Hi Eichi,
wirf die Flinte nicht ins Korn! Da Du bereits eine motorisierte NEQ-5 hast, ist ja die erste große Hürde nicht mehr aktuell.
Du solltest aber in Dich gehen und doch nen Laptop mit nehmen. Per Kabelverbindung zum Laptop läßt sich der Liveview der Kamera auf dem Laptopdisplay viel besser darstellen. Dadurch kannst perfekt an einem hellen Stern scharfstellen. Und dazu mußt die Kamera nicht mal anlangen. Du kannst über das Programm EOS-Utility den Fokus-Motor der Objektive ansprechen und Dich so schrittweise an den Schärfepunkt herantasten. Im EOS-Utility ist auch ein Timer intergriert, damit kannst automatische Belichtungssequenzen programmieren. Und nicht nur die automatische 30 Sekunden Belichtung. Ich hab z.B. 30 x 120 Sekunden belichtet. Und während die Kamera dank Timerproggy vor sich hin belichtet hat, ganz entspannt den Himmel mit dem Fernglas genossen, oder saß im Wohnzimmer, während die Montierung auf dem Balkon arbeitete.
Scharfe Rohbilder sind wichtig. Es gibt nix ätzenderes als unscharfe Bilder, die man erst zu Hause nach der Fotosession auf m Acker entdeckt!
Nächster Knackpunkt ist der Bildausschnitt, den Du mit Deinen vorhandenen Fotoobjektiven auf dem Chip der Kamera erhältst. Mit Stellarium, CdC oder einem anderen Planetariumsprogramm kannst das Gesichtsfeld der Kamera bezogen auf die Brennweite der Optik simulieren. Blendest nun die Umrißlinien von Nebeln und der Milchstraße ein, kannst sehen, wie groß oder klein ein gewünschtes Motiv auf dem Bild erscheint. Das ist ein wichtiger Schritt in der Planung für nen Fototermin...
Schau mal, diese Bilder sind mit nem 135 mm Teleobjektiv und ohne Autoguiding mit ner astromodifizierten 450D(a) gemacht:
http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/nebulae/primotar/index.htm
Bis auf die Aufnahme vom Helixnebel sind das alles Bilder, die auf 1/5 Größe geschrumpft wurden. Der Helixnebel ist ein 1:1 Crop aus der Bildmitte. Und da kommen dann leider die roten Kringel um die Sterne zum Vorschein. Die sind bauartbedingt, weil diese alten Fotoobjektive nicht wie ein APO korrigiert sind. Mit Bildbearbeitung kann man sie etwas dämpfen, aber komplett wegbekommen tu ich sie nicht...
Oder dieses hier mit 300 mm Teleobjektiv, allerdings mit Autoguiding:
http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/nebulae/orestegor/index.htm
http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/galaxies/M31.htm
Die beiden Teleobjektive sind aspach-uralt Teile von Ebay. Sie haben gebogene Lamellen, daher gibt es keine Spikes. Und sie haben M42 Anschluß. Also brauchte ich noch einen superflachen Adapter M42 auf Canon Bajonet mit 1 mm optischem Weg. Ich hab ne Weile gesucht, beide Fotoobjektive zusammen haben keine 100 Euro gekostet.
Das gesparte Geld für moderne Optiken hab ich dann in Schmalbandfilter gesteckt, die sind für "leuchtende Nebel" aus der Stadt heraus Pflicht... Ohne geht es bei mir in Ludwigsburg, Großraum Stuttgart nicht. Diese Filter hab ich von Astronomik (Gerd Neumann) bezogen. Sind Clipfilter, die ich in meinen Kamerabody reinclipse.
Achtung, die kann man nicht mit EF-S Objektiven benutzen, weil diese Objektive zu weit in den Body reinragen und an die Clipfilter stoßen würden...
Jedes Teleobjektiv muß abgeblendet werden, um bessere Sternabbildung zu erhalten. Ich hab auf Blende 5.6 abgeblendet, das solltest Du mit Deinem Tele auch machen.
Jetzt im März wären die Plejaden und der Orionnebel gerade noch machbar, im April ists für die schon zu spät... Das sind 2 schön helle Motive, die bei Belichtungszeiten um 1-2 Minuten pro Einzelbild schon Signal auf dem Chip bringen... Damit kannst die Bildbearbeitung üben, ohne jetzt gleich viel Geld für Optiken und Guidingcam auszugeben...