Beobachtung beta Lyra

Reinhard_Lauterbach

Aktives Mitglied
Hallo allerseits,

wie im Thread über T-CrB schon angedroht, hier mein Beitrag über meine Messungen vom beta Lyra System:

Das erste mal näher mit dem System beschäftigt habe ich mich bei meinem Spielereien zur Spektroskopie, siehe:

Im Beitrag:
konnte ich mit dem Staranalyzer 100 die Helium-Emmission schön nachweisen.
Insofern lag es nahe, an dem System auch mal den Helligkeitsverlauf nachzuverfolgen. Die nähere Recherche führe auch dann zu der Erkenntniss, dass es sich bei beta Lyra um einen brühmten Stern handelt. Nach diesem Stern sind nämlich "Bedeckungsveränderliche vom beta Lyra Typ" benannt. Hier eine kleine Animation aus Wikipedia:

05_Eclipsing_binary_star.gif


Letztes Jahr hatte ich mich während einer Schönwetter-Periode schon mal daran versucht:

07_beta-Lyra_Kombi.jpg

Unterer Kurvenzug meine Messungen, oben eine Lichtkurve aus der Literatur.

Nun ist es bei einer Periodendauer von knapp 13 Tagen nicht möglich auf einen Rutsch einen glatten Kurvenzug zu bekommen, zumal an einzelnen Tagen eine Messung nicht möglich war. Bei konstanter Periodendauer sollte man aber viele Messungen über einen längeren Zeitraum auf eine Periode "stacken" können. Dazu gibt es bestimmt fertige Software, aber ich wollte meinen Grips mal etwas anstrengen. Nun bin ich kein Software-Genie, aber das sollte doch auch mit Excel bzw. dem Open Office Derivat gehen. Also habe ich mich in Open Office Calc mal dran gesetzt. Ich habe versucht meine Lösung etwas zu veranschaulichen:

08_office-calc.jpg

(Wer hat sich für die Funktion nur die Bezeichnung "Untergrenze" einfallen lassen :-/)

Jedenfalls ist es damit nun möglich meine Messwerte auf eine Periodendauer darzustellen. Einen X-Offset zum horizontalen Verschieben der Kurve habe ich auch gleich eingebaut, der steht aber bisher noch auf "0".
So sieht das dann in der X / Y Darstellung bisher aus:

09_Lichtkurve beta-Lyra.jpg


Man sieht schön die Gruppierung der Messwerte pro Tag, da sich die Messzeit gegenüber der Phase nur langsam verschiebt. Auch gibt es Tage in der Perioden-Überlagerung, an denen nur wenige Messungen möglich waren. Das wird sich aber über die Monate ausgleichen und die Lücken werden sich füllen. Ab August sollte dann auch das Hauptminimum in die Nacht fallen, da sind die Werte grade noch "etwas lückenhaft" ;-).
So, das wäre es dann mal fürs erste.

Viele Grüße, CS und bleibt interessiert,
Reinhard
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

es ist schon eine Weile her, dass ich oben über mein kleines beta-Lyra Projekt berichtet habe. Seitdem habe ich fleißig weiter
Messwerte gesammelt. Meine Lichtkurve habe ich mittlerweile an eine Lichtkurve der AAVSO angepasst, was zum Glück nur durch Eintragen des Perioden-Offsets in eine Zelle meines OpenOffice Calc Sheets zu erledigen war.

Hier die AAVSO-Lichtkurve (die Verwendung ist lt. AAVSO-Webseite erlaubt):
Beta_Lyrae_AAVSO.jpg


Die Sammlung meiner bisherigen Messwerte:
___Lichtkurve beta-Lyra.jpg


Und der über jeweils 7 Messwerte gemittelte Kurvenzug:
__Lichtkurve beta-Lyra LPF-2.jpg


Es dürften, vor allem im Bereich des Hauptminimums, ruhig noch ein paar Messpunkte mehr sein, aber eine gewisse Ähnlichkeit meiner Kurve zu dem AAVSO-Diagramm ist nicht zu leugnen ;-).

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Hallo zusammen,

ich möchte aus aktuellem Anlass mal ein kurzes Update geben. In der vorletzten Nacht, vom 6.8.´26 auf den 7.8. fiel nämlich das Hauptminimum von beta-Lyra ins brauchbare Zeitfenster nach Mitternacht. Ich habe die Gelegenheit genutzt und drei Messungen in 1,5h Abstand gemacht, um meine etwas dünne Datenlage in dem Bereich des Zyklusses zu verdichten. Das hat auch ganz gut geklappt.

Außerdem störten mich immer die durch die Mittelwertbildung gekürzten Enden der gemittelten Lichtkurve. Am Anfang fielen ja immer drei Messpunkte heraus, da ich 7 Werte für die Mittelung (3 vorher, der aktuelle und 3 nachher) zusammen haben musste. Das Gleiche galt für das Ende der Lichtkurve.
Dann wurde mir klar, dass es sich ja hier um einen geschlossenen Kreis handelt. Also kann ich mir die fehlenden Werte für die Mittelung des Anfangs der Lichtkurve vom Ende des Zyklusses "leihen". Das Gleiche gilt natürlich auch für das Ende der Lichtkurve.

Die rsultierende aktuelle Lichtkurve sieht jetzt also so aus:

__Lichtkurve beta-Lyra LPF_loop.jpg


Das sieht, zumindest im Bereich des Hauptminimums, schon wieder etwas stimmiger aus. Allerdings ist es genau wie beim Stacken von Rohbildern, am Anfang tut sich jede Menge und später nimmt die Datenmenge, die für eine merkliche Verbesserung nötig ist, exponentiell zu. Es stellt sich irgendwann die Frage, wie weit man das noch treiben möchte. Ich bin aber jetzt noch nicht an dem Punkt, noch nicht ;-).

Viele Grüße, CS und neugierig bleiben,
Reinhard
 
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