Hallo zusammen,
boah, da kommen immer noch tolle Bilder des sich verabschiedenden Kometen.
Besonders die stimmungsvollen Aufnahmen gefallen mir ausgesprochen:
von Eike_JD mit "dekorativer Lichtverschmutzung" und im Nebel sowie dem "Beifang",
auch das Mosaik von Christoph alias ckaspari,
von Hans, alias THATEIS, mit der Milchstraße und durch die Schleierwolken. Die Aufnahme erinnert mich an den "Atlas der Sternbilder" von Eckhard Slawik und Uwe Reichert, ein tolles Buch, nur etwas sperrig ;-).
Am Freitag Abend war auch ich mit unserer "lokalen Gruppe" im Feld und da war der Komet natürlich auch wieder Objekt der Begierde. Ich hatte, neben meinem 20x77 Miyauchi, allerdings nur meine Canon 450d mit 135mm Zeiss-Sonnar auf Fotostativ dabei.
Leider waren die Bedingungen alles andere als gut, viele Zirren bzw. ausgefranste Kondensstreifen. Trotzdem haben alle den Abend so gut es geht genutzt.
Im Miyauchi war der Komet eine Pracht. Der Schweif ging quer durchs gesamte Gesichtsfeld. Bei besserer Durchsicht hätte er bestimmt nicht ganz rein gepasst.
Mit der stehenden Kamera konnte ich, nach Abzug der Satellitenverseuchten, 124 Rohbilder mit je 3,2 Sekunden Belichtungszeit bei 1600 ASA gewinnen. Die Dark-Korrektur machte die Kamera während der Aufnahmen. Flats hatte ich mit der Kombination schon am Dienstag gemacht und habe diese einfach recycled ;-).
Bei stehender Kamera bekommt man, beim Stacken nur auf den Kometenkern, natürlich die Bildfelddrehung ins Bild:
Um das los zu werden, habe ich in einem ersten Durchgang mit der Batchverarbeitung in Fitswork, alle Bilder erst mal auf zwei Sterne registriert, aufeinander angepasst und in einem eigenen Ordner abgespeichert. Dazu war natürlich händisches Eingreifen gefragt, da ich während der Aufnahme einige male den Bildausschnitt korrigieren musste. In diesem Durchgang wurden natürlich auch die Flats mit verrechnet.
In einem zweiten Durchgang konnte ich dann auf den Kometenkern stacken, was vollautomatisch durchlaufen konnte.
Das ganze Prozedere führt natürlich zu unschönen verdrehten Rändern, die anschließend beschnitten werden müssen.
Im nächsten Schritt wurde mit GraXpert der Hintergrund geebnet, wobei darauf zu achten ist, dass man sich keine Information im Bild glatt bügelt. Die Messpunkte müssen also mit Bedacht gewählt werden. Besser weniger als zu viele.
Zum Schluss habe ich das Bild noch in Fitswork mit einem Radius von 1,2 Pixeln dezent geschärft. Hier das Resultat:
Die rest-Strichspuren sind nun nur noch der Eigenbewegung des Kometen geschuldet.
Für die mäßigen Bedingungen, den geringen Aufwand und die einfache Ausrüstung, bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden.
Nach dem Kometen kümmerte ich mich noch um meine Helligkeitsmessungen an der potentiellen Nova T-CrB.
Zum Schluss wurden noch einige Klassiker (M45, M31, h&chi, M13, M27,...) mit dem Miyauchi abgeklappert, woran die Mitstreiter auch ihren Spaß hatten. Leider war die Durchsicht, wie schon angemerkt, recht bescheiden, aber schön wars doch

.
Soweit mein heutiger, bescheidener Beitrag.
Viele Grüße & CS,
Reinhard