Hallo an Alle,
In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit den Mond mit dem neuen Svbony 3-8mm zu beobachten. Ich möchte davon erzählen wie das Okular zu meinen Augen und zu meinen Objektvorlieben passt. Deshalb soll ein Vergleich zu anderen Okularen hier nicht relevant sein.
Mein Standort ist ein Bortle 4 mit Garten- Haus- und Straßenbeleuchtung im nahen Umfeld. In den letzen Tagen waren die Temperaturen 0° bis -4° und die Luftfeuchtigkeit bei 55%. Der Himmel ist Wolkenfrei und die Sterne funkeln nicht.
Der OTA ist ein Omegon 61/335 Apo Triplett mit einer 1 ¼” Dielectric Coated 90° Spiegel Diagonale.
Bei der Beobachtung habe ich eine “Bügelhilfe” als Sitz/Stützgelegenheit und das Stativ ist in einer Höhe von 130cm plus 30cm für die AZ- Nexstar GT- Montierung. Ich beuge meinen Kopf nicht nach unten sondern sehe etwas seitlich, wie beim Newton, ins Okular, den Zenitspiegel etwas gedreht. Das gibt mir eine entspannte Sitzposition mit gerader Haltung.
Ich bin 70 Jahre alt und beobachte mit meinem rechten Auge mit -1,75 Dioptrin, ohne Brille.
Ich stelle das Equipment zeitig, im hellen, um 17:00 Uhr auf die Terrasse und richte es nach Süden aus. Ein Alignment auf dem Mond reicht für eine ganze Beobachtungsnacht. Da ich am Mondterminator immer wieder hin- und herfahre, um die Strukturen und Krater im weiter Schattenverlauf zu sehen, ist für eine visuelle Nachführung ein Ein-Sterne-Alignment Ok. Ich stelle auf Lunar- Nachführung.
Nach 19:00 Uhr gehe ich nach draußen. Die Gerätschaften sind kalt aber nicht feucht. Der Mond ist ca. 1/4 sichtbar.
Bei 8mm sehe ich den Mond nicht ganz ausgefüllt im Okular. Die Ansicht ist sehr scharf. Der Mondrand ist ohne Falschfarben und der Himmel ist schwarz. Ebenso der Terminatorrand. Klare Schatten zeichnen sich ab und die hell- dunkel- Grenze ist sehr deutlich. Um und auf dem Mond sind keine Halos oder Reflektionen zu sehen.
Leider kann ich meine bevorzugte Augenmuschel- Stellung “oben” nicht lassen. Da ich die Linse mit dem Auge völlig abschirme ist nach wenigen Sekunden die Linse beschlagen. Ich klappe Sie nach unten und berühre das Okular, beim sehen, am oberen Rand leicht mit meinen Augenbrauen. Jetzt beschlägt die Linse nicht mehr.
Bei 7mm gibt es ,außer der Vergrößerung, keine Veränderungen. Die Schärfe ist gleich und die Schatten am Terminator treten jetzt deutlicher hervor. Die Zentralberge im Inneren vieler Krater sind deutlich zu sehen.
Bei 6mm kommen langsam die Schattenwürfe von Steilhängen und Furchen deutlicher hervor. Es ist immer noch alles gleich Scharf. Keine Reflexionen oder Spiegelungen. Bis jetzt habe ich noch nicht nachfokussiert.
Bei 5mm immer noch alles in Schärfe und Abbildungsleistung gleich. Der Augenabstand ist etwas geringer geworden. Aber ich berühre die Linse nicht mit den Wimpern.
Bei 4mm kommt die obere Okularlinse 5mm weiter nach oben und steht jetzt bei 20mm ab Oberkante Zoomring. Immer noch ist die Schärfe gleich und es gibt keine Veranlassung zu fokussieren.
Bei 3mm kommt die Linse noch einmal 7mm nach oben. Das Gesichtsfeld ist etwas kleiner geworden, aber immer noch mehr als bei einem Ortho. Eine Feinjustierung gibt kein mehr an Schärfe. Das Okular ist für mich Parfokal. Der Augenabstand ist etwas näher. Ganz nah am Okularrand zeigt sich jetzt geringfügig etwas Unschärfe, die ich auf Grund der Bildfeldwölbung bei f5,5, ohne Flattener, erwartet habe.
Jetzt nutze ich nur noch die 3mm Einstellung. Der Mond ist nicht mehr im Ganzen zu sehen. Die Teilabschnitte kontrastreich und scharf. Ich habe keinen Vergleich zu anderen Okularen von 3mm nur ein 6mm Ortho plus 2x Barlow. Das Svbony beeindruck mich sehr, die Schärfe und der Kontrast sind eindeutig besser.
Natürlich juckt es mich und ich hole die 2,25x Barlowlinse von Hyperion.
Bei 5mm, AP 0,4, geht es noch einmal näher ran, aber mit einer Schärfe von nur noch ca. 75% im Zentrum. Der Rand verschwimmt etwas. Die Barlow ist wohl nur für`s Hyperion Zoom wirklich geeignet. Aber beeindruckend ist es schon. Unter 5mm (2,22mm) sind es leere Vergrößerungen und strengen mich unnötig an.
Ich freue mich das Svbony Zoom 3 - 8mm erworben zu haben. Für meine Augen ist es genau das richtige Zoom- Okular als Ergänzung zum Hyperion
Zoom 8 - 24mm.
Wer mit dem Augenabstand keine Probleme hat (Brillenträger eventuell) der kann einige Planetenokulate sparen ohne auf Schärfe und Kontrast zu verzichten. Bis 4 Millimeter ist es vom Augenabstand akzeptabel. Bei 3mm nehme ich die Augenmuschel (Gummi) ganz ab, weil durch die Nähe mit dem Auge sonst wieder die Linse beschlägt. Vielleicht ändert sich das im Sommer.
Bei meinem Anwendungsbereich gibt es kein erkennbares Streulicht. Kontrast und Schärfe am Mond sind sehr gut. Das Gesichtsfeld von 60° ist ausreichend und verringert sich geringfügig ab 5mm abwärts. Das Hyperion hat von 16 - 24mm 58° - 48°, also weniger als das Svbony 3 - 8mm. Der Augenabstand ist für mich akzeptabel. Die Wimpern haben keine Berührung mit der Linse. Am nächsten Morgen sehe ich kein Fett oder sonstige Rückstände auf der Augenlinse. Es muss nicht gereinigt werden, wie schön.

Ich werde es nur noch für Mondbeobachtungen nehmen. Einen Okularwechsel kann ich mir ersparen. Das freut mich besonders in der kalten Jahreszeit, da ist es mit Handschuhe umständlich ist.
Leider zeigt sich dass das Okular einen Fokussierweg von nur 13mm, mit Graufilter, hat (Andere um 25mm). Für ein Filterrad, mit Zenitspiegel, reicht das nicht mehr. Der Kauf eines kurz bauenden Prismas mit allen Adaptern, plus Filterrad, ist mir zur Zeit nur für die Bequemlichkeit zu kostspielig. Vielleicht später.
CS Harald