3D Druck Schellen

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Ole2021

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Hallo,

hat jemand Erfahrung mit 3D geruckten Schellen für Teleskope?
Bei mir Speziell für ein 200PDS evtl. noch für ein 130 PDS.

Wenn ja, ist es besser alles in einem Stück zu drucken, also feste Prismenschiene? Hier sollte sich ja nix wegen der festen Verbindung lockern oder verwinden!?
Wo könnte man das machen lassen bzw. wenn wer hier sowas kann....
Was würde es kosten?

Vielen Dank für Hilfe

CS Olaf
 
Hallo Olaf,

prinzipiell würde ich keine 3D-gedruckten Teile verwenden die etwas halten sollen, dies hat zwei Gründe zum einem wenig masshaltig (es sei denn man macht viele Versuche um die Schwindung zu kompensieren) zum anderen die Festigkeit natürlich Abhänging vom Filament und von der Druckqualität. Ich mache relativ viel mit 3D-Druck (ABS/PLTG) für einfache / wenig belstete Teile wie Bahtinov-Masken, Kabelhalter, Kappem, Deckel oder wenn erforderlich mal ein Ersatzteil oder eine Abdeckung und was auch immer, allerdings mechanisch nicht so sehr beanspruchte Teile. Oder Prototypen, die ich später aus Alu fertige. Bis vor etwa einem Jahr funktionierte noch meine China-CNC-Fräse und ich konnte sehr professionelle Teile aus Alu (Luftfahrtqualität) herstellen, im Moment bin ich auf meine Drehbank und 3-Achsen-Fräse angewiesen und hier ist alles improvisiert. Wenn ich Teile brauche hilft mir hin und wieder ein Freund bzw. ich lasse es in China herstellen.

Hier mal ein paar Beispiele:

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Schiene für meinen 10" RC (auf 3 Achsen Fräse improvisiert)

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Hier rechts und links am RC montiert für Zusatzequipment bzw. Piggiback

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Reisestativ für meine EQ8, hier habe ich die Platte unten, die Platte in der Mitte und oben von einem Freund anfertigen lassen, den Rest habe ich improvisiert auf meiner Drehbank bzw. mit Teilapparat auf meiner Fräse hergestellt. ach,ja die rote Eloxierung habe ich selbst gemacht, ist keine Rocketscience aber eine rießen Sauerei!

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Den OAG habe ich konstruiert und in China fertigen lassen, da ich nichts passendes für meinen Fall gefunden habe.

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Schellen mit Schienen
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Verschiedene Bahtinov-Masken

Das waren nur ein paar Beispiele was mit einer halbwegs ausgestatteten Heimwerkerwerkstatt möglich ist! Grundsätzlich fertige ich Dinge nur selbst wenn ich mal ganz schnell was brauche, etwas passendes nicht verfügbar ist wie z.B. Adapter, Schienen, etc. oder nichts vernünftiges am Markt verfügbar ist. Eines muss Dir klar sein alles was 3D-gedruckt wird oder CNC-gefräst wird muss erst einmal konstruiert und in einen G-Code umgewandelt werden sei es für den Druck oder für das Fräsen! Das kostet Zeit und damit Geld!

Du Deiner Frage machen lassen, bei Deinen beiden Teleskopen gibt es sicher Schellen und Schienen von der Stange, ich wage zu bezweifeln wenn Du es nicht selbst machen kannst, dass es billiger wird, als das Zeug von der Stange! In speziellen Fällen wenn ich keine Zeit habe oder es mein Werkzeug nicht hergibt beauftrage ich auch, wie schon beschrieben aber das ist nicht immer billig, die Konstruktionen mache ich grundsätzlich selbst in 3D vorher ein paar Prinzip-Skizzen in 2D mit Lineal und Bleistift!

CS
Alex
 
hat jemand Erfahrung mit 3D geruckten Schellen für Teleskope?
Bei mir Speziell für ein 200PDS evtl. noch für ein 130 PDS.
Hallo Olaf!
Ich habe mir kürzlich eine Schelle bei @Astro Steve für meinen Skymay 127 drucken lassen.

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Steve ist sehr erfahren und bietet wirklich faire Preise. Ich schätze seine Expertise besonders beim Druck von Gewinden hoch ein. Ich habe mir schon einige ganz außergewöhnliche Adapter drucken lassen, die dann zum Beispiel nicht verschraubbare Reducer/Komakorrektor damit dann eben doch in einen OAZ verschraubt werden können.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Hallo Olaf,

auch wenn ich selbst einen 3D Drucker habe, würde ich die Rohrschellen in dieser Größe nicht drucken. Da hätte ich dich zu viel Sorge, das die Stabilität nicht ausreichet. Bei kleinen Refraktoren sehe ich das anders, aber ein 8" Newton hat halt einen gewissen Durchmesser und es wirken daher größere Kräfte. Ich habe für meinen Newton Rohrschellen von Dieter Martini gekauft. Die sind aus Multiplex Holz mit sehr vertrauenerweckenden Gewindeeinsätzen. Ich habe sie geschliffen und mit Holzlasur behandelt, man kann sie aber auch lackieren.

Viele Grüße
Michael
 
Ich hab mal welche für mein 153er Revue gedruckt und hab fast verzweifelt weil sich der Druck immer wieder bei der Größe verzogenen hatte und von der Platte ablöste.. ein zweites mal würde ich es so nicht mehr machen da kauf ich mir lieber flaches Alu und biege mir ne Schelle.
 
Hallo und danke für Eure Antworten,

die Frage ist ja, es werden ja bei Astrozubehör Shop gedruckte Schellen angeboten. Die würden das doch nicht machen, wenn das nix taugt, oder doch?

Die von Ewald sehen aber sehr stabil aus mit den anbauten dazu. Was haben die gekostet? Der 130iger wäre jetzt ja nicht viel größer.

@wynnie: was hat der Newton für ne Größe und was haben die gekostet? Welche Gewichtsersparnis hast du damit bekommen?

@Alex: schöne Sachen, wenn man die Maschinen hat bzw. sich mit Konstruktion auskennt.

CS Olaf
 
Naja ist schon klar, das weiss ich auch. War ja auch eher als Beispiel gedacht.
Ich habe gestern schon ein Angebot bekommen. das Ganze aus PLA strong gedruckt. War ziemlich teuer. Sicher aber gute Quali.
Nur wollte ich ja wissen, ob es noch andere Möglichkeiten gibt.

Gruß Olaf
 
Die von Ewald sehen aber sehr stabil aus mit den anbauten dazu. Was haben die gekostet?
Hallo Olaf,
schreib einfach @Astro Prints - 3D-Druck bzw. @Astro Steve an, der macht Dir ein individuelles Angebot und Du wirst vom fairen Preis überrascht sein. Meine Schelle ist 4 cm breit mit zwei nach meinen Angaben exakt passend zwei Höckern / Auflagen für die beiden Sucherschuhe. Die Schelle war genau passend, mit Velours innen, inklusive den passenden Gewinden für die Sucherschuhe und allen Schrauben. Sie ist absolut robust. Die könnte aus Aluminium nicht besser sein.
Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Hallo Olaf,

von PLA würde ich Abstand nehmen weil "wasserlöslich" und kommt nicht an PLTG oder ABS ran. ABS ist beim Drucken etwas widerspenstig, aber das sollte nicht Dein Problem sein! Dennoch würde ich generell, bei belasteten Teilen wozu ich Schellen und Schienen eindeutig zähle, auf CNC gefräste Teile zurück greifen. Die Preise für 3D gedruckte Teile halte ich für zu teuer, wobei der Aufwand (Konstruktion und G-Code-Erstellung) nicht zu unterschätzen ist. Auch dauert der 3D-Druck je nach Drucker und Software auch seine Zeit, ich habe schon 3 Tage an einem Teil gedruckt, wenn dann was schief läuft?????

Meiner Meinung nach sollte man sich wenn man dieses Hobby betreibt früher oder später zumindest auch mit der Konstruktion und Design von Equipment auseinander setzen aber das ist meine rein persönliche Meinung! Ich gehöre zur Bastlerfraktion!

Sicherlich kein Muss! Hier gibt es ja genug Beispiele mit Lösungen von der Stange!

CS
Alex
 
Moin,
für mich spielt so ein 3D Drucker auch eher seine Stärken aus, wenn man selber einen hat und etwas konstruieren kann. Bei meinem habe ich zwar keine nennenswerten Probleme mit der Maßhaltigkeit (ist natürlich auch eine Frage des Anspruchs), aber ich konstruiere die Teile auch so, dass kleine Toleranzen vertretbar sind. Gelegentlich ist es aber schon ein iterativer Prozess, bis ein Teil dann die gewünschten Eigenschaften hat. Ich drucke dann auch gerne mal nur Ausschnitte aus dem finalen Teil, wo die Maße dann eben doch kritischer sind und modifiziere die dann so lange, bis es passt und das geht wohl am besten mit dem eigenen Drucker.

Bei Rohrschellen für den 130PDS hätte ich Sachen Stabilität keine Bedenken, würde aber auch kein PLA verwenden. Das wäre mir dann doch zu heikel, wenn das mal irgendwo längere Zeit in der Sonne steht. Beim 200er...geht sicher sicher auch, aber irgendwie hätte ich da trotzdem ständig Sorge, dass ich da mit der Zeit das Material weitet oder die Schrauben nachgezogen werden müssen.

Wo soll denn der Vorteil gegenüber der mitgelieferten Rohrschellen sein? Gewichtsersparnis?

Ich persönlich bleibe da lieber bei den unkritischen Anwendungen und dafür hat sich die Anschaffung des Druckers sehr gelohnt. 1kg Filament kostet ca. 20€ und damit kann man schon eine Menge drucken. Kann ich jedem Empfehlen, der gerne bastelt. Man muss natürlich auch am CAD etwas Spaß haben, sonst bringt es nix.

Gruß
André
 
Ich persönlich bleibe da lieber bei den unkritischen Anwendungen und dafür hat sich die Anschaffung des Druckers sehr gelohnt. 1kg Filament kostet ca. 20€ und damit kann man schon eine Menge drucken. Kann ich jedem Empfehlen, der gerne bastelt. Man muss natürlich auch am CAD etwas Spaß haben, sonst bringt es nix.

Bin ja auch am überlegen wegen z.B. eines Ender Druckers.
Was mich am meisten davon abhält ist halt die Softwareanwendungen.

Habe eine (uralte) technische Ausbildung (Industriemechaniker).
Bemaßungen usw. sind also kein Neuland.

Aber CAD hab ich gar nix von weg.

Gibt's da sowas in der Richtung einew WYSIWYG Editor wie damals bei HTML für Webseiten?
WYSIWYG=WhatYouSeeIsWhatYouGet

Also eine AnfängerSoftware wo man quasi per drag&Drop eine Grundplatte einfügt, darauf einen Hohlzylinder setzen, in dem Zylinder ne Bohrung platzieren usw...

Soll auch für einfache Dinge sein.
Taukappen mit Rillen für Heizelemente.
Bahtinovs
Einfache Gehäuse ohne schwere Belastungen usw.
Allenfalls mit Bohrungen aber keine Gewinde .

Gruß Markus
 
Hi Markus,
ich hab mir dieses Jahr zwei Elegoo Drucker gekauft, einen Neptune 3 Pro und einen Max. Mit dem günstigen Pro hab ich angefangen, weil ich von CAD überhaupt keine Ahnung habe und erst mal testen wollte, ob ich da überhaupt was vernünftiges rausbekomme ;-) Ich bin auf Tinkercad gestossen: Tinkercad | From mind to design in minutes
Mit dem hab ich mittlerweile einiges gemacht. Tinkercad ist für mich ausreichend. FreeCAD usw sind zu verwirrend für mich...
 
3D-drucken ist so ein Hobby für sich. Ich habe 2019 damit angefangen und seit dem hat sich qualitativ sehr viel getan.
Früher war es gang und gäbe den Drucker erst mal zu "tunen". Das ging los bei leisen Schrittmotortreibern und endete bei Modifikationen am Druckkopf.
Das ist mehr oder weniger Schnee von gestern. Die meisten Drucker kommen heuet von der Stange schon in gebrauchsfertigem Zustand.

Ich habe mir Anfang des Jahres als 3. Drucker einen ENDER 3 S1 PRO. Der druckt vom Fleck weg hervorragend und mit seinem Auto-Level Mechanismus ist das leveln kein Thema mehr. Hier sind früher viele Anfänger erst mal dran gescheitert. Wenn ich zwischendurch mal was großen empfehlen darf:
Dazu ein Video: Mein neuer GRÃÃTER 3D-DRUCKER [ANYCUBIC KOBRA 2 MAX - REVIEW 2023]

Muß aber dazu sagen, dass der für einen Anfänger etwas herausfordernd sein könnte, da Drucker mit großen Druckbetten hinsichtlich des Levelns etwas kiritischer sind.


Was CAD angeht, so habe ich auch keinerlei berufliche Erfahrung damit ausser in der Lehre viele technische Zeichnungen 2-dimensional mit Tusche zu zeichnen.
Beruflich später dann aber nichts mehr mit zu tun gehabt.

Hier kann ich das für Privananwender kostenlose Programm FUSION360 empfehlen. Einen hervorragenden Einstig bietet der hier: Know-How-Schmiede

Einige Videos sind für Fortgeschrittene, andere, wie z.B. das hier für absolute Anfänger: Fusion 360 - Anfängerprojekt - Besenhalter für 3D Druck - Halterung Besen / Wischmopp

An den entsprechenden Stellen kann man stoppen, den Schritt nachvollziehen und dann gehts weiter. Mit jedem Teil, das man entwirft, kommt man weiter.
Es gibt dann nichts schöneres, als sich Teile selber entwerfen und dann drucken zu lassen.

Was die Festigkeit betrifft, so ist das kein Thema. Solche Schellen für Tubusse sind problemlos zu drucken und haltbar. Ich habe mir einen Haltegriff aus PLA für meinen SW 200PDS/1000 gedruckt, mit dem ich den Tubus samt Kamera, Motofokusser und schwerem APM 60/250mm incl. Kamera trage und auf die Monti aufsetze.

Für einen Gegengewichtsträger habe ich mir ein Handgriff gedruckt, der die 12,5KG Gewichte völlig problemlos trägt.

Grüße
Hartmut

20231029_092519.jpg 20231029_092539.jpg
 
Hallo Markus.
Da ich Anfangs auch keine große Lust hatte mich mit den Einstellungen des Druckers herumzuschlagen, entschied ich mich für einen Prusa MK3 Bausatz. Der läuft out of the box erstmal ganz gut (also nach dem Zusammenbau ;-)).
Bei der Software bin ich bei Fusion 360 hängengeblieben. Da muss man sich zwar auch ein paar Tage mal intensiv durch die Tutorials kämpfen, aber wenn man dann das Prinzip verstanden hat, geht's ganz gut. Ist halt leider kein Open Source und Buggy ist die Sache auch, aber die Kombination von Eigenschaften kannte ich noch gut vom Altium Designer :)
Für Freecad bin ich offenbar komplett zu doof. Wenn Autodesk irgendwann die kostenlose Version einstellt, hab ich einen Drucker zu verschenken.
Gruß
André
 
Zwei Einsteigerempfehlungen?

1. (möglichst) günstiger aber händelbarer Drucker? Druckgröße 220mm sollten ausreichend sein für mich. 200 gingen auch noch.
2. Druckmaterial was nach Auskühlung/Aushärtung auch wärme eständig ist (Thema beheizte Taukappe, so'n Draht kann schon mal unbeabsichtigt 50-60° erreichen - dauerhafte 30° sollten ohne Verformung drinn sein.)

Gruß Markus
 
Wäre wie gesagt der Ender 3 S1 PRO und als Material PETG (80-100°C).

Momentan absolut Top aber teuer:


Es gibt auch hochtemperaturfeste einfache Filamente wie z.B. spezielle PLA oder aber teuer und schwieriger zu verarbeiten: Hochtemperatur Filament kaufen - filamentworld.de
 
OK. Danke.

Dann doch noch mal einlesen.

Ach übrigens....
Grundregel NR.1 bei 3D Druckern ist die gleiche wie bei Autos mit Hängerkupplung.
Im näheren Bekanntenkreis niemals erwähnen das man so etwas hat :ROFLMAO:
 
Also ich kann den Elegoo Neptune 3 Pro empfehlen. 10 Minuten aufbauen, Leveln geht automatisch. Vorteil (soweit ich das weiß) vom Elegoo sind die 2 Z-Spindeln, da kippelt nix. Und günstig ist er auch mit derzeit 209€ bei 3Djake Neptune 3 Pro 1 Stk. Ich hatte wie schon geschrieben vorher nie Berührung mit 3D Druck oder CAD... Ich verwende PETG als Druckmaterial.

Über den Neptune bin ich über folgendes Video gestolpert: ELEGOO Neptune 3 Pro & Plus | DER Anfänger 3D Drucker! (XXL Test 2023)
 
Ich hab mich mittlerweile sehr viel mit 3D-Druck auseinander gesetzt. Die Materialien für Amateure können extrem fest, hitzebeständig, UV-beständig und wetterbeständig sein - es gibt aber einen Haken, sie können nicht alles auf einmal ;)

PLA, PETG oder auch ABS würde das Gewicht locker halten, aber ... PLA ist relativ spröde, zieht Feuchtigkeit und "verrottet" im Freien (ist häufig auf Basis von Maismehl synthetisiert und kompostierbar) ... PETG ist flexibel und dehnt sich bei hohen Gewichten, die permanent darauf lasten ggf. aus ... ABS ist sehr haltbar aber auch extrem spröde ...

Das komplette Teleskop würde ich niemals an 3D gedruckte Teile hängen und auch eher auf CNC-gefräste (Alu-)Teile vertrauen. Ich würde schließlich im Bergsport auch keine selbst gedruckten Karabiner benutzen ;)

Für "Anbauteile" - z.B. Halter für Guidescope, Telrad, Astro-PC, ... - sehe ich aber viele Möglichkeiten, 3D-Druck-Teile flexible und angepasst an die Bedürfnisse zu bauen.

Die Maßhaltigkeit ist nicht "so ungenau", wie immer allgemein behauptet. Diese muss aber definitiv beachtet werden. Hochwertige 3D-Drucker bieten da aber auf jeden Fall Vorteile.

Ich drucke mit meinem Bambu Lab P1S regelmäßig Print-In-Place-Teile und Zahnräder in engen Toleranzen von bis zu 0,15 mm und diese machen keine Probleme. Allerdings sind alle Teile aber auch immer auf der X-/Y-Achse ca. 0,2 mm und auf der Z-Achse ca. 0,1 mm zu klein.

Je nach Bauteil muss man dies also einplanen oder im Druck kompensieren.

CS & VG
Stefan
 
0,1-0,2mm sind für manche evtl. ein No Go.
Für mich ist das mehr als OK.
Für meine angedachten Projekte reicht das 100%ig
 
Wie Alex schon richtig angedeutet hat, müsste man im Zweifelsfall sich durch probieren annähern.

Bei mir ist es aber auch so, dass die Abweichungen selten eine große Rolle spielen. Wenn ich zwei Teile mit dem gleichen Material und dem selben Drucker drucke, sind die Maßabweichungen ja identisch, also passen die Teile zusammen ;) Blöd ist das nur, wenn man Ersatzteile druckt und "auf Maß" nicht reicht und auf Passung gearbeitet werden muss.
 
Bei Teilen auf 100% Maß fertige ich oft erst mal simple Muster an und lasse diese drucken. Dann erfolgt eine Anprobe und ggf. weitere Muster.
Erst wenn es paßt, drucke ich dann das fertige Teil mit den finalen Einstellungen.

Ich hab mir z.B. Verschlusskappen für Optiken angefertigt aus TPU und PLA+. Die sollen so passen, dass sie gut, aber nicht zu stramm halten.
Manche Teile drucke ich mit ganz wenig Infill, also recht labil oder ich breche den Druck absichtlich in einer bestimmten Höhe ab und prüfe dann erst mal auf Passung.

Im laufe der Zeit entwickeln sich dann so die Tricks basierend auf Erfahrung.

Das Teil hier z.B. soll saugend auf einen Askar 135 Fokussirungring passen. Bevor ich das Teil final drucke, werde ich mir einfache Ringe mit 5mm Höhe drucken und mal sehen, wie die passen. Dann wird der Innendurchmesser im Bereich von 1/10mm angepaßt, bis er sitzt. Die Klemmung mit einer Schraube soll dann nur noch minimal das letzte Tüpfelchen geben, damit es hält. Ich will ja den Riemenzahn nicht zu schmal oder zu breit haben.

2023-10-29 14_01_49-Autodesk Fusion 360 (Persönlich - nicht zur kommerziellen Nutzung).jpg

Spannend sind auch immer Gehäusedeckel und vor allem Gewinde. Da dürfen ja Außen- und Innengewinde bzw. Deckelmaße nicht wirklich den gleichen Durchmesser / Größe haben. Da muß man dann z.B. in FUSION360 zum Schluß auf die Gewindeflanken klicken und über die Funktion drücken & ziehen das Gewinde 1/10 -2/10mm verkleinern auf einer Seite.
 
Ich habe mir für meinen SW Quattro 6S (6", also 150mm) einen Carbontubus gekauft und diesen verbaut. Damit geht das Gesamtgewicht von 5,7 auf etwa 4,9kg zurück. Jetzt hab ich natürlich noch die APS-C Kamera mit 500g, Guidescope mit Cam 350g, Fokusmotor 150g, in Summe also etwa 6kg. Das alles hängt an 3D gedruckten Schellen. Material ist PETG, 75% Infill. Etwas tricky bezüglich Druckbetthaftung (neigt bei den Massen und dem Infill zum Warping), aber die Teile sind so stabil, dass ich mich mit meinen fast 90kg draufstellen kann. Dann sind dort M6 Ruthex 3D Druck Gewindeeinsätze für die Vixen Schiene drin. Das hält bombig. Mindestens so gut wie die originalen Schellen von Skywatcher. Die 3D Druckdaten für die Schellen gab es übrigens gratis mit zum Carbontubus dazu. Kann man dort auch gleich als fertig gedruckte Schellen mitbestellen (www.backyard-universe.de).
Also ich halte die Sorgen der meisten hier bezüglich Stabilität für unbegründet, sofern man sich an ein paar Grundregeln hält:
- PLA nicht für tragende Teile (Wasseraufname, zersetzt sich mit der Zeit)
- PETG / ABS mit passendem Infill steht heute Spritzgussteilen in nichts mehr nach
- Druckbettniveau und Temperatur müssen passen, Druckbetthaftung muss gewährleistet sein (evtl. nachhelfen...)

Wenn dann mit den passenden Einstellungen für das jeweilige Material gedruckt wird, ist das alles keine Raketenwissenschaft.
 
So als noch in planung seiender oder 3D Druck Noob, hab ich da noch ein Paar Fragen.
evtl. sollte man mal einen eigenen 3D Druck Fred (Thread) erstellen, auch wenns dafür ja eigene Foren gibt.
Aber Home sweet Home ^^

Nun zu den Fragen.
1:
Infill bedeutet ja eine "Füllstrucktur" in einem Geschlossenem Körper wenn ich das richtig verstanden habe.
Also bei z.B. einem Würfel wird im inneren dann entweder 100% Material aufgefüllt, oder man Spart Marterial
und der Würfel wird im inneren nicht komplett gefüllt, sondern bekommt eine Art Gitterstrucktur.
Also änlich wie Hohlkammerplatten.

Macht man das im Cad Programm (Fusion360, ThinkCad), oder wird das nach laden der bsplw. slt Datei
im Druckereigenen Slicerprogramm (z.B. Cura) erledigt?

2:
Beim einlesen ins Thema bin ich über Fehler durch feuchtes Filament gestoßen (Blasenbildung, Stringing).
Brauche ich zur vermeidung unbedingt eine sogenannte Dryerbox fürs Filament?
- unabdingbar / must have
- sehr brauchbar / Nice to Have
- geldmacherei / da gibts einfachere pragmatische Lösungen zu dem Problem

3:
Filamentempfehlungen :
- bestimmte Hersteller
- gute kosten / Nutzen Produkte
- no Go's

Geplant ist eine Elegoo Neptune 3pro.
geplante Drucke:
- Bathis
- Adapter ohne schwere Tragkraft
- Taukappen mit Heizung
- Powerbox m. Heizung für Powerbank
- Handyhalter usw. evtl. aus flexmaterial wie TPU

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

ich werde mal versuchen Deine Fragen zu beantworten:

1. Den Infill machst Du mit der Slicer Software z.B. Cura, hier gibt es verschiedene Strukturen, bei mir hat sich Honeycomb bei 25-50% infill bewährt, je nach Anwendung.

2. Das Thema Feuchtigkeit solltest Du nicht unterschätzen aber auch nicht überbewerten, natürlich nimmt das Filament mit der Zeit Wasser auf PLA ist sogar "Wasser löslich". Wenn Dein Filament direkt aus der Tüte kommt, solltest Du keine Probleme bekommen. Du kannst Dein Filament wenn Du Dir unsicher bist im Backofen bei 50-60° etwa 2-3h trocknen. Nice to have ist natürlich ein Filament-Trockner in den Du die Spule reinpackst und etwa 2-3 h vorm Drucken vortrocknest um sicher zu gehen. Ich selbst bin sehr zufrieden damit aber wie bereits gesagt ist das ein "nice to have"!

3. Ich drucke überwiegend mit ABS von Sunlo, ABS ist allerdings nicht so einfach zu Drucken wie z.B. PLA, PETG ist eine Alternative zwischen PLA und ABS, am Anfang würde ich PLA nehmen, dies hat allerdings den Nachteil das es wie schon geschrieben nicht dauerhaft beständig gegen Wasser und auch nicht so Fest wie die anderen. Von Exoten würde ich Anfangs die Finger lassen, insbesondere PA / PC / POM, PA ist sehr hygroskopisch! Wie gesagt drucke ich überwiegend mit Sunlo-Material, hatte aber auch schon gute Erfahrungen mit No-Name Filament. Ich denke wenn Du ein marken-filament nimmst sollte es wenig Probleme geben, hängt aber auch von Deinem Drucker ab!

CS
Alex
 
Hallo Markus,

man drucke größere Körper nie mit 100% Füllung, sie würden sich verziehen. Außerdem würde der Druck ewig dauern und das Ergebnis würde den Aufwand nicht rechtfertigen. Ich nutze als Infill meist Gyroid bei 15%-30%, da dies in allen Raumrichtungen gleich stark/fest ist. Die Füllung wird im Slicer festgelegt.

Ich lagere mein Filament im Keller und habe noch keine Probleme mit Feuchtigkeit gehabt. Es geht aber auch mit einer Kunststoffkiste und etwas Trocknungsmittel von eBay. Das nutze ich an und zu auch um Astrokameras gründlich zu trockenen.

PLA Filament ist für IR Licht durchsichtig und sollte daher nicht für Komponenten verwendet werden, die Licht abschirmen sollen. PETG ist, wie ich finde, ein guter Allrounder und nicht so spröde.

Den Elegoo Neptune 3pro kenne ich nicht
Ich habe etwas, das Mal als Ender 3 v2 angefangen hat und mittlerweile eher ein S1pro ist. Mit dem bin ich ganz zufrieden obwohl es inzwischen sicher besseres gibt.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Markus,

die Trockenbox für mein Filament ist für mich ein echter Gamechanger gewesen. Wenn das Filament Wasser angenommen hat, dann gibt es an der Druckdüse "lustige" Popp-Geräusche und das sieht man der Oberfläche des Drucks dann später auch an.
Überhaupt wirst du bald feststellen, dass 3D-Druck mit der Astronomie viel gemein hat. Man muss dafür ein Gefühl entwickeln und ohne Frust geht es meistens nicht ab. Stringing und Warping kommen immer mal vor. Im Laufe der Zeit wirst du einiges an Zubehör entweder selber drucken, oder dazukaufen, um dir das Leben einfacher zu machen. Die Trockenbox wäre ein Kandidat für so einen Kauf oder Eigenbau.
Filament-Hersteller und Sorten gibt es ja einige. Mit einem offenen Drucker machen vor allem PLA und PETG Sinn. PLA ist recht hart, aber bricht gerne mal. Außerdem kann man es schlecht im Außenbereich einsetzen. Dafür gelingen die Drucke damit meist reibungslos. Ich benutze das für Gehäuse und alles Mögliche, das nicht sehr belastet werden muss.
PETG ist ein sehr vielseitiges Material. Es ist UV-beständig und nicht so starr wie PLA. Damit kann man strapazierfähigere Modelle drucken. Ich benutze das fast standardmäßig.
Von dem von Alex erwähnten ABS würde ich bei einem offenen Drucker dringend abraten! Das Zeug ist zwar sehr stabil und temperaturbeständig (Lego ist daraus), verursacht beim Druck aber giftige Dämpfe und ist ohne beheizten und geschlossenen Bauraum um den Drucker eher schwer zu drucken.
Die Hersteller muss man selber ausprobieren. Meine Empfehlung ist, nicht zu billiges Filament zu verdrucken. Arm muss man dabei aber auch nicht werden. Ich nutze derzeit gerne Filament von DasFilament, weil zumindest das weiße und schwarze PETG eine sehr schön matte Oberfläche haben und weil es das Filament ohne Spule als Refill gibt (Spule kann man sich selber drucken). Aber auch ERYONE oder GEEETECH sind ordentliche Hersteller.

Beim CAD-Programm hast man die Wahl. Ein ziemlicher Standard ist wohl Fusion 360. Das ist für private Nutzung kostenlos, aber du brauchst eine jährliche Lizenzerneuerung und deine Dateien liegen in einer Cloud. Das missfällt mir doch sehr. Tinkercad ist eine Online-CAD-Anwendung, die sehr beliebt ist. Ich persönlich habe mich sehr mit der Open Source Software FreeCAD angefreundet. Wenn man die Fallstricke kennt, kann man damit schon bald auch komplexere Modelle herstellen. Noch vielseitiger ist die ebenfalls freie Software Blender die mir allerdings immer zu kompliziert war.
Diese Programme sind im Grunde nur für die Form der Teile zuständig. Alles was Druckeinstellungen angeht (Temperatur, Infill, Supports, Geschwindigkeit und und und und) wird im Slicer eingestellt. Das erschlägt einen zunächst etwas, aber meistens kommt man mit den Standardeinstellungen gut klar und passt diese dann nur punktuell an. Mit der Zeit lernt man dann die Bedeutung der einzelnen Optionen immer besser kennen.
Der Slicer erstellt die Datei, die man dann schließlich an den Drucker übergibt.

Was die geplanten Drucke angeht, wirst du schnell merken, dass so ein Drucker die Sicht auf die Dinge schnell verändert. Der Gedanke "Hmm - kann man da nicht was drucken" kommt einem immerzu. Ständig misst man irgendwelche kaputten Teile aus oder rückt hässlichen Kleinigkeiten, die sich in einem Haus ja massenweise finden, die man aber immer ignoriert hat, zuleibe. Die Fähigkeit, Bauteile selber herzustellen, die auf den Zehntelmillimeter genau den eigenen Ansprüchen genügen ist eine echte Bereicherung.

Ich habe einen ANYCUBIC MegaX. Da ich unheimlich gerne Modelle entwerfe, immerzu Projekte in der Pipeline habe und die Anforderungen stetig steigen, warte ich derzeit auf die Auslieferung eines Bambu Lab X1-Carbon.

Gruß
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

Von dem von Alex erwähnten ABS würde ich bei einem offenen Drucker dringend abraten! Das Zeug ist zwar sehr stabil und temperaturbeständig (Lego ist daraus), verursacht beim Druck aber giftige Dämpfe und ist ohne beheizten und geschlossenen Bauraum um den Drucker eher schwer zu drucken.

dem würde ich nur bedingt zustimmen! Tatsächlich ist es nicht ganz einfach zu verarbeiten, ich arbeite mit offenem Bauraum, allerdings mit beheiztem Bett bei 110°C und spezieller Druckmatte von Ziflex. Natürlich hatte ich eine Menge experimentiert bis ich vernünftige Drucke hatte. PLA und PETG sind eindeutig Anwendungsfreundlicher. Jedes Filament wird giftige Dämpfe produzieren wenn es "verkocht" d.h. überhitzt wird! Ich habe noch jede Menge ABS und werde das erst mal verarbeiten bevor ich auch anderes Material verarbeite. PLA wird es auf Grund einer Reihe von Nachteilen nicht!


Beim CAD-Programm hast man die Wahl. Ein ziemlicher Standard ist wohl Fusion 360. Das ist für private Nutzung kostenlos, aber du brauchst eine jährliche Lizenzerneuerung und deine Dateien liegen in einer Cloud.
Ich nutze auch Fusion 360 und brauche die Cloud nicht!

Bildschirmfoto 2023-12-29 um 16.56.50.png


Du kannst auch Dateien auf Deinem Rechner öffnen (grüner Kringel) und wieder speichern!

Bildschirmfoto 2023-12-29 um 16.59.57.png

Einfach exportieren wählen, da ich ohnehin meist mit STEP-Dateien arbeite exportiere ich immer auf meinen Rechner! Die Cloud brauchst Du definitiv nicht, außerdem ist die Cloud auf 10 Modelle begrenzt!

CS
Alex
 
Erst mal recht herzichen Dank für die Rückmeldungen.
Dann war ich ja schon mal auf dem richtigen Weg mit meinen Vermutungen.

Zum Thema Cloud .... kann man ja anscheinend umgehen ... es würde mich jetzt erst ein mal nicht stören,
da die von mir geplanten Projekte keinerlei persönliche Dinge enthalten.
Wenn die dateien jemand nutzt stört mich das dann auch nicht.

Zum Thema Trocknerbox.
Geht dann quasi auch eine dicht schließenede Plastikbox mit z.B. Gelsilikatbeuteln die das Filament natürlich nicht berühren?
Davon habe ich genug zur Hand.

Und das Thema "es gibt immer was zu drucken".
Ja natürlich. Es gibt da schon einige Ideen im Kopf, die gar nix mit Astro zu tun haben.
Kleine Transportkästchen für meine E-Zigaretten für die Arbeit usw.
Kaffebecher Transportrahmen, wenn man mal 4 oder 5 Kaffee holen will und und und.

Also nochmals Danke für eure Gedanken.

Hat evtl. jemand trotzalledem noch einen Tip, für eine evtl. günstige, aber Taugliche Drybox ?
Da liegen ja viele im Bereich um die 40€.
Ansonsten. Heizdraht, PWM und Leistungsanzeigen sind auch vorhanden ^^

Gruß
Markus
 
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