Was ist euer Lieblingsfernglas mit WOV Effekt ?

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Das APM 10x50 ED APO ist für mich das Lieblingsfernglas. Ich bin immer wieder erstaunt darüber wie angenehm man von der Ergonomie und dem Einblick damit in die Sterne gucken kann und wie viel das Glas am Himmel zeigt.
Seit ich das APM 20x100 besitze ist es interessant zu vergleichen was die Verdopplung von Vergrößerung und Öffnung so bringt beim beobachten und das ist eine ganze Menge...
 
Unter dem Nachthimmel ist das WOW Fernglas für mich das DOCTER Porro 8x56.
Jiri, ich bin Deiner Empfehlung zum Docter vor einigen Jahren gefolgt und habe es nicht bereut. Ich hatte auf Anhieb damit mehrere Sichtungen galaktischer Nebel die jenseits meiner damaligen Erfahrungen lagen und meine Beobachtungstätigkeit in eine neue Richtung lenkten. Das erfüllt meine Wow-Kriterien.

Erst vorgestern habe ich es gegen ein Zeiss Victory SF 8x42 am Nachthimmel verglichen. Ich wollte entscheiden, welches von beiden ich verkaufe und welches bleibt. Das Docter 8x56B ging wesentlich tiefer in Sternfeldern, d.h. die Grenzgröße war wesentlich höher als mit dem Zeiss. Das obwohl die Grenzgröße mit blossem Auge ca. 5m0 war, also ein aufgehellter Himmel, unter welchem die 7mm Austrittspupille des Docter nicht zum Tragen kommen. Ich konnte es zuerst nicht glauben und wiederholte die Vergleiche über eine Stunde hinweg, stets lag das Docter deutlich vorne. Bedenkt man, dass das Zeiss SF das beste 8x42 sein dürfte, das Zeiss je gebaut hat, ist auch dieses Vergleichsergebnis erstaunlich und ziemlich wow.

Allerdings finde ich alle meine Ferngläser wow, jedes auf seiner Weise. Gestern war das 53 Jahre alte Leitz Trinovid 6x42 dran und machte derart Freude mit seiner Ergonomie, seinem angenehmen Verlauf des Schärfefeldes und seinem 12° Gesichtsfeld, dass ich ihm nun Frontfilterhalter spendieren werde und mich darauf freue, die hellsten und größten galaktischen Nebel mit viel Himmel drumherum zu geniessen.

Christopher
 
Hallo Christopher,

ich fühle mich glücklich, dass Du meiner Empfehlung folgtest.

Liebe Grüße,
Jiri
 
ich habe ein "lieblings-NEGATIV-fernglas", bei dem mir - wow! - die spucke angesichts der nobelmarke wegblieb.

es war das Leica Trinovid 10x50 BA. ich dachte in den 90er jahren, es wäre eine lebensanschaffung gewesen und hatte es aufgrund der schwärmerischen rezensionen neu gekauft. dabei war das teil zum rand hin unscharf und meine enttäuschung maßlos.

leica erklärte mir, das sei prinzipbedingt und müsste so sein. schönen dank auch! wie bescheuert ist das denn?

ich war froh, dass ich das teil mit geringem verlust weiterverkaufen konnte. (nie wieder leica!)
 
es war das Leica Trinovid 10x50 BA. ich dachte in den 90er jahren, es wäre eine lebensanschaffung gewesen und hatte es aufgrund der schwärmerischen rezensionen neu gekauft. dabei war das teil zum rand hin unscharf und meine enttäuschung maßlos.

leica erklärte mir, das sei prinzipbedingt und müsste so sein. schönen dank auch! wie bescheuert ist das denn?
Moin,

da hast Du Dich im Vorfeld aber nicht richtig informiert, Leica baut seit jeher Ferngläser mit mit diesem ursprünglichen Optikdesign, zumindest kenne ich kein Leicafernglas das wirklich randscharf wäre.
Ist übrigens wirklich prinzipbedingt, es gibt nicht wenig Fernglasfreunde die mit Flachfeldgläsern nichts anfangen können weil nach ihrer Ansicht das Bild darin unnatürlich wirkt und die allermeisten Ferngläser sind auch heutzutage nicht wirklich randscharf, Leica hier für eine nicht richtig erfolgte Recherche verantwortlich zu machen finde ich etwas befremdlich.

Andreas
 
Moin,

da hast Du Dich im Vorfeld aber nicht richtig informiert, Leica baut seit jeher Ferngläser mit mit diesem ursprünglichen Optikdesign, zumindest kenne ich kein Leicafernglas das wirklich randscharf wäre.
Ist übrigens wirklich prinzipbedingt, es gibt nicht wenig Fernglasfreunde die mit Flachfeldgläsern nichts anfangen können weil nach ihrer Ansicht das Bild darin unnatürlich wirkt und die allermeisten Ferngläser sind auch heutzutage nicht wirklich randscharf, Leica hier für eine nicht richtig erfolgte Recherche verantwortlich zu machen finde ich etwas befremdlich.

Andreas
Ich frage mich das auch - welches FG war den in den Neunziger Jahren randscharf (meinet wegen auch Astro)? Ich hab immer noch mein erstes Orni-Glas Trinovid 10x42BN, und nutze das noch am Himmel. Es wurde aufgrund des Tremors vom am Tage für mich weitaus gewinnbringender einzusetzenden Canon 10x42 abgelöst, bildet aber gerade flächige Objekte am Nachthimmel merklich besser ab als die Canone. Das sind alles Taggläser, welche ihren originären Zweck bestens erfüllen; zudem ist ein BN oder BA nahezu unkaputtbar. Dass heute Flatfields auch am Tage in Mode gekommen sind, ist ja nicht schlecht, aber eigentlich nutzt das nur was am Nachthimmel so richtig. Und wenn Leute beim Schwenken Probleme damit bekommen, kann ich das ein wenig nachvollziehen: mein Zweitspektiv von Opticron ist beim Schwenken auch schon merklich 'unschön' beim Abrollen des Bildes im Auge, geht aber noch.
Also kann Leica echt nix dafür, und zum erwähnten Zeitpunkt haben sich alle Birder die Finger nach den Trinos geleckt - da hätte keiner sein Leica wegen sowas verkauft.

csm
 
Ich glaube, Du meinst das Canon 15x45 IS (nicht 15x50). Das war eins der ersten IS-Gläser von Canon und kam schon in den 1990er raus. Es hatte aufwändigere Okulare als die späteren Modelle, mit Feldebnung.
Und das Nikon 7x50 SP gab es vielleicht schon in den 1990er, weiss ich nicht so genau.

Christopher
 
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Einmal gerade und einmal schräg. Was ist besser?
Ansonsten hatte ich mal hier etwas von alternativen Gummiaufsätzen gelesen. Dabei stellt sich die Frage, ob sie passgenau eingesetzt werden können. Wenn man nämlich die Originale abzieht, sieht man ganz feine Lippen, die seitlich tief in die Hülse eindringen und diese Kappen wasserdicht machen.
Gruß Rolf
 
Bin gerade hierüber gestolpert.
 

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Ich wollte es nicht noch einmal aufwärmen, weil es wohl schon jeder gelesen hat:

Hier hatte ich etwas zu den Augenmuscheln geschrieben. Der seitliche Lichtschutz war mir wichtig. Außerdem verteilt sich das Gewicht des Fernglases bei steilem Beobachtungswinkel nicht innerhalb der Augenhöhle sondern liegt seitlich davon auf.
Auch das komplette Umklappen der Muscheln funktioniert noch, falls doch einmal mit Brille beobachtet wird.

Viele Grüße
Frank

Evtl. kann man auch in dem anderen Faden weitermachen. Hier passen besser die Wow-Effekte hin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Ferngläser mit Wow-Effekt sind im Endeffekt alle bei mir im Besitz hängen geblieben:
Nikon 18x70 IF WP - nicht das klarste Fernglas, was Sternabbildungen betrifft, ab es zeigt einfach noch einmal deutlich mehr als die kleineren Gläser - was ich aber richtig cool finde, dass man hier auch etwas abseits der optischen Achse durch die Okulare schauen kann (gut bei zenitnahen Beobachtungen)
Swaro 15x56 SLC - am allroundfähigsten, super Stativadapterlösung
Swaro 12x42 NL Pure - besteste Sternabbildung ever
Nikon 8x30 und 10x35 - weitwinklige Gesichtsfeldmonster, ultraporropuristisch
Leica 8x20 Ultravid - eigentlich nicht meins, aber ein sinnvolles Partizipationsggeschenk an meine bessere Hälfte - auch nachts ein Gewinn

Eine absolute Niete war das:
Swaro 10x40 Habicht - die Randunschärfe bei dem Fernglas war derartig weit und stark ausgeprägt, dass ich nach 10 Minuten Beobachtung entnervt abgebrochen und das FG schnell wieder zum Verkäufer zurück gesendet habe - schade eigentlich, ein schickes Porro, aber die Konstruktion ist eben nicht mehr zeitgemäß

Ich hätte noch ein paar Nieten im Angebot, aber es geht ja hier in erster Linie um WOW-Ferngläser.

Beste Grüße

Rene
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Rene,

Deine Beurteilung des Habicht 10x40 wundert mich ein wenig. Hast Du es gebraucht gekauft?
Natürlich ist es möglich dass Du vom NL Pure verwöhnt bist was die Randunschärfe betrifft.


Gruß

Mike
 
Hallo Rene,

Deine Beurteilung des Habicht 10x40 wundert mich ein wenig. Hast Du es gebraucht gekauft?
Natürlich ist es möglich dass Du vom NL Pure verwöhnt bist was die Randunschärfe betrifft.
Hallo Mike,
das Fernglas war neu und zu der Zeit kannte ich das NL Pure noch nicht.
Vielleicht ein Gedanke zur Relativierung des Ganzen. In meiner Anfangsfernglaszeit bin ich noch ziemlich gutmütig mit dem Thema umgegangen, inzwischen mag ich es aber nicht mehr, wenn ein FG zu viel Randunschärfe zeigt.
Viele Grüße
Rene
 
Ich mag das Thema noch einmal hervorkramen und wandere ein paar Jahrzehnte zurück.
Nicht mit Stickstoff befüllt, ohne Stabi und kein Weitwinkel, also ganz klar keine Kaufempfehlung ....
... aber beeindruckt bin ich immer noch, was so um 1890 angeboten wurde.

Ein 6x50 Galilei Doppelfernrohr von Heinrich Rath (Vertrieb durch J.N. Lohmüller München) mit sage und schreibe 18 Gläsern.
In dieser Zeit üblich waren "Feldstecher" mit 6 oder 8 Linsen, ... 12 waren seltener, .... aber 18?
6 bedeutet: Je 3 Linsen pro Tubus. Ein verkitteter 2-linsiger Achromat als Objektiv und eine Kronglaslinse als Okular.
Für eine fast optimale Bild- und Farbkorrektur verwendete man verkittete Triplet Achromaten aus Flint- und Kronglas für Objektiv und Okular (2x 3 Linsen x 2 Tuben = 12). Jede Gruppe war für sich vollständig korrigiert.

Bei diesem Glas besteht das Okular tatsächlich aus 6 Linsen in zwei Gruppen und das Objektiv aus einem Triplet.
Die Farbkorrektur ist unglaublich gut, Sterne werden über das komplette riesige Gesichtsfeld von 3° :ROFLMAO: als feine Punkte dargestellt, und wer den Globuseffekt mag, kommt voll auf seine Kosten. Denn damals war ein Bild ohne Verzeichnung ein perfektes Bild.

Ich finde, es hat seinen Platz in diesem Beitrag verdient.

Viele Grüße
Frank

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Theatinerstr. 51 München ca. 1880 DE-1992-FS-NL-KV-0370_1.jpg
ca. 1880
 
Habe ein Swarovski Habicht 8x30W.
wenn man das scharf stellt, ist es scharf und liefert eine Bildqualität, die seines Gleichen sucht. Zudem ist es leicht, kompakt und immer dabei.
Ein fast perfektes Glas für viele Anwendungen.
 
18 Gläser, ist freilich schon ein XtraWow!

Da muss sich mein alter Plössl (um 1868) mit nur 6 Gläsern schämen, aber verstecken werde ich ihn doch nicht,
8 Gläser von Simon Waldstein, auch aus Wien, war schon ein Schritt nach vorne,
und mit 12 Gläsern aus Frankreich, endet meine Sammlung,

Liebe Grüße,
Jiri
 
Hallo Jiri,

Deine Gläser sind wirklich in einem sehr schönen Zustand und im heutigen "größer-weiter-besser-Wahn" machen solch alte Schätzchen einfach Freude.
Klar, ich musste zwei Mal überprüfen ob die Linsen auch richtig herum eingesetzt sind, ... wenn man sich dann aber an das kleine Gesichtsfeld gewöhnt hat, ist man von der Bildkorrektur begeistert.
Stehen die Gläser bei Dir wenigstens an einem besonderen Ort, oder gehen die in der Gesellschaft aller Anderen unter?

Viele Grüße
Frank
 
Moin,

mein Lieblingsglas ist mein Nikon 8x30 E FMC. Superscharfes und kontrastreiches Bild. leider fehlen die Staubschutzkappen, muss ich mal welche besorgen.

Sehr schön finde ich die alten Gläser von Jiri und Frank. Technikgeschichte ist schon wirklich spannend. Bin da aber auch beruflich vorbelastet... :)

Gruß
Florian
 
Moin Florian,

meinst Du das Nikon 8x30 E II? Von Nikon habe ich leider noch kein Glas getestet.
Und in wie weit bist Du vorbelastet? Evtl. auch mit den Optiken aus den Zeiten um 1880?

Viele Grüße
Frank
 
Hi Frank,

nein, ich habe das Nikon E I, aber die Version aus den frühen 90ern. Die ist schon voll multivergütet und unterscheidet sich vom IIer nur durch ein unwesentlich kleineres Gesichtsfeld.

Vorbelastet bin ich eher bezüglich des historischen Interesses, da ich als Historiker bzw. Archäologe arbeite. Konkret hatte ich mit Optiken aus dem 19. Jh. noch nicht zu tun.

VG
 
Ein Fujnon FMTSX ist als reinrassiges Astroglas völlig ausreichend mit einem Einzelokularfokus ausgestattet - wer das bemängelt, hat den Terminus 'Astrofernglas' nicht verstanden.

Ich war zunächst mit meinem Fujinon 10x50 FMTR-SX nicht ganz glücklich, ist eher für größere Hände gemacht und war mir haptisch nicht so angenehm. Inzwischen bin ich nur noch begeistert von der Brillanz und Lichtleistung. Auch den Einzelfokus möchte ich nicht mehr missen, wenn ich von Brille auf Auge umstelle oder umgekehrt, kann ich das vor der Betrachtung bequem machen und muss nicht beim Schauen rumfummeln. Die Einstellung stimmt! Ärgerlich aber: die Augenmuscheln können beim Um- und Zurückklappen schon mal abgehen. Da hab ich einmal in einer Neumondnacht ziemlich suchen müssen im Gras, bis ich die eine wieder hatte. Und kein Fernglasanbieter möchte das als Ersatzteil anbieten, ärgerlich!

Und selbst wenn das einige Preisklassen darunter liegt: Auch das TS Optics 15x70 LE ist für mich ein WOW-Glas. Bei Planetarischen Nebeln und Galaxien zeigt es halt schon etwas mehr als das Fujinon - aber eben nicht so schön. Kostet magere 130 Euro und ist einfach super in dieser Kategorie. Das kann ich auch mal Kindern geben ohne Bauchschmerzen. Ist auch sehr leicht (gemessen am 70mm Objektiv) mit etwas über 1.300 Gramm. Ich kann damit durchaus erträglich länger freihand schauen - mit Nacken anlehnen und möglichst Ellbogenstütze, klar, aber das sollte man doch auch bei 8facher Vergrößerung mit dem Blick zum Himmel. Sterne wackeln eben schneller als ein Vogel oder eine Gemse und der Nacken tut auch bei 900 Gramm zügig weh in der längeren Hebung.

Hier hab ich aktuell (2022) eine Liste mit 14 leicht erreichbaren astrotauglichen Ferngläsern zusammengetragen (Leistungen und Preise, ohne Links zu einschlägigen Lieferanten ...), von 7x50 bis 25x100. Preislich zurückhaltend, ein Zeiss Conquest 8x56 markiert solitär die obere Preislatte bei 1.350:

 
Dann ist das Fuji aber vmtl. die Erstversion - die SX-II haben schraubbare Augenmuscheln, die originäre als auch die als Zubehör erhältliche mit den drehbaren Seitenlichschutzblenden sind abschraubbar, um z.B. die Fujinon-Nebelfilter aufzuschrauben, und dann die Augenmuscheln darüber zu schrauben. Dank des generösen AP-Abstandes von 23mm ist das machbar.
 
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