Astigmatismus

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hallo Peter,

oje, bitte nicht falsch verstehen, ich habe allerhöchsten Respekt vor deiner Sachkenntnis!

Ich bezog mich auf:
...die Meinung, dass ein Laser eine derartige Verdrehung um die FS Längsachse nicht anzeigt, ist Kokuloris.

Der Laser im Normalmodus als einfacher Laserstrahl zeigt es eben nicht an. Man gleicht die Fehlstellung des FS dann mit den Justierschrauben aus und glaubt alles ist nun ok. Leider falsch!

Die Methode mit barlowed Laser ist aussagekräftiger, wie Sven sagt. Ich bevorzuge das Cheshire, damit kann man die Freiheitsgrade schnell und zuverlässig korrekt ausrichten.

lg Tommy
 
Hallo,
die bisherige Diskussion war schon sehr hilfreich für mich, beschreibt sie doch das Justageproblem, vor dem ich stehe und an dem ich fast verzweifle.
Es geht um einen GSO 200/800 mit TS Koma-Korrektor. Die Aufnahmen werden mit einer Canon 40D gemacht.
Ich kämpfe grundsätzlich mit einem "asymmetrischen" Bildfehler, der vor allem - bei der gleich noch näher beschriebenen M13-Aufnahme - in der linken unteren Bildecke auftritt.
Angefangen hatte der gestrige Abend mit einer grundsätzlichen Neujustage, weil mich mein Händler nach Beschreiben des Fehlers darauf hinwies, dass der FS zu hoch sein könnte. Daraufhin habe ich den FS deutlich zum HS hin verschoben und die Bildqual ) hat sich m.E. verbessert.
Als erste Testaufnahme gab es dann das Sternbild fast im Zenit im Großen Wagen (Stern_klein, 90s belichtet). Wo die Geisterbilder herkommen, weiss ich nicht, sowas hatte ich noch nie (vielleicht ists auch ein neuer Nebel...). Mit dem Bild war ich für den Anfang ganz zufrieden, abgesehen von den leichten Doppelspikes, die ich aber nicht wegbekomme.
Als nächstes gab es dann M37 tief im Westen (M37_klein, 90s belichtet). Auch diese Aufnahme war eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Versuchen, hier sehe ich fast gar keine Fehler.
Ermutigt habe ich dann M13 - noch ziemlich tief im Osten - probiert (300s belichtet). Hier zeigen sich nun wieder - vor allem in der linken unteren Ecke - der alte Bildfehler (Koma, Asti...)
Zum Vergleich habe ich noch einmal drei Bilder von vor der Justage hochgeladen (mit der Endung _alt), auf denen die Bildfehler deutlicher zutage treten.

Meine Fragen dazu:
Handelt es ich bei den noch sichbaren Bildfehlern ganz oder teilweise um Justagefehler, oder um eine grundsätzliche f4-bedingte Schwäche, mit der ich leben muss (Nachführfehler jetzt hoffentlich mal aussen vor)? Kann es etwas mit der Lage des Teleskops zu tun haben?
Spezifisch: Könnten diese Bildfehler durch eine falsche Ausrichtung des FS im Verhältnis zum OAZ (verdreht um lange oder kurze Achse) der Grund sein? Oder ein falsch justierter OAZ?
Falls Justagefehler: Besteht die Aussicht, dass ich das mit Filmdose und Laser hinbekomme, oder sollte ich auf ein anderes Justagehilfsmittel umsteigen?
Und nochmal zur Sicherheit: Bei einem f4 muss ich defokussiert am Stern keine zentrische Fangspiegel sehen, sondern den Offset und einen gleichmäßigen Wechsel des Offsets beim Durchgang durch den Fokus, oder?


Die Bilder finden sich (hoffentlich, erster Versuch mit imageshack) unter
http://profile.imageshack.us/user/foucault_honoi/

Für Eure Hilfe bei der Interpretation der Bilder und Tipps für die Justage wäre ich Euch sehr dankbar.

Gruß,
Stefan
 
Hallo Sven,
Ja, das war unsachlich von mir. Allerdings nicht ohne Grund, wer austeilt muss auch einstecken können.
Mir wäre es mir lieber gewesen, Du hättest Dich mal zu Sache geäußert. Hättest Dir Deinen Newton schnappt und ein wenig mit den Spiegeln gespielt, anstatt alte Mythen aufzuwärmen.
Dann wäre Dir nämlich aufgefallen, daß diese Laser-Verdreh-Unverträglichkeit nicht existiert. So drastisch wie Peter wollte ich es dann doch nicht formulieren - Kokolores:huhu:

Hallo Tommy,
ich schätze sehr, dass Du Dich um eine sachliche Diskussion bemühst, ich irre gelegentlich, renne mich fest und es ist immer gut eine konträre, gut begründete Meinung zu hören.

Aber ich denke in diesem Punkt kommen wir nicht weiter, hier muss jedes selbst ein paar Versuche mit den Spiegeln starten. In diesem Fall, wir haben hier nur zwei Spiegel und einer ist auch noch plan(!), bin ich mir sehr sicher:

Selbstverständlich stellt ein simpler Laser die Justage sicher. (Ausnahme, siehe oben, optischer Mittelpunkt ungleich Mittenmarkierung)
Gleichzeitig die Ausleuchtung zu perfektionieren ist evtl ein iterativer Prozess. Aber wie gesagt - Justage first!

cs Kai
 
Hallo Stefan,

Doppelspikes, die Verlängerung der senkrechten Spikes gegenüber den waagrechten Spikes, das kommt von einer verdrehten, bzw. schief gezogenen Spinne.
Die Asymmetrie ist eine Verkippung irgendwo im Aufbau.
Nach alter Väter Sitte beginnt die Fehlersuche beim OAZ, der danach exakt auf die optische Aches ausgerichtet sein sollte, führt weiter über einen mit korrektem Offset eingebauten FS (ohne die Spinne zu verziehen), den man sich dann absolut rund zun zentrich unter den OAZ positioniert. Das bereitet bei Offsett-Voreinstellung keine Mühe und garantiert nebenbei die Winkeltreue und die mittig durch den Tubus laufende optische Achse bis hier hin.
Danach wäre dann der HS zu prüfen und selten wird man finden, dass er exakt dort leigt, wo er liegen sollte. Man muss (zunächst) wieder über den FS den HS in die Mitte positionieren, wenn man nicht aufwändigst Zelle und HS neu und absolut korrekt positionieren will.
Dann erst wäre die HS Justierung auf Mittenmarkierung über die HS-Justierschrauben fällig.
So weit zum Newton, was in Deinem fotofrafischen Aufbau noch alles verkippen kann müssen Fotografen beantworten.

Dies alles kann ich persönlich nicht nur mit einem Laser durchführen. Die etwas praxisfeindliche Ausführung von handelsüblichen FS-Spinnen wurde bereits angesprochen, da sind zu viele Unsicherheitsfaktoren drin und wenn man ein mal einen erkannten Fehler vernachlässigt, weil man ja den Laser einlochen kann, dann weiß man hinterher nicht mehr, wo denn der Hund begraben ist.
Mir ist ohnehin schleierhaft, warum Strehlpunken im Kommastellenbereich nachgelaufen wird und dann OAZ bis fast vor den FS fahren dürfen, warum Licht am nicht mit Offest auf den HS ausgerichteten FS vorbeilaufen darf, warum man schiefe optische Achsen akzeptiert, Hauptsache der Laser locht ein.
Schiefspiegler haben höchst komplizierte Spiegelformen, es werden Korrekturlinsen eingesetzt und was weiß ich nicht alles. Auch ein Newton mit Parabolspiegel hat im Idealfalll eine höchst komplizierte Form und die ist mittig und zentral orienitert.
Es mag sein, dass andere Leute nur mit Laser klar kommen, ich nicht. Ich selbst habe bei einem meiner Newtons eine gebogene Spinne direkt am OAZ befestigt, da kann man nur mit Offset und in der richtigen Höhe des FS justieren, liegt automatisch richtig, wenn eben justiert ist, das schaffe ich mit "normalen" Spinnen nicht so ohne Weiteres.
Die (meine) Spinne ist visuell spikelos, aber fotografisch nicht der Bringer. Ein fotografierender Astronom hats getestet und an hellen Sternen unschöne, irreguläre Lichtausbrüche.

Möglich, dass eingen Spinnenkonstruktionen, wie auch von anderen Leuten hier angesprochen, ausschließlich lasergestützte Justierung erleichtern.
Mir zeigt ein Laser alleine die angesprochenen Fehler nicht, ein Newton in der Beobachtung zeigt mir diese Fehler allerdings deutlich.
Von daher sehe ich auch immer wieder mal "Lasergläubige" auf dem Acker, deren Newtons nach einer kurzen Behandlung mit Justierung nach alter Schule plötzlich einen deutlichen Leistungsgewinn erzielen.
Es ist auch häufig so, dass zwei verschiedene Laser unterschiedliche Ergebnisse bringen und so bleiben mir Justierhilfen die justiert werden müssen und dejustiert sein können für die Grundjustierung suspekt.
Unbestreitbar gut und ideal ist ein Laser im Feld, für die ausschließliche Nachjustierung über die HS-Schrauben zu nutzen. An Großgeräten in Beobachtungskonfiguration wird er übrigens meistens geklemmt, damit er überhaupt bleibt wo er hingehört, während man an den HS-Schrauben dreht.

Ich bin nicht der Praktiker mit dem alles verstehenden theoretischen Hintergrund und ich möchte auch nicht die theoretischen Erwägungen abqualifizieren.
Ich habe allerdings die Sorge, dass die hier zur perfekten Laserjustierung gemachten Angaben deutlich präzisiert und verständlicher aufgearbeitet werden müssen.
Wie und unter welchen Voraussetzungen kriegt man das in der Praxis, auf dem Acker perfekt hin?

Wir wollen doch nicht durch zu legeren Umgang mit unseren Präzisionsnewtons die Mär vom Lichtsammeleimer nähren, nur weil die Leute das nicht verstehen und dann auch nicht hinkriegen.
Ich sehe, mich eingeschlossen, mehrheitlich Leute die mit dem Laser offensichtlich viel falsch machen.

Gruß
*entfernt*




 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Kai,

warum soll ich grundlos einstecken? Ich habe die Erfahrung so gemacht, wann immer ich auf dieses Problem stieß, war bei der Fangspiegeljustage der Fangspiegel verdreht worden, vermutlich beim Reihum kontern mit "unregelmäßigen Schraubenspitzen".
Das ist meine praktische Erfahrung und ich diskutiere gern darüber, ob Dir oder Peter eine sinnigere Erklärung für meine praktischen Erfahrungen einfällt, ich lasse mir aber nicht eintüten, ich würde einfach mal spaßeshalber einen vom Pferd erzählen. Ich bin wiederholt in die Situation gekommen, dass nach Laserjustage eine schlechte Abbildung folgte, die sich dann durch einen sichtbar außermittigen Fangspiegelschatten im unscharfen Stern verifizieren ließ. Da dies schlicht durch Wechsel zum Barlowed Laser nicht mehr auftritt, kann ich mechanisches Verschieben des Spiegels, etc. ausschließen.

Es muss also eine systematische Fehlermöglichkeit bei der Laserjustage geben. Ich bin offen für jeden ernstgemeinten Erklärungsansatz!

Clear Skies
Sven
 
hallo Kai,

ja, ich habe es ausprobiert BEVOR ich es oben geschrieben habe: Verdreht man des FS, wandert der Laserpunkt aus der Mittenmarkierung. Durch Verkippen an den FS-Schrauben kann man ihn wieder reinstellen, und mit den HS-Schrauben wieder ins Loch zurückbefördern. Mit dem Laser kann man somit eine inkorrekte FS Stellung bezüglich der Drehachse NICHT feststellen. Aber reingucken hilft ;-)

Probiers aus!

Besonders wenn ich dem Peter was entgegenhalte, möchte ich lieber sicher sein, denn meistens behält er recht ;-)

lg Tommy

 
hallo Stefan,

jedes Spinnenbein macht durch die Beugung einen Spike durch den Stern, normal decken sich die Spikes gegenüberliegender Spinnenbeine - bei dir aber nicht. Das ist wahrscheinlich die Ursache.

Wenn du von vorn zentral in den Tubus blickst, sodass der FS-Halter zum HS zentrisch ist, sollten sich die Reflexe der Spinnenbeine im HS mit denselben decken. Alles andere deutet auf verzogene Spinne oder falschen Offset (ich hatte grad einen f/4 OHNE jedes Offset, der HS musste verkippt werden um das auszugleichen).

lg Tommy
 
Hallo, Günther und Tommy,
vielen Dank für Eure Erläuterungen. Ich hatte eigentlich gehofft, dies alles (orthog. OAZ, eingebauter Offset des FS etc.) bei einem gekauften Gerät (im Gegensatz zum Selbstbau) nicht prüfen zu müssen...
Bei der Justage gestern habe ich ja den Fangspiegel hin zum HS verschoben und in so visuell/scheinbar entlang der langen Achse im OAZ zentriert. Die Zentrierung hinsichtlich der kurzen FS-Achse ist mir aber nicht gelungen; das Verschieben der Spinne mit den Einstellschrauben hat dazu nicht gereicht. Erst durch zusätzlichen Druck auf die FS-Halterung hin zum OAZ ist mir dies gelungen. Vielleicht ist durch diesen Justierversuch noch eine minimal dezentrierte Ausrichtung der Spikes übrig geblieben.
Aber führt das alles zu diesem möglicherweise lageabhängien asymmetr. Off-Axis-Fehler? Oder kann auch der Korrektor da noch eine Rolle spielen?
Bzgl. des Hilfsmittels habe ich verstanden, dass hier wohl ein Chesire Okular ganz gute Dienste leisten sollte,so eines werde ich mir dann wohl mal besorgen / bauen müssen. Jedenfalls habe ich gelernt dass mit dem Laser alleine eine Fehlstellung des FS nicht immer festzustellen ist. Den Test am Stern finde ich fotographisch deutlich schwieriger als Visuell, weil sich hier (mit DSLR) die Veränderung des Beugungsscheibchens nur unzureichend beurteilen lässt. Vielleicht müsste sie dafür wieder mal an einen Rechner angeschlossen werden, um die Vergrößerung zu erhöhen.
Ansonsten bin ich hin und her gerissen, ob ich noch weiter nach der Trial-and-Error-Methode versuche, das Gerät zu justieren und dafür noch x schöne Nächte ver(sch)wende, oder ob ich lieber (zumindest vorläufig) auf den kleineren, langsameren, dafür aber hervorragend abbildenden 80/600 ED zurück greifen soll...
Gruß,
Stefan (der schon vor dem Kauf gehört hatte, dass ein /f4 schwierig zu justieren und fokussieren sein soll, sich aber davon trotzem hatte nicht beirren lassen...)
 
Zitat von TSZ_Tommy:
...wandert der Laserpunkt aus der Mittenmarkierung. Durch Verkippen an den FS-Schrauben kann man ihn wieder reinstellen, und mit den HS-Schrauben wieder ins Loch zurückbefördern.

Allein mit den drei Stellschrauben kann man einen Spiegel nicht sauber verdrehen. Er wird gleichzeitig immer aus der Mitte herausgedrückt und sitzt schief in der optischen Achse. Wer das nicht glaubt, der stelle einmal den Fangspiegel deutlich vom Okularauszug weg - dann klappt es keinesfalls. Und gleich gar nicht, wenn der Spiegel vom OAZ wegweist, ind die entgegenegesetzte Richtung.

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als den FS durch Lösen der Zentralschraube zu drehen - auch wenn es herifür keine feinfühlige Verstellung gibt. Und darauf zu achten, dass er vom OAZ aus gesehen schön symmetrisch sitzt. All das wird vom Laser nicht gut unterstützt, von der simplen Filmdose schon.
 
Hallo Sven,


Es muss also eine systematische Fehlermöglichkeit bei der Laserjustage geben. Ich bin offen für jeden ernstgemeinten Erklärungsansatz!

Nach meinen Erfahrungen mit diverse Selbstbau-Newtons ist das Problem folgendes: Bei vielen Seriengeräten ist der OAZ nicht sauber ausgerichtet, der FS und der HS sitzen nicht genau mittig im Tubus: wenn man es drauf anlegt schafft man es trotzdem das ganze Geraffel so zu justieren daß der Laserpunkt wieder im Justierlaser verschwindet, nur justiert ist der Newton dann nicht.

Wenn alle an der Justage beteiligten Bauteile da sitzen wo sie hingehören ist die Justage mittels Laser eine Sache von wenigen Minuten wenn man den FS auf Verdrehung kontrolliert hat, und das geht folgendermaßen sehr simpel und genau: unterhalb des OAZ in Richtung HS wird entweder ein kleines Loch in den Tubus gebohrt durch das man mit dem Laser dann im 90° Winkel auf den FS leuchten kann oder man befestigt den Laser an der Innenseite des Tubus oder an evtl vorhandenen Gitterrohrstangen. WICHTIG: dieses Loch bzw. die Befestigungsmöglichkeit muß genau auf einer Achse mit der Mitte des OAZ sitzen. Dann ist der FS in Sekunden auf Verdrehung kontrolliert und diese korregiert wenn nötig ohne daß einem andere Bauteile (HS) ins Gehege kommen.

Wenn der FS mittig im OAZ erscheint (sollte er eigentlich) hat man damit schonmal den FS mittig mit korrektem Offset im Tubus sitzen, der OAZ sollte dann auch nicht mehr versetzt oder verkippt sein. Sitzt der HS mittig im Tubus geht der Rest recht schnell, bei meinem 8"f6 reichte ein kleiner Dreh an einer HS-Schraube und alles hat gepasst, beim 12"f4 eines Bekannten sind wir bis auf die letzten 3% auch ganz gut zurechtgekommen, wenn f4 auch spürbar fummeliger ist als f6.



Viele Grüße Felix
 
hallo Uwe,

ganz genau, mit den FS-Schrauben kann man den FS nämlich gar nicht drehen, nicht nur "nicht sauber". Man muss dazu diese Schrauben lockern. Aber wenn der FS verdreht ist, kann man den Laser miut diesen Schrauben wieder in die Mittenmarkierung stellen. Den Laser freuts, der FS bleibt krumm...

hallo Felix,

wenn der FS mittig im OAZ erscheint, hat man damit noch gar keinen Offset eingestellt. Das geht auch mit falschem oder ohne Offset. Dann trifft der Sehstrahl den FS nicht in der Tubusachse, und man muss den HS verkippen damit man justiert. Das geht zwar, bringt aber Vignette am Rand des Tubus

lg Tommy
 
Hallo, Tommy,
ich hatte es verschiedenen Webseiten auch so entnommen, dass ein visuell zentrierter FS "automatisch" schon einen Offset hat; oder anders herum: Nur mit einem Offset sieht der FS zentriert aus. Bei Bedarf kann ich nochmal nach den Quellen suchen; die Argumentation schien mir aber plausibel.
Gruß,
Stefan
 
hallo Stefan,

ja, aber was heisst "visuell zentriert"? Nicht nur dass der FS "mittig im OAZ" erscheint, sondern der HS muss ebenfalls zentrisch im FS erscheinen, UND die Mittenmarkierung im FS damit der Offset und die Stellung stimmt.

Weil das alles jetzt schon sehr verwirrend ist, hier mal ein Link den ich gerne wegen der Skizzmn mir gerne mal ansehe wenn ich selber grad verwirrt bin:
http://www.propermotion.com/jwreed/ATM/Collimate/Chesire.htm

und mit Laser:
http://www.propermotion.com/jwreed/ATM/Collimate/Laser.htm

Hier in den Skizzen wird deutlich, dass der Laser den FS nur unzureichend einstellen kann. Er soll den FS "in der Mitte mit Offset" treffen, aber bitte wie soll man das konkret beobachten wenn doch der Laser grad im OAZ steckt und damit die Sicht verdeckt?

Nur die Story mit der Rotation des FS unterschlägt John Reed leider gänzlich, der FS ist immer schon in der richtigen Drehstellung.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,
Verdreht man des FS, wandert der Laserpunkt aus der Mittenmarkierung.
Ja!
Durch Verkippen an den FS-Schrauben kann man ihn wieder reinstellen
Ja! (Falls man es mit dem verdrehen nicht übertrieben hat)
und mit den HS-Schrauben wieder ins Loch zurückbefördern.
Ebenfalls Ja!
Mit dem Laser kann man somit eine inkorrekte FS Stellung bezüglich der Drehachse NICHT feststellen.
Sooo schnell schießen die Preußen nicht :neinnein:
Diese Logik ist ungefähr so: Erst schalte ich die Lampe ein, dann schneide ich das Kabel durch, (der Schalter steht noch auf "an"). Und jetzt behaupte ich, mitten im dunklem Zimmer, man könne nicht sicher feststellen ob die Lampe aus ist :schwitz:


Verkippen mittels FS Schrauben bedeutet nämlich (auch) "zurückdrehen"! Die *Ebene* des FS wird definitiv gedreht, meist um alle möglichen Achsen.
Gleichzeitig verschoben und gekippt, siehe Peters Hinweis auf die handelsüblichen, nicht artgerechten Verstellmechanismen.
Besser geht es mit sowas, FS Halterung Modell "Kurt":
---> ganz unten, der mit dem Rost

Sowas habe ich mir gebaut, noch nicht perfekt aber allemal besser als die 3-Schrauben-Krankheit.

Ich gebe aber zu, dass die *praktische* Realisierung der Laserjustage etwas mehr teleskopspezifischen Gehirnschmalz erfordert und deshalb verwirrt. Zum Beispiel im Volltubus, ist halt nicht ganz so ideal dafür.

In diesem Sinne möchte ich auch meine pampige Antwort an Sven relativieren. Sicherlich handelt es sich dabei um das gleiche Missverständnis. Vielleicht hat der Disput auch etwas zum Verständnis dieses hartnäckigen Verdreh-Mythos beigetragen. Naja, ich hoffe es! :super:

Viele Grüße
Kai





 
Hallo, Tommy:
diesen Seiten bestärken mich darin, die nächsten Abende doch lieber den 80/600 ED zu nehmen und den Newton in die Tonne ... äh mir die Justierung des Newton samt Lektüre für traurige Regentage aufzuheben ;-)
Gruß,
Stefan
 
Hallo Stefan,
nun wirf nicht gleich die Flinte ins Korn :confused:
Aber auf eins kanst Du Gift nehmen: Gerade für Astrofotogafie ist der Laser *das* Ding! Nur der stellt sicher, dass die Fokusebene rechtwinklig zur optischen Achse steht - visuell ist das nice-to-have.
Wird Dich jetzt komplett verwirren, behalt es aber mal im Hinterkopf;)

Und das ist wohl ein Witz:
Ich hatte eigentlich gehofft, dies alles (orthog. OAZ, eingebauter Offset des FS etc.) bei einem gekauften Gerät (im Gegensatz zum Selbstbau) nicht prüfen zu müssen...
Ich habe da schon Sachen gesehen, für viel Geld... :schwitz:

cs Kai
 
hallo Kai,

mit dem "Zurückdrehen" auf diese Weise handelst du dir aber wieder eine Dezentrierung des FS zum OAZ ein. Wofür der Laser blind ist ;-)

Da drehst du ja um eine ganz andere als die Längsachse.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,


wenn der Offset gar nicht vorhanden ist scheint der FS wenn man mit einem geeigenten (das heißt zur FS-Größe und zum Öffnungsverhältnis passendem) Chesire Okular kontrolliert zu weit an der Tubusöffnung zu sitzen da der HS-zugewandte Rand des FS weiter vom OAZ entfernt ist als der Öffnungsseitige Rand. Pi mal Daumen durch den OAZ geschaut bringt gar nichts.


Viele Grüße Felix
 
Hallo,
ne, ins Korn fliegt sie nicht. Aber ich will auch nicht mit ner krummen Flinte schießen und micht dann dauernd ärgern, dass ich nicht treffe. Und ich glaube, mit einer Hoppla-Hopp-Justieraktion kurz vor dem Fotografieren ist es nicht getan. Und bis dahin bastel ich mir dann auch ein schönes Cheshire :) und lese mal ein paar Seiten dazu durch. Besonders verwirrt haben mir ja nicht nur die generellen Feinheiten der Justage, sondern auch die Tatsache, dass ich a) den FS nicht richtig perfekt zentriert im OAZ bekomme, ohne die Spinne total zu verbiegen und b) der Fehler scheinbar lagebedingt auftritt.
Ganz unernst habe ich das mit dem Anspruch an ein gekauftes Gerät aber auch nicht gemeint: Mit transportbedingter Dejustage muss man ja immer rechnen; aber der Rest...na ja, man lernt nie aus.
Was ich schade finde, ist dass die einfacheren, praxisorientierten Justieranleitungen a) oft nur den Fall des Spiegels ohne Offset beschreiben und den (heute wahrscheinlich gar nicht mehr so seltenen) Fall mit Offset in den Anhang verbannen und b) Off-Axis-Fehler eher stiefmütterlich thematisieren (es geht fast immer nur um den im Okular zentrierten Stern). Aber auch da habe ich durch mein Problem mit dem Scope und auch durch diesen Thread einiges gelernt.
Gruß,
Stefan
 
Hallo Stefan,


ist eigentlich ganz simpel:

Wenn das Okular für f6 verwendet wird und einen Innendurchmesser von 20mm hat muß die Länge des Okulars vom Einblickloch bis zum Ende in dem man den FS bzw. HS sieht 120mm lang sein: ist man mit dem Okular im Brennpunkt füllt der HS das Okular voll aus. Mit einer kleinen Blende läßt sich der Okulardurchmesser so verringern daß der FS ebenfalls gerade eben komplett gesehen werden kann.

Am einfachsten ist es wenn man sich den Strahlengang eines Newtons inkl. Tubus, FS mit Offset und OAZ aufzeichnet, dann sieht man wie das Okular positioniert sein muß um zum Strahlengang zu passen. Ein Fadenkreuz wird dadurch meiner Meinung nach überflüssig.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Stefan,

wenn du der Sache wirklich auf den Grund willst, nimm einen Regentag und ne Kanne Kaffee, recht so.

Kai> warum nur Ausleuchtung vergessen?
Mit einem mechanisch ordentlichen Newton und passend sitzendem OAZ sowie korrekt voreingestelltem Offset kann exakte Justierung nur zu voller Ausleuchtung führen (außer der FS ist definitiv zu klein).

Unter diesen Voraussetzungen verstehe ich die Justierung. So verstanden ist sie leicht durchführbar, jederzeit reproduzierbar und führt zu sehr guten Beobachtungsergebnissen.

Gruß
*entfernt*



 
servus beinand,

so, jetzt drehn wir uns langsam im Kreis: Mal ich nen Punkt auf den FS, und steck den Laser rein, seh ich den Punkt nicht mehr. Das ist also suboptimal.

Hab ich falschen Offset, guck ich zentrisch vorn in den Tubus, seh ich am Reflex der Spinnenbeine dass der HS verkippt ist um das auszugleichen.

Hab ich alles schon vorher geschrieben, will mich jetzt nicht dauernd wiederholen.

Die richtige Justage ist ganz einfach, wenn man mal die geometrischen Verhältnisse durchschaut hat. Die barlowed Laser Methode muss ich mir mal anschauen!

Da ich niemand durch ständige Wiederholungen langweilen will, klink ich mich mal aus. Alle hier sind sehr bemüht um Klarheit, ich danke für die Diskussion ;-)

lg Tommy
 
Hi Zusammen,

natürlich dreht sich das Ding. Durch nicht entgratete Schraubenköpfe überträgt man beim Kontern durchaus mal ein Drehmoment auf der Achse der Mittelschraube und dann hat man den Salat.

Clear Skies
Sven
 
Hi,

Zitat von Felix42:
...wenn man den FS auf Verdrehung kontrolliert hat, und das geht folgendermaßen sehr simpel und genau: unterhalb des OAZ in Richtung HS wird entweder ein kleines Loch in den Tubus gebohrt durch das man mit dem Laser dann im 90° Winkel auf den FS leuchten kann oder man befestigt den Laser an der Innenseite des Tubus oder an evtl vorhandenen Gitterrohrstangen. WICHTIG: dieses Loch bzw. die Befestigungsmöglichkeit muß genau auf einer Achse mit der Mitte des OAZ sitzen.
das habe ich doch glatt ausprobiert. Mein FS ist nicht verdreht.
Bloß, die Achse der OAZ-Mitte an meinem Gitterrohrdobson steht in der Luft, und freihändig und augenmäßig bestehen viele Freiheitsgrade.
Da kann man sich dann folgendermaßen behelfen: an einem Gitterrohrdobson kann man sich die Achse der OAZ-Mitte mit einem Zwirn im OAZ geklemmt und diesen mit der Zwirnrolle als Senklot benutzt ganz einfach hinmontieren.
Damit kann man den Dobson auch genau senkrecht ausrichten, damit das Senklot auch parallel zur Achse HS-FS ausgerichtet ist. Der Laserstrahl muß den Zwirn berühren, wenn man den Laserstrahl auf den FS richtet, und der Laserstrahl muß zurück zu seiner Quelle strahlen. Gelingt dies nicht, ist der FS verdreht.

Gruß
Markus
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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