joetaiga
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Und man kann sich im Prinzip derweil ins Bett legen und morgens schauen, was rausgekommen ist.Bei der klassischen Fotografie werden nur die Einzelframes gestackt und bearbeitet, es wird nicht live durch die Kamera beobachtet.
Die Steuersoftware fährt das Objekt an, macht Platesolving und zentriert es, läuft eine vorgegebene Sequenz von Aufnahmen durch und fährt das Setup am Ende zurück in die Parkstellung. Wenn man einen Fokusmotor und/oder Rotator hat, stellt es auch automatisch scharf und rotiert den Bildausschnitt wie man ihn gerne hätte.
Gerade in den Monaten mit Sommerzeit finde ich das super komfortabel, wenn es mal unter der Woche schön ist...was ja rein statistisch 5/7 aller klaren Nächte betrifft.
Falls noch niemand etwas zu einer dezidierten Astrokamera gesagt hat...optimal ist natürlich ein großer Chip ähnlich wie bei deinen Systemkameras. Die Bilder eines größeren Chips kannst du dir relativ groß anschauen. Auch mit ordentlich Brennweite. Die kleineren Chips wie die mit IMX585 oder IMX533 sind eher etwas für kleinere Brennweiten. Bei größeren Brennweite erreicht man dann einfach nicht mehr die Schärfe um sich das in dem kleinen Format z.B. auf einem großen Bildschirm fullscreen anschauen zu wollen. Eine Aufnahme mit einem APS-C Chip wirkt z.B. auch bei 1m Brennweite noch auf einem Meter Diagonale betrachte scharf. Mit einem IMX533 erreicht man nur etwa die Hälfte. Vollformat kann man sich bis ca. 1,5m Diagonale noch gut anschauen. Wenn dir der halbe Meter reicht, spricht nichts gegen einen kleinen Chip. Mit 300 400mm Brennweite kann man sich das dann auch bis 1m Diagonale anschauen. Der Grund ist einfach die Luftunruhe. Bei größeren Brennweiten kommt das irgendwann zum Tragen. Bei kleineren Brennweiten limitiert eher das Sampling der Kamera, also die Pixelgröße.
Im Prinzip könnte man hergehen und kleine Brennweiten mit kleinem Chip nutzen. Das liefert den selben Himmelsausschnitt wie mit großen Brennweiten und großen Chips. Allerdings ist natürlich bei den kleinen Brennweiten irgendwann die Auflösung nicht mehr so gut. Das wird durch die Pixelgröße limitiert und ab so 80mm Öffnung abwärts zunehmen auch von der Öffnung.
Ungekühlt gibt es eher nur die kleineren Chips. Die oben genannten sind für Deepsky sind die besten Formate. Bei einer gekühlten sind Kameras mit dem IMX571 im APS-C Format aktuell der Standard. Die größeren werden dann schnell sehr teuer. Kühlung ist bei den aktuellen Chips nicht mehr so wichtig. Früher hatten die Sensoren starkes thermisches Signal und Verstärkerglühen. Das muss man dann mit temperaturabhängigen Frames kalibrieren, was natürlich bei einer ungekühlten schwieriger ist, als bei einer gekühlten. Deine Canon 1000d ist davon noch betroffen. Die A6700 ist ein Chip der aktuellen Generation. Das Kamerasignal wird hier intern schon geebnet. Damit kann man außer im Hochsommer eigentlich uneingeschränkt arbeiten. Im Hochsommer rauscht die Kamera halt mehr und man muss länger belichten für dasselbe Ergebnis. Ich habe z.B. eine Canon R, die auch schon einen Chip der aktuellen Generation hat. Die schlägt mit ihren großen Pixeln meine gekühlte Astrokamera um längen. Selbst im Sommer. Die Darkframes der R sind komplett eben. Das macht keinerlei Probleme mehr heutzutage.
Grüße
Joachim