Glaswegkorrektor TS 125/975 SD-Apo

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Quanten

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Kommt darauf an wie man APO definiert. Nach der APO Definition für einen visuellen APO wäre dem so.
Nah der APO Definition über den RC Wert läge der TS SD 125 mit RC 1,12 knapp über der Schwelle von 1,0 aber es wäre Erbsenzählerei sich da nun wegen der 0,12 die er drüber liegt heiß zu machen.
Hallo Gerd,
da es nun hier steht, nach meinem Kenntnisstand ist der TS SD 125 doch ein "Glasweg-APO", was bedeutet nur mit 65 mm Glasweg erreicht der TS SD 125 einen RC von 1,12?
Wenn das wirklich so ist, sollte man das meiner Meinung nach auch immer dazu erwähnen, oder täusche ich mich da?
LG
 
Hallo Quanten,

bin zwar nicht Gerd ;-) aber ich hab den 125er Apo und einen kleinen Lacerta 72 mm F6. Beide sind für den Preis super und sollte ich Mal im Lotto gewinnen, dann gibt's mit einem TSA 120 und einem FC 76 vielleicht 2-3 Prozent mehr zu sehen, allerhöchstens. 😉

Hab viel getestet und probiert. Bei meinem Exemplar (soll ja nicht bei allen so sein) bekomme ich ein absolut farbfehlerfreies Bild mit einem 2 Zoll APM Prisma. Ich sehe zwar auch bei direktem Durchschauen oder mit einem 1 1/4 Zoll Vixen Prisma praktisch keinen Farbfehler, aber das Bild ist mit dem Glasweg einfach "kontrastiger" und es sind einfach feinere Details am Planeten zu erkennen. Was schon anders ist mit dem Glasweg sind die Beugungsbilder abseits des Fokus. Wenn das Prisma drinnen ist, sieht man sie sehr gleichmäßig auf beiden Seiten des Focus. Sonst ist eine Seite so, dass man die Ringe kaum sieht, weil der Hintergrund fast so hell ist. Und dann verwäscht leichtes Seeing die Ringe bereits.

Mit Prisma keine Diskussion, schaut schon lehrbuchmäßig aus.

Beim Lacerta ist das anders. Das 2 Zoll Prisma macht aus dem F6 SD einen Achromaten. Also deutlich blauviolette Höfe. Der wäre ohne Prisma wohl noch farbreiner, aber dann nehme ich das 1/4 Zoll Prisma, einfach weil ich keinen Spiegel habe.

Ich sehe beim 125er mit Prisma auch extra und intrafokal kaum einen Unterschied in der Farbe der Ringe, während der kleine 72er SD da deutlich rötlich und maigrün zeigt.

Der 125er Lanthan ist insgesamt ein bisschen mehr "Apo" als der kleine Lacerta und von der Farbkorrektur im praktischen visuellen Einsatz ist davon ohne Prisma praktisch nichts und mit Prisma gar nichts zu erkennen.

Mir ist das wichtig, wegen der Sternfarben. Auch wenn ein Farbfehler kaum Auflösung kostet ändert er die ein bisschen. Und beim 125er mit Prisma ist die Farbdefiniton sehr gut und man merkt die Unterschiede verschiedener Okulare.

LG
Franz

LG
Franz
 
Hallo Gerd,
da es nun hier steht, nach meinem Kenntnisstand ist der TS SD 125 doch ein "Glasweg-APO", was bedeutet nur mit 65 mm Glasweg erreicht der TS SD 125 einen RC von 1,12?
Wenn das wirklich so ist, sollte man das meiner Meinung nach auch immer dazu erwähnen, oder täusche ich mich da?
LG

Eigentlich beruht der RC Wer auf dem sekundären Spektrum der Glaspaarung und wird nicht am konkreten Exemplar gemessen.
Er ist also unabhängig vom Design oder dem konkreten Korrekturzustand des jeweiligen Exemplars.

Er beruht also auf den Daten im Glaskatalog oder der konkreten Schmelzen.
Dabei wird vorausgesetzt das F und C einen gemeinsamen Fokus haben.
Es gibt dann also für F und C nur eine gemeinsame Schnittweite zu e.
Die wird dann in Relation zur Wellenoptischen Schärfentiefe gesetzt und gibt dann den RC Wert.

Wie groß diese Schrittweite ist wird vom sekundären Spektrum der Glaspaarung und der Brennweite bestimmt.

Bei der im TS SD 125 verwendeten Glaspaarung beträgt dieses rund 1/13000 der Brennweite

Die Berechnung ist also sehr einfach.

Brennweite TS SD125 = 975mm
Schrittweite e zu F/C = 975/13000 = 0,075mm.

In der Regel fallen am konkreten Exemplar aber F und C nicht zusammen in einen Fokus.
Auch im Design macht man das heutzutage nicht mehr so.
Fürs visuelle ist es optimal, wenn F etwa halb so weit wie C fällt.
Der Durchschnitt bleibt in diesem Korrekturzustand aber bei 0,075.
F fällt dann 0,05mm und C 0,1mm also Durchschnitt = 0,075mm

Man kann daher die Schnittweiten von F und C zu e auch einfach am konkreten Exemplar messen und den Durchschnitt bilden.
Man kommt hier dann ja auch auf 0,075mm also so wie oben auf Basis des sekundären Spektrums der Glaspaarung.

Dumm wird es nur wenn F kürzer als e fällt.
Da ein Defokus intrafokal genauso schädlich wie ein Defokus extrafokal ist kann man hier ja nicht mit negativen Vorzeichen arbeiten und so tun als wenn der Defokus bei F den Defokus bei C mindern würde.

Nemen wir mal an F wird um 0,1mm nach vorn geschoben dann wandert C 0,1mm nach hinten.
F fällt dann 0,075mm -0,1mm = 0,025mm Defokus intravokal
C fallt dann 0,075mm + 0,1mm = 1,75mm Defokus extrafokal

Durchschnitt des Defokus von F und C = 0,025mm +0,175mm = 0,2mm/2 = 0,1mm
Für den RC Wert müssen wir in dem Fall also nicht 0,075mm sondern die 0,1mm heranziehen.
Also 0,1/ 0,0664mm = RC 1,5.

Auch beim TS SD125 fällt F kürzer als e und damit verschlechtert sich auch hier in der Tat der RC Wert.

Allerdings ändert sich ja nichts an dem sekundären Spektrum der Glaspaarung von f/13000 denn es sind ja immer noch die gleichen Gläser.

Man muss hier also unterscheiden zwischen dem RC Wert der sich aus dem sekundären Spektrum der Glaspaarung ergibt und dem RC Wert der sich aufgrund des besonderen Korrekturzustands ergibt.

Die RC 1,12 die ich oben angegeben habe basieren auf dem sekundären Spektrum der Glaspaarung und berücksichtigen den besonderen Korrekturzustand des TS SD125 nicht.
Es ist der bestmögliche Wert.

Grüße Gerd
 
Hallo zusammen,

Anno 2002 im ICS Katalog zu den TAK FS:

"Bei einem Öffnungsverhältnis von f/8 liegt das sekundäre Spektrum der FS Refraktoren bei 1:10.000 der Brennweite...

Hatte einen FS78 f/8, der war für mich absolut farbrein und der TS 125er SD hat 1:13.000. Wir sind also im Prinzip da, wo ein Fluorit-Dublet war. Nur dass die 3 Zoll damals schon preislich ungefähr da gelegen sind wo der 5-Zöller heute ist.

Und Vega ist in beiden Fällen reinweiß. Und den TS gibt es unter anderen Marken wo teilweise 95 Strehl garantiert werden.

Auch der Auszug ist angenehmer, weil mit Untersetzung und 2 Zoll sind heute bei jedem ED Standard. Damals hat man noch ein paar Hunderter drauflegen müssen 😉.

Der 125er hat in meinen Augen das beste Preis/Leistungsverhältnis aller EDs die ich kenne.

LG
Franz
 
Hallo Franz,

Anno 2002 im ICS Katalog zu den TAK FS:

"Bei einem Öffnungsverhältnis von f/8 liegt das sekundäre Spektrum der FS Refraktoren bei 1:10.000 der Brennweite...

Es kommt natürlich immer auf das Partnerglas an und es kann durchaus gute Gründe geben nicht immer das zu nehmen mit dem sich das geringste sekundäre Spektrum der Glaspaarung ergibt aber f/10000 für eFC wäre für eine Paarung mit CaF2 schon ungewöhnlich schlecht.
Üblich wären hier eher so um die f/25000.
Mit sehr gutem Partnerglas wie zb. dem KZFS2 auch noch deutlich weniger.
Auch damals schon.

Ein sekundäres Spektrum der Glaspaarung von um die f/25000 passt auch sehr gut zu dieser Messung eines FS 128



Bei Fokus auf e fällt
F….0,053mm
C…0,0271mm

Der Durchschnitt wäre 0,04mm
Das sekundäre Spektrum der Glaspaarung wäre hier demnach 1040/0,04 = f/26000.
Das ist genau doppelt so gut wie die f/13000 die wir beim TS SD 125 haben.

Stellt sich nun die Frage wie ICS auf f/10000 kommt.
Es wäre möglich das es den FS mit verschiedenen Partnergläsern gibt.
Oder die f/10000 im ICS Katalog beziehen sich nicht auf die Fraunhofer Linien eFC sondern zb. auf egC (546nm und 436nm/656nm).

Bei einem Doublet ist der gute alte CaF2 Kristall immer noch das Beste und SD-Gläsern überlegen.
Bei einem Triplet kann man mit SD-Gläsern genauso gute Ergebnisse wie mit CaF2 erreichen.

Grüße Gerd
 
Hallo zusammen,

was mich in diesem Zusammenhang irritiert daß es auch zum FS128 Meldungen gibt daß man dort noch Farbe wahrnehmen kann.

In diesem Faden: Takahashi FS128 oder 120 TSA

Oder auch in diesem Thread: Erfahrungen zu Takahashi FS128 / 102NSV


Leider finde ich keinen Beobachtungsbericht der darauf eingeht wie sich das auf die Detailwahrnehmung bei der visuellen Beobachtung z.B. an Planeten im Vergleich zu anderen ED oder SD Apos auswirkt.


Viele Grüße Felix
 
Hallo zusammen,

was mich in diesem Zusammenhang irritiert daß es auch zum FS128 Meldungen gibt daß man dort noch Farbe wahrnehmen kann.

In diesem Faden: Takahashi FS128 oder 120 TSA

Oder auch in diesem Thread: Erfahrungen zu Takahashi FS128 / 102NSV

Also mich irritiert da nichts.
Das ein 128F8,1 Doublet bei der Farbkorrektur im Vergleich zu einem erstklassigen 120F7,5 Triplet diesem nicht ganz ebenbürtig ist war zu erwarten.
Irritieren würde mich hier eher, wenn es nicht so wäre.
Auch wenn die Farbkorrektur des FS128 schon ein hervorragendes Level erreicht heißt das nicht das hier das Ende der Fahnenstange erreicht wäre.

Das Level der Farbkorrektur ist eben immer eine fließende Entwicklung.
Es gibt da keine Stufen oder einen Punkt wo ein Schalter umgelegt wird und Plötzlich ist alles perfekt.
Darum gibt es auch keine verbindliche Apo Definition.
Auch eine Definition zb. über den RC Wert ist nur ein Anhaltspunkt.

Es ist nicht so das unter RC 1,0 plötzlich etwas völlig anders wäre.
Eine Optik mit RC1,1 wäre nach der RC Definition kein APO und eine mit RC 0,9 wäre einer aber in der Praxis wird bei gleichem Korrekturzustand rein beim durchschauen kein Mensch wirklich sicher sagen können welcher der Beiden der APO nach RC Definition ist.
Der Unterschied im Level der Farbkorrektur ist hier viel zu gering um bemerkt zu werden und es ist hier keineswegs so das bei RC 1,1 ein Farbfehler sichtbar wäre und bei RC 0,9 plötzlich nicht mehr.

Es ist halt wichtig zu verstehen das das Level der Farbkorrektur eine fließende Entwicklung ist und auch wenn schon ein sehr hohes Level wie zb. beim FS128 erreicht wurde bedeutet das nicht das auch in extrem Situationen jeglicher Farbfehler absolut ausgeschlossen wäre.
Ob man diesen noch wahrnimmt oder nicht ist sicherlich auch eine sehr individuelle Geschichte.
Unsere Augen sind nun mal nicht alle gleich und auch das Alter spielt da eine Rolle.
Einige Menschen verfügen zb. auch über 4 verschiedene Farbrezeptoren.
Das nennt sich dann Tetrachromat.

Grüße Gerd
 
Das ein 128F8,1 Doublet bei der Farbkorrektur im Vergleich zu einem erstklassigen 120F7,5 Triplet diesem nicht ganz ebenbürtig ist war zu erwarten.
Irritieren würde mich hier eher, wenn es nicht so wäre.

Mich irritiert auch nicht der Unterschied zwischen dem Doublet FS128 und einem erstklassigen Triplett wie dem TSA sondern die Tatsche daß die Farbkorrektor des FS 128 doppelt so gut ist wie die des SD125 und trotzdem beim FS 128 von Farbe die Rede ist.

Deswegen diese Anmerkung:
Leider finde ich keinen Beobachtungsbericht der darauf eingeht wie sich das auf die Detailwahrnehmung bei der visuellen Beobachtung z.B. an Planeten im Vergleich zu anderen ED oder SD Apos auswirkt.



Viele Grüße Felix
 
Mich irritiert auch nicht der Unterschied zwischen dem Doublet FS128 und einem erstklassigen Triplett wie dem TSA sondern die Tatsche daß die Farbkorrektor des FS 128 doppelt so gut ist wie die des SD125 und trotzdem beim FS 128 von Farbe die Rede ist.

Na ja von Farbe die Rede klingt ja so als wenn es da ein Problem geben würde.
Es ist beim FS128 von fast perfekter Farbkorrektur die Rede.

Perfekte Farbkorrekur beim TSA 120, fast perfekte Farbkorrektur beim FS 128; schneller Auskühlzeit beim FS 128, möglicherweise besserer Kontrast.

Und das merkt man vermutlich auch nur im direkten Vergleich zum TSA120 das der FS im Vergleich dazu in Extremsituationen vielleicht minimal Farbe zeigt.
Und wie gesagt es ist ja eine fließende Entwicklung und auch wenn der TS 125 schon sehr wenig Farbe zeigt muss das nicht gleich heißen das bei doppelt so guter Farbkorrektur nun jegliche Farbe völlig ausgeschlossen wäre.

Außerdem ist natürlich nicht jedes Exemplar gleich.
Das gilt natürlich nicht nur für den TS sondern auch für den TAK.
Du sagst das dein SD 125 ohne Glasweg besser wäre, das kann sein aber dein Exemplar würde dann vom Design abweichen.
Franz schreibt oben ganz klar das sein SD125 mit Glasweg besser ist.

Natürlich kann es auch beim FS128 zu solchen Unterschieden kommen.

Es kann also trotz gleichem sekundärem Spektrum der Glaspaarung durchaus je nach Korrekturzustand zu unterschiedlich wahrnehmbarem Farbfehler kommen.
Mit einem Glasweg kann man das ja sehr schön ausprobieren.

Es ist auch denkbar das es den FS128 mit verschiedenen Partnergläsern gibt.
In der Zeit in der er gebaut wurde verschwanden wegen Umwelt und Gesundheitsschutz viele gute Gläser aus den Glaskatalogen.
Dummerweise waren das oft die besonderes guten Gläser und es gab oft keinen gleichwertigen Ersatz.
In einigen Fällen gibt es den bis heute nicht.
Gut möglich das auch beim FS128 ein neues etwas schlechteres Partnerglas verwendet werden musste, weil das bessere Alte nicht mehr verfügbar war und das es deshalb Unterschiede in der Farbkorrektur gibt.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,
erst einmal Danke für deine Rückmeldung!

Was ich beim TS SD 125 aber nach wie vor nicht richtig verstehe, ist die Sache mit dem Glasweg.
Ist der TS nun ein Glasweg APO oder ist es kein Glasweg APO?

Als potentieller Käufer des TS 125 muss man doch wissen, ob man zu dem APO einen Zenitspiegel oder ein 2" Zenitprisma kaufen muss?
Oder für die weißlicht Sonnenbeobachtung, ein Herschelkeil oder evtl. eher ein Pentaprisma oder einen Objektivfilter?

Auch die unterschiedlichen RC Angaben sind verwirrend.
RC 1,5 für den Korrekturzustand und RC 1,12 für die Glaspaarung.
Und welcher von den Beiden RC-Werte ist dann in der Praxis der ausschlaggebende bzw. der real messbare?
Und welcher RC wird dann durch den Glasweg XY erreicht, oder gibt es dann noch einen dritten RC-Glasweg?

Wenn du dazu etwas Klarheit schaffen könntest wäre das prima.
LG
 
Ist der TS nun ein Glasweg APO oder ist es kein Glasweg APO?

Das Design ist visuell ganz klar mit Glasweg besser.
Das ist gut im LSA Diagramm zu erkennen.


Achtung die grüne Kurve steht hier nicht etwa für Grün sondern Türkis,Hellblau (497nm)
Die rote Kurve steht hier für Grün (546nm)
Betrachtet muss die 0,7 Zone werden.
Normal müsste Grün also die rote Kurve am kürzesten fallen.
Wie man sieht fällt 497nm kürzer.
Das ist ein klares Zeichen das hier ein Glasweg von Vorteil ist.
Dieser verlängert in Relation zu 546nm alles was darunter liegt und verkürzt alles was darüber liegt.
Leider ist hier nicht F also 486nm dargestellt aber auch an 497nm erkennt man ja deutlich das dies vor 545nm liegt.

Mit Glasweg würde hier 497nm nicht mehr vor sondern etwas hinter 546nm liegen.
Der Defokus gegenüber 546nm wäre hier bei geeigneten Glasweg in etwa der Gleiche nur nicht mehr intrafokal sondern extrafokal.
Man hat dann also keinen Nachteil bei 497nm aber einen deutlichen Vorteil bei allem was über 546nm liegt so auch bei den dargestellten 620 und 680nm.

Als potentieller Käufer des TS 125 muss man doch wissen, ob man zu dem APO einen Zenitspiegel oder ein 2" Zenitprisma kaufen muss?
Oder für die weißlicht Sonnenbeobachtung, ein Herschelkeil oder evtl. eher ein Pentaprisma oder einen Objektivfilter?

Wie gesagt das Design ist mit Glasweg besser und das Exemplar dessen Messwerte ich kenne auch. Ich kann dir aber nicht garantieren das es bei allen Exemplaren so ist.

Beim Korrekturzustand kann es je nach Charge der Glasschmelzen durchaus zu Unterschieden kommen.
Im Zweifel wird man es also ausprobieren müssen.

Auch die unterschiedlichen RC Angaben sind verwirrend.
RC 1,5 für den Korrekturzustand und RC 1,12 für die Glaspaarung.
Und welcher von den Beiden RC-Werte ist dann in der Praxis der ausschlaggebende bzw. der real messbare?
Und welcher RC wird dann durch den Glasweg XY erreicht, oder gibt es dann noch einen dritten RC-Glasweg?

Der RC Wert ist nicht geeignet den Korrekturzustand exakt wiederzugeben.
Wie gesagt eigentlich wird der Korrekturzustand dort überhaupt nicht berücksichtigt.
Die Variante wo er sich verschlechtert, wenn F kürzer als e fällt ist im Grunde nur auf dem Mist von Wolfgang Rohr und einem Optikexperten gewachsen dessen Namen er nicht genannt hat. Diese Variante ist zwar logisch und nachvollziehbar aber sie findet sich nicht in der Fachliteratur

In der Fachliteratur und bei Zeiss oder Lichtenknecker kennt man nur den RC Wert auf Basis des sekundären Spektrums der Glaspaarung.
Dieser RC Wert macht keinerlei Aussage zum Korrekturzustand.

Es ist ein guter Anhaltspunkt um zu beurteilen was mit der Glaspaarung bei den gewünschten Eckdaten machbar ist.
Aber was dann wirklich im Design und in der Fertigung daraus gemacht wurde lässt sich so nicht genau sagen.

Wenn du wissen möchtest ob ein Glasweg Vorteile bringt oder nicht musst du dir die Lage der Farben zueinander anschauen und nicht den RC Wert.
Siehe Erläuterung oben zum LSA Diagramm.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd, auch von mir Danke, sehr erhellend. Ich hab ja den FS78 gehabt, war mein erster Apo nach einer Reihe von Fraunhofern. Und vielleicht bin ich für blau nicht besonders empfindlich. Ich hab weder bei dem FS78 noch mit dem TS125 je Farbe gesehen. Und könnte mich in den A... beißen, den Tak verkauft zu haben. Der neue Besitzer hat wohl sehr viel Freude damit. Ist ja nicht nur die Farbkorrektur, der war auch sonst traumhaft in der Abbildung.

Was das Partnerglas im ICS Katalog betrifft, es ist folgendes angegeben.

"Das Design der FS-Objektive besteht aue einer einzigartigen Kombination aus einem Fluorit-Frontelement und Flintglas (KzF 5) als Innenelement.

Außerdem schreibt ICS "unter 1/ 10.000 der Brennweite" was ja auch bei 1/26.000 der Fall wäre. 😉 Wäre halt ein Fall heute nicht mehr üblichen Understatements 😉.

LG
Franz
 
Und vielleicht bin ich für blau nicht besonders empfindlich. Ich hab weder bei dem FS78 noch mit dem TS125 je Farbe gesehen.
Da würde ich mir an Deiner Stelle keine Sorgen machen die Äußerung zur leichten Farbe ist in Beitrag #4 aus dem zweiten Link oben zu entnehmen:

Hallo Josef,

ich habe schon durch den FS102 und den FS78 geschaut und kann sagen, dass es absolut farbreine Apo's sind. Ein Sternfreund hat Erfahrung mit dem FS128 gemacht und musste leider berichten, dass der APO bei hoher Vergrößerung um sehr helle Objekte einen hauch von Farbe zeigt.

Gerd hat aber an anderer Stelle schon etwas zur Korrektur der FS geschrieben was das erklären sollte, siehe erster Link oben:

Beim FS102 versus ED102 ist unbedingt zu beachten das der FS eine andere Charakteristik aufweist und einen breiteren Spektralbereich gut korrigiert. Dafür leistet er sich bei 499nm eine kleine Schlappe und erreicht da lediglich Strehl 0,885 wo hingegen der 102mm ED bei dieser Wellenlänge noch 0,972 erreicht.

Genaueres ergibt sich aus Gerd's Beitrag in Gänze da geht er auf die kleine Schwäche der FS ein die genau im blauen Bereich des Spektrums liegt und sich bei den kleineren FS vermutlich so gut wie nie zeigt.


Viele Grüße Felix
 

Hier will ich mal auf eine Besonderheit von einigen CaF2 Doublets hinweisen.
Es gelingt mit CaF2 und geeignetem Partnerglas 3 Wellenlängen in einem Fokus zu vereinen.
Der Farblängsfehler zeigt hier damit dann einen S-förmigen Verlauf wie bei einem Triplet.
Das erklärt dann auch warum der FS 102 im Design diese kleine Delle in der Strehlkurve bei 499nm hat.
Der Farblängsfehler nimmt erst zu, erreicht bei 499nm sein erstes kleines Maximum und nimmt dann aber wieder ab um später im Violetten dann erneut anzusteigen.
Und genau das merkt man dann auch an der Strehlkurve.
Leider hat TAK die Seite zum FS102 mit der Strehlkurve nicht mehr online so diese nicht mehr abrufbar ist.

Man findet aber noch das LSA Diagramm.


Hier sind die Schnittweiten für die 0,7 Zone eingetragen.
F………..-0,0561
C ……….+0,0099

Das würde ein sekundäres Spektrum der Glaspaarung von f/ 24848 bedeuten.

Wie man am negativen Vorzeichen sieht fällt F hier deutlich kürzer als e.
Bei einem gewöhnlichen Doublet das 2 Farben in einem Fokus vereinigt und darum einen U-förmigen Verlauf des Farblängsfehlers aufweist würde das bedeuten das hier ein Glasweg Vorteile bringt.
Hier haben wir es aber mit einem besonderen Doublet zu tun welches 3 Farben in einem Fokus vereint und einen S förmigen Verlauf des Farblängsfehlers aufweist.
Ein Glasweg dürfte hier daher keinen Vorteil bringen denn dieser würde C das ja sehr nah an e liegt ins intrafokale schieben.
Man hat sich also bewusst für diese Korrektur entschieden, weil so ein deutlich größeres Spektrum gut korrigiert werden kann.

Es ginge aber auch anders wie das hier getestete Exemplar beweist.


Hier fällt F weiter als e

F……………+0,027
C……………+0,044
Durchschnitt 0,0355
Sekundäres Spektrum der Glaspaarung 820/0,0355 = f/23098

Dieses Exemplar weist also einen anderen Korrekturzustand auf wobei das sekundäre Spektrum der Glaspaarung sehr ähnlich ist und vermutlich nur wegen Messfehler und Abweichungen in der Schmelze vom Design Wert oben leicht abweicht.
Das passt also durchaus ganz gut nur der Korrekturzustand ist eben ein Anderer wie im LSA Diagramm.

Die Auswirkung sieht man hier.


Die kleine Delle bei 499nm gibt es nicht mehr
Von F bis C durchgehend sehr hohe Strehlwerte.
RC Wert 0,5

Dafür dürfte dieses Exemplar dann aber im Violetten deutlich schlechter als das Design sein.
Das wurde aber leider nicht gemessen.

Hier sieht man sehr schön das man bei gleicher Glaspaarung durchaus deutliche Unterschiede im Korrekturzustand haben kann.

Grüße Gerd
 
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