Wieder(Neu)einstieg in Astrofotografie

Schmiddi

Neues Mitglied
Guten Abend,

zu erst mal will ich mich kurz Vorstellen.
Ich bin 36 und heiße Yves.

Vor rund 10 Jahren habe ich von meiner Frau mein erstes Teleskop geschenkt bekommen (eins von den günstigen 76/700 auf einer EQ2) und war fasziniert und habe Stunden um Stunden auf dem Balkon zugebracht. Schnell kam dann auch das Interesse, das ganze auf Bild zu bannen. Mit einer Webcam und einer Canon EOS 1000D habe ich dann die ersten Schritte gemacht, aber ohne Nachführung wurde das alles nichts. Da kam dann ein gebrauchtes Vixen 130/650 auf einer motorisierten NEQ3-2 und mit der Nachführung wurde es dann auch etwas mit den Bildern.
Durch Studium, Umzug und neue Arbeit ist alles langsam in Vergessenheit geraten.

Neulich kam dann Interesse wieder auf, mit meiner neuen Kamera ein paar klare Nächte im Februar zu nutzen und Bilder zu machen.
Mit der Sony Alpha A6700 und dem Sony 70-350 Objektiv plus der NEQ3-2 kam dann M31 (87 min) und M42 (16 min) vor die Linse (siehe Anhang). Die Milchstraße habe ich letztes Jahr mit einem Weitwinkelobjektiv auch probiert. Mit der Bearbeitung selbst bin ich noch nicht so ganz zufrieden, aber finde es für die ersten Versuche ganz gut. Das Einarbeiten in Siril war dank Tutorials und Videos zum glück erstmal machbar.

Nun habe ich wieder Blut geleckt an der Astrofotografie und bin mit dem Setup erstmal fein, aber als ich dann sah wie pfiffig so ein ZWO Seestar ist, hatte ich erst überlegt so eins zu holen. Da ich aber ungern auf eine Brennweite etc. festgelegt sein möchte und ich auch bereits gelesen habe, dass die Qualität nicht so klasse sein soll möchte ich hier gern meine Ausrüstung erweitern/ersetzen. Daher schwebt mir im Kopf vor, ein ZWO Seestar nachzubauen für eigene Bedürfnisse. Mir gefällt die Mobilität und das smarte daran.
Mit entsprechendem Geld könnte man jetzt anfangen alles auf einmal neu zu kaufen, aber selbst wenn das Geld vorhanden wäre, ist das alles zu viel neues auf einmal um das mit Freude zu lernen.

Anforderungen an die Ausrüstung (ähnlich Seestar):
  • Grab 'n Go - Leicht verstaubar, schnell aufgebaut
  • Smart - Mit Telefon/Tablet bedienbar, Goto
  • Deepsky-Objekte (Mond und Sonne optional, keine Planeten)

Folgende Neuanschaffungen schweben mir hierfür vor (der Reihenfolge nach):
  1. Montierung
    • AZ-Montierung, die man auch in EQ-Mode betreiben kann
    • Für schnelle Einsätze bei Freunden, Urlaub oder auf dem Balkon im AZ-Modus ohne großes Polaralignment
    • Skywatcher AZ-GTI oder iOptron EQ/AZ)
  2. Optik
    • Ein kleiner APO z.B. das Askar FMA180 Pro
    • Auch interessant Omegon Pro Apo AP 61/360
    • Ansonst bin ich auch erstmal mit meinem Telezoom Objektiv für die Sony okay
  3. Kamera - hier bin ich vollkommen verloren und brauch dringend rat
    • Meine aktuelle Sony Alpha A6700 für den Anfang
    • Astromod für meine alte Canon EOS 1000 D - macht das überhaupt noch Sinn bei den Umbaukosten im Gegensatz zur dedizierten Astrokamera?
    • dedizierte Astrokamera - aber welche? Ich glaube ungekühlt wäre für den Start auch in Ordnung
  4. Computer
    • Asiair Mini oder Stellarmate
    • Für den Anfang Optional, da die Montierungen ihre eigene App mitbringen
    • Zwingend Notwendig bei dedizierte Astrokamera

Anhand der aufgelisteten Geräte seht ihr auch ca. das vorhandene Budget bzw. was ich willens bin auszugeben. (~500 Montierung, ~500 € Optik, ~300 - 500 € Kamera)
Würdet ihr diesen Fahrplan so unterstützen? Gibt es grobe Schnitzer? Macht die Kombination Sinn?

Ich weiß für Astrofotografie wird eher eine EQ-Montierung benötigt, da die Bildfelddrehung problematisch ist und hier auch nur kürzere Subs gemacht werden können. Ich habe auf Astrobin schon einige gute Bilder gesehen, die mit eben jenen Montierungen gemacht wurden (keine Info ob in AZ oder EQ betrieben). Für ausgedehntere Sessions, habe ich nach wie vor noch die NEQ3-2. Grundlegend soll die Ausrüstung erstmal dafür dienen möglichst spontan Bilder machen zu können und hier auch vor allem die Technik und die Nachbearbeitung weiter zu erlernen und zu verfeinern.

Ich hoffe der Post sprengt nun nicht den Rahmen und irgendwer macht sich überhaupt die Mühe hier zu antworten. Nach all meiner Recherche sind leider noch offene Fragen und ich hatte nichts passendes im Forum finden könne.

Ich freue mich Teil der Community zu werden.

Viele Grüße und Clear Skies
Yves
 

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Servus Yves,

erstmal: schöne Bilder! Da sieht man, dass da schonmal Grundlagen da sind :)

Bei der Montierung würd ich statt der AZ-Gti von Skywatcher eher die Star Adventurer GTi nehmen, das ist eine EQ-Monti, die du für die Fotografie brauchst.


Beim Teleskop (und Zubehör) muss man halt dann bei so einer kleinen Montierung aufs Gewicht schauen, nicht das die an ihre Grenzen kommt, und was du fotografieren willst. Mit deinen vorgeschlagenen Brennweiten gehen halt "nur" Widefieldobjekte. Hier aber am besten noch etwas auf Astrobin stöbern, was dir da zusagt.

Kamera: die 1000D würd ich nicht mehr modden, eher dann nochmal eine bereits modifizierte Gebraucht kaufen, da würd ich dir aber aus eigener Erfahrung eine DSLR mit Klappdisplay empfehlen.

Computer: ASIAir bist du halt an ZWO-Produkte gebunden, Stellarmate ist mMn ein teuerer Raspi. Da empfehl ich dir eher, dass du dir einen Rapsi holst und das Astroberry-Image draufspielst bzw. dir den selber mit dementsprechender Software aufsetzt oder, wenns Windows sein soll, einen Mele Quieter.

Grüße
Mathias
 
Guten Abend Yves,

willkommen im Forum.

Daher schwebt mir im Kopf vor, ein ZWO Seestar nachzubauen für eigene Bedürfnisse.
hier dreht es sich um EAA. Kurze Belichtungszeiten mit direktem stacken der einzelnen Frames, live-stacking.
Sagen wir mal so, zuerst waren die selbstaufgebastelten Systeme für EAA da. Dann kamen die Smart-Scopes raus.
Das nach zu bauen, wie das S50 oder andere Kollegen in der Preisklasse, ist für den Preis wofür diese Teile zu beklommen sind m.E. kaum möglich.

Jetzt würde interessieren, ob Du in den kurzen Belichtungszeiten oder doch lieber in die langen Belichtungszeiten gehst.
 
man kann auch nur das OS für den RPi anschaffen und das auf einen vorhandenen RPi 4 / 5 drauf schubsen.
Interessanter ist StellarMate X. Das läuft auf AMD/Intel Prozessoren und somit auch auf Mini-PC oder Notebook. Man muss also nicht zwingend die Schachteln kaufen die von StellarMate angeboten werden.

wird, so weit ich weiß, kaum noch weiter gepflegt.
 
Hallo Yves,
schau Dir mal dieses neue Video von Nico Carver an. Die Kombination aus QHY miniCAM8, dem Askar FMA180 pro und der Star Adventurer GTi klingt nach einer Kombination, die Dir gefallen könnte.
LG Wolfgang
 
Den kannte ich noch gar nicht. Schaut mir aber auch verdächtig nach dem Mele Quieter aus, noch dazu der 2er, der ja auch schon älter ist. Quieter 2 / Quieter 4c

Aber man hätte halt ein fertiges Image, dass man aufspielt und gut is.. ich versteh den Reiz da schon etwas.

Jo, Astroberry wird nicht mehr großartig weiterentwickelt, aber als Grundgerüst finds ich tatsächlich ganz gut und ich komm damit gut zurecht. Never touch a running system, oder so :D
 
Aber man hätte halt ein fertiges Image, dass man aufspielt und gut is.. ich versteh den Reiz da schon etwas.
wer so gar nicht mit Linux klar kommt, das ganze eben selbst drauf zu basteln, egal ob auf einem RPi oder eben auf ein Notebook oder Mini-PC, ist m.E. gut bedient mit der X-Variante. Einfach update klicken und alles neue wird drauf gedröselt. Sowohl für das System selbst, als auch für die App auf dem Tablet.
Scho praktisch ;).
Ich persönlich mag die Bedienung über mobile Endgeräte so gar nicht, ein Graus für mich. Deshalb alles selbst zusammen gebastelt.
Remote dann von Notebook zu Notebook.
 
Hallo Yves,

Du bist durch eigene Recherche schon auf einem guten Weg. Den Askar FMA 180 Pro kann ich sehr empfehlen,genau wie die Skywatcher Staradventurer GTI. Ich hatte auch die AZ GTI und kann dir nur raten, die SA GTI zu nehmen, da hast du länger etwas von. Als Kamera empfehle ich Dir die Asi 585mc von ZWO. Die passt dann auch zur AsiAir, die ich dir ebenfalls sehr empfehle, gerade für den Neueinsteiger extrem hilfreich. Seit kurzem gibt es etwas ähnliches von Touptek, die Stellavita. Diese ist aber noch nicht so ausgereift wie die AsiAir, dafür unterstützt sie mehrere Kamerahersteller. Vom Stellarmate hört man nicht viel Gutes, die Bedienung soll sehr umständlich sein. Sowohl Asiair als auch Stellavita lassen sich über Handy oder Tablet steuern, mir gefallen diese Konzepte sehr gut, das muss aber jeder für sich entscheiden.

Viel Erfolg, bei weiteren Fragen melde Dich.

LG Olaf
 
Hi Yves,

willkommen in unsere Selbsthilfegruppe für wettergeplagte Hobbyfotografen (ich hoffe, du hast eine hohe Frustrationstoleranz ;))

1) Beim Fotografieren wird es auf eine EQ Montierung hinauslaufen. Ich weiß nicht, ob Alt-Az dann Sinn macht. Wenn's aber unbedingt Alt-Az sein muss, dann wäre die Star Adventurer Az GTi eine Lösung. Passt in's Budget und lässt sich in beiden Modi bedienen.

2) "Ohne großes Polaralignment" wird schwierig. Brauchst du für die Fotografie zwingend. Wenn du das nicht machen willst, bleibt nur ein Smartscope (Seestar)

3) Bei den Kameras bleib ruhig erstmal bei dem, was du hast. Ein Umbau wäre immer noch günstiger als eine neue Cam. Wenn alles für dich passt, dann kommen die Astrokameras später von allein hinzu.

4) Optik: Wenn es auf die Az GTi soll oder die "normale" GTi, die Mathias oben verlinkt hat, dann hast du max 5 kg Tragkraft, fotografisch aber eher weniger. Hier kommt es also auf's Gewicht an. Ich mag den Redcat 51 von William Optics sehr gerne, der liegt aber etwas über Budget. Man kann aber auch mal auf dem Gebrauchtmarkt schauen. Es gibt mittlerweile eine neue Version von dem Teleskop, so das man doch des öfteren mal eine ältere Variante in der Bucht sieht

5) Steuerung: Von Stellarmate würde ich abraten. Das Teil ist einfach nicht ausgereift. Soweit ich weiß, ist das mehr oder weniger einen One-Man-Show, so dass da auch nur sporadisch nachgebessert wird. Ich bin bekennender Fan der ASIair. Ja, du wirst dich auf Equipment von ZWO festlegen müssen. Aber deine Spiegelreflexkamera wird unterstützt (bei der Sony müsstest du noch mal nachschauen auf der Seite von ZWO), genau wie fremde Montierungen. Für den Anfang brauchst du wahrscheinlich keinen elektronischen Fokusser. Das einzige wäre dann eine Guidingcam, die von ZWO sein muss. Die Vorteile sind aber, dass man sich eben nicht mit irgendwelchen Treibern oder Kompatibilität rumplagen muss. Das Teil ist Plug & Play - einfacher geht es für den Start nicht! Das spart gerade am Anfang sehr viel Frust und das sollte man nicht unterschätzen.

StellaVita wäre eine Alternative. Aber dort wäre (noch) keine DSLRs unterstützt. Soll aber noch kommen. StellaVita ist allerdings relativ neu am Markt. Daher gibt es bezüglich Performance noch wenig Feedback aus der Community.

Ansonsten bliebe noch N.I.N.A. über Windows. Eine sehr mächtige Software, für mich persönlich wäre das am Anfang aber zuviel des Guten, dh etwas zu kompliziert. Und du schreibst ja selbst, es soll schnell einsetzbar sein.

CS,
Ulrike
 
Hallo Ulrike,

Soweit ich weiß, ist das mehr oder weniger einen One-Man-Show
ob das eine One-Man-Show ist, wage ich sehr zu bezweifeln. Dahinter steck Ikarus Technologies.
Da verwechselst Du das wohl mit Astroberry, was ich allerdings auch nicht als One-Man-Show bezeichnen würde.
Nur weil da kein großer Name wie ZWO und deren finanzieller Background dahinter steht, muss das in keiner Weise schlecht sein.

bei Stellarmate sitzt ein aktuelles Kubuntu (eine weitere Distribution von Ubuntu) drunter. Somit werden in regelmäßigen Abständen, wie es bei Linux üblich ist, Updates geliefert. Dies gilt sowohl für das System, egal ob es auf einem RPi oder einem Mini-PC/Notebook läuft, als auch für die App für mobile Endgeräte.

Die Systematik, die da hinter steht, ist die gleiche. Kleine Schachtel mit vorgefertigter und vorinstallierter Software die über eine App, da Eigenentwicklung, auf einem mobilen Endgerät bedient/gesteuert wird. Fertig.

Was man bemängeln könnte, ist, dass man sich das alles selbst auf einem Mini-PC/Notebook oder RPi aufsetzten kann und sich somit die einmaligen Kosten von 59,- € für das reine OS sparen kann. Aber wie oben schon von mir erwähnt, für jemanden der so gar nicht mit Linux klar kommt, aus welchen Gründen auch immer, sicherlich eine Alternative.

Bei ZWO sitzt auch ein Linux drunter. Man kann leider nicht in Erfahrung bringen welches. Ich kann da nur von einem bei mir vorhandenen uralt Image einer Asi Air ausgehen. Aber auch da ist nicht ersichtlich welches. Wird sich aber grundlegend sicherlich nichts dran geändert haben.

Wer sich jetzt wie, wo, was ... anschafft, mei, muss jeder selbst wissen mit was er am Besten fährt.
Ich persönlich habe nichts für diese kleinen Schachteln übrig, aus verschiedenen Gründen. Ebenso sagt mir das getappse auf den mobilen Endgeräte in keinster Weise zu.
Also, selbst auf basteln.
Ob ich da jetzt besser oder schlechter mit fahre ... ... ...
 
Hallo Ulrike,


ob das eine One-Man-Show ist, wage ich sehr zu bezweifeln. Dahinter steck Ikarus Technologies.
Da verwechselst Du das wohl mit Astroberry, was ich allerdings auch nicht als One-Man-Show bezeichnen würde.
Nur weil da kein großer Name wie ZWO und deren finanzieller Background dahinter steht, muss das in keiner Weise schlecht sein.
Nee, ich verwechsle das nicht. Mir fällt nur der Name des Inhabers gerade nicht ein. Jasem irgendwas... müsste ich mal nachschauen. Mir geht es auch nicht darum, ob der Name "groß" ist. Selbst ZWO ist keine Riesenfirma. Aber dass Stellarmate bisher keinen großen Anklang gefunden hat in der Community, hat seine Gründe. Ich habe es ja selbst ausprobiert und nie vernünftig zum Laufen bekommen. Das ist meine persönliche Erfahrung und viele andere berichten dasselbe. Was natürlich nicht bedeutet, dass es nicht auch Leute gibt, die damit vernünftig arbeiten können.

Die Systematik, die da hinter steht, ist die gleiche. Kleine Schachtel mit vorgefertigter und vorinstallierter Software die über eine App, da Eigenentwicklung, auf einem mobilen Endgerät bedient/gesteuert wird. Fertig.
Daran scheint es ja zu mangeln. Die vorinstallierte Software funktioniert nicht richtig.

Aber ja, muss am Ende jeder für sich selbst wissen. Ich kann auch nur meine Erfahrungen wiedergeben. Und welche Bedienung man vorzieht, ist ebenfalls Geschmackssache. Ich hatte nur aufgrund des ersten Posts den Eindruck, der TE möchte es für den Anfang möglichst einfach handhaben. Daher meine Empfehlung für die ASIair.

VG,

Ulrike
 
Ich würde mir auch die SA GTI holen, dazu das genannte Askar 180 und dann mal schauen, ob die vorhandene Sony Cam von der ASIair unterstützt wird. Wenn ja, dann klar zu ner ASIair greifen (ggfs. Mini um Geld zu sparen). Wenn das dann alles mal läuft, wäre der nächste konsequente Schritt eine gebrauchte ASI533MC Pro oder die bereits genannte ASI585MC Pro. Hast du einmal mit so einer gekühlten Astrocam gearbeitet, willst du nicht mehr zur DSLM zurück! Spar dir also das Geld für den Umbau...
Was THEORETISCH, wenn es dir nicht eilt, auch noch ne Idee wäre: ZWO hat eine ASI585 MC Air angekündigt! Damit hättest du dann Cam, ASIair und Guiding in einem! Vermutlich dürfte der Preis recht akzeptabel werden. Hat dann halt den großen Vorteil, dass du dir später noch ein 80er APO holen könntest, welches die SA GTI locker trägt, und dich dann aber nicht auch noch ums Guiding kümmern musst.
Daher:
Jetzt erstmal das Askar 180 und die SA GTI holen! Dann mach dich mal bzgl. der ASIAir schlau, wobei aktuell die 6700 noch nicht gelistet ist. Aber wer weiss... Und später dann, oder eben gleich, noch nen Schritt weiter gehen mit ner gekühlten Cam.
 
Guten Abend Zusammen und vielen Dank für die Zahlreichen Meinungen.

Ich hätte ahnen können, dass die Meinungen weg von den AZ Montierungen gehen und hin zur Skywatcher SA GTI.
Die hatte ich bei meinen Recherchen natürlich auch betrachtet. Ja sie wäre hierfür natürlich die optimale kleine EQ.

Meiner Meinung nach, könnte ich dann vorerst auch bei meiner NEQ3-2 bleiben. Mein Problem ist aber auch hier, dass ich beim Fotografieren vom Balkon mit der SA GTI auch kein Polar alignment hinbekommen, da ich einen Südbalkon habe. Daher der ursprüngliche Gedanke mit einer AZ zu arbeiten, die man im Feld aber auch in EQ betreiben kann.

Kann man die SA GTI auch grob nach Norden ausrichten (Kompass) und dann mit der App/Asiair ein Alignment durchführen und die Montierung führt trotzdem ordentlich nach (zumindest um Sinnvolle Belichtungszeiten zu erhalten)?? Dann wäre natürlich das für mich ein starkes Argument für die SA GTI.

Ich weiß, EQ ist das einzig wahre zum Fotografieren, aber wie bekommt dann die Seestar das hin? Klappt ja auch mit soweit akzeptablen Ergebnissen.

Jetzt würde interessieren, ob Du in den kurzen Belichtungszeiten oder doch lieber in die langen Belichtungszeiten gehst.
Soweit ich das erlesen habe, ist es am Ende doch recht egal oder? Hauptsache die Gesamtbelichtungszeit zählt oder gibt es dann doch sehr starke Vorteile für längere Belichtungs-Subs?
Auf der NEQ3-2 hab ich bei 350mm Brennweite 60s Subs hinbekommen.
Bei der DLSM hat man bei vielen Bildern eben irgendwann den Verschleiß zu beachten vom Shutter.

Zum Thema Computer, wird es wohl ZWO werden, da laut Recherchen und auch eurer Meinung nach das ein runderes Konzept ist. Mit einem Mini PC/Laptop und NINA möchte ich mich erstmal nicht ins Feld setzen. Ich glaube auch das das Tool für den Anfang etwas erschlagen wirkt.
Ich hab kein Problem mich auf ein Hersteller einzuschießen, eine ZWO Kamera hatte ich dann auch schon überlegt.

Die Sony A6700 hat nicht mehr diesen Klinkestecker, wie andere Kameras für einen Fernauslöser. Das geht aktuell über Bluetooth, weiß nicht ob auch WiFi funktioniert. Aber da wird das einbinden in Asiair wohl noch etwas komplizierter. Hab ja auch noch die A6600, die wird scheinbar unterstützt.

Freut mich zumindest schon mal, das wir auf einer Wellenlänge bei der Optik sind und das Askar FMA180 Pro eine gute Wahl ist.

Hallo Yves,
schau Dir mal dieses neue Video von Nico Carver an. Die Kombination aus QHY miniCAM8, dem Askar FMA180 pro und der Star Adventurer GTi klingt nach einer Kombination, die Dir gefallen könnte.
LG Wolfgang
Dem Nico Carver hab ich schon die Wahl zum Askar zu verdanken :)

ZWO scheint an einem S70 mit besserem Sensor zu arbeiten. Darauf warten?
CS Thomas
Ich hatte mich unter anderem auch gegen ein Seestar entschieden, da ich Dinge gern selber nach eigenen Wünschen Zusammenbau und individualisieren möchte. Ich möchte am Ende das ausgedruckte Sternenbild an der Wand hängen habe und stolz sagen können: DAS habe ICH gemacht!

Wie sieht das eigentlich bei euch aus, druckt ihr eure Bilder aus oder verstauben die Daten auf den Festplatten?

Viele Grüße
Yves
 
N'abend Yves,

Soweit ich das erlesen habe, ist es am Ende doch recht egal oder? Hauptsache die Gesamtbelichtungszeit zählt oder gibt es dann doch sehr starke Vorteile für längere Belichtungs-Subs?
Auf der NEQ3-2 hab ich bei 350mm Brennweite 60s Subs hinbekommen.
Bei der DLSM hat man bei vielen Bildern eben irgendwann den Verschleiß zu beachten vom Shutter.
der Ansatz beim EAA ist ein anderer als bei der klassischen Astrofotografie.
Beim EAA sehe ich quasi live zu, deshalb live-stacking, wie sich das Bild aufbaut und mit der Zeit immer besser wird. Die Belichtungszeiten der Einzel-Frames liegt irgendwo zwischen 2 bis 60 Sekunden. Wie lang Du dann insgesamt belichtest, nun, ist abhängig davon wann es Dir gefällt. Aber auch vom Objekt und den lokalen Bedingungen. Dann kannst Du das Ergebnis abspeichern und wenn Du magst auch weiter bearbeiten. Es besteht auch die Möglichkeit die Einzel-Frames abzuspeichern und dann wie in der klassischen Astrofotografie weiter bearbeiten. Stacken, ... ... ....
Insgesamt eine andere Art der Astrofotografie.
Der Equipment Einsatz ist auch geringer. Es muss nicht unbedingt eine EQ Montierung sein, Guiding ist auch nicht zwingend nötig. Teleskope halt Apo, Newton, SC.

EAA, Video-Astronomie, ...
A Beginner's Guide to Choosing Equipment for Deep-Sky Electronically-Assisted Astronomy (EAA)
Mittlerweile gibt es auch ein Buch:
A Beginner’s Guide to Electronically Assisted Astronomy (EAA)

Das mit dem Shutter ist wohl so, deshalb werden Astrokameras bevorzugt.

Das ganze funktioniert auch mit der AsiAir, StellarMate, oder eben selbst aufgebastelt. Was man halt bevorzugt.
So funktionieren auch SeeStar und Kollegen. Da ist halt alles schick in einem Gehäuse verpackt. Die Dinger machen halt alles selbstständig. Einschalten, Objekt wählen und los. Knapp ausgedrückt.
Mir sagt das nicht so zu. Es macht mehr Spaß über die Software SharpCap mit deren Möglichkeiten (reichlich vorhanden) jeder Zeit eingreifen zu können.

02_SharpCap_neue_Kataloge_Bildschirmfoto_2024-08-17_19-14-53.png


iOptron AZ Pro, 150/750 PDS Newton, svBony 705c (IMX 585), SharpCap, W11
M66_Bildschirmfoto_2025-03-05_22-45-40.jpg


Ich weiß, EQ ist das einzig wahre zum Fotografieren, aber wie bekommt dann die Seestar das hin? Klappt ja auch mit soweit akzeptablen Ergebnissen.
so weit ich weiß wird da die Gesichtsfelddrehung raus gerechnet. Aber da wissen die SeeStar-Besitzer sicherlich mehr.

P.S.
falls Dich EAA interessiert, schau mal im Unterforum EAA. Da ist auch SeeStar vertreten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit der ASIair kann man auch Richtung Südhimmel „einnorden“! Ab 2:35 wird’s gezeigt!
 
Guten Morgen zusammen,

In Alt Az bekommt die Seestar die Bildfelddrehung nur im Mosaik Modus unter Kontrolle, indem sie viele Belichtungen um das Objekt herum schießt.
wenn ich das mit den Mosaiken richtig verstanden habe, wird diese Methode ja angewendet, wenn ich große Objekte nicht insgesamt ablichten kann. Dann mache ich mehrere Aufnahmen, die sich zum Teil überlappen und setzte diese dann zusammen. Wie ein Mosaik eben.
Stellt sich mir die Frage, wie soll die Kamera im Seestar S50, während sie das Objekt mit kurzen Belichtungszeiten ablichtet und dann gleich stackt, viele Belichtungen um das Objekt herum machen?

Meines Erachtens ist es ja die Methode des Live-Stacking/EAA mit kürzeren Belichtungszeiten, dem Live-Stacking und dem raus rechnen der Drehung. Dazu käme dann ja noch das Plate-Solven.
Das ganze wird sicherlich Grenzen haben.

Da ist dann jetzt aber auch die Frage, was ist eine kürzere oder längere Belichtungszeit in den Einzelframes :unsure:?
Zwei bis zehn Sekunden kann man sicherlich getrost unter kürzere einordnen.
Dreißig, sechzig, zwei Minuten, drei Minuten, mag dann für den ein oder anderen lang erscheinen, wenn er auf den nächsten Stack wartet :unsure:.

P.S.
So meine Gedanken dazu.
Wie die S50 das jetzt genau macht, habe ich leider nicht gefunden. OK, hab auch nur zwei Quellen einer Produktbeschreibung angeschaut. Sicherlich auch nicht die beste Informationsquelle ;).
 
Zuletzt bearbeitet:
Meiner Meinung nach, könnte ich dann vorerst auch bei meiner NEQ3-2 bleiben. Mein Problem ist aber auch hier, dass ich beim Fotografieren vom Balkon mit der SA GTI auch kein Polar alignment hinbekommen, da ich einen Südbalkon habe. Daher der ursprüngliche Gedanke mit einer AZ zu arbeiten, die man im Feld aber auch in EQ betreiben kann.

Kann man die SA GTI auch grob nach Norden ausrichten (Kompass) und dann mit der App/Asiair ein Alignment durchführen und die Montierung führt trotzdem ordentlich nach (zumindest um Sinnvolle Belichtungszeiten zu erhalten)?? Dann wäre natürlich das für mich ein starkes Argument für die SA GTI.
Hi Yves,

mit der ASIair kannst du im All Sky Polar Alignment das PA auch durchführen, wenn du keinen freien Blick auf Polaris hast.

EAA ist ein anderer Ansatz als die klassische Fotografie. Das ist eher eine elektronisch unterstützte Beobachtung, dh durch die Elektronik wird die Beobachtung mit dem nackten Auge quasi etwas "optimiert", indem sich live am Computer ein Bild aufbaut. Aber wie so oft sind die Grenzen hier auch fließend.

CS,
Ulrike
 
Guten Abend,

Also ich glaube hier wurde eine Tatsache missverstanden. Ich möchte nicht wie beim Seestar, dass die Bilder automatisch gestackt werden und ich mir das Live anschaue kann.
Ich möchte fotografieren und dann selber am heimischen Rechner stacken und bearbeiten und  kein EAA.

iOptron AZ Pro, 150/750 PDS Newton, svBony 705c (IMX 585), SharpCap, W11
Du fotografierst doch auch mit einer AZ Montierung. Wie sind denn deine Erfahrungen damit?

Die Bildfelddrehung im AZ sollte Autostakker bzw. SIRIL ja eigentlich von allein zurechtschneiden, in dem er die einzelnen Subs zurecht dreht und dann übereinander legt. Damit bleiben dann Ränder die weggeschnitten werden müssen in der Nachbearbeitung. So mein Verständnis.
Hier gut zu sehen Da wird auch gleich diskutiert, warum EQ zu bevorzugen ist.
Der Fakt ist mir ja bewusst, aber man kann die AZs ja auch in EQ betreiben, falls man das möchte.

Mit der ASIair kann man auch Richtung Südhimmel „einnorden“! Ab 2:35 wird’s gezeigt!

mit der ASIair kannst du im All Sky Polar Alignment das PA auch durchführen, wenn du keinen freien Blick auf Polaris hast.

Danke ihr Zwei, das würde dann auch die Wahl Richtung SA GTI schieben.
Was aber das Budget gleich doppelt belastet (teureren Montierung und zusätzlich die Asiair direkt notwendig).

Viele Grüße und CS
Yves
 
N'abend auch,

Du fotografierst doch auch mit einer AZ Montierung. Wie sind denn deine Erfahrungen damit?
ich betreibe nach wie vor EAA.
Ich stoppe den Live-Stack wenn mir das Ergebnis genügt. Dann speichere ich das ab.
Zwischendurch speichere ich auch mal Zwischenergebnisse ab.
Nachbearbeitung so gut wie gar nicht.

Irgendwann kommt die Bildfelddrehung halt zum Tragen.
Kann zum Teil von SharpCap über die Alignment-Funktion abgefangen werden.
Weitere Möglichkeit die Belichtungszeit der Einzelframes zwischen 5 bis 10, 15 Sekunden halten.
Man kann auch, was ich gelegentlich mache, den Stack pausieren und dann plate-solven und den Stack wieder aufsetzen.
In SharpCap hat man mehrere Kontrollmöglichkeiten, Drift z.B. .

Ob Siril oder Autostakker das können weiß ich nicht.
DeepSkyStacker (DSS) und PixInsight können das, so weit ich weiß.

aber man kann die AZs ja auch in EQ betreiben
geht nicht mit jeder.
Es gibt die AZ/EQ 5 und AZ/EQ 6 von Sky Watcher, die kann man in beiden Modi betreiben. Gibt sicherlich noch andere Hersteller.
Bei manchen kann man eine Polhöhenwiege dazwischen klemmen. Muss man sich halt informieren.
Meine iOptron geht nur AZ.

die Spuren von Satelliten kann SharpCap über eine Funktion raus rechnen. Habe ich noch nicht ausprobiert.
 
Grad mal nach geschaut, iOptron hat zwar eine Polhöhenwiege aber nicht für meine AZ.
 
Okay, irgendwie versteh ich das Thema EAA noch nicht so ganz.
Am Ende des Tages hast du ein Bild mit x Minutem Belichtungszeit, was durch den Computer während der Belichtungszeit direkt gestackt wird und dir angezeigt wird und evtl schon gestretcht und evtl. Farblich aufgehübscht ist oder?

Schlussendlich ist es doch der gleiche Prozess wie normales Fotografieren, stacken (nach dem Fotografieren eigenständig am PC) und bearbeiten.

D.h. mit Bildfelddrehung hast du auch zu Kämpfen (wegen der AZ Montierung) und dein 2h Bild sollte vom Ausschnitt kleiner sein, als ein einzelnes 10s Sub?
 
Okay, irgendwie versteh ich das Thema EAA noch nicht so ganz.
Am Ende des Tages hast du ein Bild mit x Minutem Belichtungszeit, was durch den Computer während der Belichtungszeit direkt gestackt wird und dir angezeigt wird und evtl schon gestretcht und evtl. Farblich aufgehübscht ist oder?
so siehts aus. Stretchen kann man automatisch oder eben manuell. Farbe kannst Du auch während dessen "manipulieren".

Schlussendlich ist es doch der gleiche Prozess wie normales Fotografieren, stacken (nach dem Fotografieren eigenständig am PC) und bearbeiten.
EAA ist Live-Beobachtung mit einer Kamera. Das macht für mich den Reiz aus. Es ist halt mehr zu "sehen" als rein visuell und eben auch in Farbe.
Der Übergang zur Astrofotografie ist fließend.
Mir ist das ganze Gedöns mit Guding, EQ, Nachbearbeitung ... ... ... alles zu viel.
Ich stell mein iOptron hin, schalte ein, die initialisiert sich mittels GPS, fährt automatisch ein Alignment Objekt an, ich zentriere in SharpCap das Bild, fokussiere - mal mit mal ohne Bathinov - , fertig ist die Laube.
In Stellarium schauen was mich interessieren könnte, lasse das Objekt im Katalog für die GoTo-Funktion von SharpCap suchen, klick auf GoTo, summ summ brumm brumm (höre ich zwar nicht, sitze ja drinnen ;)), Objekt auf dem Bildschirm, evtl. platesolven ob es passt, live-stack starten und gucken was sich da entwickelt. Bin ich zufrieden, abspeichern, nächstes Objekt, selbe Prozedur. Evtl. Anpassung von Belichtungszeit, gain, manuelles stretchen, Farbe.

so lange belichte ich nicht. Höchste der Gefühle war mal 1,5 Stunden.
 
Hallo Schmiddi,

als fast Namensvetter begrüße ich dich herzlich hier im Forum!

Zu deinen fotografischen Aktivitäten mit moderner Technik kann ich eher nicht beitragen; ich bin nämlich noch von ganz früher und meine Stärken liegen eher im Umgang mit Low Tech und altem Geraffel.

Allzeit CS und gute Wünsche Gerhard (Schmitti)
 
Hallo Schmiddi,

als fast Namensvetter begrüße ich dich herzlich hier im Forum!

Hallo Schmitti, vielen Dank :)
Und da merkt man mal wieder, das der Spruch meiner Frau stimmt: Schmidt ist kein Name sondern ein Sammelbegriff :D

Aber low tech und altes geraffel hat natürlich auch sein Charme.


EAA ist Live-Beobachtung mit einer Kamera. Das macht für mich den Reiz aus. Es ist halt mehr zu "sehen" als rein visuell und eben auch in Farbe.
Der Übergang zur Astrofotografie ist fließend.
Mir ist das ganze Gedöns mit Guding, EQ, Nachbearbeitung ... ... ... alles zu viel.
Okay, das klingt auch interessant, aber ja es gibt dennoch einige parallelen, nur dass die Bilderstellung bei dir automatischer abläuft.
 
Hallo Yves,

Okay, das klingt auch interessant, aber ja es gibt dennoch einige parallelen, nur dass die Bilderstellung bei dir automatischer abläuft.
ich bin ja nicht der Einzige der EAA betreibt ;).
Ich kenne mich jetzt nicht so genau aus in den Abläufen der klassischen Astrofotografie. Die EAA-Software (sag ich jetzt mal so), ob nun SharpCap oder N.I.N.A. für Windows oder AstroDMx oder CCDciel für Linux, fassen zwei, drei Schritte zusammen und ich bekomme ein Ergebnis. Relativ zeitnah. Dennoch hat man ja die Möglichkeit der Software zu sagen mir dieses oder jenes noch abzuspeichern, damit man es dann wie in der klassischen Astrofotografie weiter behandeln kann.
Wie geschrieben, die Übergänge sind fließend.

Letztendlich sollte jeder die Beobachtende-Astronomie so betreiben wie er es möchte.
Rein visuell mit dem Auge am Okular.
Mittels EAA und da unterstützt mit einer Kamera.
Mit der klassischen Astrofotografie
oder eben auch
mit einem Smart-Scope.
Ich bevorzuge halt EAA, zu anfangs mit dem Weg über die visuelle Beobachtung.
Das taugt mir, macht Spaß und ich erreiche das was ich möchte.

Es ist doch klasse welche Möglichkeiten man hat, um zu beobachten. Und man kann obendrein noch das ein oder andere kombinieren.
 
Guten Morgen,

Hier noch mal zur Unterscheidung von EAA und Astrofotografie:

- Bei EAA machst Du ausschließlich Livestacking und bearbeitest den dann fertigen Livestack weiter oder auch nicht. Bei EAA geht es um das Live-Beobachten, aber nicht durch ein Okular, sondern durch die Kamera.

- Bei EAA reichen kurzbelichtete Einzelbilder, daher braucht man dafür kein Guiding und es reicht eine AZ-Montierung. Letztere hat den Nachteil der Bildfelddrehung, je nach Höhe des Objektes, daher sind die Endergebnisse unschön, man muss viel wegschneiden, wenn man die Bilder hinterher als „schöne Bilder“ behalten, vorzeigen oder gar aufhängen will.

- Ich habe mir sagen lassen, dass ich inzwischen kein EAA mehr mache, obwohl sich mein Workflow kaum geändert hat. Ich beobachte nach wie vor live, wenn ich das Teleskop rausstelle, mache Livestacks, aber ich speichere zusätzlich die Einzelframes ab und bearbeite die nachträglich in einer Software, ich stacke die Bilder neu und bearbeite dann weiter. Den Livestack nutze ich nur zur Kontrolle, dass die Aufnahme funktioniert. Dabei kann ich dann den Fortschritt des Bildes erkennen. Außerdem mache ich nicht alles nur Remote vom Sofa aus, sondern orientiere mich vor jeder Session am Himmel, schaue, wo die Objekte liegen, was in der Nähe davon liegt, und lege dann los. Wenn alles läuft, bleibe ich entweder neben dem Teleskop sitzen, im Winter gehe ich aber natürlich dann rein und lasse die Technik ihren Job machen. Ich nehme aber nie über Nacht auf und gehe schlafen, während das Teleskop arbeitet. Damit verschenke ich zwar Aufnahmezeit, aber dann müsste ich vorher einen Plan in der Aufnahmesoftware erstellen und könnte nicht live beobachten. Das aber nur am Rande. Die Übergänge sind fließend. Ich mache live EAA, aber meine Endergebnisse sind klassische Astrofotografie, es kommt also auf die Art der Weiterverarbeitung an. Für mich war das immer Astrofotografie, was ich mache, nur die Ambition hat sich geändert.

- Bei der klassischen Fotografie werden nur die Einzelframes gestackt und bearbeitet, es wird nicht live durch die Kamera beobachtet. Hier benutzt man daher länger belichtete Einzelframes. Ich mache meine EAA aber inzwischen auch mit Einzelframes von 120 oder 180 Sekunden, damit die Datenmenge zum Stacken nicht zu groß wird. Man bekommt eben weniger Einzel-Bilder als mit 30 oder 60 Sekunden Einzelframes, was die Datenmenge entsprechend reduziert. Bei Livestacking ohne Speichern der Einzelframes spielt das hingegen keine Rolle. Bei Einzelbelichtung über 60 Sekunden braucht man aber Guiding, wenn man auf Runde Sterne Wert legt.

LG Olaf
 
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