Takahashi erweitert die TOE-Familie...

Bachianer

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Moinsen,

schöne Neuigkeiten, ich habe das 4mm. in Gebrauch und wenn die längeren Brennweiten ebenso gut performen können wir uns über ein paar neue High-End-Okulare freuen.
Etwas größeres Gesichtsfeld und längerer Augenabstand, für Brillenträger dürfte es dennoch knapp werden.
Bin gespannt...

Andreas
 
sollte der geneigte Interessent dann im Herstellerland erwerben,............. dort ist der Kurs mehr als akzeptabel. Urlaub und Oki-Shoppen :)
 
Hallo zusammen,
da ich nächste Woche tatsächlich in Japan bin, klingt die Idee des dortigen Einkaufs sehr gut. Da ich den Brennweitenbereich um die 5mm aber schon mit drei Okularen besetzt habe und auch reduzieren möchte, bleibt wohl leider wenig Platz für das neue TOE 5,5mm, auch wenn es sicherlich hervorragend ist.

Alexander
 
Eigentlich wollte ich mir die neuen Okulare in Japan nur kurz ansehen ... aber im Endeffekt habe ich jetzt ein neues TOE 5.5mm erworben. Benötigt wird es wie erwähnt nicht, aber so ist das mit Hobbys. Wenn das Okular heil zu Hause ankommt und getestet werden konnte, schreibe ich einen kurzen Bericht dazu (mein erster Testbericht überhaupt hier).

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Hallo Alexander,

erstmal Glückwunsch zum neue TOE, vermutlich bist Du einer der Ersten der so ein Teil Live und in Farbe in der Hand hält.
Apropos Farbe, für Takahashi-Verhältnisse wirkt diese güldene Beschriftung schon fast ordinär ausschweifend, was haben die Designer geraucht?
Aber entscheidend ist ja auf dem Platz, deshalb, Testbericht wäre großartig... :y:

Andreas
 
Hallo Andreas,
ich brauche sicher noch zwei Wochen, aber dann schreibe ich einen Bericht. Gerade ist die Abendsichtbarkeit der Planeten sehr mäßig. Gleichzeitig sehe ich sehe TOE 5.5mm bei mir primär als Planetenokular. Wird also etwas herausfordernd werden, das dann sinnvoll zu beurteilen. 😉

Alexander
 
OT:
Ein Student von mir fliegt demnächst nach Japan und soll mir ev. ein Nikon NAV SW 7mm mitbringen, ev. auch ein 10mm.
Natürlich kann er das Geld nicht auslegen und hat auch keine Ahnung, wie und wo er das Okular dort kaufen kann.
Fragen:
Was kostet das Okular dort (umgerechnet) und wie und wo kann man es dort kaufen?
Danke
 
OT:
Ein Student von mir fliegt demnächst nach Japan und soll mir ev. ein Nikon NAV SW 7mm mitbringen, ev. auch ein 10mm.
Natürlich kann er das Geld nicht auslegen und hat auch keine Ahnung, wie und wo er das Okular dort kaufen kann.
Fragen:
Was kostet das Okular dort (umgerechnet) und wie und wo kann man es dort kaufen?
Danke
Gerne berichte ich kurz von meinem Einkaufserlebnis mit dem TOE 5,5 mm:

Ich habe das Okular bei Kyoei-OSAKA (kyoei-osaka) in Osaka gekauft. Das Geschäft liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs und ist somit gut erreichbar. Das TOE 5,5 mm kostet dort ohne Mehrwertsteuer 35.000 Yen (ca. 207 Euro) und das Nikon NAV (laut Webseite im Sale) 39.800 Yen (ca. 235 Euro). Das Geschäft ist, wie vermutlich alle größeren Geschäfte dort, ein "Japan Tax-Free Shop" (das Logo findet man auf der Homepage des Geschäfts, Berichte zum Geschäfte findet man bei Cloudy Nights). Das bedeutet, dass man ab einem Einkaufswert von 5.000 Yen und bei Vorlage des Reisepasses mit dem Einreisestatus "Temporary Visitor" keine Mehrwertsteuer zahlen muss. Dies wird sich jedoch ab September 2025 ändern: Dann muss man die Steuer zunächst zahlen, bekommt sie aber am Flughafen wieder erstattet.

Zum Verkaufsgespräch selbst: Die drei anwesenden Mitarbeiter sprachen alle nur Japanisch. Da Astronomie leider eher ein Nischenhobby ist und vergleichsweise wenige Touristen den Laden besuchen, würde ich das auch bei allen anderen Astronomieläden in Japan vermuten. Die Kommunikation läuft also nur über Bilder der Produkte, die man auf der Homepage findet, oder über Google Translate. Alle Okulare, Filter und das Zubehör waren originalverpackt und mir wurde gesagt, dass ich nichts auspacken dürfte. Ich habe das TOE 5,5 mm also zunächst gekauft und dann im Laden ausgepackt und auf eventuelle Mängel untersucht.

Danke auch noch an @VierZollLinse. Du hast mich überhaupt erst auf die Idee gebracht, in Japan nach Astronomiezubehör zu schauen. Ich hatte auch noch ein paar andere Dinge auf der Einkaufsliste (z. B. einen Fujinon-Nebelfilter), habe mich dann aber schließlich nur für das TOE-Okular entschieden.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
..... gerne. Als ich 2024 dort war und mit dem Zug durch das Land gereist bin, habe ich in fast jedem Geschäft keine Steuer zahlen müssen. Aber evtl. hatten auch alle Läden unbemerkt das Tax-Free-Logo. Für Fotografen empfehle ich unbedingt die Gebrauchtläden zu besuchen, vor allem, wer u.a. analog unterwegs ist (wie ich).
OT: wie hat dir das Land gefallen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Da es heute im Rheinland regnet und ich gleichzeitig neugierig auf das Okular war, folgt hier schon einmal ein erster Bericht zum Thema „Haptik und Mechanik des TOE 5,5 mm“:

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Bild 1 (oben) zeigt das Okular im Vergleich zu meiner übrigen Okularsammlung mit 11 mm oder weniger (ganz links steht ein APM XWA 4,7 mm). Von den Abmessungen ähnelt das Okular dem 11 mm Nagler T6, weshalb ich mich beim Vergleich der Haptik auch primär auf dieses Okular beziehe. Die Verarbeitung des TOE ist generell hervorragend und befindet sich auf dem Niveau des Pentax XW, des Nikon NAV oder des Nagler. Die Gummierung ist griffig und exakt identisch mit der des Nagler (sieben Reihen). Einzig der Okulardeckel fällt qualitativ ein wenig ab, ähnlich wie beim Nagler, wenn auch mit deutlich festerem Sitz.

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Bild 2 (oben links) zeigt das TOE im Vergleich zum Nagler. Es ist minimal größer, sodass es zwar in das vorhandene 45-mm-Drehpack L60–80 mm des Naglers hineinpasst, der Deckel aber gerade nicht mehr schließt (siehe Bild 3 oben rechts). In ein 40-Drehpack passt es aufgrund der Gummierung nicht hinein. Die Beschriftungsfarbe ist laut Hersteller-Webseite Bernstein (alternativ vielleicht Bronze). Das könnte hinkommen, denn es ist erkennbar ein anderer Farbton als Gold, wie er bei den Okularen von Pentax XW oder Nikon NAV verwendet wird.

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Auf Bild 4 (oben) ist zu sehen, dass die verchromte Steckhülse des TOE im Gegensatz zu den anderen Okularen mattiert und nicht glänzend ist. Gleichzeitig fehlt ihm die Sicherheitsnut, was aber zumindest bei Klemmringen inzwischen als Vorteil gesehen wird.

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Bild6.jpg


Auf Bild 5 (oben links) sind das TOE und das Nagler von oben bei starker Deckenbeleuchtung zu sehen. Mir ist bereits früher einmal aufgefallen, dass beim Nagler auch Spiegelungen auf der Fassung der Linse zu sehen sind. Die Fassung des TOE ist mattiert und spiegelt nicht. Die Vergütung des TOE spiegelt schwach grünlich (siehe Bild 6 oben rechts) und scheint mir besser als die des Nagler, das grüne und türkise Reflexe zeigt. Dies könnte jedoch auch der deutlich anderen Brennweite geschuldet sein.
Bild7.jpg
Bild8.jpg


Bild 7 (oben links) zeigt eine Detailansicht von oben. Hier ist erkennbar, dass die Augenlinse in einer Vertiefung sitzt. Deshalb könnte der vom Hersteller angegebene Augenabstand von 15 mm in der Praxis wieder etwas kürzer sein. Beim Blick durch das Okular hatte ich aber keine Probleme, das im Vergleich zu den anderen Okularen kleine Gesichtsfeld von 58° zu überblicken. Deshalb ist ein Umklappen der Gummiaugenmuschel bei der Beobachtung ohne Brille zumindest bei mir unnötig. Beim Nagler muss ich hingegen auch ohne Brille die Augenmuschel umklappen, um das deutlich größere Gesichtsfeld vollständig überblicken zu können. Das Nagler hat einen angegebenen Augenabstand von 12 mm und keine Vertiefung der Augenlinse.

Der Anblick von unten ist in Bild 8 (oben rechts) zu sehen. Das Filtergewinde ist chromfarben und hat vergleichsweise viele Windungen. Das Gewinde reflektiert das Deckenlicht. Direkt danach ist die innere Hülse jedoch extrem gut geschwärzt, sodass keine Spiegelung mehr zu sehen ist.
 
Bild9.jpg


Zuletzt folgt ein etwas herausfordernder Test des Blendenschutzes und der Vergütung in Bild 9 (oben): Direkt hinter dem Okularausgang befindet sich meine Astrostirnlampe, die mit voller Helligkeit und in weiß durch das Okular scheint (im Bild auf dem Kopf stehend zu sehen). Direkt um das Bild herum sehe ich zwei Reflexringe, die vermutlich von den Linsenkanten stammen. Der äußere Ring ist sehr hell, der innere Ring nur schwach zu erkennen. Ob dies auf Schwächen bei der Schwärzung der Linsenkanten hindeutet, ist mir nicht ganz klar (Takahashi: „all lens edges and internal metal surfaces are blackened“). Zum Vergleich habe ich dann wieder das 11 mm Nagler herangezogen, das in Bild 10 (unten) gezeigt wird (erkennbar an der deutlich größeren Austrittspupille der Abbildung). Hier sind drei Ringe zu erkennen, wenn auch schwächer. Die beiden äußeren Ringe liegen jedoch sehr nah beieinander. Beim Nagler sind die Ringe nicht konzentrisch, da die Lampe nicht exakt mittig zur Okularhülse liegt (was auch in der Abbildung der Stirnlampe ersichtlich ist). Vielleicht kann sich hierzu ein Experte äußern. Vermutlich ist das aber eher dem Testszenario geschuldet und für die Praxis nicht unbedingt relevant.

Bild10.jpg


Ein Fazit möchte ich an dieser Stelle noch nicht ziehen, da mir die praktische Beobachtung fehlt. Diese wird in den nächsten Wochen zwischen dem TOE 5,5 mm und dem Pentax XW 5 mm erfolgen, das derzeit mein Planetenokular ist. Mir ist bewusst, dass es hier eine Abweichung in der Brennweite bzw. der Austrittspupille gibt, was einen direkten Vergleich erschwert.

OT: Japan hat mir bei meinem zweiten Besuch sehr gut gefallen. Beim ersten Mal war es etwas gemischt. Diesmal habe ich mich aber an den Vorteilen wie der Höflichkeit der Japaner, der guten Organisation (z. B. Bahn) und der generellen Sauberkeit überall (und das ohne Mülleimer) erfreut.
 
Solange man mit seinen Einkäufen in der Gesamtsumme unter 430 Euro bleibt, müssen diese in Deutschland nicht verzollt werden. Das war bei mir der Fall, weshalb der obige Preis für das TOE 5,5 mm auch mein finaler Einkaufspreis war (ich bin gestern wieder zurückgekommen).
Zoll ist ja eh nicht so viel, aber Mwst. fällt trotzdem an und zwar in Deutschland.
Hätten die dich am Flughafen kontrolliert wärs teuer geworden.
 
Zoll ist ja eh nicht so viel, aber Mwst. fällt trotzdem an und zwar in Deutschland.
Hätten die dich am Flughafen kontrolliert wärs teuer geworden.
"Reisefreimengen: Als Reisender können Sie bei der Einreise oder Rückkehr aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten ... unter folgenden Voraussetzungen und innerhalb bestimmter Mengen- und Wertgrenzen Waren (Reisemitbringsel) einfuhrabgabenfrei (Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und eventuell Verbrauchsteuern) nach Deutschland einführen." (Zoll Privatperson)
Zollrechner: Offizieller Abgabenrechner des Zoll

Das ist ein Astronomieforum und ich möchte mich, wenn überhaupt, hier nur noch mit den Okularen beschäftigen. Deshalb habe ich die Moderatoren gebeten, meinen obigen Beitrag zum Kauf zu löschen.
 
Gestern Morgen (Samstag, der 19. Juli 2025) war ich ab 3:30 Uhr aktiv, um das neue TOE-Okular endlich einmal im Einsatz zu testen. Geplant war im Wesentlichen ein Vergleich des Pentax XW 5 mm mit dem TOE 5,5 mm am Mondterminator im letzten Viertel. Wenn noch Zeit bleiben sollte, wollte ich außerdem einen Vergleich am Saturn durchführen.

Allgemeine Informationen
Die Beobachtungen habe ich aus dem eigenen Garten am Leverkusener Stadtrand durchgeführt. Aufgrund der Nähe zu Köln ist die Sicht nach Süden und Westen stark aufgehellt und es wird nur in Richtung Osten wirklich dunkel (Helligkeitsgradient). Deshalb beobachte ich im Garten praktisch keine Deep-Sky-Objekte, ein paar Sternenhaufen einmal ausgenommen. Dafür stehen in Richtung Osten hohe Bäume, sodass Mond und Saturn erst am frühen Morgen darüberstanden.

Zur Beobachtung nutze ich primär ein Galaxy D10 von ICS (10 Zoll, f5) ohne Nachführung. Mit dem TOE 5,5 mm erreicht es eine 227-fache Vergrößerung. Das Vergleichsokular (Pentax XW 5 mm) liefert eine 250-fache Vergrößerung, sodass Unterschiede im Vergleich natürlich auch durch die unterschiedlichen Austrittspupillen bzw. Vergrößerungen bedingt sein können. Trotzdem macht ein direkter Vergleich für mich persönlich Sinn, da ich am Ende aus den Vergleichen ableiten möchte, welche Okulare ich dauerhaft nutzen möchte. Mein Ziel besteht darin, Okulare in der Nähe der maximal sinnvollen Vergrößerung zu haben. Am Planeten habe ich auch schon 3,5 mm getestet (Pentax XW 7 mm + 2-fach Barlow Orion Shorty Plus), aber die Ergebnisse haben mich hier nicht überzeugt.

Vergleich am Mond – TOE 5,5 mm vs. Pentax XW 5 mm (Beobachtungszeit: 3:30–4:45 Uhr)
Für den Vergleich habe ich den Krater Bullialdus als Beobachtungsregion nahe dem Terminator gewählt und mich von dort in Richtung Terminator vorgearbeitet. Die Region wird auf Seite 28 des Duplex Moon Atlas gezeigt. Da ich vermutlich kein Bild aus dem Buch zeigen kann, habe ich eine NASA-Darstellung der Region angefügt, die unter eine CC-Lizenz veröffentlicht ist ("NASA lunar chart of equatorial region (latitudes 45S to 45N)", 1979, NASA-Quelle, Wiki-Link) . Die wesentlichen Beobachtungsregionen habe ich in einem weiteren Bild in rot beschriftet dargestellt.

Moon_Map_NASA.png
Moon_Map_NASA2.png


Bullialdus hat in seinem Mittelpunkt einen Zentralberg, der von beiden Okularen klar zu erkennen ist. Angrenzend befinden sich zwei weitere Einschlagskrater, die im Duplex Moon Atlas und in meinem Bild mit "A" und "B" bezeichnet sind. Trotz der hohen Vergrößerung ist der Mond in beiden Okularen immer noch sehr hell. Deshalb wollte ich zunächst einen leichten ND-Filter verwenden. Nach wenigen Minuten hatte sich meine Pupille jedoch offenbar entsprechend angepasst, sodass ich letztendlich auf den Filter verzichten konnte. Im direkten Vergleich lieferten sowohl das Takahashi TOE (5,5 mm) als auch das Pentax XW (5 mm) beeindruckend scharfe und kontrastreiche Eindrücke von Bullialdus und den Kratern A und B. Beide Okulare liefern eine bemerkenswerte Klarheit und eine überzeugende räumliche Darstellung der beobachteten Strukturen. Der Mond wird in beiden Okularen in einem neutralen Farbton und ohne Reflexe gezeigt. Im Vergleich dazu wirkte der Mond im Nagler 11 mm, das zuvor kurz zum Aufsuchen genutzt wurde, leicht gelbstichig. Die Unterschiede in der Vergrößerung fielen mir kaum auf, dafür aber natürlich das klar unterschiedliche Gesichtsfeld der Okulare (70° zu 58°).Bei genauer Betrachtung konnten jedoch subtile Unterschiede festgestellt werden. Besonders auffällig wurde dies beim Krater Bullialdus, dessen feinere Strukturen im TOE-Okular von Takahashi etwas plastischer wirkten. So war die Terrassenstruktur des Kraterrandes mit dem TOE besser differenzierbar, was zu einem insgesamt deutlicheren Eindruck von der Steilheit führte. Auch ein kleiner Gebirgsausläufer am Zentralberg innerhalb von Bullialdus, der mich an einen kleinen Uhrzeiger auf 5 Uhr erinnert (im Newton dann auf etwa 11 Uhr), konnte mit dem Takahashi TOE klarer erkannt werden. Dieser „Zeiger” ist auch im „Moon Atlas” dargestellt, obwohl das Licht dort von der anderen Seite kommt (der „Moon Atlas” zeigt eine Darstellung im ersten Viertel).An der Grenze der Sichtbarkeit in beiden Okularen befindet sich ein kleiner Krater, der direkt an Krater A angrenzt (im Bild als A2 bezeichnet). Hier habe ich diesen Krater trotz geringerer Vergrößerung zuerst im Takahashi und erst danach im Pentax gesehen. In jedem Fall handelt es sich nur um eine geringfügig bessere Detailauflösung, die erst bei genauerer Betrachtung auffällt. Alle Strukturen und Objekte, die im Takahashi zu sehen sind, sind auch im Pentax XW erkennbar.

Zuletzt habe ich im Vergleich die Schattengrenze betrachtet, die zum Beobachtungszeitpunkt entlang der Krater Wolf, Gould und Opelt verlief. Bei Gould war nur noch der westliche Kraterrand sichtbar, sodass eher der Eindruck eines Gebirgszugs entstand. An der Spitze war dieser schon vollständig beleuchtet, aber rundherum größtenteils in Dunkelheit gehüllt. In beiden Okularen entsteht ein plastischer Eindruck, wobei ich die Okulare als gleichwertig einstufe.

Das zum Vergleich nachträglich hinzugezogene APM-XWA-Okular (4,7 mm) konnte in diesem Vergleichstest nicht ganz mithalten. Es fiel sowohl in Bezug auf Helligkeit als auch auf Detailerkennbarkeit gegenüber den beiden anderen Okularen ab. Der Unterschied zwischen dem APM XWA und den beiden anderen Okularen war hierbei klarer wahrnehmbar als der Unterschied zwischen dem Pentax XW und dem Takahashi TOE. Dafür ist das scheinbare Gesichtsfeld (110 Grad) natürlich gigantisch, insbesondere im Vergleich zum TOE, und bereitet mir insbesondere bei der Beobachtung des Halbmondes viel Freude. Somit empfiehlt sich das APM XWA weniger für detailreiche Mondbeobachtungen, sondern eher für Beobachtungssituationen, bei denen der Gesamteindruck im Vordergrund steht.

In der Detailerkennbarkeit sehe ich das Takahashi-Okular knapp vorne. Dafür kann das Pentax XW nach Einstellung der Augenmuschel mit dem perfekten Einblickverhalten glänzen. Allerdings empfinde ich das Pentax bei eingefahrener Augenmuschel als äußerst unruhig und es neigt zu Kidney Beaning. Das Auge muss knapp über der Silikon-Augenmuschel gehalten werden, es liegt also im Gegensatz zum Pentax XW nicht direkt auf. Bewegungen nach rechts und links führen zu einem direkten Verschwinden des Bildes. Der Augenabstand ist nicht ganz so kritisch, aber auch hier hat man nur einen geringen Spielraum für die Position der Augen. Trotzdem kam mir der Einblick beim TOE nicht schwierig vor, er war nur nicht "so bequem" wie beim Pentax.

Der Augenabstand ist mit 15 mm angegeben. Gefühlt würde ich hier ein paar Millimeter abziehen, da ich das Auge schon knapp an der Augenmuschel hatte. Mit Augenmuschel ist das Okular nicht brillentauglich und auch umgeklappt wäre mir der Abstand vermutlich zu knapp (ich bin zwar Brillenträger, beobachte aber praktisch immer mit Kontaktlinsen). Trotzdem ist der Augenabstand natürlich meilenweit von den typischen Ortho- und Plössel-Okularen mit einem Augenabstand von unter 5 mm entfernt.

Vergleich am Saturn: TOE 5,5 mm vs. Pentax XW 5 mm (Beobachtungszeit: 4:45–5:30 Uhr)
Da sich der Vergleich am Mond länger als erwartet hinzog, war ich beim Betrachten des Saturns schon mitten in der Dämmerungsphase. Dadurch änderte sich der Seheindruck bei Saturn recht schnell, gleichzeitig fiel der Kontrast schnell ab. Interessant wäre hier sicher ein Vergleich mit einer höheren Brennweite bzw. einer niedrigeren Vergrößerung gewesen (in meinem Fall Pentax XW 7 mm), den ich leider vergessen habe; dieser Vergleich kam mir erst bei der Nachbereitung in den Sinn. Ich möchte die nachfolgenden Aussagen deshalb unter den Vorbehalt stellen, dass die Sichtbarkeit von Saturn schon eingeschränkt war. Neben Saturn mit Wolkenstreifen zeigten beide Okulare die Monde Titan und Rhea. Im Nachgang habe ich über Stellarium gesehen, dass Tethys und Enceladus knapp oberhalb des Rings standen. Hier wäre ein Vergleich vielleicht auch interessant gewesen, aber mir sind beide Monde bei der Beobachtung nicht aufgefallen.

Im direkten Vergleich zwischen dem Takahashi TOE 5,5 mm und dem Pentax XW 5 mm beim Planeten Saturn ergibt sich ein merklich anderer Eindruck als zuvor beim Mond. Hier wirkt das Bild im Takahashi TOE deutlich schärfer und detailreicher als im Pentax XW. Der Unterschied ähnelt nun eher dem Abstand, den wir zuvor zwischen dem APM XWA 4,7 mm und den beiden höherwertigen Okularen festgestellt haben.

Dieser stärkere Unterschied könnte durch die niedrigere Vergrößerung im TOE bedingt sein. Darüber hinaus erschwerten die bereits fortgeschrittene Dämmerung und der geringe Kontrast des Planeten die genaue Beurteilung, weshalb eine gewisse Vorsicht bei der Interpretation angebracht ist. Dennoch ist der Zugewinn an Schärfe und Klarheit im TOE beim Saturn eindeutig und bemerkenswert.

Aufgrund der besseren Sichtbarkeit des Saturn mit dem Takahashi TOE wurde kurzzeitig auch das Nikon NAV 5 mm Okular eingesetzt, da ich diesen Unterschied zunächst nicht einordnen konnte („Ist mir das Pentax XW eben irgendwie hingefallen?“). Im Ergebnis zeigte dieses eine ähnliche Schärfe wie das Pentax XW und blieb somit deutlich hinter der Leistung des Takahashi TOE zurück.

Auch an Saturn zeigte das TOE keine Reflexe. Interessant wird hier vielleicht ein zukünftiger Vergleich mit Jupiter sein, bei dem je nach Position und Okular öfter Reflexe aufgetreten sind. Zumindest scheint die zuvor im Bild dokumentierte, deutlich sichtbare Linsenkante des TOE (siehe vorheriger Beitrag mit Taschenlampe hinter dem Okular) zunächst einmal keine Konsequenzen für die Praxis zu haben.

Am Saturn ist mir die fehlende Nachführung stärker aufgefallen als am Mond. Im Vergleich zum Pentax XW ist Saturn im TOE natürlich deutlich schneller im Randbereich des Gesichtsfelds und muss entsprechend oft nachgeführt werden. Dabei konnte ich zumindest einen Vergleich zwischen Gesichtsfeldrand und Bildmitte durchführen. Bis auf die letzten 2–3 Grad am direkten Rand ist mir beim TOE kein Unterschied zwischen Bildmitte und Bildrand aufgefallen. Dadurch konnte der Saturn ohne Verlust am Ostrand platziert werden und einmal durch das ganze Gesichtsfeld wandern, was einen passablen Beobachtungszeitraum ergab.

Fazit und Zielgruppe
Das Takahashi TOE 5,5 mm ist im Hinblick auf Klarheit, Transmission und Bildqualität sicherlich nahe am Optimum und in diesem Brennweitenbereich meine aktuelle Referenz. Gleichzeitig bedeutet das Okular für mich einen Bequemlichkeitsverlust gegenüber den bestehenden Okularen am Dobson ohne Nachführung, da ich beispielsweise mit dem Pentax länger und auch bequemer beobachten kann. Spannend wird für mich der Vergleich mit Jupiter, meinem persönlichen Lieblingsobjekt, das ich im letzten Winter ständig beobachtet habe und wieder beobachten werde. An den Ergebnissen werde ich entscheiden, ob das Okular einen dauerhaften Platz in meiner Okularkiste bekommt.

Allgemein ist das Okular für Nutzer von klassischen orthoskopischen Okularen sicherlich ein Schritt nach oben, da sie hier mehr Gesichtsfeld und besseren Augenabstand bei vermutlich ähnlicher Bildqualität erhalten. Als direkten Konkurrenten sehe ich das Televue Delite 5 mm, das mit ähnlichen Eigenschaften beworben wird (62° im Vergleich zu 58°, 20 mm Augenabstand, hoher Kontrast). Sollte jemand im Köln-Bonner Raum das Okular besitzen, bin ich gerne zu einem Vergleichstest bereit.

Zuletzt noch zwei Impressionen des TOE im Einsatz am Dobson. Die Bilder sind nach dem Abbau gegen 5:45 Uhr entstanden, weshalb der Telrad-Sucher schon nicht mehr montiert war.

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Im direkten Vergleich zwischen dem Takahashi TOE 5,5 mm und dem Pentax XW 5
ein wirklich sehr lesenwerter Bericht, mit viel Mühe - dafür den BESTEN DANK! (ist nicht immer selbstverständlich, die Investition der Zeit für uns)

Naja, es hätte mich auch ein wenig gewundert, wenn der o.a. Unterschied nicht sichtbar wäre - 2 Linsen mehr beim XW und das +SGF, schließlich muss die Leistung irgendwohin.

Interessant wäre ein Vergleich vom TAK 5,5 TOE zum Pentax 5mm XO. Jedenfalls sehr erfreulich und begrüßenswert, dass sich die neuen Okulare im Markt einfinden und ich bin sicher, sie werden ihren Platz in dem einen oder anderen OAZ landen.
 
Schöner ausführlicher Bericht, danke dafür. Da ich auch noch für meinen 12er im Bereich um die 5mm einen hochwertigen Ersatz für meine 5mm Radian suche, bin ich hier natürlich schon mal gut informiert worden, insbesonders was den Punkt Farbneutralität angeht (10mm und 5mm Radiane sind 'gelblich'), sowie die Einblickperformance - trotz Kontaltlinsen bevorzuge ich 'Brillenträgerokulare' .
Das Thema Nachführung mit 58° (oder 60° beim Radian) hab ich mit einer EQ-Monti (spacewalk telescopes) erledigt.

csm
 
Hallo Alexander,
danke für den lesenswerten Bericht!
Für mich als Binobeobachter käme vielleicht noch das 10mm TOE in Betracht?
Gerade das Thema Farbfehler, Farbtönungen oder Blauschwäche, liegt mir als Planetenbeobachter auch immer sehr am Herzen, daher danke für den Vergleich.
Ich habe ebenfalls einen 10" Newton allerdings von Skywatcher mit Goto und Nachführung.
Dieser ist quasi mein Arbeitstier, solange die Planeten nicht so hoch kulminieren.
Bei hohen Meridiandurchgang kommt dann meist ein 16" Newton zum Einsatz.
Eine Nachführung kann ich dir für die Planetenbeobachtung bei hohen Vergrößerungen natürlich sehr empfehlen.
Gerne würde ich weitere Beobachtungen und Vergleiche von dir lesen.
LG
 
Lieber Alexander,

auch von mir ein Danke für diesen ausführlichen Bericht. Er unterstreicht, dass der Streu sich erst bei der Planetenbeobachtung in eindeutiger Weise vom Weizen trennt.

Wobei es zu bedenken gilt, dass jeder Planet seine Eigenheiten hat - manche Beobachter bevorzugen für Jupiter ein Okular mit Warmton weil die Kontraste in den Bändern dann besser herauskommen. So gesehen ist es nur vernünftig, dass Du vier Okus um 5mm herum hast. Da das offenbar ein Sweet Spot für Dich ist (mir geht es auch so), bewundere ich sogar Deine Zurückhaltung. Wo ist das XO 5, wo das Pentax SMC O-5, wo der Zeiss 2x Barlow um aus dem Nagler ein 5,5 zu machen? ;)

Gruß, Christopher
 
Danke für die freundlichen Rückmeldungen zu dem Bericht.

Wo ist das XO 5, wo das Pentax SMC O-5, wo der Zeiss 2x Barlow um aus dem Nagler ein 5,5 zu machen? ;)
@Schiefspiegler :
Du hast natürlich recht, dass ich eine fünfte vorhandene Okularkombination für die "Lieblingsbrennweite" gar nicht berücksichtigt habe: das Nagler 11 mm + Orion Shorty Plus 2-fach Barlow (siehe u.a. Bild). Diese Kombination war mein erster Kontakt mit der 5-mm-Brennweite am Dobson (ich hatte diese bereits für ein Schmidt-Cassegrain f10 gekauft) und sie war auch am Dobson durchaus überzeugend (zumindest wenn ich mich richtig erinnere, da schon länger nicht mehr im Einsatz). Die effektive Brennweite sollte sehr nahe am TOE 5,5 mm liegen. Andererseits ist mir das Nagler 11 mm sehr ans Herz gewachsen und ich möchte diesen Eindruck nicht durch harte Tests ändern. ;-)

Bild11.jpg
 
Eine Nachführung kann ich dir für die Planetenbeobachtung bei hohen Vergrößerungen natürlich sehr empfehlen.

@Quanten:
Ich habe auch schon über eine Nachführplattform nachgedacht. Allerdings sind diese nicht billig und ich schätze die Einfachheit des schnellen Spechtelns. Längere Aufbauzeiten kenne ich bereits von meinem anderen Teleskop, und ich möchte den Dobson nicht in diese Richtung entwickeln.

Außerdem ist mir natürlich bewusst, dass das Pentax XO 5 mm als Referenzbrennweite für 5 mm gilt. Bisher hat mich das kleine Gesichtsfeld von 44° von der Suche auf dem Gebrauchtmarkt abgehalten. Nicht, dass dieses Argument aufgrund der Nachführung nachher wegfällt. Das könnte teuer werden. ;-)
 
@Quanten:
Ich habe auch schon über eine Nachführplattform nachgedacht. Allerdings sind diese nicht billig und ich schätze die Einfachheit des schnellen Spechtelns. Längere Aufbauzeiten kenne ich bereits von meinem anderen Teleskop, und ich möchte den Dobson nicht in diese Richtung entwickeln.

Außerdem ist mir natürlich bewusst, dass das Pentax XO 5 mm als Referenzbrennweite für 5 mm gilt. Bisher hat mich das kleine Gesichtsfeld von 44° von der Suche auf dem Gebrauchtmarkt abgehalten. Nicht, dass dieses Argument aufgrund der Nachführung nachher wegfällt. Das könnte teuer werden. ;-)
Wer hat den bitteschön ein 5mm XO? Bitte einfach mal hier melden ;). Dann würde ich gerne mal wissen wie häufig es bei dem Augenabstand zur Anwendung kommt. Ich bezweifle dass man das XO als Referenz bezeichnen kann.
Das XO2.5 wurde übrigens auffällig oft auf dem Gebrauchtmarkt angeboten als das HR 2.4 heraus kann. XO als Referenz? Ich glaube kaum.
 
Dann würde ich gerne mal wissen wie häufig es bei dem Augenabstand zur Anwendung kommt

ich hatte diese 3 Okulare und das XO 5mm wollte bei gutem Wetter und Seeing nicht mehr den ZS verlassen. Finale Antwort also, bei mir Standardokular. Den Testbericht aus ca. 2010 (?) finde ich nicht mehr. Ja, der Einblick war für das volle SGF schon grenzwertig, mit ein wenig Abstand aber, welches den Überblick etwas einengte-etwas-für mich super. Die Abbildung selbst spitze.

PS: da ist noch etwas ....

 

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Zuletzt bearbeitet:
Also mir anderen Worten du hast den Einblick nicht gefunden um die vollen 44! Grad nutzen zu können?
danke der Nachfrage.
Mit meinen Worten doch: "Erst wenn das ganze Feld überblickt werden soll, wird es ein wenig akrobatisch. Aber zu händeln.".
Der Einblick der TOE wird somit sehr wohl komfortabler sein und ist in der Merkmalssummenbetrachtung evtl. das bessere Okular (?).
 
ich...
Gerne...

Dann würde ich gerne mal wissen wie häufig es bei dem Augenabstand zur Anwendung kommt.
Immer wenn ich mit einem APO auf parallaktischer Monti mit Nachführung beobachte und es die Bedingungen zulassen.

Ich bezweifle dass man das XO als Referenz bezeichnen kann.
Ich nicht, sofern man sich auf die optische Performance bezieht, dass Einblickverhalten ist natürlich nicht jedermanns Sache... ;)

Andreas
 
Ich kann Andreas uneingeschränkt zustimmen, ich habe zwar nicht das 5mm XO, aber das 5mm SMC Ortho, diese werden sich aber vom Augenabstand und Performance nicht viel nehmen.
Wenn die Bedingungen es zulassen, nutze ich es, sogar im " fortgeschrittenen Alter " noch.. :)

Die optische Performance, die Bilder die es liefert, überwiegen deutlich den Nachteil des geringen Augenabstandes und durch das kleine Gesichtsfeld konzentriert man sich viel mehr, auf das Wesentliche.

CS, Wolfgang
 
Gerne würde ich weitere Beobachtungen und Vergleiche von dir lesen.
Ich lese selbst gerne Okulartestberichte und sollte vielleicht auch mehr schreiben. Vor einigen Monaten hatte ich schon einmal darüber nachgedacht, einen Bericht über das Pentax XW 5 mm im Vergleich zum Nikon NAV 5 mm zu schreiben. Ich war mir aber unsicher, ob Interesse daran besteht. Mal schauen, vielleicht bietet sich im Herbst ein Vergleich an Jupiter an, dann auch mit dem TOE 5,5 mm.
 
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