Suche Refraktor mit mehr als 500mm Brennweite

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Die neuen deutschen CaF2 Polychromate sind um Welten besser als der TOA.
Da frage ich mich schon, Gerd, wie man diese "Welten" auf einem Foto von z.B. M101 sehen kann... lasst uns das doch mal sehen im Vergleich zum Tak... :coffee:

Weder meine Augen noch meine Kamerachips brauchen, müssen und können die Sterne (zumeist kleine, weiße Punkt, wenn ich mich nicht irre, manchmal ein wenig rot oder orange...) vom IR bis UV wahrnehmen. Es bleibt also m.E. auch die Frage der Anwendung, wo man das braucht.

lg
Niki
 
Es ist schon lustig, wie sehr die begrenzte Verfügbarkeit von CaF2 die Gemüter erregt.

Vor 14 Jahren, als Takahashi CaF2 anscheinend für immer aufgab, wurde bereits heftig über mögliche Gründe gerätselt, zumal damals die von der Chip-Industrie ausgelöste Nachfrage gerade voll im Gange war:

CaF2

Eine schlüssige Erklärung für die zeitweilige Aufgabe von CaF2 bei Takahashi gab es damals nicht, genau so wenig wie eine Erklärung für die neuerliche Aufgabe der Aufgabe.

Merkwürdig ist auch, dass der vermeintliche Boom durch die Chip-Herstellung anscheinend wenig Auswirkung auf die Verfügbarkeit und den Preis von qualitativ hochwertigem Material hatte. Schon lange vorher musste man für eine größere Lieferung schier endlos lange warten, und daran hat sich anscheinend nichts geändert.

Damals wie heute war halt die Produktionskapazität auf sehr wenige Hersteller beschränkt. Vor vielen Jahren hatte ich für ein wissenschaftliches Projekt in den Staaten eine größere Charge von 7"x7" Fenstern in VUV-Qualität bei Harshaw bestellt. Das war damals jedenfalls die erste Adresse für solche Aufträge. Tja, was soll ich dazu sagen - das Züchten von Kristallen erfordert wirklich sehr viel Geduld.

Als Fenstermaterial für VUV-Anwendungen gibt es für CaF2 keinen Ersatz. Deshalb wird dieses Material mit ziemlicher Sicherheit auch weiterhin produziert werden.

Gruß, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Gespräche entwickeln sich, wir sind ganz schön dolle Off Topic entglitten.
Ich möchte hier auch noch mal den Themeneröffner @AstroBrot Julian um Verzeihung bitten
Ich hoffe du konntest trotzdem ein bisschen von dem Wissen für dich mitnehmen.
Lg
Olli
 
Hi,
solche Off-topic Eskapaden sind auch für m.o.w. stille Mitleser interessant. Gewisse Dinge kann man sich natürlich mit ein bisschen Westentaschenphysik selbst denken. Ich habe mich schon immer gefragt, wie man das eigentlich hinbekommt, und auch ausrechnen kann, über ein grosses Feld ein scharfes und unverzerrtes Bild hinzubekommen, wenn man sich z.B. die Grenzen der einfachen Methode der Gauss'schen Optik vor Augen führt. Ist dann aber doch leider alles ziemlicher "sophisticated stuff", und die Zeit fehlt, sich da mal genauer 'reinzulesen.
Dafür gibts zum Glück auch noch andern amüsanten Beifang im Thread, z.B. "komateuse Katastrophe". Ich glaube, die haben auch schon Leute bekommen, die noch nicht mal wissen, was ein Newton ist :LOL:
-cb

PS: ich geh dann mal weiter Planeten beobachten. On-Axis , versteht sich ;)
 
Damals wie heute war halt die Produktionskapazität auf sehr wenige Hersteller beschränkt. Vor vielen Jahren hatte ich für ein wissenschaftliches Projekt in den Staaten eine größere Charge von 7"x7" Fenstern in VUV-Qualität bei Harshaw bestellt.
Das muss aber wirklich schon eine Weile her sein, Harshaw wurde doch schon in den 90ern von Saint-Gobain geschluckt?
Als Fenstermaterial für VUV-Anwendungen gibt es für CaF2 keinen Ersatz. Deshalb wird dieses Material mit ziemlicher Sicherheit auch weiterhin produziert werden.
Naja, kommt auf die Anwendung an. Sicher, ab 130nm-140nm ist CaF2 schon einsam und extrem gut. Etwas hoeher tut es aber inzwischen UV Grade Fused Silica oder UV grade Quarz wie z.B. Heraeus Specrosil ab 170-180nm ebensogut. Ist aber - richtig - schon noch eine Nische, aber eben eine Nische die immer enger wird und fuer die mit viel Aufwand produziert werden muss, speziell grosse Rohlinge.

Eine schlüssige Erklärung für die zeitweilige Aufgabe von CaF2 bei Takahashi gab es damals nicht, genau so wenig wie eine Erklärung für die neuerliche Aufgabe der Aufgabe.

Ich sehe da keine Mysterien Peter, hier meine Kaffeesatzleserei: Tak liess die Optiken bei Canon-Optron seit den 90ern mitlaufen, aber die Designs der Foto-Teles von z.B. Canon und speziell des EF400, EF500 und des EF600 legen den/die Fluoriten mit jeder Generation immer weiter nach hinten (siehe z.B. Canon EF 600mm f/4L IS III USM Lens Review ) und die nehmen daher vom Durchmesser immer mehr ab (Das hat TeleVue uebrigens damals schon genauso gemacht). Zeitgleich ist in dem Foto-Tele Segment Phase-Fresnel Technologie fuer apochromatische Teles beinahe interessanter als CaF2 geworden, weil man leichtere und kuerzere Optiken bauen kann, ohne dieses schwierige und teure Glas verbauen zu muessen. Das hat Canon so um das Jahr 2000 mit dem 400mm f/4 IS DO IS II eingefuehrt, welches kein CaF2 mehr braucht.
Die spezifische Entscheidung von Tak von CaF2 erst einmal Abstand zu nehmen, fiel in diese Phase des Umbruchs bei Canon (EF500, EF600, und EF1200 der ersten Generation mit den grossen Fluoriten liefen alle aus und dass die Nachfolger nicht mehr die grossen Fluoriten haben wuerden, war beschlossene Sache) wo man sich da wohl einfach ueberlegen musste, ob man seine eigenen Optiken bei Canon-Optron auch zukuenftig ueberhaupt noch so kosteneffektiv mitlaufen lassen kann, oder sich von der Refraktor Optik her nicht besser mal schleunigst diversifiziert. Mal nicht vergessen, Canon Optron macht nicht nur CaF2 Rohlinge wie Saint-Gobain, sondern schleift und verguetet diese ja auch diese zickigen Linsen. So viele die das noch anbieten gibt es da nicht.
Und der Ausstieg aus dem Ausstieg mit dem FC-100DS und DF hat vermutlich mehr mit der Entscheidung von Canon zu tun, das EF400, EF500 und EF600 Version II Tele neu aufzulegen (2011-2012), ebenso wie der FC-100DZ, welcher der Neuauflage des Canon EF400 IS und des EF600 IS Tele der Generation III (2018) aus derselben Fabrik auf dem Fusse folgte und zeitgleich in den zweiten Schub fuer CaF2-Nachfrage in der DUV-Immersionslitografie fuer Canon faellt, der inzwischen aber langsam zu Ende geht. Einen FS-128 war z.B. zu den Preisen der 90er wohl nicht mehr zu machen, weil es Fotoobjektive oder analoge "Massenprodukte", die CaF2 dieser Kalliberklasse brauchen, eben bei Canon-Opton in der laufenden Produktion nicht mehr gab.
Ich komme am Beispiel Tak also zu einem gegenteiligen Ergebnis als Du. Man sieht gerade anhand von deren erratischer Produktpolitik schon deutlich, wie massgeblich bei einer kleinen Klitsche von 40 (?) Leuten die kosteneffektive "Massenproduktion" (im Gegensatz zu den vom Gerd angefuehrten sky-is-the-limit Orchideen-Einzelproduktionen) an andere Produktfelder von CaF2 Optiken gebunden ist. Ohne die wird's zwar nicht unmoeglich, aber eben sehr schnell richtig teurer und dann eben nicht mehr rentabel. Aber wie dem auch sei, let's simply agree to disagree und hoffen wir, dass Du Recht behaelst ... ;)
Gruss & CS
 
Zuletzt bearbeitet:
Gespräche entwickeln sich, wir sind ganz schön dolle Off Topic entglitten.
Das ganze Leben ist off topic. :cool:

Wir sollten doch nett, freundlich, gemeinschaftlich und zum Wohle aller handeln und das Leben genießen. Kurz nach dem Kindergarten läuft das aus dem Ruder und pure Lebensfreude, Wohlwollen und Nächstenliebe werden ersetzt durch Leistungsdruck, Stress, Kampf und Wettbewerb. :y:

So what. :coffee:

lg
Niki
 
Fühlt sich oft genug so an XD
Wir sollten doch nett, freundlich, gemeinschaftlich und zum Wohle aller handeln und das Leben genießen.
Absolut, mache ich so oft es geht.

Kurz nach dem Kindergarten läuft das aus dem Ruder und pure Lebensfreude, Wohlwollen und Nächstenliebe werden ersetzt durch Leistungsdruck, Stress, Kampf und Wettbewerb. :y:
Dem habe ich mich weitgehend verschlossen, meine Eltern meinen immer wieder was vom "Ernst des Lebens"
Ich finde, das Leben ist immer nur genau so ernst, wie man es sich machen lässt.
(Zumindest hier in Deutschland)
Eigentlich ist es sehr einfach, in netter Typ zu sein. Karriere kann man so zwar nicht wirklich machen, aber man kann sehr viel Spaß im Leben haben.
Freunde am Lagerfeuer sind viel wichtiger als das glänzende Auto in der Garage.
BTW, seitdem das Wespennest im Rollladenkasten ist, haben die Rosen keine Blattläuse mehr, ich glaube, die dürfen da erstmal bleiben.
Leben und Leben lassen.
Ein sehr wichtiger Grundsatz.
So, genug vom OT Smalltalk, ich gehe jetzt die Sonne aufs Korn nehmen, natürlich On-Axis
Lg
Olli
 
Gerd, Ich sage auch nicht, dass es kein CaF2 mehr geben wird, sondern wenn die Aera der Immersions-DUV Lithografie in ein paar Jahren dann zu Ende geht (Flat Pannels werden noch so gebaut, aber bei Logik-Chips und Speicher ist der Uebergang voll im Gange), dann wird sich das Angebot deutlich verknappen und die Preise sich somit verteuern.

Warum sollte sich das Angebot verknappen und die Preise steigen wenn die Nachfrage sinkt?
So funktioniert Marktwirtschaft nicht.
Es dürfte vielmehr das Gegenteil der Fall sein. Es kommt dann zum Überangebot mit fallenden Preisen.
Natürlich wird es danach eine Marktbereinigung geben und sich Angebot und Nachfrage wieder ausgleichen.
Das sich der Preis dann aber auf grundsätzlich höherem Niveau einpendelt als aktuell ist pure Spekulation.
Wenn du dieser Meinung bist dann investiere doch dein Geld in CaF2, dann solltest du nach deiner Prognose ja ne satte Rendite einfahren.

Ich jedenfalls besitze keine Glaskugel die mir den CaF2 Preis in der Zukunft vorhersagt und werde daher weder auf fallende noch auf steigende Preise wetten.

Frag' doch bei Schott mal an, wie viel Zerodur Du denen inzwischen abnehmen musst, bevor die die Schmelze anwerfen

Ich denke man kann die Glasproduktion nicht mit dem züchten von Kristallen vergleichen.
Da geht es bezüglich Volumen um vollkommen unterschiedliche Größenordnungen und auch um vollkommen unterschiedliche Herstellungsverfahren.
Beides ist schlicht und ergreifend nicht miteinander vergleichbar.
Auch die Skalierungseffekte dürften hier sehr unterschiedlich sein.
Wir kennen Beide nicht die Kostenkalkulation in der CaF2 Produktion und können daher Beide nicht genau sagen wie sich hier die hergestellte Menge auf die Herstellungskosten auswirkt.
Auch sollte klar sein das sich Preis und Herstellungskosten nicht automatisch gleich entwickeln.
Der Hersteller nimmt den maximalen Preis den er kriegen kann und wenn der bedeutend höher als die Herstellungskosten ist dann ist es ihm auch recht.
Dann ist der Gewinn eben höher.

Grüße Gerd
 
Der Handel behauptet über den TOA: " In die Farbkorrektur wurden auch das nahe Infrarot als auch UV-Bereich einbezogen."

Na ja im Werbetext kann man so einiges reinschreiben und berücksichtigt sagt letztlich Garnichts da vollkommen unklar ist was das nun genau bedeuten soll.
Ich kann auch bei einem kurzen FH den UV und IR Bereich „berücksichtigen“ wenn mir danach ist, aber besser ist seine Farbkorrektur dann trotzdem nicht.

Nicht falsch verstehen, der TOA hat im Spektrum von etwa 410 bis 700nm eine hervorragende Farbkorrektur und zählt da zu den besten Optiken die es zu kaufen gibt.
Und ich denke auch das dieses Level an Farbkorrektur für unsere Bedürfnisse mehr als ausreichend ist.
Dennoch in Relation zum neuen 150F8 APQ Polychromaten der über das sagenhafte Spektrum von 365 bis 1015nm nicht unter Strehl 0,95 fällt verblasst der TOA eben sehr deutlich.
Vor allem wenn man weiß wie extrem schwierig es ist gerade im nahen UV Bereich noch eine gute Farbkorrektur zu erreichen.
Hier läuft der Farblängsfehler nämlich typischerweise geradezu exponentiell davon.

Das LSA Diagramm im Bild 20 soll für den TOA130 sein.

Der Gaußfehler ist absolut erstklassig korrigiert.
Der Farblängsfehler ist zwar im dargestellten Spektrum auch sehr gut korrigiert aber man erkennt hier schon die Grenzen der guten Korrektur.
So läuft 707nm schon etwa 0,075mm aus dem Fokus.
Die wellenoptische Schärfentiefe bei F7,7 beträgt 0,065mm.
Das bedeutet bei 707nm fällt der Strehl des TOA130 inklusive Farbfehler schon unter 0,8.
Leider ist nach unten nur 436nm dargestellt so dass es etwas spekulativ ist ab wann der TOA130 hier unter die 0,8 fällt.
Ich schätze aber das dies bei deutlich über 400nm der Fall sein dürfte.

Grüße Gerd
 
Dennoch in Relation zum neuen 150F8 APQ Polychromaten der über das sagenhafte Spektrum von 365 bis 1015nm nicht unter Strehl 0,95 fällt verblasst der TOA eben sehr deutlich.
Eigentlich muss dem gegenüber eigentlich ALLES "verblassen", was die Welt für die Amateurastronomie bislang hergestellt hat und brav gekauft wurde, also alle Starfires, TOAs und LZOS's dieser Welt. Und der ganze Rest...

lg
Niki
 
Vor allem wenn man weiß wie extrem schwierig es ist gerade im nahen UV Bereich noch eine gute Farbkorrektur zu erreichen.
Hier läuft der Farblängsfehler nämlich typischerweise geradezu exponentiell davon.
Naja Gerd,
also eigentlich geht genau das mit einem Reflektor seit 1668 eigentlich ohne Probleme und dann laeuft auch nichts exponentiell davon.
Ohne jede Ironie: Sicher, es ist tatsaechlich beeindruckend, dass man das nun 354 Jahre spaeter mit einem Refraktor loesen kann.
Es gibt uebrigens auch mechanische Uhren wie die nur noch 0,3s taeglich abweichen. Auch das sind technische Meisterwerke die ihren Sinn in der Machbarkeit unter der Vorgabe der technischen Eigenbeschraenkung finden.
Aber am Ende, lieber Gerd, zeigen auch die lediglich die Uhrzeit....
Gruss & CS
 
Eigentlich muss dem gegenüber eigentlich ALLES "verblassen"

Ich würd ja gern mal einen sehen. Und noch viel lieber auch mal durchschauen.
Und dann würde mich brennend interessieren, ob meine alten Lichter einen großen Unterschied zu unseren, noch einigermaßen bezahlbaren, APOs erkennen. Einen Unterschied, der den Preis begreifbar macht.

Ist denn überhaupt schon ein solches Gerät fertig gestellt und verkauft worden?
Als ich mich das letzte mal damit befasst habe, war da noch Vieles im Ankündigungsstadium, und auch jetzt ist lediglich der Sechszöller überhaupt bestellbar. ……für rund 24 K€……


In jedem Fall beeindruckt es mich sehr, dass man in Jena offenbar dabei ist, den Begriff „High-End“ neu zu definieren.
So werden vielleicht die Refraktor-Ikonen von einst, zur …… „gehobenen Mittelklasse“.
Dass man in Jena diesen Anspruch hat, ist unter anderem auch daran zu erkennen, dass FeatherTouch Auszüge in der „Basis-Version“ eingesetzt werden, und für die „Premium-Geräte“ ein neuer Auszug entwickelt wird. ……FeatherTouch , Basisversion……:oops:
Ich bin sehr gespannt, was da noch kommt.

CS

Dietmar
 
Hallo zusammen,

es gibt schon seit einiger Zeit vorzügliche Apos, welche am Stern oder Kunststern eine perfekte Abbildung erzielen. Vor allem diejenigen mit einem entspannten Öffnungsverhältnis zeigen zumindest visuell keine wirklich wahrnehmbaren Farbfehler und auch sonst sind bei den besten keine optischen Abweichungen feststellbar. Also…was möchte man denn da noch besser hinbekommen? Hmmm.

Natürlich gibt es bei allen Marken eine gewisse (aber meist vernachlässigbare) Streubreite der Qualität. Diese wird sich aber m. E. auch bei neuen Entwicklungen nicht vermeiden lassen.

Viele Grüße
Werner
 
Moin,

auch wenn das was da produziert wird von meinem Budget unerreichbar entfernt ist, auch mich freut, dass in Jena wieder Astrooptik hergestellt wird die dem alten Zeiss-Anspruch gerecht wird bzw, ihn sogar übertrifft. Das ist ein gutes Zeichen für den Standort und man darf den Menschen die dahinter stecken alles Gute wünschen. Das wird kein einfacher Weg, aber ich denke auch solche Produkte finden ihren Markt, zudem die russischen Quellen wohl auf absehbare Zeit versiegt sein werden. Man darf nie vergessen, je höher man sich den Futterkorb hängt, um so mehr Anstrengung kostet es, das ZIel auch verläßlich in der Serie zu halten. Zwischen Prototyp und Serie liegt ein himmelweiter Unterschied.

CS
Jörg
 
Ich würd ja gern mal einen sehen. Und noch viel lieber auch mal durchschauen.
Und dann würde mich brennend interessieren, ob meine alten Lichter einen großen Unterschied zu unseren, noch einigermaßen bezahlbaren, APOs erkennen. Einen Unterschied, der den Preis begreifbar macht.
Was das Durchschauen betrifft, naja jenseits der Selbstsuggestion ist diese Frage eigentlich klar beantwortbar, siehe z.B.:


Wenn der Gerd da mehr sieht, dann sei ihm das belassen.

In jedem Fall beeindruckt es mich sehr, dass man in Jena offenbar dabei ist, den Begriff „High-End“ neu zu definieren.
Naja Dietmar, der Drive da Extremoptik zu betreiben kommt wohl weniger davon, ein tatsaechliches Problem der visuellen Beobachtung loesen zu wollen, als vielmehr daher: Mit CFF, der Teleskopmanufaktur, Astro-Physics, dem Baader-Apo und TMB (man wird sehen, wie es da weitergeht) ist der Markt im high-end Bereich mit oelgefuegten Apochromaten eigentlich schon ganz gut bedient. Und vom Luftspalt-Apo wollen wir da mal gar nicht reden.
Da muss man schon was bieten, um sich noch irgendwie zu differenzieren.
Das ist jedenfalls die erfrischend ehrliche Auffassung von Herrn Strömich selber, Ich zitiere ihn mal (Unternehmen | APQ JENA ):

Die Antwort schien auf der Hand zu liegen, natürlich sollten diese wieder Triplet-Apochromate mit einer CaF₂ Linse als Mittenelement werden, geschützt von den beiden äußeren Glaslinsen! Schließlich haben mehrere renommierte Astrofirmen derartige Triplet-Apochromate – mit FK-Gläsern oder Flußspat als Mittellinse – im Programm.
Also habe ich mich auch auf diese Schiene begeben und Angebote von diversen Optikfirmen für die Fertigung solcher Astro-Objektive mit verschiedenen Öffnungen eingeholt – und dabei nicht nur viel Zeit verloren.
Die Mehrzahl der Astrofirmen fertigt gute Triplet-Apochromate, manche in sehr guter Qualität. Aber je intensiver ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe, desto klarer habe ich erkannt, daß das apochromatische Triplet-Design nicht mehr verbessert werden kann.
Aber alle Fluorphosphat- und auch CaF₂ Triplet-Apochromate weisen einen spektralbereichsbezogenen Farblängs- und Gaussfehler (chromatische Variation des Öffnungsfehlers) auf, der bei größeren Öffnungen und lichtstärkeren Öffnungsverhältnissen die polychromatische Punktverteilungsfunktion (PSF) stört.
Dies führt dazu, daß die Triplet-Apochromate die Apochromasiebedingung lediglich in einem engbegrenzten visuellen Spektrum (üblicherweise 436nm – 656nm bzw. 480nm – 707nm) erfüllen. Sie sind aber nicht in der Lage, in dem z.B. für die CCD- und CMOS-Astronomie wichtigen Spektralbereich von 365nm bis 1014nm beugungsbegrenzt abzubilden.
Ich bin deshalb zu der Überzeugung gelangt, nicht der x-te Hersteller von Triplet-Apochromaten werden zu wollen, um einen sinnlosen Wettbewerb mit bereits etablierten Astrofirmen zu führen. Dagegen spricht letztlich auch mein Ziel, daß die Fertigung in Deutschland erfolgen soll.


Da ist ganz klar und nuechtern gesagt, was er da bauen will: Da in Sachen "visueller Apo" da kein Blumenpott mehr zu gewinnen ist, ist das gute Stueck in erster Linie als Astrograph zu betrachten, der in zweiter Linie natuerlich auch einen exzellenten visuellen Apo hergibt.

Was Ich bei dieser astrographischen Begruendung schlichtweg nicht ganz verstehe, ist warum ausgerechnet der Bereich von 365nm bis 1014nm nun so wichtig sein soll (?).
Unter 400nm faellt mir nur die Kalzium Linie in der Sonne ein (395nm), die interessant ist, aber i.d.R. sowieso in NB afgenommen wird, weil diese ansonsten im Kontinuum ertraenkt wird (da braucht man keinen Polyapochromate fuer)). Dann kommen einem eventuell die schwachen OIV-Linien in Emissionsnebeln den Sinn, von denen Ich aber noch nie interessante/relevante NB-Bilder von Emissionsnebeln gesehen habe und die sich mit einem Reflektor ja auch heute schon problemlos fotografieren liessen, wenn es da interessante Sachen gaebe(?). Um die 400nm sind noch ganz schwache He und Ne Linien, aber alles viel zu schwach um fuer einen F/8 Refraktor in den Bereich der fotografischen Relevanz zu kommen(?).
Da stellt sich schon die Frage, was ist denn nun ganz konkret unter 400nm fotografisch so relevant?

Nicht anders sieht es im IR aus: Hinter dem Gassenhauer der Ha/NII Linie und der fotografisch relevanten SII-Linie bei 671nm kommt jenseits der 700nm hier und da etwas He und Ar, aber ansatzweise relevant ist da nur noch die SIII Linie bei 935nm. Nur ist genau da bereits die Quanteneffizienz jenseits von IR-Spezialkammeras fuer das gros der CMOS/CCD bereits weit unter 10%. Wer gibt sich das bei F/8 (oder mit Reducer gerne auch bei f/5,6) ?.
Fuer Amateure sehe Ich da eigentlich wirklich keine stichhaltige Begruendung, sich sowas zuzulegen.

Was Ich dagegen ganz klar sehe, sind Anwendungen die im Bereich der eher professionellen Astronomie liegen, wie Photometrie (die klar auch UV und IR mit einbeziehen muss), oder Spektroskopie. Da mag so ein spezieller Astrograph seine Berechtigung haben (konkuriert aber mit Spiegeln, die da andere Vorteile bieten),
katapultiert sich aber klar aus dem Amateurbereich hinaus (und zwar nicht nur durch den Preis, sondern gerade auch von den Anwendungen her).
So ein Ding mit Apos fuer den Amateurbereich wie den Taks oder auch anderen Dreilinsern zu vergleichen halte Ich dann doch fuer relativ verwegen.
Gruss & CS
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum hat Nikon ein 220° fisheye Objektiv produziert? Meines Wissens, nur auf Bestellung, insgesamt 6 Stück weltweit und für 20.000 DM pro Stück ?

In beiden Fällen denke ich, um zu zeigen das man´s kann, als Alleinstellungsmerkmal.
Natuerlich kann man Flagship Modelle bauen, um zu zeigen, was man kann.
Nur dient das ja i.d.R. dazu, Markenwerbung fuer die dann doch sinnvolleren und erschwinglicheren Sachen zu machen, mit denen man den eigentlichen Umsatz macht.
Das ist hier nicht der Fall, die Orchidee ist das Produkt, einen guten Dreilinser der im Kielwasser schwimmt und mit dem der Umsatz gemacht wird, gibt es ja leider nicht.

Ich gehe davon aus, dass Herr Strömich sich sein Geschaeftsmodell reiflich ueberlegt hat. Alles was mir so immer auffaellt, ist das die oelgefuegten 4-5" Dreilinser von Baader, Astro-Physics und CFF eigentlich immer auf viele Monate vergriffen sind. Eventuell haette er seine "dicke Bertha" mit einem kleineren und erschwinglicheren Astrographen flankieren sollen? Ich denke schon, dass es dafuer einen Markt gibt.
Aber man soll anderen Leuten nicht deren Geschaeft erklaeren wollen... ;)
Gruss & CS
 
Naja Gerd,
also eigentlich geht genau das mit einem Reflektor seit 1668 eigentlich ohne Probleme und dann laeuft auch nichts exponentiell davon.

Genau das geht leider nicht schon seit 1668 mit einem Reflektor.
Damals hatte man nur Metallspiegel die schon im visuellen Spektralbereich ein recht bescheidenes Reflektionsvermögen hatten, vom UV Bereich ganz zu schweigen.
Auch kannte man damals keine Spiegelsysteme die ein geebnetes und korrigiertes Feld liefern.
Auch von der heute möglichen Qualität konnte man damals nur träumen.
Vor Erfindung des Foucault Tests 1856 wurden die Spiegel nur durch Pröbeln also Versuch und Irrtum finalisiert.
Selbst der kunstfertigste Schleifer dürfte ohne jegliches Messverfahren allein durch ausprobieren nur eine unter heutigen Maßstäben recht bescheidene Abbildungsqualität erreicht haben die man heutzutage als Gurke reklamieren würde.

Also hier so zu tu als sei damals mit einem popligen Spiegel minderer Qualität auch nur ansatzweise das zu erreichen gewesen das der neue APQ Polychromat mit Flattener erreicht ist einfach unredlich.

Es gibt uebrigens auch mechanische Uhren wie die nur noch 0,3s taeglich abweichen. Auch das sind technische Meisterwerke die ihren Sinn in der Machbarkeit unter der Vorgabe der technischen Eigenbeschraenkung finden.
Aber am Ende, lieber Gerd, zeigen auch die lediglich die Uhrzeit....

Ich hatte anderer Stelle den neuen APQ Polychromast ja selber schon mit einer Rolex verglichen.
Die kostet auch ne ganze Menge und zeigt letztlich dann auch nur die Uhrzeit.
Dennoch hat sie ihren Kundenkreis und das sind bestimmt keine Wissenschaftler die unbedingt ne besonders genaue Zeit benötigen.


Wenn der Gerd da mehr sieht, dann sei ihm das belassen.

Woher meist du denn zu wissen das ich hier etwas Anderes sehe?
Ich hatte meine Sichtweise ja schon ziemlich klar formuliert.

Nicht falsch verstehen, der TOA hat im Spektrum von etwa 410 bis 700nm eine hervorragende Farbkorrektur und zählt da zu den besten Optiken die es zu kaufen gibt.
Und ich denke auch das dieses Level an Farbkorrektur für unsere Bedürfnisse mehr als ausreichend ist.

Das der neue APQ nur bei Foto und hier ohne die sonst bei APOs üblichen IR und UV Sperrfilter sein volles Potential zeigt sollte doch klar sein.
Daher finde ich deine Unterstellung ich würde mir einbilden da visuell schon einen Unterschied zu bemerken schon ziemlich daneben.
Was mich persönlich als visueller Planetenbeobachter betrifft so sind meine Bedürfnisse hier hervorragend beschrieben.


Ich würde also nicht mal das Geld für einen TOA ausgeben da es für meine Bedürfnisse zum Fenster rausgeworfenes Geld wäre.
Trotzdem erkenne ich die Leistung entsprechender Optiken an und weiß sie zu würdigen und nun mal nicht nur die des TOA sondern auch die des neuen APQ Polychromaten.
Ich Persönlich sehe das vor allem auch aus der Sicht des Designers und sehe und würdige in der optischen Rechnung was das jeweilige Design zu leisten imstande ist und ich sehe in der optischen Rechnung ebnen auch die Unterschiede zwischen TOA und APQ Polychromat. Und da ich mich in dem Gebiet etwas auskenne würdige ich dann ebnen auch im besonderem Maß das was der Designer des neuen APQ erreichen konnte. Und das kommuniziere ich dann eben auch.
Ob man das nun unbedingt braucht ist doch eine ganz andere Frage.

Es gibt auch Autos für die öffentliche Straße die haben 1000PS und fahren 400kmh.
Das man in einem Land mit Tempolimit 130kmh mit einem 60Ps Kleinwagen genauso schnell auf der Autobahn unterwegs ist wenn sich beide an die Vorschrift halten ist halt eine andere Sache.
Deswegen kann man die Leistung des 1000PS Boliden trotzdem würdigen und es gibt deswegen trotzdem Leuten die sich den kaufen.

Ich habe den Eindruck das sich einige hier so verhalten wie der Fuchs in der Fabel der Fuchs und die Trauben.
Die Trauben beim neuen APQ hängen zwar sehr sehr hoch aber deswegen sind sie dennoch süß und saftig und es gibt hier keinen Grund ihn schlecht zu reden nur weil der eigene Geldbeutel so etwas bei weitem nicht hergibt.
Es wird auch Leute geben die können sich den leisten und wer den Anspruch hat einfach das Beste vom Besten zu haben der wird in Zukunft eben zum neuen APQ und nicht zum TOA greifen.

Grüße Gerd
 
Man muss auch an die Oberflächenqualität denken, ein Spiegel muss für den selben Wellenfrontfehler bei einer bestimmten Wellenlänge doppelt so präzise gefertigt werden wie eine Linse.
Und im UV wird die Anforderung durch die kleine Wellenlänge nicht leichter.
Ein Spiegel mit L/8 @ 632nm ist unter 100nm schon bei 2L.
Wenns um EUV geht, wirds in beiden Varianten, ob nun Reflektor oder Refraktor, halt ziemlich extrem. Aber dafür gibts ja das E bei EUV.
Lg
Olli
 
Ich Persönlich sehe das vor allem auch aus der Sicht des Designers und sehe und würdige in der optischen Rechnung was das jeweilige Design zu leisten imstande ist und ich sehe in der optischen Rechnung ebnen auch die Unterschiede zwischen TOA und APQ Polychromat. Und da ich mich in dem Gebiet etwas auskenne würdige ich dann ebnen auch im besonderem Maß das was der Designer des neuen APQ erreichen konnte. Und das kommuniziere ich dann eben auch.
Ob man das nun unbedingt braucht ist doch eine ganz andere Frage.
Siehst Du Gerd, und Ich sehe sowas sehr pragmatisch:
Das gute Stueck traegt die Gene eines visuellen Apos in sich (F/8), wurde aber retrospektiv in Richtung Astrograph umgewidmet und zwar aus dem einfachen Grund weil der eigentliche Zielmarkt bereits besetzt war.
Nun siehst Du das was dabei herausgekommen ist aus dem Blickwinkel eines "Linsenfans" als sicher sehr innovativ.

Da kann Ich teilweise durchaus mitgehen.

Aber obwohl auch fuer mich in der Optik "the rule of cool" gilt, sehe sich sowas halt mit mehr Abstand und sehe eben auch genau den Teil, den Du so gerne ausblendest, oder wie in deinem letzten Posting geschehen, polemisch in den Bereich einer Neiddebatte ziehen willst.
Als Astrograph - da sind wir uns ja jetzt endlich einig, was dieses Fernrohr eigentlich ist - steht sowas in seiner Preis- und Kalliberklasse naemlich ueberhaupt nicht mit ein eim TOA in Konkurrenz, sondern (je nach dem wo man den Vergleichspunkt aufhaengt, bei der Brennweite oder der Oeffnung, oder am geebneten und korregierten Bildfeld, oder einer Mischung aus allem) mit State-of-the-Art Astrographen wie z.B. einem Planewave Delta Rho, Riccardi-Honders oder einem Rowe-Ackermann Designs.
Und da sieht es nun mal so aus: In jeder relevanten Metrik ist das Ding im direkten Vergleich nicht weltspitze, sondern "naja, ganz ok".
Und das liegt halt massgeblich daran, dass der APQ seine "man muss durch einen schoenen Refraktor ja schliesslich auch durchgucken koennen" Hypothek als Astrograph wie einen Muehlstein mit sich herumtraegt. Denn im Kern ist das nun mal ein universeller Planetenrefraktor, der sich nun als universeller Astrograph schlagen muss.
Und sorry Gerd, da war selbst Takahashi mit dem FSQ-130 (Sekt oder Selters) wesentlich konsequenter und mutiger...

Den APQ finde Ich zwar technisch trotzdem sehr bemerkenswert (das war ein Leica Telyt 5.6/1600 auch mal), aber irgendwo auch auf eine seltsame Weise irgendwie typisch deutsch "besides the point".
Der RASA oder die Hypergraphen als Design vollziehen z.B. gerade still und leise einen Paradigmenwechsel unter den Amateurastrographen, der Apq wird dagegen gar nichts derartiges vollziehen, sondern wohl bestenfalls eine Orchidee in Kleinserie bleiben, denn der ist trotz seiner Innovation dann letztendlich als Gesamtkonzept zwischen dem universellen Planetenrefraktor und einem vollbluetigem Astrographen steckengeblieben.
Ich weiss wirklich nicht, wo Ich das einordnen soll (?). Es ist vermutlich in seinen speziellen Eigenschaften tatsaechlich das weltbeste Amateur-Fernrohr geworden, um die Venusatmosphaere aufzuschluesseln. Und fuer mich stellt sich da schon die Frage, stand das eigentlich vorher so im Lastenheft, oder hat sich das irgendwie so ergeben?
Und warum dich dieses Fernrohr daher anspricht und mich dagegen eher weniger, naja duerfte daher irgendwo selbsterklaerend sein. Ich stehe halt auf "form follows function" und wenn Ich die Funktion nicht verstehe/ nicht nachvollziehen kann, dann bin Ich tendenziell eher nicht mehr so beeindruckt, da spielt das Preisschild erst mal nicht die Rolle. Und es faellt dir offenbar sichtlich schwer, diese Nueancierung aus meinen Postings herauszulesen. :cool:
Mit freundlichen Gruessen ...
 
Als Astrograph - da sind wir uns ja jetzt endlich einig, was dieses Fernrohr eigentlich ist - steht sowas in seiner Preis- und Kalliberklasse naemlich ueberhaupt nicht mit ein eim TOA in Konkurrenz,

Nur weil der neue APQ beides hervorragend kann und auch ein erstklassiger Astrograph ist heißt das noch lange nicht das er ausschließlich darauf beschränkt wäre.
Und selbstverständlich steht der neue APQ mit dem TOA in direkter Konkurrenz.
Auch die Öffnungszahl ist ja sehr ähnlich.
Und auch der TOA ist vor allem für Foto gedacht und kann nur da sein volles Potential entfalten.
Rein visuell braucht es keinen TOA.

Visuell würde ich ein erstklassiges und nicht zu schnelles CaF2 Doublet als das Optimalste sehen.
Aber ganz bestimmt keinen TOA mit seinem erheblichem Gewicht und den Auskühlproblemen wegen der großen Luftspalte.
Versuch uns hier doch nicht weiß zu machen das der TOA ein Spezialist rein fürs visuelle wäre und daher nicht mit dem neuen APQ verglichen werden könne.

sondern (je nach dem wo man den Vergleichspunkt aufhaengt, bei der Brennweite oder der Oeffnung, oder am geebneten und korregierten Bildfeld, oder einer Mischung aus allem) mit State-of-the-Art Astrographen wie z.B. einem Planewave Delta Rho, Riccardi-Honders oder einem Rowe-Ackermann Designs.
Und da sieht es nun mal so aus: In jeder relevanten Metrik ist das Ding im direkten Vergleich nicht weltspitze, sondern "naja, ganz ok".

Da irrst du dich gewaltig.
Eine möglichst schnelle Öffnungszahl ist nicht der alles entscheidende Punkt und in den meisten Fällen in der digitalen Fotografie auch gar nicht wünschenswert.
Hier kommt es auf das optimale Sampling an und da gilt nicht je schneller desto besser sondern es gilt hier eine vernünftige und zum Objekt passende Wahl zu treffen.
Sonst verschenkt man unnötig Auflösung.
Die schnellen RASA liefern für ihre Öffnung aufgrund des Undersamplings eine sehr bescheidene Auflösung so das man mit wesentlich kleinerem APO und vernünftigem Sampling oft sogar die besseren Ergebnisse erreicht.
Ein Blick auf Astrobin ist da sehr aufschlussreich.
Auch kommen so extrem schnelle Katadioptrischen Systeme aufgrund ihrer extremen Auslegung nicht an die Farbkorrektur des neuen APQ ran.
Aber gut bei der bescheidenen Auflösung aufgrund des Undersamplings fällt das hier ja eh nicht auf.

Wenn ein Vergleich wenig Sinn macht dann ist es der vom APQ mit derartigen extrem schnellen Systemen da beide bei Foto für unterschiedliche Einsatzzwecke geeignet sind.
Die extrem schnellen Katadioptrischen Systeme sind für sehr lichtschwache aber dafür ausgedehnte Objekte die keine große Auflösung erfordern.
Ausgedehnte H-Alpha Regionen wären da zu nennen.
Eine Optik mittlerer Öffnungszahl (egal ob Spiegel oder Linse) ist da eher für Objekte mit größerer Flächenhelligkeit die eine höhere Auflösung erfordern.
Galaxien, Kugelsternhaufen, Planetarische Nebel das ist die Domäne so einer Optik zu der auch der APQ zählt.

Und das liegt halt massgeblich daran, dass der APQ seine "man muss durch einen schoenen Refraktor ja schliesslich auch durchgucken koennen" Hypothek als Astrograph wie einen Muehlstein mit sich herumtraegt

Das ist so nicht richtig denn ein APO mittlerer Öffnungszahl ist Systembedingt immer für Beides sehr gut geeignet so das man da keine großen Kompromisse wie beim Spiegel machen muss.
Es gibt hier daher keinen Mühlstein

Und sorry Gerd, da war selbst Takahashi mit dem FSQ-130 (Sekt oder Selters) wesentlich konsequenter und mutiger...

Wie kommst du den darauf?
Ob nun F5 beim FSQ oder F5,6 beim APQ mit Reducer ist jetzt auch kein so großer Unterschied.
Lediglich beim Bildfeld gibt es einen nur hat der APQ mit Reducer eben auch schon satte 52mm Bildkreis und das reicht selbst für große handelsübliche Sensoren vollkommen.
Größere Sensoren bzw. Sensor Felder verwenden nur Profis.
Wenn du den Pragmatismus den du bei der Farbkorrektur an den Tag legst mal auf die Sensorgröße anwenden würdest könntest du das sehen.
Nur weil der APQ der genau das gleiche wie der FSQ130 kann besser ist heißt das nicht das TAK da konsequenter war.
Was soll das denn für eine Logik sein?

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun, wir warten jetzt einfach mal gespannt auf die ersten "um Welten besseren" Fotos dieser "um Welten besseren" und "um Welten teureren" Geräte ab 23.000,- aufwärts. Dann erübrigt sich eventuell die theoretische Verherrlichung von überirdischen Strehlkurven. :coffee:

Apo unser im Himmel
Geheiligt werde Deine Polychromatie
Dein Strehl komme
Gerds Wille geschehe
...
...

lg
Niki
 
Da irrst du dich gewaltig.
Eine möglichst schnelle Öffnungszahl ist nicht der alles entscheidende Punkt und in den meisten Fällen in der digitalen Fotografie auch gar nicht wünschenswert.
Hier kommt es auf das optimale Sampling an und da gilt nicht je schneller desto besser sondern es gilt hier eine vernünftige und zum Objekt passende Wahl zu treffen.
Sonst verschenkt man unnötig Auflösung.
Nein Gerd.
Da bist Du (nicht als Beleidigung gemeint) leider schwer in der Vergangenheit stecken geblieben.
Laesst man den Aspekt Seeing mal beiseite (denn dann kaemen wir auch da schnell in's "wozu-braucht-man-das-eigentlich-sowieso-Territorium" und bleiben mal bei "cooler Optik"), dann ist es tatsaechlich inzwischen so, dass die digitale Auflosung der optischen Aufloesung laengst weggelaufen ist.

Der Standard fuer den Pixelpitch fuer CMOS ist inzwischen so um die 3,5um bei APS-C und zunehmend auch im high-end Bereich bis Vollformat. Die derzeitigen Astrographen sind abseits der Achse nicht beugungsbegrenzt, sondern auch mit Korrektor i.d.R. aberrationsbegrenzt und bis auf wenige Ausnahmen sind die Zeiten des Undersamplings lange vorbei. Fast jeder der heute selbst mittelpreisig einkaufen geht - selbst fuer DS Fotografie - ist bis zum Abwinken im Oversampling.

Was Du da schreibst hiesse fuer den APQ dann das: Der ist abseits der Achse fuer die Sensoren von gestern.
Das will Ich fuer die Jungs da in Jena aber mal nicht hoffen, denn die Zukunft sieht anders aus.

Vielleicht kann man dir das mit einer kleinen Analogie klarmachen: Im High-End-Fotosektor erreichten die Sensoren vor 5-7 Jahren 40-60MP bei Vollformat, der Pitch pendelte sich bei 4-6um ein.
Das stagniert seit dem schon eine ganze Weile.
Und das stagniert da nicht deshalb, weil man keine komplexeren Sensoren mit hoeherer Pixeldichte bauen kann (schau mal auf dein Mobiltelefon...ist kein Problem), sondern weil die Optiken es nicht mehr ausreizen konnten und viel zu weit hinterherhinken.
Das ist digitale Leervergroesserung.

Dieses Phaenomen hat inzwischen seinen eigenen High-End Markt gegruendet:
Zeiss - fast schon mal beinahe komplett raus aus dem Markt - baut jetzt Otus und Milvus Objektive, die mit sehr komplexen (und asphaerischen) Optiken ueber das ganze Bildfeld eine MTF abliefert, die einen Sensor von 3-5um tatsaechlich adequat ausreizt. Da ist dann aber Schluss mit "wir updaten mal das gute alte Planar"...
DAS ist state-of-the-art.
DAS sollten die Herrschaften da in Jena - zumindest was den Aspekt Astrograph betrifft - mal nachvollziehen.

Was Du hier erzaehlst, ist das Planetarische Nebel, Emissionsnebel, oder grosse Galaxien keine Sahneaufloesung brauchen, weil (I) es fuer sowas keine Widefield-Kameras mit dem entsprechenden Pixelpitch gaebe die da was aufnehmen koennten, (II) es abseits der Achse sowiso nichts aufzunehmen gaebe, was sich lohnt, denn flaechenhelle Sachen haben keine Feinstrukturen.

Ersteres ist eine belegbar ueberholte Ansicht, denn selbst ein KAF16200 mit 6um Pixeln ist heute eben nicht mehr der Standard, Letzteres ist schon bei den oben genannten Obkjekten in einer solchen Verallgemeinerung Quatsch und faellt als Argument spaetestens dann komplett in sich zusammen, wenn man bedenkt, dass auch die lieben kleinen Sternlein als Punktquellen ueberall im Bild herumhaengen.

Mal mit der Zeit gehen Gerd: Die alten Saecke, die visuell am 6" Refraktor bei 400x nach Farbe suchen sterben entweder weg oder sind mit einem TOA bereits bestens bedient. Aber (mal in's Forum schauen) Leute denen langsam auffaellt, das es neben dem Farblaengsfehler auch noch Farbquerfehler und Astigmatismus gibt, den diese "alten" Designs eher maessig bedienen und dass deshalb Fotografen jetzt verstaerkt auch mal Apos zurueckgeben (zeigt zu viel Farbe, Sterne in den Ecken scheixxe), dass sollte auch dir aufgefallen sein.
Ein universeller Planetenapo kann ein passabler Astrograph sein, aber ein Spitzengeraet nach heutigen Massstaeben wird das nicht.

Ein 14" Planewave Delta-Rho 350 liefert (so die Spezifikation) 4.9 micron RMS on-axis, 6.2 micron RMS at 23 mm off-axis, and 7.6 micron RMS at 30 mm off-axis und ist mit einem State-of-the Art CMOS perfekt gesamplelt (weil fuer solche Sensoren designed), hat auch einen runden Meter Brennweite aber dann bei f/3. Ist aber zum Durchgucken nicht besonders gegeignet...wird aber durch diese (fuer dieses Teleskop nicht relevante) Notwendigkeit auch nicht optisch zurueckgehalten.
Und irgendwo da haengt heutzutage die Messlatte fuer High-End-Astrographen Gerd und eben nicht bei 6" F/8 (oder F/5.6 mit Korrektor) mit unbekannter Spot-Size im Feld, aber dafuer z.B. einer UV-Tauglichkeit von der keiner genau weiss, wofuer die gut ist.
Daher wie so oft lieber Gerd, let's agree to disagree... ;)
Mit freundlichem Gruss
 
Tja. Da kauft man sich einen Tak, aha, she! FSQ-85 und erhofft sich Dank vieler Linsen und "Hey, it's a Tak" ein tadelloses Bild, wäre da nicht @tommy_nawratil, der dann ins Regal greift und Dir mit gütigem Blick einen 1,01x-Flattener ans Herz legt.

Nicht mal der namhafte Take-a-Hashee-4-Linsen-Astrograph kommt mehr ohne "Brille" für die feinen Vollformat-Pixeln von heute aus. Erinner doch irgendwie an Hubble.

Die alten Saecke, die visuell am 6" Refraktor bei 400x nach Farbe suchen sterben entweder weg oder sind mit einem TOA bereits bestens bedient.
:ROFLMAO: Ja, Gott sei Dank verlagern sich Problematiken mit der Zeit und sorgen so für Abwechslung. Die Faustkeil-Industrie ist auch schon in die Jahre gekommen und das Stacken analoger 6 x 6 Negative in der Dunkelkammer ist etwas modifizierteren Verfahren gewichen. :coffee:

Daher wie so oft lieber Gerd, let's agree to disagree... ;)
Da bist Du eventuell in einer größeren, sehr guten Gemeinschaft stiller und weniger stiller Mitleser hier... :)
Auch wenn ich Gerd gönne, so zu bleiben, wie er ist. Noone can change that anyway.

lg
Niki
 
Hallo Niki,

da verdrehst du meine Aussagen aber ganz gehörig.
Ich habe schon mehrmals klipp und klar geschrieben.

Wobei man sich trotzdem fragen muss ob man ein derart fantastisches Level an Farbkorrektur vom UV bis in den IR Bereich überhaupt benötigt und es ein TOA der zumindest im sichtbaren Spektrum ja auch sehr farbrein ist nicht auch tut.

Nicht falsch verstehen, der TOA hat im Spektrum von etwa 410 bis 700nm eine hervorragende Farbkorrektur und zählt da zu den besten Optiken die es zu kaufen gibt.
Und ich denke auch das dieses Level an Farbkorrektur für unsere Bedürfnisse mehr als ausreichend ist.

Was soll also der Klamauk und was glaubst du denn was mein Wille sei?

Ich will eine faire von Vorurteilen und Polemik freie Beurteilung der Optik und da muss man nun mal neidlos anerkennen das der neue APQ das Beste Design hat das bisher verwirklicht wurde.
Das hat mit Verherrlichung nichts zu tun sondern das ist eine ganz sachliche und nüchterne zur Kenntnis Nahmen der Fakten.
Das ist auch vollkommen unabhängig davon ob man ein solches Level nun unbedingt braucht oder nicht.

Die Haltung scheiß egal brauch ich eh nicht die hier einige an den Tag legen und das rumreiten auf den Aufwand und Preis erinnert in der Tat an die Fabel vom Fuchs und den Trauben.
Was hier einige stört ist ja nicht die außergewöhnlich gute Farbkorrektur sondern nur der Preis.
Wäre der APQ gleich teuer oder gar preisgünstiger als der TOA wären die Ganzen an den Haaren herbeigezogenen Argumente gegen den APQ hinfällig.
Wer eine bessere Farbkorrektur zum gleichen oder gar einem günstigeren Preis bekommt würde ganz bestimmt nicht sagen ach nöö lass mal der TOA reicht mir, von der besseren Farbkorrektur des APQ merk ich doch eh nichts.
Der Wunsch nach einem Triplet mit schlechterer Farbkorrektur der hier geäußert wurde ist in Wahrheit ja nicht der Wunsch nach schlechterer Farbkorrektur sondern der Wusch nach einem günstigerem Preis.
Ich hätte es ehrlicher und vor allem fairer gefunden das so auch klar und deutlich so zu sagen anstatt mit Polemik und unsachlichen Argumenten den APQ schlecht zu reden nur weil er einem zu teurer ist.
Was ich hasse ist eine unfaire Bewertung und darum verteidige ich hier den APQ gegen unfaires relativieren seiner Leistung. Nicht um ihn in den Himmel zu heben.

Nun, wir warten jetzt einfach mal gespannt auf die ersten "um Welten besseren" Fotos dieser "um Welten besseren" und "um Welten teureren" Geräte ab 23.000,- aufwärts

Auch ein kurzer FH kann mit Schmalbandfilter genau so gute Aufnahmen passender Objekte machen wie ein TOA.
Ich habe ja schon öfter auf diese Möglichkeit hingewiesen.
Auch bei einem Farbkomposit mit verschiedenen Schmalbandfiltern kann ein kurzer FH beeindrucken und das Ergebnis ist nicht vom Ergebnis das mithilfe eines TOA mit gleichen Filtern gewonnen wurde zu unterscheiden.
Dennoch bin ich weit davon entfernt ob dieser Kenntnis zu behaupten das ein TOA unsinnig wäre und es ein kurzer FH mit entsprechendem Filter ja auch tut.

Nicht anders ist es beim TOA mit Luminanzfilter der etwa 400 bis 700nm durchlässt, also den Bereich wo der TOA gut ist.
Auch der neue APQ mit gleichem Luminanzfilter wird da nichts Anderes zeigen.
Ein APQ ohne Luminanzfilter aber schon.
Ich würde hier aber nicht den Begriff besser sondern lieber anders verwenden. Die Welt sieht im erweiterten Spektralbereich eben etwas anders aus.
Ob das nun einen spürbaren Unterschied macht wird sicherlich auch vom jeweiligen Objekt bzw. vom Spektrum in dem es leuchtet abhängen.
Ob einem das nun den Mehrpreis des neuen APQ wert ist das ist eben eine sehr individuelle Entscheidung.

Grüße Gerd
 
Mich würde interessieren, dass jemand, der einen APQ gekauft hat dann hier mal darüber berichtet... abseits aller Papierkurven, sondern live am Himmel mit Auge und Kamera. Wäre doch spannend. Da hätte ich dann gerne etwas gesehen, wo alle sagen: "Wow, das habe ich so noch nie gesehen".

Natürlich kann man den als Rolls-Royce ins Zimmer stellen und sich am Anblick erfreuen. Aber er soll doch auch verwendet werden, wofür er geboren wurde. Das fehlt mir hier. Zumindest der 150er ist erhältlich. Wer hat einen?

lg
Niki
 
Natürlich kann man den als Rolls-Royce ins Zimmer stellen und sich am Anblick erfreuen ...
Wer hat einen?
Wir hatten hier ja mal einen Thread, da ging es um die Frage: Welches ist der größte APO?

Und der Gewinner war ein Zeiss Apo Sonnar T* 1700 mm F4 lens

Photokina 2006: Carl Zeiss recently announced a totally unique 'monster lens', the built-to-order Zeiss Apo Sonnar T* 1700 mm F4 lens. Designed to be used with a Hasselblad 6x6 medium format camera this monster lens weighs in at 256 KG (564 lb) and uses unique methods for handling focusing (because of the weight of each glass element). This lens becomes the largest telephoto lens for non-military use anywhere in the world. The price hasn't been disclosed (although we've heard rumours) nor has the private owner, although some of the text on the lens is in Arabic and it carries a 'State of Qatar' emblem.

Never before has the world of photography seen such a lens. The ZEISS Apo Sonnar T* 4/1700 was developed by Carl Zeiss for a customer with very high demands and a special interest in long distance wildlife photography. To achieve the highest possible image quality, the customer decided on the Hasselblad 203FE 6x6cm medium format camera and ZEISS lenses as the best combination for his special needs.


Die Optik aus Jena dürfte wohl auf ähnliche Kunden abzielen ...
 
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