Ich mag das Thema noch einmal hervorkramen und wandere ein paar Jahrzehnte zurück.
Nicht mit Stickstoff befüllt, ohne Stabi und kein Weitwinkel, also ganz klar keine Kaufempfehlung ....
... aber beeindruckt bin ich immer noch, was so um 1890 angeboten wurde.
Ein 6x50 Galilei Doppelfernrohr von Heinrich Rath (Vertrieb durch J.N. Lohmüller München) mit sage und schreibe 18 Gläsern.
In dieser Zeit üblich waren "Feldstecher" mit 6 oder 8 Linsen, ... 12 waren seltener, .... aber 18?
6 bedeutet: Je 3 Linsen pro Tubus. Ein verkitteter 2-linsiger Achromat als Objektiv und eine Kronglaslinse als Okular.
Für eine fast optimale Bild- und Farbkorrektur verwendete man verkittete Triplet Achromaten aus Flint- und Kronglas für Objektiv und Okular (2x 3 Linsen x 2 Tuben = 12). Jede Gruppe war für sich vollständig korrigiert.
Bei diesem Glas besteht das Okular tatsächlich aus 6 Linsen in zwei Gruppen und das Objektiv aus einem Triplet.
Die Farbkorrektur ist unglaublich gut, Sterne werden über das komplette riesige Gesichtsfeld von 3°

als feine Punkte dargestellt, und wer den Globuseffekt mag, kommt voll auf seine Kosten. Denn damals war ein Bild ohne Verzeichnung ein perfektes Bild.
Ich finde, es hat seinen Platz in diesem Beitrag verdient.
Viele Grüße
Frank
ca. 1880