APM 100 ED oder SD

synosontis

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Hallo Sternenfreunde,

APM bietet bei seinen 100mm-APO-Ferngläsern zwei verschiedene Varianten an:

- ED-Version mit Glassorte FK-61-ED
- SD-Version mit Glassorte FCD-100

Die SD-Version ist 495 Euronen teuerer.

Hat jemand Erfahrung mit der SD-Version... lohnt sich die Mehrausgabe?

Grüße Klaus
 

tommy_nawratil

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hallo,

das APM 100mm 90° SD Bino ist angekommen und ich konnte es bereits an Himmel und Natur testen:

Ich kann berichten, das SD Bino übertrifft meine Erwartungen bei weitem, es ist tatsächlich ein Apo Doppelrefraktor
der auch bei 137x sehr scharf zeichnet (4mm Okulare). Kein Asti, keine Koma, sphärisch bestens korrigiert - beide Röhren schätze ich um die 95% Strehl. Und die Farbkorrektur ist fantastisch: Selbst defokussiert kommt keine Farbe bei Jupiter, Wega ist weiss und nicht gelblich, Farbsaum sieht man sowieso keinen, und auch die Szintillation macht keine "Farbspritzer".
Da die beiden Röhren unterschiedliches Seeing einfangen, ist der Bildeindruck auch besser als mit einem Binoansatz an vergleichbarer Öffnung. Hatte ich vorher gar nicht bedacht. An Jupiter sah ich trotz des tiefen Standes eine Menge Details in den Wolkengürteln, und Ganymed war bereits deutlich ein mini Scheibchen. Richtig schön!

Das ED Bino konnte ich vor ein paar Monaten antesten: Es hat mir auch gut gefallen, der Weitfeldeindruck eines solchen Binos ist schon was besonderes. Farblich war es durchaus nicht schlecht für einen schnellen ED Apo, der Kunde und ich sind übereinstimmend zum Schluss gekommen mit 8mm Okularen gibt es noch ein sehr ansehnliches Bild (wir sind beide ziemlich trainierte und verwöhnte Beobachter). Da erlaubt mein SD Bino deutlich mehr, einfach alles was drin ist mit 100mm, daher denke ich auch ohne den direkten Vergleich dass es ein echter Fortschritt ist.

Für mich bleibt kein Wunsch offen, ausser natürlich: Mehr Öffnung :p

lg Tommy
 

synosontis

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Hallo Tommy,

danke für Deine Einschätzung.

Wurde Dein Glas speziell kollimiert, oder war es in Standardkollimierung bereits tauglich für 137-fach?

LG Klaus
 

tommy_nawratil

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hallo Klaus,

es lag ein Testbericht bei "bei 110x am K-Stern getestet" - keine weitere Info. Ich habe nicht nachkollimiert.
Bei der hohen Vergrösserung muss man beim Klemmen der Okulare aber aufpassen, sonst ergibt sich
leicht ein Doppelbild wenn eines minimal verkippt ist. Ebenso leicht zu korrigieren. :)

lg Tommy
 

Taizon

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danke - hatte nur die weniger informative Webseite für's Tablet...
T

PS.: finde ich für einen stabilen Doppelrefraktor mit Prismenumkehrsatz erstaunlich leicht.
 

Manne

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danke - hatte nur die weniger informative Webseite für's Tablet...
T

PS.: finde ich für einen stabilen Doppelrefraktor mit Prismenumkehrsatz erstaunlich leicht.
Ja, das ist auch erstaunlich leicht - aber für mich noch schwer genug (resp. grenzwertig), um in die Prismenklemme der aufgebauten Gabel gehoben zu werden. Daher fiel bei der Wahl auch das 120er raus, irgendwann zwackt das Alter (und der Schweinehund). Einen merklichen Unterschied gibt's auch zwischen der 45° (hatte ich in 90° getauscht) und der 90°-Version mit dessen offenbar aufwendigerem Umkehrsatz. Jedoch ist auch das 45er noch merklich schwerer gewesen, als mein 100er-Miyauchi, welches aber auch als Einzelgerät besser ausbalanciert scheint - das mit seiner ICS-Zapfenmontierung aufzubauen ist ein Klacks. (y)

Dass die Tabletversion da fehlerhafte Angaben macht, scheint dem abgespecktem Informationsgehalt solcher Angebote geschuldet zu sein; hört man auch öfters mal von Zeitungsversionen. Aber 25kg ist schon eine Hausnummer bei der Gewichtsangabe, vmtl. wiegt das 150er-APM soviel. (Diesen Brocken dürfte ja sogar das zumindest beschriebene, angebliche 'Heavy-Duty-Linhof' aus dem benachbarten Megathread mit den 8,5mag-Sternen packen; zumindest wäre das dann nicht für die nicht zentrierten aus den Tiefen des Weltalls aufgetauchten Okus und deren Strahlenkränze veranwortlich. Na, wer's immer noch glaubt… :rolleyes:)

Da ich im Stehen beobachte, sind die Stativbeine auch schon ordentlich ausgefahren, so dass ein Einsetzen des (mit Schiene) ~8kg schweren Bino auf ein niedrigeres Niveau und anschließendem Hochkurbeln für mich schon etwas 'Ausreichendes' ist. Dafür lässt sich der Abbau mit den beiden Klemmschrauben an der Prismenklemme schön dosieren, so dass es nur (Schwerkraft unterstützt) heraus gleitet. Also, Brocken sind 100er schon - auch die Gabel und ein geeignetes Stativ müssen im Kofferraum ebenfalls verstaut und ggf. am Wohnort auch wieder ausgeladen werden.

gewichtiger Gruß
Manfred
 

synosontis

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Hallo Manfred,

ich habe mir das 100er SD-Glas mit 90°-Einblick angeschafft (kam vorgestern an), und zwar zusammen mit der Einarmmontierung. Im Vergleich zu meiner früheren ICS-Montierung für das 100er Miyauchi finde ich diese Montierung eigentlich nicht schlechter; sie läuft ruckelfrei, wackelt nicht und ist in der Handhabung problemlos - allerdings bin ich noch nicht über 50-fach unterwegs. APM gibt ja max. 70-fach als sinnvollen Einsatzbereich an - aber das Miyauchi konnte auch nur 37-fach.

Interessant sind die Preise für Einarmmontierung: APM 195,--, ICS fürs 100er Miyauchi 475,--, ICS fürs 82er Kowa 1.050,-- o_O

CS Klaus
 

Manne

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Ich werde sicher auch nicht höher als mit 'nem 9er Morpheus vergrößern - für's 'Fernglasfeeling' genügen mir die 24er PanO sowie die 12,5er APM. Die Abbildungsleistung meines ED würde ich natürlich gerne mal mit den neuen Gläsern vergleichen (sicher wird's da auch Schwankungen geben, wie überall); bei hellen Sternen ist die Abbildung eher im Bereich 'geht so bis naja'…
Die Einarm war mir erst zu fummelig, ich hab' daher die Meiling-Gabel mit der Klemme genommen - ist natürlich ausladend, und wiegt auch was. Falls ich das noch öfters höre, dass die 100er mit dem einen Arm zurecht kommen (bis 70x) wäre das 'ne Alternative.
Zu den Preisen kann ich nichts sagen, außer dass da sicherlich auch die bestellte Menge eine Rolle spielt. Wenn APM da mtw. 500 Stück ordert, und ICS nur für 50 Kowa (beides fiktive Werte), macht das für den Hersteller schon was aus (wobei der 1000er beim Kowa schon etwas 'gewagt' ist…).

Dass das Miyau nur 37x hatte ('konnte' weiß ich nicht, ist kein Apo) war mir damals bewusst, gab ja nix anneres. Und nicht mal die 37x hatte ich: die Fa. machte kurz nach dem Kauf zu, und die Okus gab's seitdem nur als Bundle mit Glas auf dem Gebrauchtmarkt. Dass sie nicht schlecht sind, kenne ich von meinem 22x60 Miyau - das sind die gleichen Okulare, nur mit anderem Steckdurchmesser.

Gruß vom EDler
Manfred
 

synosontis

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Hallo Manfred,

mit "konnte" meinte ich: es gab keine höher vergrößernden Okulare. Ich hatte alle 3 Typen, aber mit den 37ern waren die Farbsäume am Mond schon recht heftig, und vor allen zeigte sich - abhängig von der Winkelstellung der Okulare - ein Hang zu Doppelbildern, der auch durch Kollimation beim Händler nicht wirklich zu beseitigen war. War dennoch ein sehr schönes Glas, an dem ich viel Freude hatte.

CS Klaus
 

Michael1

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Wenn man sich das Sortiment an Ferngläsern unter dem Namen APM anschaut, drängt sich bei mir der Verdacht auf, dass die Fa APM, was selbst heraus gebrachte und höchstwertige Großferngläser und Astrogläser anbelangt, mittlerweile Weltmarktführer geworden ist.

Mir ist kein anderer Hersteller weltweit bekannt, der ähnliche und so viele verschiedene Großferngläser in verschiedenen Güteklassen in seinem Programm hat, wie die Fa APM Ludes.

Michael
 

Michael1

Mitglied
@ Tommy

Hi Tommy,

finde Deine Beobachtungen mit dem APM 100 SD Glas absolut bemerkenswert, dass Du damit beim derzeitigen Stand
am Jupiter eine Vielzahl von Details in den Wolkenbändern erkennen konntest.

Gestützt auf Deine Erfahrungen speziell zu Jupiter und im übrigen zur Farbfehlerfreiheit ohne Asti und Koma überlege ich mir auch ein SD 100 Fernglas zuzulegen.

Aber meine Frage an Dich: Beim Jupiter hast Du bestimmt die Details erst bei 137 Fach erkannt, ich nehme an auch durch direktes Sehen .
Frage welches 4 mm Okular hast Du dafür verwendet?

VG

Michael
 

Michael1

Mitglied
Hi Tommy,

habe noch eine Frage.

Wenn Du Intra und Extrafokal einen Stern einstellst, bleibt das dann unscharfe Sternenscheibchen bei Deinem Glas dann noch vollständig rund oder bekommt der Stern einseitige Verzeichnungen (Schweif oder ähnliches)?

VG

Michael
 

Michael1

Mitglied
Hallo Tommy,

noch eine Frage zu den vielen Details in den Jupiterbändern die Du gesehen hast:

Wieviele Jupiterbänder konntest denn erkennen und konnte man auch einen Wirbel in den Jupiterband erkennen?

Schon jetzt besten Dank für Deine Infos, gem. meinen doch recht vielen Fragen sh auch meine letzten Postings weiter oben,
ich hoffe es wird Dir nicht zu viel darauf zu antworten.

Ich denke es werden auch viele andere auf die Beantwortung meiner Fragen warten, da das Interesse an dem SD Glas
sehr hoch ist aufgrund der jetzt doch relativ sehr hohen Abbildungsgüte die erreicht wird mit dem Glas.

Klar das ernsthafte Interessenten für das Glas jetzt gieren nach konkreten Angaben von Usern die Details (welche, wieviele und was?) gesehen haben und davon Ihre Entscheidung vom Kauf abhängig machen.

Viele Grüße

Michael
 
Zuletzt bearbeitet:

Mikoka

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Hallo Klaus,
natürlich gibt es für die 100mm SD Binos Okulare für höhere Vergrößerungen. Wenn die Gläser bei Wellenform
z.B. auf 183x getunt worden sind, kann man sehr gut bis an die 200x vergrößern. Bei meinem ED Exemplar bleibt das Bild bei guter Luft scharf (s. mal in dem Nachbarthread nach, da habe ich das eben beschrieben). Das ist das Charmante an diesen hochwertigen Ferngläsern von APM, dass sie fast wie Doppelrefraktoren einsetzbar sind, vorausgesetzt, sie sind entsprechend optimiert und man hat ein gutes/sehr gutes Exemplar erwischt.
Gruß Michael
 
Hallo Michael,
eine Vergrößerung bis 200x ist nicht realistisch. Die Gläser sind bis 100x ausgelegt - mehr geht nur mit deutlicher Unschärfe und Kontrastverlust. Die Optimierung der Firma Wellenform bezieht sich nur auf die Beseitigung von Doppelbildern. Man kann also bis 183x gehen, ohne Doppelbilder befürchten zu müssen. Die durch die Prismem bedingten Bildverschlechterungen lassen sich nicht beseitigen.

Bis ca. 100x sind die Gläser gut einsetzbar. Sie kommen einem entsprechend ähnlich dimensioniertem Refraktor recht nah - ohne ihn aber erreichen zu können. Für ein Fernglas sind das erstaunlich gute Werte, aber auch das beste Fernglas kann aufgrund der eingebauten Prismen keinen Refraktor schlagen. Die entsprechenden Vergleichsbeobachtungen habe ich zigmal durchgeführt (APM 100/550 ED 90° versus Binoptik 102/720 ED bzw. TSA120).

Gruß Sternenhundklaus
 

Mikoka

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Hallo Sternenhundklaus,
tut mir leid, aber mit meinem Gerät geht das, ohne dass Probleme auftreten.
Vorgestern beim Sterntesten bei 195x ein astreiner Sterntest mit Beugungsscheibchen, einem Beugungreing und 3-4 weiteren sehr schwachen - eben wie es sein soll. Was das Bino alles kann, habe ich im Nachbarthread beschrieben. Es mag ein besonders gutes sein, aber so ist es tatsächlich. Und zwar bei beiden Tuben.
Wenn ich einen Binoansatz am Teleskop verwende, bricht ja auch nicht gleich das Bild zusammen ;-)
Gruß Michael
@ Sebastian : Ich nehme Naglerokulare (7, 4,8 (Typ1) und 3,5 mmTyp 6) ; wenn es ganz gute Bedingungen sind, mit vorgeschraubter 1 1/4 ´´ Barlowlinse (die 2,7x APM Düring Barlow). Denen habe ich auf der Drehbank die Fassung etwas gekürzt (auf 16 mm) und wenn´s ganz hoch gehen soll, schraube ich noch einen 17 mm Zwischenring (gekürzter 20 mm 1 1/4 Zwischenring) zwischen Barlow und Okular. Das aber nur bei den 4,8 mm Naglers.
Bei diesen Vergrößerungen kann es dann sein, dass man die Doppelbilder durch drehen eines Okular in der Hülse zur Deckung bringen muss, und zwar weil die 28,5 mm Filtergewinde nicht alle präzise genug sind; also nicht wegen des Binos.
Welche Okulare man heute kaufen sollte, wird ja im Nachbarthread diskutiert.
Gruß Michael
 

flamsteed_19

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Hallo Sternenhundklaus,

nach meinem Kenntnisstand sind die Prismen Bestandteil der optischen Rechnung. Insofern verschlechtern sie per se das Bild nicht. Bei den APM Gläsern ist es entscheidend, ob man ein gutes Exemplar erwischt hat und ob die Justage von 183x für die Augen von Herrn Kneip (Wellenform) auch für die eigene Gesichtsgeometrie passt. Wenn man beides bejaht, kann man damit auch höher vergrößern. Ich hatte mal ein 100 ED, welches nicht schlecht war, aber bei 110x schon Asti und Koma zeigte (im optimierten Zustand). Das Blöde ist, dass man die Fehler (einmal erkannt) dann auch bei niedrigen Vergrößerungen sieht. Aktuell habe ich ein 70er, welches locker 85x verträgt, ganz ohne Optimierung. Die Stärke dieser Gläser liegt aber bei niedriger Vergrößerung. Das 70er hat mit den Docter UWA (32x) beim diesjährigen WHAT in Gülpe das ein oder andere "OOOHH" und "AAAhh" den anwesenden Sternfreunden entlockt.

Gruß Jochen
 
Hallo Jochen,
das ist nicht ganz richtig. Nur was den Farbfehler anbelangt, sind Prisma und Objektiv so aufeinander abgestimmt, dass der Farbfehler bis ca. 110fach erfreulich niedrig ist (allerdings ist der Mond deutlich grün). Der grundsätzliche Fehler, dass Prismen die Sterne "aufblähen", kann nicht beseitigt werden. Die Praxis zeigt es sehr deutlich. Die Sterne - insbesondere die Sterne der 10. und 11. Größenklasse sind ab ca. 110fach nicht mehr punktförmig sondern "verwaschen".
Trotzdem bin ich mit dem Glas sehr zufrieden, da ich es nur im unteren Vergrößerungsbereich einsetze (24 mm Panoptic sowie 13 mm Nagler). Im Marktsegment "astronomische Ferngläser" sind die APM-Großferngläser das Beste, was man zurzeit bekommen kann. Mein Glas ist auch von der Fa. Wellenform auf 183fach optimiert worden.

Gruß Sternenhundklaus
 

tommy_nawratil

Mitglied
hallo Michael,

ich habe 4,5mm Morpheus sowie sogar 3,2mm Planetaries verwendet. Neuerdings kombiniere ich die Düring Barlow
mit dem 4,5mm Morpheus, das gibt sehr ähnliche Vergrösserung wie die 3,2mm (172x).
Normal verwende ich solche Vergrösserungen nicht an einem 100mm Fernrohr, bei ruhiger Luft fand ich es bringt mir hier noch etwas angenehmeres Sehen der Details.
Das SEB zB sehe ich zweigeteilt, wobei die nördliche Hälfte schwächer ist. Der GRF hängt wie eine Beere unten am SEB.
Neulich gab es eine Ganymed Durchgang, wobei ich nicht nur den Schatten des Mondes sondern auch den Mond selbst sah,
der gerade vor einem dunklen Band durchzog. Wirklich ungewöhnlich für ein 100mm Glas.

Beim Sterntest ist rechts das wenig defokussierte Scheibchen einen Hauch verzogen, aber es gibt gut definierte Beugungsscheibchen und Ringe. Das linke Rohr ist noch etwas besser. Beide Rohre zeigen Vega rein weiss, kein Gelbstich. Der Glasweg muss bei f/5,5 berücksichtigt wirden sein, sonst ist das eine farbige Brühe. Auch die sphärische Aberration ist sehr gut korrigiert, auch diese Korrektur muss bei f/5,5 auf den Glasweg abgestimmt sein. Epsilon Lyr bei 172x komplett getrennt und sehr gut definiert, mit Beugungsringen. Ich werde das Bino mal interferometrisch vermessen, wenn ich Zeit habe. Interessiert mich was da rauskommt.

Ja, bei sehr hoher Vergrösserung justiere ich die beiden Sternscheibchen wenn nötig durch Herumdrücken der geklemmten Okulare nach. Insbesondere vertikalen Versatz. So kann man den "optischen Schlag" leicht herausbekommen. So eine Klemmung greift ja nur auf wenigen mm an, und ist nie ganz reproduzierbar. Das hält dann auch gut während der Beobachtung. Auch Drehen eines oder beider Okulare kann helfen, kaum ein Okular ist 100,0% orthogonal. So geht es sehr gut, ich habe noch nie dran gedacht die Exzenter zu tunen. Wer hätte je gedacht, dass man mit einem Bino so weit gehen kann!

Bei kleinerer Vergrösserung ist das alles nicht nötig, Okus rein und gut ist es.

lg Tommy
 

Mikoka

Mitglied
Hallo Thommy,

just genau so ist es bei meinem 100 ED Bino90° auch. Ich kann die Ergebnisse voll bestätigen. Von aufgeblähten Sternen oder einem grünen Mond ist bei mir nichts zu sehen; beide Tuben zeigen ein fast makelloses Beugungsbild im Sterntest.
Das mag bei anderen Exemplaren anders sein.
Gruß Michael
 

flamsteed_19

Mitglied
Hallo Sternenhundklaus,

Tommy hat eigentlich alles geschrieben. Die Fehler, die Du bei Deinem Glas siehst, sind Bestandteil der Qualitätsstreuung. Tommy und Michael (Mikoka) haben offensichtlich sehr gute Gläser erwischt. Mein ehemaliges 100ED war bei weitem nicht so gut (auch nicht nach Optimierung). Da gab es auch keine 100%igen Sternpunkte (u.a. wg Asti).

Gruß Jochen
 
Hallo Jochen,

was Tommy geschrieben hat, ist doch nur drittklassiges Marketing für APM. Seine blumige Schilderung wurde mittlerweile in die Produktbeschreibung des 100/550 SD übernommen. Wer dabei jetzt Böses denkt, liegt sicherlich nicht ganz falsch.

Ich möchte das an zwei Aussagen festmachen.

Tommy: "Es ist tatsächlich ein APO-Doppelrefraktor"
Diese Ausage ist so daneben, dass man nicht mal weiß, ob man darüber lachen oder weinen soll. Nach Tommys Aussage ist sein Großfernglas so gut wie ein Binoptic, dass rund schlappe 10000 Euro kostet bzw. gekostet hat.

Tommy: "Beide Röhren schätze ich um 95% Strehl"
Dass man den Strehl schätzen kann, ist mir völlig neu. Selbst ein korrekt gemessener Strehl wird oft hitzig und kontrovers diskutiert. Macht eine Strehlmessung bei einem Fernglas überhaupt Sinn? Im Prisma finden 5 Umlenkungen statt + eine weitere für die 90°-Aufrichtung. Jede Umlenkung bedeutet 2-3% Lichtverlust. Dazu kommt noch der Lichtverlust durch den Glasweg. Das Ergebnis einer solchen Messung dürfte so traurig sein, dass keiner Interesse haben wird, diesen Wert zu veröffentlichen. Diesen Lichtverlust konnte ich zweifelsfrei feststellen. In meinem Binoptic 102/714 sieht man Sterne, die mein APM-Glas nicht mehr zeigt.

Ich könnte sicherlich noch einiges zu seinen "tollen" Beobachtungen sagen, verkneife es mir aber.

Damit wir uns nicht missverstehen: Ich liebe meine APM-Gläser (100/550 + 70/400) und habe auch stets betont, dass es im Marktsegment "astronomische Ferngläser" nichts Besseres gibt, aber ein Fernglas bleibt nun mal ein Fernglas. Es gibt kein einziges Fernglas, dass auch nur näherungseise an einen guten Refraktor herankommt.

Gruß Sternenhundklaus
 

Michael1

Mitglied
Hallo Sterneundklaus,

verfolge in diversen Threads hier und auf CN seit Jahren die Diskussionen um die APM ED 100 / 120 Ferngläser.

Es gab in den vergangenen Jahren auch arge Kritiker der Gläser die selbst so ein Glas hatten, nach dem Tuning von Wellenform dann aber sehr froh waren über die erreichte Leistungsfähigkeit des Glases und dies hier kund taten.
Namen lasse ich mal außen vor.

Ich selber kann die Aussagen zu den Detailsichtbarkeiten von Tommy nur glauben oder nicht glauben (hab im Moment kein 100 Glas), aber MIkoka hat ja sozusagen bestätigt dass diese Glas enorm viel zeigen kann und die neue SD Optik ist sicherlich in der Lage mit noch mehr Kontrast als das ED auf zu warten, vlt. auch mit etwas niedrigere Serienstreuung?

Das ist alles denkbar und nicht jeder Anwender will das Glas auch über 100 Fach einsetzen.
Das ein guter Refraktor noch mehr zeigen kann glaube ich, aber als Fernglas sind die Gläser schon verdammt vielseitig
einsetzbar mit einem irren Vergrößerungsbereich für ein Fernglas.

Ob Tommy nun PR macht für APM weiß ich nicht .

Aber wer oder falls für ein herausragendes Produkt Werbung macht, macht m E nichts falsch und sich auch seinen Namen nicht kaputt, sondern das Gegenteil.

Man darf ja auch sagen wenn etwas sehr gut ist, Genauso wie wir darüber sprechen wenn etwas noch nicht so gut ist.

VG

Michael

N.S.Mit den geunkten ca 95% Strehl sollte wahrscheinlich nur seine Begeisterung ausdrücken ob der sichtbaren, zahlreichen Details an Jupiter und das mit einem Fernglas für unter 3000 Euro .
(Ich habe auch schon mal in meiner Begeisterung hier im Forum was geschildert das im Nachhinein betrachtet etwas überzogen war, passiert halt schon mal, wenn die Pferde mit einem durchgehen, nach einer emotionalen Beobachtungsnacht)
das kann man doch verstehen.
 

tommy_nawratil

Mitglied
hallo,

warum soll ich denn nicht positives berichten, auch wenn das Produkt nicht aus unserer Firma kommt? Habe keinen Vertrag mit APM und bekomme absolut nichts dafür bezahlt. Und unsere Firma auch nicht mehr Händlerrabatt. Bin begeistert von dem Glas, wo sonst findet man etwas vergleichbares? Das ist meine Meinung und das schreibe ich auch. Habe oft genug APM Apos auch schonungslos kritisiert wenn was schräg war, warum darf ich nicht auch mal loben?

Doppelrefraktor: Mit einem Binoptic habe ich es nicht verglichen, auch nicht mit einem TEC Bino mit Matsumoto EMS, bitte nichts unterstellen. Es ist hervorragend farbrein und kann hohe Vergrösserung, und das im Doppel. Ich habe schon viele Apos gesehen, die farblich nicht so gut waren. Preis ist kein physikalisches Qualitätskriterium.

Strehl schätzen: Da ich hunderte Instrumente interferometrisch vermessen und von jedem auch einen Sterntest gemacht habe,
kann ich die Korrelation inzwischen relativ gut einschätzen. Manchmal irre ich mich, meist bei der Auswirkung von Asti auf den Strehlwert, aber eher selten. Strehl hat nichts mit Lichtverlust durch Phasenübergänge zu tun. Empfehle auch mal das Wort Totalreflexion nachzuschlagen, es gibt keine nennenswerten Lichtverluste durch Umlenkung in Prismen. Kein Glasfaserkabel würde funktionieren.

Also, ich wünsche euch dass eure Binos auch so viel Freude machen. Habe grad den Helix und den Saturnnebel beobachtet!

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

du hast von einem APO Doppelrefraktor gesprochen. APO Doppelrefraktoren gibt es nur von Binoptic, Tec und CFF. Du weißt das genauso gut wie ich.

Schlag doch mal lieber selbst im Physikbuch nach. Der Lichtverlust hat nichts damit zu tun, dass Totalreflektion im Prisma vorliegt. Das muss ja so sein. Der Lichtverlust entsteht, weil jede Reflektion mit Streuung verbunden ist. Nach meiner überschlägigen Berechnung (Schätzung) muss der Strehlwert eines APM-Glases zwischen 0,7 und 0,8 liegen.

Gruß Sternenhundklaus
 
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