Aufbau meiner Sternwarte

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Hallo Herwig,
mit der Kuppelisolierung und dem außen angebrachten Solar-Entlüfter reicht bei mir ein einfacher Raumentfeuchter (Räume bis 50 m²) für 20€. Die Nachfüllung erfolgt mit Granulat-Beuteln. Der ist natürlich stromlos und bleibt auch unter dem Gefrierpunkt in der Kuppel stehen.
LG
Eberhard
 
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Hallo zusammen,

ich verstehe nicht, warum man eine Kuppel nicht bezeizen sollte. Ist ja letztendlich
eine Frage des benötigten Energieaufwandes, und ob man sich das leisten möchte.

Selbst mein Auto hat eine Beheizung. Sogar der Fahrersitzt ist beheizt.

Bei dem was ich machen möchte geht es ja nur darum, eine Betauung in der Zeit der Nicht-
benutzung zu vermeiden.

Wie auf den nachfolgenden Bildern zu sehen ist, ist im Bereich des Shutters ein umlau-
fender Luftspalt von etwa 2 bis 2,5 cm vorhanden.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Luftspalt%20oben%20-%201.jpg

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Luftspalt%20oben%20-%202.jpg


Auch im oberen Bereich ist natürlich alles absolut Wetterfest, aber die Luft kann hier
gut entweichen.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Luftspalt%20oben%20-%203.jpg

Unten am Drehkranz gibt es einen umlaufende Spalt von etwa 1 cm Breite bei 2,6 m Durchmesser.
Das sind dann etwa 800 ccm.

Die Wetterbedingungen sind so, dass ich mit einer Wetterstation mit 2 Außenfühlern auch
unter der Kuppel die gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit messe wie außen.

Würde ich jetzt nur entfeuchten, dann wäre sicherlich in wenigen Augenblicken, oder mit dem
nächsten Windstoß die Feuchtigkeit wieder im Innenraum.

Bei der baulichen Situation meiner Sternwarte hilft hier m.E. nur ein Aufheizen des Innenraumes,
um dadurch auch zusätzlich die Ausrüstung ( Montierung und Teleskop ) am weiteren Auskühlen
zu hindern.

Ich will ja nur eine Differenztemperaturreglung machen. Vielleicht unter der Kuppel so etwa
1° - 5° wärmer als außen. Die Regelung passt sich somit der Außentemperatur an.


An der Innenseite der Kuppel darf sich ruhig Kondensat bilden. Das kann nach unten ablaufen.

Heute habe ich mit der Post einen Feuchtigkeitsregler bekommen.

Den möchte ich verwenden um den Einschaltpunkt der Bezeizung festzulegen.

Darüber werde ich in den nächsten Tagen berichten.

LG und CS
Horst
 
Hallo,

ich konnte es nicht erwarten, und muss schon mal die ersten Fotos vom Regler zeigen.
Er ich made in china, hat eine CE-Kennzeichnung und funktioniert zunächst gut.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Feuchteregler%20-%201.jpg

230 V und den Feuchtefühler habe ich angeschlossen. In die Steckdose gesteckt zeigt
er nach etwa 5 Minuten eine mit meiner Wetterstation vergleichbare Luftfeuchtigkeit an.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Feuchteregler%20-%202.jpg

Eingewickelt in einen nassen Lappen war die Anzeige nach ca 1,5 Minuten bei 80 %, und nach
5 Minuten bei 99 %. Der Schaltpunkt ist präziese auf 1 % einstellbar.

Weiterhin eine Hysterese bis zu 50 % - Punkten.


Meine Idee ist nun, bei einer relativen Feuchte von 95 % die Differenzbeheizung in Betrieb
zu nehmen. Sie soll dann die Innentemperatur der Kuppel im Vergleich zur Außentemperatur um
wenige °Celsius anheben. Fällt die rel. Feuchte dann un 3 % ab, soll die Heizung wieder ausschalten.

Mit dem Einsatzpunkt, der Hysterese und der Position der Fühler werde ich in den nächsten Tagen experimentieren.

Dabei ermittle ich dann die benötigte Energie und Beobachte den Innenraum hinsichtlich einer
möglichen Betauung. Zusätzlich messe ich dann auch noch die Oberflächentemperaturen mit einem
Infrarotthermometer.

Auf gehts !!

LG und CS
Horst



 
Hallo Horst,

ich verstehe nicht, warum man eine Kuppel nicht bezeizen sollte. Ist ja letztendlich
eine Frage des benötigten Energieaufwandes, und ob man sich das leisten möchte.
Schon seltsam, so auf einen konstruktiven Vorschlag einzugehen?

Selbst mein Auto hat eine Beheizung. Sogar der Fahrersitzt ist beheizt.
Keine Standheizung im Auto?

Bei dem was ich machen möchte geht es ja nur darum, eine Betauung in der Zeit der Nicht-benutzung zu vermeiden.
Da wäre ich nie drauf gekommen...

An der Innenseite der Kuppel darf sich ruhig Kondensat bilden. Das kann nach unten ablaufen.
Bei der baulichen Situation meiner Sternwarte hilft hier m.E. nur ein Aufheizen des Innenraumes, um dadurch auch zusätzlich die Ausrüstung ( Montierung und Teleskop ) am weiteren Auskühlen zu hindern.

Ich will ja nur eine Differenztemperaturreglung machen. Vielleicht unter der Kuppel so etwa 1° - 5° wärmer als außen. Die Regelung passt sich somit der Außentemperatur an.
...auskühlen verhindern, Feuchtigkeitsregelung, Temperaturregelung,...wer soll das jetzt noch verstehen.?
Sorry, da du in deiner Selbstverliebtheit den Monolog bevorzugst und nur Lobpudelei :Trost: zulässt, erübrigen sich in diesem Post weitere Vorschläge zu deinen "undurchsichtigen" Ideen. Sehr schade!

Gut gemeinten Gruß
Eberhard
 
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Hallo Eberhard,

meine Sternwarte ist nun mal baulich so wie sie ist. Und da kann und will ich auch
nichts ändern.

Wenn Du Vorschläge hast, was ich bei dieser Sternwarte von Scope-Dome ändern kann,
dann bist du herzlich eingeladen zu kommen. Dann kannst Du dir alles vor Ort ansehen.

Man muss das einfach gesehen haben.

Sicherlich hätte ich auch eine andere Sternwarte bauen können. Aber ich habe nun mal
diese. Und für eine zweite bin ich zu alt !

Trotzdem war Deine Kritik willkommen, und hat mich nachdenklich gemacht.

Außerdem kann ich nicht dafür, dass Du meinen " undurchsichtigen Ideen " nicht folgen kannst.

LG und CS
Horst

 
Hallo Horst,

Da hilft nur Isolieren 3mm reichen, wie meine mit Isotapete beklebte, Alu beplankte Klappdachhälften seit 1983 zeigen!

Dann mit warmer Luft leichten Überdruck erzeugen, das wurde so bei einer Messwarte ( Mettall ) zum Schutz der Messgeräte und der Kurvenschreiber eingesetzt!

Da reicht ein Keramikheizelement von ca. 300-500 W regelbar, mit sicherem Überhitzungsschutz bei 50° - 60° C das durchströmt wird, aber getrennt gesteuertem Lüfter, damit der Überdruck bei der Temperaturregelung erhalten bleibt!

Ein einfacher Entfleuchter mit wechselbaren Filtermaterial reicht dann!


Gruß Günter
 
Hallo Günter, und andere Leser,

ich habe auch schon mal übers Isolieren nachgedacht.

Aber bei dieser Sternwarte ist Alles rund. Das macht es
schon schwierig. Wenn man es dann nicht 100 %tig macht,
sieht es vermurxt aus.

Darum habe ich diesen Gedanken erst einmal verworfen.

Die freie Öffnung nach aussen ist etwa 1000 Quaratzentimeter.

Das ist schon eine Menge. Für einen stabilen Überdruck in
der Warte ist sicherlich eine Luftbewegung von 5-10 cm /sec
nach draußen erforderlich ( da habe ich aber keinerlei Erfahrung ).

Auch muss die Luft mit Feuchtigkeit erwärmt, und in die
Warte hineingeführt werden. Auch hier wieder Alles rund.

Eine Möglichkeit währe allerdings der Zuführungskanal für
die Stromversorgung. Aber hier müsste ich dann noch zusätzlich
eine Austrittsöffnung vorsehen. Und viel bauen.

Denn in so einen Kanal muss die Luft auch erst einmal hinein.

Mal sehen welche Ergebnisse ich mit käuflich zu erwerbenden
Gegenständen ( Regler und Heizlüter ), wie oben beschrieben,
erzielen kann.

Momentan messe ich draußen wie drinnen eine Temperatur von
3,2 °C und eine rel.Feuchte von 75 %.

Lg und CS
Horst




 
Hallo,

einige Nächte sind nun vergangen, und ich stelle fest, dass meine Entscheidung zur Beobachtung der
Luftfeuchtigkeit richtig war.

Bisher ist sie im Bereich der Montierung immer unter 95 % geblieben. Somit hat die Heizung noch nicht
tätig werden müssen. Allerdings kondensiert oder gefriert schon mal Wasser an der Innenseite der
GFK-Kuppel. Die Kuppelhaut kühlt in der Nacht unter den Taupunkt ab. Ist das unter 0°C, dann gefriert
auch Wasser.

Meist sind jedoch solche Nächte von der Luftbewegung her gesehen recht ruhige Nächte. Also schon
Windstill. Es kommt sicherlich nur wenig frische Außenfeuchte in die Sternwarte.

Bei meiner Temperatur und Feuchtemessung konnte ich beobachten, dass dann die relative Feuchtigkeit
unter der Kuppel sogar geringer wird. Sie ist dann auch niedriger als draußen.

Die Montierung mit Teleskop blieb trocken. Mit meinem Infrarottermometer konnte ich ein Temperatur-
gefälle nach außen feststellen. Der Fußboden, die Säule mit Montierung und Teleskop waren am wärmsten.
Die GFK-Haut der Kuppel dann sogar mit einigen Graden unter Null, am kältesten.

Wie ich oben geschrieben habe, wurden bei meiner Schaltuhr gesteuerten Heizung in jeder Nacht 4 kWh
Energie benötigt. Das waren somit 1€ pro Nacht. Seit dem 21.11. war aber die rel.F. noch nicht über
95% ( Einschaltpunkt meine Temperaturdifferenzheizung ), und die Heizung hat noch nicht geschaltet.

Also jetzt in jeder "Nichtheizungs-Nacht" 1€ gespart, und dabei war die Montierung mit Teleskop trocken.

LG und CS
Horst



 
Hallo Horst,

aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß es mittelfristig zu Schwierigkeiten kommen kann. Die Feuchtigkeit von der Kuppel tropft ab, und der Sternwartenboden beginnt zu faulen. Abhilfe ist einfach: Beklebe doch die Innenseite der Kuppel mit Industriefilz. Der Tau schlägt sich auf den unzähligen Filzfäden nieder, und regnet nicht auf die Geräte ab. Tagsüber kann bei entsprechender Belüftung alles abdampfen. Ohne Heizung.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tassilo,

ich kann deine Erfahrungen nur bestätigen, Schimmel- und Keimbildung sind vorprogrammiert!

Ich kann aus Erfahrungen selbst berichten und habe in meiner Kuppel daher schon länger eine Isolierung eingebaut. Das Material ist AEROFLEX, eine Kautschuk Endlosmatte (Aeroflex Firo) als selbstklebende Dämmung. Die selbstklebende Matte ist als Zuschnitte einfach auf der Kuppel-Innenseite und an den Innenwänden problemlos aufzubringen.
Das geschlossenzellige Material aus der Klima-Kältetechnik wird besonders in Bereichen eingesetzt, in denen die Tauwasserbildung sicher verhindert werden muss! Es hat eine Temperaturbeständigkeit von -50° bis +100°C.
Der Schaum aus synthetischen Kautschuk ist damit sicher gegen Tauwasserbildung bei sehr hohem Wasserdampf-Diffusionswiderstand, Tauwasserbildung kenne ich seit dem Einbau in der Kuppel nicht.

LG
Eberhard
 
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Hallo Tassilo, hallo Eberhard,

ich lese Eure Beträge mit Interesse, doch zunächst ist erst einmal Winter, und draußen kalt.

Ich war gerade noch mal draußen und habe nach den "rechten" gesehen. Die Trocknung läuft derzeit
mit einer Einschaltfeuchte von 94 % und einer Hysterese von 5 % . Der Differenztemperaturregler
bei 2 K. Die Montierung und das Teleskop bleibt dabei trocken. Die GFK-Kuppel ist leicht feucht.
Wassertropfen sind aber nicht zu sehen.

Die Außenbedingung ist Nebel bei 0°C. Also 99% rel.Feuchte

Ich muss es erst einmal so laufen lassen, weil ich wetterbedingt derzeit nichts machen kann.

Wenn ich mich in meiner Kuppel so umsehe, ist alles rund und entsprechende Radien von 1 oder 2 cm.
Kaum gerade Flächen wo man gut etwas ankleben kann.

Auch sagt mir mein Lieferant, dass auf dieser GFK-Oberfläche kaum etwas für längere Zeit kleben
bleibt. Zumindest kenn ich keinen der hiermit Erfahrung hat.

Ein Vorteil hat allerdings die GFK-Oberfläche. Man kann sie gut sauber halten. :smiley47:

LG und CS
Horst
 
Hallo zusammen,

ich war gerade noch mal in meiner "Kuppel".

Natürlich sind mir die gebräuchlichen Dämmmaterialien bekannt. Aber wenn ich mir vorstelle
all die Rundungen damit zu dämmen, dann überkommt mich gerade nicht die Lust dazu.

Es muss ja an jeder Stelle der GFK-Haut ein Kontakt zur Dämmung vorhanden sein. Also keine
Lufteinschlüsse. Vielleicht eine dünnere Dämmung in mehreren Schichten übereinander.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Sternwarte%20Innen.jpg

Und der Shutter muss sich auch noch öffnen lassen.

Gefühlsmäßig würde ich die aufzubringenden Streifen nicht breiter als 10 cm machen. Natürlich
muss auch alles sauber geschnitten sein.

Manch einer wird sicherlich sagen: Ist doch egal wie das aussieht.

Ich will aber das es auch gut aussieht.

Eine weitere Frage kommt dann bei mir auf. Wo bleibt das Wasser, dass nicht an der Innenhaut
kondensiert? Das bleibt dann doch weiterhin im Innenraum und erhöht die rel. Feuchte.

Außerdem kann jeder Zeit frische feuchte Luft durch die vorhandenen Luftschlitze im Drehkranz
und Shutter in den Innenraum. Kühlt es sich langsam in der Nacht runter, dann fällt Feuchte aus.

Nun ist ja GFK ohne UV-Einwirkung recht robust, und wird mir trotz Feuchtigkeitsbeschlag nicht so
Schnell wegfaulen . :smiley63:

Einmal im Sommer Alles schön putzen ( innen wie Kühlschrank - und außen wie Auto ) sollte das schon
sauber halten. Auf die GFK-Außenhaut habe ich im Sommer sogar Autowachs aufgetragen.

Doch jetzt ist Winter.

Ein halber 240 Liter Müllsack rübergestülpt verringert zusätzlich ein Temperaturgefälle von der
Montierung zur Außenhaut. Wie ein "Überzieher" übers Auto. ( Wärmestrahlung )

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Sternwarte%20Innen%20mit%20H%C3%BClle.jpg

Wenn mein Beitrag den ich hier schreibe anderen Hobbyastronomen Entscheidungshilfen gibt etwas zu
tun, oder auch nicht zu tun, dann bin ich schon zufrieden.

Denn keiner von uns macht alles richtig. Ich auch nicht.

LG und CS
Horst


 
Leider ist es so gekommen wie es musste :(
Hatte vor ein paar Monaten angeraten einen Entfeuchter einzusetzen.
Zusammen mit etwas Isolation behebt das Problem recht Energiesparend.

Aus der Praxis weiss ich das es sehr gut funktioniert.

Noch ein Rat von mir, die Platiktüten muss von der Montierung runter. Lieber ein Baumwolltuch verwenden.

Stephan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

Stephan, Deine Idee ist prima. Ich habe gleich mal nach einem Tischtuch gesucht, und es nach
draußen gebracht. Draußen ist es bei Temperaturen um 9 °C mit starken Regen und teilweise Sturm
sehr ungemüdlich. In der Kuppel war es dagegen dann richtig kuschelig. Nur durch die Öffnungen
( ca. 10 cm x 80 cm ) kam viel feuchte Luft von draußen herein. Ich kann mir nicht vorstellen
dagegen anzutrocknen. Hier müsste ich wie vom Kai vorgeschlagen Abdichtungen vornehmen. Am
Shutter sehe ich da kaum möglichkeiten. Unten am Drehkranz könnten möglicherweise flexible
Bürsten helfen, wie man sie auch zur Abdichtung von Türen am Fußboden nimmt. Das werde ich mal
überlegen.

In meiner Sternwarte wohnt jetzt ein Gespenst. :erschreck:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Teleskopabdeckung.jpg

Ich habe ja in den letzten Wochen schon mal einfach mit einem Schaltuhr gesteuerten Lüfter geheizt.
Dabei habe ich pro Nacht etwa 4 kWh verbraucht. Das sind dann in einer Woche 28 kWh, und bei meinem
Strompreis 5,8 € Stromkosten pro Woche.

Jetzt habe ich aber schon seit einer Woche eine Regelung, die durch Überschreiten einer festgelegten
relativen Feuchte aktiviert wird. Hier bin ich hinsichtlich der Schaltpunkte noch am optimieren.

Am Samstag habe ich dann mal alles ordentlich aufgebaut. So sieht es aus.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Feuchteregler%20-%203.jpg

Die Zuleitung führe ich über einen Energie Monitor.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Energiemonitor.jpg

Gerade habe ich mal abgelesen. Der Verbrauch war insgesamt 13,4 kWh und bei meinem Strompreis dabei
3,2 € kalkulierte Stromkosten für eine Woche.

Bei der Luftentfeuchtung sehe ich das Problem bei der großen Luftwechselrate in meiner Sternwarte
bei Regen und Sturm. Trockne ich durch Kühlung, dann bin ich mit der Temperatur immer am Taupunkt.
Trockne ich mit Salzen, dann habe ich womöglich einen relativ hohen Wartungsaufwand.

Mal sehen wie es weiter geht. Erst einmal werde ich jedenfalls mit meinem Heizlüfter heizen.

In Betrieb genommen durch den Feuchteregler, und dann wird durch den Differenztemperaturregler die
Innentemperatur etwa 2 °C höher geregelt als die Außentemperatur.

Mit 2 K Temperaturerhöhung kann man bei einer Temperatur um die 5 °C die rel. Feuchte schon um 10 %
senken. Wichtig für mich ist, dass die Montierung und das aufgesetzte Teleskop trocken bleibt.

LG und CS
Horst
 
Ein guter Lufttrockner zieht etwa 300W und läuft bei dem kleinen Volumen vielleicht 20 bis 25% der Zeit in kritischen Wetterlagen. ansonsten viel seltener.
Desweiteren heizt er die Kuppel sogar etwas auf.

Vielleicht mal zum testen ein Gerät leihen.
Sieht gut aus das Gespenst.

Gruß

Stephan
 
Hallo zusammen,

ich habe letzte Nacht das "Gespenstertuch" wieder entfernt.
Es hat sehr viel Feuchtigkeit aufgenommen, und die Montierung
darunter war teilweise nass.

Nun ist wieder der Müllsack übergestülpt. Er kann zumindest
kein Wasser aufnehmen. Durch den Lüfter, und den nach unten
offenen Sack kann ein ausreichender Luftaustausch stattfinden.

Dann herrscht im Bereich der Motierung auch die geregelte
trockene Lüftfeuchtigkeit ( im Mittel bei 88% ) des ganzen Raumes.

Ich werde es weiter beobachten.

Gruß
Horst
 
Hallo Horst,
spannendes Projekt - bin mal gespannt wie es weiter geht.

Mich würde interessieren: Welches Messgerät für die Feuchtigkeitsmessung verwendest du?
Zeigt es korrekte Werte ?


Grüße
Walter
 
Hallo Walter,

schau mal weiter oben. Dort siehst Du den Feuchteregler. Ich habe ihn über ebay bezogen.
Wie ich bisher beobachtet habe arbeitet er recht genau. Lässt sich aber auch im Wert
korrigieren.

Derzeit habe ich eine Einschaltfeuchte von 93 % gewählt. 10 % niedriger schaltet der Kontakt
wieder aus. Im eingeschalteten Zustand regele ich dann die Innentemperatur der Sternwarte
derzeit 3 Grad höher als die Außentemperatur mit dem Heizlüfter.

Als Regler habe ich einen Differentemperaturregler von Conrad eingesetzt.

Dazu ist dann allerdings noch ein wenig Bastelarbeit nötig.
Wie auch hier zu sehen ist.

LG und CS
Horst
 
Hallo Horst - danke für die Info, hab's gefunden.

Du benutzt auch für die Umgebungsmessung das hier gezeigt Instrument- gibt's da Erfahrung hinsichtlich der Präzision und ev. eine Bezugsquelle?

Gruß
Walter
Zitat von Horst0552:
 
Hallo Walter,

Das Gerät habe ich auch hier bei Conrad gekauft.

Nach den technischen Daten ist die Temperaturgenauigkeit bei +/- 0,5°C und die rel.F. von
20% bis 90% bei +/- 3% , sonst +/- 4%.

Meine praktischen Vergleiche mit anderen Messgeräten haben das auch bestätigt. Wobei es immer ein
Problem ist die rel. Feuchte genau zu messen.

Meine Regelung zur Reduzierung der Feuchte läuft nun kontinuierlich durch, und habe bis jetzt durch
Ermittlung mit dem Energiemonitor kalkulierte wöchentliche Stromkosten von 3,1 € . Kosten so um die
15 Euro im Monat halte ich noch für vertretbar.

Gruß
Horst


 
Hallo,

zur Optimierung der Schaltpunkte habe ich mir einen Meteorographen besorgt.
Damit kann ich dann das "Wetter" unter der Kuppel mitschreiben.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Wetterstation%20-%201.jpg

Der Trommelschreiber kann 7 Tage aufzeichnen.

Die Schaltpunkte der Beheizung sind am Feuchtigskeits- und Temperaturverlauf
gut zu erkennen.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Wetter%20-%20innen%20-%202015-12-05.jpg

Das Wetter von heute morgen ist hier gut zu sehen. Den letzten Einschaltwert für die relative Feuchte
habe ich um 3 % verringert.

Momentan habe ich eine rel. Feuchte so um die 75 %. Dabei schaltet natürlich nichts.

Parallel zum Aufzeichnen der Wetterdaten schaue ich mir natürlich immer die Montierung an, ob irgend etwas
nass ist. Hier besonders das Gegengewicht. Das erwärmt sich durch die große Masse nur sehr langsam.

LG und CS
Horst



 
Hallo,

das Wetter ist momentan recht trocken, doch leider ziehen immer wieder Wolken durch.

Mit Sterne fotografieren ist also heute Nacht nicht. Da ich bisher noch nie die rel. Feuchte
über die Nacht beobachtet habe wundert es mich, dass sie sich über die Zeit doch so lebhaft
verändert.

Hier mal ein Foto:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Bau%20meiner%20Sternwarte/Beheizung%20und%20Enttauung/Wetter%20-%20innen%20-%202015-12-06a.jpg

Der angezeigte Luftdruck ist auf Meereshöhe bezogen.

Wie auch zu sehen ist, war die Beheizung am Samstag 3 mal im Betrieb.

Grüße
Horst
 
Hallo Horst,

es ist sicher für einige User interessant, was man so an gängigen Messmitteln heute aufbieten kann. ;)

Anfangen kann ich damit recht wenig, denn ich vermisse das Verständnis und die richtigen Schlussfolgerung aus deinen Messungen ein wenig. Die richtige Methodik der Messung und Regelung erschließt sich dem Anwender so nicht!

Wie schon erwähnt ist es wichtig den Taupunkt zu ermitteln...

Denn die Taupunktunterschreitungen an Materialoberflächen wie z.b. deiner Kuppelwand sollest du messen und damit Problemstellen in der Kuppel für Taubildung lokalisieren und evtl. bekämpfen. Bautechnisch setzt man dafür IR Taupunktscanner ein. Ein einfaches Messgerät wäre z.B. der Trotec BP25. Den Taupunkt (in °C) bekommst du aber auch angezeigt, wenn du bei deinem Messgerät im Post #1189764 die Taste Td betätigst und in die Gesamtbetrachtung einfliessen läßt...

Wichtig ist die Temperaturdifferenz (Oberfläche <-> Luft), bei der die Taubildung (Feuchtigkeit) auf deiner Kuppeloberfläche einsetzt.

Hier einmal eine einfache Tabelle dazu:
Link zur Grafik: http://www.zink-haustechnik.de/tips/taupunkttabelle.png

Wichtig ist es, das Temperaturgefälle (Delta) der Oberflächen und des Raumes bei hoher Luftfeuchtigkeit (ab 70%) möglichst gering zu halten. Um Taubildung zu verhindern, sollte deine Messung und Regelung daher vorrangig den Temperaturvergleich der Kuppeloberfläche mit der Luft (innen) bei hoher Luftfeuchte berücksichtigen, denn bei 95% Luftfeuchte ist das Delta bei 25 oder 10°C Raumtemperatur nahezu gleich. Der Vergleich zur Außentemperatur spielt keine Rolle.

LG
Eberhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Eberhard, und alle Leser,

zunächst möchte ich noch mal erwähnen, wie ich auch schon mal geschrieben habe, dass ich die Innenfläche meiner Kuppel
nicht wärmeisolieren will. Auf Grund der Kugelform und des Vorhandenseins vieler Unebenheiten sehe ich da große
Schwierigkeiten.

Sie bleibt so wie sie ist und wird regelmäßig gereinigt und geputzt. Somit darf sich auch auf der Innenseite Tauwasser
bilden.

Auch die Undichtigkeiten am Drehkranz und am Shutter werde ich so belassen. Dadurch habe ich in der Sternwarte eine
relativ große Luftwechselrate. In der Nacht zum Montag kam eine Regenfront mit einer Lufttemperatur die etwa 2 °C über
der Innentemperatur der Sternwarte war.

Diese Luft hat dann durch den Regen eine rel. Luftfeuchtigkeit von nahezu 100%.

Da der Innenraum aber etwas kälter als die “Regenluft“ ist, würde das Wasser dieser Luft sofort auf den kalten Flächen
kondensieren.

Doch bevor das passiert, erkennt der Feuchteregler die hohe Luftfeuchtigkeit und setzt die Temperaturreglung in Betrieb.
Diese vergleicht dann die Außentemperatur ( mit 100% rel.F. ) mit der Innentemperatur, und schaltet den Heizlüfter.


Diese Regelung regelt dann die Innentemperatur etwa 3°C über die Aussentemperatur. Dadurch erreiche ich, dass die
Montierung mit dem aufgesetzten Teleskop immer über der Taupunkttemperatur bleibt. Eine Betauung die Teile findet dann
nicht mehr statt.

In meiner Sternwarte darf dabei die Innenfläche der Kuppel ruhig nass werden.
Da kommt anschließend Meister Propper und macht alles sauber. :smiley47:

Durch die Regestrierung von Feuchte und Temperatur kann ich die Schaltpunkte für die rel.Feuchte und Temperaturdifferenz
besser festlegen und optimieren.

Derzeit liege ich mit den Energiekosten bei dieser Vorgehensweise um die 3 € pro Woche. Für mich noch ein vertretbarer
Betrag.

Grüße
Horst
 
Hallo Horst,

ok, bei den Summen die in deine Sternwarte geflossen sind, da sind 3€ die Woche zu verschmerzen. Was mich allerdings viel mehr daran wundert:

Als naturverbundener Mensch (Hobbyastronomen zähle ich pauschal dazu) sollte dich der unnötige Energieverbrauch deiner Regelung doch viel mehr "wurmen" als die 3€. Um die 3€ entspricht ca. 11kWh die Woche und das macht hochgerechnet auf´s Jahr schon 0,6 MWh und auf 5 Jahre schon satte 3MWh...

Tassilo, Eberhard und einige Andere haben auch schon darauf hingewiesen, dass eine gute Belüftung das A und O ist und genau an dem Punkt würde ich nochmal ansetzen.
Das Problem der feuchten Gegenwichte / Montierung / Betonsäule hatte ich auch aber an eine Heizung habe ich nie einen Gedanken verschwendet, eben weil es für mich total paradox erscheint, einen Raum, den ich möglichst auf Außentemperatur halten will (um ein wohltemperiertes *entfernt* vorzufinden und im Falle einer Kuppel unnötiges Luftflimmern zu vermeiden) zu heizen.

Bei entsprechender Wetterlage sorgen 4 12V-Lüfter für einen konstanten Luftstrom um Säule/Montierung und Optiken. 2 dieser Lüfter ziehen dabei in Bodennähe Luft in den Raum und die anderen beiden Lüfter drücken dann auf der ggü. liegenden Seite auf Kopfhöhe das gleiche Volumen raus ins Freie. Dazu nen "klassischen" UHU-Luftentfeuchter mit Granulatbeutelchen und fertig. Das träge Temperaturverhalten der entsprechenden Teile ist seither kein Thema mehr.

Die Lüfter haben einen Verbrauch von unter 8W, also selbst bei Permanentbetrieb wäre der Jahresverbauch in etwa so hoch wie der deiner Heizung in 6 Wochen.

 
Hi Markus,

das mit dem UHU-Luftentfeuchter ist eine gute Idee. War mir bisher unbekannt.

Wie ich im Internet gesehen habe, ist der ja garnicht so teuer. Ich habe mir dann gleich mal einen
mit Ersatzbeuteln bestellt, und werde es ausprobieren.

Meinen Heizlüfter lasse ich dann nur noch als Lüfter laufen. Mal sehen ob ich dadurch dann auch
die Feuchte in "dieser" Sternwarte reduzieren kann.

Gruß
Horst
 
Hallo Horst,

den Heizlüfter dann nur noch als Lüfter laufen lassen, würde ich auf jeden Fall mal in Verbindung mit dem Luftenteuchter probieren! Auch wenn er dann quasi nur als Quirl dient, sollte eine konstante Luftbewegung um die Montierung herum schon eine positive Wirkung haben.

Alternativ könntest du auch über so etwas nachdenken um eine Verbindung nach aussen zu schaffen: http://www.cloudynights.com/topic/459057-dehumidifier/?p=5967217

Wie oben schon geschrieben, ziehen meine Lüfter auch Aussenluft in die Sternwarte und drücken dann anschließend wieder Luft aus der Sternwarte heraus.

In dem Faden geht es um hohe Temperaturen im Sommer und Feuchtigkeit...
 
Hallo Markus, und die Anderen,

je nach Temperatur und rel. Feuchtigkeit hat die Luft ja einen definierten Wassergehalt
in g/kg trockener Luft.

Nach meiner Ansicht sollte man dann aber nur Luft von aussen hinein blasen wenn die
Außenluft einen geringeren Wassergehalt als die Innenluft hat.

Mal angenonnen, die Innenbedingungen sind 12°C und 80 % rel Feuchte. Dann gehört dazu
ein Taupunkt von 8,7 °C, wie aus der Tabelle von Eberhard zu sehen ist. Der Wassergehalt
ist dabei etwa 7 g/kg tr. Luft.

Kommt nun eine warme Regenfront mit 15°C und 99,9 % rel.Feuchte, dann ist die Taupunkt-
temperatur auch etwa 15°C.

Wenn sich der Innenraum aber nicht schnell genug aufwärmen kann, dann kondensiert das
Wasser der zugeführten warmen feuchten Luft an den kalten Gegenständen.

Aus dieser Überlegung heraus wollte ich halt dafür sorgen, dass der Innenraum immer um wenige
Grad wärmer ist als die Außentemperatur. Das aber nur dann, wenn die rel. Feuchte einen fest-
gelegten Wert überschreitet.

Momentan laufen in der Sternwarte gerade Aufnahmen von M45, und ich überwache das aus
meiner Funkbude über Team Viewer .

Da muss man zumindest nicht frieren.

Gruß
Horst



 
Hallo Horst,

die Temperatur steigt ja nicht "schlagartig" an, sondern es dauert seine Zeit... und genau in dieser Zeit kann ich mit den Lüftern den Innenraum ziemlich genau auf Außentemperatur halten bzw. die Temperatur erhöhen, eben weil ich, wenn es in der Sternwarte kälter ist als draußen etwas wärmere Luft von Außen zuführe und durch die Bewegung der Luft einen Niederschlag an den Geräten verhindere. Gleiches gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall, die Außentemperatur fällt, dann kühle ich halt mit dem Luftstrom.
Auf diese Weise kommt es zu keinen allzugroßen Temperaturdifferenzen und auch nicht mehr zu einem Taubeschlag.
 
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