Erfahrungen über Übersichtsokular(e)

Tortek82

Aktives Mitglied
Halli Hallo.
Ich bin immernoch ein blutiger Anfänger in Sachen Astronomie.
Ich beobachtete den Sternenhimmel stets mit Fernglas. Nun hab ich mir ein gebrauchtes Teleskop gekauft.
Es ist ein Skywatcher Skymax 102/1300 auf AZ Pronto Montierung.
Nun zur Frage:

Welches Übersichtsokular mit vernünftigen Gesichtsfeld und Qualität eignet sich hierfür?
Ich habe schon mitbekommen, das sich bei Okularen die qualitativ Hochwertig sind, der Preis des Teleskops schnell überschreiten kann.
Doch wollte ich im Bereich bis 100 Euro bleiben.
Gibt es da was brauchbares?

MfG Torsten
 
Hi Torsten, da der kleine Skymax auf 1,25" Zubehör limitiert ist bleibt nicht so viel Wahl im oberen Brennweitenbereich; große Austrittspupillen lassen sich nicht realisieren. Ein 32mm Plössl für 40,5x Vergrößerung und AP2,5mm kann ohne Vingnette verwendet werden, ein 40mm Plössl für 32,5x Vergrößerung mit Austrittspupille 3,18mm ist Ende der Fahnenstange bei 1,25" und vignettiert bereits.

Beste Grüße,

Ralf
 
Hallo Torsten,

weil ein 32mm Plössl bereits genannt wurde: Ich kann das von Baader Planetarium wirklich empfehlen. Liegt locker in Deinem Budget.

Gruß,
Felix
 
Das 40mm geht schon auch, Du siehst dann aber nicht mehr das volle Feld, was mit dem Design eines Plössl möglich wäre.

32mm 50°
40mm 42°

astronomy_tools_fov.png

Quelle: astronomy.tools

Das Feld ist fast identisch, die AP aber größer bei 40mm und damit auch das Bild heller.

CS, Ralf
 
Hallo Freunde

Das Plössl von Baader währe nicht meine erste Wahl denn es erfasst nur einen Bildkreis von 26mm.
Im Bereich von 1 1/4" erfassen die Hyperion 31 und 36mm das größte wahre Gesichtsfeld denn sie erreichen mit 30mm Durchmesser das maximale Feld was die 1 1/4" Steckhülse noch her gibt weil hier die Bildebene rund 18mm hinter der Steckhülsenkannte zu liegen kommt.
Bei beiden Okulare ist der Einblick etwas komfortabler als beim 32er Plössl.
Beim 36er ist die Austrittspupille etwas größer und beim 31er der Sichtwinkel mit ca. 55°. Das ist schon merklich mehr als die mageren 48-50° beim Plössl.
Beide Okulare sind erheblich teurer als ein Plössl werden aber hin und wider als Gebrauchtware angeboten. Auf der anderen Seite lassen sich die Hyperion zu einem besseren Preis leichter wieder veräußern.
Aller Dings, im Bereich von unter 100 € wird man nichts besseres als ein 32er Plössl finden.
Und ja, auch wenn das Blendrohr im Tubus sehr eng ist wird ein Bildkreis von 30mm immer noch ausreichend hell ausgeleuchtet.

Gruß
Peter
 
Hallo Ralf

Die Werte die astronomy.tools da anzeigt sind teilweise ga-ga!
Das wahre Gesichtsfeld wird immer vom Bildkreis ( Feldblende )bestimmt den ein Okular erfassen kann und der Teleskopbrennweite!
Die Werte betragen für:
- 32er Baader-Plössl Ø 26mm oder 1,15° und nicht 1,23°
- 32er und 40er Televue-Plössl Ø 27mm oder 1,19° und nicht 1,32° ( gleich große wahre Gesichtsfelder )
- 31er und 36er Hyperion Ø 30mm oder 1,32° ( gleich große wahre Gesichtsfelder )

Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Peter,

astronomy.tools mag nicht perfekt sein, aber gerade zur Visualisierung ist es doch auf die Schnelle ganz brauchbar.

Beste Grüße
 
Andere doofe Frage....
Kann man bei vorhandenen Okularen das Gesichtsfeld irgendwie herausfinden?
Falls nichts bekannt ist, von den Daten her.

Ich habe nämlich ein paar Plössl mit der Aufschrift:
-6,5 mm Plössl Series 500
-12,5 mm Plössl Series 500
und ein 30mm Plössl Series 500

Teilweise aus Metall, recht schwer.
Also kein Kunststoffkrams.

Könnte heute Abend mal Foto's machen.

Gruß, Torsten
 
Sind das evtl. diese hier? Im Datenblatt ist 45° zu finden.

CS, Ralf
 
Hallo Torsten, hallo Freunde

Man kann das wahre Gesichtsfeld über die Okularbrennweite und den Sichtwinkel ausrechnen oder über die Feldblende.
Das wahre Gesichtsfeld über den Sichtwinkel auszurechnen ist immer ein zweischneidiges Schwert denn erstens spielt da immer eine gewisse Verzeichnung mit hinein oder bei der Angabe des Sichtwinkels wird hemmungslos gelogen. Daher gibt es dabei oft falsche Werte.

Sicherer und genauer ist es das wahre Gesichtsfeld über die Feldblende auszurechnen. Auch hier wird bisweilen heftig gelogen oder die Werte werden schlicht und einfach unterschlagen. Aber man kann hier in den meisten Fällen den Durchmesser der Feldblende nachmessen sofern sie in der Steckhülse sichtbar ist.
Befindet sich die Feldblende hinter der Feldlinse so kommen wird da nicht so einfach heran und man müßte dann noch den gemessen Wert mit dem Verlängerungsfaktor der Feldlinse verrechnen. Davon betroffen sind überwiegend Weitwinkelkonstruktionen mit 82° und mehr Sichtwinkel. Man muß sich dann auf das verlassen was der Hersteller so angibt. Leider geben nur wenige Hersteller diese Werte an. Hervor zu heben und mustergültig sind hier Televue, Explore scientific, und zum Teil auch Baader.
Bei den Werten der Luminos-Serie von Celestron sind diese hemmungslos übertriebenen Werte aller Dings dagegen für Ar....h.

Bei Televue wird die Formel zu Errechnung des wahren Gesichtsfeld aufgelistet. Sie lautet:

True Field (°) = 57.3° x eyepiece field stop / telescope focal length oder
wahres Feld in Grad = 57,3° X Feldblendendurchmesser / Objektivbrennweite

Wer reale und kalkulierte Werte zu Feldblenden sucht kann hier fündig werden. Einfach die Zeile
[IMG alt="Attached File"]https://www.cloudynights.com/public/style_extra/mime_types/doc.gif[/IMG] 2024 Buyer's Guide to Eyepieces.xlsx
anklicken und runter laden.
Die Datei ist nicht ganz vollständig, da alte Okularserien mit der Zeit herausgefallen sind aber wer in Google sucht kann auch noch die älteren Jahrgänge finden.

Gruß
Peter
 
Hallo Torsten,

Dinosaurier wie ich können das wahre Gesichtsfeld noch wie früher ermitteln. Du nimmst einen Stern am Himmeläquator z.B. Delta Orionis (der rechte Gürtelstern). Der legt in 4 Minuten ein Grad am Himmel zurück. Lässt du den Stern durch das Gesichtsfeld laufen und misst die Zeit, die er für den Durchlauf braucht in Sekunden, musst du die durch 240 teilen. Das ist das wahre Gesichtsfeld am Himmel. Diesen Wert multiplizierst du mit der Vergrößerung und erhältst das scheinbare Gesichtsfeld des Okulars.

So war das damals und funktioniert heute immer noch.

CS Gerhard
 
Hier die Gewichte.
 

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Die sollten, wie verlinkt, 45° haben

CS, Ralf
 
Ok, danke sehr. Ich als Neuling kann die nicht beurteilen. Den Mond hab ich im 30'er Plössel komplett drinnen. Und relativ scharf. Das 12,5 'er bekomm ich gerade so scharf eingestellt. Das 6,5 'er schaffe ich nicht scharf einzustellen, für meine Guckerchen.
Oder aber ich mache was falsch. Ich sollte die mal am Tage testen. 🙃

Grüße, Torsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ralf

Die Werte die astronomy.tools da anzeigt sind teilweise ga-ga!
Das wahre Gesichtsfeld wird immer vom Bildkreis ( Feldblende )bestimmt den ein Okular erfassen kann und der Teleskopbrennweite!
Die Werte betragen für:
- 32er Baader-Plössl Ø 26mm oder 1,15° und nicht 1,23°
- 32er und 40er Televue-Plössl Ø 27mm oder 1,19° und nicht 1,32° ( gleich große wahre Gesichtsfelder )
- 31er und 36er Hyperion Ø 30mm oder 1,32° ( gleich große wahre Gesichtsfelder )

Peter
Hallo

Aber bei 1.25" Okularen ist Ein Innengewinde mit M28x0.5 in der Klemmhülse, mehr wie 27.4mm gehen da nicht durch?
Da müssten die Hyperion die Feldblende außerhalb des Okulafes haben?

Gruß Frank
 
Nochmal was praktisches...

Man muß sich leider etwas Mühe machen, um herauszufinden, welches Okular von den Angaben des Hersteller her dich anlügt oder nicht. Ich habe dieses Prozedere mit allen (!) meinen wichtigsten Okularen durchgeführt. Ich benutze nur 1,25"-Okulare an meinen Teleskopen.
Immer vorausgesetzt, die Okularbrennweite ist wenigstens auf dem Papier in etwa korrekt angegeben, nehme ich mir mein Astro-Programm und passe das Gesichtsfeld, was in die Sternkarte eingeblendet wird, möglichst genau dem an, was ich an GF im Okular sehe. Das kostet natürlich einiges an Zeit und ggf. nimmt man sich verschiedenen Teleskope her, um die im Programm eingetragenen Werte mit dem gerade im Okular sichtbaren Feld abzugleichen.

Ich hab' mir diese Vergleichsreihe angelegt, um Gesichtsfelder beim Starhopping genau abmessen zu können. Mal einige Beispiele:
Meine TS-WA-Okularserie (z.T. 20-25 Jahre alt und z.T. nicht mit der aktuellen Serie identisch), gemessenen sGF, im Klammer die Werte von der TS-Shopseite:
8 mm - 65°, 12 mm 68° (60°), 15 mm - 72° (17 mm - 70°), 20 mm - 70° (70°).
Die Werte für meine Okularreihe "Meade Plössl Serie 5000" entsprechen dagegen haarscharf den Angaben des Herstellers: 60° sGF bei den Brennweiten 14, 20 und 26 mm.

Wie geschrieben: Die ermittelten Werte sind durchweg mit mehreren Teleskopen abgeglichen. Diese waren allesamt "Festbrennweiten".
Festbrennweiten deshalb, weil bei Teleskoptypen, die über eine Hauptspiegel-Fokussierung (MAK und SCT) verfügen, sich natürlich die Brennweite der Optik bspw. bei Einsatz eines Zenitspiegels verändern.
Ein Kollege drüben im Astrotreff hat per CCD-Aufnahme die Brennweitenänderung seines Skywatcher 127/1500 MAK mit und ohne Zenitspiegel sowie zusätzlich visuell mit Bino-Ansatz berechnet. Zitat:

" Zwischen den Kombinationen Maksutov+ASI und Maksutov+Zenitspiegel+ASI ergab sich der Faktor 1,23.

Viel interessanter für den visuellen Beobachter aber ist der Vergleich zwischen den Kombinationen Maksutov+Zenitspiegel+ASI und Maksutov+Zenitspiegel+Binoansatz+ASI. Hierbei kam der ebenfalls auf die zweite Stelle gerundete Faktor 1,20 heraus.

Hiermit ist dann auch bestätigt, dass die "scheinbar höhere Vergrösserung" beim binokular Beobachten an einem Maksutov Cassegrain systembedingt nicht nur scheinbar sondern real ist, nämlich um den Faktor 1,2-fach höher. Klingt vielleicht erstmal nicht sooo immens, schaut man sich das aber mal in Zahlen an, dann bedeutet das, dass aus z.B. 200-facher Vergösserung monokular am Mak 127/1500 plötzlich 240-fach werden, wenn man die gleichen Okulare nun am Maxbright Binoansatz verwendet. Schuld daran ist einzig und allein der Glasweg des Binoansatzes, der den Fokus viel weiter vom Sekundärspiegel des Maksutovs nach außen fordert, wodurch sich die Systembrennweite eben um diesen Faktor erhöht."


Mit der Vergrößerung ändert sich natürlich ebenfalls das Gesichtsfeld.

Im aktuellen Fall haben wir es mit einem Skywatcher Skymax 102/1300 zu tun, der ebenfalls über den HS scharfgestellt wird. Demzufolge ändert sich hier beim Einsatz des ZSpiegels ebenfalls die Brennweite - und damit auch die Vergrößerungen bzw. Gesichtsfelder der eingesetzten Okulare.

Noch was zum Übersichtsokular mit max. Gesichtsfeld bei 1.25"-Steckmaß. Ich benutze hier ein 26 mm Meade Plössl der Serie 5000 mit den o.g. 60° sGF. Das ist so ziemlich das größte GF, was man mit 1,25"-Steckmaß in den verschiedenen Teleskopen erreichen kann. Ein 32er Plössl mit max. Feldblende zeigt da sehr ähnliche Werte (um 50° sGF) bei etwas geringerer Vergrößerung und etwas mehr AP. Setze ich ein 40er Plössl ein - Feldblende bleibt gleich - verengt sich das sGF auf ca. 39°/40°, erzeugt also zunehmend den visuell unangenehmen Tunneleffekt. "Mehr Feld" ("tatsächliches GF") überblickt man so nicht, und auch die Detailerkennung bleibt im Grunde die gleiche wie beim 26er oder 32er Okular mit entsprechend etwas mehr sGF.

Seit kurzem habe ich ein chin. NoName 30 mm Plössl im Bestand, was eine große Feldblende besitzt, außerdem kommt demnächst noch eins von den günstigen 32 mm Celestron Omni Plössl bei mir an. Die werde ich ebenfalls noch gesichtsfeld-technisch untersuchen.

Edit:
Hier noch ein Beitrag aus dem CN-Forum:
"Actually the widest field of view in a 1.25" Eyepiece can be achieved with a 35MM Ultrascopic, 31 and 36 MM Baader Hyperion (with the 1.25" adapter). What these eyepieces do is have the field stop larger than the barrel housing (field stop is above the barrel housing). [...] What this causes is vignetting (darkening of the edges), but it will give you a larger FOV compared to a 32MM Plossl."

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nochmal was praktisches...

Man muß sich leider etwas Mühe machen, um herauszufinden, welches Okular von den Angaben des Hersteller her dich anlügt oder nicht. Ich habe dieses Prozedere mit allen (!) meinen wichtigsten Okularen durchgeführt. Ich benutze nur 1,25"-Okulare an meinen Teleskopen.
Immer vorausgesetzt, die Okularbrennweite ist wenigstens auf dem Papier in etwa korrekt angegeben, nehme ich mir mein Astro-Programm und passe das Gesichtsfeld, was in die Sternkarte eingeblendet wird, möglichst genau dem an, was ich an GF im Okular sehe. Das kostet natürlich einiges an Zeit und ggf. nimmt man sich verschiedenen Teleskope her, um die im Programm eingetragenen Werte mit dem gerade im Okular sichtbaren Feld abzugleichen.

Ich hab' mir diese Vergleichsreihe angelegt, um Gesichtsfelder beim Starhopping genau abmessen zu können. Mal einige Beispiele:
Meine TS-WA-Okularserie (z.T. 20-25 Jahre alt und z.T. nicht mit der aktuellen Serie identisch), gemessenen sGF, im Klammer die Werte von der TS-Shopseite:
8 mm - 65°, 12 mm 68° (60°), 15 mm - 72° (17 mm - 70°), 20 mm - 70° (70°).
Die Werte für meine Okularreihe "Meade Plössl Serie 5000" entsprechen dagegen haarscharf den Angaben des Herstellers: 60° sGF bei den Brennweiten 14, 20 und 26 mm.

Wie geschrieben: Die ermittelten Werte sind durchweg mit mehreren Teleskopen abgeglichen. Diese waren allesamt "Festbrennweiten".
Festbrennweiten deshalb, weil bei Teleskoptypen, die über eine Hauptspiegel-Fokussierung (MAK und SCT) verfügen, sich natürlich die Brennweite der Optik bspw. bei Einsatz eines Zenitspiegels verändern.
Ein Kollege drüben im Astrotreff hat per CCD-Aufnahme die Brennweitenänderung seines Skywatcher 127/1500 MAK mit und ohne Zenitspiegel sowie zusätzlich visuell mit Bino-Ansatz berechnet. Zitat:

" Zwischen den Kombinationen Maksutov+ASI und Maksutov+Zenitspiegel+ASI ergab sich der Faktor 1,23.

Viel interessanter für den visuellen Beobachter aber ist der Vergleich zwischen den Kombinationen Maksutov+Zenitspiegel+ASI und Maksutov+Zenitspiegel+Binoansatz+ASI. Hierbei kam der ebenfalls auf die zweite Stelle gerundete Faktor 1,20 heraus.

Hiermit ist dann auch bestätigt, dass die "scheinbar höhere Vergrösserung" beim binokular Beobachten an einem Maksutov Cassegrain systembedingt nicht nur scheinbar sondern real ist, nämlich um den Faktor 1,2-fach höher. Klingt vielleicht erstmal nicht sooo immens, schaut man sich das aber mal in Zahlen an, dann bedeutet das, dass aus z.B. 200-facher Vergösserung monokular am Mak 127/1500 plötzlich 240-fach werden, wenn man die gleichen Okulare nun am Maxbright Binoansatz verwendet. Schuld daran ist einzig und allein der Glasweg des Binoansatzes, der den Fokus viel weiter vom Sekundärspiegel des Maksutovs nach außen fordert, wodurch sich die Systembrennweite eben um diesen Faktor erhöht."


Mit der Vergrößerung ändert sich natürlich ebenfalls das Gesichtsfeld.

Im aktuellen Fall haben wir es mit einem Skywatcher Skymax 102/1300 zu tun, der ebenfalls über den HS scharfgestellt wird. Demzufolge ändert sich hier beim Einsatz des ZSpiegels ebenfalls die Brennweite - und damit auch die Vergrößerungen bzw. Gesichtsfelder der eingesetzten Okulare.

Noch was zum Übersichtsokular mit max. Gesichtsfeld bei 1.25"-Steckmaß. Ich benutze hier ein 26 mm Meade Plössl der Serie 5000 mit den o.g. 60° sGF. Das ist so ziemlich das größte GF, was man mit 1,25"-Steckmaß in den verschiedenen Teleskopen erreichen kann. Ein 32er Plössl mit max. Feldblende zeigt da sehr ähnliche Werte (um 50° sGF) bei etwas geringerer Vergrößerung und etwas mehr AP. Setze ich ein 40er Plössl ein - Feldblende bleibt gleich - verengt sich das sGF auf ca. 39°/40°, erzeugt also zunehmend den visuell unangenehmen Tunneleffekt. "Mehr Feld" ("tatsächliches GF") überblickt man so nicht, und auch die Detailerkennung bleibt im Grunde die gleiche wie beim 26er oder 32er Okular mit entsprechend etwas mehr sGF.

Seit kurzem habe ich ein chin. NoName 30 mm Plössl im Bestand, was eine große Feldblende besitzt, außerdem kommt demnächst noch eins von den günstigen 32 mm Celestron Omni Plössl bei mir an. Die werde ich ebenfalls noch gesichtsfeld-technisch untersuchen.

Edit:
Hier noch ein Beitrag aus dem CN-Forum:
"Actually the widest field of view in a 1.25" Eyepiece can be achieved with a 35MM Ultrascopic, 31 and 36 MM Baader Hyperion (with the 1.25" adapter). What these eyepieces do is have the field stop larger than the barrel housing (field stop is above the barrel housing). [...] What this causes is vignetting (darkening of the edges), but it will give you a larger FOV compared to a 32MM Plossl."

Halleluja, das ist klingt ja fast nach einer Doktorarbeit. 😃

Ich bin aber gespannt was dein weiterer Test für Daten erbringt.
Klingt so als würde dann ja das Meade Okular die "eierlegende Wollmilchsau" sein. 😁
Da muß ich doch gleich mal nach schnüffeln.

Danke erstmal.
Gruß, Torsten
 
Moin!

Ich habe übrigens jetzt die entsprechenden Daten für den Skywatcher Skymax 102/1300 gefunden - in einer Kundenrezension beim Astroshop.
Zitat:
"Das maximal nutzbare Feld sind 1,35°, Die Brennweite abhängig von der genutzten Fokusposition.
Sie beträgt direkt an der Steckhülse 1120mm, mit Zenitspiegel 1370mm und mit Williamoptik oder Baader 45° amici 1450mm. Die angegebenen 1300mm hat er bei 55mm Backfokus.
Pro 11mm Fokusweg ändert sich die Brennweite um 36mm."

Das sollte alle Klarheiten beseitigt haben... :cool:

Zu dem Meade Serie 5000 Okularen noch was:
Die Dinger gingen um 2011/2012 aus der Produktion und wurden seinerzeit recht günstig abverkauft. Ich hatte' da gleich mit drei Brennweiten zugeschlagen. Die Okulare gebe ich auch nicht mehr her. AFAIR sind sie baugleich mit den fünfelementigen 60°-Plössls von Bresser (leider auch nicht mehr im Programm).
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Freunde

Halleluja, das ist klingt ja fast nach einer Doktorarbeit.
Ja, das ist es! Alle Zusammenhänge zu verstehen ist wirklich nicht einfach. Mache brauchen dazu Jahre.
Ich habe übrigens jetzt die entsprechenden Daten für den Skywatcher Skymax 102/1300
Ja, auch hier liegt wieder ein Wermutstropfen denn der größere Bildkreis des Hyperion wird leider etwas aufgezehrt durch die Brennweitenverlängerung bei Cassegrain-Systemen mit Spiegelfokussierung. Die Hyperinos benötigen ca. 15mm mehr Backfokus da die Bildebene hinter der Steckhülse zu liegen kommt. Aber selbst diese Brennweitenverlängerung zehrt nur zum kleinen Teil den Gewinn eines größeren Bildkreises auf und der ist nun einmal bei den Hyperions um ca. 3mm größer als die 27mm, die standardmäßig bei Okularen, bei denen die Bildebene sich in der Steckhülse befindet, zu finden ist. Denn um bei diesen Okularen eine scharfe Feldbegrenzung zu erzielen wird in der Steckhülse eine kleine umlaufende Kante, die "Feldblende", eingebracht. Es wird hier praktisch für eine scharfe Feldbegrenzung vom freien Durchmesser der möglich währe ca. 1mm "geopfert".
Man sollte halt darauf achten das bei solchen Cassegrain-Systemen der Lichtweg hinter dem Tubus möglichst kurz bleibt aber nahe am Punkt wo die Optik die beste Abbildung abliefert.

Und wer sich nicht vorstellen kann das hinter der Steckhülse ein größeres Feld ausgeleuchtet werden kann als der freie Innendurchmesser der Steckhülse an sich aufweist der möge sich mal die schematisch Darstellung zu Gegenstandsweite und Bildweite ansehen. Der Brennpunkt der Linse / Optik ist hier " f " und es ist klar zu sehen, daß das Lichtbündel sich vom Brennpunkt zur Bildebene hin wieder auffächert und die Bildebene, "auf dem Kopf stehend", ein gutes Stück hinter dem Brennpunkt " f " zu liegen kommt.
Das ist auch der Grund warum ein C8 mit einen 37mm Blendrohr nach hinten raus auch noch einen Bildkreis von 46mm ausreichen hell aber mit einem mäßigen Helligkeitsabfall zum Rand hin ausleuchten kann.

Ein kleiner Tip noch: Bei einem verzeichnungsarmen Okular mit 60° Sichtwinkel weisen Okularbrennweite und Feldblende in etwa den gleichen Wert auf! Nur so mal als Randbemerkung und Anhaltspunkt.
Als Beispiel: Ein 30mm Okular mit 60° Sichtwinkel benötigt eine 30mm Feldblende. Bei einem 20mm Okular währen es 20mm Feldblende u.s.w., nur mal so als zum Vergleich.
Daraus folgt: Ein 31er Hyperion das einen 30mm Bildkreis erfasst erreicht einen Sichtwinkel von ca. 58° und das ist in der Praxis deutlich sichtbar mehr als das, was ein 32er Plössl mit 27mm Feldblende und real 46-48°( 50° ) Sichtwinkel hergibt!

Gruß Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Halleluja....hier wird's ins Kleinste argumentiert, formuliert, diskutiert und philosophiert. 😅

Ich als Laie bin quasi erschlagen von den technischen Raffinessen.
Ich lese trotzdem heraus....ich würde mit einem 30mm Plössl mit 60 ° Blickfeld das meiste rausholen?!

Grüße, Torsten.
 
Hallo Torsten

Beim Hyperion Bildfeld 17mm vor der Hülse bedeutet aber auch Okularhülse 30mm lang plus 17 mm das der Fokuser 47mm weiter nach Außen muss was die Brennweite erhöht und das biss hen mehr Bildfeld wieder zunichte macht, der Aufpreis lohnt sich dafür nicht.
Ob an schwachen Objekten ein 40mm Okular mehr bringt um schwache Objekte zu erkennen?
Das macht eher Sinn du hohlst dir noch einen Kometensucher dazu, oder gar einen Akuter für Sonne, der wird ja Nachts auch zum 80/400mm.

Gruß Frank
 
Hallo, Frank.

Ich wollte erstmal nicht noch ein Gerät dazu erwerben.
Erstmal mit den Grundkenntnissen der visuellen Beobachtung vertraut machen und das Maximum meines jetzigen Gerätes herausfinden/kitzeln, würde ich sagen. Mir war schon klar das ich mit dem Gerät keine dicken Galaxien beobachten kann. Ich würde mich sowieso erstmal freuen das ich überhaupt mal eine finde.
Bis jetzt konnte ich nur den Mond halt betrachten, Jupiter mit 3 Monden könnte ich sehen, den Mars verschwommen und Venus auch verschwommen. 😅
Die Plejaden sehen in meinem Jenoptem 7x50W irgendwie besser aus.
Ich denke ich muß halt viel noch lernen.

Wahrscheinlich sollte ich auch mal außerhalb der Stadt in den Himmel zu schauen.

Gruß, Torsten
 
Hallo Torsten

Kleiner Tip: besorg Dir ein gutes 32er Plössl und Du bist fürs erste einmal gut aufgestellt. Der Rest kann später kommen.
Ein 30er Plössl mit 60° Grad Sichtwinkel gibt es nicht denn es benötig zwingend dazu einem 30mm Bildkreis. Da aber bei dieser Okularbauweise die Bildebene zwingend in der Steckhülse zu liegend kommt geht da nicht mehr als 27mm sonst wird der Feldrand unscharf.
Ein Hyperion 24mm ginge da noch mit einer 28mm Feldblende aber damit bleibt die Austrittspupille bei F 12,7 mit 1,9mm schon recht klein.
das der Fokuser 47mm weiter nach Außen muss was die Brennweite erhöht und das bisschen mehr Bildfeld wieder zunichte macht, der Aufpreis lohnt sich dafür nicht.
Das ist Unsinn denn es sind ca. 15mm (maximal 20mm aber mit Sicherheit eher weniger) mehr an Backfokus gegenüber einem 32er Plössl und nicht 47mm!

Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin Torsten!

> Ich lese trotzdem heraus....ich würde mit einem 30mm Plössl mit 60 ° Blickfeld das meiste rausholen?!

Ich würde dir ebenfalls raten, daß du dir ein gutes 32er Plössl besorgst. Ich war heute Morgen auch noch unterwegs und habe mir bei Randsburg eines der letzten Baader Classic Plössl 32 mm bestellt. Ein weiteres gutes und weit verbreitetes Modell ist das TS Super Plössl (52° sGF) für einen Fuffi.

Ich hatte mich oben etwas ausführlicher ausgelassen, weil von den Tipgebern bisher keinem aufgefallen war, daß du ja mit einem MAK und variabler Brennweite unterwegs bist. Außerdem wollte ich zeigen, daß man den Angaben aus der Okular-Werbung, was vor allem das GF angeht, nur bedingt glauben kann. Zum Schluß hatte ich noch gefunden, daß das Wunder-Okular Hyperion 31 bzw. 36 natürlich wegen des etwas größeren Feldes eine Randverdunkelung aufweist. So erkauft man das eine mit dem anderen. Ich bin da eher für "straight-thru"-Okulare ohne irgendwelche Gimmicks wie Randverdunkelung oder auch Bildfeldverzerrung.
 
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