Hallo Johannes,
das
...........Warum ist die Kritik in dem Thread hier so groß?...........
ist für mich, als einen der heftigen Kritiker sehr schnell erklärt, aber vorher möchte ich meinen Daumen hoch für Post #96 von Sven nochmal unterstreichen.
Wenn du so ein Teil schon hast, rate ich dringend, versuche es zu nutzen und zu schauen, was damit geht. Hast Du es noch nicht, dann kaufe so etwas nicht, denn es gibt für wenig mehr Einsatz bereits viel mehr zu sehen.
Der Link zum Discounter im ersten Post des threads zeigt das Teil nicht mehr, daher mal ein anderer Link, es ist das gleiche Teleskop, nur mit den teureren "Normalpreis".
National Geographic's Spiegelteleskope - kleine Kraftpakete für den Einstieg - Ein Spiegelteleskop zeigt selbst bei kleiner Öffnung schon unzählige Krater auf dem Mond, Detai...
www.astroshop.de
Ich gehe nun mal auf die einzelnen Positionen ein, auch auf die von Dir angefragten Möglichkeiten, wie da was zu verbessern ist. Schon daran kann man erkennen, dass es ohne Mehrkosten besser ginge, was schon seit JAHRZEHNTEN allseits bekannt ist. Das ist meine Kritik und ich habe ja auch in Post #34 eine m.E. in allen Belangen sinnvollere Alternative genannt, bei der zwar auch nicht alles Gold ist was glänzt, die aber in der Praxis einfach extrem viel mehr bietet.
1. Die Montierung und das Staiv sind recht schwach, was bei niedrigen Vergrößerungen noch zu händeln ist, wird bei hohen Vergrößerungen schnell auffällig und letztlich behindert das Zittern des ganzen Teleskops schon das Scharfstellen bei höheren Vergrößerungen.
In Grenzen lässt sich das verbessern indem
-man alle statischen Verschraubungen (Stativbefestigung, Okularablage, Teleskopbefestigung auf der Monti pp) so fest wie möglich anzieht ohne das Material dabei zu überfordern.
-das Stativ schwerer macht, indem man Gewicht auf die Okularablage packt oder darunter hängt (und wenn es drei Pakete Zucker sind)
-das Stativ so wenig wie möglich ausfährt, also im Sitzen beobachtet
-den Tubus sehr genau in den Schwerpunt setzt, bereits wenig Ungleichgewicht belastet die Monti mehr als nötig und wenn das Teleskop schon kopflastig ist, tun schwere Okulare ein Übriges, es empfiehlt sich leichtes Zubehör.
-am standfestesten könnte dfas Ganze sein, wenn Du die das Teleskop gar nicht parallaktisch nutzt, sondern azimutal und alle Achsen senkrecht übereinander stellst, dann mit mit leichtgängig eingestellten Bewegungsachsen über die beiden biegsamen Wellen nachführst (falls sie wirklich biegsam sind).
2. Der Sucher ist ein Witz, zumindest habe ich von diesen Teilen noch keinen gesehen, der brauchbar war, also ein akzeptables Bild lieferte (Transmission, Schärfe, Randschärfe, Gesichtsfeld, alles mangelhaft).
-Ein leichter Peiler wäre angesagt und nicht teurer, könnte auch nachgekauft werden, dann aber einen Guten, weil man den auch auf Nachfolgeteleskopen gut gebrauchen kann.
-Ich habe schon mehrfach die Linden aus solchen Rohren herausgestochen, die nackte Röhre dient dann als zufriedenstellende Peilhilfe
3. Drei Okulare, ne Barlow und eine Umkehrlinse, 5 Teile aus der absolut untersten Schublade
-weniger wäre mehr, also ein 30er Plössl für die Übersicht und ein 10er oder von mir aus eine brauchbare Billigbarlow, das wäre Ressourcenschonung nicht nur ohne Nutzungseinbußen sodern mit Gewinn.
-Nachkaufratschläge für Okulare fallen mir aufgrund aller genannten Punkte schwer.
4. Das Teleskop selbst scheint noch über Justiermöglichkeiten an Hauptspiegel und Fangspiegel zu verfügen, der OAZ (komplett) wie auch Tubusabschlussringe pp scheinen aus Plastikspritzguss zu bestehen. Das Zeug wird über kurz oder lang spröde, häufige Nutzung führt schon mal zu Zahnverlust an der OAZ-Gewindestange (hatte ich schon selbst).
Es gibt keine Bilder die eindeutigen Aufschluss geben. anzunehmen ist, dass die Fangspiegeleinheit so um 27 mm bis 30 mm Obstruktion bringt, kleine Newtons sind halt nicht so leicht mit wenig Obstruktion machbar. Das ist auch hier eher nicht das Ziel, auch nicht der größte, aber eben auch ein Kritikpunkt.
Du siehst also selbst schon und nun eventuell noch ein wenig mehr, man kann sich behelfen und solche Teile zu einem gewissen Grad auch zufriedenstellend, ja sogar mit so viel Freude nutzen, dass der Wunsch nach mehr aufkommt und gefördert wird.
Du bist allerdings auch jemand mit einem gewissen "hartnäckigen" Interesse, das haben die Wenigsten (von den Überraschten die Allerwenigsten) und daher landen m.E. zu viele dieser besonders billigen Discounter-Angebote zu oft als zu teure Ressourcenverschwendung auf Dachböden oder im Müll.
Gruß
*entfernt*