Völlige Überforderung bei Teleskopauswahl

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Hallo Forum, was soll dieses Gemecker über die Zumutung, anderen Menschen mittelmäßige Astrofotos zu zeigen? In zwei Wochen kann man vielleicht 25 mittelmäßige Astrofotos machen, die von den meisten Leuten bestaunt werden, weil sie so etwas nicht kennen. Eine Freundin war letztens zwei Wochen in Italien und hat mir dann 700 Fotos gezeigt von Gebäuden, die ich teilweise schon besucht habe oder schon tausend Mal auf besseren Fotos gesehen habe. Da ist mir der Astrofotograf lieber.
CS Harald
 
Ob sich das Anschauen "lohnt" darf auch Jeder für sich selbst entscheiden. Alles eine Frage der Maßstäbe die man anlegt. Daher hatte ich ja ursprünglich auch geschrieben das die Erwartungen nicht zu hoch gesetzt werden sollen.
das gilt aber genauso für
Auch weil der Anblick im Okular so "weit weg" war von den schönen Fotos die man überall findet.


Und um mit einem kleinen Teleskop "beeindruckende Beobachtungen" zu erzielen braucht es auch schon eine Menge Übung
So wie brauchbare fotografiscge Ergebnisse halt auch

und falls man wirklich vorrangig an der Astrofotografie interessiert ist helfen die dabei gewonnen Fertigkeiten eher wenig
Das bedienen von Teleskop und Montierung, Justieren im Dunkeln, Aufbauen, einnorden, oh doch, es hilft ungemein, wenn das alles schon in der Routune automatisiert ist bevor man auch noch Cam, Laptop, Guider und Montierung miteinander harmonisieren muss.

Und Mond oder gar Sonne zu empfehlen: Das ist dann ja wieder ein anderes Hobby. So als ob jemand nach einem Fahrrad fragt und man empfiehlt stattdessen ein paar Laufschuhe und Jogging....
Das halte ich gar nichts von, ausgerechnet da eine Trennung zu vollziehen. Mond und Sonne gehören genauso zur Astronomie wie Planeten und Deep Sky. Mit der einzigen Ausnahme dass die Sonne andere Filtertechnik benötigt. Aber warum schließt du denn den Mond aus?

Und die "Überforderung" wenn man sofort fotografisch einsteigen möchte finde ich schon etwas übertrieben. Ich persönlich habe mich "damals", visuell eher überfordert gefühlt mit einem Newton die gesuchten Ziele zu finden - trotz Karkoschka und Deep-Sky-Atlas.
Das Problem hatte ich tatsächlich nie.
Aber:
Ich persönlich fand zum Beispiel den Einstieg in die Astrofotografie erstaunlich einfach....
Der eine so der andere so, wobei letzteres tatsächlich sehr selten ist.

LG
Olli
 
Wie gesagt: Soooo kompliziert fand ich das jetzt wirklich nicht. Ich habe mir eine EQ6-R gekauft und einen Skywatcher 200PDS. Gut - ist jetzt 1-2 Nummern größer als in das geplante Budget passt, aber grundsätzlich ist es mit einer EQ5 und einem 130/150er Newton auch nicht wirklich anders. Dazu halt passende Adapter um meine vorhandene DSLR anschließen zu können und ein Notebook mit N.I.N.A. Erstmal etliche Stunden mit YouTube verbracht (schon vor dem Kauf) und dann alles aufgebaut. Grob nach Norden ausgerichtet, einigermaßen ausbalanciert, Montierung und Kamera angeschlossen. N.I.N.A. gestartet, Fokussiert (selbstgedruckte Bahtinovmaske), Polar-Alignment mit Softwarehilfe und los ging's. Das ganze Wissen aus meinen visuellen Zeiten habe ich dabei nicht benötigt. Weder den Polsucher noch sonstwas. OK - Polaris habe ich zur groben Aufstellung immerhin selbst am Himmel gefunden ;-)

Dann das erste Objekt angepeilt und einfach mal ein paar Aufnahmen gemacht. WOW-Effekt.... Klar: Ohne Komakorrektor sahen die Sterne abseits des Zentrums nicht wirklich gut aus. Die Schärfe war auch nicht perfekt. Ohne Guiding waren die Sterne insgesamt eher Eier. Gerauscht hat es auch wie Hölle (klar, bei ein paar Minuten effektiver Belichtungszeit) - aber das Bild auf dem Monitor übertraf meine Erwartungen deutlich. M97, M81/M82 waren unter den nächsten Zielen. Ähnlicher WOW-Effekt. Und so ging es weiter. Die Technik lief von Anfang an - sicherlich nicht perfekt, aber doch ausreichend gut um tatsächlich viel mehr "sehen" zu können als ich unter dunklerem Himmel visuell jemals sehen konnte.

Insofern: Die vielen Probleme sind dabei weitgehend an mir vorbei gegangen. "Grundsätzlich" war der Einstieg in die Astrofotografie wirklich erstaunlich einfach. Natürlich ging es dann erst richtig los. Teleskop justieren, Komakorrektor, "Training" von Aufbau und Einrichtung, Astroberry um bequem vom Wohnzimmer aus "arbeiten" zu können, Flats, Guiding, Verkippung beseitigen etc. Aber auch das kann man durchaus Schritt für Schritt machen.

Sicherlich sind meine aktuellen Ergebnisse noch lange nicht vergleichbar mit den guten Aufnahmen die viele Andere hier zeigen. Aber ich steigere mich ständig. Auf- und Abbau gehen mit Übung deutlich schneller. Mir unterlaufen weniger Fehler die belichtete Aufnahmen unbrauchbar machen. Und ich zeige meine Astrofotos nicht in den sozialen Medien, sondern freue mich einfach daran, wenn ich wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht habe (auch bei der Bildbearbeitung). Da will und muss ich mich nicht mit den "Großen" messen. Meine Ergebnisse, meine persönliche Lernkurve - das ist meine Motivation - und langsam kommen dabei Ergebnisse heraus die man sich auch mal an die Wand hängen kann ohne vor Scham im Boden zu versinken. Gut das meine Bekannten keine wirkliche Ahnung vom Thema haben und die Bilder nur mit dem "Laienblick" beurteilen. Die Meisten können kaum glauben das solche Aufnahmen "selbst gemacht" sind aus dem heimischen Garten.

Sicherlich: Mond, Jupiter, Saturn, Mars oder auch den Eskimonebel fand (und finde) ich visuell extrem beeindruckend. Ich habe auch noch ein paar Okulare und nutze die auch (wenn auch eher selten) mal zum "einfach herumspechteln" um zu schauen was denn visuell noch geht. Aber selbst meine "unperfekten Astrofotos" zeigen bei den meisten Objekten einfach so viel mehr als ich visuell sehen kann. Ausnahmen bestätigen die Regel (wie gesagt z.B. Eskimo-Nebel - der bleibt mein visuelles Highlight und da komme ich fotografisch aktuell noch lange nicht an den visuellen Eindruck heran).

Insofern: Keine Angst vor der Technik. Einfach mit einem 150 f/5 oder 130er auf einer EQ5 loslegen - wie hier ja jetzt schon mehrfach empfohlen. Oder mit einem etwas größeren Dobson und einer EQ-Platform (Selbstbau) wenn man einen dunklen Himmel hat und glaubt das man auch häufig visuell beobachten möchte. Visuell ist halt Öffnung (und dunkler Himmel) der entscheidende Punkt - gerade am Anfang wenn man noch keine Beobachtungserfahrung hat. Im 10" Newton sieht man visuell einfach viel mehr als im 120mm Refraktor - zumindest im Bereich Deep-Sky. Fotografisch ist der Unterschied halt geringer. Da bringt eine größere Öffnung vor Allem "Auflösung" - die "Helligkeit" hängt eben (abgesehen von Obstruktion und Co) ausschließlich vom Öffnungsverhältnis ab, nicht von der Größe der Öffnung.

Und dann ruhig auch sofort in Richtung Astrofotografie bzw. EAA gehen - sooo kompliziert ist das wirklich nicht - zumindest wenn man keine perfekten Ergebnisse von Anfang an erwartet.

Ciao, Udo
 
Danke, das mit dem EAA eröffnet mir ganz andere Perspektiven, welche denke ich optimal zu mir passen.
Hallo Enrico, so habe ich Anfang des Jahres auch angefangen, der Tip von Peter (casati) ist auch meiner. Ich habe zwar keinen Newton, aber vom Prinzip her stimme ich ihm voll und ganz zu. Mit deinem Budget ist auf jeden Fall möglich, was Du vorhast. Erweitern kann man dann immer noch.

Viel Erfolg!
LG Olaf
 
Hallo Enno,

ich habe mir mal kurz durchgelesen, was hier auf Deine Frage hin so an Antworten gekommen ist. Ich muss sagen, ich wäre an Deiner Stelle echt entsetzt. Am Anfang sind ein paar gute Tipps und Anregungen gekommen … und dann redet Hans nur noch über seine eingeschränkte Weltsicht. Wenn man sich das All in den letzten 350 Jahren (da gabs dann schon Teleskope mit mehr als 4“ Öffnung) oder letzten 150 Jahren (da hat man dann fotografiert) weiter auf Hansens Art angeschaut hätte, wären wir heute … noch irgendwo anders. :)

An Deiner Absicht „richtig“ in das heute Mögliche einzusteigen, auch wenn das Budget begrenzt ist, ist nichts, aber auch gar nichts auszusetzen! Ich selbst habe nach 35 Jahren Astroabstinenz mit 2000 Euro angefangen: Ein 10“ Newton f/4 auf einer EQ 6. Eine digitale Nikon Spiegelreflex und ein PC waren vorhanden. Auch wenn das schon ein gewaltiges Gerät ist, hat das zwar auch manches Grübeln aber vor allem einen Megaspaß gebracht. Der 10“ Newton ist jetzt, wo für die Astrophotographie ein 16“ am Start ist, ein perfektes visuelles Gerät für lichtschwache Objekte, das parallel zur Knipserei im Einsatz ist.

Alle bisher von Anderen hier gebrachten positiven !!! Vorschläge kann ich nur unterstützen! Für Dein (gar nicht so) geringes Einstiegsbudget bekommt man heute zum Glück vernünftiges Equipment, mit dem man bereits tolle Ergenisse erzielen kann.

So, damit das Ganze hier im Thread nicht völlig aus dem Ruder läuft, weil Kommentare kommen, die keinen Respekt vor Deiner Frage und Deinen Orientierungswünschen haben, biete ich Dir an, dass Du Dich bei weiteren Fragen per PN an mich wendest. Gerne! :)

Es könnte im Übrigen aber ein Moderator solche Auswüchse … auch mal moderieren!

LG Gotthard
 
Zuletzt bearbeitet:
Skywatcher StarDiscovery GOTO Montierung mit 150/750 Newton, IMX 178c basierende Astrocamera von OMEGON, Mele 2 oder 3 MiniPC mit Win10(!) für 12V(!) Professional an der Montierung, BRESSER Powerbox und/oder Starthilfe für 12V.


Gruß,
Peter

Hallo Peter. Ich hab ja nun fast das gleiche Setup. Ich steuere allerdings die Kamera mit dem Notebook und gucke dann im Lifebild, ob die Nachführung Unsinn macht. Da steuer ich dann mit der Skywatcher App nach.

Wie machst du das denn mit dem Mini PC? Bzw. welche Aufgabe hat dieser?

Ich erahne folgendes: Der Mini PC ist über WLAn mit deinem PC im Haus verbunden, der Mini PC ist mit der Kamera verbunden und die Softeware läuft dann am PC im Haus. Wie justierst du denn da die Nachführung während der Aufnahme?

Grüße
 
Die Logik ist zumindest putzig. Der Anfänger ist überfordert, wírd mit der Knipserei noch zehnmal überforderter sein, und dann soll ihm davon nicht abgeraten werden? "Ich möchte mir ein neues Auto kaufen. Mit meinem Golf lande ich immer im Straßengraben" - "Dann kauf Dir einen Ferrari".
Dann knipst mal schön.

Hans
Moin, du verwechselst was. Nur weil ich Anfänger im Bereich Astrologie bin, heißt das nicht, das ich Anfänger in Fotografie bin. Ich habe bis vor einigen Jahren das Thema Unwetterfotografie (Sturmjäger) sehr intensiv betrieben. Öfters auch in Begleitung von TV-Teams für News und Reportagen. Ich will jetzt lediglich die Fachrichtung ändern ?
 
Ich will jetzt lediglich die Fachrichtung ändern
Aber hoffentlich nicht in
sondern Astronomie ;)

Schön, dass du noch dabei bist !

Sturmjäger klingt interessant, ich habe da Respekt bin aber begeistert von derartigen Schauspielen z.B. Gewitter / Blitze.

Zurück zum Thema !
Für Astrofotografie ist die Montierung von entscheidender Bedeutung. Das kann bei einem größeren Teleskop schnell dein Budget sprengen.
Aber wie sieht es mit den Heimwerker Fähigkeiten aus ?
Wäre eine Selbstbau einer EQ-Plattform eine Option ?

Gruß,
Holger
 
Moin, moin zusammen,

und da hat sich Enrico gemeldet :y:.
Scheint sich alles hier in Ruhe :y: zu Gemüte geführt zu haben.

;) Astronomie.
Ist der frühe Zeit geschuldet :affemund:.

Thema Unwetterfotografie (Sturmjäger) sehr intensiv betrieben
Da ist die Astrofotografie sicher ungefährlicher.
Außer man stolpert im Dunklen übers Stativ :eek: ;).
 
Das Forum stolpert wieder :unsure:.
Sorry für Doppelthread.
 
Aber hoffentlich nicht in

sondern Astronomie ;)

Schön, dass du noch dabei bist !

Sturmjäger klingt interessant, ich habe da Respekt bin aber begeistert von derartigen Schauspielen z.B. Gewitter / Blitze.

Zurück zum Thema !
Für Asrofotografie ist die Montierung von entscheidender Bedeutung. Das kann bei einem größeren Teleskop schnell dein Budget sprengen.
Aber wie sieht es mit den Heimwerker Fähigkeiten aus ?
Wäre eine Selbstbau einer EQ-Plattform eine Option ?

Gruß,
Holger
Bzgl. Selbstbau....keine Ahnung.
Mein erster Kaffee ist noch nicht ganz intus....da bring ich noch gerne Sachen durcheinander ^^
Aktuell tendiere ich zu einen 200er Dobson mit passender Goto.

Ganz am Anfang hat mich folgendes gereizt:


Jedoch hatte ich das wieder verworfen da keine Parallaktische (bestimmt falsch geschrieben) Führung bzgl. Fotografie.
Wie sieht es da aber bei Videografie aus?

Die ersten Wochen würde ich eh Hauptsächlich visuell arbeiten, bald ist ja Weihnachten und da würde die Technik für die EAA folgen.
Im übrigen, ich bin ein Technik-Nerd....Technik und Software ist ein geiles Zeug und ich fuchse mich da immer sehr schnell ein.
Ansonsten habe ich schon erwartet, das die Meinungen hier immens auseinander gehen. Ich Filter für mich schon das passende dann heraus.
 
Wie sieht es da aber bei Videografie aus?
Das geht schon. Allerdings dreht sich durch die azimutale Montierung das Bildfeld mit der Zeit. Das begrenzt die Belichtungszeiten, da sonst die Sterne in den Ecken anfangen zu Strichen zu werden. Für EAA wird es reichen. Ansonsten ist der 8" f/6 Dobson der Klassiker für einsteiger. Schon ordentlich lichtstark für Deepsky, zeigt in den meisten Nächte, das an Mond und Planeten, was geht und hat noch eine gutmütige Blende, sodass die Justage relativ einfach ist. Wobei der mit dem Goto schon ziemlich teuer ist. Da würde ich schauen, ob ein normaler Dobson plus EQ Plattform nicht günstiger kommt. Goto braucht man meiner Meinung bei einem Dobson nicht. Mit einem Projektionsvisier findet man eigentlich alles in Sekundenschnelle.

Allerdings muss man sich bei EAA darüber im Klaren sein, dass das damit Erreichbare irgendwo seine Grenzen hat. Dass die meisten EAA Bilder nicht so toll aussehen, liebt aber trotzdem eher daran, dass die Kollegen entweder gar keine Bildbearbeitung machen oder sich nicht wirklich damit auseinander setzen.

Es gibt aber noch einen Weg dazwischen. Der Ansatz ist ähnlich wie bei EAA, nur dass man kein Live Stacking macht, sondern die vielen Bilder alle weg speichert und später stackt. Das hat den Vorteil, dass man die vielen Ausreißen rauswerfen und das Bild einer vernünftigen Bearbeitung unterziehen kann. Das wird hier im Forum hauptsächlich von @Peter_Bresseler promotet, der damit erstaunliche Ergebnisse erzielt.

Ich habe selbst schon so ziemlich alle Varianten der Astrofotografie ausprobiert. Das einzige, was ich tatsächlich noch nicht gemacht habe, ist Deepskyfotografie mit dem Dobson auf der EQ Plattform. Meine Eindruck ist, dass zumindest meine Plattform deutlich rauer läuft als eine parallaktische Montierung. @komposer zeigt zwar, dass das sogar dann geht, wenn man die Plattform mit der Hand antreibt. Aber das muss man mögen. Letzten Endes bin ich immer wieder zu den geguideteten Aufnahmen zurück gekommen. Für alles andere braucht man meiner Meinung auch eine dezidierte Astrokamera. Bei Kameras mit mechanischem Verschluss kommen schnell zig tausende Auslösungen zusammen. Das wird nicht ewig gut gehen.
 
Jedoch hatte ich das wieder verworfen da keine Parallaktische (bestimmt falsch geschrieben) Führung bzgl. Fotografie.
PS: Es gibt auch Bildfeld(de)rotatoren, die erlauben längere Belichtungen ohne parallaktische Montierung. Aber das wäre am Anfang eher unnötig, bei kurzen Belichtungszeiten und Planeten geht schon was fotografische, einfach ausprobieren! Sonst müsste man halt einen Newton auf einen stabile EQ-Montierung hängen, das wäre dann die Wollmilch, ohne Eier. :)

lg
Niki
 
Liebe User,


natürlich haben alle Autoren unterschiedliche Erfahrungen und Werdegänge in ihrem Hobby, und dementsprechend auch andere Ansichten und Vorstellungen, wie man einem Einsteiger am Besten beratend zur Seite stehen kann. Konträre Standpunkte können hier stets bereichernd sein, und je mehr sich die Diskussion auf die Hilfe der Fragenden konzentriert und weniger auf die Diskussion verschiedenen Meinungen der Berater untereinander, umso gehaltvoller mag die Hilfe erscheinen.

Für die Moderation
Gruß Horst
 
Ich versuche nochmal die Möglichkeiten zusammenzufassen ;-)

1. Dobson
Das ist ein toller Einstieg wenn man viel visuell arbeiten möchte. Je größer die Öffnung, desto besser. 8 Zoll ist da ein guter Kompromiss zwischen Handhabbarkeit, Preis und Leistung. 10 Zoll sind auch noch einigermaßen bequem nutzbar. Sowas ohne irgendwelchen elektronischen Schnickschnack (also ohne Encoder, Goto etc.) ist auch recht preisgünstig zu bekommen. Für den Anfang reichen da relativ einfache Okulare. Darf auch durchaus ein Zoom sein - damit kann man seine persönlichen Vorlieben bei den Okularbrennweiten ermitteln. Mond, Planeten, Sonne (mit Filter vor dem Teleskop!) und helle Deep-Sky-Objekte gehen damit wunderbar auch wenn man nicht unter einem ideal dunklen Himmel wohnt. Was man visuell sehen kann muss man aber selbst ausprobieren. Am Besten also mal Jemanden in der Nähe suchen (Verein, Volkssternwarte oder Forenuser) und ausprobieren. Anders lässt sich der visuelle Eindruck am Teleskop leider kaum vermitteln. Nur soviel: Es bleibt meist schwarz/weiß. Und die detaillierten Galaxien von den Fotos erscheinen im Sucher eher als schwammiges Nebelfleckchen ohne viel Struktur. Ob das zu den eigenen Erwartungen passt muss man halt selbst entscheiden.
Es gibt Leute die mit einem Dobson und sehr kurzen Belichtungszeiten (teilweise deutlich unter 1 Sekunde) auch fotografisch arbeiten. Das ist aber ein relativ wenig bekanntes Gebiet der Astrofotografie und braucht eine entsprechend rauscharme Kamera. Mit einer DSLR wird das eher nichts. Man findet leider relativ wenig Infos hierzu im Netz - ist halt noch ein recht neues Gebiet der Astrofotografie. In der Zeitschrift "Astronomie - Das Magazin" war in Ausgabe 26 ein längerer Artikel zu diesem Thema.
Ansonsten hilft eine EQ-Platform (wie z.B. hier im Thread beschrieben):
Damit kann man dann etwas längere Einzelbelichtungen machen. EAA geht mit sowas wunderbar. Zu EAA findet man auch eine Reihe Videos im Web - einfach mal schauen was Andere so schaffen.

2. Klassische Astrofotografie
Hier geht es um lange Einzelbelichtungen. Hier ist halt die Montierung das Maß aller Dinge. Bezahlbar mit kleinem Budget landet man dann bei einer EQ5. Wenn man etwas mehr ausgibt dann vielleicht auch eine HEQ5. Sowas reicht dann "nur" für kleinere Teleskope. Newton mit 130 mm oder 150 mm Öffnung sind da gängig. Refraktoren die man auch fotografisch nutzen möchte müssen "eigentlich" APOs sein - das geht ins Geld, aber es gibt auch ein paar relativ günstige APOs mit kleiner Öffnung. Dazu einfach eine vorhandene (oder günstig gebraucht erstandene) DSLR als Aufnahmekamera.
Nachteil: Wegen der kleineren Öffnung ist visuelle Beobachtung nicht ganz so beeindruckend wie mit dem großen Dobson. Dafür aber mit Goto und Nachführung ungleich "bequemer". Und fotografisch kann man mit sowas schon Einzelbelichtungen im Bereich von 1-2 Minuten ohne Guiding machen. Und man kann vorhandene Kameras/Objektive auf die Montierung schnallen und auch damit Astrofotos machen. Mit Weitwinkel oder Objektiven im Bereich 100-150 mm lassen sich so wunderschöne Übersichtsaufnahmen des Sternenhimmels machen. Und das Ganze kann man halt über ein Notebook oder einen Raspberry Pi steuern. Zum Beispiel vom warmen Wohnzimmer aus während das Teleskop im Garten vor sich hin werkelt.
Vorteil hierbei: So machen das wirklich VIELE - entsprechend findet man jede Menge Infos in den Foren und auf YouTube. Eben auch weil der technische Aspekt - das Zusammenspiel der Komponenten und Software - ein großer Teil des Hobbies ist und sich relativ gut "darstellen" lässt.

3. Budget erhöhen
Wenn man etwas mehr Geld einplant, dann kann man "klassische Astrofotografie" mit einer EQ6 und einem 8 Zoll Newton machen (oder einem APO der entsprechenden Preisklasse). So 2000-2500 € muss man dann einplanen. Vorteil: Es geht visuell eine Menge - halt genau so viel wie mit dem 8 Zoll Dobson. Und man hat eine relativ solide Montierung die mit unterschiedlichen Kameras oder Teleskopen bestückt gut funktioniert. Je nach anfänglicher Ausrichtung plant man dann halt zusätzliche Okulare oder z.B. eine Guidekamera ein. Irgendwann kommt sicherlich ein Motorfokus hinzu. Ggf. eine gekühlte Astrokamera. Filter. Barlow, Zweit- und Drittteleskop... Die Möglichkeiten Geld auszugeben sind endlos....

Es hängt halt davon ab was man möchte und erwartet. Wie gesagt: Nach Möglichkeit schauen ob man irgendwo mal durch ein Teleskop schauen kann (möglichst im Bereich der "erschwinglichen" Öffnungen) und dann mehrere Objekte anschauen (Planeten, Mond, Sternhaufen, Galaxien) um einen Eindruck von der visuellen Astronomie zu bekommen. Das geht nur "praktisch". Was fotografisch geht - egal ob EAA oder "klassisch" - sieht man auf YouTube oder hier im Forum. Wenn der Schwerpunkt in Richtung Fotografie gehen soll (wobei Astrofotografie so ziemlich gar nichts mit "normaler" Fotografie zu tun hat) - würde ich in Richtung EQ6 gehen. Vielleicht für den Anfang mit einem 150er Newton (Skywatcher 150PDS oder 150Quattro). Wenn der Schwerpunkt eher visuell liegt, lieber mit mehr Öffnung ab 8 Zoll (wenn die Budgetgrenze eingehalten werden soll gerne auch als Dobson) - das macht dann einfach mehr Freude. Zumindest meiner Meinung nach ;-)

Ciao, Udo
 
Ich hab vor 15 Jahren mir das GoTo Newton Paket von Meade LXD75 für irgendwas um 750 Euro gekauft, im Weihnachtsangebit bei LIDL im Onlineshop!
Abenteuerliche kabelverbindungen von Laptop zur Montierung und eine Webcam an einem besseren Sucher waren der Anfang um mit der Vorhandenen DSLR zu fotografieren.
Und ja, es hatte etliche Frustfaktoren. Habe aber viel gelernt über das vernünftige Aufbauen, ausbalancieren, einnorden!
Wenn das alles gepasst hat war der Fokus nicht gut, der Untergrund zu weich und die Montierung hat sich geneigt, ein LKW parkt auf dem Parkplatz wo grade aufgebaut wurde und die Abgasfahne der Standheizung ist im Sichtfeld....
Eigentlich fehlt nur noch die Entführung durch Außerirdische....

Es ist durchaus richtig dass am Anfang schnell Frust aufkommt weil immer irgendwas nicht passt.

Ich würde bei dem Budget zur LXD75, bzw EQ5 raten mit einem 6" f/5 Newton.
Dazu komakorrektor....und eine Autoguider Lösung.
Auf dem Gebrauchtmarkt kommt man damit bei dem Budget gut zurecht wenn die DSLR schon vorhanden ist.

Dazu dann ein Fernglas um neben der Fotografie etwas den Himmel abzugrasen.
Auf dem Balkon stehen mit Fernglas kann einen aber einen "besonderen" Ruf in der Nachbarschaft einbringen.... ??

Alternativ zum Fernglas ein kleiner Dobson.

Möglichkeiten gibt es viele. Was du machst ist sowieso falsch am Ende und du wirst warme Klamotten brauchen!

Im Idealfall nimmt dich hier im Forum einer an die Hand und Hilft dir Vorort. Ist meist eh lustiger wenn man nicht allein in der Nacht sitzt.

Gruß Kai
 
hallo Enno
Da Du Sturmjäger erwähnst: Da wird man wahrscheinlich nicht mit dem längsten Tele loslegen sonder eher mit Weitwinkel um die ganze Gewitterzelle draufzubekommen.
Irgendwie hat sich in vielen Köpfen festgesetzt: Astrofotografie ist Fotografie durchs Fernrohr.
Von der Sicht der Fotografie ist ein Fernrohr aber ein furchtbar langes Teleobjektiv das man so im Gelände nur im Ausnahmefall (Scheue Tiere )verwenden würde.
Tatsächlich verlangt die Fotografie zu einem anderen Vorgehen wie visuell.
Deshalb wird eigentlich gern empfohlen beides zu trennen.
Weil man sonst beim Fotografieren, wenn mal Routine aufkommt, von selber abläuft und man dann einfach bloß rumsteht.
Weil Astrofotografie wie gesagt mit allen Brennweiten vom Fischauge bis 20 Meter stattfinden kann und weil ein visuelles Gerät ganz andere Ansprüche hat : Bequemlichkeit beim Reinschauen, genügend Feld und Bildhelligkeit (gibt es sogar und im besonderen beim Fernglas.)
Leicht aufbaubar und wegzuräumen wenn man mal keine Lust auf Foto hat (zB zu müde ist)
Es gibt übrigens noch eine besondere Sparte der Astrofotografie nämlich Sternhimmel mit Landschaft. Da muss man hauptsächlich mit Weitwinkel arbeiten da sonst entweder der Vordergrund oder die Sterne verzogen werden. Ich selber bin ein dauernder Anfänger was Fotografie angeht und arbeite mit einfachsten Mitteln.
Ich hoffe ich konnte was beitragen und hoffe Du bleibst (irgendwie ) am Ball und findest Deinen persönlichen Zugang zur Astronomie und kannst Deinen Sohn begeistern wie Dich selbst.


Felix
Anhang mit 50 mm Pentax (APS) Einzelaufnahme Jpeg aus der Kam. mit Canon Zoombrowser (Photoshop für Arme) "Bearbeitet" 217 sec. Belichtet bei 2,8 und 400 iso, nachgeführt auf Vixen Great Polaris mit C 8 als Nachführfernrohr.....
 

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Hab grad festgestellt, daß ich da die Teekanne eingezeichnet hab.... gibts auch ohne Linien dazu noch ein Ausschnitt einer Aufnahme mit Uralt Tele 2,8 135mm mit 130 sec und Blende 5,6 glaub ich (da manuell nicht gespeichert)
Dazu noch eine einzelaufnahme durchs 300 mm Dobson Aufnahmedaten weiß ich nicht mehr genau (Schrötertal mit Aristarch)
 

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Hallo Peter. Ich hab ja nun fast das gleiche Setup. Ich steuere allerdings die Kamera mit dem Notebook und gucke dann im Lifebild, ob die Nachführung Unsinn macht. Da steuer ich dann mit der Skywatcher App nach.

Wie machst du das denn mit dem Mini PC? Bzw. welche Aufgabe hat dieser?

Ich erahne folgendes: Der Mini PC ist über WLAn mit deinem PC im Haus verbunden, der Mini PC ist mit der Kamera verbunden und die Softeware läuft dann am PC im Haus. Wie justierst du denn da die Nachführung während der Aufnahme?

Grüße
Hallo Florian,

Im Prinzip läuft die gesamte benötigte Software auf dem Mini-PC. Auf dem Laptop im AZ läuft nur die Remote-Anbindung per WLAN an den Mini-PC. Gesteuert wird die Monti (also noch keine Verbindung der Monti zum Mini-PC) über Handy mit SynScan App und kombiniert mit SkySafari als Sternkarte.

Unsere Stromversorgung wird immer schlechter - gerade gestern Nacht beinahe beim durch Stromschwankung ausgelöstem Schwenken die Astrokamera aberissen. Ich sehe ja das Teleskop nicht, das einen Stock über mir steht.

Auch deshalb kann ich gerne bei meinen Fensternwarten und ihrer Festaufstellung noch auf Platesolving verzichten. Am n. Abend aus Ruheposition anfahren und Zielobjekt steht (meist zentriert) im 30' FOV der 178c Astrocamera.

Gruß,
Peter
 
Wie steht ihr zur Montierung:

Meade LXD55 GoTo Montierung

Könnte ich günstig evtl erwerben. Ihr habt doch bestimmt Erfahrungen damit.
 
Hallo Enno,

es muss sicher keine nagelneue Montierung sein, aber die LXD hat schon paar Tage auf der Uhr. Muss nicht so sein, aber da kann man als Anfänger schnell die Katze im Sack kaufen. Ob des Alters sind da auch nicht mehr ganz so viele Nutzer hier unterwegs, um Dir die ein oder andere Frage (100 pro auftretend) zu beantworten. Meine LXD 75 habe ich vor 12 Jahren verkauft und die Erinnerungslücke ist mittlerweile groß :)
Schau nach gängigen Standard (siehe Empfehlungen der Kollegen)- gibt es auch hier regelmäßig was im Angebot.
Gut gemeinter und bezahlter ;) Rat - auch bei der 1. Montierung sollte man nicht zu sehr geizen....

CS
Silvio
 
N'abend zusammen,

bei der 1. Montierung sollte man nicht zu sehr geizen....
nun ja, kommt drauf an, was ich drauf packen will.
Z.B. EQ3-2 manuell (originale) mit 120/600 Refraktor FH oder MC 127/1500 geht gut.
Mit nem 200/1000 Newton :sick: oder auch schon mit einem 150/750.

Diese Einarm Alt/AZ GoTo Montierungen funktionieren doch auch gut. Da geht halt vom Teleskop her nicht so viel.
Ich schenke da jetzt mal Peter/ @casati Glauben, da geht auch ein 130/650 Newton für EAA.
Soweit ich weiß hat Ewald/ @MünchenBeiNacht mit solch einer Montierung von Celestron und dem 130-er auch angefangen und dann "unverschämt" ;) ausgebaut.
Wenn ich mich recht erinnere verkauft TS (teleskop-express.de) die Teile auch ohne Tubus. Im Gegensatz zu anderen Händlern die nur Sets anbieten.

Wie Niki/ @Demokrat schon geschrieben hat, eines anschaffen das in sich stimmig ist und los legen.
So lange das Teleskop zur Montierung passt und umgekehrt, Okulare nicht im Plastiksegment angeschafft werden, kann es doch schon los gehen.

OK, EAA hat ja wohl den Nerv getroffen und auch visuell soll was gehen.
Da geht aber schon, wie hier schon mehrfach angemerkt, ein 130/650 oder eben der 150/750.

Ich persönlich würde zum 150/750 tendieren und den auf der auch schon mehrfach genannten EQ5 in der GoTo Variante (Skywatcher) packen, aber eine parallaktische ist nicht zwingend notwendig für EAA.
Alt/AZ tuts da auch und die Teile sind auch intuitiver, rauf/runter und links/rechts.

Schöner und zukunftsgerichteter wäre die HEQ5. Soweit ich weiß, Kabelführung innen liegend und noch Luft nach oben für einen größeren Newton, Refraktor, MC, SC. Oder ne AVX von Celestron.
Sprengen aber bei beiden, bei den jetzigen Preisen, das Budget.

Es gibt schon einiges mit dem man anfangen kann und das, na ja, für halbwegs erschwingliches Geld.
Da eh erst visuell beobachtet werden soll, wird Enrico was finden.

Das was man will oder nicht will, was man erwartet oder nicht erwartet, ... ... ...
wird sich eh erst mit der Zeit raus stellen.
Nur am Rande, bei mir hats 5 jahre gedauert bis ich mein(e) Setup(s) gefunden habe.
Jetzt gehts eigentlich nur noch darum an der oder der Ecke was zu verbessern, nice to have anschaffen, etwas Luxus ;) reinbringen... ... ...
Aber grundsätzlich steht alles.

Das was man nicht kaufen kann, g'scheits Wetter :unsure:.
 
Hi!

Die LXD55 hatten wir vor Jahren im Verein mit einem 10"-Schmidt-Newton angeschafft - war die erste Montierung, die ich weggeschmissen habe, weil wir sie nie wirklich zum Laufen gebracht hatten. Nur das Stativ hat bis heute überlebt.

Nimm lieber etwas aktuelles, für das es auch noch Ersatzteile gibt, wenn etwas kaputt geht.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Enrico,

Du bist ein heiß begehrter Neukunde ;-)

Schaun wir mal was Du nicht kaufen musst.

Z.B. auf einem aktuellen Mac (M1 / Monterey 12.6) läuft bei mir:
Stellarium / kstars / PHD2 / SiriL / Nebulosity4 - 64 / Lynkeos / FITS Liberator

Das kannst Du Dir schon mal vorher anschauen.

Deine Kameraausrüstung sollte für die ersten Jahre für viele spannende Motive
ausreichend sein. In Stellarium kannst Du Dir den Bildausschnitt vorab ansehen.
Eventuelle Linienfilter lassen sich auch vor dem Objektiv verwenden.
Z.B. der Pferdekopfnebel und Umgebung passt schön in ein 300mm Teleobjektiv mit
APS-C-Kamera. NGC 2244 oder M8/M20 (NGC 6523 / NGC 6514) konnte ich sogar mit dem Fernglas am Stadthimmel Münchens auffinden.

Was fehlt ist eine parallaktische Montierung ( Tragkraft ca. 8kg ohne Gegengewichte ) die auch zum Guiden geeignet ist.
Leichten Wind steckt die bei Fotoequipment gut weg.
Nachführen kannst Du mit PHD2 und einer entsprechenden Kamera ( INDI-Webcam, etc.) welche sich auch an ein vorhandenes Objektiv o.ä. adaptieren lässt.

Zur visuellen Beobachtung ist der klassische Newton ein gesunder
Kompromiss welcher den Geldbeutel nicht zu sehr belastet.
Den bekommt man oft günstiger zur Montierung mit dazu.

Ein Okular kann man aber auch an ein Teleobjektiv adaptieren und sich schon
mal an der Kugel mit dem Ring freuen.
Das Teleobjektiv zoomt Dich auch zum Schnorchel des Tornados.

Und dann bist Du wieder Hobbymeteorologe da Dir wirklich bewusst wird wie
oft der Himmel bewölkt oder zu dunstig ist. So gibt es sicher mehr Stürme zu jagen als klare Nächte.

Alle Gute
Klaus
 
Hallo Enno, @enno82

Du hast schon viele Ratschläge bekommen und es ist vermutlich noch nicht viel einfacher geworden eine Entscheidung zu treffen. ;)

Vielleicht hilft Dir mein/unser astronomischer Werdegang etwas weiter. Astronomische Beobachtungen führen meine Frau und ich gemeinsam durch. Wir beide haben im Sommer vor gut zwei Jahren mit einem 10" | F/5 Dobson begonnen. Wir wohnen in einem Vorort im Süden von München. Wir haben einen Beobachtungsplatz bei uns in der Nähe ( 30 Minuten Fahrt einfach) gefunden und haben ab da keine klare Nacht mehr versäumt, bei der wir nicht unseren Dobson am Land draußen aufgebaut hatten. Astronomie Begeistert! Winkel-Enkoder an die Dobson Kiste gebaut, eine neue Dobson Kiste konstruiert und gebaut, eine EQ-Plattform beschafft. Träume von 12", 16" und 20" Newton, mehr als tausend Euro in Okularen versenkt.

Also reine visuelle Astronomie. Was sonst? Wir wollten nie Astrofotografie machen und können uns bis heute nicht vorstellen am PC nur zuzuschauen wie der freie Speicherplatz auf der Festplatte kleiner wird um dann Tage, Wochen später ein Bild vor sich zu haben.

Das war gesetzt, bis ich über EAA gestolpert bin. Endlich etwas live sehen, am Bildschirm was man nur von den Astronomie-Aufnahmen her kannte? In Farbe? Kein mausgrauer Fleck auf hellgrauen Hintergrund? Unglaublich!

Soweit ich weiß hat Ewald/ @MünchenBeiNacht mit solch einer Montierung von Celestron und dem 130-er auch angefangen und dann "unverschämt" ;) ausgebaut.
Mathias hat Recht. Das Celestron Nexstar 130SLT war mein Toröffner zu EAA. Unglaublich was das Teleskop heute neu kostet! Ich konnte es Anfang 21 gebraucht in neuwertigen Zustand für damalige Verhätnisse für teure €400 kaufen. Mit einigen Änderungen und Anpassungen bin ich heute bei einer Skywtacher AZ-EQ5 Goto mit Starsense Autoalignement und habe zwei Newton einen Skywatcher 200PDS (1.000 mm | f/5) und einen Skywatcher Quattro 150P ( 504 mm | f /3,84 durch 0,84 Reducer/Komakorrektor).

Ich denke fast, uns Anfänger bleibt es einfach nicht erspart sich in Schritten im Laufe der Zeit zu entwickeln. Allerdings bin ich auch überzeugt, dass ich nicht so bald damit fertig bin. Jeden Tag gibt es wenn man sich mit Astronomie beschäftigt was neues zu lernen, zu entdecken. Kürzlich hat jemand geschrieben, er ist jetzt schon vierzig Jahre Anfänger! ;) Das trifft es gut und ich habe noch gut 38 Jahre vor mir!

Wenn ich zurückblicke habe ich nichts bereut gekauft zu haben. Einzig wenn ich noch Mal beginnen würde, würde ich mit jetzigen Vorstellungen und Wissen mir den Umweg über den visuellen Dobson sparen. Das war im Vergleich zu EAA für mich eine Sackgasse, auch wenn ich mich vom Dobson und den Okularen noch nicht trennen möchte.

Warum?

Weil ich visuell Andromeda so nie sehen können werde ....

M31_ALL_EAA_Stack_2292frames_9168s_WithDisplayStretch.jpg


... das ist in Echtzeit nur mit EAA Ausrüstung möglich. Meine Frau und ich stellen unser EAA Setup jede Nacht neu in den Garten und wenn man alle Vorbereitungen einrechnet ca. 30 bis 40 Minuten mit Setup aufbauen, Starsense Autoalignement, Autofokus per ZWO EAF, Flats erstellen, Zielobjekt anfahren, mit Falcon Rotator Kamera ausrichten - ab da steuern wir das Setup aus dem Haus heraus und beobachten am Monitor wie in diesem Fall Andromeda sich aufbaut und von Aufnahmen zu Aufnahme, hier Blichtungszeiten von 8 Sekunden besser und schöner wird. In diesem Fall haben wir uns den Blockbuster "Making Andromeda" mit gut zwei-und-eine-halbe Stunde reingezogen.

Das Bild oben ist das letzte Bild des laufend angezeigten Stacks abgespeichert ohne weitere Bearbeitung, einfach als JPG-Souvenir an diese Beobachtungsnacht aufgehoben.

Viel Vorfreude und viel Spaß noch hier. Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Moin Ewald,

so stelle ich mir das exakt vor. Vielen Dank für dein Input.
Machst du jetzt eigentlich mit den 200er oder 150er bessere Ergebnisse? Das 200er könnte ich evtl für 350 Euro bekommen.
 
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Hallo Enno,

Ach ja, würde für das EAA ein Skywatcher P reichen oder muss es ein PDS sein?
die einzige Frage die sich stellt, ist erreicht man mit der P-Ausführung und einer Kamera den Focus.

Genaue technische Fakten weiß ich nicht, aber sinngemäß ist es so, die PDS Reihe hat größere Fangspiegel, damit kann eine bestimmte Kamerasensorgröße vollständig ausgeleuchtet werden. Newton Modelle die für visuelle Anwendungen ausgelegt sind, haben kleinere Fangspiegel da muss ja auch nur ein "Okular" ausgeleuchtet werden. Dadurch hat man eine kleinere Obstruktion und visuell besseren Kontrast.

Außerdem ist der sogenannte Backfokus wichtig. Jetzt auch nur wieder sinngemäß erklärt, durch die Position des Fangspiegels näher zum Hauptspiegel oder weiter weg vom Hauptspiegel bestimmt man wie viel Backfokus man verwenden kann. Fotografisch will man immer möglichst viel Backfokus haben. Die PDS haben mehr Backfokus als die anderen Skywatcher Reihen.

Wichtig ist auch welche Kamera man einsetzt. Es gibt Modelle die haben zwischen Oberseite Kamera und Sensor nur einen Abstand von 5 mm, andere haben einen Abstand bauart-bedingt von 15 mm und mehr. Kameras mit weniger Abstand können mechanisch oft noch bei Newtons mit weniger Backfokus verwendet werden um in den Fokus zu kommen, hingegen Kameras mit größeren Abstand erfordern größeren Backfokus und können dann eben nicht eingesetzt werden.

Die PDS Reihe ist in allen Belangen genau für Astrofotografie und damit auch für EAA ausgelegt. Hat ausreichend Backfokus und leuchtet einen Kamerasenor ausreichend aus. Alleine deshalb würde ich nur die PDS Reihe ( f/5 ) oder die Quattro Reihe ( f/4 ) nehmen. Alles andere kann gehen oder mit Umbauten gehen. Aber warum kompliziert wenn es einfach geht. Jeder Umbau macht Arbeit und kostet Zeit, Aufwand und am Ende Geld.

Also einfach und kurz geantwortet, wenn Du vorhast EAA oder Astrofotografie jetzt oder in Zukunft zu machen, ja es muss ein PDS sein. Oder auch ein Newton eines anderen Herstellers der fotografisch ausgelegt ist.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
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Hallo Enno,

Machst du jetzt eigentlich mit den 200er oder 150er bessere Ergebnisse?
Das ist die falsche Frage, aber die Antwort wäre: andere.

Der 200PDS hat 1.000 mm Brennweite und einen 8" Spiegel. Der Quattro 150P - wichtig ist das Quattro - nicht verwechseln mit einem 150P ohne Quattro - hat einen 6" Spiegel, 600 mm Brennweite und mit dem serienmäßigen Komakorrektor / Reducer eine Brennweite von 504 mm bei f/3,4.

Je kürzer die Brennweite um so größeren Objekte kann man komplett oder mit ausreichend Umfeld beobachten. Die 504 mm sind sogar noch etwas zu lang für Andromeda welche definitiv zu den größten Objekten gehört.

Für kleinere Objekte nimmt man in der Regel lange Brennweiten. Für Planeten kann die Brennweite nicht groß genug sein. Lieber 2m als 1m, lieber 4m als 2 m Brennweite. Deshalb hilft man dann bei 1m Brennweite mit einer Barlow nach.

Je größer der Spiegel ist um so feinere Details kann man einfangen und deshalb Kameras mit kleineren Pixeln verwenden.

Alles hängt mit allem zusammen. Deshalb kann ich Deine Frage nicht beantworten, welches Teleskop bessere Ergebnisse liefert. ;)

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
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