Jupiter in hoher Auflösung 2024-12-02

MikeWölle

Aktives Mitglied
Hallo, einen Tag bevor im Herbst/Winter ein Hoch zusammenbricht und von Nordwesten eine Front droht, gibt es oft eine gute Gelegenheit, denn dann ist das Seeing noch sehr gut aber der Nebel wird verblasen.

Diesmal probierte ich mit Erfolg eine viel längere Belichtungszeit pro Frame, etwa so lange wie Martin oder Tiziano anwendet, dies war möglich da das Seeing sehr gut war.

Über Details in der Atmosphäre schreibe ich später, möchte aber schon jetzt auf den Blasenschaum rechts von BA hinweisen und auf den längliche roten Fleck im tiefen Norden.
CS Mike
2024-12-02-2031_7-RGB_lapl5_ap66_Drizzle15_2.jpg
 
Hallo Mike,

ich hatte die gleiche Region auf dem Jupiter 2 Umdrehungen früher aufgenommen. Am 2. 12. um 0:52 UTC. Damit haben wir einen direkten Vergleich zwischen 18" und 9.25". Die Strukturen sind aber alle auch beiden Bildern unverändert geblieben.
Auch wenn vermutlich bei mir das Seeing besser war. Es gab noch Calima (sehr viel Staub aus der Sahara in der Atmosphäre). Diese Wetterlag bleibt uns auch noch einige Zeit erhalten.
Jedenfalls stand Jupiter 83° hoch am Himmel, also fast im Zenit. Die Airmass ist nahezu 1. Das schafft schon viel Verbesserung im Bild.

2024-12-02-005210-Jupiter-Bin1+27,2C_pss_gpp_WS11.png


Ich habe das Bild heute nochmal neu reduziert. Es gibt eine Beta-Version 1.0 von waveSharp_LINUX, die ich getestet habe an diesem Bild. Da hat sich einiges geändert und verbessert. Ich habe diesmal nicht so sehr nachgeschärft.

Was ist eigentlich dieses Kaulquappen ähnliche Teil im Süden? Ist da ein kleiner Asteroid eingetaucht, dessen Spur sich dann zu einem Strich in die Länge gezogen hat?

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier nochmal eine Version, die maximal geschärft ist und ein etwa vergleichbar mit Deinem Bild ist:

2024-12-02-005210-Jupiter-Bin1+27,2C_pss_gpp_WS11_2.png
 
Hallo Mike,

ich habe mir mal erlaubt, Dein Bild auf die Größe meines Bildes zu verkleinern für den direkten Vergleich:

Jupiter_Vergleich.jpg


Hier erkennt man den Unterschied in der Auflösung zwischen 18" und 9.25" besser.

Gruß,
Peter
 
Hallo Mike,

ich hatte die gleiche Region auf dem Jupiter 2 Umdrehungen früher aufgenommen. Am 2. 12. um 0:52 UTC. Damit haben wir einen direkten Vergleich zwischen 18" und 9.25". Die Strukturen sind aber alle auch beiden Bildern unverändert geblieben.
Auch wenn vermutlich bei mir das Seeing besser war. Es gab noch Calima (sehr viel Staub aus der Sahara in der Atmosphäre). Diese Wetterlag bleibt uns auch noch einige Zeit erhalten.
Jedenfalls stand Jupiter 83° hoch am Himmel, also fast im Zenit. Die Airmass ist nahezu 1. Das schafft schon viel Verbesserung im Bild.

Den Anhang 448293 betrachten

Ich habe das Bild heute nochmal neu reduziert. Es gibt eine Beta-Version 1.0 von waveSharp_LINUX, die ich getestet habe an diesem Bild. Da hat sich einiges geändert und verbessert. Ich habe diesmal nicht so sehr nachgeschärft.

Was ist eigentlich dieses Kaulquappen ähnliche Teil im Süden? Ist da ein kleiner Asteroid eingetaucht, dessen Spur sich dann zu einem Strich in die Länge gezogen hat?

Gruß,
Peter
Hallo Peter,

Während 2 Jupitertagen verändert sich nicht viel, daher sind die Strukturen nahezu unverändert und gut vergleichbar.
Je höher Jupiter steht desto besser, ich fotografiere ab 40°, meine Kollegen in Thailand eher ab 70°.
Falls du überlegst, deine Öffnung zu vergrößern würde ich dur deinen Standort etwa 14" z.B. SCT C14 oder 15" Obsession Classic empfehlen, oder du schlägst beim 16" DK zu der gebraucht verkauft wird, aber da hat Christian Go schon ein Auge drauf geworfen, im Moment findet da ja ein großes Aufrüsten statt.
Muß man bei Calima die Optik ins Haus bringen und speziell gegen Sand schützen? Ist die Calima weiter im Westen (La Palma) weniger schlimm?
Welches Gebilde ( Kaulquappe im Süden)meinst du genau?
Leider habe ich noch immer keine Zeit zur Bildinterpretation, kommt aber noch.
Mein eigentliches Ziel im Moment ist ja Europa, die ist verflucht schwer zu fotografieren.
CS Mike
2024-12-02-1954_9-RGB_lapl5_ap1_Drizzle30.jpg
 
Hallo Mike,

ich meine diese Struktur hier:
2024-12-02-2031_7-RGB_lapl5_ap66_Drizzle15_crop.jpg

Ich kann mich noch an den Kometen Shoemaker-Levy 9 erinnern, der vor 30 Jahren in Stücken (weil er 1992 bei einem nahen Jupiter-Vorübergang zerlegt wurde) auf den Jupiter fiel. Der hinterließ zuerst kreisrunde Einschläge, die sich dann aber zu Schweifen auseinander zogen. Das sah dann so ähnlich aus.

Ja, Calima ist ein Thema für die gesamten Inseln. Abhängig davon, wo der Wind herkommt.

Calima.png
Hier ein NASA-Bild vom 12. März 2009. Du kannst aber auch mal nach "Calima Kanaren" googlen, da wirst Du fündig. Im Sommer herrscht meist Nordwind (Passat), der den Sand aus der Sahara fernhält. Der Passat flaut im Herbst/Winter ab. Dann kann der Wind wie aktuell aus südlicher oder östlicher kommen und den Staub auf den Kanaren verteilen. Ich habe vor einiger Zeit gehört, dass das Observatorium auf La Palma wegen Calima geschlossen wurde.

Ich habe aber nicht vor, ein größeres Teleskop zu kaufen. Das Celestron C9.25 Edge HD reicht mir vollkommen aus. Das kann ich noch gut auf die Dachterrasse und auf die Montierung AM5 transportieren und montieren. Wie man am Bildvergleich (siehe oben) erkennen kann, ist der Unterschied auch nicht so groß, dass sich das lohnen würde. Zudem bräuchte ich dann eine neue Montierung, weil die AM5 mit dem C925 schon ausgelastet ist. Und auf einem Dobson habe ich keine Lust. Die Bedienung muss schon einfach sein, wie bei der Kombination AM5 und ASIAir.

Denn das Seeing wird immer mit vergrößert. Was für das C925 noch gute Bedingungen sind, kann bei größerer Öffnung aber noch nicht ausreichen. Nur bei perfekten Bedingungen in unmittelbarer Zenitnähe kann man mit größerem Teleskopdurchmesser noch was erreichen. Das ist auch hier sehr selten. Die Kanaren befinden sich am nördlichen Rand der Tropen. Auch hier stehen die Planeten oft weit weg vom Zenit. Wie Saturn, Neptun und Uranus aktuell.

TeleskopTaukappe.jpg
Ich habe auf dem Teleskop eine Metall-Taukappe installiert, die die Schmidtplatte auch bei sehr feuchten Nächten trocken hält. Zufrieren tut hier sowieso nichts. :cool: Normalerweise kann ich noch im T-Shirt nachts auf der Dachterrasse sitzen. Meistens gehe ich aber mit dem Tablett ins Wohnzimmer nach unter und steuere von dort aus das Teleskop und mache Planetenaufnahmen oder Deep Sky. Seit dem ich vor zwei Monaten den ZWO EAF Fokusser installiert habe, habe ich nicht mehr nachfokussiern müssen. Der Fokus its seit dieser Zeit stabil geblieben. Das kontrolliere ich aber jedes Mal am Stern mit der Bahtinov-Maske. Auch der Kamera-Wechsel fumkioniert dank eines Zwischenrings zwischen der ASI1600MC (Platesolve) und der Planetenkamera ASI715MC ohne nachfokussieren.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

sehr schön, dass du uns an deinen tollen Beobachtungsergebnissen teilhaben läßt. Ich entnehme deinen Beschreibungen, dass du von La Palma aus fotografierst. Schon erstaunlich, was bereits mit etwas kleinerer Öffnung wie dein 9,25“ erreicht werden kann. :y:

Ich kenne andere Ergebnisse von Jupiter und Saturn (auch von La Palma), welche mit 20“ Cassis gewonnen wurden. Aus diesen geht allerdings hervor, dass von diesem hervorragenden Standort aus die größere Öffnung schon noch spürbar mehr Details hervorbringt. (Soll jedoch ausdrücklich keine Kritik an deinen schönen Fotos sein).

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Peter,

sehr schön, dass du uns an deinen tollen Beobachtungsergebnissen teilhaben läßt. Ich entnehme deinen Beschreibungen, dass du von La Palma aus fotografierst. Schon erstaunlich, was bereits mit etwas kleinerer Öffnung wie dein 9,25“ erreicht werden kann. :y:

Ich kenne andere Ergebnisse von Jupiter und Saturn (auch von La Palma), welche mit 20“ Cassis gewonnen wurden. Aus diesen geht allerdings hervor, dass von diesem hervorragenden Standort aus die größere Öffnung schon noch spürbar mehr Details hervorbringt. (Soll jedoch ausdrücklich keine Kritik an deinen schönen Fotos sein).

Viele Grüße
Werner

Hallo Werner,

nein, ich wohne auf Fuerteventura (im Norden in Corralejo) und mache von dort aus meine Aufnahmen. Aktuell sind die Bedingungen hier nicht so gut. Calima kommt in leichtem Ausmaß immer mal wieder. Dann ist die Transparenz mies. Ich wohne nahe dem Meer am Rand der Dünen von Corralejo. Hier sind die Bedingungen schlechter, als auf den Bergen. Auch ist die Lichtverschmutzung hier großer als etwas weiter im Landesinneren. Aber ich wohne ja nicht wegen der astronomischen Beobachtungen hier. Das ist nur ein Nebeneffekt. Fuerteventura hat die meisten Sonnenstunden und die schönsten Strände der Kanaren. :)

Angeblich hat La Palma bessere atmospärische Bedingungen, die aber seltener erfüllt sind, wenn man nicht auf einen hohen Berg fährt. Da hat man aber die Chance, mit größeren Öffnungen eine gute Auflösung zu bekommen. Auf La Palma gibt es auch sehr viel Wind und noch aktiven Vulkanismus. In Fuerteventura gibt es seit Jahrtausenden keine Vulkanaktivität mehr.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

alles klar, da lag ich falsch mit dem Standort. :y: Ich kenne die Gegend um Corralejo auch. Bin dort wegen der schönen Strände vor vielen Jahren gewesen und auch weiter im Süden von Fuerteventura (Costa Calma).

Und ja…auf La Palma ist dem ein oder anderen das gesamte Domizil inklusive Teleskopequipment abgeraucht…:oops:

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Mike,
Gratulation zur Aufnahme. Bewundere deine Bilder ja schon länger in alpo. Bewege mich hier selten im Forum. Zur La Palma Diskussion gibt es von mir zwei längere Artikel in Astronomie Das Magazin. La Palma macht Sinn, aber nur, wenn man in den Gipfelbereich fährt und sich dort einen geeigneten Standort sucht. z.B. mit Auto anfahrbar Roque de los Muchachos/Mirador de los Andenes 28° 45' 40.1" -17° 52' 2.2". Da kann man bei guten Beedingungen ab 30° Horizonthöhe sinnvoll Planeten beobachten. Die Seeingmonitore sind über Internet live abrufbar, sowohl von hier aus als auch vor Ort. Ein 350mm Newton läßt sich da oben manchmal auch im Blaukanal voll ausreizen. Seeing ist auch dort nicht immer perfekt, aber erheblich häufiger als bei uns. Starker Wind ist dort eher normal, kein Wind sehr selten.

Ich beobachte vom bayrischen Rossfeld bei Berchtesgaden aus. Ist mautpflichtiger Endpunkt der deutschen Alpenstraße und Zugang zum dortigen Skigebiet, d.h. auch im Winter gut geräunt. Die 1530m Seehöhe helfen mal in jedem Fall gegen Nebel und bringen auch beim Seeing Vorteile. Seeing 8/10 hat es da mit 350 mm Öffnung trotzdem selten und den Blaukanal kann ich nie ausnutzen. Darum arbeite ich nun schon länger mit 300 mm Öffnung siehe Anhang vom 01.12.2024.

2024-12-01-2153_7-Jupiter_RGB_RR_Sup.jpg


2024-12-01-2149_1-R-B-Ganymed.jpg


Bin trotzdem am Überlegen, auf 410 mm hochzurüsten, da ich ab nächstem Jahr Rentner bin und viel Reisen kann (geplant u.a. Frankreich Saint-Véran in den Hautes-Alpes, Marokko Jbel Aklim im Antiatlas). Bin mir nicht so sicher, wieviel Sinn da 400 mm Öffnung oder mehr macht. Gedankenaustausch wäre nett.

LG
Robert
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin trotzdem am Überlegen, auf 410 mm hochzurüsten, da ich ab nächstem Jahr Rentner bin und viel Reisen kann (geplant u.a. Frankreich Saint-Véran in den Hautes-Alpes, Marokko Jbel Aklim im Antiatlas). Bin mir nicht so sicher, wieviel Sinn da 400 mm Öffnung oder mehr macht. Gedankenaustausch wäre nett.
Hallo Robert,

Sehr schön getroffen. :y:

Wenn die Möglichkeiten bestehen, würde ich aufrüsten.

Mehr Öffnung hat glaube ich noch nicht geschadet, außer die Transportabilität ist dann nicht mehr gegeben, bzw. die optische/mechanische Qualität gibt anschließend nicht das her, was man erwartet hat. Gerade im Alter wird v.a. das Gewicht irgendwann zum limitierenden Faktor. Sollte man nicht unterschätzen.

Mit 410 mm hast du Reserven, welche v.a. dann ziehen, falls man mal DS (und nicht ‚nur‘ Planeten) beobachten möchte.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo zusammen
Beim Vergleich stimmt etwas nicht .
Der lange Strich ist bei einem Bild verkehrt rum .
Bei Mike ist die Einbuchtung unten Dicker und beim Peter oben Dicker .

Gruß Frank
 
Welcher „lange Strich“?

Gruß
Werner
 
Also ich sehe da keine nennenswerte Unterschiede. Die Aufnahme von Mike ist minimal höher aufgelöst + auch leicht unterschiedliche Aufnahmezeitpunkte. Ansonsten ziemlich gleich.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Robert, das Kompliment kann ich dir auch gerne zurückgeben: Feine Aufnahme!
Endlich mal ein Ganymed, da musst ich gleich vergleichen, deiner hat ZM 185°, ich hab hier einen passenden mit 190°, etwas verdreht zu deinem:
2023-09-29-0148_6-U-R_lapl5_ap1_Drizzle30_2.jpg

Zum Thema Aufrüsten: Wenn man wie du bald in Pension geht, kommt man natürlich auf allerhand Ideen. Das ist menschlich und logisch:-)
Es spricht auch einiges dafür, es geht ja nicht nur um die Auflösung, sondern auch darum, dem Seeing ein Schnippchen zu schlagen, da kann man mit mehr Öffnung natürlich auch kürzer belichten pro Einzelbild. Auch montierungsmässig ist das Aufrüsten mit einer Plattform kein Problem, denn eine Plattform wird nicht viel aufwendiger oder teurer wenn sie größer ist. Ein Riesenvorteil gegenüber einer Deutschen Montierung.
CS Mike
 
Den Anhang 449995 betrachten
Rechts die Öffnung
Oben ist sie dünner und unten dicker
Bei Peter sein Bild genau umgekehrt.weiter oben

Gruß Frank
Hallo Frank,

Du darfst die Bilder nicht überinterpretieren. Das ist mir bei deine Thread Jupiter Veränderung des GRF in 9 Tagen schon aufgefallen. Meiner Meinung nach sind die Veränderungen durch unterschiedlich (schlechtes) Seeing begründet. Du bist ja auch nicht auf die Details der Veränderungen eingegangen.

:-)
Es spricht auch einiges dafür, es geht ja nicht nur um die Auflösung, sondern auch darum, dem Seeing ein Schnippchen zu schlagen, da kann man mit mehr Öffnung natürlich auch kürzer belichten pro Einzelbild. Auch montierungsmässig ist das Aufrüsten mit einer Plattform kein Problem, denn eine Plattform wird nicht viel aufwendiger oder teurer wenn sie größer ist. Ein Riesenvorteil gegenüber einer Deutschen Montierung.
CS Mike
Hallo Mike,

bei gleichem Öffnungsverhältnis (z.B f/10) veränderst Du die Belichtungszeiten auf den Planeten nicht. Die Planetenscheiben werden im Durchmesser proportional zur Teleskopöffnung größer. Und in der Fläche quadratisch. Die Flächenhelligkeit bleibt gleich. Du gewinnst nur etwas an Auflösung. Da muss das Seeing aber schon sehr sehr gut sein, um das Optimum herauszukitzeln.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo, ja natürlich, aber wer sagt denn, dass ich mit mehr Öffnung auch die Brennweite verlängern will? Bei gleicher Vergrösserung, bzw Brennweite und mehr Öffnung werden die Belichtungszeiten kürzer und die Chancen das Seeing einzufrieren besser. Die Frage ist jetzt, gibt es eine obere Grenze für die Frequenz des Seeings?
CS Mike
 
Hallo Mike,

aber Du brauchst ein gewissen Öffnungsverhältnis und damit Brennweite, um die gewünschte maximale Auflösungsverbesserung gegenüber einen Teleskop mit kleiner Öffnung zu bekommen. Es gilt ja die ungefähre Faustformel 3*pixelsize[µ] ~= f/D (wegen Nyquist). Und wie Du siehst, die optimale Auflösung für die Pixel ist unabhängig von der Teleskopöffnung! In der Formel steckt nur das Öffnungsverhältnis.

Den "Fehler", den viele machen, ist, mit zu hohen Öffnungsverhältnissen zu arbeiten z.B f/15 oder f/20. Das bringt bei geeigneter Planetenkamera (~2-3µ +/-) nur leere Vergrößerungen und schadet mit der verlängerten Brennweite der Einzelaufnahme, wegen der längeren Belichtungszeit.

Wenn man mit einem vernünftigen Öffnungsverhältnis von ca f/10 arbeitet (bei geeigneter Pixelgröße) macht eine größere Öffnung keinen Sinn. Zumindest was die Belichtungszeiten angeht. Und der Gewinn an Auflösung ist nur vom Seeing abhängig. Und das ist in Mitteleuropa eher mäßig.

Wenn man ein größeres Bild haben will, erreicht man das besser durch "aufpumpen" per Software.

Und ich würde an Deiner Stelle auch eher mit f/5 arbeiten. Das bringt bei dem typischen Seeing mehr.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter, wir diskutieren hier über zwei verschiedene Aspekte:
Mir ging es um mehr Öffnung bei gegebener Brennweite um die Belichtungszeit pro Frame zu reduzieren um die Auswirkungen des Seeings zum minimieren.
Du hingegen schreibst von mehr Öffnung um die Auflösung zu erhöhen.
Ich verwende eine Kamera mit 2.9my Pixel und verwende ein Öffnungsverhältnis von ca. 14.5, halte mich also an die Regel f/D =5x Pixelgröße.
Das kann bei miesen Seeing zu viel, bei sehr guter Luftruhe zu wenig sein, im allgemeinen passt es aber.
Hier ein Posidonius mit schön sichtbaren Mäandern in der Rille bei Öffnungsverhältnis von ca.1:15
CS Mike
2024-08-24-0138_7-R_lapl5_ap144.jpg
 
Hallo Peter
Seeing , Bildbearbeitung und filter
verändern Strukturen z.b.am jupiter
. Für mich sieht es nur so aus als wenn es gedreht ist . Oben ist unten.
Kann ja auch andere Einflüsse haben wie oben angemerkt.
Mir fiel es aber sofort nur auf .

Gruß Frank
 
Hallo Peter, wir diskutieren hier über zwei verschiedene Aspekte:
Mir ging es um mehr Öffnung bei gegebener Brennweite um die Belichtungszeit pro Frame zu reduzieren um die Auswirkungen des Seeings zum minimieren.
Du hingegen schreibst von mehr Öffnung um die Auflösung zu erhöhen.
Ich verwende eine Kamera mit 2.9my Pixel und verwende ein Öffnungsverhältnis von ca. 14.5, halte mich also an die Regel f/D =5x Pixelgröße.
Das kann bei miesen Seeing zu viel, bei sehr guter Luftruhe zu wenig sein, im allgemeinen passt es aber.
Hier ein Posidonius mit schön sichtbaren Mäandern in der Rille bei Öffnungsverhältnis von ca.1:15
CS Mike
Hallo Mike,

bei Anwendung des Nyquist Theorems landen wir bei einem Faktor 3xpixelsize. Aber egal.

Es ist immer ein Problem, ein Bild zu beurteilen, das nur mit einer Brennweite gemacht wurde. Die Frage ist, kann das auch mit halber Brennweite genauso realisiert werden? Das muss man ausprobieren.

Ein einfacher Test ist: Du nimmst das oben gezeigte Mondbild so wie es ist, verkleinerst das per Software (resample in PI, oder wie auch immer) auf 50% und nimmst den gleichen Algorithmus her und vergrößerst das verkleinerte Bild wieder um 200%. Dann kannst Du dieses Bild mit dem Original vergleichen. Meinetwegen die Differenz bilden, um zu sehen, ob Strukturen verloren gehen. Wenn nicht, reicht die halbe Brennweite aus. Damit würdest Du Belichtungszeit sparen, ohne an Auflösung zu verlieren.

Das gleiche kannst Du auch probieren mit 25% und zurück mit 400%. Ich habe das mit Deinem Bild gemacht. Bei 50% Verkleinerung und anschließender 200% Vergrößerung finde ich keine signifikanten Unterschiede.

Letztlich geht es doch um optimale Auflösung im Bild. Man will nichts verschenken, aber auch keine leere Vergrößerung haben, weil man dadurch eine Verlängerung der Belichtungszeit in Kauf nehmen muss. Aber letztlich ist es jedem selbst überlassen, wie er die Aufnahmen macht. Ich möchte nur zum experimentieren anregen, um selbst ein Gefühl dafür zu bekommen, mit welchem Öffnungsverhältnis was geht.

Übrigens: Ich verwende eine 1.45µ Pixel Kamera. Ich verschwende auch Belichtungszeit. Geht aber nicht anders, weil ich keine Barlow verwende.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter
So wie du machen ich das auch.
2415mm Brennweiten
2.9 Pixel
210mm Durchmesser
Mehr Brennweite bringt bei mir auch kein Gewinn an Auflösung.
Gruß Frank
 
Hallo Peter, du schreibst:

"Was ist eigentlich dieses Kaulquappen ähnliche Teil im Süden? Ist da ein kleiner Asteroid eingetaucht, dessen Spur sich dann zu einem Strich in die Länge gezogen hat?"

Das würde anders aussehen, dunkler und eher breiter, hier eine Karte und ein paar Zeichnungen von mir vom berühmten Impakt von Showmaker- Levy9 im Jahr 1994:
20241215_180557.jpg

20241215_181231.jpg

Weiters schreibst du:
"Und ich würde an Deiner Stelle auch eher mit f/5 arbeiten. Das bringt bei dem typischen Seeing mehr."

Das geht schon wegen des ADC nicht, der braucht mindestens f/10.

Herumtheoretisieren ist ein Anfang und Einstieg, Experimentieren ist besser, aber Beobachtungszeit ist kostbar, der einfachste und beste Weg ist zu schauen, wer die besten Ergebnisse erzielt und vor allem wie.
Und da zeigt sich, dass man mit 5xPixelgrösse am besten fährt, bei recht gutem Seeing, und bei unterdurschnittlichen Seeing zahlt es sich eh nicht aus Fotos zu machen, zumindest sehe ich das so.
CS Mike
 
Zuletzt bearbeitet:
Halo Mike,

ich war zu dieser Zeit in Australien unterwegs und habe das Ereignis erst später im Internet (gab's damals schon) gesehen.
Hier eine Dokumentation über den Impact. Dort sieht man ab ca 2:20 Minuten, was über die Zeit mit den Einschlaglöschern passiert ist. Daran konnte mich noch schwach erinnern. Habe jetzt aber nochmal nachgeschaut. Tatsächlich ziehen sich die Einschlaglöcher über die Zeit auseinander. Dir Kaulquappe hat mich daran erinnert.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter, ich kann mich erinnern, wie sich die einzelnen dunklen Flecken im Verlauf von ca. ein oder zwei Wochen, immer länger und weniger dunkel wurden und sich zu einem einzigen langen Gebilde vereinigten um dann ganz zu verblassen und zu verschwinden, damals noch mit meinem 19cm f/9 Newton beobachtet.
CS Mike
 
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