Chaos auf dem US Astromarkt

Glaube ich nicht. Sinkende Stückzahlen waren nur selten ein Grund für Preisnachlass.

Die Stückzahlen müssen ja gar nicht unbedingt sinken wenn es den Chinesen gelingt die ehemals in die USA gelieferte Ware anders wo auf der Welt zu verkaufen.
Und kurzfristig wird es auf alle Fälle eine Überproduktion geben, weil der US Markt bei den Produktionszahlen ja mit einkalkuliert war.
Diese Überproduktion muss mit Rabatten an den Sternenfreund gebracht werden.
Und dann wird man bestrebt seine anderen Märkte stärker erschließen um weiterhin hohe Stückzahlen absetzen zu können.

Grüße Gerd
 
Gerade für sehr teure Astroartikel ist China ein lohnender Markt da dort durchaus etliche sehr reiche Astrofreunde leben die bereit sind viel Geld auszugeben.
Nun, auch umgekehrt leben einige sehr reiche Leute in Amerika (und auch anderswo nicht nur in China), die durchaus bereit sind, viel Geld für Astroartikel auszugeben.

Für die Mehrheit allerdings sind Zölle (die ja aktuell in beide Richtungen gehen) in dieser Höhe schlicht Unfug. Hat im Grunde keiner wirklich was davon auf längere Sicht.

Gruß
Werner
 
Nun, auch umgekehrt leben einige sehr reiche Leute in Amerika (und auch anderswo nicht nur in China), die durchaus bereit sind, viel Geld für Astroartikel auszugeben.

Natürlich nur werden die reichen Leute in Amerika die sich Agema, StellarVue, TeleVue und Co. aus den USA leisten können wegen der Zölle nicht unbedingt mehr.
Dieser Kundenkreis bleibt also eher unverändert aber der Kundenkreis aus China fällt künftig weg. Unterm Strich verlieren die teuren US-Hersteller also Kunden wegen des Handelskriegs.

Grüße Gerd
 
Warum soll jetzt der Kundenkreis aus China wegfallen, von denen du oben sagst:
Gerade für sehr teure Astroartikel ist China ein lohnender Markt da dort durchaus etliche sehr reiche Astrofreunde leben die bereit sind viel Geld auszugeben.
Ich denke, das schenkt sich gegenseitig nichts oder nicht viel. Am Ende gibt es v.a. Verlierer auf beiden Seiten. Im Gegensatz dazu kann es dem reichen Klientel auf beiden Seiten egal sein, ob ein Teil nun 30000 kostet oder 60000. Die kaufen wenn sie Lust dazu haben.

Gruß
Werner
 
Mh, ist halt ein Problem, wenn man aus einem nicht produzierenden Immobilienmarktsegment kommt und kein Verständnis für globalisierte Produktionsprozesse hat.
Ich jedenfalls mag mein in China produziertes Celestron-Teleskop, das über die USA nach Europa geliefert wurde ...

Klare Nächte und sich beruhigende Gemüter,
Micha
Ich glaube kaum, dass die Celestrons den Umweg über die USA machen.

Übrigens: Ich habe zufällig gesehen, dass die Preise für den noch lieferbaren Lagerbestand der ES UL-Dobsons in den USA durch die Decke gegangen sind. Das 12“ kostet über $2.000 gegenüber 1.200 € diesseits des Atlantiks.

Clear Skies
Christian
 
Die Stückzahlen müssen ja gar nicht unbedingt sinken wenn es den Chinesen gelingt die ehemals in die USA gelieferte Ware anders wo auf der Welt zu verkaufen.
Und kurzfristig wird es auf alle Fälle eine Überproduktion geben, weil der US Markt bei den Produktionszahlen ja mit einkalkuliert war.
Diese Überproduktion muss mit Rabatten an den Sternenfreund gebracht werden.
Und dann wird man bestrebt seine anderen Märkte stärker erschließen um weiterhin hohe Stückzahlen absetzen zu können.

Grüße Gerd
Ich bin gespannt.

Bei der einen oder anderen Marke / Hersteller, wie Syntha kann ich mir das gut vorstellen.

Bei anderen wiederum kann es möglicherweise auch sein, dass diese Ihre Stückzahlen bei den Lohnfertigern auch herunterfahren können.
Sind ja dich einige, die keine eigene Produktion haben.

Grüße
Markus
 
Mir macht diese Entwicklung Sorgen. Trump geht zu schnell und zu brutal vor - schließlich hat er ja nur 4 Jahre. Wirtschaft kann sich adaptieren, jedoch müssen Änderungen langsam genug sein. Dass der Unternehmer Trump das nicht weiß, ist erschreckend. Er will die heimische Produktion stärken, das ist ja wirklich nicht falsch. Ob aber ein chaotischer multiethnischer Staat wie die USA gegen eine Volksrepublik ankommt, in dem 1,4 Mia vergleichsweise homogen sozialisierte Bürger am gleichen Strang ziehen, ist fraglich - siehe Japan vor 30 Jahren. So jedoch richtet er vermutlich einen großen Schaden an. Der Astromarkt ist zwar gesamtwirtschaftlich völlig irrelevant, jedoch zeigt auch er die Symptome der Gesamtwirtschaft.

Die "rote Angela" hat uns vor über 10 Jahren mit der damals weltweit führenden deutschen Solarindustrie schon vorgeführt, was passiert, wenn man die Randbedingungen abrupt & unangeküdigt ändert: Die deutsche Solarindustrie ist heute fast tot. Ich kenne nur noch 2 echte einheimische kleinere Hersteller von Solarzellen und - modulen. :n:

Sorgen macht mir die Entwicklung, weil ein Staat mit soviel Militär, Waffen und Atombomben richtig gefährlich werden kann, wenn es den Bürgern schlechter geht und sie sich gedemütigt fühlen. Russland ist ein derartiger Fall aber auch damals das militaristische Deutsche Reich unserer Vorfahren.
Schafft es der Cowboy in der verbleibenden Zeit als Präsident das Land so umzustricken, dass ihm ein 3. Mandat erlaubt wird und er so die Zeit gewinnt, wie Putin eine autoritäre Regierung langsam durchzusetzen?
 
Moin,

@fuetti ... Wenn der "Unternehmer" Trump das wüsste wäre er vermutlich nicht so oft Pleite gegangen.;)

Die frohe Botschaft für unsere US-Kollegen dürfte sich daraus speisen das Trump zwar ein großes Maul hat aber ein kleines Durchhaltevermögen, wenn es eng wird fällt seine phantastische chilli-chelli Märchenwelt immer wieder wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
Trump ist und bleibt ein Ankündigungsweltmeister, was davon übrig bleibt ist übel stinkende Luft.

Andreas
 
Wenn keine billigen Teleskope aus China mehr zur Verfügung stehen, wird eben wieder mehr selbstgebaut.
Quasi ein Stellafane-Revival.
 
Ist doch das gleiche Problem was wir in Europa mit unseren Arzneimitteln haben. Hier existieren auch nicht die Kapazitäten um das auf zu fangen. Da bastelt man (hoffentlich) dran. OK, wir haben nicht das Problem mit den Zöllen in diese Richtung.

Da würde ich (leider) nicht so viel darauf geben. Auch hier gibt es gerade bei Vorprodukten und Wirkstoffen weltweite Abhängigkeiten, besonders Richtung China und Indien, auch US und auch Europa. Aber man braucht ja sein passendes Medikament, die Herstellung ist ein qualifizierter Prozess, in dem man nicht einfach austauschen kann. Für Hobbyastronomie ist es einfach ärgerlich.
VG,
 
Von John Bolton mehrfach in Talkshows gesagt „Trump does not understand anything!“ „Trump has no plan!“

Und er war zwei Jahre Sicherheitsberater in Trumps Diensten. Dann hatten sich Bolton und Trump wohl nicht mehr viel zu sagen gehabt und Bolton wurde gefeuert. Trump hat ihm auch gleich am Anfang den Schutz des Sectret Service entzogen…

Bolton ist ja nicht irgendwer, er war vorher auch US Botschafter bei den Vereinten Nationen. Ich würde zu gerne wissen, für wen dieser konservative Republikaner wohl gestimmt hat…

Ich mag ihn jedenfalls richtig gern leiden, genauso wie Ben Hodges, den General a.D. Der US Truppen in Europa. Was die beiden so zum Besten geben, spricht für sich.

Viele Grüße,

Günther
 
Sorgen macht mir die Entwicklung, weil ein Staat mit soviel Militär, Waffen und Atombomben richtig gefährlich werden kann
Das wird sich vielleicht schon bald zeigen, wenn in Grönland der Frühling beginnt…

Er hat ja auch im Wahkampf gesagt, dass die Bürger sich ein letztzes Mal entscheiden müssen. Insofern war das vielleicht eine Wahl auf Lebenszeit. Wie krank ist jemand, der mit 78 Jahren nicht von der Macht lassen kann, anstatt sich in seinen letzten Jahren um seine Familie zu kümmern.

Viele Grüße,

Günther
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo!

Die Idee ist, ein Zollsystem einzuführen und dafür möglichst komplett auf die Einkommenssteuer zu verzichten. Das gäbe den Bürgern dann theoretisch deutlich mehr verfügbares Einkommen, um die höheren Preise zu zahlen.
Das war bis 1913 die Situation in den USA. Was Trump fehlt, sind aber weitere entscheidende Rahmenbedingungen, wie damals ein günstiger Einfluss durch die Industrielle Revolution. Aber er versucht eindeutig die Situation des ausgehenden 19. Jahrhunderts nachzubilden. Diese Idee äußert er schon seit den 80ern.
Um den Mangel zu kompensieren, versucht er alles aus dem Weg zu räumen, was inländischer Produktion im Wege stehen könnte. Also keinerlei teuren Umwelt- oder Naturschutz. Ungehemmte Ausbeutung der Bodenschätze und geringe Unternehmenssteuern. Die Handelswege durch die wichtigen Wasserstraßen will er kontrollieren und kostenlos nutzen. Er versucht auch Fläche zu gewinnen, um an weitere Rohstoffe wie seltene Erden zu kommen. Eben Kanada und Grönland, die er vermutlich wegen der verzerrten Darstellung auf gewöhnlichen Karten für weitaus größer hält, als sie sind.
Auf der anderen Seite reduziert er drastisch die Staatsausgaben. Minimale Verwaltung. Keine Ausgaben für "linken Kram". Keine Entwicklungshilfe. Kein militärischer Beistand, es sei denn, der Empfänger zahlt gut dafür. Keine Forschung an Dingen wie Raumfahrt, die nichts einbringen. Höchstens zum Mond wäre ok.
Die globalisierte Welt plant er aus zwei Richtungen zu nutzen. Einerseits belegt er andere Länder mit hohen Zöllen, die die inländischen Produkte konkurrenzfähig machen, andererseits senkt er diese Zölle, wenn die Länder den Ausfall kompensieren indem sie sich zur Abnahme amerikanischer Produkte verpflichten.

Das alles ist gewissenlos und vermutlich am Ende nicht im Interesse der Bürger. Leiden können die Chinesen nämlich viel besser (und stiller) als der Durchschnittsamerikaner. Aber ob das ganze am Ende nicht doch funktionieren kann, ist nicht mit Sicherheit zu sagen.
Er hat nicht viel Zeit. In anderthalb Jahren sind Wahlen, die ihn seine Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus kosten können. Bis dahin muss er etwas vorweisen können. Deswegen auch die Aggressivität, mit der er den Widerstand angeht und verwirrt um den Umbau ungestört voranzutreiben.

Ich hoffe ja auch das Beste, aber da liegen gefährliche und anstrengende Zeiten vor uns.

Gruß
Sebastian
 
Es gibt aber entscheidende Unterschiede, damals konnten sich die USA den Isolationismus aufgrund des großen Binnenmarktes leisten, das Produktspektrum war weitaus kleiner, es gab nicht die High Tech von heute und keine Vernetzung der globalen Lieferketten. Darum rudert er aktuell für Autozulieferteile wieder zurück.

Nehmen wir mal die Chipfertigung als Beispiel. Die modernsten Lithografiemaschienen der Welt kommen aus der EU. Wenn wir die nicht mehr expoerieren, baut keiner mehr die neusten Chips. Es gibt ja gute Gründe dafür, dass die bisher eben nicht in den USA, Japan, Korea oder China gefertigt werden. Die sind hochkomplex, sowas baut man auch nicht mal eben schnell nach, sonst hätten die Chinesen das längst gemacht. Wenn die USA das selbst entwickeln wollen, wird es viele Jahre dauern und man benötigt auch das Know How und die Experten. Letztere vergrault man ja gerade. In anderen Beteichen wird es ähnlich sein.

Zudem hat man ja lange die Industrieproduktion als Relikt der Vergangenheit angesehen und ist in Richtung der Diensleistungsgesellschaft gegangen.

Es gibt übrings auch heute schon Bundesstaaten, in denen es keine Einkommenssteuer gibt, z.B. In Texas. Da werden die Einnahmen über die Property Tax generiert. Die ist wesentlich höher als die Grundsteuer bei uns.

Da praktisch alle Ökonomen sagen, dass das nicht funktionieren wird, bin ich gespannt.

Viele Grüße,

Günther
 
Hallo zusammen,

einige versuchen hier ja in dem chaotischen Handeln von Trump eine sinnvolle Strategie zu erkennen, ich sehe da keine.
Es mag im Hintergrund ja durchaus Leute mit einer Strategie geben aber es scheint da nicht die eine zu geben die man konsequent verfolgt, sondern es gibt da wohl verschiedene teils gegensätzliche Strategien und umgesetzt wird mal etwas von der einen und dann wieder von der anderen Strategie. Und für Tramp selber scheint Unberechenbarkeit die einzige Strategie zu sein die er hat.

Mal Bildlich gesprochen ein betrunkener Fahranfänger fährt ein Auto und gibt mal Vollgas dann gibt es wieder eine Vollbremsung und dann wieder Vollgas und es wird bei voller Fahrt mit schönem Gruß ans Getriebe der Rückwärtsgang reingeknallt und gelenkt wird auch chaotisch.

Ein solcher Fahrstil ist nicht nur schlecht fürs Auto auch in der Wirtschaft ist so etwas verehrend denn Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen um zu funktionieren.
Trump ruiniert gerade mit seinem Chaos die US-Wirtschaft und macht Amerika klein und nicht groß.

Grüße Gerd
 
Politik gehört ja bekanntlich nicht ins Forum von Astronomie.de.
Daher schreibe ich meine Meinung zu dem Thema hier auch nicht nieder.

Das würde auch gar nicht gehen, denn ich habe bisher keine passenden Missbilligungs- Superlative gefunden, die bezüglich dessen, was auf der anderen Seite des großen Wassers passiert, meiner Entrüstung, Enttäuschung und Ablehnung in irgendeiner Weise gerecht werden würden.

Ich suche weiter.......


CS

Dietmar
 
Hallo zusammen,

einige versuchen hier ja in dem chaotischen Handeln von Trump eine sinnvolle Strategie zu erkennen, ich sehe da keine.
Wenn es die gäbe, müsste er vielleicht nicht per Dekret durchregieren. Dass so etwas anscheinend uneingeschränkt möglich ist, ist sowieso ein Unding. Das Parlament ist damit vollkommen obsolet. Aber er rudert ja auch immer wieder zurück - zuletzt bei der Autoindustrie. Der Astromarkt wird ihn zwar interessieren wie eine Wasserstandsmeldung, dennoch hoffe ich auf eine weitere Deeskalation in Sachen Zoll, wenn die Auswirkungen erst einmal richtig in der amerikanischen Mitte ankommen.
 
Moin ...

hüben wie drüben gilt: Geniessen, was Ihr gewählt habt! Die wollten das so.
Da sei den US-Trump-Wählern ans Herz zu legen. Vielleicht in Zukunft mal v o r h e r mit dem beschäftigen, was man wählen möchte und dann auch tut. Nachher ists zu spät. Und vor allem: mit Verstand! Nicht mit TV- und FB/IG/TikTok etc. getriggerten Emotionen.

Nun dürfen die Trump-Wähler unter den US-Sternguckern tiefer ins Portemonnaie beim Astrokauf greifen. Selbst schuld!

Und auch hier: keine Jammerei, wenn die Gewählten dann ihre Politik umsetzen. Sondern: Geniessen. Und es wird sicher reichlich zu geniessen geben ... wenn das ganze Geld, was z.B. im Gesundheitswesen dringendst benötigt wird, in schöne neue Megarüstung oder Milliardenspenden für die bekannten Regimes geleitet wird. Und alles andere wird - durch immer weiteres Privatisieren - teurer. Etcetcetc.

Das war so gewählt - ergo: gewünscht. Also: nicht klagen. Geniessen!

Nur Anderen - respektive Unschuldigen - müssen eben die Suppe der Demokratie und der Tatsache, das sich ca 80% der Menschen verführen lassen, gegen ihre eigentlichen ökonomischen Interessen zu wählen, mitauslöffeln. DAS ist das Ärgerliche.

Und mal sehen, wann hier die Polit-Darsteller einen Lauten gegen China machen und daraufhin z.B. der GSO 200er Dobson dann die 1000€ Grenze überspringt ...

Dann: gut gewählt!

Grüßles Hannes
 
Wobei die negative Handelsbilanz einfach an der mangelnden Qualität amerikanischer Produkte liegt.
Das kann man so nicht pauschal sagen. Es gibt auch top Produkte aus den USA. Die haben aber ihren Preis. Bei qualifizierten Berufen kostet ein Amerikaner ca. zweimal so viel wie ein Deutscher. Deshalb verstehe ich auch nicht, weshalb Firmen wie z.B. Bosch dort jetzt massiv in die Produktion investieren wollen. Die USA können es sich nicht leisten, mit der ganzen Welt auf Kriegsfuß zu stehen. Das weiß auch die GOP. Da wird gerade viel heiße Luft produziert, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es mit Europa oder den Demokratien in Ostasien einen Deal gibt. Und dann bleibt die Produktion zu teuer.

In Europa sollte man meiner Meinung mittlerweile ohne Probleme mit den Chinesen, was die Produktionskosten angeht, mithalten können. Der größte Teil der Wertschöpfung in China kommt um den Raum Shanghai, wo die Löhne praktisch auf unserem Niveau sind und jedes Jahr ca. 7% steigen. In Osteuropa kann man schon lange billiger produzieren und selbst in DE sollte das mittlerweile immer weniger Probleme machen. Das Problem ist eher, dass die Investition halt dort schon gemacht wurde und man das nicht so einfach zurück drehen kann. Der chinesische Staat ist auch automatisch Mehrheitseigner von jeder Niederlassung dort. Das ist halt auch sowas...

Auf der anderen Seite sind die USA im Export von Services ganz weit vorne dabei. Fast jeder von uns hat irgendein Abo von Netflix, Apple, Disney, Amazon und co. Eine negative Handelsbilanz haben die nur bei Gütern. In der Summe ist es ausgeglichen.

Die Geschichte mit den unfairen Deals ist im Wesentlichen nur Propaganda, Drohkullisse. Auch das wissen die alle. Wie sonst sollten die USA zum reichsten Land der Welt geworden sein? Abgesehen von Geschäftsmodellen von ein paar kleinen Ländern wie Steuerhinterziehung oder Rohstoffen, sind Median Amerikaner auf pro Kopf mit der wohlhabendste der Welt. Mit schlechten Geschäften ist das sicher nicht so geworden. Es wird einfach zum eigenen Vorteil gelogen, dass sich die Balken biegen.

Deren Problem ist eher, dass der Median immer weiter unter dem Durchschnitt liegt, dass also einige wenige den großen Reibach machen und es für den Rest eher stagniert. Das hat auch zur Folge, dass sich dort einige Spekulationsblasen bilden. Z.B. beim Housing. Das ist bei uns ähnlich. In den letzten beiden Jahren unter Biden wurde die Kaufkraft im Median aber eher sogar wieder etwas besser. Auch ähnlich wie bei uns. Die Inflationsjahre wurden im wesentlichen wieder durch die Löhne kompensiert. Auch wieder wie bei uns. Trotzdem kann man aber auch hier die Leute wunderbar aufhetzen. Einschränken muss sich allerdings kaum jemand.

Rein statistisch hatten die USA was die Kaufkraft angeht sogar für die nächsten Jahre eine deutlich bessere Prognose als Europa. Das wird aber jetzt durch die Zölle, die Kursverluste wieder eingefangen.

Ich denke immer noch, dass diese Kriese eine riesige Chance für Europa ist, sich als unabhängiger und fairer Handelspartner zu etablieren, wenn man nur den Mut aufbringen würde, sich von den USA zu emanzipieren. Auch das ist den Amerikanern klar. Nicht umsonst rudern die mit ihren Zöllen dauern vor und zurück. So lähmen sie hier sämtliche Entscheidungen sich von ihnen schnell zu emanzipieren. Das ist zwar alles furchtbar mit anzusehen grad, aber eine gewisse Methode beobachte ich schon dahinter. Die pflaumen nicht nur blöd rum. Da ist überall eine Absicht dahinter.

Grüße
Joachim
 
Ich muss sagen, ich habe viele sehr, sehr nette Sternfreunde rund um den ganzen Globus und so auch in den USA. Die haben genau das befürchtet was jetzt eintritt und die tun mir in jedem Fall sehr leid. Manche von denen haben sogar ihre social media accounts gelöscht, weil sie sich klar positionierten, im öffentlichen Dienst tätig sind und Sanktionen zu befürchten hatten, das ist wirklich irre und deren geringstes Problem sind jetzt die steigenden Teleskoppreise. "If you elect a clown expect a circus", mehr kann man dazu leider nicht sagen.
Das ganze ist ohnehin ein Hirngespinst, weil die USA genauso wie viele anderen Staaten von zig Rohstoffen aus China abhängig sind.

CS Ernst-Christian
 
In Europa sollte man meiner Meinung mittlerweile ohne Probleme mit den Chinesen, was die Produktionskosten angeht, mithalten können. Der größte Teil der Wertschöpfung in China kommt um den Raum Shanghai, wo die Löhne praktisch auf unserem Niveau sind und jedes Jahr ca. 7% steigen.

Das mit den Lohnkosten mag schon sein aber die Lohnkosten sind hier gar nicht der entscheidende Punkt.
In einer modernen Industrie Produktion machen Lohnkosten mit in DE etwa 15 bis 30% längst nicht mehr den größten Anteil der Kosten aus.

Rohstoff und Energiekosten, Umweltstandards usw. sind da auch von großer Bedeutung und vor allem auch die Bürokratie mit unzähligen Bestimmungen und Verpflichtungen und Auswüchsen wie dem Lieferkettengesetz, usw. ist ein Kostentreiber.
Die Schweiz ist zb. mittlerweile trotz deutlich höherer Löhne ein kostengünstigerer Standort als DE.


Die Geschichte mit den unfairen Deals ist im Wesentlichen nur Propaganda, Drohkullisse. Auch das wissen die alle. Wie sonst sollten die USA zum reichsten Land der Welt geworden sein?

Ich denke Unfair waren doch eher die USA zum Rest der Welt.
Die haben Jahrzehnte lang andere für sich arbeiten lassen und sie mit frisch gedruckten Dollar bezahlt.
Sie haben also keine echte Gegenleistung erbracht sondern lediglich bunt bedrucktes Papier bzw. in heutiger Zeit natürlich Digitale Kontostände transferiert.
Mit anderen Worten den Wohlstand der Amerikaner haben andere in der Welt ohne eine echte Gegenleistung dafür zu bekommen erarbeitet.

Das funktioniert nur weil der Dollar Weltweit als Reservewährung genutzt wird und Staaten bzw. deren Zentralbanken Dollar kaufen was den Wert des Dollar hochhält.
Sonst wäre der Dollar längst im Keller und die USA pleite, weil sie seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse leben.

Grüße Gerd
 
Die haben Jahrzehnte lang andere für sich arbeiten lassen und sie mit frisch gedruckten Dollar bezahlt.
Sie haben also keine echte Gegenleistung erbracht sondern lediglich bunt bedrucktes Papier bzw. in heutiger Zeit natürlich Digitale Kontostände transferiert.
Mit anderen Worten den Wohlstand der Amerikaner haben andere in der Welt ohne eine echte Gegenleistung dafür zu bekommen erarbeitet.

Das funktioniert nur weil der Dollar Weltweit als Reservewährung genutzt wird und Staaten bzw. deren Zentralbanken Dollar kaufen was den Wert des Dollar hochhält.
Sonst wäre der Dollar längst im Keller und die USA pleite, weil sie seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse leben.
Auch sein Wirtschaftsmodell auf permenente Exportüberschüsse auszurichten, so wie es Deutschland mit viel Stolz macht, muss auch hinterfragt werden. Dem Überschuss in der Handelsbilanz steht das Handelsbilanzdefizit auf der anderen Seite gegenüber. Finanziert werden diese ja auch über Schulden.
 
Sind die westlichen Staaten selber schuld , wenn sie seit jahrzehnten alles erdenkliche nach südostasien produktionsmäßig verlagerten, um maximale Profite zu ermöglichen und ihr Know How verscherbelt hatten über erzwungene Joint Ventures .
Nun erleben sie Alle den verwunderten Boomerang .:eek::ROFLMAO:
So schaut kurzfristiges Denken und Handeln des gierigen westlichen Unternehmens gepaart mit strohdummer politik aus . Chapeau :ROFLMAO::poop:
 
Sind die westlichen Staaten selber schuld , wenn sie seit jahrzehnten alles erdenkliche nach südostasien produktionsmäßig verlagerten, um maximale Profite zu ermöglichen und ihr Know How verscherbelt hatten über erzwungene Joint Ventures .
Nun erleben sie Alle den verwunderten Boomerang .:eek::ROFLMAO:
So schaut kurzfristiges Denken und Handeln des gierigen westlichen Unternehmens gepaart mit strohdummer politik aus . Chapeau :ROFLMAO::poop:
Das trifft den Nagel auf den Kopf.
Seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten, sage ich, dass uns diese Gier nach billiger Produktion zum Preis des unverantwortlichen Technologietransfers zugunsten eines wirtschaftlichen Gegners eines Tages schmerzhaft auf die Füße fallen wird.

Es fällt bereits, der Aufschlag steht kurz bevor.

CS

Dietmar
 
Naja, dafür dass alles seit Jahrzehnten schon den Bach runter geht, geht es uns aber noch richtig gut. Wenn ich mir hier bei mir im Dorf umschaue, geht es den Leuten praktisch durch die Bank richtig gut. Sowohl jung als auch alt. Seit Beginn der Globalisierung gab es pro Kopf einen deutlichen Kaufkraftgewinn. Die anderen Länder holen nur auf, was erst mal grundsätzlich positiv für uns ist, da die dann auch deutlich mehr von uns kaufen können.

Die letzten paar Jahre stagniert es hier zwar, aber das liegt weniger an der Globalisierung, sondern fast komplett an globalen Krisen, die uns etwas härter getroffen haben, als den Rest der Welt. Auch in den USA läuft es trotz der ganzen angeblichen Bad Deals prima. Die Wirtschaft dort hat die letzten Jahre gebrummt. Das Problem dort ist nicht China, oder Europa oder dass deren Industrie nicht mehr selber produziert. Das Problem dort ist die Umverteilung von unten nach oben. Die Mittelschicht profitiert nicht mehr. Das ist bei uns ähnlich, aber in abgeschwächter Form. Die Globalisierung war für Deutschland gut, nur für die Menschen nicht. Die 2010er waren tatsächlich das deutsche Jahrzehnt. Nur ist davon nicht viel bei den Menschen angekommen. Jetzt kommen zu den geopolitischen Krisen bei uns noch Probleme hinzu, die über Jahrzehnte ignoriert wurden. Das sind die Demografie, die marode Infrastruktur und eine politische Krise, in der es unmöglich scheint diese Probleme anzugehen.

Diese drei Dinge haben zu einem Rückgang von Deutschland in der Wettbewerbsfähigkeit in den ganze Ratings geführt. Kein Corona, keine Flüchtlinge, kein Russland, kein China. Das Gejammer über alles mögliche kann ich nicht mehr hören. Zu hohe Energiepreise? Inflationsbereinigt UND kaufkraftbereinigt ist die Energie genauso teuer wie vor der Ukraine Krise. Und wenn die Löhne erhöht werden sollen? Dann sind aufeinmal die Arbeitskosten erdrückend. Alles besteht nur aus Arbeitskosten. Gehen die Sozialbeiträge hoch? Oh nein, das macht einen Großteil der Lohnkosten aus. Den Landwirten sollen Subventionen auf Diesel gestrichen werden? Oh nein, die Spritkosten waren doch schon immer der größte Posten, ist ja alles mechnanisiert, Kein Wunder. Vorher waren 50 Cent mehr für die Landarbeiter eine Katastrophe, weil naja die Lohnkosten, das ist ja alles so arbeitsintensiv. Dann kommen paar Flüchtlinge aus der Ukraine, oh Gott die Welt geht unter. Merkt ihr nichts?

Was die Zölle und deren Begründung angeht, dann sind diese einfach Blödsinn. Da braucht man weiter nichts dazu zu sagen. Das reichste Land der Welt, sowohl absolut als auch pro Kopf wenn man paar Geschäftsmodelle wie Erdöl und Steuerhinterziehung weglässt, wird von allen abgezockt. Oh, nein! Da müsste einem eigentlich was auffallen. Die haben auch kein wirkliches Handelsdefizit. Bei Gütern ja, dafür verkaufen die Services wie geschnitten Brot. Das sind einfach Lügen und fertig. Da braucht man nicht darüber zu diskutieren.

Wirtschaft ist zur Hälfte Psychologie. Wenn man sein Land [zensiert] redet, dann wird es [zensiert]. Das ist hier aktuell der größte Haken in diesem Land. Es gibt nur noch Probleme, alles wird immer schlechter. Bestimmte Kreise von innen und außen besetzen jedes noch so kleine Problem und eskalieren es bis zum geht nicht mehr. Das ist die Pest in diesem Land. Ansonsten geht hier die Bevölkerung zurück inklusive einer Verschiebung der Anzahl der Arbeitenden zu immer mehr Menschen, die nicht mehr arbeiten. Große Wachstumsschübe kann man bei uns über einen längeren Zeitraum nicht mehr erwarten, bis entweder das Problem über Zuwanderung oder KI gelöst wird.
 
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