Encoder bei Montierungen

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Ja also doch! Und wie wird das einfache Anfahren und Zentrieren der Sterne dann mit einem verkippten Spiegel in Verbindung gebracht, wenn keine Aufnahmen gemacht werden?
 
Hi Dane,

stell' Dir das so vor - Du initialisierst die Monti auf einen Stern. Dann feuerst Du das Programm ab, mit dem Du das Pointing Modell generieren willst. Das fährt nun automatisch über den ganzen Himmel verteilt einen Referenzstern nach dem anderen an. Die sollten ja eigentlich zentriert sein, aber durch Flexture, Cone error, nicht exakte Polausrichtung, Spiegelverkippung etc. sind sie eben nicht exakt zentriert. Du zentrierst dann manuell jeden Stern exakt in der Mitte, das Modell merkt sich die Abweichung zwischen der Position, wo der Stern eigentlich sein sollte, und wo er nach manueller Korrektur (= Abzug aller Feher) steht. Daraus erstellt die Software ein Modell, das beschreibt, wohin die Montierung zeigen muss, damit das Teleskop effektiv auf den ausgewählten Punkt zeigt.
Wenn also der Tubus etwas "durchhängt", merkt das Modell das und zeigt einfach etwas höher, so dass es wieder stimmt.

Edit: Es werden zwar keine Aufnahmen gemacht, aber die Abweichungen bei jedem Stern werden logischerweise (numerisch) gespeichert...

Macht Sinn?

LG Michael
 
Vielen Dank Michael, ja das macht nun sinn!

Das bedeutet aber, das man dieses Pointing Modell für jedes Teleskop machen muss. Wenn man Teleskope hin und her wechselst, bleibt das Point Modell dann für jedes Teleskop bestehen und kann z.B. über Profile hin und her gewechselt werden? Und falls ja, gibt hier durch das wechseln der Kombinationen nicht schon Einflüsse, welche das Modell verfälschen?
 
Da haste natürlich Recht. Wenn man stationär immer mit der selben Ausrüstung arbeitet, ist das ein einmaliger (oder seltener) Job. Bei Equipmentwechsel, oder beim Aufstellen im Feld muss man das jedes Mal machen. Geht aber mit Routine recht flott, da kann Niki sicher was dazu sagen. Man muss auch nicht immer hunderte Sterne nehmen ;) - 25 oder so tun's auch.
Bei Autoslew gibt es auch die Möglichkeit, dass man nur ein selektives Modell auf sein aktuelles Target macht. Da fährt man sein Zielobjekt an und sagt der Software, dass man jetzt 5h draufhalten will, dann fährt die Montierung beim Modell generieren nur den Pfad ab, den das Objekt in den nächsten 5h zurücklegen wird, und korrigiert nur da selektiv aber exakt.

Klar gibt es jede Menge Faktoren, die das Ergebnis verfälschen, selbst Temperatur etc. spielen eine Rolle. Ist dann die Frage, wie weit sich das bemerkbar macht und ob sich die Erstellung eines neuen Modelles lohnt. Deswegen ja mein Hinweis in dem ewig langen Post, dass sich der ganze Hickhack meines Erachtens nur bei solider Ausrüstung lohnt, je wackeliger alles ist, umso frustrierender wird's (das gilt ja aber wohl generell). Sonst würde ich sagen: Polausrichtung mit Sharpcap 3 Minuten, Guiding initialisieren 3 Minuten, los geht's. Funzt auch.
 
Noch ein kleiner Nachschlag - wenn man relativ horizontnah fotografieren / beobachten möchte, kommt auch noch die atmosphärische Refraktion dazu. Die sorgt nämlich nicht nur für die bunten Farben, sondern platziert das Objekt höher am Himmel. Man sieht also die Sonne immer noch, wenn sie bereits eigentlich untergegangen ist. Und der Effekt ist nicht wirklich subtil, sondern da sind die Himmelskörper echt ne Ecke verschoben. Beim GoTo-Slew korrigieren viele Programme das bereits bei der Koordinatenübergabe, wenn aber dann bei steigendem Objekt einfach sideral getrackt wird ohne kontinuierlicher Korrektur in DEC, verschwindet das Target irgendwann nach unten aus dem Bildfeld, da die Refraktion mit steigender Höhe nachlässt. Und dafür muss sich dein Equipment gar nicht verbiegen ;).
Aber irgendwie gerade deswegen macht der ganze Schmarrn ja soviel Spass, wenn ich es einfach will, spiele ich mit meiner Tochter Uno und werde abgezockt ;).
 
Oh Niki, heute mal wieder schön herablassend unterwegs. :) Für mich ist das Thema vorerst durch, ich werde dementsprechend mit weiteren Fragen auch zurückhalten. Ich klinke mich also aus. Du kannst also beruhigt sein, jedenfalls für diesen Thread hier. ;-)

Danke für den Nachschlag Michael. Das war mir nie so bewusst, dass durch die atmosphärische Refraktion auch die Objekte höher platziert werden. Ich versuche diese Bereiche zu vermeiden, weshalb mir das wohl auch nie aufgefallen wäre. Und auch spannend dass das sogar bei GoTo vom Programm aus berücksichtigt werden kann. Davon habe ich auch noch nie was mitbekommen. Aber vermutlich nur, weil ich keine Handbücher lesen kann. ;-)

Danke noch mal für euren input. :y:
 
Entspann' Dich, Dane, das hast Du glaube ich etwas in den falschen Hals bekommen ;)
Aber die automatische Korrektur der Koordinaten bei atmosphärischer Refraktion ist ein gutes Beispiel für ein allgemeingültiges (also nicht equipmentabhängiges) Pointingmodell.

LG und :coffee: :cool:
Michael
 
Vor allem gibt es bei unserem Hobby noch andere Probleme ;)
In diesem Sinne _jungeschlagen:
clearoutside.JPG
 
Hallo,

drei Antriebskonzepte (Schrittmotore, Servomotoren und Direktantrieb):
- Mit dem Direktantrieb habe ich mich bis heute noch nicht befasst. "Kann" also eine gute Lösung sein. Ist für mich wie ein E-Auto: "Warten wirs ab".
- Servoantrieb, also mit Hilfe von Motor-encodern nachgemessene und kontrollierter Antrieb: Tolle Idee, aber die Zwischengetriebe zwischen Motor und Schneckenwelle sind Produzenten von Pendelbewegungen, wenn man eben KEINE RA-Achsen-Encoder verwendet. Ein Leid für viele CGX-(L) Benutzer, siehe viele Beschwerden auf den englischsprachigen Foren. Richtig teure Motorkonzepte mögen (Konjunktiv) eine Lösung darstellen, da man diese Zwischengetriebe aich richtig gut bauen kann. Gerade bei gossen Montierungen ist der eigentliche Antrieb kostenmässig nicht mehr so auffällig, aber bei Grössen wie EQ6/8 vielleicht doch noch.
- Schrittmotoren: Das gelungene Konzept für kostengünstige Antriebe. Aber auch diese Motoren sind natürlich Ungenauigkeiten bei der Herstellung unterworfen. Lösung: Hochauflösende Encoder an der/den Achse(n).


Ich denke, dass viele Sternfreunde einen möglichst hohen Nutzen/Kosten Faktor geniessen wollen. Anderen spielt es keine Rolle was es kostet - Hauptsache es läuft gut. Wieder andere gucken nur visuell oder erfreuen sich der selbstgebauten Technik. Aus meinen Erfahrunge kann ich nennen: Wer mit kleinem Geschirr fotografiert wird mit einer EQ6R am besten/effektivsten fahren, da sehr zuverlässig und fast kein Aussschuss bei den Aufnahmen. Ich kenne inzwischen 6 Nutzer, die mit genau dieser Montierung mehr als zufrieden sind, auch wenn sie äusserrlich so aussieht, als hätte man sie in einen Topf weisser Farbe getaucht. Sie tut, was sie soll. Wer mit grossem Geraffel "unterwegs" ist, braucht was "tragbaraes" und wer eine feste Sternwarte und die finanziellen Mittel hat, soll möglichst etwas überdimensioniertes und gleichzeitig bewährtes Gerät kaufen was den Unterbau (Montierung, Stativ...) angeht. Viele haben auch etwas Gebrauchtes bekommen oder haben aus früheren Zeiten noch etwas herumstehen, auf das sie aufbauen. In meinem Heimstudio steht ein Atari ST. Würde sich heute auch keiner mehr kaufen aber ich kenne das Teil und benutze den noch.

Als ich mit der Astrofotografie begann, habe ich Stunden gebraucht bis das erste Bild gemacht werden konnte und es gab einen sehr hohen Ausschuss dabei. Sehr oft sind ganze Filme nach der Entwicklung gleich in die Tonne gegangen. Die letzten Jahre kamen einige tolle Zeitsparer und Produkte, die dazu führen, weniger Ausschuss zu haben. Einige aus dem Bereich "technisches Geraffel" möchte ich hier mal nennen:

Montierungen, welche in RA extrem genau laufen, dank Encodern an der Achse, sind Klasse. Ich nehme an, dass das hier die Entwicklng noch nicht zuende ist... Schauen wir mal, was die Direktantriebe so bringen.

Tom.
 
Genau das habe ich doch versucht weiter oben kurz zu beschreiben, dann wohl aber wahrscheinlich nicht verständlich genug.
Genau das kann mit einer 10u gemacht werden. Am besten unter Zuhilfenahme eines Programms wie MountWizzard4, ModelCreator oder neuerdings dank Plugin auch NINA. Geht theoretisch auch manuell, entsprechend langwierig und fehlerbehafteter.


Hallo,

ja jetzt verstehe ich den Denkfehler - aber ...'

Diese mechanischen Probleme (mirror flop ist eines davon) tauchen nicht so fest programmiert auf. Manchmal ja, manchmal nicht. Manchmal langsam und manchmal schneller. Und manchmal den ganzen Abend gar nicht. Daher würde das zumindest bei uns nichts bringen, so etwas fest einzuprogrammieren. Diese Rowe Ackermann Astrographen der ersten Generation sind so extrem empfindlich - ein Systemfehler meiner Meinung nach. Der Trick mit dem gelegentlichen Autofokus funktioniert noch am besten.

Tom.
 
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