Wieder(Neu)einstieg in Astrofotografie

Bei der klassischen Fotografie werden nur die Einzelframes gestackt und bearbeitet, es wird nicht live durch die Kamera beobachtet.
Und man kann sich im Prinzip derweil ins Bett legen und morgens schauen, was rausgekommen ist.

Die Steuersoftware fährt das Objekt an, macht Platesolving und zentriert es, läuft eine vorgegebene Sequenz von Aufnahmen durch und fährt das Setup am Ende zurück in die Parkstellung. Wenn man einen Fokusmotor und/oder Rotator hat, stellt es auch automatisch scharf und rotiert den Bildausschnitt wie man ihn gerne hätte.

Gerade in den Monaten mit Sommerzeit finde ich das super komfortabel, wenn es mal unter der Woche schön ist...was ja rein statistisch 5/7 aller klaren Nächte betrifft.

Falls noch niemand etwas zu einer dezidierten Astrokamera gesagt hat...optimal ist natürlich ein großer Chip ähnlich wie bei deinen Systemkameras. Die Bilder eines größeren Chips kannst du dir relativ groß anschauen. Auch mit ordentlich Brennweite. Die kleineren Chips wie die mit IMX585 oder IMX533 sind eher etwas für kleinere Brennweiten. Bei größeren Brennweite erreicht man dann einfach nicht mehr die Schärfe um sich das in dem kleinen Format z.B. auf einem großen Bildschirm fullscreen anschauen zu wollen. Eine Aufnahme mit einem APS-C Chip wirkt z.B. auch bei 1m Brennweite noch auf einem Meter Diagonale betrachte scharf. Mit einem IMX533 erreicht man nur etwa die Hälfte. Vollformat kann man sich bis ca. 1,5m Diagonale noch gut anschauen. Wenn dir der halbe Meter reicht, spricht nichts gegen einen kleinen Chip. Mit 300 400mm Brennweite kann man sich das dann auch bis 1m Diagonale anschauen. Der Grund ist einfach die Luftunruhe. Bei größeren Brennweiten kommt das irgendwann zum Tragen. Bei kleineren Brennweiten limitiert eher das Sampling der Kamera, also die Pixelgröße.

Im Prinzip könnte man hergehen und kleine Brennweiten mit kleinem Chip nutzen. Das liefert den selben Himmelsausschnitt wie mit großen Brennweiten und großen Chips. Allerdings ist natürlich bei den kleinen Brennweiten irgendwann die Auflösung nicht mehr so gut. Das wird durch die Pixelgröße limitiert und ab so 80mm Öffnung abwärts zunehmen auch von der Öffnung.

Ungekühlt gibt es eher nur die kleineren Chips. Die oben genannten sind für Deepsky sind die besten Formate. Bei einer gekühlten sind Kameras mit dem IMX571 im APS-C Format aktuell der Standard. Die größeren werden dann schnell sehr teuer. Kühlung ist bei den aktuellen Chips nicht mehr so wichtig. Früher hatten die Sensoren starkes thermisches Signal und Verstärkerglühen. Das muss man dann mit temperaturabhängigen Frames kalibrieren, was natürlich bei einer ungekühlten schwieriger ist, als bei einer gekühlten. Deine Canon 1000d ist davon noch betroffen. Die A6700 ist ein Chip der aktuellen Generation. Das Kamerasignal wird hier intern schon geebnet. Damit kann man außer im Hochsommer eigentlich uneingeschränkt arbeiten. Im Hochsommer rauscht die Kamera halt mehr und man muss länger belichten für dasselbe Ergebnis. Ich habe z.B. eine Canon R, die auch schon einen Chip der aktuellen Generation hat. Die schlägt mit ihren großen Pixeln meine gekühlte Astrokamera um längen. Selbst im Sommer. Die Darkframes der R sind komplett eben. Das macht keinerlei Probleme mehr heutzutage.

Grüße
Joachim
 
- Ich habe mir sagen lassen, dass ich inzwischen kein EAA mehr mache, obwohl sich mein Workflow kaum geändert hat. Ich beobachte nach wie vor live, wenn ich das Teleskop rausstelle, mache Livestacks, aber ich speichere zusätzlich die Einzelframes ab und bearbeite die nachträglich in einer Software, ich stacke die Bilder neu und bearbeite dann weiter. Den Livestack nutze ich nur zur Kontrolle, dass die Aufnahme funktioniert. Dabei kann ich dann den Fortschritt des Bildes erkennen. Außerdem mache ich nicht alles nur Remote vom Sofa aus, sondern orientiere mich vor jeder Session am Himmel, schaue, wo die Objekte liegen, was in der Nähe davon liegt, und lege dann los. Wenn alles läuft, bleibe ich entweder neben dem Teleskop sitzen, im Winter gehe ich aber natürlich dann rein und lasse die Technik ihren Job machen. Ich nehme aber nie über Nacht auf und gehe schlafen, während das Teleskop arbeitet. Damit verschenke ich zwar Aufnahmezeit, aber dann müsste ich vorher einen Plan in der Aufnahmesoftware erstellen und könnte nicht live beobachten. Das aber nur am Rande. Die Übergänge sind fließend. Ich mache live EAA, aber meine Endergebnisse sind klassische Astrofotografie, es kommt also auf die Art der Weiterverarbeitung an. Für mich war das immer Astrofotografie, was ich mache, nur die Ambition hat sich geändert.

Das, was Du machst und hier beschreibst, ist meiner Ansicht nach die perfekte Symbiose aus EAA und Astrofotographie, die die Vorteile beider Techniken miteinander kombiniert.

Ich melde mich hier nur zu Wort, als weiterer Fürsprecher für diesen Workflow. Genau in diese Richtung gehe ich gerade. Reine Astrofotographie ist mit Unsicherheiten behaftet, ob Motiv / Ausschnitt gut getroffen ist, ob es überhaupt zu sehen ist, ob alles richtig eingerichtet ist u.s.w. Bei reiner EAA arbeitet man wohl oft mit Sensoren mit geringerer Auflösung und es fehlen zusätzliche Aufnahmen wie z.B. Darks und Flats oder Aufnahmen mit anderem Filter um im Stacking und der Nachbearbeitung mehr an Bildqualität herauszukitzeln.

Also, das Beste aus beiden Welten, ohne einen Nachteil in Kauf nehmen zu müssen, mit der Option jederzeit mehr in die eine oder andere Richtung gehen zu können, je nach Gusto. Genial!

Damit verschenke ich zwar Aufnahmezeit, aber dann müsste ich vorher einen Plan in der Aufnahmesoftware erstellen und könnte nicht live beobachten.

Aber warum schließt sich das gegenseitig aus. Man kann den Abend doch so beginnen, daß man erst mal schaut, was man so haben möchte. Wenn man den Abend beschliessen will, kann man ja zum interessantesten Fund des Abend zurückkehren und muß dem Programm doch nur noch sagen: "Weitermachen, in diesem Intervall, mach noch ein paar Darks", da muß man doch keine Aufnahmezeit verschenken, es sei denn man will vermeiden, daß das Setup den Besitzer wechselt.
 
Hallo Andreas,

klar könnte ich auch abends dann der Software sagen, ab jetzt bitte im Autorun-Modus weitere x Stunden aufnehmen, dann in Homepostion und Shutdown, das geht natürlich. Hab ich bisher einmal gemacht irgendwann im Sommer. Dafür muss dann aber auch klar sein, dass das Wetter die ganze Nacht stabil bleibt. Aber das geht natürlich und das machen viele Astrokollegen ja auch so. Im Sommer ist das auch sinnvoll, weil die astronomische Nacht dann kurz ist, im Winter hab ich da bisher nicht so viel vermisst, das Wetter ist dann ja auch instabiler und ohne Autofokus, den ich nicht nutze, macht das auch nicht unbedingt Sinn. Mehr Automatismus will ich auch gar nicht. Ich mache auch immer noch keinerlei Kalibrierungsframes. Mit Flats wollte ich immer mal anfangen, aber es war mir bisher auch zu lästig, das ist aber der nächste Schritt, der ansteht. Darks brauche ich mit den aktuellen Kameras ohne Ampglow nicht. Darks und Flats kannst Du aber nicht automatisieren, Darks nur bei einem Smartscope a la Seestar, oder Du machst sie vorher. Flats musst Du immer manuell machen, nach der Aufnahme.

CS Olaf
 
Hallo zusammen,

an Vollautomatismus habe ich noch nie gedacht.
Mir macht es einfach Spaß zu zu sehen wie das Bild besser wird. Hier und da etwas eingreifen :D.

Auch habe ich irgendwie ein ungutes Gefühl das Geraffel draußen zu lassen, unbeobachtet.
Nicht das es unverhofft den Besitzer wechselt, wäre auch etwas umständlich. Erste Etage Balkon und unten sind Gärten.
Ich baue auch alles ab. OK, ist kein großer Aufwand.
Und seit dem ich Rentner bin, dehnen sich die Beobachtungsabende schon weiter aus, als ich noch gearbeitet habe.

Kann Olaf schon verstehen, dass zu viel Automatismus nicht so zwingend sein muss. Birgt auch die Gefahr von noch mehr Fehlerquellen.

Aber wieder letztendlich, muss das jeder für sich selbst entscheiden.
 
Darks brauche ich mit den aktuellen Kameras ohne Ampglow nicht. Darks und Flats kannst Du aber nicht automatisieren, Darks nur bei einem Smartscope a la Seestar, oder Du machst sie vorher. Flats musst Du immer manuell machen, nach der Aufnahme.

Hi Olaf,

wegen dem Ampglow hast Du wohl sicher Recht, wobei laue Sommernächte auch mal recht warm werden können.

Ich hatte mir die Automatisierung der Darks so vorgestellt: habe eh vor, ein elektronisches Filterwheel zu verwenden, dann muß man nicht am Teleskop wackeln, um den Filter zu tauschen. Ausserdem dachte ich: ich stecke zusätzlich zu den Filtern noch einen Blindfilter rein, dann skripte ich im Programm so:
1) Filterrad: wähle Blind-Frame
2) Mache eine Aufnahme (10s oder so, weiß noch nicht wie lange)
3) Filterrad: wähle LRGB Filter
4) Mache eine Aufnahme-Series: 10 * 1min (z.B.)
5) Filterrad: wähle Ha-Filter
6) Mache eine Aufnahme-Series: 10* 10min (z.B.)
7) Shutdown

Ich weiß noch nicht, ob die bekannten Suites sowas möglich machen, aber falls nicht, werden halt diese Suites geskriptet, oder halt deren Tools oder andere Tools. Alles noch im Blauen, aber da bin ich noch dran, sollte mich wundern wenn sowas nicht geht.

Einmal ausgefummelt, muß man so ein Programm nur noch abspulen, also einmaliger Aufwand das alles einzurichten, aber vielmaliger Nutzen.

Birgt auch die Gefahr von noch mehr Fehlerquellen.

Ich sehe auch einen Vorteil: ich muß nicht händlich am Teleskop rummachen, es also nicht verwackeln :cool:

CS
Andreas
 
Ich sehe auch einen Vorteil: ich muß nicht händlich am Teleskop rummachen, es also nicht verwackeln :cool:
Keine Frage, je weniger Berührungen um so besser.
Ich geh nur ein mal raus. Und das zum Aufbauen, zur Initialisierung der Montierung und fokussieren ;).
OK, auch mal zum nach fokussieren, wenns zu arg aus dem Ruder läuft. Aber eher selten.
Deshalb die Überlegung eines EAF.
Wenn da nicht die Idee eines kleinen Apos wäre :unsure:.
Muss alles noch reifen :D.

Im Sommer sitze ich dann auch schon daneben. Das Teleskop-Notebook hat ja auch einen Bildschirm :D.

Wie das dann wird, wenn ich mal das Teleskop-Notebook nur noch mit Linux betreibe, weiß ich noch nicht. Will dann nämlich nur den INDI-Server drauf lassen und dann remote mit den Programmen drauf zugreifen.
Mal sehen, fällt mir noch was zu ein.
 
Hi Olaf,

wegen dem Ampglow hast Du wohl sicher Recht, wobei laue Sommernächte auch mal recht warm werden können.

Ich hatte mir die Automatisierung der Darks so vorgestellt: habe eh vor, ein elektronisches Filterwheel zu verwenden, dann muß man nicht am Teleskop wackeln, um den Filter zu tauschen. Ausserdem dachte ich: ich stecke zusätzlich zu den Filtern noch einen Blindfilter rein, dann skripte ich im Programm so:
1) Filterrad: wähle Blind-Frame
2) Mache eine Aufnahme (10s oder so, weiß noch nicht wie lange)
3) Filterrad: wähle LRGB Filter
4) Mache eine Aufnahme-Series: 10 * 1min (z.B.)
5) Filterrad: wähle Ha-Filter
6) Mache eine Aufnahme-Series: 10* 10min (z.B.)
7) Shutdown

Ich weiß noch nicht, ob die bekannten Suites sowas möglich machen, aber falls nicht, werden halt diese Suites geskriptet, oder halt deren Tools oder andere Tools. Alles noch im Blauen, aber da bin ich noch dran, sollte mich wundern wenn sowas nicht geht.

Einmal ausgefummelt, muß man so ein Programm nur noch abspulen, also einmaliger Aufwand das alles einzurichten, aber vielmaliger Nutzen.



Ich sehe auch einen Vorteil: ich muß nicht händlich am Teleskop rummachen, es also nicht verwackeln :cool:

CS
Andreas

Hi Andreas,

das ist sicherlich möglich, in einer Software wie NINA kann man das sicher so einstellen, in der Asiair geht das allerdings nicht. Da hängt es dann davon ab, welche Software Du nutzen möchtest.

Denkst Du schon an Mono-Fotografie, wenn Du mit Filterrad und LRGB hantieren willst? Kannst Du natürlich machen, ist aber schon sehr fortgeschritten und für den Anfang zu viel Heckmeck. Ich für meinen Teil werde mir das Thema Mono nie antun, das ist mit den heutigen Farbkameras nicht nötig, es sei denn, Du strebst extrem lange und tiefbelichtete Fotos an, mit 20 oder 30 Stunden Gesamtbelichtung. Das werde ich allerdings nie machen. Mehr als 5 bis 10 Stunden pro Objekt werde ich nicht aufnehmen, bisher sind es selten mehr als 4 Stunden geworden, ganz wenige Male mehr als 5 Stunden. Danach braucht man ein Vielfaches an Belichtungszeit, um noch signifikante Unterschiede zu sehen, jedenfalls mit meinen kleinen Apos. Wie das mit größeren Optiken aussieht, weiß ich nicht. Klar, mit Mono geht mehr, aber das hat mit EAA und dem Workflow, den Du oben auch ausprobieren wolltest, nichts mehr zu tun.

Das Verwackeln am Teleskop ist unproblematisch. Wenn Du Filter manuell wechselst, unterbrichst Du ja ohnehin die Aufnahme. Wenn Du den Filter gewechselt hast, ist das Teleskop bei einer passenden Montierung sofort wieder wackelfrei. Ich berühre das Teleskop nur zum Einnorden und Fokussieren und danach packe ich es erst wieder an, um es ins Haus zu tragen.

LG Olaf
 
Ich für meinen Teil werde mir das Thema Mono nie antun, das ist mit den heutigen Farbkameras nicht nötig, es sei denn, Du strebst extrem lange und tiefbelichtete Fotos an, mit 20 oder 30 Stunden Gesamtbelichtung.
Das würde ich so nicht sagen. Ich arbeite ja mit beidem und die Mono ist schon eine ganz andere Hausnummer.

Alleine schon das LRGB Verfahren mit Interferenzfiltern ist einer OSC mit der Bayer Folie deutlich überlegen. Man kommt deutlich schneller auf ein ähnliches Ergebnis und die Bilder der Mono sind immer besser definiert, haben eine etwas höhere Auflösung, mehr Kontrast, besseren Farbkontrast, nicht die OSC Schwäche mit den schwachen Blau und Rot Kanälen. Man kann Luminanz und RGB entsprechend dem Objekt so gewichten, sodass man die maximale Tiefe und optimale Farben erreicht und die Farbkanäle noch in die Luminanz stacken um das ganze nochmal sichtbar zu pushen.

Ein LRGB im Verhältnis 3:1:1:1 mit 6h Integrationszeit entspricht rein rechnerisch einem OSC Bild bei gleichem Sensor von etwa 10h. Und es da kommen die oben genannten Vorteile noch obendrauf, sodass man mit der OSC schon nochmal DEUTLICH einen drauf legen muss um mithalten zu können.

Wenn OSC dann höchstens eine mit großen Pixeln. Meine Canon R kann mit der Mono mit IMX571 halbwegs mithalten. Aber auch da hast du z.B. Probleme mit sowas wie CA bei tiefer stehenden Objekten oder Farbkorrektor beim Apo, das bei einer Mono einfach nicht vorkommt.

Man muss auch nicht extrem lange belichten. Wie oben beschrieben ist es eher so, dass man weniger Integrationszeit braucht. Meistens belichte ich zwischen 5 und 10h. Man muss nur genug Bilder pro Kanal zusammen bekommen, damit man sicher sämtliche Satelliten raus bekommt. Das sind meiner Erfahrung nach so 12 Stück. Will man nur eine Stunde aufnehmen, geht man einfach mit der Belichtungszeit entsprechend runter.

Mono ist halt umständlich. OSC stacke ich einfach und fertig. Bei der Mono muss ich die Kanäle separat kalibrieren, stacken usw. und auf einander registieren, dann wieder alles zusammen packen. Alleine dass ich jedes mal 7 verschiedene Flats brauche, die ich alle erst kalibrieren und dann stacken muss. Bis da ein Bild raus kommt dauert schon zwei drei mal solange wie bei einer OSC.

Ob ich mir das jetzt als Anfänger antun würde...naja. Eher weniger. Ich habe übrigens ganz normal mit einer Systemkamera anfangen, die ich schon hatte. Ich habe mir damals über sowas gar keinen Kopf gemacht. Weder im Forum gelesen noch gefragt. Teleskop und Montierung hatte ich schon und hab mir zum Spass mal einen T2 Adapter gekauft um zu sehen ob man da überhaupt was sieht, weil der Verkäufer gesagt hat, das ginge mit dem Setup ohne Probleme. Und man hat was gesehen. So schwer war das gar nicht :)
 
Denkst Du schon an Mono-Fotografie, wenn Du mit Filterrad und LRGB hantieren willst? Kannst Du natürlich machen, ist aber schon sehr fortgeschritten und für den Anfang zu viel Heckmeck.

Ich sage mal, das ist ein wenig aus der Not geboren. Laß mich kurz einschieben, daß ich den Beitrag von joetaiga dazu sehr interessant finde, daß man mit LRGB sogar Aufnahmezeit gewinnen kann, daß wußte ich noch nicht, und das höre ich natürlich gerne.

Also, wenn ich LRGB sage, war ich etwas salopp, die einzelnen Scheiben sollen etwas leicht anderes enthalten:
Rot: H-alpha
Blau: H-beta
Grün: O-III

Approximativ kommt man dabei zum RGB. Damit wäre ich zufrieden.

Wäre natürlich super, es gäbe einen Filter, der die drei Schmalbänder in einem Filter kombiniert, das wäre der Traum. Denn ich bin ein fauler Mensch: für den Einmalaufwand nehme ich jede Anstrengung gerne in Kauf, wenn ich dadurch mehrfachen Nutzen habe, aber immer alle drei Farbkanäle extra Schiessen zu müssen, wäre mir - für's erste - schon zuviel, ich will auch gerne einfach mal so schauen, und dann gerne in Farbe.

Was ich mit "aus der Not" gemeint habe: In meiner Planung suche ich nach Wegen und Lösungen, die Lichtverschmutzung so weit als geht zu eliminieren. Ich Schiesse an der Lichtverschmutzung vorbei, also picke ich mir die Rosinen aus dem Spektrum heraus, die mir den höchstmöglichen Kontrast liefern. Aber alles vorerst auf einem Farb-Sensor, trotz der Nachteile, weil: fauler Mensch :cool:

VG
Andreas
 
Hallo,

ich weiß, dass Mono der OSC überlegen ist. Meine Ambition ist eine andere, niedrigere. Mir reichen die Ergebnisse mit Farbkameras aus. Was ich mir mal vorstellen könnte, wäre die 585 in Mono zu kaufen und Luminanzaufnahmen der Farbaufnahme hinzuzufügen. Oder Galaxien nur in Mono aufzunehmen. Aber das Theater mit den Filterwechseleien tu ich mir nicht an. Da bin ich dann zu wenig Fotograf.

LG Olaf
 
Was ich mir mal vorstellen könnte, wäre die 585 in Mono zu kaufen und Luminanzaufnahmen der Farbaufnahme hinzuzufügen. Oder Galaxien nur in Mono aufzunehmen. Aber das Theater mit den Filterwechseleien tu ich mir nicht an
Derzeit gibt es von touptek ein super Sonderangebot für die 585 ;)

Du musst das aber nicht alles auf dich beziehen. Es geht ja um den te der ein realistisches Bild bekommen soll.

Filterwechsel tue ich mir auch nicht an. Das macht alles nina. Das ist halt einer der Knackpunkte. Du brauchst alle Kanäle vollständig. Also ist am besten die Filter dauernd zu rotieren. Dazu muss man sämtliche Offsets messen. Gerade bei schnellen Systemen ist homofokal nicht wirklich homofokal. Und bei Apos sowieso nicht. Ohne komplette Automatisierung ist das nicht praktikabel. Ich habe mit meiner ersten Mono mit einem manuellen Filterrad und ohne motorfokus angefangen. Bei jedem zweiten Bild wurde ein Kanal nicht fertig und das Bild wurde nicht das was es sein könnte. Dann bei jedem Wechsel neu fokussieren. Da hilft es nicht zu sparen. Daher ist Mono vor allem eins: teuer. Das kostet mindestens das doppelte wie OSC.
 
Derzeit gibt es von touptek ein super Sonderangebot für die 585 ;)

Du musst das aber nicht alles auf dich beziehen. Es geht ja um den te der ein realistisches Bild bekommen soll.

Filterwechsel tue ich mir auch nicht an. Das macht alles nina. Das ist halt einer der Knackpunkte. Du brauchst alle Kanäle vollständig. Also ist am besten die Filter dauernd zu rotieren. Dazu muss man sämtliche Offsets messen. Gerade bei schnellen Systemen ist homofokal nicht wirklich homofokal. Und bei Apos sowieso nicht. Ohne komplette Automatisierung ist das nicht praktikabel. Ich habe mit meiner ersten Mono mit einem manuellen Filterrad und ohne motorfokus angefangen. Bei jedem zweiten Bild wurde ein Kanal nicht fertig und das Bild wurde nicht das was es sein könnte. Dann bei jedem Wechsel neu fokussieren. Da hilft es nicht zu sparen. Daher ist Mono vor allem eins: teuer. Das kostet mindestens das doppelte wie OSC.
Horror!!!! ;) :LOL:

PS: Vielleicht schlage ich bei der 585 von Touptek zu, dann habe ich den Zwang, mich mit der StellaVita auseinanderzusetzen. Noch mal Horror.
 
Guten Abend,
danke für die neuen Einblicke.


Bei EAA geht es um das Live-Beobachten, aber nicht durch ein Okular, sondern durch die Kamera.
Okay, da bin ich wohl eher der Typ Fire and Forget. Aufbauen, einrichten und laufen lassen und am Ende überraschen lassen. Natürlich könnte man so schneller/mehr beobachten, aber geht ja bei mir ums Fotografieren :D

Bei Einzelbelichtung über 60 Sekunden braucht man aber Guiding, wenn man auf Runde Sterne Wert legt.
Woran macht man eigentlich fest, das man Guiding benötigt. Bei hoher Brennweite, langen Belichtungszeiten unrunden Sternen...
Kann das eine oder andere Problem nicht auch erstmal nur ein schlechtes Polar alignment sein?
Guided man einfach um solchen problem vor zu kommen?

Falls noch niemand etwas zu einer dezidierten Astrokamera gesagt hat...
Vielen dank für die Aufklärung, aber selbst nach dem dritten mal lesen hab ich die Zusammenhänge noch nicht ganz gerafft.
Ich bin davon ausgegangen, dass beim Druck weder Chipgröße noch Brennweite relevant wäre sondern eher die Pixel per inch.
Oder hat das hier auch was zu tun mit Pixelgröße und Auflösungsvermögen (in Bogensekunden)?

Ich dachte einfach kleiner Sensor = Mehr "Zoom" bei gleicher Brennweite.
Das z.B. ein IMX 585 ein halbes so großen Bildausschnitt liefert wie ein APS-C Sensor (also doppelter "Zoom").

Die A6700 ist ein Chip der aktuellen Generation. Das Kamerasignal wird hier intern schon geebnet.
Aber nutzt man dedizierte Astrokameras nicht auch eher als DSLMs , wegen dem Infrarotfilter in den DSLMs? Um in diesem Bereichen empfindlicher zu sein?

Apropos Filter, was kann man denn so als Anfang an Filtern gebrauchen. Funktionieren diese Filter, die die Lichtverschmutzung rausfiltern wirklich oder ist das nur Effekthascherei?

Viele Grüße und CS
Yves
 
Hallo Yves,

Woran macht man eigentlich fest, das man Guiding benötigt. Bei hoher Brennweite, langen Belichtungszeiten unrunden Sternen...
Kann das eine oder andere Problem nicht auch erstmal nur ein schlechtes Polar alignment sein?
Guided man einfach um solchen problem vor zu kommen?
Auch gute Montierungen haben mechanische Unregelmäßigkeiten
Das Einnorden/Polar Alignment muss sehr akkurat ausgeführt werden, was nicht einfach ist und wenn da dann kleinste Abweichungen sind ... ... ...
Bei langen Belichtungszeiten fallen diese Fehler, auch wenn sie klein sind, in der Summe dann halt auf.
 
Okay ja das verstehe ich, aber gibt doch sicherlich kritische Punkte, aber denen das auch erst auffällt.
Aber das ist sicherlich Setupbedingt und Erfahrungen. Sobald man merkt ohne geht es nicht mehr, dann entweder guiden oder man schränkt sich selbst ein.
 
Hallo Yves,

da habe ich keinerlei Erfahrungen mit.

Ich kenne halt die Ursachen warum man guidet.
Was ich so grob weiß, so ab ca. 30 bis 60 Sekunden wird es kritisch.
Sicherlich auch abhängig von der Montierung.
Was wohl auch noch eine Rolle spielt sind die Bedingungen, Seeing, Transparenz.
 
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