ZWO ASI183 MM Pro Mono oder nicht Pro Version

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AstroNoiZe

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Hey!
Ich überlege gerade welche Monochrome Astro Kamera ich mir zu Weihnachten kaufe.
Die 183MM Pro gibt es für 1400 und die Ungekühlte Nicht Pro Version für 900.
Der Sensor ist der gleiche. Ist der Buffer-Speicher und die Kühlung 500 Euro Wert, oder ist der Unterschied nicht so gravierend, da der Sensor der gleiche ist?
CS
Niklas
 
Da man bei der Kamera Darks braucht um das Verstärkerglühen zu beseitigen macht eine gekühlte Kamera mehr Sinn. Ohne Küglung wird es sonst schwierig die Darks bei der selben Temperatur zu erstellen wie die Lights. Zumal sich die Temperatur ja während einer Session ständig ändert.

Ciao, Udo
 
Gerade bei alten Sensoren ist Kühlung "pflicht." Für 1400 Euronen, kriegst fast eine Kamera mit dem IMX571C

Tschau.
Vincent
 
Also eher für Deep Sky Objekte und hoffentlich bald an einem Reflektor Teleksop. Bis jetzt ist es noch das wide field Skywatcher 102/500
 
Mono braucht dann aber noch Filterrad plus Filter. Kenne jetzt die aktuellen ZWO Preise nicht, kommen aber auch nochmal ca. 500-700€ oder mehr dazu.

Du bist ja, deinen anderen Threads nach, noch recht neu dabei und fotografierst aktuell mit einer DSLR richtig? eine ungekühlte Astrokamera für Deepsky macht nicht viel Sinn, da kannst du auch bei deiner Spigelreflex bleiben oder günstig eine astromodifizierte DSLR anschaffen, falls deine das nicht ist. Nicht zuletzt weil die auch ein fast 3-Fach größeres Bildfeld (APS-C Format) ggü. einer ASI 183 (1“ Sensor) hat.

Als einen ersten richtigen Quantensprung gegenüber einer DSLR ohne gleich um 2.000€ und mehr auszugeben, besorg dir doch eine gebrauchte Moravian G2-8300 Mono oder Atik 314+ Mono oder Ähnliche mit KAF-8300 Sensor die hier immer mal wieder angeboten werden.

ist zwar beileibe nicht die neuste Technik, aber robust, zuverlässig, gekühlt, und mit Filterrad und Filtern häufig schon für um 1.000€ oder sogar weniger gebraucht zu finden. Damit kannst du viel Spaß haben und objektmäßig erstmal alles abgrasen. Der Bildsensor ist mit 18 x 13,5 mm auch nicht gerade klein. Die haben zwar ein höheres Ausleserauschen ggü. moderneren CMOS Astrokamerad, aber bei deinem scheinbar sehr lichtverschmutztem Himmel fällt das auch nicht so stark ins Gewicht, höchstens bei Schmalbandfiltern.

eine andere Möglichkeit ist eine ASI1600 in Mono - damit habe ich aber selbst keine Erfahrungen. Die war und ist hier aber auch sehr verbreitet und technologisch neuer.

Das mag zwar nicht die populärste Empfehlung sein, aber meiner Meinung die aktuelle preiswerteste Möglichkeit um als Einsteiger solide auf Mono und gekühlt umzustellen.

Grüße,
Alex


p.s. Oder halt Farbkamera mit aktuellerem IMX571C Sensor um 1.400€ neu, wie @NanteAstrophotography_274 schon geschrieben hatte.

p.p.s.
ich bin zwar auch großer Mono-Fan, unterschätz die Verkomplizierung dadurch aber nicht. Du brauchst dann jeweils 3 Bildserien (4 mit Luminanz-Aufnahmen) mit jeweils eigenen Flats, etc. das muss alles erstmal aufgenommen werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mono braucht dann aber noch Filterrad plus Filter. Kenne jetzt die aktuellen ZWO Preise nicht, kommen aber auch nochmal ca. 500-700€ oder mehr dazu.

Du bist ja, deinen anderen Threads nach, noch recht neu dabei und fotografierst aktuell mit einer DSLR richtig? eine ungekühlte Astrokamera für Deepsky macht nicht viel Sinn, da kannst du auch bei deiner Spigelreflex bleiben oder günstig eine astromodifizierte DSLR anschaffen, falls deine das nicht ist. Nicht zuletzt weil die auch ein fast 3-Fach größeres Bildfeld (APS-C Format) ggü. einer ASI 183 (1“ Sensor) hat.

Als einen ersten richtigen Quantensprung gegenüber einer DSLR ohne gleich um 2.000€ und mehr auszugeben, besorg dir doch eine gebrauchte Moravian G2-8300 Mono oder Atik 314+ Mono oder Ähnliche mit KAF-8300 Sensor die hier immer mal wieder angeboten werden.

ist zwar beileibe nicht die neuste Technik, aber robust, zuverlässig, gekühlt, und mit Filterrad und Filtern häufig schon für um 1.000€ oder sogar weniger gebraucht zu finden. Damit kannst du viel Spaß haben und objektmäßig erstmal alles abgrasen. Der Bildsensor ist mit 18 x 13,5 mm auch nicht gerade klein. Die haben zwar ein höheres Ausleserauschen ggü. moderneren CMOS Astrokamerad, aber bei deinem scheinbar sehr lichtverschmutztem Himmel fällt das auch nicht so stark ins Gewicht, höchstens bei Schmalbandfiltern.

eine andere Möglichkeit ist eine ASI1600 in Mono - damit habe ich aber selbst keine Erfahrungen. Die war und ist hier aber auch sehr verbreitet und technologisch neuer.

Das mag zwar nicht die populärste Empfehlung sein, aber meiner Meinung die aktuelle preiswerteste Möglichkeit um als Einsteiger solide auf Mono und gekühlt umzustellen.

Grüße,
Alex
Dankesehr für die vielen und detaillierten Infos. Ich seh es auch so, dass von einer DSLR auf eine ungekühlte Kamera quasi das gleiche ist wie eine Astrommodifizierte DSLR. Mit der Sensorgröße ist ein Argument. Ich werde mich in der Richtung mal schlau machen! Danke dir jedenfalls sehr!
 
Eventuell ist es auch eher ein Rückschritt.

In jedem Fall würde ich wenn ich schon von einem relativ großen Sensor komme den SPrung auf ein gekühltes System machen und mir dann eben gut überlegen, ob es wirklich Mono sein muss oder ich mir den Aufpreis spare (oftmals sind bei ansosnten identischer Kamera die monoversionen teurer und es kommen noch Filterrad und mehrere Filter dazu) oder eine Farbkamera eventuell dann ja mit einem Multibandfilter reicht.
Ansonsten bleibt auch noch die Möglichkeit nach einer gekühlten (umgebauten) DSLR Ausschau zu halten, dann ändert sich am bisherigen Arbeitsablauf faktisch nichts und man hat einen gekühlten (relativ großen) Sensor.
Von all dem bgesehen bin ich mir auch nicht sicher, ob gerade eine 183mm oder mc nun für dich von einem relativ großen Sensor kommend mit ihrem kleineren Sensor wirklich ein Gewinn ist. Das hängt sehr von den Objekten im Deepsky ab, auf die du dich (eventuell) konzentrierst.
 
Aber ist eine Farb Astro Kamera denn so viel besser als eine DSLR? Also ich dachte schon ich müsste auf mono gehen um wirklich einen Qualitätsunterschied zu sehen. Und den kleinen sensor kann man doch sicherlich mit einem Reducer beheben oder?
 
Moin,

inzwischen ist das ne Glaubensfrage.

Dank der engbandigen Multibandfilter kann man mit einer "richtigen" Astrokamera, gerade wenn sie gekühlt ist, nahezu das gleiche mit weit kleinerem Aufwand erreichen, als mit ner Monokamera, wo man zusätzlich noch Filterrad und min. 4 Filter (L-R-G-B+Ha+OIII) braucht, während man bei einer color-Kamera eben nur 3 Filter braucht, die man natürlich auch in ein Filterrad setzen kann, aber auch noch per Schublade wechseln kann, was bei 4 und mehr Filtern irgendwann mühsam wird. Grundsätzlich kann man auch mit einer astromodifizierten DSLR/DSLM mit Multibandfiltern arbeiten, allerdings bietet die gekühlte Kamera ein besseres Rauschniveu.

An Deiner Stelle würde ich mir sehr überlegen, ob ich von der DSLR auf den kleinen Sensor wechseln würde und ob mir der Aufwand mit dem deutlichen "Mehr" an Fotoaufwand, Filtern, Technik das wert ist. Ich rate immer erstmal nach dem "eigenen" Equipment auf Astrobin zu suchen und zu schauen, wie viel "Luft" nach oben da noch drin ist.

Das Ergebnis ist allermeistens massiv ernüchternd, wenn man sieht, was man mit dem eigenen Epuipment mit den entsprechenden Skills erreichen kann.

Ich bin da sehr stark bei @dako76.

CS
Jörg
 
Ein Mono Bild mit einer Recht alten Kamera kann man mit einem der aktuellsten Sensoren nicht vergleichen, der imx571 gewinnt da gnadenlos .
Schon alleine das Ampglow meiner Meinung ein großer Nachteil.

Der ja Recht Stark ausgeprägt ist beim imx183
 
Aber ist eine Farb Astro Kamera denn so viel besser als eine DSLR?
Das kommt auf die DSLR an, also aus welcher Generation der Sensor ist und eben auch auf die Astrokamera (ebenfalls letztendlich den Sensor). Gerade bei Astrokameras schwirren teilweise noch mittlerweile technisch völlig überaltete Sensoren auf dem (Neu!) Markt herum wie z.B. der IMX071. Der ist aus DSLR Sicht völlig überholt. Im Gegenzug bringt die Astrokamera dann (sofern die DSLR/DSLM nicht entsprechend umgerüstet wurde) die Kühlung als Plus mit.


Also ich dachte schon ich müsste auf mono gehen um wirklich einen Qualitätsunterschied zu sehen.
Was nennst du denn Qualitätsunterschied? Im Grunde muss man ja auch gegenrechnen, dass man mit einer Monokamera je nach Motiv eben die zigfache Aufnahmezeit benötigt (z.B. R+G+B+L+Ha+O3 gegenüber RGB und einem Multibandfilter). Wenn man dann das Mehr an Aufnahmezeit pro Kanal, die man mit der Farbkamera wiederum sammeln kann mit einbezieht ...


Und den kleinen sensor kann man doch sicherlich mit einem Reducer beheben oder?
Das kommt auf dein Teleskop an und natürlich darauf, ob du nicht schon jetzt einen Reducer verwendest.
 
Hallo Nante,

der relativ alte Chip ist sicher nicht der letzte Schrei, grundsätzlich dürfe da gekühlt schon was gehen, nur Niklas kommt von einer DSLR mit APS-C Sensor und würde damit auf einen deutlich kleineren Sensor wechseln, mit wenig Erfahrung aber viel mehr to do's. Da ist eher nachrangig ob der Chip alt oder neu ist - der Mehraufwand bleibt und dann noch auf Mono - warum nicht Farbe? Da kann er den Multibandfilter auch an der DSLR nutzen (Mehrfachnutzen)?

Ich bin allerdings der Ansicht, dass er mit der Kamera und dem kleinen Chip den falschen Weg einschlägt. Dann lieber DSLR astromodifizieren lassen und sparen, bis man sich was mit vernünftiger Chipgröße leisten kann UND mehr Erfahrung hat, um das auch nutzen zu können. Bis er seine DSLR ausgereizt hat fließt noch viel Wasser den Rhein runter und einfach in vermeintlich bessere Technik investieren freut nur einen - den Händler.

CS
Jörg
 
Hallo Niklas,

Also eher für Deep Sky Objekte und hoffentlich bald an einem Reflektor Teleksop. Bis jetzt ist es noch das wide field Skywatcher 102/500
ich hatte mir die ASI183MC ungekühlt als erste Kamera für meinen Skywtacher 130PDS besorgt. Ich musste feststellen, dass der 5" Spiegel nicht die ausreichende Auflösung für die kleinen Pixel der ASI183MC ( 2,1 µm ) liefert. Darum habe ich dann eine ASI294MC ( 4,6 µm ) ungekühlt nachgerüstet. Inzwischen habe ich zusätzlich einen Skywatcher 200PDS und der 8" Spiegel hat jetzt ausreichend Auflösung um ausreichend Details für die 183MC zu liefern. Die kleineren Pixel merkt man dann schlichtweg in der Größe der Sterne.

Ich konnte mal einen Vergleich von M57 machen und zwei Bilder die unter ganz ähnlichen Seeing Bedingungen und ähnlichen Belichtungs-Konditionen entstanden. Links 294 MC | Rechts 183 MC. Beides sind finale EAA Livestack aus Sharpcap, abgespeichert ohne Postprocessing. Gesamtstacking Zeit ca. 15 Minuten, ca. 50 Einzelaufnahmen zu je 16 Sekunden.

M57_Vergleich_ASI294_ASI183.jpg


Aktuell überlege ich mir eine ASI533 ( Pixel 3,6 µm ) ungekühlt zu zulegen um mit dem Skywatcher Quattro 150P mit etwas kleineren Pixel arbeiten zu können. Ich denke mit dem 6" Spiegel würde dies gut funktionieren.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
In Sachen allgemeiner Bildqualität sind einigermaßen aktuelle DSLRs kaum schlechter als viele Astrokameras. Aber: DSLRs haben halt häufig ein paar Probleme. Manche DSLR-Firmware "optimiert" selbst die RAW-Bilder - was wir in der Astrofotografie so gar nicht gebrauchen können weil u.U. kleine, dunklere Sterne einfach "rausgerechnet" werden etc.
Dazu kommen ggf. Sensorfehler (Verstärkerglühen, Banding). Das kann man aber durch gute Kalibrierung beheben.

Aber: Zu einer guten Kalibrierung gehören halt Darks die unter identischen Bedingungen aufgenommen werden wie die Lights die man damit kalibriert. Und das ist bei einer DSLR (außer ggf. einer umgebauten DSLR mit Kühlung) halt nicht möglich. Im Gegenteil: Der Sensor einer DSLR erhitzt sich im Laufe einer Aufnahmesession. Bei meiner Canon z.B. locker um 10-15°C. Damit kann man die Bilder aber nicht mehr "perfekt" kalibrieren. Klar: Man kann trotzdem gute Ergebnisse erreichen - aber eine gekühlte Kamera ist da halt spürbar im Vorteil weil man die Temperatur kontrollieren kann.

Aktuelle Sensoren (IMX533, IMX571 etc.) in Astrokameras sind schon sehr gut. In Sachen Lichtempfindlichkeit vielleicht kein sooo großer Schritt von der DSLR, aber diese Sensoren zeigen kein Verstärkerglühen und die Darks und Bias sind so "flach" das man eigentlich gar keine mehr braucht. Zudem ist das Ausleserauschen sehr gering. Und auch das thermische Rauschen ist sehr niedrig - womit eine Kühlung eigentlich gar nicht mehr viele Vorteile bringt. Außer man belichtet sehr, sehr lange Einzelframes unter sehr, sehr dunklem Himmel. Unter einem hellen Vorstadthimmel mit dann angesagten relativ kurzen Belichtungszeiten wird man da kaum Unterschiede sehen. Am ehesten noch wenn man mit sehr schmalbandigen Filtern (Dual-Band oder Ha/OIII/SII) arbeitet und die Belichtungszeit damit nach oben schraubt - irgendwann kommt dann halt doch das thermische Rauschen ins Spiel. Je länger die Belichtungszeit der Einzelframes, desto mehr Einfluss hat das thermische Rauschen. Ob es tatsächlich sichtbar wirkt hängt halt davon ab wie hell der Himmel insgesamt (ggf. hinter den Filtern) ist.

Mono vs. OSC: Bei Sensoren mit vergleichbaren technischen Daten ist eine Mono-Kamera empfindlicher weil die Bayer-Matrix der OSC doch etwas Licht schluckt. Außerdem nutzt die OSC halt nur 25% (rot/blau) bzw. 50% (grün) der Pixel für die einzelnen Farben. Der Rest wird interpoliert. Was bei RGB-Aufnahmen auch recht gut funktioniert. Mit Dual-Schmalbandfiltern klappt die Interpolation nicht mehr ganz so gut. Da trennt man ja die Kanäle und insbesondere im Rotkanal (Ha, SII) hat man dann wirklich nur 25% der nominellen Auflösung der Kamera (auch das wird aber durch "geschickte Interpolation" verschleiert...). Eine Mono liefert hier schlicht 4 mal mehr Pixel ab - was neben der etwas besseren Detailauflösung auch Einfluss auf das Rauschen hat. Im Prinzip könnte man die Bilder von OSC und Mono auf 25% verkleinern (quasi Software-Binning 2x2) und hätte dann die selbe Auflösung in H-Alpha (oder SII). Dann würde die Mono aber klar vorne liegen, weil sie praktisch 4 Bilder "gleichzeitig" - bezogen auf das Bildrauschen - aufnimmt - es würde halt ein Mittelwert aus 4 Pixeln gebildet - ähnlich wie beim Stacking von 4 Bildern. Dazu kommt halt die generell etwas höhere Empfindlichkeit der Mono (wenn man gute Filter mit hoher Transmission verwendet). Bei OIII sieht es für die OSC natürlich besser aus....

Eigentlich müsste man also mit der OSC 4 mal so lange in Halpha (oder SII) belichten wie mit der Mono um wirklich vergleichbare Daten (im Bezug auf Rauschen und SNR) zu bekommen (und hat dann trotzdem eine - trotz Interpolation - etwas geringere Auflösung). Das gilt natürlich auch in ähnlicher Form für RGB. Wenn man mal die Interpolation außer Acht läßt ergibt sich sehr stark vereinfacht:

Wenn man mit einer OSC und Dualband-Filtern arbeitet und jeweils eine Stunde RGB, Ha/OIII und OIII/SII mit entsprechenden Dualbandfiltern aufnehmen würde, braucht man dafür 3 Stunden. Mit einer Mono erzielt man ein vergleichbares Ergebnis mit 15 Minuten Rot, 30 Minuten G, 15 Minuten B, 15 Minuten Ha, 45 Minuten OIII und 15 Minuten SII. Insgesamt also 2h15m. Dazu macht man dann ja in der Regel noch Luminanzaufnahmen mit der Mono (bei der OSC kann man das durch eine "künstliche L-Aufnahme" als Verrechnung von RGB ersetzen). Also landet man insgesamt dann bei vergleichbaren Zeiten - hat aber natürlich mehr Einfluss und kann die Filter nach belieben (bzw. nach Erfordernissen des Zielobjekts) gewichten. Hat ein Ziel beispielsweise bekanntermaßen keine nennenswerten SII-Anteile lässt man das bei der Mono einfach weg. Möchte man H-Alpha-Knoten in Galaxien herausarbeiten macht man mit der Mono halt nur LRGB und Ha.

Wie gesagt: Sehr, sehr stark vereinfacht.... In der Praxis "mogeln" die Interpolationsverfahren der Bildbearbeitung da natürlich noch ein wenig. Das lässt die OSC dann insgesamt besser aussehen. Aber Interpolation ist halt immer "ein Ratespiel". Effektiv ist die Auflösung der OSC eigentlich geringer als die der Mono - die fehlenden Pixel werden "erraten". Daher ist der tatsächlich sichtbare Unterschied nicht so groß wie es sich oben anhört. Zumal wir ja auch meist mit "zu kleinen Pixeln" arbeiten (oversampling - gemessen am Seeing) und es daher praktisch keine Details gibt die tatsächlich nur auf einem Pixel erscheinen würden. Durch Seeing, Mängel der Optik, nicht perfekte Fokussierung "verschmieren" die Details in der Regel über mehrere Pixel - das kommt der OSC zu Gute, weil nur dadurch die Interpolation einigermaßen glaubwürdige Ergebnisse produziert. Bei der Mono ist aber die nicht interpolierte Auflösung besser - damit hat man ggf. etwas mehr Spielraum zum Drizzlen (wenn man eine gute Optik und eine darauf abgestimmte Sensorauflösung nutzt).

Ciao, Udo

P.S.: Der IMX533 - egal ob ungekühlt oder gekühlt - ist ein moderner Sensor. Kein Ampglow. Keine Auffälligkeiten in den Darks und Bias (auf die kann man daher verzichten). Aber das Ding (ich hab' auch Einen) ist halt schon verdammt klein.... Für Galaxien (abseits von M31...) und PNs toll - für großflächige Nebelgebiete schwierig. Das quadratische Format gefällt mir persönlich gut - war sogar mit ein Grund für die Kaufentscheidung.
 
Moin Udo,

das beschriebene "StarEater"-Phänomen kommt hauptsächlich bei Sony-Kameras vor, bei Canon habe ich davon noch nichts gehört, Nikon dito. Bei den DSLR ist das Auftreten von AmpGlow bei den neueren Sensoren auch weitgehend Geschichte, durch die Autofokus-Funktionen treten charakteristische Pixelfehler auf, alles aber kalibrierbar.

Alle drei potenziellen Wege.

-DSLR/DSLM,
-mono-Astrokamera und
-OSC-Astrokaamera

haben ihre Schwächen und Stärken, wurde im Thread ja auch schon beschrieben.

Was das eine System, z.B. Einfachheit des Vorgehens, bietet, erkauft man mit Nachteilen an anderer Stelle. Dass das technische Optimum an Effizienz und Flexibilität die Mono-Kamera mit Einzelfiltern ist, ist unbestreitbar, dafür hat man eben mehr Aufnahmen, mehr EBV, mehr Technik, die beiden Color-Varianten haben selbstredend auch ihre Schwächen, so eben die geringere Effizienz und die auch nicht triviale Bearbeitung, wenn ich meinen "RGB"-Schuß mit Schmalbandanteilen aufwerten möchte und dazu ein oder zwei Multibandfilter einsetze. Wie @ubit schreibt, einen klaren "Sieger" gibt es da nicht, daher auch meine Formulierung "Glaubensfrage" - es liegt an der persönlichen Präferenz des Fotografen, was er machen möchte. Wenn man sich auf Astrobin umsieht und feststellt, was mit irgendwelchen Altglasscherben und einer 1000Da möglich ist und dann sieht, was mit zigtausend-Euro-Equipment teilweise für ein Murks abgeliefert wird wird einem deutlich, dass es da keinen Königsweg gibt, der per angemessener Zahlung an einen Händler das Ergebnis in Hubble-Höhen pusht.
In meinen Augen sollte man einfach anfangen, da ist eine DSLR ein guter Weg, Erfahrungen sammeln, sein Arbeitsgebiet schärfen und dann richtig investieren, dann kommt man auch zu einem guten Ergebnis.
Da Niklas noch nicht sehr lange in dem Metier unterwegs ist würde ich ihm raten, seine DSLR, wenn sie das nicht ist, modifizieren zu lassen und dann erstmal damit zu arbeiten, Erfahrungen zu sammeln und seine "Kröten" zusammenzuhalten und wenn er sich entsprechend entwickelt hat weiter zuzukaufen und nicht gleich Geld in die Welt zu ballern, er hat ja sein restliches Equipment auch noch nicht zusammen. Eins nach dem anderen, systematisch, das ist in meinen Augen zielführend. Ich bin da etwas konservativ, aber das auch ein gut Stück aus langer Berufserfahrung. Eine solche eher zurückhaltende Strategie funktioniert nicht nur in unserem Hobby.

CS
Jörg
 
Hallo,

für mich wäre der erste logische Schritt (nach DSLR) eine gekühlte Farbkamera. Vor allem als Anfänger. Die potentiellen Fehlerquellen sollten meiner Meinung nach so niedrig wie möglich gehalten werden. Ich denke als erstes sollten die Aufnahmen, die Kalibrierung und die Bildbearbeitung sitzen. Der Aufwand ist auch viel geringer und ich kann in kurzer Zeit mehr Bilder schießen und habe mehr Zeit zum üben inkl. brauchbaren Material.

Grundsätzlich würde ich mir das entsprechende Equipment bei Telescopius sowie bei Astronomy Tools anlegen und mir FOV, CCD Suitability etc.. mal anschauen. Gerade mit unterschiedlichen Brennweiten und Kameras damit ich grob einordnen kann ob das alles passt.

Wenn man dann "irgendwann" soweit ist kann man immer noch auf Mono wechseln.

Ich fotografiere jetzt 1 Jahr mit meiner DSLR. Eigentlich bin ich bis dato zufrieden. Das einzige was mich daran stört ist die Tatsache das gerade die Temperaturen nicht standardisiert werden können und es dadurch komplexer wird. Das sind Dinge die kommen noch on Top drauf.

Keep it smart and simple........

CS
Dominik
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Sicht: es hängt alles am Einsatzzweck. Wenn Du mit normalen Teleskopen DSO Astrophotos machen willst, brauchst Du bei Lichtverschmutzung früher oder später Schmalbandfilter. Die müssen deutlich länger belichtet werden. Also gekühlte Monokamera mit elektrischem Filterrad und Autoguider. Alles andere verschenkt Belichtungszeit, was angesichts der hiesigen Wetterbedingungen sehr unschön ist. Daher gilt: Wer Farbe oder ungekühlt kauft, kauft zweimal (siehe die Angebote hier im Forum).

An schnellen spezialisierten Teleskoptypen wie RASA, wo ein Filterrad nicht geht, hast Du mit Farbe mehr Spass. Bei EAA und an Planeten auch, da braucht es keine Kühlung.

Die 183mm pro ist mit ihren kleinen 2.4um Pixeln eine echte Allzweckwaffe für Brennweiten um 500-700 mm, mit ca 1 Pixel/arcsec und einem Sichtfeld um 1 Grad. Mit längeren Brennweiten kommst Du ins Oversampling. Gain 50, Bias 8 und alles ist gut.

Der Amp Glow in der rechten Ecke ist in der Praxis kein Problem. NINA Flat Assistant mit Flat Darks anklicken, Filterrad läuft einmal durch, und fertig. Nicht mit Bias Frames arbeiten, das klappt bei CMOS nicht gut.

Je nachdem, ob Du Deine DSLR schon guidest und evtl visuelle Einschraubfilter für Okulare hast, kann als erster Schritt auch eine ungekühlte Monokamera ein spannender Weg sein. Ich habe mit einer ASI290m mini am Klappspiegel angefangen. Die tut jetzt als Guider ihren Dienst.
 
....Als einen ersten richtigen Quantensprung gegenüber einer DSLR ohne gleich um 2.000€ und mehr auszugeben, besorg dir doch eine gebrauchte Moravian G2-8300 Mono oder Atik 314+ Mono oder Ähnliche mit KAF-8300 Sensor die hier immer mal wieder angeboten werden......
Der 8300 ist selbst gekühlt in jeder Hinsicht überholt. Davon würde ich jederzeit die Finger lassen.

Gruß Markus
 
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