Nochmal was praktisches...
Man muß sich leider etwas Mühe machen, um herauszufinden, welches Okular von den Angaben des Hersteller her dich anlügt oder nicht. Ich habe dieses Prozedere mit allen (!) meinen wichtigsten Okularen durchgeführt. Ich benutze nur 1,25"-Okulare an meinen Teleskopen.
Immer vorausgesetzt, die Okularbrennweite ist wenigstens auf dem Papier in etwa korrekt angegeben, nehme ich mir mein Astro-Programm und passe das Gesichtsfeld, was in die Sternkarte eingeblendet wird, möglichst genau dem an, was ich an GF im Okular sehe. Das kostet natürlich einiges an Zeit und ggf. nimmt man sich verschiedenen Teleskope her, um die im Programm eingetragenen Werte mit dem gerade im Okular sichtbaren Feld abzugleichen.
Ich hab' mir diese Vergleichsreihe angelegt, um Gesichtsfelder beim Starhopping genau abmessen zu können. Mal einige Beispiele:
Meine TS-WA-Okularserie (z.T. 20-25 Jahre alt und z.T. nicht mit der aktuellen Serie identisch), gemessenen sGF, im Klammer die Werte von der TS-Shopseite:
8 mm - 65°, 12 mm 68° (60°), 15 mm - 72° (17 mm - 70°), 20 mm - 70° (70°).
Die Werte für meine Okularreihe "Meade Plössl Serie 5000" entsprechen dagegen haarscharf den Angaben des Herstellers: 60° sGF bei den Brennweiten 14, 20 und 26 mm.
Wie geschrieben: Die ermittelten Werte sind durchweg mit mehreren Teleskopen abgeglichen. Diese waren allesamt "Festbrennweiten".
Festbrennweiten deshalb, weil bei Teleskoptypen, die über eine Hauptspiegel-Fokussierung (MAK und SCT) verfügen, sich natürlich die Brennweite der Optik bspw. bei Einsatz eines Zenitspiegels verändern.
Ein Kollege drüben im Astrotreff hat per CCD-Aufnahme die Brennweitenänderung seines Skywatcher 127/1500 MAK mit und ohne Zenitspiegel sowie zusätzlich visuell mit Bino-Ansatz berechnet. Zitat:
" Zwischen den Kombinationen
Maksutov+ASI und
Maksutov+Zenitspiegel+ASI ergab sich der Faktor 1,23.
Viel interessanter für den visuellen Beobachter aber ist der Vergleich zwischen den Kombinationen
Maksutov+Zenitspiegel+ASI und
Maksutov+Zenitspiegel+Binoansatz+ASI. Hierbei kam der ebenfalls auf die zweite Stelle gerundete Faktor 1,20 heraus.
Hiermit ist dann auch bestätigt, dass die "scheinbar höhere Vergrösserung" beim binokular Beobachten an einem Maksutov Cassegrain systembedingt nicht nur scheinbar sondern real ist, nämlich um den Faktor 1,2-fach höher. Klingt vielleicht erstmal nicht sooo immens, schaut man sich das aber mal in Zahlen an, dann bedeutet das, dass aus z.B. 200-facher Vergösserung monokular am Mak 127/1500 plötzlich 240-fach werden, wenn man die gleichen Okulare nun am Maxbright Binoansatz verwendet. Schuld daran ist einzig und allein der Glasweg des Binoansatzes, der den Fokus viel weiter vom Sekundärspiegel des Maksutovs nach außen fordert, wodurch sich die Systembrennweite eben um diesen Faktor erhöht."
Hallo zusammen, seit ziemlich genau 3 Jahren besitze ich jetzt mein Skywatcher 127/1500 Maksutov Cassegrain und damals, als ich mich gedanklich mit der Anschaffung beschäftigte "entdeckte" ich beim Informieren über diesen Teleskoptyp, dass dieser im…
www.astrotreff.de
Mit der Vergrößerung ändert sich natürlich ebenfalls das Gesichtsfeld.
Im aktuellen Fall haben wir es mit einem Skywatcher Skymax 102/1300 zu tun, der ebenfalls über den HS scharfgestellt wird. Demzufolge ändert sich hier beim Einsatz des ZSpiegels ebenfalls die Brennweite - und damit auch die Vergrößerungen bzw. Gesichtsfelder der eingesetzten Okulare.
Noch was zum Übersichtsokular mit max. Gesichtsfeld bei 1.25"-Steckmaß. Ich benutze hier ein 26 mm Meade Plössl der Serie 5000 mit den o.g. 60° sGF. Das ist so ziemlich das größte GF, was man mit 1,25"-Steckmaß in den verschiedenen Teleskopen erreichen kann. Ein 32er Plössl mit max. Feldblende zeigt da sehr ähnliche Werte (um 50° sGF) bei etwas geringerer Vergrößerung und etwas mehr AP. Setze ich ein 40er Plössl ein - Feldblende bleibt gleich - verengt sich das sGF auf ca. 39°/40°, erzeugt also zunehmend den visuell unangenehmen Tunneleffekt. "Mehr Feld" ("tatsächliches GF") überblickt man so nicht, und auch die Detailerkennung bleibt im Grunde die gleiche wie beim 26er oder 32er Okular mit entsprechend etwas mehr sGF.
Seit kurzem habe ich ein chin. NoName 30 mm Plössl im Bestand, was eine große Feldblende besitzt, außerdem kommt demnächst noch eins von den günstigen 32 mm Celestron Omni Plössl bei mir an. Die werde ich ebenfalls noch gesichtsfeld-technisch untersuchen.
Edit:
Hier noch ein Beitrag aus dem CN-Forum:
"Actually the widest field of view in a 1.25" Eyepiece can be achieved with a 35MM Ultrascopic, 31 and 36 MM Baader Hyperion (with the 1.25" adapter). What these eyepieces do is have the field stop larger than the barrel housing (field stop is above the barrel housing). [...] What this causes is vignetting (darkening of the edges), but it will give you a larger FOV compared to a 32MM Plossl."