5" Mak oder SC

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joe11

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Hallo zusammen,

ich überlege mir für die Reise ein kleines transportables Teleskop zuzulegen. Dabei kamen der Skywatcher 5"Mak und der Celestron 5"SC in die nähere Wahl. Welchen würdet ihr den Vorzug geben bzw. gibt es Alternativen in dieser Klasse für diesen Zweck?
Über eure Erfahrungen würde ich mich freuen. Viele Grüße und CS - Jörg
 
Hallo Jörg,
wenn eine Auswahl aus den beiden Geräten anstünde, dann den Mak, da er rein von der Optik-Theorie her das bessere Bild liefern sollte. Eine echte Alternative wäre der Intes M500.

Alle genannten sind aber eigentlich Spezialisten mit kleinen Gesichtsfeldern sowie höheren Vergrößerungen und damit für mich keine universellen Reisescopes.

Je nachdem, wie Du Reise definierst, würde ich eher über einen ED nachdenken (wenn Du zusätzlich Stativ und Monti mitschleppen willst) oder einen Dobs (z.B. Hofheim oder Selbstbau).
Meine Lösung heißt 10" Reisedobson: kleine transportable Holzbox als Handgepäck + 3 Okulare, Carbon-Stangen in den Koffer.
Damit sieht man dank viel Öffnung bei DS ordentlich was und Planeten o.ä. kann ich auch daheim machen.
 
Hallo Ralf,

vielen Dank für deine Tipps! Mein Vorhaben ist, meine Hobbys gelegentlich zu verbinden - sprich mit dem Motorrad rausfahren und Sterne gucken. Ein Reisedobson wird sich da wahrscheinlich nicht packen lassen. Der Intes ist schon nett, aber leider in der falschen Preisklasse. Meine Montierung hatte ich mit eingeplant (LXD75) mit verkürztem Alustativ.
Gibt es bei den beiden genannten Geräten (Mak/SC) bezüglich Gesichtsfeld den einen Unterschied? Beim Mak steht 2" möglich - macht das Sinn? Ein ED70 wäre von Größe und Gewicht vergleichbar und noch eine Überlegung wert...
Besten Dank und viele Grüße - CS Jörg
 
Hallo Jörg,
verstehe, dann gibt der Motorradkoffer die Maße vor.
Der 8" Hofheim-Reisedobs sollte da zwar auch reinpassen, liegt dann aber wohl auch außerhalb der Budgetgrenzen.

Der 70er ED wäre auch eine schöne Alternative, denn mit bis zu 6°GF ist er ja ein wahres Widefieldwunder. Dann müssen Dir aber 70mm genügen, denn alle anderen sind leider zu lang.

Ansonsten macht wohl wirklich der Mak das Rennen. Das C5 hat zwar durch die kürzere Brennweite ein etwas größeres GF, die 2"-Option am Mak macht das aber dicke wieder wett und sollte dann auf alle Fälle dazu. Mit einem 40mm Oku mit etwas über 70° schaffst Du dann auch 2° GF.
 
Ansonsten macht wohl wirklich der Mak das Rennen. Das C5 hat zwar durch die kürzere Brennweite ein etwas größeres GF, die 2"-Option am Mak macht das aber dicke wieder wett und sollte dann auf alle Fälle dazu. Mit einem 40mm Oku mit etwas über 70° schaffst Du dann auch 2° GF.

Also was die Erwartungen auf großes Gesichtsfeld mit 2" Okularen betrifft, würde ich für die beiden hier diskutierten Alternativen (5" SCT vs 5" Mak) doch zur Vorsicht raten.

Der Einsatz von 2" Okularen zur Erzielung eines größeren wahren Gesichtsfeldes am Himmel wird ja nur dann wirksam, wenn die Apertur des Blendrohrs im Hauptspiegel wesentlich größer als die maximale Öffnung von gewöhnlichen 1.25" Okularen ist. Das Blendrohr müsste also schon eine Apertur von mindestens 35 mm haben, das trifft aber weder für das C5 noch den SW Mak zu. Selbst ein C6 hat nur 26 mm Blendrohröffnung, und der SW Mak127 hat angeblich 30 mm. Damit ergeben sich dann maximale Feldwinkel von 1.0° bzw. 1.2° am Himmel für diese beiden Instrumente.

Das kann man aber bereits mit 1.25" Okularen mit maximaler Feldblende ausschöpfen.

Es läuft also auf die allseits bekannte Wahrheit hinaus, dass Schmidt-Cassegrains und Maksutovs naturgemäß ein beschränktes Gesichtsfeld haben.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Ralf, hallo Peter,

vielen Dank für die Ausführungen. Leider fehlt mir bislang die Beobachtungserfahrung, um die Eigenschaften der Teleskope für die Praxis zu deuten. Verstehe ich das richtig, dass ein SCT oder Mak zwar ein kleines Gesichtfeld haben, aber aufgrund der Öffnung mehr Auflösung und Licht bei höheren Vergrößerungen liefern - sprich Planeten, Mond, PN u.ä.? Ein ED70 hingegen hat ein großes Gesichtfeld und ermöglicht für kleine Vergrößerungen eine große AP, die bei einem SCT/Mak nicht möglich ist - also großflächige Nebel, Milchstrasse u.ä. - bei höheren Vergrößerungen für Planeten wirds dann dunkel? Wenn ich das richtig sehe, welche Eigenschaft ist in der Praxis vielseitiger? Welchem Gerät würdet ihr den Vorzug geben?
Vielen Dank und viele Grüße - CS Jörg
 
Hallo Jörg,

Du siehst die Vor- und Nachteile des SCT oder Mak gegenüber einem kleinen Richfield-Refraktor schon ganz richtig.

Es hängt halt sehr von den jeweiligen Objekten, Deinen persönlichen Vorlieben, und natürlich auch von der Qualität des Himmels ab. Meine größte Optik ist ein C14, und meine kleinste ein 7 x 35 Fernglas mit sehr großem Gesichtsfeld. Und dazwischen habe ich auch noch vielerlei.

Auf jeden Fall solltest Du wohl auf Deinen Exkursionen ein Fernglas dabei haben, das Du schnell greifen und auch wieder verstauen kannst. Ob Du darüber hinaus noch mehr mitnehmen möchtest und wenn ja, was, das hängt dann ganz von Deinen persönlichen Präferenzen ab.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hi Peter,

Das kann man aber bereits mit 1.25" Okularen mit maximaler Feldblende ausschöpfen.

Hast Du das mal ausprobiert?

Sowohl 2" als auch Reducer bringen deutlich Gesichtsfeld. Das habe ich mal ausprobiert. Siehe hier:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...arch/true/Re_Maksutov_zum_Einstieg#Post634308

Es läuft also auf die allseits bekannte Wahrheit hinaus, dass Schmidt-Cassegrains und Maksutovs naturgemäß ein beschränktes Gesichtsfeld haben.

was man mit Zusätzen aufweiten kann.



CS

Klaus
 
Hallo Peter,

wir hatten ja auch schonmal über dieses Thema gesprochen (maximales GF im Vergleich zum Blendrohr bei den ganzen Mak und SC-Systemen), als ich auf der Suche nach einem Übersichtsokular für meinen 8" SC war.

Mittlerweile habe ich auch die Erfahrung gemacht, daß man zumindest ein bißchen über den Blendrohrdurchmesser rausgehen kann.

Das Okular sitzt nämlich nicht direkt am Blendrohr, sondern ja (teilweise deutlich - Zenitspiegel usw.) dahinter. Das Strahlenbündel vom Blendrohr weitet sich auf und so kommen doch noch ein paar Millimeter hinzu.

Zudem wird das Bild offenbar auch nicht hart durch das Blendrohr begrenzt, sondern es gibt nach außen hin, wenn man über den Blendrohrdurchmesser hinausgeht, dann eher eine allmählich zunehmende Vignettierung.

Im konkreten Fall habe ich beim 40 mm Baader Erfle (46 mm Feldblende) am 8" SC (38 mm Blendrohrdurchmesser) KEINE für mich visuell bemerktbare Vignettierung. Vielleicht könnte man sie durch Nachmessen usw. nachweisen, aber das spielt in meinen Augen hier keine praktische Rolle.

Das 40er spaßeshalber mal an das C90 (3,5 Zoll Mak mit 24,5 mm Öffnung am Blendrohr!) gesetzt und dann natürlich deutliche Vignettierung nach außen hin, dennoch - erstaunlicherweise - aber insgesamt ein bis an den Bildrand hin ausgeleuchtetes Bildfeld !!!

Sinnvoll am Sternenhimmel nutzbar würde ich bei diesem Fernrohr etwa den Bereich bis ca. 30 mm, vielleicht auch 35 mm Feldblende einschätzen. Noch weiter außen wird das Bild halt dann schon merklich dunkler, was ich als störend empfinde. Aber nutzbar sind eben doch deutlich mehr als die 24,5 mm, die am Blendrohr anliegen.

Speziell bei den 5-Zöllern müßte man es halt ebenfalls dann genau probieren, was geht.

CS
Thomas
 
Hallo Klaus, Thomas und allerseits,

ich möchte niemand die Verwendung einer sowieso schon existierenden 2" Okularausstattung an 5" Mak oder SC vermiesen. Ich wollte nur vor übertriebenen Erwartungen bei einer Neuanschaffung warnen.

Ich habe mir eben den photo/visuellen Vergleich von Klaus angeschaut. Was mir dabei allerdings fehlt ist die essentielle Information, wie groß die effektive Feldblende von dem hier als Referenz benuzten 1.25" Okular (40 mm TS Superplössl) denn nun ist. Wenn diese nämlich deutlich kleiner als das maximal mögliche für dieses Steckmaß ist, was ich mal vermuten würde, dann relativiert sich auch die Aussagekraft dieser Untersuchung. Ich habe vor einigen Jahren ähnliche Vergleiche (an einem C8), mit und ohne Reducer, zwischen verschiedenen 1.25" und 2" Okularen gemacht:

Okulare am C8, mit und ohne Reducer

Dabei kam ich zu dem Ergebnis, dass ein wesentlicher Feldgewinn nur gegenüber solchen 1.25" Okularen mit deutlich kleineren Feldblenden als dem maximal möglichen von 29 mm auftritt. Wenn man als Referenz das bekannte Baader (eudiaskopisch) 35 mm mit einer solchen maximalen Feldblende verwendet, dann ist ein weiterer Feldgewinn durch 2" Zubehör selbst am C8 mit einem Blendrohr von 38 mm Öffnung jedenfalls sehr bescheiden und nach meiner Einschätzung wenig lohnenswert.

Frage zum verlinkten Vergleich von Klaus: Du schreibst dort, dass "Bild 2" die Situation mit Reducer beschreibt:

Man sieht gut, dass der Reducer zu deutlich höheren Feldern führt.

Es ist aber das erste (obere) Bild, welches größere Bildfelder zeigt!

Im übrigen würde ich den Beobachtungen von Thomas zustimmen. Es ist tatsächlich so, dass bei einigem Abstand des Okulars vom Blendrohr der Felddurchmesser in mm anwächst, so dass damit auch größere Feldblenden noch ziemlich gut ausgeleuchtet werden können. Wegen der üblichen HS Fokussierung von Mak und SC Optiken besteht hier sogar ein erheblicher Spielraum. Allerdings wäre es ein Trugschluss, daraus auf einen echten Feldgewinn im Sinne eines größeren Feldwinkels am Himmel zu schliessen. Das Feld in Grad und Bogenminuten bleibt unverändert, nur der Abbildungsmaßstab variiert mit der veränderlichen Systembrennweite.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Peter,

ja, die Bilder sind vertauscht ;)

Ok, das mit dem Feldblendendurchmesser ist ein Argument - kann ich leider auch nicht sagen. Vom 32er TS SP sagt der Hersteller aber, dass es die 29mm Feldblende mitbringt. Wenn ich beide Okulare vergleiche ergibt sich ein sehr ähnliches Blickfeld. Von daher denke ich, dass das 40er wenig eingeschränkt ist.

Interessanter Punkt! Vielleicht mach ich das ganze nochmal mit dem 32er.

CS

Klaus
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die umfassenden Erklärungen!
Ich denke, ich werde es mit dem ED70 als Reiseteleskop versuchen. Gründe dafür sind neben dem großen Gesichtfeld und die Möglichkeit, eine große AP mit 2" unter dunklen Himmel zu nutzen, das Gewicht und Maße auch die Eignung als hochwertiges Guidingteleskop bzw. Fotooptik. Mit Ferngläsern (10x50 und 8x40) bin ich bislang aufgrund der Bewegung (ohne Stativ) nicht wirklich glücklich geworden.
Wie berechnet sich eigentlich das wahre Gesichtfeld bei einem Teleskop?
Nochmals besten Dank und CS - Jörg
 
Hallo Peter,

ich benutze 2 Zoll Okulare am C5.
Ich musste mir deswegen extra einen Adapter (20€) machen lassen, da ich sonst Probleme mit dem Fokussierknopf und dem 2 Zoll Zenitspiegel hatte.

Fakt ist für mich (nach einem direkten Vergleich hintereinander mit beiden Kombinationen), das das Bild mit dem 2 Zoll Okular (TS 42mm) dem Bild mit dem TS 32mm vorzuziehen ist. (größeres Feld, helleres Bild)

Du hast aber Recht mit der Aussage, ob dies den Aufwand (2 Zoll Zenitspiel, 2 Zoll Okular...) lohnt...

Gruß
Hans-Jürgen
 
Hallo Jörg,
halte ich für eine ganz gute Idee, erzähl doch dann mal wie Du zufrieden bist.

Zu Deiner Frage gibt es zwei Möglichkeiten:
- Überschlagsmässig: GF = sGF des Okulars / Vergrößerung
- genaue Lösung: GF = 2 * (arctan((Feldblende Okular / 2) / Brennweite des Teleskops))
 
Hallo Ralf,

dann stehen 6Grad bei AP7 mit ED70 den 2,2Grad bei AP5 mit SCT gegenüber, wobei diese mit einem 2"50mm aufgrund der Feldblende? nicht komplett ausgeleuchtet werden -also praktisch nicht nutzbar sind?
Das dürfte für die meisten hier das ganz kleine 1x1 sein, trotzdem vielen Dank für die für mich höchst interessanten Ausführungen!..
Gerne berichte ich über den ED70 - sobald die Strassen wieder trocken sind :)
Viele Grüße und klare Nächte - Jörg
 
Wie berechnet sich eigentlich das wahre Gesichtfeld bei einem Teleskop?

Da es sich hierbei in der Regel um kleine Winkel handelt, braucht man nicht einmal irgendwelche Winkelfunktionen wie tangens oder arctangens, weil für kleine Winkel alpha

tan alpha ~ alpha

Dabei ist allerdings zu bedenken, dass die Winkel nicht in Grad, sondern im Bogenmaß (Radian) ausgedrückt werden: 360° = 2pi.

Damit vereinfacht sich die Formel für das wahre Gesichtsfeld zu

GF ~ FB / F

wobei FB die Feldblende des Okulars (oder bei photographischen Anwendungen die Breite von Film oder Photosensor) ist,
und F ist die Brennweite vom Teleskopobjektiv.

Das ED70 hat wohl eine Brennweite von 420 mm. Für ein 2" Okular mit maximaler Feldblende von 46 mm berechnet sich dann das Feld zu

GF ~ 46 mm / 420 mm ~ 0.110 Radian = 0.110 * 180°/pi = 6.27°

Wie gut ist diese Näherungsrechnung? Nach der exakten Formel ergibt sich

GF = 2 * arctan [(FB/2)/F] = 2 * arctan [(46/2)/420] = 6.27°

Mit so einem kurzen f/6 Refraktor und einem entsprechenden 2" Okular könnte man also ein fantastisches Feld von über 6° bekommen.
Z.B. mit dem Panoptic 41 mm von TeleVue hätte man solch ein maximales Feld, bei einer Vergrößerung von 10x mit einer Austrittspupille von 6.8 mm.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 
Zitat von P_E_T_E_R:
Es ist tatsächlich so, dass bei einigem Abstand des Okulars vom Blendrohr der Felddurchmesser in mm anwächst, so dass damit auch größere Feldblenden noch ziemlich gut ausgeleuchtet werden können. Wegen der üblichen HS Fokussierung von Mak und SC Optiken besteht hier sogar ein erheblicher Spielraum. Allerdings wäre es ein Trugschluss, daraus auf einen echten Feldgewinn im Sinne eines größeren Feldwinkels am Himmel zu schliessen. Das Feld in Grad und Bogenminuten bleibt unverändert, nur der Abbildungsmaßstab variiert mit der veränderlichen Systembrennweite.

Hallo Peter,

mit der sich verändernden Systembrennweite, je weiter man "nach hinten" rausgeht, hast Du völlig recht.

In meinem Fall (8" SC + 40er Baader Erfle) habe ich allerdings die absolut kürzestmögliche Adaption (SC-Zenitspiegel direkt mit Überwurfring an das Teleskop geschraubt und dann eben das Okular rein). Noch weniger effektive Brennweite geht bei 2" Anschluß gar nicht.

Viele Leute machen sich ja Crayford-Fokussierer an ihre SC oder Maks und da ist dann auch bei 1 1/4" die resultierende Brennweite schon länger als bei so einem sehr kurz bauenden 2" Zenitspiegel.

Der Unterschied vom 35er Eudiaskopisch (nutzt mein Bruder an seinem C8) auf das 40er Baader Erfle mit 2" in Punkto scheinbares und auch wahres Gesichtsfeld ist übrigens schon recht deutlich. Der Unterschied im Gewicht übrigens auch. Gerade wenn man nur einen 5" oder 6" Mak / SC verwendet, wird das mit dem 2" Zubehör hinten ganz schön "klobig" im Vergleich.

CS
Thomas
 
Hallo Peter,

vielen Dank für deine Ausführungen. Verstehe ich das richtig, das diese Formel okularbrennweiten-unabhängig ist, da sich die Feldblende auf das 2"Maß bezieht - bzw. wie ergibt sich der Wert von 46mm? Vielen Dank und viele Grüße - CS Jörg
 
Hallo Karsten,

vielen Dank, so hatte ich es auch vermutet - war mir nur nicht sicher, da ich mein 2"50mm nachgemessen hatte und auf 48mm kam.
Nach Peters Berechnung ergibt sich für den ED70 für 2" ein Gesichtfeld von 6,27Grad.
Nach Ralfs Formel ergibt sich für den ED 70 mit einem TV Panoptic 41mm in etwa ein GF von 6,64Grad - sprich zeigt das Okular mehr als das Teleskop durchlässt - gäbe es also Vignettierungen mit dieser Kombination? Oder wo ist mein Denkfehler?
Viele Grüße - CS Jörg
 
Hallo Jörg,
Dein "Denkfehler" ist die sog. Verzeichnung der Okulare, sie weiten das Gesichtsfeld künstlich auf. Einen echten Wert kriegst Du dann über die Feldblende bzw. mit einer Sterndurchlaufmessung.
 
Hallo Jörg,

man muss an erster Stelle schauen, womit man rechnet.
Zunächst mal ist für ein Bildfeld ohne Verzeichnung seitens des Teleskopes die Formel 2xArctan(Durchmesser/(2*Brennweite)) richtig. Die Einheiten müssen natürlich gleich sein, man nimmt meist für beides Millimeter.

Dann gibt es von Televue zum 41mm Panoptic die Angabe von 46mm Feldblende.
Man kann darüber nachdenken, ob man ohne vignettierung 48mm hinbekommt und damit als theoretischem Wert rechnen, aber in einem 2" Zenitspiegel ist schon 46mm nicht unkritisch - aber auch nicht unmöglich, nur eben nicht vignettierungsfrei.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ralf, hallo Sven,

dann ergäbe sich nach Svens Formel ein GF von 5,27Grad für den ED70f6 (wenn ich richtig gerechnet habe!?). Ein passendes Okular für max. vignettierungsfreies Feld wäre dann zB ein TV 2"26mm mit 5,1Grad, das 31mm mit 6Grad würde dann bereits vignettieren, brächte aber den Vorteil einer größeren AP? Müsste man hier jetzt noch eine Toleranz bei Verwendung eines Zenitspiegels einrechnen?
Vielen Dank für die geduldigen Erklärungen!
Viele Grüße - Jörg
 
Hallo Jörg,

mir scheint da einiges durcheinander zu gehen.

Mal grundsätzlich: 70/420 als ED-Refraktor. Der hat nativ einen 2" Auszug und wenn dieser nicht zu blöde gebaut ist... äh... OK. Ich gehe mal davon aus es ist das gerade von dem ich denke, dass es gemeint ist. Dann ist der Okularauszug genau mit 2" Innendurchmesser ausgestattet. 85mm Hub des Auszuges, dann gebe ich noch 15mm in der Länge zu, ziehe 30mm Einstecktiefe des Zenitspiegels ab, addiere 85mm Lichtweg im 2" Zenitspiegel und komme auf 155mm, die der Auszug vor dem Fokus endet. Dann gebe ich noch 5mm Durchmesser zu (von denen ich nicht weiß, ob sie da sind) und errechne mal, dass bei f/6 auf 155mm das Strahlenbündel sich von 0 im Fokus auf 25,8mm Durchmesser aufweitet. Den Schräglauf der Randstrahlenkegel nicht beachtend kommt man auf grob 30mm vignettierungsfreies Feld.
Wenn das so gerechnet ist, verstehe ich, warum Du das 26mm Nagler Typ 5 als vignettierungsfrei ansiehst.

Aber warum?
Die Vignettierung hält sich nicht nur in Grenzen, sondern sie nimmt auch nur langsam zum Rand hin zu. Es gibt Geräte, da kommen am Rand noch 30% des Öffnungsdurchmessers an und da gucken die Leute immer noch gern durch. Man sollte das also bitte nicht überbewerten.
Normalerweise, wenn man das Ding als Weitfeld-Wunder kauft, dann schafft man konsequent ein "Volle-Pulle-Weitfeld-Oku" an, und bei entsprechendem Anspruch kann das ein 41mm Panoptik sein. Allerdings muss dann der Himmel auch dunkel sein, oder man verwendet gerne 2" Nebelfilter (OIII, UHC und zwar in dieser Reihenfolge). Ansonsten geht man halt runter mit der AP und dann ist 31mm Nagler Typ 5 natürlich die nächste Adresse, das 25mm Panoptic liegt ja vom Feld her noch drunter. Ich finde nämlich, dass man das bei f/6 und 26mm spürt, dass bezüglich der Bildhelligkeit noch was fehlt. Schon der Schritt von 26mm auf 30mm ist gut zu bemerken. Von daher, wenn man schon mit 31mm Nagler Typ 5 wirft, wäre ein 41mm Panoptic die konsequentere Lösung - nachdem der Begriff Weitfeld ja nunmal gefallen ist.
Allerdings sollte man sich auch überlegen, wo man die 6° denn nun braucht. Ein Feldstecher 10x50 bedient bei gleicher Vergrößerung beide Augen, wenn auch mit 5mm AP und nicht 7mm AP. Aus dem Grund habe ich mich seinerzeit entschlossen, mir 120/720 zu wünschen und letzten Endes gerne 110mm/655 angeschafft - für hauptsächlich diesen Zweck wohlgemerkt.

Übrigens, wenn ich so rechne mit 46mm Feldblende... 6,27° Nicht 5. Wahrscheinlich vertippt.


Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

ja, genau so hatte ich das gerechnet ;)
nein - da geht eher einiges durcheinander, aber vielen Dank für die Darlegung.
Da ich zumindest ein einfaches 2"26mm und 36mm (QX)habe, werde ich diese mal testen, sobald ich den ED habe.
Gedacht ist das Gerät als möglichst kleines Reiseteleskop, ein 120er wäre für mich in diesem Fall nicht transportabel. Einen Feldstecher hatte ich auch in Erwägung gezogen, aber auch für den brauche ich ein Stativ (entgegen einiger Kollegen, kann ich mit meinem 10x50 freihand nicht entspannt gucken, da mich selbst die kleinsten Bewegungen stören), zudem ist binokulares Betrachten seit einer AugenOP für mich eher schwierig.
Dann lese ich mir die letzten Beiträge noch mal in Ruhe durch...

Vielen Dank und viele Grüße - CS Jörg
 
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