Hallo zusammen,
ich konnte jetzt am WE ein wenig mit der Touptek und Kstars/Ekos/Indi spielen.
Ich habe mich einfach mal hingesetzt und habe per Stellarmate Livestacking an einigen Objekten durchgeführt.
Die Einstellungen hierbei waren LowNoise Mode an, Gain 100 und Offset 192 (hatte ich mal irgendwo aufgeschnappt).
Hier habe ich nun jeweils 30 Aufnahmen á 1min gesammelt und das Ergebnis sah gar nicht so schlecht aus.
Im High Gain Mode hatte ich das Gefühl das die Bilder mit den gleichen Einstellungen doch sehr rauschig waren.
Ich werde aber demnächst nochmal eine Sensoranalyse mit SharpCap durchführen und die Ergebnisse hier posten.
Viele Grüße
Marcel
Ich denke, wichtig ist zu wissen, dass bei Touptek 0 Verstärkung beim ASCOM Treiber Gain 0 ist und beim Native Treiber Gain 100. Im Native Treiber kann man deshalb kein Gain unter 100 einstellen.
Tatsächlich ist es so, dass im HCG Mode das Rauschen trotzdem deutlich geringer ist als im LCG Mode. Im HCG Mode entspricht Gain 100 im Native Treiber 14bit Farbtiefe. Das wird im Bild auf 16bit hochskaliert. Dadurch sieht es aus, als ob das Bild stärker rauscht. Tut es aber nicht.
Da die Kamera einen 14bit ADC hat, müsste im HCG Mode Gain 100 im Native Treiber dem Unity Gain entsprechen. Eine andere Einstellung als Gain 100 im HCG Mode macht für normale, geguidete Deepsky Aufnahmen für 99% der Objekte keinen Sinn. Der IMX533 rauscht im HCG schon bei Gain 100 so wenig, dass man bei einem Bortle 4 Himmel in einer Minute hintergrundlimitiert ist. Solange man hintergrundlimitiert belichtet ist es egal wie stark die Kamera rauscht. Das Rauschen der Kamera spielt dann keine Rolle mehr, da es vom Rauschen des Himmelshintergrunds überdeckt wird.
Das optimale Offset bei den Touptek Kameras zu bestimmen ist super einfach, da Touptek Gain und Offset linear skaliert. Das optimale Offset ist das, wo im Bias keine 0 Pixel mehr vorhanden sind. Normalerweise haben Aufnahmeprogramme wie NINA eine Bildstatistik im Bauch, wo der minimale Pixelwert im Bild angezeigt wird. Man nimmt bei seinem Gain der Wahl einfach mit einem relativ hohem Offset ein Bias Frame auf. Dann schaut man wie hoch der minimale Signalwert im Bild ist und zieht das von dem eingestellten hohen Offset ab...et voila...hat man sein optimales Offset.
Beispiel: man wählt Offset 1000. Der Bias Frame hat den Minimalwert von 800 ==> Das optimale Offset = 1000-800 = 200.
Da Rauschen ein Statistischer Prozess ist und damit der Minimalwert von Aufnahme zu Aufnahme variiert, kann man um ganz sicher zu gehen, einfach pauschal etwas oben drauf schlagen und mit einem Offset von...sagen wir...250 oder 300 arbeiten. Der Verlust an Dynamikumfang ist 1-2 Promille. Wird man nicht merken, zumal 99% der Nebel den Dynamikumfang eh nicht ausreizen können. Und selbst bei dem 1% extremer Objekte wie dem Orionnebel oder dem Katzenaugennebel machen die 1-2 Promille den Bock nicht fett, da man dort eher 100% oder 1000% mehr Dynamikumfang bräuchte. Beim Offset nimmt man im Zweifelsfalle also lieber etwas mehr als zu wenig. Denn zu wenig wirkt sich in den schwächsten Bereichen aus, wo jedes Photon zählt, zu viel eigentlich so gut wie gar nicht.
Grüße,
Joachim