Horst0552

Mein dritter Jupiter

  • Besitzer des Mediums Horst0552
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Hallo zusammen,
am 15.01. habe ich bei einigermaßen Seeing den Jupiter aufnehmen können. Zu Hause aus dem Ort. In Richtung Süden ca. 1,5 km Häuser. Es waren etwa 2 mal 400 Aufnahmen, von denen ich ca. 80 % verwerten konnte. Bearbeitet habe ich mit Fitswork.
Was ist mit 6" und f10 möglich? Meine Kamera hat 4,65um Pixelgröße, und es werden beim Jupiter 78 x 78 Pixel abgebildet.
Bringt ein besseres Seeing noch bessere Ergebnisse.

CS Horst
Hallo Horst,

mit f=1500mm ist der Jupp noch ein bisschen winzig. Eine 2x-Barlowlinse würde Dir sehr helfen. Gutes Seeing ist notwendig (aber nicht hinreichend) für gute Bildqualität.

Gruß

von hamut
 
Hallo Horst,

Zitat von Horst0552:
Doch ich glaube ein 6" Teleskop letzendlich mit f20 zu betreiben ist wohl auch nicht so prall.

So ist doch die Vergrößerung weit über 300. (375)

die Vergrößerung eines Teleskops ist für die visuelle Beobachtung wichtig. Für die digitale Fotografie ist hingegen die Angabe Bogensekunden(arcsec)/Pixel sinnvoll. Man sagt, das Potenzial einer Kamera ist voll ausgeschöpft, wenn man das Auflösungsvermögen der Optik auf mindestens 2 Pixeln abbildet (Nyquist-Kriterium).

Das Auflösungsvermögen eines Newtons hängt vom Objektivdurchmesser und der relativen Größe des Fangspiegels ab. Eine Formel dafür anzugeben erspare ich mir lieber, denn das würde hier zu langen Diskussionen führen. Ich schätze mal, es liegt bei Deinem Newton bei ca. 0,8 arcsec. Ausgehend von f=1,5m und der Pixelgröße von 4,65my kommt man auf einen Abbildungsmaßstab von 0,6 arcsec / Pixel. Da Du eine Farbkamera hast, musst Du aber mit effektiver Pixelgröße rechnen, weil jedes Pixel einer solchen Kamera nur eine der drei Farbinformationen R oder G oder B liefert, und die Software benutzt die Informationen aus 4 Pixeln, um ein Pixel des Farbbildes zu synthetisieren. Deshalb ist die effektive Pixelgröße einer Farbkamera ca. 1,3 bis 1,5-mal größer als die Pixelgröße auf dem Chip. Dies berücksichtigend kommst Du mit Deiner Fernrohr-Kamera-Kombination auf einen Abbildungsmaßstab von 0,8 arcsec/Pixel.

Ohne Barlowlinse bildest Du also das Auflösungsvermögen auf ziemlich genau einem Pixel ab. Verdoppelst Du nun die Brennweite, dann erreichst Du mit 0,4 arcsec/Pixel genau die Minimalforderung des Nyquist-Kriteriums. Ich möchte hier aber gleich betonen, das Seeing ist selten so gut, dass man 0,8 arsec auflösen kann. Geneigte Forenleser mögen hier zur Kenntnis nehmen, dass es mir hier nur um das Potenzial einer Ausrüstung geht und ich die Klimabedingungen des Standortes außen vor lasse. Trotz dieser Einschränkung kann ich aus eigener praktischer Erfahrung bestätigen, dass an obigen Überlegungen tatsächlich was dran ist.

Fazit: Mache Deine Planetenaufnahmen bei der o.g. Ausrüstung immer mit 2xBarlow.

In diesem Sinne grüßt Dich

hamut
 
Hallo Horst,

ich glaube, Du hast es richtig verstanden.

Der Faktor 1,3 ist m.W. ein Erfahrungswert. In einer anderen Quelle, die ich aber nicht mehr finde, stand, dass man die effektive Pixelgröße einer Bayermatrix berechnen könne und dass der Faktor 1,538 betragen würde. Das kommt mir allerdings ein bisschen viel vor ?).

Den Faktor 1,3 habe ich hier her:
Tutorial zur Erstellung hoch auflösender Mondaufnahmen
Lies in Teil 2 nach.

Gruß

von hamut
 

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