Nach hunderten Jahren Teleskopentwicklung und Technologiestand 21tes Jahrhundert sollte einem das allein Antwort genug sein.
"Was der Bauer nicht kennt..." - Deine Einstellung teile ich nicht. Das hätte Leute wie Kepler auch sagen können. Tut mir leid, wir haben heute ganz neue teilweise auch Amateuren zugängliche Möglichkeiten in der Optikentwicklung und sollten sie nutzen, um Neues zu wagen.
Du willst den Fangspiegel und die Baulänge gering halten aber ein moderates Öffnungsverhältnis und große Öffnung haben?
Hab da eine Idee ohne Optik-Krebs.
Leg den Primärfokus eines F/4 Gerätes gerade ein paar mm außerhalb der Tubuswand und verbaue eine Koma Korrigierende Barlow fest im inneren Ende des Auszugsrohres.
Diese Lösung wurde bereits oben aussortiert. Dies angesprochene Lisenoptik ist aufwändig herzustellen. Nachteile einer Korrekturlinsenoptik sind Einbußen bei der Farbreinheit und Verluste+Streulicht durch Reflektionen an den zahlreichen optischen Flächen der Linsen.
Verwechsele Asphären nicht mit nicht-rotationssymmetrischen Flächen!
Eine Parabel oder Hyperbel oder Ellipse ist eine Asphäre.
"Sphäre" heißt "Kugel". Eine nicht-rot.-sym. Spiegel ist keine Kugel, somit ein asphärisches optische Element.
Was du hier Vorschlägst, ist ein Gebilde welches quer eine andere Krümmung als Längs hat, dabei ist durch den 45° Anordnung auch noch ein Ende weiter weg vom HS als das andere, jeder der schonmal einen Cassegrain fokussiert hat, weiß was eine Abstandsänderung bewirkt.
Diese Problem sollte auch beim klass. Newton auftreten, tut es aber nicht. Aus dem gleichen Grund wird es bei meinem Vorschlag nicht auftreten. Ich besitze einen Cassegrain. Dort wird durch Verschiebung des HS fokussiert, ich habe nie Probleme damit gehabt.
Das HS ferne Ende erzeugt eine kürzere Effektivbrennweite als das Hauptspiegelnahe Ende des FS, von drn Unterschiedlichen Fokuspunkten ganz zu schweigen.
Selbst wenn man eine solche Form fertigen könnte, die Off Axis Aberrationen wären aus der Hölle, wenn es überhaupt einen Sinnvollen Fokus gibt.
Kann man sie nicht mit der Spiegelform korrigieren? Das ist hier die zentrale Frage. Ich muss wohl doch eine Optik-Simulationsprogramm besorgen und erlernen und schauen, was passiert.
Nicht ohne Grund versuchen Schiefspiegler den Winkel so klein wie nur irgend Möglich zu halten und gleichzeitig eine sehr lange Bauweise und langes Öffnungsverhältnis, um das irgendwie in den Griff zu bekommen.
Ein Schiefspiegler hat einen bzgl. des Hauptspiegels außeraxialen Strahlengang, was bei meinem Vorschlag definitiv nicht der Fall ist, daher ist der Vergleich nicht zutreffend. Möglicherweise könnte man aber auch beim Schiefspiegler die Korrekturlinse aussparen, wenn man den Hauptspiegel oder den Fangspiegel asphärisch (nicht-rot.-symmetrisch) formen würde.
Endbemerkung: Heute kann man mit CNC-Maschinen beliebige Oberflächen formen, was Newton, Cassegrain, Schmidt und Kutter noch nicht konnten. Die Herstellung beliebig geformter asph. Optik gibt es noch nicht sehr lange.
Man sollte diesen neuen Freiheitsgrad nutzen, um ganz neue Optiken auszuprobieren. Da die Dobsons an ihre Grenzen gekommen sind, gibt es vielleicht hier neue Wege, das Konzept weiter zu führen und einen kompakten, lichtstarken und dennoch handlichen, mechanisch robusten "Hyper-Dobson" zu bauen. Es gibt hier zahlreiche Spiegel und Linsenschleifer, deren Kompetenz ich leider nicht habe und mangels Platz und Zeit nicht zeitnah erwerben kann. Vielleicht sprechen meine Vorschläge jemanden von den Profis hier an.
Viele Grüße, Claus