Apo vs Newton (wegduck)

Servus Hallo ;)

da dieser Thread ohnehin bereits existiert, dachte ich mir ich verwende ihn trotz des Alters einfach mal weiter.

Also "Apo vs Newton". Es hat sich seitdem gedanklich einiges bei mir getan. Ich habe nach wie vor viel Spaß an dem Hobby und auch nach wie vor den Wunsch mein Setup weiter zu entwickeln.


Kurzer Verweis auf meinen Astrobin. Das Jahr hat mir bisher einen AAPOD2, 2 Top Pick Nominierungen und einen Top Pick eingebracht. Dafür das ich über das ganze Jahr gerade einmal 5 Astrobilder fertig bekommen habe bin ich damit ganz zufrieden.
Über das Jahr 2024 dürften es wohl so um die 200h Stunden an Bilddaten werden, welche zur Weiterverarbeitung geeignet sind.
Frustrierend wenig wenn man darüber nachdenkt. Vor allem, da ich zusehends merke, dass ich mit meinen typischen 30-40h Projekten bei F7 einfach nicht voll zufrieden bin.

Was also tun?
- Schnelleres Teleskop?
- Remote gehen?
- gemeinsam Fotografieren und Daten zusammenwerfen?
- Doppeltes Setup? s. anderer Thread hier bei Astronomie.de

--> Da für mich das "unter dem Sternenhimmel sein" ein ganz wichtiger Teil des Hobbies ist, kommt die Verwendung oder Anmietung eines Remoteteleskopes nicht in Frage.

--> Beim schnelleren Teleskop ist die Größe ein Problem. Ich möchte gerne genügend Brennweite haben um auch kleinere Objekte gut ablichten zu können.
Da ich mein Teleskop (fast) jede Nacht neu auf die Montierung setze, schneiden zu große Teleskope allerdings aus. Generell würde ich sagen, dass 10 -12 Zoll je nach Teleskopart (Apo viel kleiner) das absolute Limit sind.

--> zum gemeinsamen Fotografieren bei gleichem oder ähnlichem Setup konnte ich bisher noch niemanden finden

--> letztlich war ich mir bis vor ein paar Tagen dann schon sicher mich für ein Doppelsetup zu entscheiden.

siehe:


Das ganze war im September diesen Jahres. Damals dachte ich viel darüber nach mir entweder einen zweiten Esprit zu besorgen (recht sorgenloses Setup) oder aber das ganze gegen am ehesten 2 8 Zoll Lacerta Newton zu tauschen.
Nach ewigen geistigem PingPong wurde daraus 2xLacerta (GPU/APM 1.5) vs. 2xEdge HD 9.25 imx455 bin2.
Da ich meine Gedanken gerne teile bzw. diskutiere gibt es hierzu auch einen recht aktuellen Thread auf Astrobin.


Das Lacerta Setup wurde mir hier mit einem Umstand ausgeredet, der zwar eig. recht logisch erscheint aber von dem ich in jetzt doch einigen Jahren Astrophotographie noch nie gehört habe.

--> Rotationale Symmetrie

Also eine Abweichung die durch Fangspiegeloffset und die Besonderheiten des Newton Designs entsteht.
Letztlich führt diese Abweichung zu nicht symmetrischen Flats und das führt in Folge dazu, dass mit jeder Rotation der Kamera neue Flats erstellt werden müssen.
Den Gedanken daran finde ich ehrlich gesagt zum :sick:. Das schließt automatisiertes Anfahren neuer Ziele in der Nacht, während man im Bett liegt, eig aus.
Da wurde mir dann klar, wie verwöhnt ich von meinem Esprit bin. Theoretisch wäre es natürlich auch hier am besten jede Nacht in jeder Position neue Flats zu erstellen. Praktisch komme ich aber mit neuen Flats alle paar Monate aus...

Das lässt mich jetzt mit meinem erdachten Edge Setup zurück.
Tja, wird es das? Keine Ahnung. Wahrscheinlich werde ich noch ein oder zwei Jahre darüber nachdenken, es eilt nicht :D

Wie geht es kurzfristig weiter?
Ich würde immer noch hoffen, dass sich ein paar Leute finden, die gemeinsam mit mir ihre Belichtungszeit in den Ring werfen wollen.
Eventuell bastle ich mir ein Setup mit dem Esprit 120, dem 0.77 Reducer und einem imx455 und konzentriere mich bis dorthin auf größere Felder.
Und falls sich jemand diesen ich nenne es mal "Astrophotografischen Rückblick 2024" meiner Seits durchliest, freue ich mich natürlich darauf eure Gedanken dazu zu hören. Vielleicht mag sich ja auch jemand mit einem Fotografisch genutzten Newton dazu äußern, wie er das Problem mit den andauernd zu erstellenden Flatframes löst?

So oder so

clear skies
Andreas
 
Hallo

Nicht symmetrische Flats? Ich drehe meine Kamera nie, Norden gehöhrt nach oben, Hochformat sehr ungern.
Mit schneller Öffnung geht auch Mosaik.
2xbin bringt bei Cmos nicht viel, es gibt auch gute CCD Kameras.
Jetzt wird es preislich unattraktiv, da kannst du dich besser mit automatischer Flatvorrichtung trösten.
Die Schnellere Öffnung bringt mit kleinen Pixeln auch hohe Auflösung.
Ein ganz anderes Thema ist die Dejustageanfälligkeit, da ist bei einem F/4 Newton schon etwas Aufwand beim Material nötig.

Gruß Frank
 
Hallo

Nicht symmetrische Flats? Ich drehe meine Kamera nie, Norden gehöhrt nach oben, Hochformat sehr ungern.
Mit schneller Öffnung geht auch Mosaik.
2xbin bringt bei Cmos nicht viel, es gibt auch gute CCD Kameras.
Jetzt wird es preislich unattraktiv, da kannst du dich besser mit automatischer Flatvorrichtung trösten.
Die Schnellere Öffnung bringt mit kleinen Pixeln auch hohe Auflösung.
Ein ganz anderes Thema ist die Dejustageanfälligkeit, da ist bei einem F/4 Newton schon etwas Aufwand beim Material nötig.

Gruß Frank
jap, nicht symmetrische Flats. drehe meine Kamera leider wirklich oft, ist bei meinem Apo halt auch einfach egal und wird durch nen elektronischen rotator erledigt.
soweit ich es verstehe sollte es auch beim cmos sensor eine Verdopplung des SNR in gleicher Belichtungszeit bedeuten.
Damit würde das f10 sct die Geschwindigkeit eines f5 Gerätes erreichen (mir ist schon klar, dass f10 f10 bleibt). mit imx455 würde auch bei bin2 noch gut 15 Megapixel Auflösung übrig bleiben und das bei gutem Sampling. Der Unterschied zur CCD Kamera besteht meinem Verständnis nach darin, dass die CCD die Pixel tatsächlich zu einem zusammenfassen kann bzw, dass die 4 Pixel bei Bin2 dann nur einmal auslesen werden. Bei Cmos Kameras wird zwar weiter 4mal ausgelesen aber Aufgrund des geringen Ausleserauschens spielt das keine große Rolle.
Was bleibt ist ein besseres SNR bei Verlust von Auflösung.

Die Auflösung am Himmel liegt mit Edge HD 9.25, imx455, bin2 immer noch bei 0.66 "/Pixel.

Die ganze bin2 Sache betreffend würde ich allerdings nicht auf meinen aktuellen "Glaubensstand" wetten :D
Wahrscheinlich übersehe ich da irgendwas.

cs
Andi
 
Hi Andi, ich bin aktuell in einer ähnlichen Situation bzgl. der Erweiterung des Setup.
Allerdings habe ich mich bereits vor geraumer Zeit von der Linse verabschiedet, wenn ich die Korrektoren nicht mitrechnen darf. Ich habe ein Setup für Nebel und große Galaxien. Optimierten 6“ Quattro Newton bei f 3.4 und bin damit von mono wieder zu einer 571 c gewechselt. Das 571c Fenster ist AR daher nutze ich für normale Farbaufnahmen einen UV/IR Filter. Für H, OIII den Optolong Ultimate und einen Baader SII Filter.
Bin mit der Kombi extrem zufrieden. Hatte vorher eine 294m und Antliafilter LRGBHOIIISII, mit FRA500 und 6“F5. War natürlich gut aber durch die neueren Softwaretools reicht für mich die Farbkamera sehr gut aus. Den FRA500 und den f5 Newton habe ich nicht mehr.
Mein nächster Schritt wird als Zweitgerät für kleinere Objekte aber mit genügend Lichtsammelvermögen ein optimierter 8“ f5 Newton. Damit habe ich mehr Auflösung bei immer noch vernünftiger Lichtausbeute.
Ein Doppelansatz käme für mich nicht in Frage da ich bei jeder Session auf und abbauen muss.
CS Reinhard
 
Hallo Andi, also ich bin großer Fan des Doppelansatzes und kombiniere inzwischen zwei identische Linsen mit jeweils einer 571 Mono und einer 571C. Bei Aufnahmen im Kontinuum macht die C RGB und die Mono Luminanz. Bei Schmalband bzw. Nebeln die Mono SHO, gewichtet je nach Signal im Objekt und die C HO mit DNB oder RGB für Sterne und Dunkelnebel. So habe ich viel Möglichkeiten, leider verdoppelt es die cs Zeit nicht ;)....sooo und jetzt das Aber: das macht aus meiner Sicht maximal noch bei 3" (70 mm bis 80 mm) Apos Sinn, wenn man jede Nacht aufbauen muss. Schon bei 4" ist das echt unhandlich und bis alles verkabelt wäre und aufeinander ausgerichtet ist, ist locker jedesmal ne Stunde vergangen. Bei mir bleibt das inzwischen auf der Säule unter einer Schutzhütte.
Viele Grüße Ben
 

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Hallo Andi, also ich bin großer Fan des Doppelansatzes und kombiniere inzwischen zwei identische Linsen mit jeweils einer 571 Mono und einer 571C. Bei Aufnahmen im Kontinuum macht die C RGB und die Mono Luminanz. Bei Schmalband bzw. Nebeln die Mono SHO, gewichtet je nach Signal im Objekt und die C HO mit DNB oder RGB für Sterne und Dunkelnebel. So habe ich viel Möglichkeiten, leider verdoppelt es die cs Zeit nicht ;)....sooo und jetzt das Aber: das macht aus meiner Sicht maximal noch bei 3" (70 mm bis 80 mm) Apos Sinn, wenn man jede Nacht aufbauen muss. Schon bei 4" ist das echt unhandlich und bis alles verkabelt wäre und aufeinander ausgerichtet ist, ist locker jedesmal ne Stunde vergangen. Bei mir bleibt das inzwischen auf der Säule unter einer Schutzhütte.
Viele Grüße Ben
Sieht jedenfalls klasse aus!
Ja die Größe und der Aufwand… alles über eq6 Niveau will ich mir auch nicht antun, aber eher nur wegen dem Gewicht und dem Raus und Reintragen.
Die Aufbauzeit für mein eines Teleskop beträgt keine 5 Minuten. Es ist alles fertig verkabelt und das Teleskop wird einfach nur auf die Montierung geworfen. Denke auch bei zwei Teleskopen wird sich das in Grenzen halten.

Gruß
Andi
 
Sieht jedenfalls klasse aus!
Ja die Größe und der Aufwand… alles über eq6 Niveau will ich mir auch nicht antun, aber eher nur wegen dem Gewicht und dem Raus und Reintragen.
Die Aufbauzeit für mein eines Teleskop beträgt keine 5 Minuten. Es ist alles fertig verkabelt und das Teleskop wird einfach nur auf die Montierung geworfen. Denke auch bei zwei Teleskopen wird sich das in Grenzen halten.

Gruß
Andi
Nur bei eq6 klasse ist bei 2x80er Apos aus meiner Sicht Schluss...alles drüber ist dann in der Kombi aus Hebel und Gewicht too much denke ich...
Aber ja, man kann das so verkabeln und vorjustieren, dass auch ein Doppelsetup recht schnell geht...vor nem dreiviertel Jahr hab ich das kleine Doppelsetup auch immer noch neu raus getragen...war aber froh als das vorbei war....den Wert jedes mal aus dem Keller durch das Minenfeld aus Kinderspielzeug in den Garten zu tragen war kein Spaß...
Viele Grüße
 
Nur bei eq6 klasse ist bei 2x80er Apos aus meiner Sicht Schluss...alles drüber ist dann in der Kombi aus Hebel und Gewicht too much denke ich...
Aber ja, man kann das so verkabeln und vorjustieren, dass auch ein Doppelsetup recht schnell geht...vor nem dreiviertel Jahr hab ich das kleine Doppelsetup auch immer noch neu raus getragen...war aber froh als das vorbei war....den Wert jedes mal aus dem Keller durch das Minenfeld aus Kinderspielzeug in den Garten zu tragen war kein Spaß...
Viele Grüße
das Kinderspielzeug ist bei mir auch ne Herausforderung 😄
Ich will mir tatsächlich noch ne zweite Montierung dazu holen.
 
Bei uns in der Clique gibt es auch "Team Apo" und Team "Newton" - und hätte mir vor 4 Monaten gesagt dass ich das hier schreibe - ich hätte ihn ausgelacht.

Natürlich sind wir hier beim Vergleich Apfel und Wassermelone. Beides Rund und irgendwie Obst.... aber wenns auf den Fuss fällt tut eins mehr weh als das andere...

Spaß beiseite! Es gibt ganz klare Vorteile die für APO sprechen, und ganz klare Vorteile für Newtons.
Der Apo ist so toll weil er einfach funktioniert - vernünftige Optik mal vorausgesetzt. Flatner / Reducer drauf.... man ist irgendwo bei f/5... f/6 und muss ein mal seinen Backfokus einstellen. Danach ist es ein "Fire and Forget". Speziell die Einfachheit im Benutzen ist - aus meiner Sicht - der riesen Vorteil. speziell bei mobiler Astronomie ist das ne tolle Sache.
Der Newton hat keine Linsen (Hust... Korrektor) und produziert keine unterschiedlichen Brennpunkte für unterschiedliche Farben. Im VErgleich ist ein Newton viel günstiger als ein vergleichbarer Apo bzw ermöglicht absurde Öffnungen die mit Linse praktisch nicht möglich sind. Das erkauft man sich durch Mehraufwand in Form von erhötem Aufwand für Wartung. Stichwort Kollimation! Hier gibts nach Bauart und Quallität auch von "Abba bis Zappa" jeden Zwischensprung von einfach bis schwer.
Ich hab selber mit einem 6" f/5 angefangen, dann auf 8" f/5 upgrade.... Beide Geräte waren mit f/5 gut zu justieren und haben brauchbare Ergebnisse geliefert.Nahc einer Mehrjährigen Pause bin ich wiedereingestiegen und das Setup speziell auf Fotos gemünzt - und einen Apo davor gehängt. Hab ich nie bereut!
Irgendwann kam dann ein TS 10" f/4 Newton der mir... alles verhagelt hat. Das Ding war einfach Müll und ließ sich nicht justieren. Selbst mit Ocal hab ich es nicht geschafft, abgesehen davon das die "Tonne" für mobile Fotografie schon etwas zu groß war....
Aber es bleibt - für sein Geld bekommt man bei Newtons mehr!
Was auch bleibt - je größer der Anspruch wird - umso schwieriger wird das Einrichten und man muss es genauer tun!

Nachdem ich immer wieder grandiose Bilder mit dem Tak 130 Epsi gesehen habe bin ich schon etwas "kribbelig" geworden und nachher wurde es dann tatsächlich ein 6" f/4 von Skywatcher, wobei außer Spiegel nichts mehr davon Original ist. Spinne und Carbontubus von "Backyard Universe", und alle "Tuningstufen" durch.
Mit dem originalen Korrektor ist der jetzt bei f/3.45 (520mm) und liefert theoretisch 3x so viel Licht in gleicher Zeit wie mein Willi Apo 61 Zenithstar....
Tatsächlich ist die Justagestabilität super. hier spielen die notwendigen upgrades CNC Spinne und Carbontubus ihre stärken aus - kostet aber alles dementsprechend.

Und hier kommen wir wieder von "Geschwätz" zum Thema zurück.
Wenn es darum geht möglichst schnell - möglichst viel Licht zu bekommen - führt an nem Spiegel kein Weg vorbei. Aber - alles andere muss dann auch passen. Angefangen von der Montierung mit größerer Windfläche über das Zubehör was "Superschnell" geeignet sein muss bis hin zum größeren Raumbedarf.
Eine Skywatcher GTi wird kein 6" Newton tragen. Und eine Redcat oder ein Willi Doublet mit f/5,x wird immer viel "langsamer sein". Hier kommt es dann natürlich auch auf Hintergrundlimitierung ect. an.
Und genau HIER wird die Entscheidung geboren. "Brauch" ich die schnellere Optik, kann ich sie handeln.. oder nicht.

Auch wenn ich von meinem Newton grade sehr geflashed bin werde ich jedem weiterhin erstmal einen Apo nahelegen der nicht genau weiß was er tut. Für alle die wissen was sie tun - stellt sich die Frage eigentlich nicht.

Lieben Gruß und CS

Kai
 
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