Da irrst du dich gewaltig.
Eine möglichst schnelle Öffnungszahl ist nicht der alles entscheidende Punkt und in den meisten Fällen in der digitalen Fotografie auch gar nicht wünschenswert.
Hier kommt es auf das optimale Sampling an und da gilt nicht je schneller desto besser sondern es gilt hier eine vernünftige und zum Objekt passende Wahl zu treffen.
Sonst verschenkt man unnötig Auflösung.
Nein Gerd.
Da bist Du (nicht als Beleidigung gemeint) leider schwer in der Vergangenheit stecken geblieben.
Laesst man den Aspekt Seeing mal beiseite (denn dann kaemen wir auch da schnell in's "wozu-braucht-man-das-eigentlich-sowieso-Territorium" und bleiben mal bei "cooler Optik"), dann ist es tatsaechlich inzwischen so, dass die digitale Auflosung der optischen Aufloesung laengst weggelaufen ist.
Der Standard fuer den Pixelpitch fuer CMOS ist inzwischen so um die 3,5um bei APS-C und zunehmend auch im high-end Bereich bis Vollformat. Die derzeitigen Astrographen sind abseits der Achse nicht beugungsbegrenzt, sondern auch mit Korrektor i.d.R. aberrationsbegrenzt und bis auf wenige Ausnahmen sind die Zeiten des Undersamplings lange vorbei. Fast jeder der heute selbst mittelpreisig einkaufen geht - selbst fuer DS Fotografie - ist bis zum Abwinken im Oversampling.
Was Du da schreibst hiesse fuer den APQ dann das: Der ist abseits der Achse fuer die Sensoren von gestern.
Das will Ich fuer die Jungs da in Jena aber mal nicht hoffen, denn die Zukunft sieht anders aus.
Vielleicht kann man dir das mit einer kleinen Analogie klarmachen: Im High-End-Fotosektor erreichten die Sensoren vor 5-7 Jahren 40-60MP bei Vollformat, der Pitch pendelte sich bei 4-6um ein.
Das stagniert seit dem schon eine ganze Weile.
Und das stagniert da nicht deshalb, weil man keine komplexeren Sensoren mit hoeherer Pixeldichte bauen kann (schau mal auf dein Mobiltelefon...ist kein Problem), sondern weil die Optiken es nicht mehr ausreizen konnten und viel zu weit hinterherhinken.
Das ist digitale Leervergroesserung.
Dieses Phaenomen hat inzwischen seinen eigenen High-End Markt gegruendet:
Zeiss - fast schon mal beinahe komplett raus aus dem Markt - baut jetzt Otus und Milvus Objektive, die mit sehr komplexen (und asphaerischen) Optiken ueber das ganze Bildfeld eine MTF abliefert, die einen Sensor von 3-5um tatsaechlich adequat ausreizt. Da ist dann aber Schluss mit "wir updaten mal das gute alte Planar"...
DAS ist state-of-the-art.
DAS sollten die Herrschaften da in Jena - zumindest was den Aspekt Astrograph betrifft - mal nachvollziehen.
Was Du hier erzaehlst, ist das Planetarische Nebel, Emissionsnebel, oder grosse Galaxien keine Sahneaufloesung brauchen, weil (I) es fuer sowas keine Widefield-Kameras mit dem entsprechenden Pixelpitch gaebe die da was aufnehmen koennten, (II) es abseits der Achse sowiso nichts aufzunehmen gaebe, was sich lohnt, denn flaechenhelle Sachen haben keine Feinstrukturen.
Ersteres ist eine belegbar ueberholte Ansicht, denn selbst ein KAF16200 mit 6um Pixeln ist heute eben nicht mehr der Standard, Letzteres ist schon bei den oben genannten Obkjekten in einer solchen Verallgemeinerung Quatsch und faellt als Argument spaetestens dann komplett in sich zusammen, wenn man bedenkt, dass auch die lieben kleinen Sternlein als Punktquellen ueberall im Bild herumhaengen.
Mal mit der Zeit gehen Gerd: Die alten Saecke, die visuell am 6" Refraktor bei 400x nach Farbe suchen sterben entweder weg oder sind mit einem TOA bereits bestens bedient. Aber (mal in's Forum schauen) Leute denen langsam auffaellt, das es neben dem Farblaengsfehler auch noch Farbquerfehler und Astigmatismus gibt, den diese "alten" Designs eher maessig bedienen und dass deshalb Fotografen jetzt verstaerkt auch mal Apos zurueckgeben (zeigt zu viel Farbe, Sterne in den Ecken scheixxe), dass sollte auch dir aufgefallen sein.
Ein universeller Planetenapo kann ein passabler Astrograph sein, aber ein Spitzengeraet nach heutigen Massstaeben wird das nicht.
Ein 14" Planewave Delta-Rho 350 liefert (so die Spezifikation) 4.9 micron RMS on-axis, 6.2 micron RMS at 23 mm off-axis, and 7.6 micron RMS at 30 mm off-axis und ist mit einem State-of-the Art CMOS perfekt gesamplelt (weil fuer solche Sensoren designed), hat auch einen runden Meter Brennweite aber dann bei f/3. Ist aber zum Durchgucken nicht besonders gegeignet...wird aber durch diese (fuer dieses Teleskop nicht relevante) Notwendigkeit auch nicht optisch zurueckgehalten.
Und irgendwo da haengt heutzutage die Messlatte fuer High-End-Astrographen Gerd und eben nicht bei 6" F/8 (oder F/5.6 mit Korrektor) mit unbekannter Spot-Size im Feld, aber dafuer z.B. einer UV-Tauglichkeit von der keiner genau weiss, wofuer die gut ist.
Daher wie so oft lieber Gerd, let's agree to disagree...

Mit freundlichem Gruss