DocTelescope 16" - Erste test und Unterschiede zum 12"

TigerClaw35

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Hallo Zusammen,

heute früh konnte ich endlich meinen neuen 16 Zöller Newton Gitterrohr Dobson testen und möchte gerne die ersten Erfahrungen damit mit euch teilen.

Als Grundbasis habe ich mir von DocTelscope die Struktur eines Gitterrohr Newtons 16" bestellt und diesen unter anderem pulverbeschichtet und mit Carbon und Co ausgestattet. Dazu werde ich noch einen detaillierten Bericht veröffentlichen (Review).

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Während der Umbauphase habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, wie sich das Instrument aufgrund seiner Größe und Bauweise verhält. Mein vorheriges Teleskop war ein Newton 12" mit Carbontubus und das habe ich oft gut ausgereizt. Parallel dazu habe ich mir auch noch einen GreatStar ADK zugelegt, da die kleinen Linsen immer noch ausreichen, um meine ASI 178 auszuleuchten. Das habe ich bereits im Vorfeld getestet, indem ich einfach etwas mehr belichtet habe und nach Schatten am Rand Ausschau gehalten habe.

Sehr wichtig war mir auch die Kollimation und die korrekte Ausrichtung der Spiegel. Beim Hauptspiegel habe ich die laterale Lagerung etwa in der Höhe 44% der Dicke vom Boden aus eingestellt. Also die Punktauflage nich exakt mittig, sondern etwas darunter. Ich habe dazu auch minimal Luft gelassen(1x Papierdicke dazwischen), damit die Lager nicht am Spiegel kleben. Beim Schwenken macht sich das am laser nur minimal bemerkbar. Der Spiegel soll ja nicht gepresst sein.

So, heute früh war es dann soweit. Das komplett umgebaute Teleskop ging an den Start. Hier ein Short Video davon: Next Level Stargazing: 16" Carbon-Newton im Gitterrohr-Design #space#telescope #astrophotography

Eigentlich habe ich für den unteren Teil auch noch eine 1mm starke ABS Ummantelung zugeschnitten. Soltle als Streulichtschutz dienen und meine eigene Körperwärme fern halten. Ich wollte es allerdings mal ohne versuchen, da der Spiegel so besser auskühlen und atmen kann und ich die Luftschicht mit Temperaturgradient über dem Spiegel nicht durch Lüfter ausgleichen muss (Tubusseeing).

Als erstes kam der Mond gegen 3 Uhr morgens, später Saturn gegen 4 Uhr. Zunächst war ich verunsichert, da ich einfach nicht in den Fokus kam. Ich habe die Einstellungen des Motorfokussierers sehr fein eingestellt. Allerdings bekam ich oft ein doppeltes Bild. Entweder wanderte der doppelte Teil (2 unscharfe Scheiben) nach oben Richtung 12 Uhr oder Richtung 15 Uhr, je nach dem ob Intra oder Extrafokal. Die Art wie die doppelte Scheibe wandert, ist oft ein Indiz für mich, dass das Seeing einfach nicht passt und es nicht am Teleskop selbst liegt. Da war zwischen Intra- und Extrafokal eigentlich kein Spielraum. Ich bekam kein scharfes Bild.

Beim Mond sah der Rand so aus, als würde dieser glühen, nicht wabbeln. Das ist eigentlich ein Indiz für Tubusseeing. Doch was ist beim 16 Zöller anders? Lag es wirklich am Wetter? Als Gitterrohrkonstruktion könnte meine eigene Körperwärme das Ganze beeinflussen, ebenso die leicht gekippte Balkontür hinter dem Hauptspiegel, da es in der Wohnung wärmer ist. Dagegen kann man nicht viel machen, außer mehr Abstand zum Teleskop zu halten. Auskühlen konnte das Teleskop die halbe Nacht, allerdings sinken und steigen die Temperaturen derzeit dermaßen rasant und das auch noch innerhalb einer Stunde, dass auch ein kleiner 90mm Lüfter hinter dem Spiegel nicht viel hilft, wenn sich die Temperatur nicht angleicht.

Ein weiterer Faktor ist die Öffnung. Details sind etwas größer als bei einem 12 Zöller, dadurch wirkt alles etwas unschärfer, vor allem beim schlechterem Seeing. Hinzu kommt, dass schlechte Einflüsse verstärkt dargestellt werden. Alles in allem also ein eher schlechter Start. Eventuell kleide ich den unteren Spiegelteil ebenfalls mit ABS Material ein, allerdings kann sich so schneller Tubusseeing bemerktbar machen. Das kann ich mit Lüftern aber ausgleichen. Ohne den Schutz könnten das Notebook oder die Körperwärme oder die Steine vom Balkon Einfluss auf das Tubusseeing nehmen.

Na ja, das war soweit der die erste Erfahrung mit dem 16" und ohne gutes Seeing bleiben viele Fragezeichen, welche Fehlerquellen in Frage kommen.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,
wenn ein offener 16er auf dem Balkon leicht zu handhaben wäre, dann hätten den viele. Ich selbst habe auch wochenlang Fehler gesucht und finde immer noch welche. Also nicht enttäuscht sein, sondern Schritt für Schritt abarbeiten. Als Belohnung hast du dann dein maximales Bild mit 16" ... irgendwann ;-)
Wenn ich das Alpental anschaue, dann würde ich sagen Justage ... ist aber in die Luft geschossen.
Viele Grüße
ralf
 
Hi Ralf,

ja so ein Gitterrohr ist etwas anders als ein geschlossenes Tubus. Den habe ich nämlich für ausgereizt und alle Feinheiten nach und nach herausgearbeitet. Justage war es nicht. Alle Live-Bilder waren ne nach Fokus entweder nach rechts verzogen oder nach oben. Also typisch für schlechtes Seeing und Dejustage.

Die Antwort werde ich aber erst dann haben, wenn sie Bedingungen passend. Ich denke, dass es das Seeing war. Und einige Gegebenheiten mit dem öffnen Tubus. Kollimation schließe ich aus. Denn da schwimmt das Bild nicht, es wird nur unscharf. Ich habe mit OCAL kollimiert und dann mit Laser verschiedenen Ausrichtungs Positionen getestet. Alles war in Ordnung :)

Mal sehen, wie es nächstes Mal aussieht.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,

bei den aktuellen Bedingungen habe ich mangelnde Auskühlung des HS im Verdacht, sollte es die Luftunruhe nicht sein. Mache einfach mal einen Versuch mit einem großen Ventilator, welchen du seitlich aufstellst. Du siehst dann visuell sofort an einem helleren Stern (etwas unscharf gestellt), ob es sich um dieses vorwiegende Problem handelt.

Möglicherweise bekommst du auch Fremdlicht. Hast du eine Streulichtblende am OAZ-Ausgang?

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Raul,

ein 16 Zöller in offener Bauweise wird dich auf dem Balkon nur frustrieren. Er ist sicher nicht verwindungssteif, was eine ordentliche Justage erheblich erschwert oder unmöglich macht. Alle bestehenden Einflüsse wirken sich direkt auf das Bild aus. Auch passt das Seeing für solche Öffnungen nicht auf typischen Balkonen, es besteht oft "Balkon-Seeing" durch gespeicherte Wärme, die abgegeben wird.

Sollte das Gerät vornehmlich auf deinem Balkon genutzt werden?

Grüße
Martin
 
Hallo Raul,

Hier mal ein Beispielbild. wie man sehen kann, spielt das Instrument alleine keine Rolle. Wenn das Seeing nicht passt, passt auch das Bild nicht.
Sehe ich genauso.
Bei mir ging an dem Morgen auch mit meinem 12" GSO Dobson nichts an der Venus.
Seeing einfach zu schlecht.
Aber das sieht man ja auch sofort am unruhigen Livebild.

Beim tief stehenden Mond wird es dann zusätzlich problematischer da noch feine Details zu erhalten.
So wird alles vom Seeing verwaschen, egal ob 12" oder 16".

Also nur die Ruhe, die gute Nacht wird noch kommen, ich wünsche dir da viel Erfolg.

Welche Brennweite hat der HS und wie groß ist der FS ?
Mein Traumteleskop wäre ja ein 14" F6 Planetendobson (Volltubus) mit geringer Obstruktion, ist aber reine Phantasie.

Gruß,
Holger
 
Hallo Raul,

ich tippe auf schlechtes Seeing.
Ich selbst betreibe einen 18" Gitterrohr Dobson in komplett offener Bauweise auf einem Balkon, das funktioniert sehr gut, wenn das Seeing mitspielt, genauestens justiert wird ( nach jedem größeren Schwenk), weiters verwende ich immer einen Paracorr und einen ADC.
20220817_190654.jpg

Wenn dann das Seeing sehr gut ist, sieht das Alpental so aus:
2024-07-27-0240_7-U-R_lapl5_ap479.jpg

CS Mike
 
Guten Morgen Zusammen,

Hallo Raul,

bei den aktuellen Bedingungen habe ich mangelnde Auskühlung des HS im Verdacht, sollte es die Luftunruhe nicht sein. Mache einfach mal einen Versuch mit einem großen Ventilator, welchen du seitlich aufstellst. Du siehst dann visuell sofort an einem helleren Stern (etwas unscharf gestellt), ob es sich um dieses vorwiegende Problem handelt.

Möglicherweise bekommst du auch Fremdlicht. Hast du eine Streulichtblende am OAZ-Ausgang?

Viele Grüße
Werner
Wenn es der HS sein sollte, hat er es schwer. Wenn man bedenkt, dass innerhalb 1 Stunde die Temperatur um 4 Grad fällt, kommt der HS garnicht hinterher. Da hilft der kleine 92mm Lüfter auch nicht. Daher ist meine Idee, die vorhanden Löcher auf der Rückseite zu nutzen und 3x 120mm Lüfter zu installieren. Die nutze ich zum Kühlen blasend und danach über die nacht gedreht zum absaugen. Das hat dann auch den Vorteil, dass die Lüfter nach hinten herausblasen und somit weniger Hitze von der Balkontür oder Wohnung auf den Spiegel strömt.

Ein weiteres Problem sind die Temperaturen. Aktuell steigen diese ab 16 Uhr nochmals, statt zu sinken. Und das teilweise sehr extrem.

Mir ist auch aufgefallen, dass ich vorher beim Einstellen des Suchers auf einen Sendemast geschwenkt habe und dieser kaum zu erkennen war. Einige Tage vorher war dieser glasklar zu sehen. Bleibt also offen, ob es der Spiegel oder das Seeing ist. Ich hatte dann noch den neuen ADC in Verdacht, aber das wäre quatsch. Der jhat mit Luftunruhe nichts zutun.

Fremdlicht schließe ich aus. Versuch mal bei gutem Seeing Licht von der Seite einwirken zu lassen. Da ändert sich etwas am Kontrast, aber nicht an der Luftunruhe. Rund um den Hut am OAz habe ich dünnes ABS mit Velour, also alles dicht. Ich werde die Tage eventuell auch um den HS-Käfig einen Schutz aus ABS bauen, sodass am Ende nur in der Mitte an den Stangen alles offen ist. Dort kann ich dann notfalls Streulichtsocken installieren. Eventuell sogar etwas aus dem Drachensport, wo luft-/windabweisend ist. Dass ist das System geschlossen.

Hallo Raul,

ein 16 Zöller in offener Bauweise wird dich auf dem Balkon nur frustrieren. Er ist sicher nicht verwindungssteif, was eine ordentliche Justage erheblich erschwert oder unmöglich macht. Alle bestehenden Einflüsse wirken sich direkt auf das Bild aus. Auch passt das Seeing für solche Öffnungen nicht auf typischen Balkonen, es besteht oft "Balkon-Seeing" durch gespeicherte Wärme, die abgegeben wird.

Sollte das Gerät vornehmlich auf deinem Balkon genutzt werden?

Grüße
Martin
Ob das am Balkon liegt, hmm. Klar, der Tubus ist offen, aber auch bei einem geschlossenen Tubus hast du probleme. Im Tubus kann Tubusseeing schneller entstehen als bei offener Bauweise. Vor der Öffnung kann die Hitze und was da noch so strahlt ebenfalls Verwirbelungen verursachen. Bei offener Bauweise ist das extremer. Aber das macht die Bilder dadurch nicht so extrem unscharf. Möglicherweise war das Seeing wirklich extrem schlecht und mit 16" statt 12" sieht man das auch noch extremer. Eventuell brauche ich noch mehr Nächte, um zu schauen, woran es liegt.

Eine Idee wäre noch, auf dem Boden bzw. die Steine rund um das Teleskop Termofolie wie für Sommer an den Windschutzscheiben auszulegen. Dann strahlt die Wärme nicht so extrem. Und parallel blasende Lüfter nach Außen, so dass weniger Wärme auf den Spiegel kommt.

Das Teleskop ist absolut verwindungssteif!!! Beim Schwenk bewegt sich der Laserpunkt überhaupt nicht, nur rund 1mm maximal, was der lateralen Lagerung geschuldet ist. Der Spiegel soll ja nicht versteift geklemmt werden. Und ich habe das teleskop mit Kamera und Laser genau in der Position justiert, wo er später auch ausgerichtet wurde. Und ehrlich gesagt habe ich auch mal versucht mein altes Teleskop komplett du dejustieren und trotzdem war das Bild noch recht gut.

Der Mondrand war ziemlich wobelig, aber nicht schwimmend, sondern eher glühen. Eventuell Seeing und HS Probleme aufgrund der Temperaturen. Denke die zwei Dinge sind am ehesten.

Hallo Raul,


Sehe ich genauso.
Bei mir ging an dem Morgen auch mit meinem 12" GSO Dobson nichts an der Venus.
Seeing einfach zu schlecht.
Aber das sieht man ja auch sofort am unruhigen Livebild.

Beim tief stehenden Mond wird es dann zusätzlich problematischer da noch feine Details zu erhalten.
So wird alles vom Seeing verwaschen, egal ob 12" oder 16".

Also nur die Ruhe, die gute Nacht wird noch kommen, ich wünsche dir da viel Erfolg.

Welche Brennweite hat der HS und wie groß ist der FS ?
Mein Traumteleskop wäre ja ein 14" F6 Planetendobson (Volltubus) mit geringer Obstruktion, ist aber reine Phantasie.

Gruß,
Holger
Danke Holger. Das stimmt. Ist das Seeing gut, kann noch so viel Wärme strahlen. Dieses Wärmestrahlen würde man durch extremes Wobel im Bild sehen, das sieht dann aus wie eine Art Wasserwelle. Schlechtes Seeing ist dann eher konstant und mehr verwaschen und verzogen. Ich schrieb ja, in der nähe des Fokuspunkts war die Kugel vom Saturn entweder auf 12 Uhr doppelt zu sehen oder auf 15", also je nach dem ob etwas intra oder extrafokul. Wie verwaschen.

Der HS hat 410mm. FS hat einen Durchmesser von 88mm, HS hat f/4. Ich nutz weiterhin meine TeleVue 2,5x und beim Mond später eine komakorrigierende Barlow 2,7x. Mein Kamerasensor hat ja nur 2,4um. Von daher passt das mit 2-3x Verlängerung der Brennweite.

14" wäre eigentlich optimal. Aber ich finde größe Öffnungen mittlerweile auch interessant, auch wenn die Nächte dafür kürzer ausfallen. Du kannst ja auch einen 16" oder größer nutzen und dann einfach eine Blende fräsen oder drucken, ob den SPiegel vom Rand zur mitte hin z.B. um 25% oder mehr abzudecken. Das machen einige so. Dann nutzt du eben eine geringere Öffnung ttrotz großem Spiegel bei schlechtem Seeing. Leider ist Optik aber sehr teuer, wie ich immer wiede feststellen muss. Für den 16" hier habe ich auch einiges an anderen Hobbys aufgeben und verkaufen müssen. :) Und irgendwie neige ich dazu, über einen 20" Dobson nachzudenken, falls ich mal damit außerhalb vom Balkon filmen möchte oder mal eine extra klasse Nacht erlebe. Kostet nur alles sehr viel Geld.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,

ich tippe auf schlechtes Seeing.
Ich selbst betreibe einen 18" Gitterrohr Dobson in komplett offener Bauweise auf einem Balkon, das funktioniert sehr gut, wenn das Seeing mitspielt, genauestens justiert wird ( nach jedem größeren Schwenk), weiters verwende ich immer einen Paracorr und einen ADC.
Den Anhang 493421 betrachten
Wenn dann das Seeing sehr gut ist, sieht das Alpental so aus:Den Anhang 493419 betrachten
CS Mike
Wow, imposanter Aufbau mit der EQ Plattform. Ich überlege derzeit ebenfalls zusätzlich einen 20" Dobson zu kaufen. Nur kann ich irgendwie nicht über die Bildfeldrotation hinwegsehen. Ich habe da irgendwie keine Lust das ganze über Software auszugleichen. Andererseits ist aktuell der Aufbau der EQ8 samt 16" NEwton aufwendig. Ein Dobson ist da wesentlich einfacher, wenn man die Montierung auf dem Balkon lagert und mit einer dicken Plane abdeckt.

Alpental sieht klasse aus.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,

Ich schrieb ja, in der nähe des Fokuspunkts war die Kugel vom Saturn entweder auf 12 Uhr doppelt zu sehen oder auf 15", also je nach dem ob etwas intra oder extrafokul. Wie verwaschen.
Raul

Das hört sich nicht ganz so gut an und ich wünsche dir, dass du schnell die Ursache herausfindest. Bei bekanntem Problem des HS oder FS würde ich bei dieser Beschreibung auf Asti tippen (Deformation um 90° gedreht, intra- /extrafokal). Gehe jedoch momentan nicht davon aus, dass dies die Ursache ist.

Wenn du absolut ausschließen kannst, dass einer der Spiegel ein Problem hat (auch ein FS kann einem manchmal Kopfzerbrechen bereiten, wenn er unerwünschten Druck bekommt), dann könntest du mit einem gewöhnlichen Zimmerventilator (hatte ich oben kurz angemerkt) recht schnell feststellen, ob dir lokales Seeing die Bilder verhagelt. Hätte den Vorteil, dass du erst einmal keine weiteren Lüfter direkt am Teleskop installieren müsstest. Bei drei eingebauten Lüftern kann es manchmal zu Schwingungen kommen, die du nur im Hochvergrößerungsbereich bei recht gutem Seeing bemerkst. So etwas möchte man nicht, wenn man die volle Auflösung des Telekops gerne vollständig ausnutzen möchte.

Viele Grüße
Werner
 
Asti wäre auch eine Möglichkeit, aber dadurch wird das Bild nicht so verwaschen und unscharf. Der Spiegel ist schwimmend montiert und seitlich durch Kugellager gelagert. Die Punktverbindung saeitlich habe ich etwas unterhalb der SPiegelmitte eingestellt und der Spiegel ist nicht geklemmt. Die Lager berühren gerade so den Spiegel. Ansonsten ist die Justage auch in Ordnung. Justage am Sterne mache ich ungern, aber mit OCAL und Laser kann ich das sehr gut :)

Der HS ist von Astro Reflect und der FS von Antares USA. Da schließe ich Fehler eigentlich aus.

Ich werde wohl die nächste Nacht abwarten müssen, um zu schauen, ob es daran lag. An den Spiegel selbst glaube ich nicht, dass etwas dran ist.
 
Hallo Raul,

wie ich schrieb gehe ich momentan auch nicht davon aus, dass einer der Spiegel ein optisches Problem hat. Beim HS kann man das aufgrund deiner Beschreibung so gut wie ausschließen. Falls du den FS sauber und verspannungsfrei geklebt hast, wird es auch dieser nicht sein.

Vielleicht einfach besseres Seeing abwarten, dann wirst auch schnell sehen, wo das eigentliche Problem liegt. Beschleunigen könntest du das visuell mit ca. 10 mm Okular direkt am Stern. Da findest ziemlich schnell heraus was Sache ist (auch ohne fotografieren). ;)

Viele Grüße
Werner
 
Asti behalte ich trotzdem mal im Hinterkopf. Das war nämlich schon merkwürdig. Wobei ich sagen muss, dass die Saturn Kugel nur nach oben 12 Uhr und 15h gezogen war, also nur in eine Richtung. Das war aber auch keine gedehnte Kugel, sondern vielmehr doppelte Anzeige, ich Versuche später Mal ein Video zu posten.

Was mir aber gerade einfällt, eines der drei Klammern, um den Spiegel vor dem Herausfallen zu schützen, drückte etwas auf den Rand. Ich habe jetzt Abstandsringe bestellt, um Luftzu lassen. Ob das dazu beigetragen hat. Also wir reden nicht vom verschommenen Sehen, sondern von doppelter Abbildung bei intra und extrafokal.
 
Raul, ich kann dir nur dazu raten, erst einmal einen helleren Stern nehmen und ohne ADC einfach nur visuell bei ausgekühlter Optik testen. Dann kannst du systematisch alle Ursachen der Reihe nach abhaken. Das geht ohne fotografieren und du hast sehr schnell ein verlässliches Ergebnis.

P.S.: Etwaigen HS-Asti findest ganz leicht raus, wenn du den HS in der Fassung um ca. 90° drehst und nachschaust, ob sich der Fehler am Stern (Planeten) mitdreht.

Viele Grüße
Werner
 
Danke für den Tipp mit der 90° Drehung des HS. Ich schließe Produktionsfehler zwar aus, aber testen kann ich es ja trotzdem. Als ADC nutze ich aktuell einen GreatStar. Ich hatte zwar kurzzeitig meinen alten ADC angeschlossen, aber mehr auf das verschwomene Bild als auf den Asi geachtet. Und am ADC dürfte es auch nicht liegen, da ich diesen mehrfach verstellt habe und das doppelte Bild trotzdem immer gleich war.

Ansonsten habe ich die Hoffnung, dass es zwei der drei Halterklammern sind, die etwas auf den Spiegel drücken. Das erscheint mir auch als sinnvollste Erklärung.

Der Fangspiegel habe ich mit drei Punkte Sikaflex geklebt, und dazwischen nochmals drei kleine Punkte, SIkaflex ist aber recht flexibel und spannungsfrei.
 
Hallo Raul,
schau dir mal die HS Aufhängung bei Mike an, oben im Bild. Da siehst du ein Stahlseil, das hat seinen Grund. Ein so großer Spiegel verzieht sich, hängt durch, wenn er nur an 3 Punkten gehalten wird.
Zur Justage: Der Ocal ist was für Deep Sky. Du musst um den Faktor 5 besser justieren, das geht nur am Stern und nur bei gutem Seeing.
VG ralf
 
Hi Ralf,

ich habe 18 Punkt Aufhängung und seitlich 6 Halter mit 12 Lagern. Das ist Standard. Daran liegt es bestimmt nicht.

Ich habe aber drei Klammern, damit der Spiegel bei zu tiefen Schwenks nicht herausfällt. Zwei davon drücken etwas drauf. Das könnte die Erklärung sein.

Hiuer mal ein Video. Man sieht klar, dass anfangs nach rechts Saturen fast doppelt zu sehen ist und ab etwa Sekunde 20 dann von extra nach intrafokal das ganze nach oben wandert:: (Das Video wird gerade hochgeladen und sollte in 5 Minuten verfügbar sein.)

Daher denke ich, es könnten die zwei von drei Halter sein, die auf die Oberfläche des Spiegels drücken.

Ich justiere mit OCAL und danach beim Schwenk vorher mit Laser. Dass das so gravierende Livebilder mit DoppeltPlanet zeigt, denke ich nicht.
 
Hallo Raul, nach deiner weiteren Beschreibung sehe ich zwei Ursachen: 1.)Klammern die auf den Spiegel drücken vermurksen dir natürlich die Abbildung, kann zu Doppelbildern und Asti führen. 2) Fangspiegelklebepunkte sollten genau drei sein, nicht mehr, das kann sonst zu Spannungen führen, die ebenfalls das Bild verzerren.
CS Mike
 
Ich habe nochmal geschaut. Es sind 3 Punkte am Fangspiegel. Ich habe nur die Lücke nach außen an den drei Punkten minimal aufgefüllt. Aber es sind drei Klebepunkte mit flex Kleber.
 
Hallo Raul,
die Schwerpunktlinie wo der Spiegel quasi von selber auf dem Rand stehen bleibt bzw. die Astigmatismus Kompensation am größten ist, liegt bei einem 410mm Spiegel mit 1632mm Brennweite und 38mm Stärkte, bei 20,56mm von der Spiegelrückseite gemessen, mit 90° Auflagepunkten.
Auch Fangspiegelklebungen mit 3 Silikonblobs können Astigmatismus erzeugen, insbesondere wenn das Silikon sehr hart ist, die Blobs zu groß sind, oder es sehr kalt ist wie im Winter oder der Halter nach gibt, oder der Fangspiegel sehr dünn ist.
LG
 
Genau, wenn man die Auflagepunkte zu weit oben gemessen von der Spiegelrückseite kalkuliert, hier z.B. bei ca. 30 mm, entsteht zunehmend Lagerungsasti, je weiter man das Teleskop Richtung Horizont schwenkt. In nahezu Zenithposition merkt man von diesem Lagerungsasti nichts. Ein eventuell vorhandener HS-Asti wird aber u.U. überlagert wenn das Teleskop geneigt ist.

Viele Grüße
Werner
 
Ich habe die Auflagepunkte bei dem 25mm dicken Spiegel etwa bei 11,05mm von Boden gemessen eingestellt. Das sollte soweit passen. Wie gesagt haben zwei von drei Halteklammern auf der Spiegeloberseite gedrückt. Das ist das einzige, was mir aktuell einfällt. Auch interessant: gestern war die Vergrößerung eines weit entfernten Masts sehr sehr schlecht. Kaum erkennbar . Heute klar. Eventuell war das seeing wirklich sehr sehr schlecht und die zwei drückenden Klammern haben den Rest gegeben.
Ich versuche es heute Nacht trotz bewölkten Himmel nochmal am Stern, wie sich das ganze bei intra und extrafokal verhält.
 
Ich habe nochmals über die laterale Lagerung nachgedacht, da diese für Asti auch in Frage kommen kann. Natürlich ist es bei 6 Lagerhaltern mit je 2 Lagern schwierig, auf den Millimeter genau einzustellen. Der Spiegel hat laut Hersteller eine Dicke von 25mm. tatsächlich (wahrscheinlich aufgrund der Beschichtung==?) sind es 26 mm.

Nun habe ich den Rechner hier genutzt: Dobsonian Mirror Edge Support Calculator

Die Frage ist, welche Spiegeldicke ich verwende? Die tatsächlich gemessene oder die vom Hersteller angegebene ohne Beschichtung etc?

Dann ist die Frage, ob der Auflagepunkt, der errechnet wird, vom Boden aus gemessen wird. Das wäre dann sozusagen unter der Mittellinie des Spiegels.

Aktuell habe ich 11,05mm etwa eingestellt. Wenn ich 26mm statt 25mm nehme, sind es allerdings 11,7, was aber wirklich schwierig einzustellen ist. Denn die Bauteile haben ebenfalls toleranzen. Und der Spiegel ist sehr dünn. Da macht sich jeder Fehler bemerkbar.

Was mir auch aufgefallen ist. Drehe ich den Spiegel, verschiebt sich der Justierlaserpunkt um 2 cm. Ich denke das hat aber nur damit zutun, dass die Spiegelhalterung bzw der Spiegel nicht exakt mittig ausgerichtet ist. Von daher lasse ich den Spiegel einfach immer in der gleichen Position.

So was ich aber dazu sagen muss, eigentlich prüft man eine Optik etc. nicht bei schlechtem Seeing und das Seeing war miserabel. Hier mal ein Video, leider in schlechter Qualität vom intra und extrafokal fokussieren:

https://youtu.be/AjdzuvJxczw

Auch muss ich das mal an einem Stern so >50° testen, statt am Planeten. Das ist glaube ich keine gute Ausgangslage und vor allem nicht bei schlechtem Seeing, schnell sinkenden Temperaturen etc.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sieht aus, als sei der Saturn defokussiert, geht schon zu typischen Doppelbildern über.
Bei geringerer Vergrößerung kann man sehen, ob das so bleibt oder doch eine definiertere Abbildung, möglich ist.
 
Jaja klar, ich schrieb ja, Fokus war schwer einzustellen und ich habe bewusst intra und extrafokal fokussiert. Daher auch die Frage bezüglich Asti.
 
Hallo Raul,

Der Spiegel hat laut Hersteller eine Dicke von 25mm. tatsächlich (wahrscheinlich aufgrund der Beschichtung==?) sind es 26 mm.

Nimm, was du selbst gemessen hast. Eine Beschichtung wird aber vermutlich nicht 1 mm dick sein. Diese ist ja nur aufgedampft. Ich denke, auf den Zehntel Millimeter bei Einrichtung der Auflagepunkte kommt es nicht an.

Was mir auch aufgefallen ist. Drehe ich den Spiegel, verschiebt sich der Justierlaserpunkt um 2 cm. Ich denke das hat aber nur damit zutun, dass die Spiegelhalterung bzw der Spiegel nicht exakt mittig ausgerichtet ist. Von daher lasse ich den Spiegel einfach immer in der gleichen Position.

Wenn der HS sich derart signifikant bewegt, dann müsstest du nochmals die gesamte Aufhängung/Fassung checken. Sollte eigentlich nicht sein. Falls du den Spiegel drehst, wenn das Teleskop schwach geneigt ist, liegt der HS ja bereits leicht auf den Rollern auf und nimmt damit eine stabile Position ein. Allerdings bekommst du so normalerweise keinen Asti ins System sondern nur Dejustage. Halteklammern, welche von oben auf den HS drücken könnten, kannst du aus meiner Sicht komplett weglassen, oder du montierst diese ca. 5 mm oberhalb der Spiegelkante. Du neigst das Teleskop ja nicht unter die Horizontlinie, so dass er herausfällt.

Auch muss ich das mal an einem Stern so >50° testen, statt am Planeten. Das ist glaube ich keine gute Ausgangslage und vor allem nicht bei schlechtem Seeing, schnell sinkenden Temperaturen etc.
Genau, nimm dabei einen Stern etwa zweiter Größe. Polaris wäre gut geeignet. Aufgrund des Videos kann ich gar nichts erkennen.

P.S.: Sehe gerade, dein Teleskop ist parallaktisch montiert. Da wird es mit Polaris etwas schwierig. :giggle: Bei etwaigen Schwenks brauchst natürlich schon Sicherungsklammern, damit der HS nicht herausfällt. Diese dürfen aber keinesfalls Druck auf den HS ausüben. Ich ging ursprünglich von ALT/AZ Montage aus.

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Raul,
ich sehe gerade, dass sich die Ergebnisse für die Lagerung etwas unterscheiden.
Meine erste Berechnung geht auf eine Formel von Alois Ordner zurück, für einen 25mm Spiegel komme ich damit auf 14,03mm von der Spiegelrückseite.
Die von Michael Koch (Astro Elektronik) ist näher beim "Mirror Edge Support Calculator" und wird auch in der Literatur "Amateur Telescope Making" und "How to Make a Telescope" genannt.
Nach deren Formel komme ich auf ~11mm.
Da bin ich gerade selber etwas verunsichert und muss selber nochmal ausprobieren.
Ich denke jedoch im Teleskop kommt es auf +/- 1mm nicht an, die exakte Kantenstellung spielt eher im Prüfstand eine Rolle, in der Praxis wird man kaum etwas direkt am Horizont beobachten.
Tendenziell sollte der Auflagepunkt eher mehr zur Spiegelrückseite orientiert sein, je weiter vorne zur hohlen Seite hin, um so eher fällt der Spiegel in den Knickastigmatismus.
Ich denke 3 Wippen zur Laterallagerung hätten auch gereicht, was evtl. auch eine bessere Auflagesymmetrie ergibt, so genau bekommt man es bei 6 St. vermutlich gar nicht hin diese auszurichten, so das jeder Druckpunkt gleich viel aufnimmt, so gesehen könnte es auch vorkommen der der Spiegel nur auf einer Wippe steht?
LG
 
Hallo Raul,
was jetzt kommt, wird dir, fürchte ich nicht gefallen, es ist auch nur meine persönliche Meinung und auch die meiner sehr erfahrenen Kollegen in Sachen Planetenteleskop schauen& bauen:

Du hast uns nun mitgeteilt, dass dein 16" Spiegel mit dem du scharfe Planetenbilder sehen und fotografieren willst, lediglich eine Dicke von ca. 25mm hat. Das ist viel zu dünn!!! Natürlich kann man mehr Auflagepunkte nehmen und alles mit Plopp berechnen und der Spiegel kühlt schneller aus und er ist leichter, aber: Er ist viel zu dünn.

Es gibt eine einfache Regel um exzessive Durchbiegung zu vermeiden: Das Verhältnis von Dicke zu Durchmesser sollte bei einem erstklassigen Spiegel zum Planetenschauen idealerweise bei 1:6 liegen. Diesen Wert sollte man ohne Not nicht unterschreiten.
Meine besten Spiegel und auch der gekaufte sind dick. Auch die Spiegel meiner Kollegen sind enorm dick.
Das hat schon seinen Grund.

Wie gesagt, nur meine Meinung aus der Praxis.

CS Mike
 
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