Fernglas für Anfänger - Qualitätsunterschiede? Konkrete Tipps?

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7. Z.B. verdirbt eine "Anfängergitarre" nur die Freude an der Musik. Ein Anfängerfernglas macht nur solange Sinn, bis man durch ein richtiges geschaut hat. Ein Wiederverkaufswert ist dabei meist nicht vorhanden. Mein Vor-Leica-Gläser habe ich verschenkt.
Wahr, sehr wahr, jeder Satz. Auch im vierten Satz finde ich mich wieder. Ich muss nur Leica mit Zeiss ersetzen, und Canon, Fujinon und Nikon tun's teilweise auch, ebenso Swarovski, wie Klaus selbst anmerkt. Umsichtiger Gebrauchtkauf der Top-Marken ohne Angst vor Baujahre vor 2005 (und mit besonderer Umsicht bei Baujahre vor 1990) ist der Weg.

Gruß Christopher
 
@ Klaus85

Die Art der Prismen sagt nichts über die Qualität von einem Fernglas aus.

Jein!
Liegt einfach daran, dass BAK 4 eigentlich Standard ist und BAK 7 die absolute Billigvariante.
Das ist genauso quatsch nur von der Glassorte der Prismen auf die Qualität zu schließen.
BaK4 hat einen leicht größeren Grenzwinkel der Totalreflexion, das ist bei den Winkelverhältnissen in Porroprismen wichtig, bei den Winkelverhältnissen in Dachkantprismen aber völlig irrelevant. Ausserdem hat BaK4 auch eine höhere Farbdispersion als BK7, in beiden Fällen muss das in der Optikrechnung mit einbezogen werden ("Glaswegkorrektur")
Bei Porroglässern würde ich mir bei BK7 sorgen um eine viereckige AP machen, ja, beim Dachkantglas ist das aber einfach egal.
Mein Selbstbau Astroamici ist ein Prisma von EO, aus BK7.
Apos nutzen BK7 als Partnerglas...
BK7 automatisch mit minderer Qualität gleichzusetzen ist ein Trugschluss.

LG
Olli
 
Hallo allerseits,

ich werde zuerst eine konkrete Empfehlung geben und diese, für die interessierten, begründen.

Als Anfängerglas für die Astronomie empfehle ich ein 8x40 oder ein 10x50 Fernglas in Porroprismen-Bauweise mit Mehrschichtvergütung und BAK 4 Prismen.
Solche Ferngläser sind neu für den schmalen Taler zu haben, wir reden hier zwischen 100 bis 200€, und bieten eine gute Optische Qualität. Oftmals sind die Gläser in dieser Preisklasse schon wasserdicht oder wassergeschützt, was ein netter, wenn auch nicht zwingend notwendiger Bonus ist.

Komme ich zur Begründung:

Warum ein 8x40 oder 10x50er Fernglas? In Deutschland haben wir keine perfekten astronomischen Verhältnisse, unsere Lichtverschmutzung ist recht hoch. Ein 7x50 Fernglas hellt das Bild toll auf, allerdings sind viele Sterne aufgrund der Lichtverschmutzung schlecht oder gar nicht sichtbar. Ein 8x40 oder ein 10x50 sind bei Lichtverschmutzung die bessere Wahl. Hier wird der Hintergrund weniger stark aufgehellt, Sterne sind besser zu sehen. Der Vorteil eines 8x40 ist, dass es etwas kleiner und leichter ist, und sich tendenziell ruhiger halten lässt. Ein 10x50 bietet dagegen etwas mehr Vergrößerung und fängt rund 40% mehr Licht ein, es sind theoretisch mehr Sterne zu sehen. Allerdings ist es schwerer, das Bild wackelt stärker, die Beobachtung wird etwas anstrengender.

Warum Porroprismen? Es gibt zwei gängige Bauweisen für ein Fernglas in unserer gewünschten Größe, einmal mit Porroprismen und einmal mit Dachkantenprismen. Bei ersteren werden die Ferngläser etwas größer und schwerer, allerdings lassen sich Porroprimenferngläser mit guten optischen Eigenschaften deutlich einfacher und damit günstiger herstellen. Damit kommen wir zu Dachkantenprismenferngläsern. Diese sind leichter und kompakter. Eine gute optische Qualität ist machbar, aber technisch aufwendiger und damit teurer. Solche Ferngläser erfordern deutlich höhere Präzision und eine bessere, phasenkorrigierte, Vergütung. Bezogen auf meine obige Preisempfehlung liegen wir hier bei rund 200€ bis 400€ für eine akzeptable optische Qualität.

Was sind BAK 4 Prismen? Sagen wir kurz, die besseren. Es gibt daneben noch BAK 7 Prismen. BAK 4 und BAK 7 bezeichnen die Glasart, erstere bieten die bessere optische Qualität. Als Leihe kann ich diese einfach dadurch unterscheiden, dass ich mir die Austrittspupille des Fernglases anschaue, ist diese kreisrund oder rautenförmig verzehrt? Bei BAK 4 Prismen ist erstes der Fall, zudem sind die Abbildungen heller und kontrastreicher als bei BAK 7 Prismen.

Wie ist das mit der Vergütung? Schaut man in die Werbung so hat jedes Fernglas ein ganz tolle Vergütung. Dennoch kann man grob in zwei Arten unterscheiden, in Einfachvergütung und Mehrschichtvergütung. Ganz grob gesagt bei einer Einfachvergütung ist ein Glas nur auf einer Seite beschichtet, bei der anderen auf beiden. Letztere führt oft (aber nicht immer) zu einer besseren optischen Qualität. Letztendlich ist auch die Qualität der Vergütung selber entscheidend, ich kann eine weniger gute auf alle Flächen aufbringen oder eine gute auf wenige Flächen, das zu unterscheiden ist nicht einfach. Hier hilft oft nur der Blick durch das Fernglas selber. Bei der oben genannten Preisempfehlung sollte eine akzeptable Optische Qualität rauskommen.

Gibt es noch etwas? Ja! Hat das Fernglas eine Tasche, Schutzkappen usw.? Es sollte ein Gurt dran sein um das Glas vor runterfallen zu sichern. Eine Tasche schützt es beim Transport und vor plötzlichen hohen Temperaturschwankungen (Feuchtigkeit durch Kondensation). Sterne schauen bei Regen funktioniert nicht wirklich gut, daher muss unser Glas nicht zwingen wasserfest sein. Aber es kann sich wie bereits erwähnt Kondenswasser am Fernglas bilden wenn ich es von kalten draußen in einen warmen Innenraum bringe, davor schützt ein Köcher oder eine gute Tasche.

Für manche sind 200€ oder gar 400€ eine menge Geld, daher möchte ich noch abschließend meine persönlichen Erfahrungen mit Ferngläsern teilen. In der Vergangenheit hatte ich mal ein Steiner Skyhawk Fernglas, 8x42. Hier war am Himmel eine menge zu sehen, auch freihändig. Es war gut transportabel, relativ leicht, aber mit 400€ Listenpris nicht wirklich günstig. Ich besaß auch mal ein Celestron Skymaster Fernglas mit 12x70, aktuell besitze ich ein 15x70. Diese Ferngläser haben den Nachteil, dass sie recht schwer sind und am Tage nicht ein optimales Bild liefern, zudem braucht man ein Stativ. Schaut man auf den Preis, liegen diese bei gut 100€. Diese Gläser gibt es auch mit 10x60 oder 10x50 und stellen die untere Grenze dessen dar, zu dem ein Anfänger meiner Meinung nach greifen sollte. Daneben hatte ich auch mal ein 10x50 Fernglas von TS-Optics, die wassergeschützte Variante. Sie lag optisch recht nah am Steiner Skyhawk, war aber recht schwer. Nun habe ich aktuell noch ein russisches Zomz 12x40 und ein CZJ Binoktar 7x50 aus der DDR. Letztes Glas bietet die beste Bildqualität in Sachen Helligkeit, Schärfe (Bildmitte) und Kontrast. Hier übertrifft es alle anderen Ferngläser, leider habe ich hier mit dem oben genannten Problem der Lichtverschmutzung zu kämpfen. Bekommen habe ich es vor einigen Jahren auf Ebay für 80€. Hier lohnt es sich aber in Ruhe zu schauen und sich Zeit zu nehmen da die Preise deutlich schwanken. Allerdings ist CZJ nicht gleich CZJ, die Qualität der Vergütung hat sich im Laufe der Zeit deutlich verbessert. Ab 1978 mit Herstellungsnummer 4800000 wurde eine hochwertige Mehrschichtvergütung eingeführt, ein solches Glas wäre meine ganz persönliche Empfehlung. Aktuell werden die CZJ Dekarems oder Jenoptems in 10x50 zwischen 120 und 250€ auf Ebay gehandelt, achtet auf einen guten Zustand und eine Herstellungsnummer oberhalb der 4.8 Mio. Dann bekommt ihr mit etwas Glück ein Glas mit dem man lange seine Freude hat und was einem als späterer Profi weiterhin gute Dienste leistet.

Über Meinungen und Kommentare zu meinem Anfänger-Fernglas-Guide würde ich mich freuen.


Viel Grüße
Wigand
Mein Löffelchen Senf zum AFG:

die Materialbeispiele halte ich ebenfalls für zweifelhaft, BK4 vs. BK7 wird den Anfänger weder weiterbringen noch bei den Beobachtungen von Relevanz sein. Dto. bei der Prismenart, beide können gut gefertigt werden, vllt. die DK etwas aufwendiger.
Bei der Vergütungsbeschreibung musste ich schmunzeln, weil behauptet wird dass mehrfachvergütungen einfach auf beiden Seiten aufgebracht würden - nunja.

Das mit der Tasche ist irgendwie auch nicht der Kaufimpuls, da ein Glas ohne Tasche auch mit einem einigermaßen luftdichten Beutel in Innenräumen gelagert werden kann mit nem Säckchen Trockenmittel. Die mitgelieferten Taschen sind ein Transportschutz, aber bestimmt keine Aufbewahrungsart, um Beschlag zu vermeiden. Der ist eben innen vom Glas unangenehm, da kann eine Stickstoffüllung helfen; wie lange die aber in der angedachten Preisklasse vorhanden bleibt, bleibt wg. der Nichtüberprüfbarkeit ein Geheimnis.

Dto. wäre es gerade für Anfänger echt schwer, bei Gebrauchtgläsern den Zustand zu überprüfen, und bei 100€-Gläsern (neu) die Serienschwankung.

Es wurde ja geschrieben: 'mit etwas Glück' bekommt man was brauchbares, egal ob von CZJ oder von CZJ. Ebay ist auch ein großer Tummelplatz für Preziosen und Käuferschützern, wer's (aufregend) mag halt.

csm
 
Bin seit vielen Jahren mit einem Leica Trinovid 7 x 42 BA höchst zufrieden. ( Das Leica nicht das Leiz!)

1. 6mm Austrittspupille sind ausreichend

2. Der Kontrast ist überragend und das entscheidet ob man den Kometen sieht oder eben nicht. Mein 8x63 Seeadler zeigt mir z.B. den Kometen im Grenzbereich nicht, dabei ist das ein beliebtes Jagd-Glas

3. 7-fache Vergrösserung kann man ruhiger halten. Gerade am am Sternenhimmel ist das wichtig.
Je höher die Vergrößerung desto eher tanzen die Sterne und man sieht weniger.

4. In einem Urlaub z.B. La Palma etc. ist es ein perfekter Reisebegleiter. Tags und in der Dämmerung die Tierwelt und
Nachts ein fantastischer Himmel.

5. Bei 42mm Öffnung kann man, mit etwas Geschick, 2" Filter vor dem Objektiv anbringen um z.B. O3 deutlicher hervorzuheben

6. Das Teil kostet, gebraucht (nach Weihnachten), ab ca. 350.- €, hat aber echte 30Jahre Garantie und kann ohne Probleme zum selben Preis oder höher (vor Weihnachten) wieder verkauft werden.

7. Z.B. verdirbt eine "Anfängergitarre" nur die Freude an der Musik. Ein Anfängerfernglas macht nur solange Sinn, bis man durch ein richtiges geschaut hat. Ein Wiederverkaufswert ist dabei meist nicht vorhanden. Mein Vor-Leica-Gläser habe ich verschenkt.

P.s.: Das gilt auch für z.B. ein Swarovski Habicht 7x42 das geht mit Glück sogar günstiger, ist aber ein ebenso fantastisches Glas. Einfach mal ohne Vorbehalte selber durchschaun. Die Art der Prismen sagt nichts über die Qualität von einem Fernglas aus.
Bis zum Leica hatte ich viele Ferngläser. Miteinender haben sie mehr gekostet als ein neues Trinovid.
Das hätte ich ich mir besser gleich gekauft.
Zu den Trinovids sage ich mal:

alles richtig beschrieben (1-7). Unkaputtbare Gläser mit Spaßpotential wenn die Kenndaten einem gefallen. Ich hab das 10x42BN, welcher einen merklich besseren Kontrast hat als das gleiche von Canon. (Beide als Birding-Gläser angeschafft, bis ich den Stabi brauchte.) Die BN wie auch die BA sind allerdings (vom Anwendungszweck her) mittenlastig, sprich: am Himmel ist die Randunschärfe unübersehbar, und punktfeine Sterne bringen sie auch nicht (also kein FMT-SX). Dennoch lassen sich damit viele schöne Stunden mit Milchstraßensurfen verbringen, und man freut sich an der Abbildung ohne Röhrenblick und am angenehmen Einblick. Der Fokus kann einen kleinen Totgang haben, was eher am Tage stört..

csm
 
zum Thema Bk7 versus BAK 4

Wie weiter oben schon beschrieben hat BAK4 einen höheren Brechwert und ist deshalb unkritischer in Bezug auf Grenzwinkel bei Totalreflexion.
Typisch bei billig Ferngläsern mit BK7 ist die viereckige Abschattung der Pupille was Licht kostet.
Sonst gibt es übrigens keinen Vorteil von BAK4 - es ist dichter , schwerer und teurer.
Bei Dachkant muss man unterscheiden zwischen Schmitt Pechan und Abbe König.
Letztere brauchen tatsächlich kein BAK 4 da die Reflexionswinkel bei 30 statt 45 ° liegt.
Bei Schmitt Pechan hat man aber 3 Flächen mit 45 ° und eine noch steiler die verspiegelt werden muss.
Diese kann bei einfacher Verspiegelung 12 % kosten.
Auch ein Grund beim Preis/Leistung eher auf Porro zu gehen.
Bei Gebrauchtkauf muss man die Brillenträgertauglichkeit bedenken - die war früher nicht so gut.
Meine beiden Leica Trinovid aus den Siebzigern sind - noch - ausreichend für Brillenträger - besonders das 8 x 40.
Felix
 
Kann auch neu gekauft werden.
"Anfänger" sind nicht zwingend mittellos.
Ein gutes Glas macht ein Leben lang ( und länger) Freude und erst dann sieht man, was einem
vorher entgangen ist.
Die 30 Jahre Garantie beim Leica Trinovid 7x42 BA machen einen gebraucht Kauf einfacher.
Da kann man auch mit der Seriennummer bei Leica anrufen und fragen ob das Glas noch in der Garantie ist.
Diese Garantie wird von Leica 30 Jahre eingehalten. Das gibt es sonst nicht.
 
zwischen Schmitt Pechan und Abbe König.
Letztere brauchen tatsächlich kein BAK 4 da die Reflexionswinkel bei 30 statt 45 ° liegt.
Bei 30° Einfallswinkel zum Lot würde auch BaK 4 vollkommen versagen bei der Totalreflexion. Da hast du dich vertan.
Die erste und die letzte Fläche beim Abbe König liegt flacher als 45°, statt steiler, das erleichtert die Totalreflexion sogar, somit könnte man sogar noch geringer brechende Gläser als BK7 verwenden. Das AK ist genausowenig auf BaK4 angewiesen wie das SP.

Auch ein Grund beim Preis/Leistung eher auf Porro zu gehen.
Jup, ich sehe aber den Grund eher in der Dachkante selbst, die ist teuer wenn sie gut ist, und dann noch die Phasenkorrektur. Generell wesentlich komplexere Geometrie, die dort gefertigt werden muss, mit gleichzeitig höheren Anforderungen an die Genauigkeit.

LG
Olli
 
richtig das ist nicht vom Lot sondern von der Spiegelebene gemessen. Und da ist das Abbe König unkritischer weil flacherer Einfallswinkel.
Die kritische Dachkante haben sie aber ebenso....
Felix
 
Ich wollte nur ganz einfach zusammengefasst einen groben Überblick über Anfängerferngläser geben. Ok, vielleicht mag einiges so nicht ganz zu 100% richtig sein, Bsp.: BAK, BK oder BaK. Aber nicht jeder hier ist ein Profi der sich mit den Brechungswinkeln von Barium Kronglas auskennt und der problemlos einer Fachdiskussion auf besonders hohen Niveau folgen kann oder mag. Manche wollen einfach eine Empfehlung und eine möglich einfache anschauliche Begründung, für genau diese Leute war mein Guide gedacht. Und um die BaK4 oder BaK7 Diskussion abzuschließen, schaut mal in diverse Onlineshops, welche Gläser werden dort mit BaK7 Prismen beworben? In der Regel solche Ferngläser, mit denen man nicht dauerhaft glücklich wird. Das Ziel meines Guides war es, den Leuten etwas in die Hand zu geben um Fehlkäufe zu vermeiden. Eine Sache zu der Vergütung: gerade hier wird viel von den Herstellern geschrieben, da tauchen tolle Worte auf wie "astronomische Qualität" oder "hochvergütet" und so weiter. Der Leihe kann die Qualität Vergütung eines Glases nicht aus einem Onlineshop oder Katalog ersehen. Daher auch meine Empfehlung im Idealfall durch zu schauen. Ich hab zu Hause eine CZJ 6x30 mit einem Celestron 15x70 verglichen. In Sachen Farbtreue und Schärfe war das Zeissglas besser, zumindest nach meinen subjektiven Eindruck nach. Hierbei muss man erwähnen, dass das CZJ Ende der 50er gefertigt wurde und einfach vergütet ist. Klar muss man Gebrauchtkauf aufpassen, ohne Zweifel, aber umfassende Tipps zum Gebrauchtkauf hätten den Rahmen gesprengt. Das sollte man mal in einem anderen Beitrag diskutieren.
 
Vergütung: Hier muss ich zugeben habe ich im Eifer des Gefechtes schneller geschrieben als nochmals recherchiert zu haben.
Einfache Vergütung ist in der Regel eine einfache Beschichtung eines Glases um Reflektionen zu verringern. Bei einer Mehrschichtvergütung werden mehrere Schichten auf einer Glasoberfläche aufgebracht um diesen Effekt zu optimieren. Nun zum Knackpunkt mit der Beschichtung eines Glases auf beiden Seiten, dies ist ein generelles Merkmal hochwertiger Optiken, dass eine Beschichtung überall dort aufgebracht wird wo Glas und Luft aufeinander treffen, im Optimalfall sind dies Mehrfachbeschichtungen.

Zu meinen Vergleich des CZJ 6x30 mit dem Celestron SkyMaster 15x70: Es sind Äpfel mit Birnen, die optischen Kennzahlen gehen recht weit auseinander. Mir ging es eigentlich nur um Farbtreue und Kontraste bei Tageslicht. Sicherlich spielt hier noch das Verhältnis von Brennweite und Objektivöffnung mit rein, da gebe ich euch recht. Ich wollte mit meinem Vergleich die Leistungsfähigkeit der alten Optiken betonen, es liegen immerhin mehr als 60 Jahre zwischen der Herstellung beider Ferngläser. Die hält ohne weiteres mit Ferngläsern im unteren Preissegment mit, bei meinem 78er CZJ 7x50 mit MC-Vergütung geht dies bis in das mittlere Preissegment rein. Ich denke für viele wird klar worauf ich hinaus möchte, dass ein gebrauchtes Fernglas gehobener Qualität im Vergleich zu Neugeräten im unteren mittleren Preissegment (bis 400€) nicht schlechter ist, sondern oft genug besser.

Noch eine Ergänzung zu dem Thema mit der Tasche. Was ist eine gute Tasche? Es ist eine die etwas dicker bzw. gefüttert ist und dicht schließt. Bei vielen günstigen Ferngläsern wird hier gespart. Bei einer dicht schließenden Tasche erwärmt sich die Luft am Glas selber langsam mit dem Glas auf, wenn ich aus der Kälte ins warme komme. Das führt dazu, dass das Glas nicht "schwitzt" oder beschlägt. Darum sind häufig Altoptiken heute noch in guten Zustand, sie waren häufig nicht wasserdicht (siehe meine CZJ-Gläser), wurden aber immer in qualitativ guten Taschen/Köchern gelagert und transportiert, das macht viel aus.
 
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