ASI 533 MCP vs. ASI 294 MCP

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Titan69

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Hallo zusammen,
ich möchte in die Astrofotografie einsteigen.
Als Teleskop soll ein Apo 94/517 dienen.

Welche Kamera würdet ihr bevorzugen ?

vg
Peter
 
Hallo Peter,

ich denke, das kommt darauf an, was du erreichen möchtest.

Die ASI294 hat ein größeres Feld, braucht etwas niedrigere Integrationszeiten wegen der größeren Pixel. Dafür hat sie Verstärkerglühen.
Die ASI533 hat ein kleineres Feld, dafür aber eine höhere Auflösung und ein absolut flaches Dark, macht braucht nur Bias zur Kalibration.

Ich habe die ASI533 und bin damit sehr zufrieden. Damit ist es super einfach sauber kalibrierte Bilder zu machen. Dazu hat die Kamera sehr niedriges Rauschen, man braucht keine langen Belichtungszeiten. Das quadratische Format ist gewöhnungsbedürftig, für Bildschirme ist es nicht so überragend. Dafür ist man nicht besonders von der Kameraposition abhängig und für Ausdrucke ist es optimal. Ich fotografiere allerdings am liebsten kleinere Objekte für die ich eine hohe Auflösung brauche.

So sehen die Felder im Vergleich mit deinem Teleskop aus.
1615494512010.png


Klare Nächte
Joachim
 
Hallo Peter,
beide Kameras haben auf ihre Art Vorteile. Für die 294 spricht vor allem der größere Sensor und Full Well. Negativ ist natürlich das Verstärkerglühen. Hier ist ein konsequenter Umgang mit Darks dringend nötig. Die ASI533 ist in diesem Zusammenhang einfacher im Umgang. Hier kannst du nur selbst entscheiden, was dir wichtiger ist.
 
Ich glaube bei beiden kann man wenig verkehrt machen wenn es die erste astrokamera ist. Ich stehe vor derselben Wahl, da ich noch nicht bereit bin über 2000 Zacken zu blättern für die neuste Generation.

Andererseits ist da noch die asi1600...
 
Die ASI533 gehört zur neuesten Generation, nur der Chip ist relativ klein. Und auch die Pixel. D.h. wenn man sich bei höheren Brennweiten bewegt, dann muss man sein Equipment schon sehr gut im Griff haben, dass das auf DIN A3 noch scharf aussieht.

Das ist denke ich das Manko. Bei der Brennweite vom TE sollte das aber klein Problem sein.
 
Die ASI533 gehört zur neuesten Generation, nur der Chip ist relativ klein. Und auch die Pixel. D.h. wenn man sich bei höheren Brennweiten bewegt, dann muss man sein Equipment schon sehr gut im Griff haben, dass das auf DIN A3 noch scharf aussieht.
Aus eigener Erfahrung nimmt dir auch eine ASI2600 (APS-C) auf großen Brennweiten kleinste Fehler im Guiding übel, von daher muss es einfach passen, vor allem Leit- zum Hauptrohr.
 
Hallo Peter,

ich habe die 294MCP als erste Astrokamera gehabt
dann 1600MMP und 2600MC

Die 294MCP ist eine tolle Kamera, hat große Pixel (da hier bin 2 gemacht wird) der Sensor hat normal viel mehr Pixel.
Störend ist wirklich das Verstärkerglühen, hier muss man gut mit Darks Kalibrieren, was meist auch sehr gut geht.
Die hohe Empfindlichkeit 14bit usw sind schon sehr gut!

Die Asi1600MMP hat etwas kleinere Pixel (in etwa wie die 533 und 2600)
Sie hat kein so auffälliges Verstärkerglühen mit ihrem Panasonic Sensor. Hier sind es eher Aufhellungen am Rand, welche man sehr gut Kalibrieren kann.
Sie ist halt deutlich weniger empfindlich, hat nur 12 Bit aber ist auch eine sehr tolle Kamera!

Die 2600MCP hat 16Bit und integrierte Heizung! Gegen Beschlagen.
Die Kamera hat eine sehr hohe Empfindlichkeit, kein Verstärkerglühen und macht sehr viel Spaß!

Die 294 überlege ich gerade zu verkaufen, ist ja noch kein Jahr alt, ich nutze Sie nur seltener und würde evtl. auf eine 2600MM sparen.

Prinzipiell sind alle 3 super Kameras und es kommt zu 90% darauf an, wie man die Rohdaten dann bearbeitet.

Eines muss man noch sagen, wenn man zB Lucky Imaging bei Planeten macht, schaffen die 294 und vor allem die 1600er viel mehr Bilder pro Sekunde.
Ob man das nun braucht oder einfach für die Zukunft wissen sollte liegt bei jedem selbst.

PS: mit deinem APO hast du keine große Brennweite, da willst du eventuell auch große Nebel fotografieren oder Andromeda.
Hier ist ein größerer Sensor von Vorteil um nicht wieder zu beschneiden. Mir persönlich wäre da der Sensor der 533 zu klein.
Eventuell wäre auch die 071 interessant.

Grüße Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
@Chris 6R wenn du vorhast die 294 zu verkaufen, ich habe starkes Interesse. Mir kam hier im Forum letztes mal jemand nur 5 minuten zuvor ^^ :)

@steins-ursel Ich verwende das 115mm Photoline von TS-Optics mit einem 0x79 Reducer und bin sehr zufrieden mit der Optik. Ich benutze eine umgebaute Sony a6000 und bin schon sehr zufrieden. Nur weiss ich auch um die Qualität einer AStrokamera :p Pixelgrößeist zwar etwas größer von der 294, der Abbildungsmaßstab ändert auch nur von 1,27" auf 1,51". Die Sensorgröße ändern sich kaum bemerkbar, aber die 294 hat den moderneren Sensor und hat keine Stareater probleme ^^

Die 533 hätte ich gerne sonst auch genommen... Gleiche Pixelgröße wie die A6000 und der Sensor ist Hhintergrundbeleuchtet. Ich hab mir sagen lassen, das gibt dem Sensor einen Vorteil gegenüber der 294 wieder. Weiss jemand hier inwiefern? Ich kenne die Technologie nur von meiner A7III, da sind Unterschiede zu Vorgängermodellen bei Fotos von der Milchstrasse deutlich sichtbar bei gleichen Einstellungen. Hat das was mit der Verarbeitung der gesammelten Photonen zu tun?

Lg Tom
 
@joetaiga Welchen Brennweiten wird es kritisch mit der asi533 driner Meinung nach? Ich bin bei 632 bzw 800mm mit flattener. Mein Anspruch liegt im Druck auf DinA3+44 in meinen Fotobüchern und Postern zuhause in DinA3+2. Der quadratische Ausschnitt stört mich nicht besonders. Für widefield aufnahme ist eh ein Gran Turismo 71 mit reducer oder das 80/480 ts optics mit reducer geplant. Da bietet sich dann die a6000 weiter an zu benutzen wenn ich die 533 für deep deepsky verwende
 
Ich danke euch allen für eure Tipps!
Nun habe ich schon etwas mehr Einblick.

Eigentlich tendiere ich ja eher zur 294 (wegen grösseren Ausschnitts).
Aber vielleicht ist es für einen Anfänger leichter mit der 533.
Mit Darks usw. kenne ich mich noch nicht so aus.
Verstärkerglühen sagt mir auch noch nicht so viel.

vg
Peter
 
@Titan69 wenn ich es richtig verstanden habe: damit jeder pixel ausgelesen wird, fließt Strom durch den sensor. Der Strom fließt uber der kammer in der die Photonen gesammelt werden hinweg. In dem Moment bevor der pixel abgespeichert wird, erkennt der pixel den stromfluss als Signal und zack das ist verstärkerglühen. Ist also ne Art leichter grauschleier an einzelnen Stellen
 
@Tom310 melde dich doch mal per pn, dann kann man mal drüber reden :)

Also ich habe 2040mm Brennweite mit meiner 2600er
Da muss die Nachführung schon sehr gut sein.
Denke bis 1200mm sollte das super gehen mit der 533, da die die gleiche Pixelgröße haben.
 
@Titan69 Darks brauchst du so oder so, da damit Hotpixel und das Bildrauschen reduzierst. Ein Dark wird bei der gleichen Temperatur, Gain und Belichtungszeit wie die normalen Bilder gemacht, nur mit verschlossener Kappe so dass kein Licht reinkommt.
 
@Chris 6R
Muss bei den Darks die Kamera auch an der gleichen Position sitzen, wie bei den Lights.
So wird es ja bei den Flats gefordert.
Oder kann ich die Darks ohne Teleskop am PC machen? Natürlich unter gleichen Verhaeltnissen wie die Lights (Belichtungszeit, Gain, Offset, Sensortemperatur).
 
Kannst du auch mit Staubschutzkappe vor dem PC machen
 
Was ich nur nicht verstehe ist die Tatsache, dass bei Flats die Kamera an der gleichen Position sitzen muss wie bei den Lightaufnahmen.
Müsste doch dann bei den Darks genau so sein. Oder?
 
Die Darks sollen ja nur die dauerhaften Fehler und das Bildrauschen des Sensors entfernen.
Ein Light soll die Vignettierung oder Abschattung, sowie Staubkörner etc. Des Gesamtsystems entfernen. Alleine dass es komplett Finster/Abgedeckt sein muss legt doch schon nahe, dass der Sensor nichts mehr vom Teleskop erkennen kann.
 
Ok, danke dir für deine Hilfe.
Eine Frage habe ich aber noch. Meine Kamera (QHY268C) besitzt keinen eigenen IR/UV Cut-Filter wie z.B. die ASI2600MC.
Sollte ich dann bei den Darkaufnahmen den Filter vor dem Sensor positionieren?
 
Wie gesagt einer Darkaufnahme ist komplett egal was nach dem Sensor kommt. Es ist ja komplett dunkel!
Und IR Cut Filter braucht man zB eher wenn man mit einem Apo Fotografiert. Bei einem Spiegelteleskop zB nicht usw
 
ich danke dir für deine Hilfe.
 
@steins-ursel Ich verwende das 115mm Photoline von TS-Optics mit einem 0x79 Reducer und bin sehr zufrieden mit der Optik. Ich benutze eine umgebaute Sony a6000 und bin schon sehr zufrieden. Nur weiss ich auch um die Qualität einer AStrokamera :p Pixelgrößeist zwar etwas größer von der 294, der Abbildungsmaßstab ändert auch nur von 1,27" auf 1,51". Die Sensorgröße ändern sich kaum bemerkbar, aber die 294 hat den moderneren Sensor und hat keine Stareater probleme ^^
hallo!
Mit der 294-er habe ich ja auch angefangen. Daher kenne ich die Thematik, gerade das Glühen nur zu gut. Mit den Darks bekommt man es gut bis sehr gut in den Griff, aber bei langen Belichtungen (IMHO >~600s) mit wenig Lichtenergie wird dann es mit der Weiterverarbeitung komplexer. Das haben die neuen Kameras nicht. Wer wirklich auf großen Full Well setzen will, macht hier trotzdem nicht wirklich was verkehrt.
 
Ich überlege mir auch die 294er zu holen und hatte bisher meine L-Extreme Aufnahmen immer bei 600s pro Sub gemacht. Was meinst du mit komplexer?
Hallo!
Wenn beim entwickeln der Bilder durch die geringe Helligkeitsdynamik bei Langzeitaufnahmen sehr wenig Spielraum bleibt für das Nutzsignal.
Anbei mal zwei Beispielbilder:
Mit Darks gestackt:
1615719293373.png


Ohne Darks mit deutlichem Glühen (ein wenig übertrieben, um die Auswirkungen zu zeigen)
1615719338457.png


Fazit: Das Manko des Glühens läst sich recht gut mit Darks kompensieren, komplett weg, bekommt man es trotzdem nicht, was bei schwach dynamischen Bildern sich mitunter als Nachteil erweisen kann. Das Beispiel ist von meiner Seite nicht gut gewählt, da hier die Kompensation sehr gut gelungen ist ist, also ein Positivbeispiel.
 
Zuletzt bearbeitet:
@steins-ursel: Ich überlege mir auch die 294er zu holen und hatte bisher meine L-Extreme Aufnahmen immer bei 600s pro Sub gemacht. Was meinst du mit komplexer?
Je nach Öffnung werden deine 600s einen geringen Dynamikumfang haben und der Informationsgehalt deiner Einzelaufnahme mehr unter dem Verstärkerglühen leiden. Kannst du dann nur verbessern durch eine höhere Summe von Einzelaufnahmen bei gleichbleibender Belichtungszeit von 600s. Ich belichte mit den l extreme je nach Objekthelligkeit zwischen 6 und 10 Minuten pro Bild
 
Wenn man sich die beiden Sterne in der Nähe des Glühens betrachtet, der obere ist im korrigierten Bild noch ganz gut vorhanden, der mitten drin ist schon um einiges blasser.
Korrigiert:
1615744041710.png
ohne Darks
1615744079289.png
 
Die Punkte kann ich durchaus nachvollziehen. Bisher hats mit meinem Refraktor (102mm Öffnung f/5) ganz gut geklappt mit dem L-Exteme und einer Canon 600Da. Aber da werde ich dann mit der neuen Kamera experimentieren. :D

Vielen Dank für die Beispielbilder! Ist schonmal gut zu sehen womit man dann zu rechnen kann. Wo das Versärkerglühen sitzt sollte man dann wohl auch immer beim framing beachten. Gut zu wissen :)
 
Wenn du dich auf die 2 noch nicht entschieden hast kannst ja auch nach der QHY 168C gucken, die hat auch kein Amp Glow, und geringes Rauschen, hat allerdings einen APS C Sensor. kannst dirs ja mal angucken
 
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