Moin, moin zusammen,
Dieses EAA hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm!. Ich muss hier quasi nicht erst dutzend Bilder schießen die ich später zusammensetzten muss sondern kann das ganze "Live" beobachten, wie eine visuelle Beobachtung nur in Farbe und mehr Details ?.
vereinfacht kann man das so ausdrücken.
Der Ausdruck "Live" ist m.E. etwas übertrieben, Farbe und mehr Details im Gegensatz zu visuell ist richtig.
Es werden dennoch reichlich Bilder "erstellt" die quasi live gestackt werden. Je nach Geduld und Anspruch an das zu erwartende Bild, vergeht auch eine geraume Zeit. Da können dann auch schon mal 90 Minuten, 120 Minuten zusammen kommen für ein Objekt.
Die "reichlich Bilder" fallen dann an, wenn man SharpCap mitteilt, dass es die einzelnen Frames speichern soll, falls man vor hat, später doch noch in die Nachbearbeitung einzusteigen.
Was dem "Live" nahe kommt, sind die verwendeten Belichtungszeiten, die ca. zwischen 4 und 12 Sekunden liegen.
Heißt, es wird z.B. 4 Sekunden belichtet und es erscheint ein Bild, dann wieder 4 Sekunden usw. jedes Bild/Frame wird zum Vorhergehenden hinzugefügt, live gestackt. Du siehst den jeweiligen Fortschritt gleich. Das macht für mich, unter anderem, den Reiz von EAA aus. Ich sehe wie sich das Bild immer besser aufbaut.
Jederzeit habe ich die Möglichkeit einen erreichten Zustand zwischen zu speichern und zu entscheiden ob ich weiter mache oder abbreche. Je nach dem ob mir das bis dahin erreichte schon reicht oder ob ich halt mehr will.
Aber bitte nicht der Vorstellung verfallen, alles aufbauen, Kamera an Notebook oder Pi angeschlossen, SharpCap anschmeißen und schon trudeln die ersten Ergebnisse ein. SharpCap ist mächtig und verlangt einarbeitung.
Auch die Abstimmung Kamera Teleskop muss stimmen. Eine g'scheit laufende Nachfführung - deshalb geht ohne GoTo nichts.
Und wenn man das ganze, wie ich, remote machen will - ein weiterer Grund warum ich EAA betreibe, ich sitze in der warmen Stube - dauerts schon a wengt bis das reibungslos läuft. Also etwas Technik und Computer-Affinität ist angesagt.
Und für das ganze brauch ich nicht ein komplett neues Equipment sondern kann es einfach an meinem Skywatcher 1200/254 erweitern ?.
da hat Harald recht, EQ-Plattform ist natürlich die Umwandlung des Dobson von Alt/AT (die Rockerbox) auf parallaktisch.
Und bei Deinem 10" muss da schon eine g'scheit EQ-Plattform her und die Teile sind halt auch nicht so ganz günstig, außer man baut selber.
Für EAA braucht man keine EQ-Montierung, Alt/AZ mit GoTo reicht aus.
Hier im Forum gibt es Kollegen die EAA mit dem Dobson betreiben. Vielleicht meldet sich noch jemand.
Und ja, es artet dann schon in Schlepperei aus, wenn Du auf den Acker musst. Zumal da noch die von Harald erwähnte Stromversorgung dazu kommt.
Balkon oder Garten, wie bei mir, wären praktisch. Steckdose ist auf meinem Balkon vorhanden. Alles angestöpselt, Alignment... .... ... das übliche Prozeder durch gehen und dann im Winter rein in die warme Stube - ja ich bin ein Weichei - Remoteverbindung aufbauen, über Stellarium oder Skychart Objekt auswählen und anfahren... ... ...
Für EAA kann das Setup auch klein gehalten werden.
130/650 oder 150/750 Newton, kleiner Apo auf stabiler Alt/AZ GoTo Montierung.
Der zweite Weg, aus meiner Sicht der langfristig mehr versprechende, ist es,mit der Astrofotografie klein anzufangen. Damit meine ich eine DSLR mit Fotoobjektiven und eine kleine parallaktische Montierung,

die Variante verstolpere ich immer mal wieder, da ich nicht so in der klassischen Astrofotografie drin bin. Mein hauptsächliches beobachten ist EAA geworden, neben gelegentlich rein visuellen Beobachten, was auch immer wieder Spaß macht.
Diese Variante wird oft und gern vorgeschlagen um in die klassische Astrofotografie einzusteigen. Erfahrung sammeln, Equipment kennen lernen... ... ...
Egal wie Du es angehen möchtest, beide Wege sind machbar, aber nicht ganz einfach.
Ich bevorzuge halt EAA weil der Aufwand nicht ganz so groß ist, was nicht heißen soll, das da unterwegs kein Frust auftaucht.
Was man auch nicht verschweigen darf, die Qualität der Bilder - sind ja ohne Nachbearbeitung - kommt nicht ganz an die Qualität der Langzeitbelichtung ran.
Ich will aber auch keine Hochglanz-Bilder erstellen.
Bitte nicht falsch verstehen, ich habe Respekt vor Denen die die klassische Astrofotografie betreiben, aber für mich ist das einfach nichts.
Mir genügt es was ich erreiche und ich habe eine schöne Erinnerung, die ich immer mal wieder anschaue.
150/750 PDS Newton, iOptron AZ Pro GoTo, Asi224MC
152 Frames, gesamt 608 Sekunden a 4 Sekunden
150/750 PDS Newton, iOptron AZ Pro GoTo, Asi224MC
366 Frames, gesamt 2928 Sekunden a 8 Sekunden
M74