Vorstellung und Fragen

Die Frage, die sich mir stellt ist, wenn ich es wirklich einmal schaffen sollte, mehr als einen hellen Fleck durch das Teleskop zu sehen, muss ich doch immer wieder von Vorne anfangen, wenn ich dann was "beobachten" will, oder?
 
Du bist nicht blöd. Ich bin auch Anfänger. Habe , bevor ich mir ein Teleskop geholt habe, mich im Internet etwas erkundigt, sei es Foren oder Videos. Mit meinem Teleskop hat es auf Anhieb geklappt, ich konnte so einiges beobachten. Die Ratschläge hier können Goldwert sein. Aber, kann es nicht auch sein, dass das Teleskop einen Defekt hat? Hast du noch Rückgaberecht?
 
Hallo Jörg,

Nimm einfach den Vorschlag mit dem Besuch der Sternwarte an. Da werden Dir reihenweise Lichter aufgehen.

Glaub mir: viele von uns hatten anfangs ähnliche Probleme.

Du hast die komplizierteste Version der astronomischen Montierungen erwischt: eine parallaktische oder Deutsche Montierung Die hat einige Vorteile, muss aber in einer Achse (Rektazension oder RA Achse) auf den Himmelsnordpol (Polarstern) ausgerichtet werden, damit sie funktioniert. Und sie auf ein Objekt zu bewegen ist etwas schwieriger als bei einer azimutalen Montierung. Dafür ist das Nachführen sehr viel einfacher und genauer möglich.

Daa kann man aber alles lernen!

CS.Oli
 
Die Frage, die sich mir stellt ist, wenn ich es wirklich einmal schaffen sollte, mehr als einen hellen Fleck durch das Teleskop zu sehen, muss ich doch immer wieder von Vorne anfangen, wenn ich dann was "beobachten" will, oder?
Du meinst nach jedem Aufbau ?
Ja, beim Transport verstellt sich halt das ein oder andere.
Auch während des Beobachten kann sich die Fokuslage durch Temperaturunterschiede ändern, zwar nicht die Welt, aber es ist so.
Auch wenn Du einen Okularwechsel vollziehst musst Du nachfokussieren. Da gibt es aber Okularserien bei denen das nicht mehr nötig ist. Ist aber ein ganz anderes Thema.

Was das korrekte Aufbauen der Montierung angeht, ist das doch in der Anleitung recht ordentlich beschrieben.
Manual_9621804_SpaceExplorer-MC-127-1900-EQ_de_BRESSER_v122023a_new2.pdf
 
Mit Montierung falsch aufgestellt kann ich leider wenig anfangen, da ist schon mein Problem, ich habe das Gefühl ich muss Physik studiert haben um das zu bewältigen oder ich bin einfach zu blöd, kann natürlich auch sein. Es gibt eben auch Menschen die zu doof sind um Sachen zu kapieren.
Lieber Jörg,

lass Dich nicht entmutigen. Das mit der Montierung und der Ausrichtung des Teleskops ist kein Hexenwerk. Mir hat es jemand kurz gezeigt, hat vielleicht 5-10 min gedauert. Aber diesen Moment hat es gebraucht. Nur nach Anleitung hätte ich viel länger gebraucht, mich da reinzufuchsen.
Viel Erfolg und herzlich willkommen im Forum!

Gruß,
Felix
 
Hmm. Wie hat die Montierung Einfluss auf die Unschärfe des Teleskops?
auf das Bild das das Teleskop im Zusammenspiel mit dem Okular liefert keinen.

Ein EQ-, parallaktische oder auch deutsche Montierung muss nach bestimmten "Regeln" aufgestellt werde, sonst erfüllt sie nicht ihren Zweck.
Wie Oli schon beschrieben hat muss eine Achse (die RA-Achse) auf den Polarstern ausgerichtet sein, also an der Erdachse. In Abhängigkeit vom Breitengrad deines Beobachtungsort.
Wenn man das erstmal raus hat und die Montierung so steht, kannst Du mit nur mit der anderen Achse nachführen. Also dem Kreisbogen folgen den die Objekt am Himmel beschreiben.

Schaut in etwa so aus:
20250905_231010.jpg


Die andere erwähnte Bauart einer Montierung ist die Alt/AZ Montierung.
Alt = Altutude = Höhe
AZ = Azimut = Horizontale.
Bei dieser Montierung musst Du immer in beiden Achsen nachführen, weil sie nicht an der Erdachse ausgerichtet ist.
Ist erst mal einfacher zu bedienen. Rauf/runter, links/rechts. Bei der Nachführung, dem Objekt folgen, musst Du aber immer beide Achsen korrigieren. Bei niedrigen Vergrößerungen ist das noch recht einfach zu bewerkstelligen. Bei höheren und höchsten Vergrößerungen kann das in Arbeit ausarten, weill die Objekt recht fix aus dem Gesichtsfeld wandern. Ist also nicht ganz so entspannt wie mit einer EQ-Montierung, da hast halt nur eine Achse unter Kontrolle zu halten, dafür ist der Aufbau/Aufstellen etwas komplexer.

Aber alles keine Raketenwissenschaft.
Du hast eine manuelle Montierung, ohne GoTo, da kannst die Achsen frei bewegen wenn Du die Achsklemmung löst und damit spielen wie was passiert wenn Du die einzelnen Achsen bewegst. Das kannst Du gut als Trockenübung im Zimmer durchführen. Sowohl ohne als auch mit Teleskop. Aber erstmal ohne, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
 
Hmm. Wie hat die Montierung Einfluss auf die Unschärfe des Teleskops?
Die Montierung hat keinen Einfluss auf die Fokussierung aber wenn Du mit der Montierung nicht klar kommst und versuchst, mit dem nicht fokussierten Teleskop ein Objekt am Himmel oder einen Baum in der Landschaft anzuvisieren, dann kämpfst Du an zwei Fronten gleichzeitig.
 
Jörgs Problem ist ja, dass er nichts sieht am Teleskop. Zuerst muss er dieses Problem lösen, dann kann er den Rest erlernen.
 
Hi,
Die Fokusierung hat natürlich nix mit der Montierung zu tun.
Der Einwand von mir dient nur dazu, aufzuzeigen, das er einfach von der falschen Seite angefangen hat, sich mit der Materie zu beschäftigen, das Pferd von hinten aufgezäumt.
Der richtige Weg wäre, sich nicht noch weiter zu verrennen, sondern von A anzufangen, in dem er sich jetzt erstmal in die Grundlagen einliest, Videos anschaut, Sternwarte besucht usw.
Weiter am Teleskop rumzufriemeln bringt nix, wenn man die Zusammenhänge nicht versteht. Führt immer weiter zu Frust und schließlich zum Wurf der Flinte ins Kornfeld.
 
Danke an alle, ich bin im Moment näher bei der Flinte ins Kornfeld, als bei etwas anderem.
Wer also ein schönes Teleskop zu einem guten Preis haben will, meldet sich einfach.
 
Das wäre schade und zu früh. Wenn das Teleskop nicht kaputt ist, gibt es bestimmt eine Lösung. Vielleicht liegt es auch am Zenitspiegel? Hier gibt's bestimmt Erfahrenere als mich, die vielleicht wissen, wie man so einen Zenitspiegel überprüfen kann.
 
Finde auch, dass es zu früh ist !

Lass den ganzen Input mal ein oder zwei Tage sacken.
Die Mondfinsternis am Sonntag kann man auch ohne Teleskop beobachten. Mit freiem Auge.
 
Entschuldigt bitte, aber wenn ich sowas hier sehe...

1757109237699.png


Das sieht mir maximal nach einm 10-mm-Okular aus. Die Optik ist ein 127/1900 mm-Mak. Wir bewegen uns hier also schon im Bereich von 190facher Vergrößerung - sollte ein 9 mm-Okular drinsitzen, dann sogar von 211fach. Die Herauslegung des Fokus durch Zenitspiegel und Hauptspiegel-Fokussierung und der daraus resultierenden Brennweitenverlängerung gar nicht mal berücksichtigt.

Sorry, aber mit so einem Okular sehe ich bei so einem Instrument auch nix. - und schon gar nicht, wenn ich keine Erfahrung mt so einer extrem langbrennweitigen Optik habe! :(
 
Die Thematik des Okular ist schon mehrfach angesprochen worden und darauf hingewiesen worden.
Es wurde schon mehrfach geschrieben das Jörg mit dem 25 mm beginnen soll. Auch ist darauf hingewiesen worden die Barlow bei Seite zu legen.
 
Bei 1900 Brennweite würde ich sogar ein 25er Okular für den Anfang als noch zu sportlich sehen. Ein 40er wäre viel besser, um sich da reinzufuchsen.
 
Hi Jörg,

Du hast ein Planeten und Mondspezialist gekauft. Da sollte also was zu sehen sein.

Leider hast Du Dich gar nicht vorbereitet und das ist Dein Problem. Astronomie funktioniert nicht auf Knopfdruck. Es braucht Erfahrung, etwas Basiswissen, Geduld und manchmal auch etwas Glück.
So wie Dir ging es vielen, die früher, in Zeiten ohne Internet genau so angefangen haben.
Zunächst zur Montierung einfach mal meine Anleitung, wohl wissend, dass dies erst das sekundäre Thema ist.

Das Feld sieht gut aus. Ferne Windräder sind das perfekte Ziel zur Einstellung.
Stelle sicher, dass das Okular wirklich 25mm aufgedruckt hat. Die Einblicklinse sieht sehr klein für 25mm aus.
Das Helle könnte daran liegen, dass Du im Himmelsbereich warst und der ist schwer scharf zu stellen.
Ergo über den Tubus peilen - Richtung festlegen.
Seitlich mit dem Tubus peilen - Höhe prüfen und einstellen.
Wenn es dunkler im Bild wird könnte das Wald sein.
Nun einmal Fokusknopf drehen, beide Richtungen probieren.
Ggf Okular etwas aus dem OAZ ziehen, klemmen und nochmal probieren.
Ist die Schärfe gefunden, kann man ein auffälliges Ziel auswählen und daran den Peiler ausrichten.
Dann sollte in Zukunft das Teleskop das zeigen worauf der Peiler eingestellt ist.
cs
 
Danke an alle die es versuchen, ich habe mir das wirklich viel einfacher vorgestellt. Naja, man fällt halt auch mal auf die Schnauze. Kaufangebot gilt weiterhin.
 
Hallo Jörg,

Wenn Du Dich so schnell entschieden hast, die Sache aufzugeben, dann schick das Gerät an den Händler zurück! Wenn Du es online gekauft hast, hast Du 14 Tage Rückgaberecht.

Das wäre zwar schade aber es warten durchaus weitere Enttäuschungen und Hürden auf Dich:

Das Beobachten mit dem Teleskop muss man nämlich auch üben und lernen, denn das ist nicht so wie Fernsehgucken. Viele Objekte sind dunkel und schwer zu erkennen und was Du visuell im Teleskop sehen kannst ist weit entfernt von den bunten Bildern, die Du zum Beispiel in der Galerie des Forums hier findest.

Das Auffinden der Objekte ist oft noch schwieriger, denn man muss sich am Nachthimmel erstmal orientieren lernen und sich teilweise über mehrere Schritte an ein Objekt herantasten.

Die Astronomie ist ein Hobby, das etwas Geduld erfordert und das man erlernen muss. Die Bereitschaft dazu sollte vorhanden sein, sonst macht es aus meiner Sicht keinen Sinn.

Machbar ist es aber! Für jeden, wenn man nur will!

CS.Oli
 
Danke an alle die es versuchen, ich habe mir das wirklich viel einfacher vorgestellt.
Im Grunde kann man sagen, wenn man sich mal die wenigen Grundlagen eingefuchst hat, es verstanden hat, das wirklich einfach ist, dann läuft alles danach wie am Fließband. Aber ich denke, dir fehlt es am allerwichtigsten in diesem Hobby und das ist "Geduld". Wenn man das nicht hat, ist es von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Bist du nicht mal bereit, die lausigen 20 km nach Hofheim zu fahren?
 
Nochmals danke an alle. Im Grunde möchte meine Frau ja diese Sache und richtig, ich bin kein geduldiger Mensch und ich gebe auch, wie richtig bemerkt wurde, recht schnell auf, dass hängt bestimmt mit meiner Ungeduld zusammen.
Hofheim wäre im Grunde kein Problem aber warum soll ich meine Zeit verschwenden, wenn mich das ganze nur peripher tangiert, meine Frau ist zu schüchtern um einerseits in Foren zu lesen und zu schreiben und andererseits z.b. nach Hofheim zu fahren.
Zurückgeben geht nicht, da es ein Geschenk zur Silberhochzeit sein sollte, habe ich das Teleskop bereits Ende Juli gekauft.
Mal sehen, meine Frau hat zumindest den Ehrgeiz sich einzulesen und möchte sich jetzt noch ein 40mm Okular besorgen, wie hier einmal schon empfohlen wurde.
 
Moin, moin zusammen,

das Schicksal des Teleskop scheint besiegelt zu sein und wohl den Besitzer zu wechseln.

Dennoch, in den letzten Antworten sind die Knackpunkte nochmals hervorgehoben worden.
- Ruhe und Geduld
- Grundlageninformation, die man hier im Forum gut bekommen kann. Hier gibt es genügend versierte User die das akribisch erklären können und auch werden. Dazu gehört aber auch eine gute Portion Eigeninitiative und Einarbeitungswille.
- wirklich das 25 mm Okular nehmen. Die Brennweite ist drauf geschrieben.
20250814_121457.jpg

- die gemachten Vorschläge auch annehmen und umsetzen.

Für mich ist die Bemerkung von @Antares
Das Helle könnte daran liegen, dass Du im Himmelsbereich warst und der ist schwer scharf zu stellen.
ein guter Ansatz, an den ich so gar nicht gedacht hatte. Den reinen Himmel, ohne irgend ein Objekt, scharf stellen, ob nachs- oder tagsüber, ist schwer.
Das Teleskop auf ein Objekt ausrichten, das Anpeilen, ist auch nicht immer einfach, wie schon beschrieben.

Das zeigt aber, dass das Forum funktioniert und man gute Tipps bekommt.

Noch eine Frage von mir, sofern noch ein Funken für die Astronomie glimmt.
Hast Du die Achsen nach Ausrichtung auf dieses Windrad wieder geklemmt ?
Die Klemmung sind die zwei kleinen schwarzen Hebel an der jeweiligen Achse. Zum Ausrichten lösen und wenn das Objekt gefunden, wieder klemmen. Nachgeführt, dem Objekt folgen, wird über diese zwei flexiblen "Stangen" mit Drehknopf. Das funktioniert auch mit Klemmung der Achsen, muss es auch. Da sind so genannte Rutschkupplungen verbaut, die das ermöglichen.
Kurzum, die Achsen müssen nach auffinden des Objekts wieder geklemmt werden, sonst laufen Dir die Objekt unweigerlich aus dem Sucher/Peiler und Okular raus.
Somit ist es gut möglich, dass Du ständig versucht hast den reinen Himmel zu fokussieren. Und nur ab und zu mal Glück hattest einen Windradflügel zu erhaschen. Und der ist dann wieder verschwunden als Du versucht hast zu fokussieren, weil die Achsen nicht geklemmt waren.

In diesem Sinne :coffee: :teleskop:
Mathias
 
Naja, wenn du zu ungeduldig bist und deine Frau zu schüchtern ist, dann hoffen wir auf das 40mm Okular. Wenn es damit klappt ist das Problem lokalisiert und man kann daran arbeiten. Aber dazu braucht man halt Geduld
 
Mal sehen, meine Frau hat zumindest den Ehrgeiz sich einzulesen und möchte sich jetzt noch ein 40mm Okular besorgen, wie hier einmal schon empfohlen wurde.
na das liest sich doch schon mal gut.

Hier im Forum frisst keiner den anderen, auch wenn es schon mal hoch hergeht. In aller Regel wird ein praktikabler Konsens gefunden.
Und wenn wir hier, die beratende Gemeinde, merken das Interesse, Eigeninitiative vorhanden ist, werden auch Fortschritte erzielt.
Was schlecht ist, Beratungsresistenz.

Gruß
Mathias
 
Hallo Jörg,
deine Frau soll sich Dach Mal Bitte hier im Forum
Ruhig mit deinem Account melden.
Schüchtern oder nicht. Das ist doch hier quasi Anonym.
Die Gemeinschaft hier bringt euch sicher zum Erfolg.
LG Jens
 
Hallo,

Hofheim wäre im Grunde kein Problem aber warum soll ich meine Zeit verschwenden, wenn mich das ganze nur peripher tangiert, meine Frau ist zu schüchtern um einerseits in Foren zu lesen und zu schreiben und andererseits z.b. nach Hofheim zu fahren.

Auch wenn dich das nur am Rande berührt:
Fahr doch deiner Frau zuliebe einfach mit zur Sternwarte in Hofheim. Ich finde, das ist keine verschwendete Zeit, wenn man seinem Partner auch zu etwas bekleidet, was einem selbst nicht so sehr interessiert.

Viele Grüße
Gerd
 
Zurück
Oben