Hallo!
Man hört in letzter Zeit häufiger Zweifel an der Höhe der Inflationsratenangabe, wie wir sie aus den Nachrichten kennen. Die Berechnung ist auch durchaus nicht so einfach und dann auch noch sicher zu stellen, dass die angegebene Rate mit der vorherigen auch vergleichbar ist, ist in einer Zeit, in der sich alles so schnell ändert bestimmt eine echte Herausforderung.
Wie man ja weiß ist die Grundlage der Berechnung ein standardisierter Warenkorb in den das Statistische Bundesamt eine Reihe von Produkten legt, die für den Bevölkerungsdurchschnitt als bedeutsam angenommen werden. Dabei werden die Waren und Dienstleistungen in Kategorien eingeteilt, die dann nochmals nach ihrer angenommenen Wichtigkeit gewichtet werden. Manche Einzelpreise oder Kategorien stechen da schon mal heraus, während man andere, die preisstabil geblieben sind, gar nicht so wahr nimmt - oder umgekehrt. Über diese Zusammensetzung kann man natürlich trefflich streiten. Wer Photovoltaik und Erdwärme nutzt, wird von den Energiepreisen nicht so sehr getroffen. Wer auf dem Lande lebt und täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren muss, dem geht die Gewichtung des Kraftstoffpreises nicht weit genug um seine Lebenswirklichkeit abzubilden.
Man kann sich den Warenkorb in seiner Zusammensetzung und der aktuellen Bewertung im
Preis-Kaleidoskop des Statistischen Bundesamtes ansehen und findet dort auch weiterführende Informationen. Vielleicht möchte der eine oder andere aber die Sache doch einmal selbst nachlesen, bevor man sich hier einer Verschwörungstheorie anschließt.
Den Astromarkt empfand ich schon immer als besonders unberechenbar. Ich habe das immer darauf geschoben, dass die Hersteller nur relativ geringe Mengen absetzen können. Der Markt ist eher klein und hat man in diesem Jahr noch eine günstige Quelle für spezielle Materialien oder Teilprodukte gefunden, kann das im nächsten Jahr schon ganz anders aussehen. Große Industrien wie der Fahrzeugbau können diesen Umstände viel leichter kontrollieren.
Wenn die Welt also verrückt spielt, dann drehen die Astro-Preise umgehend mit durch. Und derzeit einen einzigen Schuldigen dafür verantwortlich machen zu wollen ist doch unmöglich. Rohstoff-, Transport- und Energiepreise spielen doch mindestens durch Pandemie und Krieg verrückt. Da muss man nun durch und im Extremfall eben ein Vielfaches eines historischen Preises zahlen, wenn man denn nun gar nicht drauf verzichten kann.
Und dass die Gebrauchtwarenpreise dem dann folgen ist doch auch klar. Hochwertige Astro-Produkte (wie Okulare) werden mit der Zeit kaum schlechter und wenn der Neupreis dann so heftig steigt, dann steigen auch sie im Wert, weil es den Nachfragern ja fast egal ist, ob sie Neu- oder Gebrauchtwaren bekommen. Dabei ist keiner der Marktteilnehmer ja irgendwie böse oder niederträchtig. Man muss das einfach etwas nüchterner sehen, finde ich.
Gruß
Sebastian