Canon IS Gebrauchtkauf - Optik ok?

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Deine Meinung würde mich dann auch interessieren, falls Du 10x42 tatsächlich mit dem 12x36 vergleichst...

Grüße Jochen
 
Ja, mach das!
Ich will auch gar nicht die Frage aufkeimen lassen, warum es Rückläufer sind. Da gab es durchaus schon unterschiedliche Meinungen zur Qualität der Stabilisierug.

Oh man, so ein Forum macht es einem auch nicht leicht ....

Viel Erfolg
Frank
 
Mir genügte der Bericht im birdforum, um das 12er auszuschließen. Neben den erwähnten CA ist zudem ist das Feld mit 55° eher nicht üppig (auch wenn schon nach ISO 14132-2-2002 bestimmt), der AP-Abstand mit 14,5mm eher knapp, und 3mm AP für Astro nur bedingt geeignet. Dass man den Stabi-Knopf halten muss, ist dann nur noch ne Randnotiz.

csm
 
Deine Meinung würde mich dann auch interessieren, falls Du 10x42 tatsächlich mit dem 12x36 vergleichst...

Grüße Jochen
Das wird schwierig Jochen,

denn in der kurzen Zeit, die Bernd für einen Vergleich zur Verfügung hat, wird die Robustheit, die bessere mech. Qualität und damit wohl auch die Langlebigkeit des 10x42 deutlich als Entscheidungskriterium im Hinterkopf hausen.
Das höhere Gewicht und die etwas schlechtere Ergonomie verschwinden hinter diesen Vorteilen. Obwohl der Druckpunkt der Stabitaste am 12x sehr empfindlich ist, erscheint er Anfangs als ein großer Nachteil gegenüber dem Ein-/Aus- Schalter des 10x.
So würde ich mich persönlich, nach einem Kurztest, für das 10x entscheiden.
Der Langzeitvergleich brachte aber ein anderes Ergebnis. Die 12-fache Vergrößerung, das Mobilitätsplus, gepaart mit der doch schon recht langen Funktionsfähigkeit meines 12x, entschieden dann gegen das 10x42.
Es war eine subjektiv objektive Entscheidung, ohne den Zwang ein Gerät abgeben zu müssen.

Ich kenne ähnliche Entscheidungen aus dem Teleskopkauf. Größer war besser, die schwierigere Handhabung wurde kleingeredet, ja sogar verbissen verteidigt ..... die Nutzungshäufigkeit zeigte dann aber etwas anderes.

CS Frank
 
der AP-Abstand mit 14,5mm eher knapp, und 3mm AP für Astro nur bedingt geeignet.
Genau das war einer meiner wichtigen Vergleichspunkte zwischen den Geräten.
Im Randbereich einer Großstadt zeigte das 12x mehr Sterne, der Orionnebel war besser zu erkennen, Mond und Sonne (mit ICS-Folie) detaillierter.
Gibt es da solche Unterschiede in der Wahrnehmung oder, bei dem selben Gerätetyp, Unterschiede in Optik und Stabi?

Das 15x50 hat auch nur 3,3mm AP und ist für Astro super geeignet.

CS Frank

*mit mehr Sterne meinte ich, die Anzahl in dem Gesichtsfeld des 12x verglichen mit dem identischen Bildkreis im 10x.
 
Zuletzt bearbeitet:
Angeblich soll Canon ja auch den Stabi kontinuierlich verbessert haben, oft liest man, der vom aktuellen 12 sei am Besten?

Grüße Jochen
 
Moin,

Roger Vine und Pinac kommen hier zu anderen Ergebnissen?!

"Leider ist der Augenabstand auch hier nicht besonders gut (besser als bei den 50-mm-Modellen, schlechter als bei den 12x36-Modellen), hauptsächlich weil Canon in die übliche Falle getappt ist, die Becherränder zu weit von den Augenlinsen entfernt zu machen.

Canon gibt einen Augenabstand von 16 mm an, aber ich habe etwa 12–13 mm vom Becherrand gemessen und so fühlt es sich an – ich kann mit meiner Brille nicht annähernd das gesamte weite Feld sehen. Stromausfälle sind jedoch kein Problem."


Andreas
 
Habe jetzt die diversen Links zu den Forumsbeiträgen durchgelesen. Interessante Berichte, vor allem auch wie sich die Einschätzung über einen längeren Zeitraum entwickeln kann.
Werde keine Vergleichsmöglichkeit zu einem High-End non-IS haben, aber ich habe jetzt tatsächlich beide Gläser für nen Vergleich bestellt. Mal sehen, wie sich die Praxis schlägt und individuellen Vorlieben zeigen.
Ich bin, wie Frank vielleicht richtig vermutet, etwas voreingenommen und ein wenig Technik-affin, daher wohl auch meine eingangs gepostete Frage zum 10x42. Bin sehr gespannt auf den direkten Vergleich und die Diskussionen mit meiner Frau _affeaugen:
Ich werde gerne hier berichten. Ich bitte um Nachsicht, dass ich kein FG-Experte bin mit jahrelanger Birding oder Astro-Erfahrung. Astro erst seit 1 Jahr. Ich kann da also nur eine sehr persönliche Meinung zu abgeben. Beruflich arbeite ich jedoch seit gut 15 Jahren mit Mikroskopen, insofern bin ich kein gänzlich unbeschriebenes Blatt. Allerdings schon beeindruckend, wie unterschiedlich sich Optiken zueinander verhalten.
Nochmals danke für die Meinungen, Links und Diskussionen hierzu. Und wenn es Ratschläge gibt, wonach in so einem Vergleich zu schauen oder besonders drauf zu achten wäre, gerne her damit.
Cheers
 
Ich habe mein zweites 10x42 gebraucht aber neuwertig von jemanden gekauft, der es in Afrika auf Safaris einsetzen wollte.
Allerdings war es seiner Frau zu schwer auch wenn sie beide vom Stabi total begeistert waren.
Ich habe ihm dann das 12x36 empfohlen, er hat es gekauft und seine Frau ist glücklich damit :)

Grüße Jochen
 
Kurzer Zwischenstand: die Gläser sind beide da seit 3 Tagen, leider war das Wetter nicht so passend bisher für nen guten Vergleich, dafür sollen die nächsten Tage ganz passabel werden.

Bin natürlich grundsätzlich erstmal beeindruckt von der Abbildungsleistung, vor allem bei Tage ist das 10x42 ja echt ne Wucht! Das größere Feld und die abberationsfreie Optik finde ich schonmal besser als beim 12x36. Der IS ist nach meinem Empfinden etwas schneller, und auch beim Schwenken nach links/rechts/oben annähernd verzögerungsfrei, nur nach unten ist er etwas träger - das 12x36 fand ich in alle Richtungen etwas träge, also so schwimmend oder kaugummiartig. Mal sehen, ob der Eindruck Bestand hat. Mir wurde da beim 12x36 so ganz leicht flau, was komisch ist, weil ich in den bisherigen Reviews dasselbe über das 10x42 gelesen hatte?
Verarbeitung ist beim 10x42 schon alles wertiger, nichts neues. Fand da den IS-Knopf am 12x36 besonders knartschig und ohne Druckpunkt; vielleicht Gewöhnungssache. Oder muss sich der Knopf erst eingrooven?
Der IS grundsätzlich hat mich erstmal umgehauen! Das ist ja schon eine andere Welt, man merkt erstmal wieviel man eigentlich zittert, wenn man ihn wieder ausschaltet. Wahnsinn!
Ich hoffe, ich erreiche in der kurzen Zeit den Punkt, dass ich wirklich die Unterscheide und Vorlieben für mich/uns ausarbeiten kann, um dann eine Entscheidung zu treffen. Auch wenn ich augenblicklich das 10x42 in allen Belangen besser finde als das 12x36 - außer bei der Ergonomie (wobei ich an den Augenmuscheln und Gesichtsfeld des 10x42 nichts für mich auszusetzen habe, sehe alles ob mit oder ohne Brille, die großen Cups kenne ich von anderen Okularen ganz gut), hat mich eins doch überrascht: eine kurze Wolkenlücke im Neumond-Nachthimmel zeigte keine großen Vorteile, außer die randständig schärfere Abbildung und das größere Feld. Die CA vom Tage habe ich im Dunkeln beim 12x36 nicht mehr wahrgenommen (vielleicht kriege ich den Mond noch rauf in den nächsten 7 Tagen). Und es war trotz kleinerer AP nicht wirklich dunkler, ich bildete mir sogar ein, schwache Sterne schneller zu sehen als beim 10x42. Auch das will ich noch genauer erörtern. Kommt das tatsächlich durch die Lichtverschmutzung am Stadtrandhimmel, dass die höhere Vergrößerung dann den Hintergrund mehr abdunkelt und einfach mehr Kontrast da ist? Hätte gedacht, dass das 10x42 durch die größere Apertur auch hier die Nase vorn hat.

Wahrscheinlich erzähle ich hier keinem was neues, aber ich werde trotzdem weiter berichten. Eine Entscheidung ist noch keineswegs gefallen!

Grüße
Bernd
 
Hallo Bernd,

je, der erste Blick durch ein Stabi glas ist wirklich eine Offenbarung.
Ich war da nach für unstabilisierte Gläser "verdorben" :)

Am Mond (sowie Jupiter und Saturn) zählt natürlich Vergrößerung, da habe ich immer zum 15x50 gegriffen und inzwischen zum 20x60

Grüße Jochen
 
....das 12x36 fand ich in alle Richtungen etwas träge, also so schwimmend oder kaugummiartig. Mal sehen, ob der Eindruck Bestand hat. Mir wurde da beim 12x36 so ganz leicht flau, was komisch ist, weil ich in den bisherigen Reviews dasselbe über das 10x42 gelesen hatte?
Hallo Bernd,

ja, das hab ich bei meinem auch. In eine Richtung ziehen (Vogelflug) ist kein Probelm, aber schnelle Richtungswechsel verursachen Übelkeit. Das Bild ist wie in eine hochviskose Flüssigkeit gelagert.

Da Du gerade so einen tollen Vergleich hast, achte doch einmal auf das Ermüden der Arme beim halten. Ich hatte damals das 12x36 mit meinem eigentlich angepeilten 15x50 verglichen und der Gewichtsunterschied war enorm, bei etwas längeren Ansetzen in höheren Winkeln.

Viele Grüße
Johannes
 
Interessanterweise finde ich das 10x42 beim ersten Greifen deutlich schwerer als das 12x36. Allerdings eine halbe Stunde draußen mit beiden Gläsern doch nicht mehr so unterschiedlich. Komisch. :unsure:
 
Hallo Johannes und Bernd,

ich habe jetzt eure Berichte gelesen und das Stabilisierungsverhalten mit meinem 12x36 ISIII verglichen. Das Verhalten, ohne etwas verschönen zu wollen, ist anders als von Euch beschrieben.
Die Stabilisierug braucht einige Sekunden, um sich auf mein Gewackel einzustellen. Aber dann ist sie stabil und folgt auch harten Richtungsänderungen ohne spürbare Verzögerung. Ich meine damit: Sobald der Richtungswechsel erfolgt, sei er schnell oder langsam, bewegt sich das Bild sofort in die gleiche Richtung. Also kein "Schwimmen" und auch kein Nachzieheffekt.
Es ist aber richtig, dass sich während des Schwenks die Auflösung minimalst verschlechtert. Aber in einem so unbedeutenden Maße, da man duch die Objektverfolgung bei 12-facher Vergrößerung eh schon etwas abgelenkt ist und sich nicht auf die feinen Strukturen konzentrieren kann. Ist bei mir jedenfalls so.

Ebenso die Beurteilung des Farbfehlers. Erst im letzten Viertel ist ein feiner Farbsaum zu erkennen. Testobjekt ist ein 100m entfernter Sendemast vor hellem Himmel. Diesen Saum hatte ich beim 10x42 nur am Rand wahrgenommen. In beiden Gläsern veränderte er sich aber mit unterschiedlichen Einblickpositionen.

*Befinden sich in euren Gläser frische Batterien?

Der Bericht aus dem Birdforum, den Manne verlinkt hat, passt für mich überhaupt nicht zum 12x36 III. Auch einige andere Nutzer, die nach ihm geschrieben haben, können dieses Verhalten so nicht bestätigen. Er selbst relativiert seine Kritik ab Beitrag 29 aber wieder etwas.
Trotzdem, auch wenn jeder anders beurteilt, kann es doch nicht solche Unterschiede geben; es sei denn, die Qualitätsstreuung verursacht sie.
Das wäre meine einzige Erklärung. Vielleicht steigt auch die Wahrscheinlichkeit so ein Glas mit schlechteren Eigenschaften geliefert zu bekommen, wenn man Rückläufer erhält.

Die Übelkeit kann auch daher kommen, dass ein geringer Globuseffekt bei einem klaren stabilisieren Bild stärker wahrgenommen und verarbeitet wird, als bei einem nicht stabilisieren Bild. Ich bin davon aber nicht so betroffen und kann dazu auch nichts beitragen.

Viele Grüße
Frank
 
Hallo Frank,

ich hab das Verhalten soeben nochmal überprüft, um keine ungenauen Beschreibungen des Symptoms zu geben. Also, ich fokussiere ein Ziel an, schalte den Stabi hinzu, das Bild wird Recht schnell stabilisiert im Rahmen seiner technischen Eigenschaften. Ziehe ich nun schnell nach rechts oder links, folgt das Bild sofort. Aber stoppe ich nun abrupt, beginnt der Stabi mit Korrekturbewegungen. Er "setzt" sich quasi. Dabei kommt er bei einer anderen Objektzentrierung heraus, als welche ich beim schnellen Stoppen gesetzt habe.
Terrestrisch ist das weniger störend als nachts am Stern. Dort wirkt es wie ein viskos schwimmendes Bild.

Ich vermeide also schnelle Schwenks bei Nacht oder setzte den Stabi kurz aus beim schwenken. Bin da recht empfindlich was Unwohlsein bei Optiken angeht. Die Bildfeldebnung kommt hinzu, klar.

Batterietechnisch wird der Stabi mit abfallender Spannung natürlich leistungsärmer. Ich benutze 1,5V Lithium Akkus, welche bis zum Ende die Spannung halten sollten.

Alles in Allem ist das 12x36 für mich alternativlos bei bestimmten Einsatzzwecken. Ich mag es ;-)

Gruß
Johannes
 
Moin nochmals,

nach 8 Tagen und 3 Nächten testen des 12x36 IS III vs 10x42 L IS WP ist meine Entscheidung gefallen: es wird das 10x42!
Zuerst einmal freue ich mich riesig über so ein tolles High-End Glas, und möchte mich für die Rückmeldungen nochmals bedanken.
Wer jetzt mag, kann noch meine Begründung bzw. Testerfahrung lesen - mit dem Hinweis, dass es meine PERSÖNLICHE Einschätzung ist und keinerlei Allgemeingültigkeit besitzt oder gar Kaufempfehlung darstellen soll. Auch habe ich keine Vergleichsmöglichkeit zu anderen High-End Gläsern und deren Performance im Vergleich zu diesen Gläsern. Aber hier geht es ja auch um den Vergleich 12x36 vs 10x42. Also los:

Persönliche Präferenzen und Testbedingungen

Wie eingangs beschrieben, sind beide Gläser vom Fachhändler, allerdings Kundenrückläufer. Ich konnte keinerlei Gebrauchsspuren feststellen, insofern kann ich nur davon ausgehen, dass beide Gläser quasi neu sind und so funktionieren, wie sie jeweils sollen.
Getestet wurde stets unter identischen Bedingungen, also side-by-side. Frische Batterien haben beide am Anfang bekommen.
Testumfeld war hauptsächlich mein Garten, das Landschaftsschutzgebiet vor meiner Nase und der Himmel. Tagsüber heiter bis wolkig, nachts 2x sternenklar, Vorstadthimmel Hamburg Nähe Flughafen, Bortle 5 und SQM 19.8 (ich weiß,richtig super :rolleyes:).

Ergonomie

12x36: Handlich und sogar leichter als mein bisheriges FG, anfangs war die Position des IS Knopf etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings ging es nach einiger Zeit ganz bei Tage ganz gut: mit dem Ringfinger halten, dann mit dem Mittelfinger fokussieren. Das kleine Fokussierrad wünschte ich mir etwas größer, aber es war sonst gut zu bedienen. Nachts, wo ich weniger Bewegung/Schwenken/Nachfokussieren durchführe, empfand ich das dauerhafte drücken des IS Knopfes etwas verkrampfend. Die Augenmuscheln sind ohne Brille soweit gut, aber sehr starr, entsprechend das Umklappen für's Spechteln mit Brille etwas umständlich.

10x42: Was für ein Brocken erstmal. Aber auch hier gewöhnt man sich an das Glas. Es ist bestimmt so, dass die Arme theoretisch schneller ermüden (habe nicht die Zeit gestoppt), allerdings empfand ich die Haltung eines FG an sich für längere Zeit belastender als die 600g Mehrgewicht. Auch das 12x36 musste ich mal absetzen oder mich anderweitig stützen. Der IS Knopf hat dankenswerterweise die An/Aus Funktion. Die Augenmuscheln fand ich nicht zu groß, bin mit meiner Nase und vom IP-Abstand gut rein und rangekommen. Mit Brille habe ich anscheinend das Glück, trotzdem das gesamte Feld zu sehen (das beschreiben viele anders). Ohne Brille habe ich 1-2 Stopps rausgedreht. Volles Feld, keine Wimpern am Glas - perfekt. Die große Okularauflagefläche ist angenehm weich und ich empfand es als guten Bezugspunkt für die Wangenknochen/Augenbrauen.

Beobachtung am Tag

12x36: Das Fokussieren geht etwas schneller als beim 10x42, was bei schnellen Wechseln vorteilhaft ist. Die Vergrößerung ist zwar höher, ich habe das jetzt aber mit keinem Detailgewinn verbinden können. Möglichweise waren die richtigen Objekte noch nicht dabei. Der Blick ist etwas enger im Vergleich. Sphärische Aberrationen habe ich nicht störend wahrgenommen (wenngleich zum Rand hin sehr spät das Bild ganz leicht unscharf oder verzogen ist), chromatische Aberrationen waren sowohl auf der Achse als auch zum Rand hin feststellbar, WENN: die Objekte entweder defokussiert waren oder z.B. vor dem Himmel starken Kontrast boten. Ich sah das bei dunklen Vögeln am Himmel, Flugzeuge in der Ferne beispielsweise. Aber ehrlich gesagt nicht so stark ausgeprägt, als dass ich deswegen das FG nicht kaufen würde.
Der IS läuft etwas langsam an und braucht schon so 1-2s, bis das Bild richtig sitzt. Ich hatte nach dem Kommentar von @Eisenmeteorit nochmal drauf geachtet, was das Schwimmen/Nachziehen betrifft. Zum Einen sollte man anscheinend nicht nach dem Anschalten gleich Losschwenken, zum Anderen war ein Teil des Schwimmens wohl dadurch bedingt, dass beim Anhalten, bedingt durch geringes Gewicht und 12x Vergr., man leicht zurücksetzt in der Bewegung - dies tritt deutlicher auf als beim schwereren und 10x vergrößerndem 10x42. Ich denke, mit mehr Erfahrung kann man diese unnötige Ausgleichsbewegung verhindern. Allerdings finde ich beim sehr langsamen Schwenken/Abfahren von Objekten die Bewegung nicht so direkt und unmittelbar, wie wenn ich den IS aus habe. Zusätzlich ist manchmal ein leicht zittriges, kurzzeitiges Defokussieren wahrzunehmen, was sich aber augenblicklich wieder fängt.

10x42: IS Knopf gedrückt und das Bild ist annähernd augenblicklich stabil. Finger runter und es bleibt stabil, wenn man dann bereits im Fokus ist. Dann kann man das FG auch noch bequemer halten finde ich. Durch das größere Feld taucht man noch ein bisschen mehr in das Bild ein als beim 12x36. Seitdem ich die Morpheus am Apo mit Bino-Ansatz habe, weiß ich auch dort ein großes Feld sehr zu schätzen. Auch wenn man nicht zwingend zum Rand hin schaut, sonst gibt es eh irgendwann Blackouts. Aber der subjektive Eindruck ist einfach immersiver. Das Bild ist super klar, ich finde die Farbwiedergabe sehr natürlich (wie gesagt, habe keinen Vergleich zu anderen Gläsern). Auch hier finde ich zum äußersten Rand hin leichte Unschärfe, allerdings quasi überhaupt keine CA. An Objekten wie Flugzeugen, oder neulich die Libelle am kleinen Ästchen vor dem hellen Himmel bringt das schon einen Vorteil gegenüber dem 12x36.
Der IS funktionierte für mich tadellos, konnte nichts negatives ausmachen, sondern einfach nur Genuss am wackelfreien Bild. Das Fokussieren könnte etwas schneller gehen, weiß nicht, ob das am größeren Fokussierrad liegt oder tatsächlich mehr Drehung notwendig ist als beim 12x36. Dafür muss ich sagen, ist die Naheinstellungsgrenze von 2,5m einfach nur großartig! Ich habe mich oft dabei ertappt (Garten wie gesagt), wie ich auf der Suche nach Motiven immer mal wieder auf Blumen und Sträucher in der Nähe hängengeblieben bin, weil da gerade ein schönes Insekt saß. Es gibt einem einfach einen größeren Interaktionsradius. Klar, es ist ein Fernglas, aber ganz ehrlich: ein Insekt so ungestört und groß mit dem IS beobachten zu können ist einfach nur atemberaubend! Hier finde ich: ganz klares Plus für das 10x42. Nur nochmal zum Vergleich: beim 12x36 sind es ca. 6m.

Beobachtung bei Nacht

Hier kann ich gar nicht viel zu den Unterschieden schreiben ehrlich gesagt. Wie zuvor schonmal erwähnt, performen an MEINEM hellen Stadthimmel beide Gläser gleich. Ich weiß nicht, wie oft ich hin- und hergewechselt habe. Die CA vom Tage beim 12x36 waren nicht mehr sichtbar für mich, die höhere Vergrößerung scheint die größere Apertur des 10x42 Wett zu machen. Auch hier muss ich gestehen, konnte ich mit dem 12x36 trotz höherer Vergrößerung nicht mehr Details oder Strukturen wahrnehmen als mit dem 10x42. Das mag unter dunklem Himmel noch mal anders sein, aber ich konnte ja nicht mal die Milchstraße sehen. Insofern blieben nur Objekte wie die Leier, M13, M92, Saturn und Jupiter. Auch hier war das größere Feld des 10x42 etwas immersiver. Bei den Planeten gab es vielleicht einen leichten Vorteil des 12x36. Was hiervon bleibt ist die Hoffnung, mit dunklerem Himmel an anderen Orten mehr sehen zu können, und wenn es an die Details geht habe ich ja eh noch meinen Apo noch. Nettes Detail des 10x42: der Fotogewindeanschluss. Da kann ich dann meine Arca-Swiss Schiene dranschrauben und mein leichtes Reisestativ aufbauen.

Fazit

Beides tolle Gläser, ich habe mich mit der Entscheidung wirklich schwergetan. Was bringt mir das 10x42 für den doppelten Preis mehr? Es ist die Summe der Details (Augenmuscheln, Schutzglas vorne, Wasserbeständigkeit, Fotogewinde, IS Knopf, etwas bessere Bildstabilisierung, aberrationsfreie Optik), aber vor allem die Punkte mehr Feld und kürzere Naheinstellungsgrenze, die für mich den Spaßfaktor am Glas nochmal erhöhen und den Ausschlag gegeben haben.

Beste Grüße an alle Canon IS Besitzer und solche, die es mal werden wollen (ich kann es nur empfehlen)

Bernd
 
Hallo Bernd,

vielen Dank für Deinen sehr ausführlichen Bericht und Vergleich der beiden Gläser!

Ich denke Du hast alles richtig gemacht.

Besonders freue ich mich, dass Du in Deinem Garten auch so eine Freude mit der Naheinstellgrenze hast wie ich.
Dieser Punkt wird ja praktisch nie erwähnt, für mich ist er das Tüpfelchen auf dem i

Viele Grüße und viel Spass mit Deinem neuen Fernglas!

Grüße Jochen
 
Hallo Bernd,

Glückwunsch zur Fernglasfindung! Endlich mal ein guter Vergleich der Gläser.

Die kleinen Details, wie fehlender Stativanschluß oder zu hohe Naheinstellgrenze sind für mich auch die wirklich relevanten Nachteile des 12x36. Evtl noch die latente Empfindlichkeit der Objektivmechanik bei Regen.

Gruß
Johannes
 
Moin nochmal,

woran merkt man, dass die Batterien leer gehen? Wird der IS langsam schlechter und das Bild unruhiger oder ist recht schnell der IS einfach ganz aus?

Gruß
Bernd
 
Bernd, wie hoch war den der Preis des angebotenen Glases, das Du am Ende nicht wolltest?? Oder habe ich die Info überlesen? Das Glas sah doch nicht schlecht aus, bis auf den Fingerabdruck, den man ja entfernen kann.

Ich habe in letzter Zeit recht schlechte Erfahrungen mit Käufern gemacht, die praktisch Neuware erwarten, obwohl man vielleicht 50% des Neupreises bezahlen wollte.
 
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