Einstieg in die Astrophotographie - Was brauche ich ?

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Sterno3000

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Hallo,

ich bin im Frühjahr 2020 in dieses Hobby mit einem 10 Zoll Dobson eingestiegen. Mittlerweile finde ich alle Interessanten Deep-Sky Objekte auf anhieb weswegen mir bei der visuellen Beobachtung der Reiz fehlt und ich meistens nur noch Mond und Saturn/Jupiter beobachte.

Seit langer Zeit fasziniert mich allerdings die Astrophotographie. Während man bei der visuellen Beobachtung rätseln muss was man da sieht und ob es vll. nicht doch eine Wolke ist sieht man bei der Astrophotographie schöne Farben und Details.

Also habe ich für mich entschieden: Ich will den nächsten Schritt machen und mit der Astrophotographie noch dieses Jahr starten.

Anders als 2020 möchte ich aber nicht mit einem großen und neuen Teleskop starten, sondern dieses mal will ich kleiner Anfangen und das mit gebrauchten Teilen hier aus dem Marktplatz.

Jetzt stellt sich mir aber die Frage: Was brauche ich denn alles, mit meinem visuellen Equipment werde ich da wohl nicht weit kommen.
 
Hallo Balub,

da gibt es jetzt verschiedene Möglichkeiten.

Was Du mit Deinem Dobson machen kannst wäre EAA - Electronically Augmented Astronomy.
EAA könnte man kurz als Zwischending zwischen visueller Beobachtung und klassischer Astrofotografie bezeichnen.
EAA, Video-Astronomie, ...
A Beginner's Guide to Choosing Equipment for Deep-Sky Electronically-Assisted Astronomy (EAA)
Dazu benötigst Du eine EQ-Plattform und eine passende Astrokamera - z.B. von ZWO - für Deinen Dobson.

Weitere Variante für EAA, eine Alt/AZ GoTo Montierung und einen 130/650 Newton, wiederum eine passende Astrokamera.
Dazu ein Notebook mit ASCOM zur Steuerung und SharpCap. Selbiges gilt für den Dobson.

Oder eben die klassische Astrofotografie.
Da ist zwingend eine parallaktische Montierung und das Guiding, um Langzeitbelichtung zu betreiben, von Nöten.
Dazu käme dann noch eine DSLR-Kamera.
Dann dazu noch Software zur Nachbearbeitung.
Und... viel, viel Zeit, Geduld und Übung.

Sowohl EAA und die klassische Astrofotografie nicht als trivial betrachten.
Beides Anspruchsvoll und mit einigem Equipment verbunden, dass beherrscht werden will.

EAA ist etwas "einfacher" und das Equipment hält sich in Grenzen.
Es braucht keine parallaktische Montierung und auch kein Guiding.
Auch sind die Ergebnisse "schneller" sichtbar, bietet aber auch die Möglichkeit einer klassischen Nachbearbeitung der erfassten Daten - Bilder.

So mal grob für ein paar Denkanstöße.
Weiteres einfach erfragen.
 
Hallo und danke für Rückmeldung um die Uhrzeit.

Dieses EAA hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm!. Ich muss hier quasi nicht erst dutzend Bilder schießen die ich später zusammensetzten muss sondern kann das ganze "Live" beobachten, wie eine visuelle Beobachtung nur in Farbe und mehr Details ?.

Und für das ganze brauch ich nicht ein komplett neues Equipment sondern kann es einfach an meinem Skywatcher 1200/254 erweitern ?.
 
Hallo Balub,
deine Aussage, dass du innerhalb von zwei Jahren visuell mit deinem 10zöller alles Relevante gesehen haben willst, bezweifle ich sehr stark. Ein so großes Fernrohr reicht normalerweise visuell ein Leben lang.
Aber du willst fotografieren und das verstehe ich gut. Dafür sehe ich zwei Wege, die du gehen kannst: Wie Matthias richtig schreibt, ist EAA eine Möglichkeit, die neben einer Nachführplattform auch noch einen PC und eine Astrokamera erfordert. Anders als von Matthias dargestellt ist ein Nachführplattform auch eine Parallaktische Montierung und wenn du kein großer Bastler bist, geht die Plattform ganz schön ins Geld. Ein PC ist oft schon vorhanden und eine Astrokamera, wenn es kein Profimodell sein muss (und das muss es erstmal definitiv nicht) bekommst du für wenige hundert €, je nach Größe des Aufnahmechips. Das ist dann schon viel zu schleppen und aufzubauen, außerdem brauchst du als Dobsonaut keinen Strom, jetzt kommst du ohne nicht mehr aus. Wenn du das alles nur auf die Terrasse trägst, ist es kein Problem, wenn du einige Kilometer aufs Land raus fährst vielleicht schon. Dazu kommt noch, dass dein Fernrohr eine ziemlich lange Brennweite hat und damit viele der bekannten bunten Deep Sky Objekte nicht fotografierbar sind (entfernte Galaxien aber sehr gut).
Der zweite Weg, aus meiner Sicht der langfristig mehr versprechende, ist es,mit der Astrofotografie klein anzufangen. Damit meine ich eine DSLR mit Fotoobjektiven und eine kleine parallaktische Montierung, evtl auch eine sogenannte Fotomontierung (z.B. LX2). Dafür brauchst du kein Guiding und während das Foto entsteht kannst du visuell im Dobson beobachten. Fotoobjektive sind hervorragend geeignet, um die Milchstraße (Weitwinkel), die großen Messier Objekte (lichtstark) und viele große NGC Objekte (teilweise sehr lichtschwach)(mittleres Teleobjektiv) und die kleineren Messier Objekte sowie viele NGC Objekte (stärkeres Teleobjektiv) abzubilden. Für diese Art der Astrofotografie benötigst du nur Wechselakkus für die Kamera, sonst nichts (bei LX) oder wenig Strom (bei elektrischer Fotomontierung). Spätestens bei der Erweiterung auf einen kleinen APO Refraktor benötigst du dann eine parallaktische Montierung. Das ist dann aber schon ein Schritt, der viel Überlegung benötigt. Für den Anfang bist du mit einer gebrauchten DSLR (ab 200€) gerne astromodifiziert (ab 300€) und einer LX2 (200€) ausreichend ausgestattet und versuchst dann mal, deinen Zehnzöller richtig auszunutzen.
Viel Erfolg und CS
Harald
 
Moin, moin zusammen,

Dieses EAA hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm!. Ich muss hier quasi nicht erst dutzend Bilder schießen die ich später zusammensetzten muss sondern kann das ganze "Live" beobachten, wie eine visuelle Beobachtung nur in Farbe und mehr Details ?.
vereinfacht kann man das so ausdrücken.
Der Ausdruck "Live" ist m.E. etwas übertrieben, Farbe und mehr Details im Gegensatz zu visuell ist richtig.
Es werden dennoch reichlich Bilder "erstellt" die quasi live gestackt werden. Je nach Geduld und Anspruch an das zu erwartende Bild, vergeht auch eine geraume Zeit. Da können dann auch schon mal 90 Minuten, 120 Minuten zusammen kommen für ein Objekt.
Die "reichlich Bilder" fallen dann an, wenn man SharpCap mitteilt, dass es die einzelnen Frames speichern soll, falls man vor hat, später doch noch in die Nachbearbeitung einzusteigen.
Was dem "Live" nahe kommt, sind die verwendeten Belichtungszeiten, die ca. zwischen 4 und 12 Sekunden liegen.
Heißt, es wird z.B. 4 Sekunden belichtet und es erscheint ein Bild, dann wieder 4 Sekunden usw. jedes Bild/Frame wird zum Vorhergehenden hinzugefügt, live gestackt. Du siehst den jeweiligen Fortschritt gleich. Das macht für mich, unter anderem, den Reiz von EAA aus. Ich sehe wie sich das Bild immer besser aufbaut.
Jederzeit habe ich die Möglichkeit einen erreichten Zustand zwischen zu speichern und zu entscheiden ob ich weiter mache oder abbreche. Je nach dem ob mir das bis dahin erreichte schon reicht oder ob ich halt mehr will.
Aber bitte nicht der Vorstellung verfallen, alles aufbauen, Kamera an Notebook oder Pi angeschlossen, SharpCap anschmeißen und schon trudeln die ersten Ergebnisse ein. SharpCap ist mächtig und verlangt einarbeitung.
Auch die Abstimmung Kamera Teleskop muss stimmen. Eine g'scheit laufende Nachfführung - deshalb geht ohne GoTo nichts.
Und wenn man das ganze, wie ich, remote machen will - ein weiterer Grund warum ich EAA betreibe, ich sitze in der warmen Stube - dauerts schon a wengt bis das reibungslos läuft. Also etwas Technik und Computer-Affinität ist angesagt.

Und für das ganze brauch ich nicht ein komplett neues Equipment sondern kann es einfach an meinem Skywatcher 1200/254 erweitern ?.
da hat Harald recht, EQ-Plattform ist natürlich die Umwandlung des Dobson von Alt/AT (die Rockerbox) auf parallaktisch.
Und bei Deinem 10" muss da schon eine g'scheit EQ-Plattform her und die Teile sind halt auch nicht so ganz günstig, außer man baut selber.
Für EAA braucht man keine EQ-Montierung, Alt/AZ mit GoTo reicht aus.
Hier im Forum gibt es Kollegen die EAA mit dem Dobson betreiben. Vielleicht meldet sich noch jemand.
Und ja, es artet dann schon in Schlepperei aus, wenn Du auf den Acker musst. Zumal da noch die von Harald erwähnte Stromversorgung dazu kommt.
Balkon oder Garten, wie bei mir, wären praktisch. Steckdose ist auf meinem Balkon vorhanden. Alles angestöpselt, Alignment... .... ... das übliche Prozeder durch gehen und dann im Winter rein in die warme Stube - ja ich bin ein Weichei - Remoteverbindung aufbauen, über Stellarium oder Skychart Objekt auswählen und anfahren... ... ...
Für EAA kann das Setup auch klein gehalten werden.
130/650 oder 150/750 Newton, kleiner Apo auf stabiler Alt/AZ GoTo Montierung.

Der zweite Weg, aus meiner Sicht der langfristig mehr versprechende, ist es,mit der Astrofotografie klein anzufangen. Damit meine ich eine DSLR mit Fotoobjektiven und eine kleine parallaktische Montierung,
:y:
die Variante verstolpere ich immer mal wieder, da ich nicht so in der klassischen Astrofotografie drin bin. Mein hauptsächliches beobachten ist EAA geworden, neben gelegentlich rein visuellen Beobachten, was auch immer wieder Spaß macht.
Diese Variante wird oft und gern vorgeschlagen um in die klassische Astrofotografie einzusteigen. Erfahrung sammeln, Equipment kennen lernen... ... ...

Egal wie Du es angehen möchtest, beide Wege sind machbar, aber nicht ganz einfach.
Ich bevorzuge halt EAA weil der Aufwand nicht ganz so groß ist, was nicht heißen soll, das da unterwegs kein Frust auftaucht.
Was man auch nicht verschweigen darf, die Qualität der Bilder - sind ja ohne Nachbearbeitung - kommt nicht ganz an die Qualität der Langzeitbelichtung ran.
Ich will aber auch keine Hochglanz-Bilder erstellen.
Bitte nicht falsch verstehen, ich habe Respekt vor Denen die die klassische Astrofotografie betreiben, aber für mich ist das einfach nichts.
Mir genügt es was ich erreiche und ich habe eine schöne Erinnerung, die ich immer mal wieder anschaue.

150/750 PDS Newton, iOptron AZ Pro GoTo, Asi224MC
152 Frames, gesamt 608 Sekunden a 4 Sekunden
Stack_16bits_152frames_608s_k.png


150/750 PDS Newton, iOptron AZ Pro GoTo, Asi224MC
366 Frames, gesamt 2928 Sekunden a 8 Sekunden
M74
Stack_366frames_2928s_WithDisplayStretch.png
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Balub!
... Ich muss hier quasi nicht erst dutzend Bilder schießen die ich später zusammensetzten muss sondern kann das ganze "Live" beobachten, wie eine visuelle Beobachtung nur in Farbe und mehr Details ?.
Und für das ganze brauch ich nicht ein komplett neues Equipment sondern kann es einfach an meinem Skywatcher 1200/254 erweitern ?. ...
Ich bin genauso den Weg gegangen. Also wir, meine Frau und ich haben mit einem 10" Galaxy Dobson begonnen und wollten immer auch genau das was Du mit wenigen Worten beschreibst und sind nach kurzer Zeit über EAA gestolpert. ...
... eine visuelle Beobachtung nur in Farbe und mehr Details ...
... Ja! Genau das kann und macht man per EAA mit dem Abfalleffekt, wenn man will kann man seine Beobachtungen eben auch als Datei aufheben, archivieren, dokumentieren und wenn man möchte zeigen und teilen. Hier zwei Beispiele aus meinen ersten Versuchen in 2021

M101
M101_ALL_Stack_178frames_1424s.jpg



M51
M51_ALL_Stack_356frames_2848s.jpg


Die Fotos oben habe ich aber nicht mit meinen Newton auf Dobson gemacht sondern mit einem kompletten anderen Ausrüstung die auf EAA getrimmt ist.

Zuerst noch, für mich liest sich EAA als Electronic Asissted Astronomy also übersetzt Elektronisch unterstützte Astronomie und das Wort "Unterstützung" beschreibt das angewendete Prozedeere / Verfahren für mein Verständnis perfekt. Aber am Ende geht es nicht so sehr um die Begrifflichkeit und Abkürzungen sondern was man wie und warum macht.

Ich habe für meinen roten Riesen, Rossone genannt den 10" Galaxy Newton zuerst einen passenden Adapter besorgt um mit meiner Olympus "mal so nebenbei" auch eine Beobachtung festzuhalten. Alleine schon einen passenden Adapter zu finden der es erlaubt ein eigentlich für visuelle Verwendung mit Okular ausgelegtes Instrument für eine Kamera anzupassen war aufwändig und zeitintensiv. Danach habe ich den Dobson auf eine EQ-Plattform gestellt um erste Versuche in Richtung EAA zu unternehmen. Alle initiale Maßnahmen haben mir gezeigt, dass die Kombination Newton auf Dobson und EQ Plattform für mich keine interessante Variante ist. Schnell habe ich "für mich" damit herausgefunden, dass das wichtigste an EAA das motorische Goto und die motorische Nachführung ist. Ein motorisches Goto ermöglicht ohne Zeitaufwand jedes beliebig, gerade mögliche Objekt anzufahren, die dann folgende, motorische Nachführung ermöglicht es dem Objekt (beliebig) lange zu folgen. Es gibt hier einige, sehr geschätzte Kollegen die sehr erfolgreich EAA mit Dobson Montierungen und zum Teil sogar nur mit händischer Nachführung ausführen. Für mich ist das nichts. Dafür habe ich nicht die Geduld. Ich will jetzt nicht in alle Details, Vor- und Nachteile der jeweiligen unterschiedlichen, möglichen Verfahren und Varianten gehen.

Aber allen Verfahren gemeinsam ist, dass man mit Hilfe einer Kamera viele kurze Belichtungen mit wenigen Sekunden von zwei, vier, acht Sekunden erstellt und automatisiert zu einem Summenbild zusammenrechnet werden. De-Englishes Wording: "stacked zu einem Stack".

Dieses "gestackte" Bild wird dem Anwender "live"auf einen Bildschirm angezeigt. Das bedeutet, dass dann eben alle zwei, vier oder acht Sekunden ein neues, verbessertes Bild angezeigt wird. Auf Grund der verwendeten Technik kann aber dieser Bildschirm eben auch ein großer TV-Monitor im Wohnzimmer sein und dadurch wird es möglich, dass nicht nur ein/eine Einzelner/Einzelne dem ganz folgt sondern man das astronomischer Erlebnis im Team macht. Natürlich kann es auch über das Netz gestreamt werden, und, und ... Meine Frau und ich ergänzen uns während der EAA Beobachtung in dem wir während des Stackings parallel Infos zum Objekt nachschauen, nachlesen gemeinsam die Belichtungs-Einstellungen optimieren und, und ... ein echtes Teamerlebnis und Teamergebnis.

Mit relativ wenig Aufwand kann man so ein EAA Setup auch komplett remote steuern. Das bedeutet bei uns, dass das EAA Setup im Garten steht während wir aus dem Wohnzimmer bequem, warm im Winter, Mückenfrei im Sommer mit Bier, Wein, Kaffee, Pizza, Chips gemeinsam ab und zu auch mit Freunden astronomische Beobachtungen genießen. Hier kommt noch ein anderer aber bedeutender Vorteil ins Spiel. Sinnvolle Beobachtungen mit dem Dobson war uns nur möglich an einem Beobachtungsplatz der dreißig Minuten Fahrt hin und dreißig Minuten zurück erforderlich machte. Beobachtungen mit der EAA Ausrüstung funktionieren problemfrei in Licht-verschmutzer Vorstadt Umgebung einer Großstadt wie München. Sprich wir haben eine gute Stunde mehr Zeit für Beobachtungen da wir uns die Fahrerei sparen.

Weitere Vorteile des Stacking mit kurzen Belichtung ermöglicht auch die Verwendung von azimutalen Montierungen. Azimutale Montierungen können sogar automatisiert und vollautomatisch "alligned" werden. Eine Montierung muss wenn sie neu aufgestellt wird also nicht in einer fix-installierten Sternwarte steht, jede Nacht neu eingestellt werden. Die Genauigkeit während dieses "Alignments" entscheidet über die Genauigkeit des GoTos und auch über die Qualität der Nachführung während dieser Nacht. Unterstützend dazu kann auch "Plate-Solving" verwendet werden. Plate-Solving bedeutet, dass Anhand von Kamera-Aufnahmen auf Grund der Sternen- Konstellation im Bild sehr genau die Position bestimmt und errechnet werden kann.

Sprich EAA ist sicherlich ähnlich "High-Tech" affin wie Astrofotografie und damit auch ähnlich fordernd bereit zu sein sich mit all der dazu nötige Hardware und Software auseinander zu setzen und diese auch zu beherrschen.

Nur als Ausblick, es gibt fertige "Roboter-Smart-Teleskope" die als fertiges "EAA-Setup" quasi aus der Schachtel heraus auf die Welt kommen. Auspacken, hinstellen, einschalten und mit dem Smartphone, Pad, Computer verbinden und loslegen. Suche mal nach Vaonis, Stellina, Vespera, Unistellar, Evscope 1/2 Equinox etc.

Welchen Weg man immer auch geht, Budget ist immer im Spiel und man muss mindestens ein vierstelligen Betrag einplanen und der ist am Ende eher mittel bis klein.

Jetzt noch als "Appetizer" eines der Lieblingsbilder meiner Frau und mir. Blasennebel (NGC7635) zusammen mit dem Sternenhaufen M52 ...
NGC7635_ALL_Stack_156frames_1248s.jpg

... und der damals im September 2021 noch sichtbaren Nova Cassiopeiae 2021- so gesehen ein historisches Bild, da es so nicht mehr wiederholt werden kann.

NGC7635_ALL_ANNO_Stack_156frames_1248s.jpg

Die gezeigten Aufnahmen hier sind die Ergebnisse am Ende der EAA-Session abgespeichert ohne weitere (nennswerte) Nachbearbeitung. Bei Astrofotografie beginnt am Ende der Aufnahme Session erst die/das Stunden- bis Tagelang andauernde Nachbearbeitung/Postprocessing das dann zu den wundervollen Astrofotografie Aufnahmen führt. Für mich das Argument mich nicht mit so einem Zeit-aufwändigen Prozess beschäftigen zu wollen wie es bei Astrofotografie nötig ist.

Wenn Du Lust hast, kannst Du für mehr Bilder in meine EAA Galerie auf CloudyNights schauen.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde, für den Anfänger und normalen Hobbyastronomen reicht EAA vollkommen aus, um schöne Bilder zu bekommen. Ob die Sterne bis zum Rand kugelrund sind, ist völlig unerheblich für das Erlebnis, Objekte am Himmel beobachten zu können, die man visuell so schlicht nicht beobachten kann.

Auch mit einem kleinen Apo braucht man dafür keine parallaktische Montierung. Ich selbst bin wieder zurück zur AZ-Montierung. Man braucht Übung und Zeit, auch ich bin noch nicht so weit wie z.B. Ewald oder Mathias, aber ich bin auf dem Weg dorthin und kann jedem Anfänger nur zuraten, den Weg einzuschlagen.

CS Olaf
 
Tach auch zusammen,

Ich finde, für den Anfänger und normalen Hobbyastronomen reicht EAA vollkommen aus, um schöne Bilder zu bekommen.
:y:
jeder muss da für sich selbst entscheiden wie er anfängt.
Aber die Threads in den Foren belehren da einen schon des Besseren, dass man eher moderat und "einfacher" anfangen sollte.
Das ganze liegt eh im Auge des Betrachters. Über die Technik - sprich Softwareeinsatz usw. - , und wie man sie einsetzt, kann man sicherlich diskutieren. Was dann dabei schlussendlich entsteht, ob schön oder nicht schön, ist eher müßig.

Ob die Sterne bis zum Rand kugelrund sind, ist völlig unerheblich für das Erlebnis,
so sehe ich das auch.
Das hinterhergehechle nach dem letzten Quäntchen Optimierung ist auch nicht so meines.

das Erlebnis, Objekte am Himmel beobachten zu können, die man visuell so schlicht nicht beobachten kann.
das kann einem eh keiner mehr nehmen und ist obendrein auf der biologischen Festplatte gespeichert. Da sind die erstellten Bilder eine nette Dreingabe oben drauf.

Ich selbst bin wieder zurück zur AZ-Montierung.
jep, ich ebenso.
Weil eben einfach und ich komme zu den Ergebnissen die mir gefallen.

Man braucht Übung und Zeit, auch ich bin noch nicht so weit wie z.B. Ewald oder Mathias, aber ich bin auf dem Weg dorthin
besten Dank für die Fürsprache.
Jep, Zeit und Übung ist es.
Aber leider auch das Wetter. Teilweise, z.B. jetzt bei dieser schon recht langen Durststrecke an miserablem Wetter, muss man wieder von Vorne anfangen, auch wenn man Protokolle und Notizen hat.
Mei, die schon oft zitierte Geduld ist angesagt.

Noch nachträgich kurz zu erwähnen, ich bin da bei Harald / @h.kothe
dass du innerhalb von zwei Jahren visuell mit deinem 10zöller alles Relevante gesehen haben willst, bezweifle ich sehr stark.

In diesem Sinne :coffee:.
 
Hi,

ich bin auch Fan von EAA und die klassische AF ist für mich ziemlich uninteressant, da es ja genug tolle Bilder gibt, die man anschauen kann.
Wozu diesen Aufwand selber betrieben? Ausserdem geht es für mich nicht darum das Astrofoto des Monats zu erzeugen, sondern um das visuelle direkte Erlebnis.
EAA geht auch definitiv in Astrofotografie über. Man kann mit den EAA Bildern genauso Astro-EBV betreiben und das letzte herauskitzeln.

Ich bin sozusagen etwas breiter aufgestellt. Ich mache EAA/AF mit einem 12 Zoll Dobson auf EQ-Plattform, Newton 150/750mm, Meade SC 8Zoll auf Alt/AZ Montierung
(Skywatcher AZ-GTi) und theoretisch auch parallaktisch.

EQ-Plattformen sind so teuer auch wieder nicht. ZB die von Astro Optik Martini kostet 350€. Die ist simpel und tut.

Ich habe aber meine Systeme alle motorisch aufgerüstet, auch den Dobson mit Schrittmotoren. Damit erreicht man eine neue Qualität an Nutzung. Automatisches GoTo benötigt man mM nicht, da man bei EAA genauso Plate-Solving machen kann, was man sowieso zur genauen Zentrierung machen sollte, und dann die Objekte ferngesteuert zB mit Stellarium/SharpCap durch die Motoren anfahren und zentrieren kann.

Die reinen teureren Tracker (>200€) mit nur Nachführung in RA würde ich nicht empfehlen, da es ja zB die vollwertige GoTo Skywatcher AZ-GTi (auch equatorial möglich) ohne Stativ schon für 350€ gibt.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

die Frage "Was brauche ich" würde ich etwas anders beantworten: man braucht eine Idee, was man gerne erreichen möchte. Als "altgedienter" visueller Beobachter wollte ich 2020 mal was Neues ausprobieren und bin das Thema Astrofotografie für mich angegangen. Zunächst war die Absicht, zu lernen wie "schöne Nightscapes" entstehen. Aber das war schwierig: weder Night (lichtunverschmutzte Orte und klarer Himmel) noch Scape (interessane Vordergründe) waren in der näheren Umgebung einfach zu finden. Also habe ich begonnen, mit DSLR und Fotoobjektiven aufzunehmen. Sehr bald kam ein StarAdventurer zur Nachführung dazu. Der war leicht zu handhaben und mit 200mm Brennweite gelingen da Bilder mit 60 s Belichtungszeit, die schön scharf sind.

Dann aber ging der Spaß erst los: die Bildbearbeitung. Es hat eine ziemliche Weile gedauert, bis ich hier einen für mich praktikablen Workflow gefunden habe. Das anfängliche Try and Error war sehr frsutrierend. Wenn man sich nicht solide und ausführlich mit den Grundlagen beschäftigt und wirklich versteht, was man wann und wie machen oder besser sein lassen sollte, kommt man auf keinen grünen Zweig. In dieser Lernphase fand ich es wicjtig, dass die Aufnahmen an sich keine technischen Probleme darstellten. Klar, da sind auch Fehler passiert - nicht sorgfältig fokussiert, Bildausschnitt ungünstig u.s.w. So habe ich einmal einen halben Rosettennebel sehr schön eingefangen. Zuvor gar er ganz drauf, aber nicht richtig scharf. Im dritten Anlauf war's dann OK.

Nach und nach habe ich mir dann die nächsten Schritte erschlossen bzw. bin dabei: 80er Refraktor benutzt, dann auch das C8. Am C8 zunächst Mond und Planeten, Deep Sky anfangs unguided mit kurzen Belichtungszeiten. Und bei alledem wieder Neues gelernt über die Bildverarbeitung.

Inzwischen bin ich an dem Punkt, wo zu entscheiden wäre, ob eine schwerere Montierung angeschafft werden soll. Oder ob ich mit dem vorhandenen Zeugs erst mal sehe, was zu holen ist. Tendenz geht klar zu letzterem. Denn ich habe keine Lust auf zuviel Technik. Ich erlebe gerne den Nachthimmel. Die Kamera ist spannend, weil man mehr sieht. EAA reizt mich nicht, weil es nicht mehr meine direkte Wahrnehmung ist. Vor vielen JAhren hatte ich mit ienem Freund mal eine Mintron am Dobson ausprobiert, eine frühe Form von EAA. Das was da zu sehen war, war mir zu "künstlich". Das verarbeitete Bild durchs Fernrohr mit einer "richtigen" Kamera ist auch "künstlich", aber wenigstens kann man da eine gewisse Qualität und Ästhetik erreichen, was dem "Pixelsalat" abgeht. Ich finde, das ist Geschmackssache und ich kenne auch ein paar EAA-FAns, die damit ihren Spaß haben. Der sei ihnen von Herzen gegönnt. Richtig oder falsch gibt es hier nicht.

Falsch ist aus meiner Sicht nur eines: zuviel auf einmal wollen statt sich step by step reinarbeiten.

Unterschätzt nicht die Bildbearbeitung, das ist nicht mal nebenbei gelernt oder nach Standardrezept zu machen. Hier haben mich die vielen Anleitungen und Tutorials im Netz eher verwirrt als aufgeklärt: es gibt so viele Wege und Programme, wie man was machen kann. Wo fange ich an? Ich habe mich dann mit "DSLR Astrophotography" von Covington beschäftigt und nach ein paar Versuchen mit anderer Software bin ich schließlich bei Siril, DeepSkyStacker oder Sequator zum Stacken gelandet und bei Affinity Photo für die Nachbearbeitung. Das ist einfach, preiswert und für meine Erwartungen bisher ausreichend. Ich habe aber auch keine Lust, Stunden mit der Bildverarbeitung zu verbringen. Letztlich mache ich nun gerne Bilder als "Erinnerungs-Schnappschuß" von Objekten, die ich visuell schon oft gesehen habe und die ich gut kenne. Da machen andere Leute viel bessere Fotos, aber ich sammle gemächlich für das persönliche Album meiner Faves. Und staune immer wieder, was auch bei Belichtungszeiten von nur einer oder zwei Stunden aufs Bild kommen kann. Besser geht's immer, doch es muss nicht immer alles bis zum Extrem perfektioniert werden.

CS Tom
 
Hallo und danke für die vielen Rückmeldung.

Ich wollte schon damals mit der Astrophotographie starten, da ich schon immer fasziniert davon war was Hobbyastronomen für Bilder schaffen können. Habe dann aber doch erst mit der visuellen Beobachtung angefangen um erstmal die Basics zu lernen. Hab direkt mit einem 10 Zoll Dobson gestartet, was im nachhinein dann doch nicht so clever war da mir das schnelle Teleskop als Anfänger doch die ein oder anderen Nerven gekostet hat. Letztendlich hab ich das Teleskop dann doch gemeistert und hab es mittlerweile sehr gut im Griff.

Am Anfang hat mir die Deep-Sky Beobachtung noch recht viel spaß gemacht. Ganz klassisch mit dem Deep-Sky Atlas, Sternenkarte und Kompass bin ich dann von Stern zu Stern bis ich das Objekt gefunden habe. Allerdings hat mir das beobachten selber kaum spaß bereitet. Es reizt mich halt einfach nicht einen grauen Fleck zu beobachten. Ich habe es dann mit einem OIII und UHC von (vermutlich) Astronomik probiert aber viel hat es nicht gebracht. Es hat das Bild zwar abgedunkelt aber wirklich mehr konnte ich nicht erkennen. Also hab ich das Thema visuelle Beobachtung von Deep-Sky Objekten aufgegeben und hab mir vorgenommen es für die Astrophotographie aufzuheben. Dafür habe ich immer mehr gefallen am beobachten von Jupiter/Saturn und vor allem dem Mond gefunden, wahnsinnig was man da für feine Details erkennen kann. Ich bin jedenfalls an dem Punkt angekommen wo ich eigentlich nur noch zur Mond oder Planetenbeobachtung rausgehen, aber auch das wurde im vergangenen Jahr merkbar weniger.

Ich fühl mich jetzt "Ready" für die nächste Stufe und das war eigentlich die Astrophotographie. Aber umso mehr ich mich über EAA lese umso mehr kriege ich das Gefühl das es ehr das ist was ich suche.

Also hab ich mich dazu entschieden mit diesem EAA anzufangen, zur klassischen Astrophotographie kann ich mich später auch noch steigern. Wird ja schließlich nicht weglaufen.

Jetzt stell ich mir halt die Frage des Equipments. Was genau brauche ich da alles und soll ich dafür mein 10 Zoll Dobson hernehmen oder doch lieber ein separates Teleskop kaufen, den ich dann auch später zur klassischen Photographie nutzen kann.

Zu meinem Standort: Ich beobachte aus dem Garten heraus in einer Ortschaft am Rande des Schwarzwald. Der Himmel hier müsste Bortle 3 oder 4 sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bildbearbeitung hat aber zwei Vorteile: Sie ist wetterunabhängig. Und man kann seine "alten Daten" jederzeit mit neu erworbenen Fähigkeiten (oder neuer Software) erneut bearbeiten.

Ansonsten: EAA kann mit aktuellen Kameras heute schon eine ganze Menge. Wenn man aber zumindest annähernd an Bilder wie sie z.B. auf Astrobin oder auch hier im Forum gezeigt werden heran kommen möchte, dann darf es gerne etwas mehr sein.

Wieviel mehr ist dann halt vor Allem eine Frage des Budgets und der Stärke des eigenen Interesses. Typische Einstiegskonfigurationen für die "klassische" Astrofotografie wären z.B.:

1. "Einfacher" Tracker, DSLR (oder DSLM) und Objektive

Geht sicher - und besonders wenn man Kamera und Objektiv(e) schon hat ist das recht günstig umsetzbar

2. HEQ-5 mit einem 6" Newton plus DSLR/DSLM oder Astrokamera (und Komakorrektor)

Sehr schöner Einstieg mit dem sich wunderbar mittlere Bildfelder ablichten lassen. Vom Gewicht her noch ganz gut zu handhaben bzw. transportabel. Steuerung via Notebook. Aufrüstmöglichkeiten: Mini-PC oder Astroberry/Stellarmate/AsiAir. Zweite Kamera und PHD2 als Autoguider (oder MGEN). Dual-Narrowband für die entsprechenden Objekte. Als Newton käme z.B. auch ein Skywatcher quattro 150mm in Frage. Komakorrektor ist dabei. Brennweite ist relativ niedrig und man hat ein schön großes Bildfeld.

3. EQ-6 mit einem 8" Newton plus DSLR/DSLM oder Astrokamera (und Komakorrektor)

Eigentlich das Gleiche wie zuvor, nur halt alles eine Nummer größer. Und schwerer/unhandlicher.

Beide Konfigurationen können später je nach Interesse mit anderen Teleskopen bestückt werden mit mehr oder weniger Brennweite.

4. HEQ-5 oder EQ6 mit einem kleinen APO und Korrektor plus DSLR/DSLM oder Astrokamera

Auch eine Möglichkeit für Leute die keine Spikes an den Sternen mögen ;-) Die Kosten sind hier extrem breit gestreut... Vom kleinen 360 f/6 für knapp 600 € bis zu über 10.000 € findet man da eine riesige Produktpalette. Vorteil bei den APOs: Die Dinger sind halt meist recht unkompliziert in der Nutzung und - zumindest die bezahlbaren Varianten - auch gut transportabel.

5. Ganz groß, mit EQ8 oder noch größer

Da könnte man dann schon darüber nachdenken den großen Newton drauf zu packen. Das wird aber schon arg unhandlich.

Alle genannten Varianten kann man natürlich noch variieren. Celestron AVX statt HEQ-5, iOptron bietet auch nette Montierungen, ZWO AM5 wäre noch handlicher (aber halt auch teurer) usw.

Ich persönlich habe mit einem Skywatcher 200PDS auf einer EQ6-R Pro angefangen. Dazu eine vorhandene Canon 7D und eine ASI120 als Guidekamera (mit einem selbstgedruckten Adapter für den Sucher des 200PDS - gibt es aber auch zu kaufen) und war damit sehr zufrieden. Mittlerweile ist dazu gekommen: Eine gekühlte IMX533-Kamera, selbstgebauter Arduino Motorfokus, Dualbandfilter L-Ultimate, Mini-PC zur Steuerung (vorher Notebook, dann Raspberry Pi mit Astroberry), ein selbstgebautes (bzw. modifiziertes) USB-steuerbares Flat-Panel und neuerdings ein motorisches Filterrad. Nach einer "angemessenen" Lernphase habe ich das Zeug mittlerweile einigermaßen im Griff... Aufbau dauert unter 20 Minuten. Polarausrichtung dann nochmal 10-20 Minuten - je nachdem wie gut es läuft - dann starte ich die Session und das Zeug nimmt die Fotos auf während ich bequem im Wohnzimmer sitze und nur hin und wieder mal kontrolliere ob alles in Ordnung ist. Meist lade ich dann auch schon während der Aufnahmesession erste Bilder auf mein Notebook und stacke schon mal grob um zu schauen was so herauskommt. Die eigentliche Bildbearbeitung erfolgt dann irgendwann bei schlechtem Wetter ;-)

Das ist natürlich NICHT der Weg für Jeden.... Man muss da schon versuchen seine eigenen Interessen zu bewerten und das passende Equipment zusammenstellen. Bei mir liegt das Hauptinteresse bei Galaxien und PNs. Entsprechend machen für mich möglichst viel Brennweite und kleine Sensorpixel Sinn und auch der L-Ultimate ist (bei PNs) für mich eine sehr gute Wahl. Dafür liegen schon etwas größere Nebel (Herznebel, Soul-Nebula u.v.m.) außerhalb meiner normalen Reichweite - da müsste ich schon - teilweise umfangreiche - Mosaike machen um nicht nur kleine Ausschnitte dieser Objekte aufnehmen zu können. Für M31 müsste ich 21 Aufnahmeserien als Mosaik machen damit die Galaxie einigermaßen komplett abgelichtet wird....

Also letztendlich muss man dann halt doch selbst entscheiden. Eine vernünftige Montierung sollte aber immer die Basis sein. Zu stabil gibt es da eigentlich nicht.

Wobei der Weg über eine EQ-Platform mit EAA sicherlich auch funktioniert, aber halt Grenzen hat. Ewig lange Belichtungen gehen da halt nicht, was gleichzeitig die Nutzung von Schmalband-Filtern arg einschränkt. Ob das für die eigenen Interessen eine Rolle spielt: Eigene Entscheidung...

Ciao, Udo
 
N'abend Balub,

Jetzt stell ich mir halt die Frage des Equipments. Was genau brauche ich da alles und soll ich dafür mein 10 Zoll Dobson hernehmen oder doch lieber ein separates Teleskop kaufen, den ich dann auch später zur klassischen Photographie nutzen kann.
wie hier schon erwähnt geht beides.

Wie das mit dem Dobson geht, hat Peter / @AstroPZ ja schon angeschnitten.
Da würde ich Peter halt mal genauer löchern ;).

Neuanschaffung, da muss keine Lichtkanone her.
Wenn ich das recht Überblicke, nutzen die meisten 130/650 oder 150/750 Newton auf Alt/AZ.
Gelegentlich nehme ich auch meine FHs her. 120/600 oder 120/1000.
Mit meinem C8 und Reducer komme ich bei EAA noch nicht so ganz klar.

Montierung reich eine Alt/AZ GoTo, die das angeschaffte Teleskop sicher und stabil trägt.

Kamera, nun ja, die muss halt auch zum Teleskop passen.
Da hilft astronomy.tools.
Diese Seite auf jedenfall konsultieren.

Dann die Software.
Da ist SharpCap in der Pro Version das Maß aller Dinge.
Läuft allerdings nur unter Windows.
Soll die Montierung auch per PC gesteuert werden, brauchts Stellarium, Skychart oder ähnliches. Mit den passenden Treibern über ASCOM.

Andere Variante der Raspberry (Pi oder RPi) mit passendem System drauf. Astroberry oder StellarMate. Oder selbst aufbasteln mit dem originale Betriebssystem für den Pi.

Weitere Variante ZWO AsiAir Plus.

Damit wäre das was am Teleskop direkt notwendig wäre abgedeckt.
Soll das ganze dann remote gesteuert werden, dann muss halt ein weiterer PC/Notebook her, oder ein Tablet, je nach gewählter Variante.
Beim Pi brauchst auf jedenfall was zusätzliches.
StellarMate geht, so weit ich weiß, nur über Tablet.

Ich arbeite mit zwei Notebooks.
Eines mit Dualinstallation Win/Linux am Teleskop draußen auf dem Balkon.
Ein reines Linux-Notebook drinnen, mit dem ich auf das Draußen-Notebook zu greife.
 
Hallo, zunächst mal musst Du entscheiden, was Dir die Sache finanziell wert ist. Ich hab für mein Equipment ca. 2000 Euro ausgegeben, und das reicht, um EAA und schöne Fotos zu machen. Denn EAA ist im Grunde auch Astrofotografie, nur mit anderem Ansatz und mit anderer Ambition. Die Daten, die Du bei EAA sammelst, kannst Du auch intensiv bearbeiten, wie es die Astrofotografen auch machen, die Übergänge sind da fließend und hängen vom Anspruch des Users ab.

Ich habe mich für einen kleinen ED-Refraktor (400 Euro) und einen 130/650 Newton (gebraucht 250 Euro) auf AZ Goto-Montierung (450 Euro) und AsiAirPlus (400 Euro) mit ASi-Kamera (450 Euro) entschieden. Dazu ein schweres Edelstahl-Stativ (180 Euro). Das passt gut zusammen und wackelt nicht. Andere geben den Gesamtbetrag allein für die Montierung aus. Kam und kommt für mich nicht in Frage, die Einschränkungen, die das mit sich bringt, nehme ich gerne in Kauf, ich bekomme damit mehr als genug zu sehen, visuell und noch mehr fotografisch, gerade als Anfänger. Wie weit Du gehen willst, musst Du selbst entscheiden.

Dein Riesenvorteil ist Dein Standort. Bei Bortle 3-4 kannst Du natürlich einerseits Deinen großen Dobson voll ausschöpfen, andererseits wärest Du bei kleinerem Equipment auch schneller bei sehr guten Ergebnissen. Ich würde tatsächlich das Budget entscheiden lassen, aufstocken geht mit der Zeit ja immer, Hauptsache, man fängt an.

LG und CS Olaf
 
Also, ich brauche folgendes:

- Ein 150/750 Newton
- Eine passende Kamera
- Ein Laptop mit passenden Programmen
- Stromversorgung
- Montierung
- Evtl. später ein Reducer oder Barlow

Jetzt stell ich mir aber noch 2 Fragen:
- Wie leistungsstark muss der der Laptop sein ?.
- Was genau ist eine ALT/AZ GoTo. Klar, GoTo fährt selbständig auf das gewünschte Objekt hält es aber nicht mittig im Bild. Aber was bedeutet Alt/Az ?. Und ist eine GoTo wirklich nötig oder ist es ehr eine "Komfort" Sache ?.
 
Hallo Balub,

- Wie leistungsstark muss der der Laptop sein ?.
der am Teleskop oder der für Remote?
Meine beiden sind i5 und i3 der siebten Generation. Also so aktuell nicht.
Beide mit SSD und 16GB bzw. 24GB RAM ausgerüstet.

Alt = Altitude = Höhe = rauf/runter
AZ = Azimutz = Horizontale = lenks/rechts

GoTo fährt selbständig auf das gewünschte Objekt hält es aber nicht mittig im Bild.
das was Du meinst mit "nicht mittig" ist die Nachführung. GoTo bringt immer Nachführung mit.
GoTo an sich brauchst Du nicht, wenn Du Dich bestens am Himmel auskennst oder Starhopping beherrscht usw..
Aber Nachführung brauchst Du, wenn Du auf irgendeine Art "knipsen" willst.
Nachführung ist auch mit Einzelmotoren realisierbar, kenne ich persönlich aber nur von parallaktischen Montierungen.
Es gab mal, so weit ich weiß, Einzelmotoren für Alt/AZ Montierungen.

GoTo ist m.E. mittlerweile Standard.
Aber bitte nicht mit Vollautomatismus oder Selbstläufer verwechseln.
Man muss sich da schon einarbeiten. GoTo heißt einfach gehe zu und das muss man der Montierung beibringen.
GoTo für Alt/AZ ist etwas "einfacher" gestrickt als für eine parallaktische Montierung.
Parallaktische Montierungen musst Du zumindest grob einnorden, das ist bei Alt/AZ nicht notwendig. Müssen aber, ist dem Handbuch zu entnehmen und von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, in einer bestimmten Position aufgestellt werden. Meist muss der Tubus waagerecht und nach Norden ausgerichtet aufgestellt werden.
Nach dem Aufstellen erfolgt eine Dateneingabe.
Datum, Uhrzeit, Längen-/Breitengrad Deines Standortes, manchmal auch die Höhe.
Dann folgt das so genannte Alignment an einem-, zwei oder drei Sternen. damit wird das intern gespeicherte Himmelsmodell mit dem realen Himmel in Einklang gebracht. Diese Sterne sollte man kennen, sonst wird es nichts mit dem GoTo und natürlich auch mit der damit verbundenen Nachführung.
Mehr dazu hier:
Was ist eigentlich … Alignment?

So mal grob beschrieben und kein Anspruch auf Vollständigkeit ;) .
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Mathias, dann bin ich beruhigt, wenn Du auf ihn verzichtest, das reicht mir als Referenz.? ? Ich hab zwar einen Komakorrektor, hab ihn recht günstig gebraucht gekauft, ihn aber auch noch nicht genutzt. Lag aber am Wetter, mit dem 130 PDS war ich bisher nur visuell unterwegs. Freue mich aber auf die ersten Fotos damit. Wahrscheinlich braucht man den Korrektor tatsächlich für EAA nicht unbedingt.

LG Olaf
 
Hallo Olaf,

dann bin ich beruhigt, wenn Du auf ihn verzichtest, das reicht mir als Referenz.? ?
der war gut :ROFLMAO: ;).

Wahrscheinlich braucht man den Korrektor tatsächlich für EAA nicht unbedingt.
keine Ahnung ob man den benötigt.
Hängt dann wohl auch vom Anspruch ab, wenn man dann kreisrunde Sterne haben möchte.
Wie auf vielfachen Wunsch ;) von mir schon öfters erwähnt, habe ich meinen Newton auch schon ewig und drei Tage nicht justiert.
Obwohl ich es mir nach jeder Beobachtung fest vornehme :unsure:.

mit dem 130 PDS war ich bisher nur visuell unterwegs.
dann berichte doch mal bitte wenn Du mit dem EAA machts von den Unterschieden mit und ohne Korrektor.
 
Also,

als Teleskop wird es ein Skywatcher 130/650 oder 150/750 sein. Als Montur evtl. ein AZ GTix WiFi mit Dreibeinstativ, hat da wer schon Erfahrung mit ?. Kamera hab ich echt keine Ahnung. Gibt es da Erfahrungen bei den beiden Größen und was muss man für eine ordentliche Kamera ausgeben ?.

Reducer, Barlow, Filter und co. werden dann nach und nach dazu kommen.

 
Hallo, die AZGTIX und den 130 PDS habe ich auch, beide finde ich gut, allerdings nutze ich die AZGTIX für EAA in der Regel mit dem 80/560 Refraktor. Das passt super und wackelt auf einem schweren Stahlstativ auch nicht. Mit dem 130 PDS sieht das etwas anders aus, geht aber noch. Die AZGTIX kann 6 kg tragen, der 130 PDS wiegt 4 kg. Wenn keine schwere Kamera dranhängt, geht das. Am besten keine DSLR, denn die sind eben nicht leicht. Besser wäre eine Astrokamera.

Den 150 PDS würde ich mit der Montierung nicht nehmen, der wiegt noch mal 1 kg mehr. Der Unterschied zum 130 ist fotografisch auch marginal, meine ich.

Meine Astrokamera kostet 450 Euro, das ist ein vernünftiges Mittelklassemodell. Die günstigsten kosten um die 200 Euro. Dazu brauchst du aber dann noch einen Laptop oder einen kleinen Astrocomputer.

Hier kannst Du ein wenig ausprobieren, welche Kamera bei welchem Teleskop welche Ergebnisse bringt.


LG Olaf
 
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Das Tool hilft mir nicht wirklich weiter, weiß ja nicht worauf ich gucken muss.

Ich habe grade im Marktplatzt einmal eine ZWO ASO 485 MC und 183 MC gefunden. Während die gut ?.
 
N'abend zusammen,

Das Tool hilft mir nicht wirklich weiter, weiß ja nicht worauf ich gucken muss.
:unsure: ... der zweite Forumsthread (der andere nicht hier) der mit den Astronomy-Tools nicht klar kommt.
Eigentlich keine Raketenwissenschaft :affemund: :whistle:.

Oben im Menu Field of View wählen
dann drunter Visual Mode oder Imaging Mode
in beiden Fällen dann Focal Length = Brennweite und Aperture = Öffnung eingeben
im Visual Mode zusätzlich Focal Length = Brennweite und Field of View = ° des Okulars eingeben. Beides ist auf dem Okular selbst abgedruckt.
dann halt oben wieder Solarsystem Objekt oder Messier Objekte auswählen.
Im Imaging Mode halt Daten der Kamera eingeben,da am Besten aus der Liste der Kamera die passende aussuchen
Bildschirmfoto_2023-02-03_21-08-48.png

letztendlich dann auf Add to View klicken.
Dies gilt dafür, was man mit gegebenen Teleskop und Okular oder Kamera ungefähr erwarten kann zu beobachten.
Die Seite bietet noch einiges mehr.

Alternativ in deutsch folgende Seite:
Sternfreunde Münste Okularrechner

Weiter besteht auch die Möglichkeit die Daten in Stellarium einzugeben und dort zu schauen was einen erwartet.
 
Hallo Balub83!

Ich habe grade im Marktplatzt einmal eine ZWO ASO 485 MC und 183 MC gefunden. Während die gut ?.
Gut zu welchem Zweck? Für welches Teleskop?

Die ASI485 hat 2,9µm Pixel und wird so weit ich weiß nicht mehr vertrieben. Die ASI183MC hat 2,4µm Pixel.

Mit einem 5" Spiegel würde ich für EAA nicht unter 4,6µm Pixel gehen. Mit einem 6" Spiegel kann man nach meiner Erfahrungen auch mit 3,6µm Pixel arbeiten. Bei 2,9µm Pixel oder sogar 2,4 µm kleinen Pixel würde ich nur mit 8" Spiegel oder größer arbeiten wollen.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Moin zusammen,

hier mal was mit den gegebenen Teleskopen,130/650 und 150/750 Newton, und den gegebenen Kameras, Asi485 und Asi183, an Objekten zu erfassen ist.

M42, 130/650 Newton
01_130_650_astronomy_tools_fov.png


M42, 150/750
01_150_750_astronomy_tools_fov.png


M45, 130/650
01_M45_130_650_astronomy_tools_fov.png


M45, 150/750
01_M45_150_750_astronomy_tools_fov.png
 
Hallo Balub83!


Gut zu welchem Zweck? Für welches Teleskop?

Die ASI485 hat 2,9µm Pixel und wird so weit ich weiß nicht mehr vertrieben. Die ASI183MC hat 2,4µm Pixel.

Mit einem 5" Spiegel würde ich für EAA nicht unter 4,6µm Pixel gehen. Mit einem 6" Spiegel kann man nach meiner Erfahrungen auch mit 3,6µm Pixel arbeiten. Bei 2,9µm Pixel oder sogar 2,4 µm kleinen Pixel würde ich nur mit 8" Spiegel oder größer arbeiten wollen.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
Moin zusammen, hier muss ich mal fragend reingrätschen.
Da mein innerer Schweinehund auch zunehmend grösser wird mache ich bei niedrigen Temperaturen fast gar nichts mehr visuell, obwohl ich recht gute Bedingungen habe (Dachterrasse, Bortle 4 auf dem Land). Insofern beschäftige ich mich auch gerade mit dem Thema EAA.
Das ist jetzt aber das erste Mal das ich über die Spiegelgrösse falle bezüglich einer passenden Kamera.
Anderswo hatte jemand geschrieben: Bei F6 ca 4.4um Pixel, bei F 4.3 ca. 3.4 um Pixelgrösse.
Weitere Formeln im Netz beziehen sich eigentlich immer nur auf die Brennweite, die Spiegelgrösse bleibt völlig aussen vor.
wie z.B. näherungsweise : Pixelgrösse [um] = f[mm] / 137 - was bei 750 mm eines 150 PDS eine Grösse von 5.47 um ergibt, beim 130er PDS sogar kleinere Pixel.

Unter CCD Suitable kann man ja Teleskope mit Kameras kombinieren und dann per Seeing etc schauen obs halbwegs passt. auch da keine Spiegelgrösse für "Custom Scopes". Dort passt ein 150 PDS zusammen mit der 585MC mit 2.9 um Grösse bei Seeing OK & Good ganz hervorragend zusammen. Auch die Auflösung der Kamera in der Kombi mit 0.8" passt doch super zur Spiegelgrösse mit Auflösung 0.77" ?

Je mehr man liest desto verwirrter wird man. Was habe ich denn übersehen?
Gibt es irgendwo eine Übersicht ähnlich der für Montierungen visuell ?

Verwirrte Grüsse
Sven
 
Hallo Sven,

Für klassische DeepSky Belichtungen sampled man mit etwa 0,8-1,5"/px.
Für EAA würde ich mich eher knapp am Undersampling orientieren. Das ist pragmatisch der höheren Sensitivität größerer Pixel geschuldet.
Die 533MC non-Pro ist meiner Meinung nach die flexibelste Wahl für EAA

CS, Ralf
 
Hallo Sven,

das mit der Spiegelgröße habe ich dann auch noch nicht so gelesen.
Halte mich dann auch an die Astronomy-Tools und Deine Verlinkung von der selben Seite.
Damit kann man gut durchspielen was möglich ist.

mit dem 650-er und Asi183


750-er und Asi183, da wirds dann langsam eng


650-er und Asi485


750-er und Asi 485

(Bilder durch Moderation entfernt. Grund: Kein Quellennachweis, kein Nachweis von Nutzungsrechten. Bitte FAQs beachten: Bilder - Welche Bilder darf ich wie in einem Beitrag veröffentlichen?)

Ich denke das sind recht gute Anhaltspunkte.

Und auf A Beginner's Guide to Choosing Equipment for Deep-Sky Electronically-Assisted Astronomy (EAA)
wird unter 3.2.2 Resolution and Pixel Size geschrieben das man mit 3 microns bis 4,5 microns - [ZITAT ein] A camera with pixels between 3 microns and 4.5 microns is a good bet for most EAA applications. [ZITAT aus] - gut fährt.
Am Besten den Text mit Tante google übersetzen lassen - geht recht gut und verständlich - denn es wird reichlich genau beschrieben was so Sache ist.
 
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