aberrationen korregiert und vor allen Dingen, wie das fuer einzelne Spektralfarben erledigt wird.
Fuer Astrographen mit grossem Bildfeld ist aber genau das die eigentliche Herausforderung. Ich habe (jeder hat seinen Knall) Zeiss-Objektive fuer meine Nikon, die jeweils mehrere tausend Euro kosten, die sind - da schau mal her - so ab F/11 im Feld beugungsbegrenzt. Muss daher alles irgendwo Schrott sein... ;)
In Wahrheit dominieren im Feld Off-Axis Aberrationen, deren Korrektur das eigentliche Limit der Abbildung darstellt.
Und was mich da interessiert sind die MTF Diagramme, die mir klar darlegen, was loest das Objektiv quantitativ in welchem Bereich des Bildfelds aufloest. Und kein Kameraobjektivhersteller, keine Luftbildkamera, keine Optik eines Ueberwachungsateliten, keine Mikroskopoptik, die mir je untergekommen waere, ist durch den Strehl auf der Achse charakterisiert worden.
Abseits der Qualitaetskontrolle im Fertigungsprozess macht der Strehl (und auch der Polystrehl) genau dann Sinn, wenn man mit der Optik sehr weit hochvergroessern will und sich primaer fuer die Abbildung nahe der Achse interessiert und jedwede Seeinglimitierung mal ganz ausklammern will. Das gilt auch fuer den Farblaengsfehler, der wie eine Monstranz herumgetragen wird.
Die dominierende Relevanz von Farblaengsfehler und Strehl gilt daher z.B. bei den "klassischen Planetenapos", ist bei Widefield-Systemen mit geebnetem Bildfeld sind die aber nur ein Teil der Geschichte.
Das duerfte jedem Amateur spaetestens dann daemmern, wenn der sich z.B. mal einsinken laesst, das ein Newton mit sehr kleiner Obstuktion ohne Korrektor in der Bildmitte zwar nach diesen Kriterien (Strehl, Polystrehl) absolute Spitze waere, aber im Feld dagegen eine komplette schlecht ausgeleuchtete komateuse Katastrophe.

*Tangente* Auch die Pentax Astrographen und der VSD100 wie auch die TeleVue Petzval Rohre sind stellenweise so "kaputtgeredet" worden (woaaa, was fuer ein Farblaengsfehler verglichen mit einem APQ100 fuer solch' teure Dinger), weil Leute da Kriterien angelegt haben, die dem Einsatzzweck dieser Geraete nicht mal ansatzweise voll gerecht wurden. Die Taks wie der FSQ-106 oder der FSQ-85 hat diesbezueglich wahrscheinlich nur die Reputation der "Tak Plantenkiller" gerettet.
Und so kommt es auch, dass viele andere Zweilinser, die zwar mit gutem Korrektor in der Praxis sehr, sehr respektable Astrographen abgeben, mitunter als "nicht die wahre Lehre" vom Tisch gewischt werden, obwohl all diese Astrographen bei langer Aufnahmedauer in der Praxis zu 95% seeingbegrenzt sind und ueberhaupt nicht etwa beugungsbegrenzt. Das ist insofern lustig, dass inzwischen diese Denke in der Praxis von Petzvals wie z.B. dem RedCat komplett konterkariert wird.... *Ende Tangente*

Dementsprechend wird die Qualitaet bei abbildenden Flatfield-Systemen auch anders vermessen: Die Referenz ist da entweder eine monochromatische MTF-Messung auf verschiedenen Farben des gesammten Spektrums ueber das Feld, oder eine multichromatische Messung am SW-Target (das waere das Aequivalent des Polystrehl).
Sowas mit Amateurmethoden zu machen ist nicht ganz trivial, da dazu das MTF-Target optisch in's Unendliche gelegt werden muss. Dazu muss die erforderliche Kollimationsoptik beinahe eine Groessenordnung besser sein, als die zu pruefende Optik und solche Messysteme kallibriert und kollimiert zu halten ist nicht einfach (sonst misst man Hausnummern).
Im Profi-Bereich machen das z.B. solche Systeme:


und der eigentliche Dreh' ist hier der hochgenaue Kollimator und das Target.
Solche MTF-Pruefungen quer durch's Bildfeld sind im Amateurbereich der Astronomie seltsamerweise zwar noch "Neuland" (das war der Strehl auf der Achse vor 20 Jahren auch noch), aber im Bereich der Fotografie insgesammt (z.B. Stichwort Imatest) dagegen schon lange nicht mehr. Fuer die Astrofotografie muessten die Targets halt nach Unendlich und das ist nun mal nicht ganz trivial (das ist u.a. deshalb noetig, weil sonst auch die ganzen Abstaende der Flattener und Reducer i.A. nicht mehr stimmen und die MTF verfaelschen).

Und was der @tommy_nawratil z.B. hier anbietet: L-RC51 | 51/250 RedCat Flatfield APO (Tiltadapter ist inkludiert) (siehe L-RC51 Redcat corner) ist mit Amateurmitteln eine Naeherung dieser Art von MTF-Messung, die im Prinzip die theoretische Abbildung aus der Spotgroesse (siehe L-RC51 Redcat spots) validiert. Das geht fuer die Astrofotografie in die richtige Richtung.
Das Naechstbeste was man IMHO machen kann, ist sich eine representative Anzahl von Bildern auf Astrobin in voller Aufloesung genau anzuschauen, um sich selber ein Bild zu machen, wie solche Astrographen im Feld abbilden. Dabei muss man halt mit einpreisen, dass man dabei nur sieht, ob die verbleibenden Off-Axis-Aberrationen tatsaechlich groesser sind als die anderen Limitierungen wie Seeinglimit und Nachfuehrfehler. Aber falls das der Fall ist, naja dann ist der Astograph ja ebenfalls qualitativ vollkommen praxistauglich und das ist was am Ende zaehlt.

Ich denke gerade darueber nach fuer Astrofotografen ein "polychromatisches Strehlrepellent" in der praktischen Spruehdose zu vermarkten, das wird sicher ein Hit....;)
CS & frohes Spruehen
 
Toller ausführlicher Beitrag :y:
Ich meinte mit müßig ja gar nicht, dass ich den Polystrehl unsinnig oder gar falsch fände. Mit Müßig meinte ich, dass sich man sich uneins ist, innerhalb welcher Wellenlängengrenzen der Polystrehl ermittelt wird, ob er über die Kurve integriert wird oder als arithmetisches Mittel bestimmter fixer Messwellenlängen ermittelt wird etc etc, das selbe Teleskop kann je nach Konvention sehr unterschiedliche Polystrehls haben, womit dieser Wert, wenn er nicht sicher nach selber Methodik ermittelt wurde, für Vergleiche durchaus problematisch sein kann.
Aber generell muss man Vorsichtig sein, für welche Betrachtung man welche Werte heranzieht.
Selbes gilt aber zT auch für RC Werte, gerade die Franzosen messen den gerne mal mit anderen Wellenlängen.
Beides deckt aber halt nur die Achse ab, Gesichtsfeld gleich Null.
Also ja, eine ganzheitliche Betrachtung ist so ein Polystrehl auf der Achse sicher nicht. Off Axis ist noch einmal ein ganz anderes, riesiges Thema.

BTW, die Dokumentation der Abbildung des Redcat vom Tommy ist mal absolut Vorbildlich. Für den normalen Amateur bleiben da eigentlich keine Fragen offen.

Lg
Olli
 
Ich meinte mit müßig ja gar nicht, dass ich den Polystrehl unsinnig oder gar falsch fände. Mit Müßig meinte ich, dass sich man sich uneins ist, innerhalb welcher Wellenlängengrenzen der Polystrehl ermittelt wird, ob er über die Kurve integriert wird oder als arithmetisches Mittel bestimmter fixer Messwellenlängen ermittelt wird etc etc, das selbe Teleskop kann je nach Konvention sehr unterschiedliche Polystrehls haben, womit dieser Wert, wenn er nicht sicher nach selber Methodik ermittelt wurde, für Vergleiche durchaus problematisch sein kann.
Na klar. Und jeder Apo-Hersteller wird das dann auf sein speziell korregiertes Spektrum abstimmen...
Ne ISO Norm gibt's dazu nicht und so macht jeder was er fuer gerechtfertigt haelt.

Beides deckt aber halt nur die Achse ab, Gesichtsfeld gleich Null.
Das ist der Punkt den Ich (wie gewoehnlich larmoyant) machen wollte Olli.

Schon alleine die Tatsache, dass die Notwendigkeit einer DS-Belichtung eines Widefields von mehreren Sekunden in der Praxis bei einem Astrographen heisst, dass "beugungsbegrenzt" einem nur erlaubt sich gerade mal an das Seeinglimit heranrobben zu koennen (aber das war's dann, es sei denn man macht als Vollprofisternwarte Adaptive-Optics mit 10-20Hz ...),
was man dagegen andererseits an hellen hochvergroesserten Zielen wie Mond oder Planeten genau durch kurzbelichtetes "Lucky Imaging" umgehen kann, sollte einen doch irgendwo ahnen lassen, dass die Qualitaetskriterien und Auswahlkriterien fuer einen fotografischen hochaufloesenden Planetenapo und einen fotografischen widefield DS-Apo von einigen Ueberschneidungen mal abgesehen eigentlich sehr verschieden sind?

Das sollte sich doch wirklich langsam mal herumgesprochen haben (siehe z.B. https://www.astro.ru.nl/~sluys/Teaching/files/Speckle_AO.pdf )?

Aber da hier in den Foren diese Ziegen und Schafe oft auf die gleiche Weise geschoren werden, habe Ich langsam echte Zweifel, ob das der Mehrheit der Amateure vom Konzept her wirklich so klar ist. Da ist der Apo halt der Apo und Hauptsache gesund ...
Und das ist irgendwo lustig, denn bei der Wahl der Pixelgroesse einer Kamera (DS-Kamera vs Planetenkamera) bekommen die Leute genau das ohne Probleme auf die Reihe (?).
Ich muss mal den @frasax angraben, ob das nicht mal eine Idee fuer ein schoenes "Erklaerbaervideo" waere.

BTW, die Dokumentation der Abbildung des Redcat vom Tommy ist mal absolut Vorbildlich. Für den normalen Amateur bleiben da eigentlich keine Fragen offen.
Volle Zustimmung, der Tommy ackert im Allgemeinen eine klare Furche.
Gruss
 
Zuletzt bearbeitet:
auf der Achse vermutlich einen supi Polystrehl hat, aber im Feld einen zu grossen Farbquerfehler und als Astrograph eher Durchschnittsware ist.
Die Performance im Feld ist natürlich für Deep-Sky Astrofotografie ein ganz wichtiges Kriterium, ohne Zweifel. Aber in welcher Kirche wird denn gepredigt, dass der Strehl nur auf der optischen Achse definiert ist? Vermutlich zeigen die Hersteller solche Zahlen aber nur ungern, weil sie für den blauäugigen Kunden wenig schmeichelhaft wären. Immerhin findet man ja schon mal Spot Diagramme, und noch aussagekräftiger für die praktische Beurteilung sind halt Fotos ...

Im übrigen volle Zustimmung!

Gruß, Peter
 
Stehl, Strehl, ich lese immer nur Strehl.
Der Strehlwert ist mir völlig egal.
...Hauptsache er ist nicht unter 0,99.

CS

Dietmar
 
Ich kenne genug Zweilinser, die nur eine Farbe in den Fokus bringen, die linie im diagramm also nur einmal den Hauptfokus kreuzt,

es geht nicht darum wie viele Farben den Hauptfokus kreuzen sondern darum wie viele Farben einen gemeinsamen Fokus haben.
Der gemeinsame Fokus zweier Farben liegt bei einem Doublet das 2 Farben in einem Fokus vereinigt immer abseits der Hauptwellenlänge.

Ein Doublet das aus 2 Gläsern unterschiedlicher Dispersion besteht vereinigt prinzipiell immer 2 Farben in einem Fokus.
Einzige Ausnahme ist die Hauptwellenlänge.
Es wäre aber denkbar das bei einer groben Fehlkonstruktion die 2. Wellenlänge außerhalb des betrachteten Spektrums liegt und dann natürlich nicht berücksichtigt ist.

Aber Zweilinser mit drei Farben im Fokus?
Ist mir so noch nie untergekommen. Geht auch nicht.

Doch das geht.
Bei CaF2 mit passendem Partnerglas gelingt es auch mit einem Doublet 3 Farben in einem Fokus zu vereinigen.
Besonders eindrucksvoll beweist das aktuell Agema.


Grüße Gerd
 
Sagte ich ja

Der Polystrehl ist auch ein riesen Streitthema unter Optikern, auch müßig, darüber zu diskutieren.

Bezüglich der Kreuzungspunkte hat ein solches Diagram
Den Anhang 261803 betrachten
Mit einem Solchen
Den Anhang 261804 betrachten
Genau nichts zu tun, diese Diagramme stellen völlig unterschiedliche Dinge dar. Im ersten ist die Y-Achse der Objektivradius, beim zweiten ist die Y-Achse die Wellenlänge.
Was in ersterem Diagram Was wie oft kreuzt sagt über den Farblängsfehler nichts aus, denn es ist eine überlagerte Darstellung der Sphärischen Aberration bei unterschiedlichen Wellenlängen. Blaues Licht vom Objektivrand hat eine größere Brennweite als Blau von der Mitte, bei rot ist es umgekehrt. Bei SA höherer Ordnung kann es in diesem Diagramm vorkommen, dass eine einzelne Wellenlänge für sich allein die Achse schon dreimal kreuzt. In Diagramm 2 werden für die Einzelfarben genau die Schnittweiten eingetragen, welche in Dagramm 1 bei Y=0,7 für die Einzelfarben abgelesen werden.
Lg
Olli


Natürlich sind das unterschiedliche Diagramme aber man kann trotzdem aus beiden die gleiche Aussage bezüglich des Farblängsfehlers entnehmen.
Im LSA Diagramm oben lässt sich der Farblängsfehler in der 0,7 Zone ablesen.
Das ist die Zone auf die man fokussiert wenn nur Sa der Grundordnung vorliegt.
Folglich gibt der Abstand der Kurven für die einzelnen Wellenlängen in dieser Zone die Fokusdifferenz an.
Man kann also die gleiche Aussage die in dem 2 Diagramm zum Farblängsfehler dargestellt ist auch dem LSA Diagramm entnehmen.
Kurven die sich im LSA Diagramm in der 0,7 Zone schneiden haben den gleichen Fokus.
Man kann daher auch die Anzahl der in einem Fokus vereinten Farben auch dem LSA Diagramm entnehmen.
Vorausgesetzt natürlich die betreffenden Farben sind hier dargestellt.

Es stimmt zwar das bei Überlagerung der SA der Grundordnung mit SA höherer Ordnung der Fokuspunkt etwas von der 0,7 Zone abweicht aber das ist meist nicht sehr viel und ändert an der prinzipiellen Aussage nichts.
Im von Peter verlinkten LSA Diagramm zum FC100DZ ist zwar eine geringe SA höherer Ordnung erkennbar aber diese dürfte kaum nennenswert Einfluss auf die Zone für den optimalen Fokuspunkt haben so das man hier getrost auch die 0,7 Zone annehmen kann.

Leider ist in diesem Beispiel die gewählte Auflösung des LSA Diagramms recht klein so das man da bei dem Gedränge in der 0,7 Zone kaum eine klare Aussage machen kann.
Ich gehe aber dennoch davon aus das der FC100DZ 3 Farben in einem Fokus vereiniget.
Die Strehlkurve kann da auch einen Hinweis liefern.


Natürlich überlagern sich in der Strehlkurve Gauß und Farblängsfehler aber selbst in der Überlagerung kann man Rückschlüsse auf den Farblängsfehler ziehen.
Auffällig ist der Knick bei etwa 465nm.
Der ist da nicht zufällig sondern der ist dort weil diese Wellenlänge sehr wahrscheinlich mit grün einen gemeinsamen Fokus hat.
Unterhalb von 465nm und damit abseits des Fokus addieren sich dann Gauß und Farblängsfehler so das der Strehl ab hier steil abfällt.
Die etwa 465nm ist damit neben grün und einer Wellenlänge im roten bei etwa 670nm die 3. Wellenlänge die der FC100DZ in einem Fokus vereinigt.
Der FC100DZ zeigt damit als Doublet eine Strehlkurve die typisch für ein Triplet ist.
Im Vergleich mit dem TSA 102 sehr schön zu sehen.


Einziger Unterschied, der Knick also die 3. Wellenlänge liegt beim TSA 102 bei etwa 450nm und bei FC100DZ bei etwa 465nm.
Ein Doublet das nur 2 Wellenlängen in einem Fokus vereinigt zeigt hingen einen ganz anderen Verlauf der Strehlkurve.


Grüße Gerd
 
es geht nicht darum wie viele Farben den Hauptfokus kreuzen sondern darum wie viele Farben einen gemeinsamen Fokus haben.
Der gemeinsame Fokus zweier Farben liegt bei einem Doublet das 2 Farben in einem Fokus vereinigt immer abseits der Hauptwellenlänge.

Ein Doublet das aus 2 Gläsern unterschiedlicher Dispersion besteht vereinigt prinzipiell immer 2 Farben in einem Fokus.
Einzige Ausnahme ist die Hauptwellenlänge.
Das ist mir soweit völlig Bewusst.
Es wäre aber denkbar das bei einer groben Fehlkonstruktion die 2. Wellenlänge außerhalb des betrachteten Spektrums liegt und dann natürlich nicht berücksichtigt ist.
Ich meine mich an Messungen vom W. Rohr zu entsinnen, wo rot (mehr) und gelb (weniger) vor dem Hauptfokuslagen und Blau dahinter, aber dennoch ein sehr kleiner RC und hoher Strehl erreicht wurde.
Doch das geht.
Bei CaF2 mit passendem Partnerglas gelingt es auch mit einem Doublet 3 Farben in einem Fokus zu vereinigen.
Besonders eindrucksvoll beweist das aktuell Agema.
Hat das Partnerglas einen Wellenschlag in der Dispersionskurve oder wie haben die das gemacht? Hab ich so noch nie gesehen. Das hätte ich eindeutig einem Triplett zugeordnet
Lg
Olli
 
Natürlich sind das unterschiedliche Diagramme aber man kann trotzdem aus beiden die gleiche Aussage bezüglich des Farblängsfehlers entnehmen.
Im LSA Diagramm oben lässt sich der Farblängsfehler in der 0,7 Zone ablesen.
Hatte ich ja auch so geschrieben
Folglich gibt der Abstand der Kurven für die einzelnen Wellenlängen in dieser Zone die Fokusdifferenz an.
Man kann also die gleiche Aussage die in dem 2 Diagramm zum Farblängsfehler dargestellt ist auch dem LSA Diagramm entnehmen.
Kurven die sich im LSA Diagramm in der 0,7 Zone schneiden haben den gleichen Fokus.
Das ebenso

Man kann daher auch die Anzahl der in einem Fokus vereinten Farben auch dem LSA Diagramm entnehmen.
Vorausgesetzt natürlich die betreffenden Farben sind hier dargestellt.

Es stimmt zwar das bei Überlagerung der SA der Grundordnung mit SA höherer Ordnung der Fokuspunkt etwas von der 0,7 Zone abweicht aber das ist meist nicht sehr viel und ändert an der prinzipiellen Aussage nichts.
ich meinte das anders, wenn man im LSA an der Y Achse entlang geht, kann scon eine einzelne Wellenlänge von innen nach außen gehend die Y achse mehrmals passieren wegen der SA, aber das hat halt mit gemeinsamen Fokus nichts zu tun.

Leider ist in diesem Beispiel die gewählte Auflösung des LSA Diagramms recht klein so das man da bei dem Gedränge in der 0,7 Zone kaum eine klare Aussage machen kann.
Ich gehe aber dennoch davon aus das der FC100DZ 3 Farben in einem Fokus vereiniget.
Da bin ich in genau diesem Beispiel nicht der Meinung, der bleibt zwar sehr nahe dran (ja, ein irres Gedränge) aber ich meine da zu sehen, dass der nur zweimal durch geht.
 
Ich meine mich an Messungen vom W. Rohr zu entsinnen, wo rot (mehr) und gelb (weniger) vor dem Hauptfokuslagen und Blau dahinter, aber dennoch ein sehr kleiner RC und hoher Strehl erreicht wurde.
Ich habs noch auf der Platte gefunden
Bilder wegen fehlendem Nutzungsrecht gelöscht. Die Moderation
Bei dem hier genau andersrum

Also ich sehe da, wenn man den Verlauf zwischen den Punkten zur Kurve ergänzt, keine zwei Farben mit gemeinsamem Fokus, es sei denn das passiert außerhalb des sichtbaren Bereichs, wobei da dann die Frage wäre, ob mandas Teleskop mit dieser Glaspaarungbesser bei selben Eckdaten hätte machen können.

So, erstmal fertsch mit meinen Gedanken, Sorry wegen dreifach Post.

Lg
olli
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Aber in welcher Kirche wird denn gepredigt, dass der Strehl nur auf der optischen Achse definiert ist?
Hi Peter,
Richtig, da die MTF ist ja bekanntlich die Fouriertransformierte der PSF ist und der Strehl dann die Integration der PSF bis zum theoretischen ersten Beugungsminima, bin Ich da ganz bei dir: All das kann man (theoretisch) ueberall im Feld messen oder berechnen.
Immerhin findet man ja schon mal Spot Diagramme, und noch aussagekräftiger für die praktische Beurteilung sind halt Fotos ...
Gerade die Spotdiagramme werden aber oft bewusst nicht diskutiert (z.B. der Masstab immer schoen versteckt und der erste Beugungsring als Vergleichsgroesse schoen weggelassen), denn viele Astrographen haben halt Spotdiagramme, die den ersten Beugungsring weit ueberschreiten. Es hat offenbar keiner Lust darauf zu erklaeren, warum das in unserer wunderbaren beugungsbegrenzten Welt fuer DS trotzdem i.d.R. prima passt.
Anyway, genug geschwatzt...
CS
 
Hat das Partnerglas einen Wellenschlag in der Dispersionskurve oder wie haben die das gemacht? Hab ich so noch nie gesehen. Das hätte ich eindeutig einem Triplett zugeordnet

Nicht das Partnerglas sondern das CaF2.
Mit einem ED Glas ist das nicht möglich.
Aber auch mit CaF2 braucht man ein geeignetes Partnerglas.
Wer es selbst mal ausprobieren möchte, der Klassiker wäre CaF2 / KzFs2.

FL130.jpg


Oben ist ein von mir gerechnetes Design.
Es ist für dieses Doublet sowohl die Strehlkurve nur für den Gaußfehler (rote Kurve) als auch die inklusive Farblängsfehler (blaue Kurve) dargestellt.
Die Schnittpunkte beider Kurven Kennzeichen die 3 Wellenlängen mit gemeinsamen Fokus

ich meinte das anders, wenn man im LSA an der Y Achse entlang geht, kann scon eine einzelne Wellenlänge von innen nach außen gehend die Y achse mehrmals passieren wegen der SA, aber das hat halt mit gemeinsamen Fokus nichts zu tun.

Natürlich, nur kennzeichnet das wie du schon sagst eine SA höherer Ordnung und hat mit der Farbkorrektur absolut nichts zu tun.
Es gibt daher auch keinen Grund sich damit auseinanderzusetzen wenn es um die Farbkorrektur geht.

Da bin ich in genau diesem Beispiel nicht der Meinung, der bleibt zwar sehr nahe dran (ja, ein irres Gedränge) aber ich meine da zu sehen, dass der nur zweimal durch geht.

Was meinst du denn mit 2 mal durchgeht?
Es geht um die Anzahl Kurven die sich in einem Punkt schneiden, nicht darum wie oft ein und dieselbe Kurve den Fokuspunkt schneidet.

Grüße Gerd
 
Ich habs noch auf der Platte gefunden
Den Anhang 261930 betrachten
Bei dem hier genau andersrum
Den Anhang 261929 betrachten
Also ich sehe da, wenn man den Verlauf zwischen den Punkten zur Kurve ergänzt, keine zwei Farben mit gemeinsamem Fokus, es sei denn das passiert außerhalb des sichtbaren Bereichs, wobei da dann die Frage wäre, ob mandas Teleskop mit dieser Glaspaarungbesser bei selben Eckdaten hätte machen können.

So, erstmal fertsch mit meinen Gedanken, Sorry wegen dreifach Post.

Lg
olli

Natürlich siehst du hier keine 2 Farben mit gemeinsamem Fokus.
Es wäre schon ein riesen Zufall wenn Rohr ausgerechnet die 2. Farbe mit exakt passenden Fokus gemessen hätte.
Aber nur weil Rohr zu keiner der gemessenen Farben die passende 2. Farbe gemessen hat heißt das noch lange nicht das es sie nicht gibt.
Das Spektrum besteht nun mal nicht nur aus den 4 Wellenlängen die Rohr gemessen hat.
Ich schätze mal grob für diese Messung hier die passenden Wellenlängen mit gleichem Fokus.


Blau bei Rohr also 486nm liegt sehr nah an grün (546nm) so das die passende Wellenlänge mit exakt gleichem Fokus wie 486nm recht nah bei 546nm liegt und umgekehrt liegt die passende Wellenlänge mit exakt zu 546nm passendem Fokus nahe bei 486nm.
Für Gelb also bei Rohr 588nm dürfte die passende Wellenlänge mit exakt gleichem Fokus etwa bei 470nm bis 480nm liegen.
Für Rot also bei Rohr 656nm dürfte die passende Wellenlänge mit exakt gleichem Fokus etwa bei 450 bis 460nm liegen.

Da Rohr weder eine 2. Wellenlänge nahe 546nm noch eine zwischen 470 und 480nm bzw. 450 und 460nm gemessen hat wirst du in seinen Messergebnissen natürlich auch keine 2. Wellenlänge mit gleichem Fokus finden.

Grüße Gerd
 
@P_E_T_E_R
@MeisterDee
Da muss ich mich wohl bei euch um Verzeihung bitten bezüglich drei Farben im selben Fokus bei Zweilinsern.
Der gute alte Calciumflourit Einkristall hat mal wieder die Ehre der Doublets gerettet.
Hätte nicht gedacht dass das Zeug DAS draufhatt, sieht es doch laut Datenblättern FPL-53 so verflucht ähnlich.
Jeder darf mal ein paar Schritte auf den Holzweg.
LG
Olli
 
Der gute alte Calciumflourit Einkristall hat mal wieder die Ehre der Doublets gerettet.
Aber nicht mehr lange (*seufz*).
Grosse CaF2 Kristalle in feinoptischer Qualitaet werden primaer fuer UV-Sonderoptiken gezuechtet. Der Markt der die fetten Rohlinge massgeblich (mit-)finanziert hat, dass waren in erster Linie die Waverstepper-Objektive mit grosser numerischer Apertur fuer die IC-Produktion. Das ging da so richtig vor ~25 Jahren in den UV Wellenlaengen los, wo 150nm der Stand der Technik war. Nur hat sich die Welt auch da weitergedreht: State-of-the-Art ist da inzwischen EUV mit 13nm Wellenlaenge (in Worten d-r-e-i-z-e-h-n) und das sind dann Optiken mit inzwischen bis zu 10 asphaerischen Spiegeln und eben keine Refraktor-Optiken mehr (aus naheliegenden Gruenden). Canon macht immernoch Lithographiegeraete in Kleinserie mit 150nm Strukturgroesse, aber das ist bereits heute das absolute Schlusslicht fuer den absoluten Low-End Bereich. Nikon ist schon vor einer Weile ausgestiegen, dass die beiden z.B. ihre Fotoobjektive nicht mehr mit grossen CaF2 Front-Elementen bauen, ist traurigerweise auch dafuer ein Zeichen an der Wand.
Das dauert jetzt nicht mehr sehr lange, bis die Aera der grossen CaF2 Optiken (zumindest zu noch halbwegs erschwinglichen Preisen) erst einmal zu Ende gehen wird.
Da dich der Gerd jetzt ueberzeugt hat und der Niki die Werbebeschallung uebernommen hat, deck' dich noch mal rechtzeitig ein, wer weiss wie lange Optron das noch macht. ...:cry:
Gruss ...
 
Das war vor einer Weile schonmal Thematisiert, dass das bald vorbei sein könnte, habs da noch als böses Gerücht abgetan, aber es sieht aus wie traurige Wahrheit.
Schade schade schade.
So was um 120-140mm wäre für mich ideal, aber der Preis.... und ich hab ja nen guten 120er, gut, nix CaF2, aber gut isser dennoch.
War wieder einmal ein ziemlich tiefer und umfangreicher Informationsaustausch, macht immer wieder Spaß mit euch.
Lg
Olli
 
Das war vor einer Weile schonmal Thematisiert, dass das bald vorbei sein könnte, habs da noch als böses Gerücht abgetan, aber es sieht aus wie traurige Wahrheit.
Schade schade schade.
Ja und Nein.
Man kann sich eigentlich auch mal 'drueber freuen: Denn die Spiegeloptiken die z.B. die Optron/Canon Optiken in diesen Anwendungen ersetzen, die kommen uebrigens tatsaechlich von Zeiss Oberkochen (welches bereits zu 25% ASML gehoert, wie auch Cymer, Berliner Glas und noch so einiges) und sind da wohl das umsatzstaerkste Segment. Ist einer der wenigen Bereiche, wo absolute Weltspitze zur Abwechslung mal wieder aus Zentraleuropa kommt und die Japaner, die damals die deutsche Optikindustrie sauber abgeledert haben, jetzt ebenso komplett wie sauber abgeledert dastehen...
Tja, DER High-End Bereich in der Optikindustrie ist wieder nach Europa gerutscht und Low-End Optik machen die Chinesen nun mal billiger.
Karma is a B ....
Und was uns betrifft, in der allergroessten Not tut es ein TOA ja auch gerade noch so ...
War wieder einmal ein ziemlich tiefer und umfangreicher Informationsaustausch, macht immer wieder Spaß mit euch.
Gleichfalls ...
 
Aber nicht mehr lange (*seufz*).
Grosse CaF2 Kristalle in feinoptischer Qualitaet werden primaer fuer UV-Sonderoptiken gezuechtet. Der Markt der die fetten Rohlinge massgeblich (mit-)finanziert hat, dass waren in erster Linie die Waverstepper-Objektive mit grosser numerischer Apertur fuer die IC-Produktion. Das ging da so richtig vor ~25 Jahren in den UV Wellenlaengen los, wo 150nm der Stand der Technik war.

Ich sehe das weit weniger pessimistisch.
Man hat große CaF2 Kristalle in der Optik ja schließlich auch schon vor der IC-Produktion mit UV Optik verwendet so dass ich nicht erkennen kann weshalb nun unbedingt der Markt für entsprechende spezial Optiken der alles entscheidende Faktor sein soll.
Vor allem vor dem Hintergrund das CaF2 in den letzten Jahren eine Renaissance im Teleskop bau erlebt.
Noch vor 10 Jahren war die Produktion von CaF2 APOs fast zum Erliegen gekommen da neue Anforderungen bezüglich Umwelt und Gesundheitsschutz die Herstellung der CaF2 Kristalle genau wie die Herstellung vieler alter Glassorten nicht mehr rentabel gemacht hatten.
Mittlerweile gibt es neue Ersatz Gläser und auch bei der Herstellung von CaF2 Kristallen hat man eine Lösung gefunden die den aktuellen Standards gerecht wird.
Es gibt nach einer Durststrecke daher wieder zunehmend CaF2 APOs.
Der nagelneue FC 100 dz ist zb. so einer.
Auch die Agema sind ja noch recht neu am Markt.
Auch aus Jena gibt es mit den nagelneuen CaF2 Polychromaten einen Nachfolger des APQ.


Man beobachtet also aktuell am Markt gerade das glatte Gegenteil.
Es kommen immer mehr brandneue CaF2 APOs auf den Markt.
Ein Ende der CaF2 APOs kann ich daher nun beim besten Willen nicht erkennen.

Nikon ist schon vor einer Weile ausgestiegen, dass die beiden z.B. ihre Fotoobjektive nicht mehr mit grossen CaF2 Front-Elementen bauen, ist traurigerweise auch dafuer ein Zeichen an der Wand.

Bei Mehrlingen Fotoobjektiven hat CaF2 keinen Vorteil gegenüber FPL53 so dass es hier nicht verwundert das man auf FPL53 umstellt und damit das Gleiche preisgünstiger erreicht.
Bei Doublets sieht die Sache aber wie oben gezeigt ganz anders so das CaF2 hier nach wie vor trotz des höheren Preises seine Berechtigung hat.

Grüße Gerd
 
Und was uns betrifft, in der allergroessten Not tut es ein TOA ja auch gerade noch so ...

Wobei der TOA im Vergleich zu den neuen CaF2 Polychromaten aus Jena geradezu ein Farbwerfer ist.
Die neuen deutschen CaF2 Polychromate sind um Welten besser als der TOA.
Wobei man sich trotzdem fragen muss ob man ein derart fantastisches Level an Farbkorrektur vom UV bis in den IR Bereich überhaupt benötigt und es ein TOA der zumindest im sichtbaren Spektrum ja auch sehr farbrein ist nicht auch tut.

Grüße Gerd
 
Ich sehe das weit weniger pessimistisch.
Man hat große CaF2 Kristalle in der Optik ja schließlich auch schon vor der IC-Produktion mit UV Optik verwendet so dass ich nicht erkennen kann weshalb nun unbedingt der Markt für entsprechende spezial Optiken der alles entscheidende Faktor sein soll.
Gerd, Ich sage auch nicht, dass es kein CaF2 mehr geben wird, sondern wenn die Aera der Immersions-DUV Lithografie in ein paar Jahren dann zu Ende geht (Flat Pannels werden noch so gebaut, aber bei Logik-Chips und Speicher ist der Uebergang voll im Gange), dann wird sich das Angebot deutlich verknappen und die Preise sich somit verteuern. Was Canon-Optron in die Amateurastronomie (oder auch in die Fotooptik) an grossem CaF2 verkauft, ist Spielgeld verglichen mit den anderen Maerkten.
Die Frage ist dann, ob sich dann ein CaF2 Zweilinser noch rentiert, wenn man mit einem FPL53-Dreilinser wirklich deutlich billiger faehrt.

Bei Doublets sieht die Sache aber wie oben gezeigt ganz anders so das CaF2 hier nach wie vor trotz des höheren Preises seine Berechtigung hat.
Das sehe Ich von der Optik her genauso. Nur ist nicht jedes Material unbedingt fuer Nischenmaerkte wie Amateurteleskope jederzeit verfuegbar.
Frag' doch bei Schott mal an, wie viel Zerodur Du denen inzwischen abnehmen musst, bevor die die Schmelze anwerfen ... meiner Meinung nach gibt's fuer einen Spiegel nichts besseres, aber da muss in diesen Tagen fuer "uns" Quarz eben reichen (was es auch tut), weil "unser" Markt zu klein ist.
Und sicher gab's CaF2 auch vorher, nur zu erschwinglichen Preisen eben nur fuer wesentlich kleinere Rohlinge, wo es dann auch wesentlich mehr industrielle Anwendungen gab und gibt. Wer braucht denn schon so fette Kristalle, da gibt es nur eine kleine Hand voll Anwendungen.
Die neuen deutschen CaF2 Polychromate sind um Welten besser als der TOA.
Na hoffentlich, der bestellbare 150er ist ja auch 10000 Euro teurer als der *huestel* stattliche 14kE TOA.
Ist doch prima was der Herr Stroemich treibt, aber das schaue Ich mir dann genauer an, wenn es da mal sowas wie den angekuendigten 100/640 mit Reducer gibt.
Gruss und gute Nacht erst mal ...
 
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