Canon IS Gläser

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Hallo Rolf,

ich denke das ist sehr schwierig, auch weil extrem subjektiv.
Beim Vergleich von Kameraobjektiven hat man es da einfacher, man fotografiert Blendenreihen eines Testbildes mit verschiedenen Objektiven, dann kann man die Bilder bis ins letzte Detail vergleichen.

Beim Fernglas geht das nicht, es ist ein Livebild und zur optischen Qualität alleine kommen Faktoren wie Augenabstand, Einblickverhalten und andere subjektive Komponenten.
Meine Erfahrung ist, man kann das kaum von einer auf die andere Person übertragen - wie übrigens auch bei Okularen.
Wenn man allerdings jemanden kennt, der 2-3 Ferngläser ähnlich oder gleich empfindet wie man selbst, kann man sich auch einigermaßen auf seine Aussage zu einem anderen Fernglas verlassen.

Hier hat auch jeder andere Prioritäten.
Ich z.B. brauche große, möglichst randscharfe Eigengesichtfelder.
Andere sind mit einem kleinen, dafür aber wirklich knackscharfen Mittelbereich zufrieden.

Dazu kommt noch die "Bildanmutung"
Der eine bevorzugt das kalte, eher bläuliche Bild, der andere das warme, leicht gelbliche Bild.

Ja, das 10x42 ist optisch besser als das 15x50, aber was nützt mir das, wenn ich mit 15x mehr sehe?
Und es bedeutet ja nicht, dass die optische Qualität des 15x50 schlecht ist, sie ist halt nur nicht ganz auf dem Niveau des 10x42.
Schaut man durch ein Swaro Pure ist das optisch nochmal besser, dummerweise wackelt halt alles :)

Ich bin mit der optischen Qualität der Canons zufrieden, ich habe mich ja schonmal vom 10x42 getrennt, obwohl es optisch besser ist.
Das Zeiss ist nicht so randscharf wie die Canons und ich bin wirklich ein Randschärfefanatiker.
Dafür hat mich gleich der erste Blick durchs Zeiss wegen der Bildanmutung komplett umgehauen und der minimal unscharfe Rand ist mir dabei egal.

Das Komplettpaket muss stimmen.
Leider leider hilft nur selbst durchschauen und entscheiden, was zu einem selbst am besten passt.

Grüße Jochen
 
Hi Rolf,

ich kann nicht viel sagen außer das ich das BN 10x50 einige Jahre hatte und danach mir das 10x42 Noctovid gekauft habe.

Für meine Augen betone ich, haben die Leica ´s einen schon fast extremen Farbkontrast der nicht zu schlagen ist und Farben die schöner sind als sie in natura aussehen.
Ferner empfinde ich eine Plastizität der beobachtbaren Objekte des Bildes (vielleicht Tiefenschärfe?) die mir bislang kein Swarovski /Zeiss Glas geboten haben.
Das Noctovid ist auch extremst Scharf im Bereich der optischen Achse.

Wieso habe ich das Noctovid abgegeben und mir ein neues 10x42 Canon gekauft?

Das Noctovid beginnt ab ca 30% des Gesichtsfeldes zum Rand immer stärker zu verzeichnen /verzerren und noch vor dem Rand werden
relativ starke Farbsäume sichtbar.
Das Leica Noctovid ist ein absolutes Highend Glas, leider nur mit den beschriebenen Fehlern.
Die Swaros stellen Farben ins bläuliche also eher kühl dar , für meinen Geschmack nicht mehr ganz natürlich und auch weit entfernt von
schönen Farben wie das Noctovid.

Das Canon macht diese Schweinereien nur im geringen Maße also absolut vertretbar.
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Persönlich habe ich ja außer dem 10x42 auch das 18x50 Canon. Und ja, das 18x50 ist in der optischen Qualität, was die Schärfe anbelangt nicht
ganz auf der Höhe des 10x42. Wenn ich Sterne beobachte tuen sich beide Gläser nicht so viel, weil sie m E Asti haben was PinPoint Abbildungen
von helleren Sternen verhindert (liegt aber auch etwas an meinem Jetstream der über unser Haus entlang zieht, vielleicht im Gebirge nicht so auffällig).

Aber im Garten Blüten und dünne Stengel oder sonst was kann das 10x42 extrem scharf wie ich meine und das 18x50 ist nur wenig dahinter.
Also Einzelobjekte sind nur wenig aber sie sind etwas weniger klar und weniger scharf.
Aber an der Schärfe des 18x50 würde ich gar nichts bemängeln können wenn ich durchsehe für Objekte im Nahbereich, hätte ich das 10x42 nicht im Vergleich
dazu sofort zur Hand. Dann würde es gar nicht auffallen. Aber so oder so ein 18x50 ist nicht in der Liga/Qualität z B eines Noctovid oder Swaro EL / NL Pure
das weißt Du ja selber. Ein 10x42 Canon reicht aber daran an diese Liga meines Erachtens.

Wie ich schon mal sagte es gibt für mich nicht das eine Glas das alles kann/bzw keine optischen Fehler hat hier ist das eine besser,
da das andere. Und das 10x42 von Canon kann alles fast auf Highend Niveau ohne die Farben ins bläuliche tendieren zu lassen oder am Rand zu starke
Farbsäume und Verzerrungen einzuführen. Hat aber nicht den totalen Farbkontrast des Leica und die Auflösung des Leica und des Swaro EL/ NL Pure oder das Feld desselben (69 Grad).
Immer Voraussetzung für keine Farbsäume und Schärfe beim Canon, wenn der Stabi an ist => starke Batterien/Akkus !
Man kann es nicht oft genug sagen, oder eben Stabi auslassen geht auch.

Das 18x50 habe ich für deutlich mehr Details am Mond zu sehen, mehr feine schwache Sterne erblicken als mit dem 10x42.
Vom Orionnebel und Konsorten deutlich mehr zu sehen als mit dem 10 Fach.

Hatte früher auch mal ein 12x50 von Leica ausprobiert im Vergleich zu 10x50. Die Vergrößerung um 20% hatte mir damals gar nichts gebracht.
Also wenn würde ich persönlich schon auf deutlich mehr Vergrößerung gehen, aber nur mein persönliches Empfinden.

Von 10 auf 15 Fach ist schon ein schöner merkbarer Sprung natürlich. Aber 18 Fach außer natürlich 20 Fach was ja noch darüber geht
wäre für mich ein noch besserer Sprung, => wenn gleich zum maximal möglichen.

Schaue mir gern den Mond an, da ist Vergrößerung um 10 Fach einfach ineffektiv. Mit 18 Fach oder 36 Fach sieht man einfach mehr
Mondkrater. Aber der eine oder andere möchte auch maximales Feld, dass verstehe ich ja. Das 15x50 hat 4,5 Grad FOV und das 18x50 nur 3,7 Grad.

Am besten man würde sich alle Ferngläser kaufen die man interessant findet, aber dafür reicht leider mein Geld nicht.

VG. Michael
 
Ich sehe im Nachhinein erst eure letzten beiden Beiträge und kann dem beipflichten.

Zum Vergleich den ich gemacht hatte:

Für mich sind das Fujinon und das Canon zu unterschiedlich. Das Gesichtsfeld deutlich enger, die Vergrößerung höher. Das Stabi-System völlig anders.

Grundsätzlich hat das Fujinon die bessere Sternabbildung. Aber was nützt es wenn man eher sucht als schaut. Wenn man sich mehrere Gläser hinstellt macht es aber wieder Sinn.

Das Fujinon habe ich auch als farbneutraler empfunden als das "warme" Canon.

Aber ich bin da weiß Gott kein Experte.... dafür habe ich durch zu wenige Gläser geschaut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Miteinander,
ich hatte mal ein 15x50 is und fand es sehr gut zum Beobachten aus einem Liegestuhl, es waren zumindest alle Messierobjekte sichtbar. Ich verkaufte es damals
zugunsten eines 20x100 Miyauchi. Die Abbildung des Canon war vorbehaltlos perfekt und ich kann es nur weiterempfehlen. Derzeit besitze ich ein 10x30 is welches
ich gerne beim Beobachten dabei habe und immer wieder mal verwende., es ist sehr leicht man erkennt erstaunlich viel damit und das Bild hat auch die
von Canon gewohnte Qualität. Da die Stabilisierungstaste jedoch ständig gedrückt gehalten werden muss habe ich hier einen Schalter aus einer alten Taschenlampe
modifiziert und eingebaut , jetzt ist das Glas perfekt jedoch schon eher für die Tagesbeobachtung geeignet.
Grüße Christian
 
Hast du eine Quelle für diese Info? Letztlich macht es für mich aber auch keinen Unterschied. Da sie fest verbaut sind wäre ein Kratzer ein Kratzer.

Ich habe gerade einfach mal den Laser draufgehalten und es sieht tatsächlich so aus! Etwa 1 cm hinter dem planen Frontglas sitzt die Frontlinse. Das Foto ist nix geworden fürchte ich aber man kann es mit dem Laser eindeutig sehen, dass das vordere Glas eine konstante Dicke hat während das "hintere" eine Linse ist.

Jetzt verstehe ich das Design wirklich überhaupt nicht mehr!? Wenn man den Bauraum eh beansprucht.. wozu dann ein Planglas. Ich bin echt ratlos....!? Die Augenmuscheln, die Mini-Batteriekappe,.. verrückt. Was das angeht ist das Fujinon TS-X 1440 dagegen deutlich ausgeklügelter... aber das ist komplett offtopic.
Für diese Info brauch' ich keine 'Quelle' oder Laser, das sieht man mit bloßem Auge, dass das Planglas ist, und dass sich die Objektive im Inneren beim Fokussieren verschieben. Ob das mit dem Planglas dem reinen Schutzgedanken geschuldet ist (und selbst dann muss es ja extrem gut sein, plan eben), oder ob es nicht doch eine wenn auch geringe optische Wirkung zeigt, welche im Gesamtdesign eingerchnet ist, musst du die Canon-Optiker fragen. Schließlich ist das Design ja schon bald achtzehn Jahre alt. Dass sich vmtl. die Vergütung geändert haben könnte, davon gehe ich mal aus - aber selbst die Premiumhersteller machen dass ja wären des Produktionszeitraumes, ohne davon groß kund zu tun. Die Augenmuscheln sind übrigens sehr weich, und das Batteriefach macht genau das was es tun soll - wozu sollte die Kappe größer sein? Wenn das 1440 deutlich besser ist, nimm das - Mitzieher sind damit jedenfalls nicht möglich, aber am Sternenhimmel mit besserer Stabilisierung, dafür wieder mit deutlich weniger Feld und merklich schwerer.

csm
 
Hi Manne,

alles Gut. Ich habe mich ja bewusst für das Canon entschieden und weshalb - das habe ich auch kund getan.

Konkret die Frage zum Batteriefach: die Klappe ist klein und geht nur friemelich auf. Dann schaut man auch gleich in die Innereien. Es ist wie du sagst ein paar Jahre alt. Das neuere Fujinon hat das Batteriefach quasi extern. Wenn da was schief geht dann liegen da erstmal nur die Kontakte frei. Das ist prinzipiell ein besseres Design in Bezug auf Dichtigkeit und potentielle Fehlerquellen. Hat den Nachteil, dass das ganze Gerät noch klobiger wird.

Gut. Für mich ist das Canon 1a - dennoch darf ich mich bei manchen Design-Entscheiden fragen was das Trade-off gewesen sein muss um zu diesem Resultat zu kommen.

Auch die Augenmuscheln: Ja weich aber sehr groß. Bei meiner Nase geht es gerade noch gut. Wozu ausfahren wenn ich das Feld nur im eingefahrenen Zustand sehen kann? Dann reichen auch simple (leichtere, dünnere) Silikon-Augenmuscheln.

Aber bringt alles nix. Sind meine persönlichen Fragen an mich selbst. Ich liebe das Glas so wie es zu haben ist ;-)

Viele Grüße
Alexis
 
Die Klappe geht nur 'pfriemelig' auf, weil das so gewollt ist, dass es lediglich mit Münze etc. geöffnet werden hat. Da sie zudem unter Druck steht, ist sie im Betrieb nahezu unmöglich versehentlich zu öffnen. Sie ist bündig mit dem Gehäuse, also auch kein Hängenbleiben. Ich finde sie völlig ausreichend, und wollte da auch kein Zusatzgehäuse dran haben. Da sie auch gedichtet ist (die Dichtung hält übrigens seit min.2009), mache ich mir auch keine Sorgen um einen Eindringen in's Innenleben. Die Augenmuscheln (also die Silikonüberzüge) sind weil abziehbar nicht nur weich, sondern auch sehr dünn. Dass sie stufenlos ausfahrbar sind, ist doch so gewollt, denn der AP-Abstand ist zugegeben recht klein (16mm) - da muss bei Brille eben eingefahren werden.

csm
 
… das sieht man mit bloßem Auge, dass das Planglas ist, und dass sich die Objektive im Inneren beim Fokussieren verschieben. Ob das mit dem Planglas dem reinen Schutzgedanken geschuldet ist …
Die 50er sind ja „Allwetter“, das 42er sogar wasserdicht - ich denke auch, es ist einfach ein Schutzglas, ordentlich vergütet.
Ich hatte viele Jahre das 15x50, allerdings vor einiger Zeit verkauft, weil es mir einfach zu schwer wurde. Die Qualität war klasse, das Gummi bei meinem Exemplar immer noch frisch, wurde auch sehr gut behandelt, d.h. mit trockenen, nicht eingecremten Händen benutzt.
 
So, hab jetzt das 42x10 bestellt und schau mir es mal in Ruhe an und entscheide dann, ob ich das BN 50 dagegen austausche. Es dürfte gebraucht auch noch etwas bringen.
Gruß Rolf
 
Zuletzt bearbeitet:
Apropos 18 Jahre altes altbackenes Design...ist natürlich Ansichtssache, aber mir gefällt das 10x42 auch äusserlich sehr gut..gibt wesentlich unansehnlichere Designs in der Fernglaswelt..Gruß Olaf
 
Hat das 15x50 denn auch Plangläser vor den Objektivlinsen?

.....
Hallo Jochen,
ja das hat es. Anders als z.B. bei dem 12x36 IS III sind hier abgedichtete Plangläser verbaut. Man erkennt das ganz gut, wenn man durch das Objektiv schaut und gleichzeitig fokussiert. Auch ein Grund, warum mit "All Weather" beworben.
Ein anderes Thema war die Haltbarkeit der von mir halbseitig umgeklappten Augenmuscheln. Ich hatte das vor 7 oder 8 Jahren gemacht (und das damals auch veröffentlicht). Ich nutzte das Glas immer noch sehr häufig an der See und für Astrobeobachtungen. Zu meiner Freude sind die geknickten Kanten der Augenmuscheln immer noch weich und nicht brüchig.
(aktuelles Foto)
IMG_7669.jpg

Für alle anderen "IS-Geschädigten" ;) noch ein paar alte (für manch einen evtl. neue) Tips zum 15x50:

Da ich das Glas nicht wie Jochen ungeschützt in einen Rucksack lege, ist mir ein Okular- und Obkektivschutz wichtig. Als Okularkappe verwende ich eine von Optolyth (ca. 8€), die mit dem eingestellten Augenabstand von 68mm gut anliegend passt.
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Als OIII- und UHC-S Filter verwende ich aus Preisgründen die Baader 1,25" Varianten. Denn die Gewinde passen prima in die Vertiefung der Okulargummierung und sitzen bei meinem Glas auch fest. Es lohnt sich aber die Filter mit der niedrigen Fassungshöhe zu verwenden. Ich bin Träger einer Gleitsichtbrille, beobachte aber am Mikroskop und in der Astronomie immer ohne Brille.
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Um Objektivfilter oder Objektivkappen einzusetzen ist ein 58-auf-52 mm Adapterring vorteilhaft. Er beschränkt auch nicht den 50 mm Objektivdurchmesser.
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Darin schraube ich 52 mm-Fassungen mit ICS-Sonnenfilterfolie oder für die kontrastreichere Beobachtungen an der See 2" Orangefilter ein. Alle möglichen 2"-Filter wären über einen 52-auf-48 mm Adapterring denkbar.
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Als Objektivschutz nun was Praktisches: Zwei 52 mm Fotokappen werden, über zwei Schnüre, mit einem Gummistopfen im Stativgewinde befestigt. Der Stopfen sitzt fest, kann aber bei Verwendung eines Stativs gut herausgezogen werden.
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Damit die Kappen während der Beobachtung nicht aneinanderschlagen, habe ich auf der Innenseite schwache Neodymmagnete eingeklebt ....
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.... füge beide zusammen und verfrachte sie durch das Gurtband in die Okularschutzkappe. Hier klappert dann nichts mehr und das "Gebamsel" stört auch nicht bei der Beobachtung. Eine Filtertasche hängt ebenfalls am Gurtband. Aber ganz oben ...
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Viele Grüße
Frank
 
Hier noch ein Beispiel für die Filtermontage am Canon 12x36 IS III.
Ich habe leere 52 mm-Filterfassungen auf die Gummierung geklebt. Daran lassen sich jetzt meine bereits genannten Filter, UV-Schutzfilter oder auch die Abdeckkappen anbringen.
VG Frank
IMG_7678.JPG
 
Hallo Frank, ich habe zwar bereits das 10x42L bestellt, kommt übrigens Mitte nächster Woche :) trotzdem interessieren mich auch Erfahrungen von Nutzern anderer Canon Gläser, in Deinem Fall also das 12x36 is lll , bist Du insgeamt zufrieden mit dem Glas ? Was gefällt besonders und was weniger ? Vielen Dank und beste Grüße Olaf
 
Hallo Olaf,
eigentlich stelle ich bei diesen stab. Gläsern oder ähnlichen Sondergläsern den Hauptgrund der Anschaffung ganz vorne an und kann so mit kleinen Nachteilen gut leben. Somit hat ein jedes Glas, welches meine Anforderungen erfüllt seine Berechtigung und ich tue mich schwer damit, dieses Glas zu kritisieren wenn es andere Anforderungen nicht liefern kann. Die Bandbreite der meinen Vorstellungen entsprechenden eierlegenden Wollmilchsau ist einfach zu groß.

Ich nutze z.B. das Papilio 6,5x21 sehr gerne für die Suche nach kleinen Mineralien in der Wand auf sehr kurze Distanz. Sucht man normalerweise Hauyn am Laacher See vergeblich, zeigt das Papilio in 50 cm Abstand eine immense Anzahl dieses Minerals. Natürlich sind sie winzig, aber sehr häufig konnte ich durch den Fund die Spitze eines wesentlich größeren Minerals ausmachen.
Dieser hier ist ein gutes Beispiel dafür: Nur die oberste Spitze war im Pap. zu sehen. Mit bloßem Auge dagegen nichts ...
Hauyn.jpg
Was sollte ich nun am Papilio kritisieren? Der fehlende Schutz gegen Wasser, die geringe Vergrößerung (das 8-fache hat eine geringere Tiefenschärfe), die Größe gegenüber einem Kompaktglas mit ähnlichen opt. Parametern?

Ich kenne einige stab. Ferngläser und konnte sie auch ausgiebig testen. Bleiben wir aber beim 12x36 IS III :
Ich zähle jetzt einmal die Nachteile auf, die in keiner Weise meine Kaufentscheidung beeinflussen konnten:
Ungepolsterte Transporttasche, billige Okularabdeckung, fehlender Spritzwasserschutz (gerade bei verfahrbaren Objektivlinsen sollte ein Planglas vorgeschaltet werden), nicht vorhandene Filtergewinde, Batteriebetrieb, Stabiknopf muss stängig gedrückt werden, kleines Gesichtsfeld, Gewicht und Größe für ein Glas mit 36 mm Objektivdurchmesser, anfällig gegen Sturz - im eingeschalteten Zustand gegen Schlag, bei Ausfall der verbauten Teile für mich Totalausfall, wohl sehr schlechter Kundenservice (noch keine Erfahrung), nicht stufenlos verstellbare Augenmuscheln, geringe Unschärfe während der ersten 20 Beobachtungssekunden, Naheinstellgrenze.
Würdest Du dieses Glas kaufen wollen?

Was mir dagegen gefällt:
Die Bildqualität, der große Augenabstand und das exakte Fokussierrad. Ende!
Ach ja, dann noch die Stabilisierung .... aber die Vorzügen waren ja bekannt. ..... Nein, die kannte ich nicht richtig!
Den Daniel in Nördlingen bestiegen und die Ries-Geotope abgesucht, auf den Borkumer Leuchtturm geklettert und die Umgebung abgegrast. Mein Puls, mein Atem haben es für einen längeren Zeitraum nicht möglich gemacht, auch nur mit dem 6,5-fachen Papilio etwas klar zu erkennen. Das 12x36 schwankte zwar, aber alles war scharf zu sehen. Nein, Stative mag ich bei solchen, häufig spontanen Aktionen nicht mitnehmen.
Dann: Man beobachtet eine Baumgruppe mit 12-facher Vergrößerung bei leichtem Wind. Die Blätter bewegen sich mäßig hin und her. Die Wahrscheinlichkeit, ein Tier anhand einer unregelmäßigen Bewegung im Geäst zu entdecken ist stabilisiert um ein vielfaches höher. Nicht stabilisiert wird jede dieser Bewegungen durch Tremor, Puls, Atem und uninteressante Veränderungen im Gesichtsfeld unterdrückt.
Noch etwas: Wenn ich z.B. einen schwachen Kometen ohne Stativ mit dem Fernglas suche, verwende ich meine Aufmerksamkeit zu einem großen Teil auf die ruhige Haltung des Glases; nach einiger Zeit rufen meine Arme dazu noch nach einer Erholungsphase. Die Erholung brauche ich zwar auch bei dem schwereren 15x50, aber die Stabilisierung besorgt mir bis zu diesem Zeitpunkt ein angenehmes Bild bei voller Konzentration auf das Objekt.
Würdest Du dieses Glas jetzt kaufen wollen?

Ich wünsche Dir viel Freude an ... und mit Deinem 12x42 .:)

Herzliche Grüße
Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Frank, dein Bericht über das 12x36 interessierte mich deswegen weil ich dieses Glas neben dem 10x42 ebenfalls auf dem Kaufbildschirm hatte..würde ich es jetzt kaufen ? Ich denke schon, gäbe es nicht das 10x42, das 15x50 oder das 18x50...ich denke ein Fehlgriff wäre auch dieses Glas mit Sicherheit nicht...kostet ja ausserdem nur etwa die Hälfte..
Apropos ruhige Hand am Sternenhimmel..mir machen astronomische Beobachtungen mit einem Fernglas freihändig ohne Stativ oder unstabilisiert überhaupt keinen Spass..und sei es nur mit einem 6fach Glas..das Zittern ist unweigerlich vorhanden und die Detailwahrnehmung geht rapide in den Keller..ist auch verdammt anstrengend finde ich..auch deswegen freue ich mich auf das Canon..ich mag übrigens auch nicht gerne Stative mit mir rumschleppen..danke für Deinen Beitrag :) ein schönes Wochenende wünscht Dir Olaf
 
Hallo Olaf,

gestern wurde mir mal wieder klar, welche Vorteile ein bildstabilisiertes Glas am Himmel hat. Gegen 23:30 Uhr schaute ich mir mir spontan die Begegnung von Panstarrs mit M10 an. So spontan, dass ich nur das kleine Nikon 8x30EII parat hatte (übrigens ein richtig feines Glas). 8x aus der Hand sind schon sehr grenzwertig. Das Zittern macht - trotz der scheinbar niedrigen Vergrößerung - das Erkennen von Details unmöglich und somit fehlt mir der Sinn und der Spaß an der Beobachtung. Ich weiß nicht, wie ich Jahre ohne Stabilisierung beobachten konnte…

Irgendwann möchtest du aber mehr und mit Genuss auf bequeme Art und Weise in die Tiefen des Alls eindringen. Somit wird der nächste Schritt sicherlich ein Großfernglas auf einem Stativ werden. Genauso wie ich nicht mehr unstabilisiert beobachte, habe ich mit dem einäugigen Beobachten abgeschlossen. Lediglich für ganz seltene Planetenbeobachtungen kommt der Dobson noch vor die Tür.

Gruß

Marco
 
Hi Rolf,

sehr schwache Sterne sieht man beim zittern einfach nicht z B 10x50 Glas, da sie verschwimmen und daher nicht als Stern wahrgenommen werden können.
Sehr schwache Sterne verschwimmen dann mit dem dunklen Himmelshintergrund, wohlgemerkt die sehr schwachen Sterne davon ist die Rede.
In einem 10x42 is sind die dann wieder sichtbar, weil das Bild ruhig steht und auch schwache Sterne sichtbar werden, weil sie nicht mit dem Himmelshinter-
Grund verschmieren durch Zitterbewegungen sondern ruhig dastehen und dadurch zu sehen sind.

VG. Michael
 
Ich hab auch das gefunden. Wirklich spektakulär.
Ja nur wenn Du live durchschaust und nicht über Kamera, sieht das Bild mit dem 10x42 klarer und die Pflanzen Stengel so scharf wie ausgestochen aus.
Und ich übertreibe nicht.

Michael
 
Ja nur wenn Du live durchschaust und nicht über Kamera, sieht das Bild mit dem 10x42 klarer und die Pflanzen Stengel so scharf wie ausgestochen aus.
Und ich übertreibe nicht.

Michael
Man sollte das nicht mit Videos beurteilen - das Canon gleicht m.W. etwa 1,5° Neigungswinkel aus. Damit ist es nicht mit den 14x Fujinon (5°) oder auch nicht mit dem Booster der neueren 32er Canons vergleichbar. Dafür ist das Glas super zum Mitziehen geeignet, was weder mit den Fujis noch mit der Boosterstufe geht (mit dem normalen Stabi der 32er geht das natürlich). Man sollte also vorher seinen Tremor abschätzen können - dann ist es ein Supertagglas. Nachts ist man bei feinen Sternchen natürlich empfindlicher, da würde ich es nicht unbedingt einsetzen wollen resp. gäbe es andere Möglichkeiten.

csm
 
Hey Leute was für super Kommentare und Links :y: ich freue mich jetzt riesig auf mein neues Glas..haben die einschraubbaren UV Filter eigentlich Einfluss auf die Abbildung ? Wenn auch nur minimal ? Ich habe sowas noch nie verwendet..Gruß Olaf
 
Damit man von der Stabilisierung keine falschen Vorstellungen bekommt, noch ein kleiner Nachtrag. Die Stabilisierung ist nicht mit der eines Glases auf einem Stativ zu vergleichen, die Sterne sind nicht „einbetoniert„. Je nach Halte- bzw. Beobachtungsposition ist schon noch ein leichtes Zittern wahrzunehmen. Mir persönlich fällt dies immer auf, wenn ich stehend in Zenitnähe beobachte. Die unnatürlich überstreckte Haltung führt unweigerlich zu einer Bildunruhe, die von der Stabilisierung des Glases nicht ganz ausgeglichen werden kann. Wir reden aber hier wirklich von Luxusproblemen.

Wie Michael schon schrieb, ist die Detailwahrnehmung gegenüber einem unstabilisiertem Glas extremst gesteigert. Schwächere Kleinplaneten und Sterne sind wunderbar zu erkennen und zu halten.
 
Hallo Marco, so wie Du die Stabilisierung beschreibst stelle ich mir das auch vor...einbetoniert ist natürlich übertrieben..ich denke nicht das ich falsche oder zu hohe Erwartungen habe..Grüße Olaf
 
Mir persönlich fällt dies immer auf, wenn ich stehend in Zenitnähe beobachte. Die unnatürlich überstreckte Haltung führt unweigerlich zu einer Bildunruhe, die von der Stabilisierung des Glases nicht ganz ausgeglichen werden kann.
So hoch stehend beobachten ergibt für mich grundsätzlich wegen der Genickstarre keinen Sinn. Auf dem Rücken liegend ok, und da scheint die Stabilisierung Wunder zu vollbringen.
 
Auf dem Stativ gibt es aber (wie ich in CN geschrieben habe) Bewegung sobald man die Augen anlegt. Da ist die Stabilisierung
unabhängig von meinem Gesicht im Raum. Das IS stabilisiert in Kontakt mit meinem Gesicht. Dafür aber kein Beton sondern eher ein niederfrquentes "Schwimmen". Ich finde es genial.

Mit dem aktuellen Fujinon TS-X kann man übrigens problemlos schwenken (siehe CN). Und seine Stabilisierung ist wahrlich etwas für die Beobachtung aus sich bewegenden Fahrzeugen. Das ist einfach unfassbar gut. Ein anderes Glas mit anderen Features.
 
Hallo Mitstreiter,

den Unterschied zur Stabilisierung nimmt man besonders wahr, wenn man unstabilisiert langsam schwenkt und dann die Stabilisierung einscheltet. Dann sieht man was sich tatsächlich bewegt und was sich durch Zittern bewegt hat. Im Urlaub hatte ich den Gegenhang „abgeglast“ und dann die Stabilisierung eingeschaltet. Erst jetzt konnte ich die Hirsche sehen, die vorher im Gewackel untergegangen sind. Die bewegten sich nämlich immer noch, während der Rest der Landschaft stillstand. Das Canon 10x42 ist schon ein feines Glas. Meine Armierung wird allerdings klebrig. Es lagerte lange Zeit in einer Schublade (Ikea). Die Ausgasungen sind der Haltbarkeit leider nicht förderlich.

CS Jochen
 
Moin,

mit einem my Talkumpuder kannst Du es "entkleben".

CS Jörg
 
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