Hallo Markus,
ich häng's mal hier an - in der gestaffelten Ansicht verliert man den Überblick... In diesem Zweig jedenfalls scheint es noch um Okulare zu gehen.
Gut, was empfehle ich? Also das 13,4mm Speers empfehle ich, weil es das Qualitätspotenzial hat, auf wirklich lange Jahre zufrieden zu stellen. Mehr optische Leistung würde ich nur in Okularen wie Nagler oder Ethos sehen, bedingt durch die Brille in LVW oder Pentax XW.
Die Brille ist ein wichtiges Thema. Genauer der Asti. Ein schwacher Asti ist kaum bemerkbar bei niedrigen vergrößerungen und schon bei mittleren Vergrößerungen nicht mehr erkennbar. So 0,5 Dioptrien dürften nicht auffallen - man kann aber auch schlecht sagen, wie der Asti beim einzelnen ausfällt.
Mehr Asti - mehr Probleme, der wird dann bei zunehmend höherer Vergrößerung dennoch bemerkbar. Dieses Verhalten ist nichtmal so unglücklich, weil der Augenabstand mit kürzerer Okularbrennweite kritischer wird - außer bei Okularserien die über die Brennweiten einen konstanten Augenabstand haben. 20mm sind für Brillenträger bequemst. 13mm können viele auch noch (da liegen die Speers etwa), aber manche haben schon Probleme, die Brille muss aufgedrückt werden oder man sieht eben nicht mehr das Feld bis zum Rand. 10mm stellt jeden Brillenträger vor Probleme und drunter geht mit Brille gar nichts mehr.
Jetzt fragt sich also, was steht denn im Brillenpaß so drin zum Asti und ist der auf beiden Augen gleich stark? Sonst kann man sich gleich mal auf das günstigere Beobachtungsauge trainieren.
Brillenträgerfreundlichkeit war in der ganzen Palette bis jetzt kein Thema. Zufälligerweise sind diese wie jene Planetarys mit angenehmem Augenabstand ausgestattet.
Zum Hyperion Zoom: Empfehle ich nicht. Ich kenne es, es hat mir für ein normales Zoom gefallen, aber ein weitwinkliges Bild wie ich es mir wünsche hat es eben nur bei kürzeren Brennweiten. Ich finde die Ästhetik des Weitwinkel-Anblicks sehr wichtig, allerdings liegt das an meiner Vorliebe für Deepsky. Daher greife ich dann zu Festbrennweiten mit Weitwinkel, das Speers Zoom ist eine Ausnahme, eine ungewöhnliche Zoom-Konstruktion, die stets über 80° scheinbares Feld hat.
http://www.svenwienstein.de/HTML/weitwinkel.html
Ich habe aber auch nichts direkt gegen das Hyperion Zoom, nur fragt es sich, worauf Du letztendlich "anspringst". Ich möchte nicht auf das Feld verzichten und finde selbst kleinere Objekte schön mit ihrer Himmelsumgebung - die macht ihren eigenen Reiz aus. Zum Beispiel M71 als kleiner Kugelsternhaufen, der aber in einer sternreichen gegend steht. Bei den offenen Sternhaufen, die ziemlich ausgedehnt werden können, gibt es einige, die das Feld des Hyperion bei 24mm sprengen, und die selbst wenn sie hineinpassen erst ihre Wirkung entfalten, wenn eben noch Himmel drumherum mit weniger sterndichte sichtbar wird.
Letztendlich, da Du Dich auf die Okulare wirst einlassen müssen sind zwei Dinge wichtig:
1. Die Möglichkeit, ein peinlich gut behandeltes Okular zurückgeben zu können, wenn in den ersten Tagen schon klar ist, dass daran etwas nicht gefällt - die Sache mit der Brille zum Beispiel.
2. Wenn Du das Speers 13,4mm einrichten magst, dann zeigt Dir das schonmal einen Maßstab - keinen unübertreffbaren Maßstab, aber einen, den viele Sternfreunde so als passend für lange Jahre sehen. Möglicherweise wird das dann für Dich die Meßlatte für spätere Zukäufe.
Noch zu den kurzen Brennweiten: Ich nannte ja schon die ED-Okulare als recht billig, kann aber sein, dass durch einen weiteren Händler der ins Spiel kommt, Paketpreise, Versand, die Rechnung nicht aufgeht. Dann sind die SPLER aus Linz meiner Einscätzung nach wohl ein ähnlich guter Griff wie die Dinger, die wir hier allgemein als Planetarys bezeichnen. Augenabstand für Brillenträger, etwas unter den gewünschten 20mm, haben beide Designs in allen Brennweiten.
Clear Skies
Sven