4er-Fleckengruppe im NEB - Jupiter 22.09.09

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Hallo,

momentan gibt es am NEB-Rand eine interessante 4er-Gruppe dunkler Spots in Form eines Parallelogramms zu zu bewundern. Die weitere Veränderung ist vielleicht ganz spannend. Ansonsten ist Jupiter gegenüber dem Oppositionszeitpunkt im Durchmesser schon wieder deutlich geschrumpft. Seeing war z.T. gut aber nicht sehr gut.

Ciao Werner

PS: Gruß an Torsten, der den zum ca. selben Zeitpunkt aufgenommenen Jupiter gerade im Planetenboard präsentiert. ;)


Aufnahmedaten:
6"-Kutter bei f/40
sw-Chip mod. ToUCam840 mit Selbstbau-RGB-Filterrad (RGB-IF-Filter aus 3Pass-Scanner)
je 60s avis, MEZ 2148-2151
Stacking und Schärfung: Giotto
RGB-Komposit und Farblayerkorrektur: Fitswork
Hallo Jan,

der Kutter hat eigentlich f/20. Bloß sind f/20 nach meinen bisherigen Erfahrungen für mein Aufnahmesystem etwas zu wenig. Optimal wären wahrscheinlich so f/25-30.
Da ich zur Brennweitenverlängerung nur eine 2x Barlow zur Verfügung habe ergibt sich hieraus halt f/40.
F/40 liegt schon deutlich im Bereich des Oversamplings und ist nicht optimal, da ich ständig mit der Belichtung am Limit bin.
Das sieht man auch im Bild: bei je 60sec pro Kanal (RGB) hab' ich dann einfach nicht genug rauschfreie frames zum stacken. Im Bild ist immer etwas Rauschen zu sehen. Sicher könnte man das mit entsprechenden tools entfernen, aber ich halte mich bei der Bildbearbeitung bewußt sehr zurück.

Ciao Werner
 
Hallo Werner

Bei vielen 2-fach Barlowlinsen läßt sich die komplette Linsengruppe vorne vom Gehäuse ( Okularaufnahmerohr )abschrauben. Die Linsengruppe passt dann in der Regel direkt in das Filtergewinde des Webcamadapters. Die dadurch erreichbare Verkürzung des Lichtwegs bewirkt eine Halbierung des Verlängerungsfaktors auf 1,5. Deine effektive Brennweite dürfte dann bei 4.5 Meter liegen und das Öffnungsverhältnis bei F 30. Probiers mal ob es mit Deiner Barlowlinse auch möglich ist!
Gruß Peter
 
Hallo Werner,

nach meiner Erfahrung sollte f/20 bei einer Pixelweite von 5,6 µm des Kamera-Chips völlig ausreichen, und Du könntest viermal kürzer belichten - abgesehen von der Vermeidung möglicher Bildfehler durch die Barlow.

Wir hatten zu dem Thema ausgiebige Diskussionen im Forum - siehe insbesondere hier. Den Jupiter in meinem Adressfeld habe ich bei f/20 mit 8,3 µm Pixelweite aufgenommen und zur Gewinnung eines angemessenen Abbildungsmaßstabs entsprechend nachvergrößert.

Gruß, Jan
 
Hallo,

@Peter: Ich kenn' den Trick die Linsengruppe des Barlow-Elements direkt ohne die Hülse zu verwenden, allerdings geht das bei mir nicht.

@Jan: Ich kenne die Diskussion bzgl. Öffungsverhältnis-zu-Pixelgröße zur Genüge und auch der Zusammenhang mit der Belichtungszeit ist mir bekannt.
Allerdings bin ich der Meinung, daß ein geringfügiges Oversampling (nicht so wie hier bei mir mit f/40 sondern im meinem Fall eher f/25-30) aus mehreren Günden vorteilhaft ist.
Einer der Gründe ist, daß man sich bei zu geringem sampling Artefakte hervorgerufen durch das Pixelmuster des Chips einhandelt (eine sehr viel bessere Erklärung als ich sie hier liefern könnte ist auf der page von Schneider-Kreuznach bei ihren für Digitalkameras gerechneten Objektiven zu finden, Stichworte: Übertragungsfunktionen Optik/Chip, aliasing).
Auch bei dem anschließenden Schärfen der Bilder hat man meiner Einschätzung nach weniger Probleme mit Artefaktbildung.
Außerdem will ich sicher sein, daß ich auch wirklich alle Details, die mir meine Optik bei den kurzen Augenblicken besten seeings zu liefern imstande ist, capturen kann.
Also strebe ich lieber ein geringfügiges Oversampling an, solange damit die Belichtungszeiten nicht zu lange werden. Was spricht dagegen?

Meiner Einschätzung würde ich bei f/20 Details verlieren. Insofern tendiere ich bei meinem Kutter zu f/25-30. In dem Bereich wären auch die Belichtungszeiten kein Problem.
F/40 ist zu viel, ganz klar, auch wenn der Jupiter so eine anständige Größe hat. ;)

Nachvergrößrung halte ich für keine gute Idee, da man sich (außer bei echtem line-doubling) auf alle Fälle nicht vorhandene Bildinformation und damit ganz subtile Artefakte generiert.

Ciao Werner
 
Hallo Werner,

vielen Dank für den Hinweis auf Schneider-Kreuznach, dem ich gerne nachgehen werde.

Zitat von blueplanet:
Nachvergrößrung halte ich für keine gute Idee, da man sich (außer bei echtem line-doubling) auf alle Fälle nicht vorhandene Bildinformation und damit ganz subtile Artefakte generiert.

Zu dieser Frage findest Du hier eine Diskussion anhand von konkreten Bildbeispielen, in denen die Vorteile der Nachvergrößerung ganz klar erkennbar sind. Eine Nachvergrößerung macht natürlich wenig Sinn, wenn man bereits bei überlanger Brennweite aufgenommen hat.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

falls Du die Lit. bei Schneider-Kreuznach nicht finden solltest (ist ein pdf) kram' ich noch mal nach dem link.

Die Nachvergrößerung mag aus ästhetischen oder betrachtungstechnischen Gründen Sinn machen, allerdings muß man sich klar machen, daß die interpolierte Information BERECHNETE und keine reale Information mehr ist. Je nach Berechnungsalgorithmus handelt man sich dadurch wieder Artefakte ein. Ein berüchtigtes Bspl. sind weiße Fensterrahmen. Viele Algorithmen machen beim Vergrößern aus den eckigen Fernsterrahmen runde.

Zu der Diskussion bzgl. optimalem Öffnungsverhältnis hab' ich Dir 'ne mail geschickt.

Ciao Werner
 

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