4" ED Refraktor für Mond, Jupiter, Doppelsterne und helle DS: welcher?

JonnyTheNerd

Aktives Mitglied
Moin miteinander,

bin mir gerade unschlüssig, welchen ED Refraktor als Grab&Go ich mir holen sollte. Ich bin rein visuell unterwegs. Wohne bei Berlin, Himmel ist also suboptimal. Ich beobachte von der Terrasse aus, dass Zeug in's Auto packen und raus fahren ist nicht so meins. Bino funktioniert bei meinen Augen und soll genutzt werden, wäre neu anzuschaffen. Interessant finde ich diese beiden:


Bino würde ohne GWA funktionieren, ist aber schon ein Trumm mit ordentlich Hebel. Dann lacht mich dieses Angebot an:


Wäre preisgleich aber leichter zu händeln. Bino würde wohl nur mit GWK funzen. Was meint ihr dazu? Welcher auch immer, Refraktor ist Pflicht ;)

Danke und
CS
Jonny
 
Hallo Jonny,

wenn Du rein visuell unterwegs bist würde ich zum 102 f11 greifen, Tiefenschärfe und Farbkorrektur sehe ich hier vom Design her vorteilhafter.
 
Hallo Jonny,
Durch den 102/11 ED habe ich nie durchgesehen. Ein Astrokollege setzt dieses Gerät für öffentliche Führungen ein und hat gemeint, dieses Teleskop ist visuell sehr gut und wirklich scharf in der Abbildung. Habe den 102/11SD und dieser ist visuell hervorragend. Natürlich auch preislich etwas höher angesiedelt.
Würde mich aber vorerst am Gebrauchtmarkt mal umsehen, da sind gute Optiken des Öfteren gut und günstig erhältlich.
 
F7 hat den geringeren Hebel. Ich wäre bei 102/714 SD...

Gruß Horst
 
rein visuell würde ich bei 100mm zum APM-Bino greifen, oder zum 120er, vielleicht nicht ganz so hochvergrößernd wie ein F/11, aber dafür kompakt und großes Gesichtsfeld für DS und Sternhaufen wie z.b. die Plejaden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi
nun, ich weiß nicht was Du unter grab and go verstehst, in jedem Fall etwas ganz anderes als ich.
Solche Refraktoren haben einen gewaltigen Hebel und verlangen eine stabile und damit nicht wirklich leichte Montierung.
Incl. Stahlrohrstativ und Gegengewichten kommen da leicht 20 Kilo zusammen. Hast Du das bedacht?
Insofern wäre ich ungeachtet der optischen Leistung keinesfalls bei einem f/11 Gerät.
Einen 100mm f/7 ED hatte ich auch eine Weile. Gerade mit Bino geht dem schnell das Licht aus, was insgesamt der Grund für mich war,
das Gerät abzugeben. Ich rate daher alle Aspekte nochmal abzuwägen und zu prüfen.
CS
 
Ev. ne Nummer größer?
Besser für Bino und passt noch auf eine HEQ5 oder TSAZ5:
Nee, lieber nicht, zuviel Gewicht. Ich führ meinen jetzigen SW 120/1000 auf einem Azi FLM Giro Kugelkopf.
Das funktioniert super, vor allem ohne lästige Gegengewichte. So soll's auch beim neuen Refri sein.
 
Hallo Jonny,
wie wäre es mit dem Skywatcher 120 ED den gibt es für 600-1000€ gebraucht.
Der ist relativ leicht und hat etwas mehr Licht für das Bino.
Oder ein 8" SC, die gibt es ebenfalls gebraucht für um die 500€.
Hier hättest du noch etwas mehr Licht und so ein 8" SC wiegt nur 5 kg und ist sehr kompakt.
Der Nachteil beim SC ist das schlechte Auskühlverhalten, da sollte man dann wissen wie man damit umgehen muss, sonst sieht man nur Grenzschicht geblubber.
LG
 
Oder ein 8" SC, die gibt es ebenfalls gebraucht für um die 500€.
Der TE hat gesagt ein Refraktor ist Pflicht. Daher gehe ich davon aus, er will kein SC. Und das kann ich sehr gut verstehen, insbesondere wenn ich das Bild von meinem EHD8“ mit dem 102/11SD vergleiche. Der APO liefert eine ungleich bessere Bildqualität. Visuell würde ich nie mehr einen APO gegen ein SC tauschen, höchstens gegen einen größeren APO.
 
Ein richtiges Sahneteil von einem 4“ APO gibts hier:
Allerdings wohl etwas in der Preisklasse zu hoch angesiedelt….

...aber nur etwas, Walter;) Danke für den Link. Da meine Ansprüche jetzt nicht so hoch sind denke ich, dass bis 1.000,-€ o.k. ist. Ich kann auch auf einen 102 f/11 oder ähnliches warten. Entweder gebraucht aber lieber neu mit Black Friday-, Weihnachts - oder sonstigem Angebot.
 
Hallo Jonny,

Hallo Jonny,

wenn Du rein visuell unterwegs bist würde ich zum 102 f11 greifen, Tiefenschärfe und Farbkorrektur sehe ich hier vom Design her vorteilhafter.
Ich sehe es auch so wie Josef!
TS schreibt zum 102 F/11 ED, dass er etwas besser korrigiert ist wie der kleine Bruder 102 F/7 SD.

Zitat TS Optics:
"Farbreine Abbildung durch 2-Element-ED-Objektiv mit zusätzlichem Sonderglas, vergleichbar einem FPL53 Doublet mit f/8"
Zitat Ende

Mir wär das zu wenig von der Korrektur her und ich würde da noch etwas auf den 102 F/11 SD sparen.

Gruß und CS
Thomas
 
Hallo Thomas,
danke für den Hinweis. Ich könnte mir den 102 ED UND den 102 SD kommen lassen und mal durchschauen. Das wäre immerhin ein praktischer Erkenntnisgewinn. Auf jeden Fall erstmal danke an alle, die geantwortet haben. Ergebnis: 102 f /11 auf der Watchlist.

Weiter wäre eure Meinung zum passenden Bino für den 102 f/11 interessant. Gibt ja diverse Teile:
Weitfeld Bino? Was bringt das?
Oder lieber das Baader?
 
Moin miteinander,

bin mir gerade unschlüssig, welchen ED Refraktor als Grab&Go ich mir holen sollte. Ich bin rein visuell unterwegs. Wohne bei Berlin, Himmel ist also suboptimal. Ich beobachte von der Terrasse aus, dass Zeug in's Auto packen und raus fahren ist nicht so meins. Bino funktioniert bei meinen Augen und soll genutzt werden, wäre neu anzuschaffen. Interessant finde ich diese beiden:


Bino würde ohne GWA funktionieren, ist aber schon ein Trumm mit ordentlich Hebel. Dann lacht mich dieses Angebot an:


Wäre preisgleich aber leichter zu händeln. Bino würde wohl nur mit GWK funzen. Was meint ihr dazu? Welcher auch immer, Refraktor ist Pflicht ;)

Danke und
CS
Jonny
Hallo Jonny,
für Planeten und Mond brauchst du bezahlbare grössere Öffnung, 4" sind ein Witz, Bino brauchst du auch keinen und Refraktor ist höchstens als Sucher Pflicht. Was du wirklich brauchst ist ein guter Dobson mit 8" Öffnung und wenn du Fotos machen willst eine Plattform dazu.
CS Mike
 
Dieser Witz ist Unfug.
Mit einem guten 4“ APO kann man am Mond, Planeten, etc. schon sehr viel machen und hat im Gegensatz zum großen Dobson auch bei schlechterem Seeing immer noch ein brauchbares Bild. Es gibt sehr viele Beobachter hier im Forum die mit 4“ durchaus sehr zufrieden sind.
Und wenns um Widefieldbeobachtung geht, hat jeder Dobson ggü. meinem 4“ NP101 mit dem 30mm Nagler im OAZ eindeutig das Nachsehen .
M31, M42, Pleijaden, h+chi, NGC7000, usw. Mit dem NP101 und dem 31mm Nagler unter dunklem Himmel (Bortle2) ein Traum.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich könnte mir den 102 ED UND den 102 SD kommen lassen
Ich denke nicht, dass hier visuell Welten dazwischen liegen. Der SD ist quasi farbfehlerfrei, der ED fast. Hängt natürlich vom Beobachter ab, wie heikel der ist. Scharf sind beide. Kostenmäßig ist der Unterschied nicht zu vernachlässigen.
Da ich auch sehr heikel bezüglich Farbfehler etc. bin, habe ich den SD. Visuell ein Traum und fotografisch auch fein, insbesondere durch die lange BW ist auch die Bildfeldkrümmung gering, sodass auch ohne Flattener gearbeitet werden kann.
Am Mond sind visuell 200x überhaupt kein Problem. Das 5mm Nagler liefert hier ein sehr gutes Bild. Am Saturn habe ich auch schon das 3,5mm Nagler probiert. Das wird dann langsam grenzwertig und bringt keinen großartigen Gewinn mehr.
 
Nur als Anregung zur Meinungsbildung:

Mich würde am 102/f11 die Länge, und damit große Hebel und größere Auslenkung (stärkere Unterschiede der Einblickhöhe) stören. Daher und wegen des größeren Sichtfelds wäre mir der 102/f7 lieber. Zumindest die SD Version dürfte farbfehlermäßig noch fast auf Apo-niveau performen...


Gruß Horst
 
Nur als Anregung zur Meinungsbildung:

Mich würde am 102/f11 die Länge, und damit große Hebel und größere Auslenkung (stärkere Unterschiede der Einblickhöhe) stören. Daher und wegen des größeren Sichtfelds wäre mir der 102/f7 lieber. Zumindest die SD Version dürfte farbfehlermäßig noch fast auf Apo-niveau performen...


Gruß Horst
Der Hebel lässt sich nicht weg reden, dass stimmt schon, da kommt ja auch noch ein Bino dran. Der SD f/7 kostet nur wenig mehr. Müsste ich ausprobieren und die Refris gegeneinander testen. Wären dann schon 3_affeaugen:
Der SD f/7 bräuchte dann wohl so ein Bino...? Teleskop-Express: TS-Optics parfokaler 1,25" Binoansatz 1:1 Vergrößerung - voller Wegausgleich-PFBINO
 
bzgl. Bino würde ich bei TS nachfragen welches Bino fokusiert werden kann. Im Zweifel brauchst Du eventuell einen Glaswegkorrektor im Bino
 
und hat im Gegensatz zum großen Dobson auch bei schlechterem Seeing immer noch ein brauchbares Bild
Hallo Walter,
wie man das Seeing in einem Teleskop wahrnimmt hängt von vielen Faktoren ab und ist daher nicht Typ spezifisch.
Da ist erst einmal das Tubusseeing, wenn das Teleskop nicht an die Außentemperatur angepasst wurde, kann man schon mal Tubusseeing und atmosphärisches Seeing kaum auseinander halten.
Dann sind da Dejustage und Aberrationen welche das Licht in die Beugungsringe drücken, so kann man z.B. Koma bei bestimmten Teleskoptypen oder die atmosphärische Dispersion als Farbrand schnell als "Seeingausbruch" wahrnehmen.
Dann ist es häufig die Lichtmenge, bzw. die Bildhelligkeit bei einer bestimmten Austrittspupille, welche evtl. bei der größeren Öffnung falsch eingestellt wurde.
Bei größeren Öffnungen tut man tendenziell nicht so hoch bzw. mit höchst Vergrößerung beobachten, sondern bei Planeten eher mit größeren Austrittspupillen von ca. 1,5-1mm und somit mit einem tendenziell helleren Bild, was für die Binokulare Beobachtung mit Binoansatz sehr von Vorteil sein kann.
Auch die Objekthelligkeit spielt dabei eine Rolle, z.B. einen "dunklen Saturn" vergrößere ich meist höher als einen hellen Mars oder Jupiter, dass Seeing ist dabei quasi das gleiche, für Saturn vielleicht sogar schlechter, da er tiefer steht als die anderen Planeten, nur sieht man es bei den hellen Planeten deutlicher als bei dunklen Objekten.
Und dann ist da noch wie gerade erwähnt die Vergrößerung bzw. die Austrittspupille, je höher die Vergrößerung um so dunkler wird das Bild und je dunkler das Bild wird um so weniger sieht man die Luftunruhe.

Daher erscheint einem oft in der kleinen Öffnung das Bild ruhiger, weil man zum einen schnell in der höchst Vergrößerung ist (0,8-0,5mm AP) und dabei auch das Bild schnell dunkler wird.
Hinzu kommt das sich bei größeren Öffnungen schnell die Fehler aufsummieren können und durch das viele Licht und der hohen Auflösung, diese dann auch schneller und deutlicher sichtbar werden.
Kann man jedoch mit einer großen Öffnung umgehen und macht die Helligkeitsanpassung durch ND-Filter oder Binokular Ansatz, ist das Bild nicht viel unruhiger als in der kleinen Öffnung.
Bei schlechtem Seeing sieht man auch mit der kleinen Öffnung nicht viel mehr bzw. man kann ja auch mit einem größeren Teleskop bei 100-150x Vergrößerung beobachten.
LG
 
@Walter41
Danke für den Link. Ich habe allerdings nochmal über den Hinweis von @Antares nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass der Grab & Go Ursprungsgedanke zu kurz kommt. Zwar werde ich auch von der Terrasse mit zuviel Straßenlicht beobachten, aber eben doch auch von einem 1000 Meter entfernten, dunklen Platz aus, wo ich das Zeug hinschleppe. Ich bin die Gewichte, das Handling und die Transportmöglichkeiten nochmal durchgegangen. Ergebnis: 80mm Öffnung, leichte Montierung und leichtes Stativ von deutlichem Vorteil. Ich hab mir ein Limit von 3 kg für das Tubusgewicht gesetzt. Insofern bringen mir heute die Paketdienste ein SW 80/600 ED und ein TS 80 f/7 SD in's Haus. Bin mal gespannt, wo die Unterschiede liegen...
 
An einen kleineren APO habe ich auch schon öfter nachgedacht.
Ein Takahashi FC76 oder noch besser der neue FCT65D wären schon eine sehr interessante Angelegenheit, allerdings auch ein teurer Spaß, wenn man bedenkt, dass man für das Geld des FCT65D auch ein TS 130/7 Photoline mit FPL53 Tripletobjektiv bekommt….Visuell ist der TS sicher eindeutig vorzuziehen.

 
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