003sec
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Hallo Mondfreunde,
Ende letzten Jahres, am 28.12. hatte ich nach Saturn noch mal auf den Mond gehalten. Bei Saturn war das Seeing mäßig, beim Mond zur gleichen Zeit top. O.k., der stand sehr hoch, aber es scheint auch die Windrichtung eine Rolle gespielt zu haben, die die warme Luft der Hausdächer verwehte.
Mein erster Blick gilt immer dem Alpental, wenn es denn zu sehen ist. Das ist quasi meine Standardkerze für die Beurteilung des Seeings. Der Anblick war der Hammer. Im Livebild sah ich die Rille und konnte sie sogar längere Zeit halten.
Ich belichtete 10 mal 1 min. mit dem 16"er, ASI585MM und Rotfilter. (Einzelbelichtungszeit war etwa 10 ms).
Das waren gleich zwei Fehler. Zum einen war das Seeing dermaßen gut, dass ich besser einen Grünfilter genommen hätte, der hätte noch etwas mehr Bildschärfe gegeben, zum anderen brauchte ich diese 10 Min. überhaupt nicht. Eine hätte womöglich gereicht, denn ich schärfte mit einem Radius von 1,2 Pixeln und 2 mal 500 % und das Bild war ausgereizt. 10 Mal dasselbe und es änderte sich nichts. Ich konnte danach zwar weiter schärfen, aber mehr Details wurden nicht sichtbar. Mein Mondspaziergang wurde also ein wenig kurz, weil jedes Motiv 10 min. benötigte.
Motiv 2 war Plinius, nicht oft fotografiert, und ja, ich war am Ende auch etwas enttäuscht. Trotzdem, es gibt rechts eine spannende Region mit 3 Rillen und einer Kraterkette dazwischen.
Dann Erathostenes:
Der Krater sieht schon ziemlich nach Kopernikus aus, aber links dieser Geisterkrater, von dem nur der Wall übrig geblieben ist, der ist unverwechselbar.
Und dann Triesnecker und Umgebung:
Ein Bild, in dem man selbst noch einmal spazieren gehen kann. Rechts die Rima Triesnecker enthält eine Reihe Krater. Das sind aber keine Einschlagskrater, sondern sie haben einen vulkanischen Ursprung. Es gibt auch noch Details im Rillenboden des Hauptkraters.
Und dann zeige ich euch noch die Hadley-Rille. Eine meiner Lieblingsgegenden auf dem Mond.
Besser, im Sinne von schärfer, habe ich sie noch nie erwischt. Aber mir gefällt auch die echt wirkende Anmutung. Vermutlich deshalb, weil ich einfach nur mit einem Radius geschärft, und sonst nichts gemacht habe. Manchmal ist weniger halt mehr. (Wenn die Schärfe stimmt)
Bei der Recherche ist mir dann ein Bild der Apollo-15-Mission in die Finger gekommen, die dort gelandet ist. Ich habe einige Pfeile eingezeichnet.
Es gibt kein Copyright, deshalb kann ich es hier verwenden (CC0 1.0 Universal CC0 1.0 Legal Code)
... und in meinem Bild auch.
Zum Schluss noch eine Frage:
Waren die Bilder, die ihr gerade gesehen habt, mono oder in Farbe?
Farbe! Aber diese ist so unterschwellig, dass man sie kaum merkt. Eigentlich wollte ich nämlich solche Mineralbilder mit übersteuerter Farbe machen. Deshalb wurden zu jedem Modiv auch Farbdaten gesammelt. Ich hatte allerdings vergessen, Flats zu machen, und bei einer Überstreckung kamen zwar echte Mineralfarben heraus, aber eben auch Gradienten, die ich nachträglich nicht von echten Farben unterscheiden konnte. Deshalb habe ich alles so weit heruntergeschraubt, dass man in der Fläche praktisch ein Gefühl von Mono hat. Die etwas bläulichen Krater und die kühleren Mare sind aber echt.
VG ralf
Ende letzten Jahres, am 28.12. hatte ich nach Saturn noch mal auf den Mond gehalten. Bei Saturn war das Seeing mäßig, beim Mond zur gleichen Zeit top. O.k., der stand sehr hoch, aber es scheint auch die Windrichtung eine Rolle gespielt zu haben, die die warme Luft der Hausdächer verwehte.
Mein erster Blick gilt immer dem Alpental, wenn es denn zu sehen ist. Das ist quasi meine Standardkerze für die Beurteilung des Seeings. Der Anblick war der Hammer. Im Livebild sah ich die Rille und konnte sie sogar längere Zeit halten.
Ich belichtete 10 mal 1 min. mit dem 16"er, ASI585MM und Rotfilter. (Einzelbelichtungszeit war etwa 10 ms).
Das waren gleich zwei Fehler. Zum einen war das Seeing dermaßen gut, dass ich besser einen Grünfilter genommen hätte, der hätte noch etwas mehr Bildschärfe gegeben, zum anderen brauchte ich diese 10 Min. überhaupt nicht. Eine hätte womöglich gereicht, denn ich schärfte mit einem Radius von 1,2 Pixeln und 2 mal 500 % und das Bild war ausgereizt. 10 Mal dasselbe und es änderte sich nichts. Ich konnte danach zwar weiter schärfen, aber mehr Details wurden nicht sichtbar. Mein Mondspaziergang wurde also ein wenig kurz, weil jedes Motiv 10 min. benötigte.
Motiv 2 war Plinius, nicht oft fotografiert, und ja, ich war am Ende auch etwas enttäuscht. Trotzdem, es gibt rechts eine spannende Region mit 3 Rillen und einer Kraterkette dazwischen.
Dann Erathostenes:
Der Krater sieht schon ziemlich nach Kopernikus aus, aber links dieser Geisterkrater, von dem nur der Wall übrig geblieben ist, der ist unverwechselbar.
Und dann Triesnecker und Umgebung:
Ein Bild, in dem man selbst noch einmal spazieren gehen kann. Rechts die Rima Triesnecker enthält eine Reihe Krater. Das sind aber keine Einschlagskrater, sondern sie haben einen vulkanischen Ursprung. Es gibt auch noch Details im Rillenboden des Hauptkraters.
Und dann zeige ich euch noch die Hadley-Rille. Eine meiner Lieblingsgegenden auf dem Mond.
Besser, im Sinne von schärfer, habe ich sie noch nie erwischt. Aber mir gefällt auch die echt wirkende Anmutung. Vermutlich deshalb, weil ich einfach nur mit einem Radius geschärft, und sonst nichts gemacht habe. Manchmal ist weniger halt mehr. (Wenn die Schärfe stimmt)
Bei der Recherche ist mir dann ein Bild der Apollo-15-Mission in die Finger gekommen, die dort gelandet ist. Ich habe einige Pfeile eingezeichnet.
Es gibt kein Copyright, deshalb kann ich es hier verwenden (CC0 1.0 Universal CC0 1.0 Legal Code)
... und in meinem Bild auch.
Zum Schluss noch eine Frage:
Waren die Bilder, die ihr gerade gesehen habt, mono oder in Farbe?
Farbe! Aber diese ist so unterschwellig, dass man sie kaum merkt. Eigentlich wollte ich nämlich solche Mineralbilder mit übersteuerter Farbe machen. Deshalb wurden zu jedem Modiv auch Farbdaten gesammelt. Ich hatte allerdings vergessen, Flats zu machen, und bei einer Überstreckung kamen zwar echte Mineralfarben heraus, aber eben auch Gradienten, die ich nachträglich nicht von echten Farben unterscheiden konnte. Deshalb habe ich alles so weit heruntergeschraubt, dass man in der Fläche praktisch ein Gefühl von Mono hat. Die etwas bläulichen Krater und die kühleren Mare sind aber echt.
VG ralf
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