Spektren Supernova SN 2023ixf in M 101

TorstenHansen

Aktives Mitglied
Hallo,

ich habe mittlerweile ein paar Spektren der Supernova mit dem Staranalyser 100 aufnehmen können und beginne diesen Beitrag mit dem aktuellsten Spektrum vom 14./15.06.2023.
Neben dem Spektrum der Supernova habe ich zum Vergleich das Kalibrierspektrum von eta Ursae majoris mit eingefügt, mit dem ich die Wellenlängenkalibrierung und die Relative-Fluss-Kalibrierung durchgeführt habe. Der Verlauf beider Spektren entspricht so der Korrektur wesentlicher äußerer Einflüsse nach Anwendung der relativen Flusskalibrierung.

Das Supernovaspektrum ist typisch für eine Supernova vom Typ II (siehe z.B. hier: https://ned.ipac.caltech.edu/level5/Mar ... rames.html).
Der Verlauf des Spektrums deutet darauf hin, dass sich die Supernova noch immer im Anfangsstadium befindet. Die Balmerlinien des Wasserstoffs zeigen sich im Falle der H-alpha-Linie in Emission (P-Cygni-Profil), was wohl auf eine (expandierende) Scheibe hindeutet. Die anderen Balmerlinien (konkret H-beta und H-gamma) sind blauverschoben.
Die Bestimmung der Expansionsgeschwindigkeit werde ich später durchführen, wenn die anderen Spektren ausgewertet sind.
Zur Orientierung ist im Bild auch noch ein Wasserstoffspektrum als Referenz beigefügt.

Zur Anschauung enthält das Bild unten auch noch einen 100%-Ausschnitt des Rohspektrums vor der Auswertung.

SpektrumSN2023ixf20230614v3.jpg


Gruß,
Torsten Hansen
 
Hallo Torsten,

das ist ja interessant, ich hätte nicht gedacht, dass das mit so einfachen Mitteln möglich wäre. Verstehe ich das richtig, dass das Gitter im konvergenten Strahlengang des 8zöllers vor der Kamera positioniert war, ohne Telezentrik?

Viele Grüße, CS und schmale Linien,
Reinhard
 
Hallo Reinhard,

vielen Dank für Deine Rückmeldung!

Hallo Torsten,

... Verstehe ich das richtig, dass das Gitter im konvergenten Strahlengang des 8zöllers vor der Kamera positioniert war, ohne Telezentrik?

...

Ja genau. Das Gitter sitzt etwa 40mm vor dem Sensor. Das gibt bei noch größeren Abständen ein Problem mit Koma, die mit einem Prisma korrigiert werden kann. Man sollte also in jedem Fall auf das Spektrum fokussieren (z.B. im Bereich der H-beta-Linie). Die Linien sind bei helleren Sternen gut im Live-Bild zu erkennen.


Hallo Torsten,

das ist ja interessant, ich hätte nicht gedacht, dass das mit so einfachen Mitteln möglich wäre. ...

...

Das ist mittlerweile meine vierte Supernova mit dem Staranalyser.
Diejenige von 2014 in M82 hatte ich seinerzeit auch mit Videokamera beobachtet. Einige Ergebnisse sind hier präsentiert:
https://forum.astronomie.de/threads/spektrum-supernova-sn2014j-in-m82-mit-staranalyser.196117/

Der Abschluss war damals ein Vergleich zweier Spektren, die knapp 4 Wochen getrennt aufgenommen wurden (siehe unten, bzw. Link):
http://www.aau.telebus.de/Ver_7/user/Torsten_Hansen/SN2014J20140308/SN2014J20140308und0211Vglw.png

Die Linienzuordnungen stammen hauptsächlich aus den folgenden Arbeiten:
https://arxiv.org/pdf/1208.3781v1.pdf
https://arxiv.org/pdf/1512.02608.pdf

Mit Hilfe der Siliziumlinie ließ sich die Expansionsgeschwindigkeit der Hülle auf einige 1000 km/s bestimmen (12000 km/s, soweit ich mich erinnere).

SN2014J20140308und0211Vglw.png


Viele Grüße
Torsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Torsten,

sehr spannend !
Ich habe ja eben schon geschrieben - ich bin ein [zensiert].
Frage mich, wie ich die SN mit dem DADOS spektroskopieren könnte und vergesse vollständig den Star Analyzer.

Ich mach´ mich ran sobald ich Zeit finde.
 
Hallo in die Runde,

@ Torsten:
Vielen Dank für Deine interessanten Erläuterungen!

Vor zwei Jahren habe ich mal versucht, mit einfachen Mitteln aus meinem Fundus ein paar erste spektroskopische Schritte zu gehen. Hier ein link zu meinem damaligen Posting:

https://forum.astronomie.de/threads/spektroskopie-mit-einfachen-mitteln.308002/post-1586051

Nachdem ich jetzt hier die Beiträge gelesen habe bekomme ich glatt Lust, das nochmal an der M101 Supernova zu versuchen. Ich bezweifele aber, dass ich mit meinem Aufbau die nötige Tiefe erreichen würde. Allerdings habe ich mittlerweile eine gekühlte Kamera (533mcP), vielleicht geht es damit ja doch. Es ist allerdings eine Farb-Kamera, was für den Zweck ja nicht optimal ist, aber einen Versuch wäre es mal wert.

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Liebe Zeit, hier darf ich ja nichtmal scherzhaft mich selbst "beleidigen" ohne "zensiert" zu werden.
Finde ich etwas übertrieben.
 
Frage mich, wie ich die SN mit dem DADOS spektroskopieren könnte
Hallo Martin,

ich habe am 27.5. meinen DADOS auf die SN gerichtet. Bin leider noch nicht dazu gekommen alles sauber auszuwerten. Ich hatte damals auf die Schnelle nur in BASS die Radialgeschwindigkeit an Ha bestimmt um zu sehen wo ich mit den Daten liege. Der Wert schien ganz ok. Hier ein Schnappschuss.
IMG_1534.jpeg

An was für einem Setup hast du den DADOS hängen? Ich hatte konnte die SN mit der 290er Guiding Kamera gut über den Spalt bugsieren und mittels PHD2 guiden.

CS
Christof
 
Mein Spektrum oben passt da ganz gut ins Bild, z.B. im Vergleich zu den Spektren der Frühphase,
Zum Thema „Entwicklung des SN Spektrum“ …
Ich kam nach meinem ersten Spektrum am 27.5. nicht mehr dazu weitere aufzunehmen, aber kennt ihr diesen Post:
Finde ich beeindruckend. Man kann zuschauen was da an Physik drin steckt.

CS
Christof
 
Hallo Christof,

das ist ein schönes Spektrum !
Vielen Dank für den Link, das ist sehr spannend zu lesen, zumal ich mich in der Theorie schon etwas länger mit Supernovae beschäftige.

Ich habe zwei Setups.
Ich setze den DADOS wahlweise am 8" Newton oder am C 9.25 ein.
Ich habe zwei Beobachtungsplätze fest eingerichtet, einer auf der Terrasse ( da erreiche ich UMa nicht), dort auf einer GOTO-Modifizierten EQ 5, im Garten auf einer ebenfalls GOTO-modifizierten Vixen GP-DX, aber auch da ist UMa schwierig wegen Haus und Baumbestand.
Ich werde allerdings niemals lebende, atmende Bäume für´s Hobby fällen.

Mein Setup ist bislang nicht auf Deep Sky ausgelegt da mich der Mainstream Deep Sky Astrofotografie bislang wenig interessiert.
Mich interessiert weniger das schöne Bild von Objekten mit wenig bis garkeiner Dynamik sondern mehr die dynamischen Objekte wie Sonne, Planeten, Mond bei diversen Beleuchtungsstadien, wenn verfügbar hellere Kometen.

Da werde ich wohl etwas umdenken müssen, wenn es um Supernovae geht.

Guiding kann ich mit einer QHY 5L-IIc oder einer ALTAIR GP 0130c machen; PHD2 wäre einsatzklar.

Aufnahmen entweder mit einer ATIK 320e (keine Ahnung warum die nicht angenommen wurde, ich mag sie) oder einer Neptune M mit IMX 178 Sensor.

Wie sieht Dein Setup aus, wo sitzt die Guiding-Kamera ( am DADOS oder an einem Leitrohr,welcher Typ Kamera, "290er" sagt mir leider nichts) und womit machts Du die Aufnahmen ?
Wie lange belichtest Du und wieviele Aufnahmen hast Du gestackt ?
An welchem Teleskop ?
 
Hallo Martin

ich habe zuhause leider kein stationäres Setup. Ich muss meines immer auf den Balkon rollen aber mein Setup ist „etwas schwerer“.
Ich habe ein CDK14 auf einer 10Micron GM2000 HPS II. Der DADOS hängt an einem Instrumentenwechsler der mir erlaubt zwischen
der Hauptkamera und dem DADOS umzuschalten. Die Guiding-Kamera ist eine ZWO ASI290M Mini. Die sitzt direkt am DADOS.
Das ermöglicht das zu spektroskopierende Objekt am Computer exakt über den gewünschten Spalt zu positionieren und zu guiden.
Die Kamera die die Spektren aufnimmt ist eine QHY268M in BIN2 betrieben.
Das gezeigte Spektrum entstand aus 26 Aufnahmen a 5 Minuten.

Ich verstehe, dass es auf einer Montierung der EQ5 Klasse schwieriger ist den DADOS einzusetzen. Der DADOS hat mit Kameras sein Gewicht
und erzeugt zumindest am Newton eine große Unbalance. Am C9.25 geht das sicher etwas besser, ist auch in Sachen Öffnungsverhältnis besser,
aber C9.25 und DADOS ist auf einer EQ5 oder GP-DX vermutlich auch schon grenzwertig wenn nicht zu schwer? Ich vermute da bist du bei 13 bis
14kg?

CS
Christof
 
Hallo Christof,

das ist wirklich ein beeindruckendes Equipment !
Das werde ich mir in diesem Leben nichtmehr leisten können.
Das ist aber in Ordnung, ich bin sehr zufrieden mit dem was mir zur Verfügung steht.

Ich sehe aber auch, daß die Aufnahme einer SN dieser Helligkeit mit dem DADOS für mein Equipment grenzwertig ist.
Grenzwertig aber nicht unmöglich.

Ich muß sagen, daß ich beeindruckt bin was die EQ 5 in Verbindung mit dem C 9.25 leistet.
Theoretisch wäre das auch mobil, aber das Stativ ist auf der Terrasse gerade so schön eingenordet und an Venus im Einsatz.

Auf der GP-DX ist das C 9.25 sehr gut aufgehoben; mit dem DADOS und Leitrohr kommen da ca. 12-13 kg zusammen, aber das verkraftet sie sehr gut. Klar, Berührung bringt Schwingung, aber auf der Säule im Garten ist sie da nicht so empfindlich und die komplette Motorisierung bis hin zum Fokus macht die Berührung während der Belichtung ja auch überflüssig.
Für Planeten, Sonne und Mond bestens aufgestellt.
DS und lichtschwächere SN waren bislang keine Beobachtungsziele.
Be-Sterne und PN waren spektroskopisch bislang mein Ziel und am Mond der Versuch die Zusammensetzung diverser Formationen im Vergleich darzusttellen.
Hellere Kometen sind immer mal wieder spektroskopisch interessant.

Trotzdem - die Belichtungszeit alleine mit Deinem Equipment ist schon eine Hausnummer, bei mir wäre da mehr nötig.

Ich schau´ mal ob das für mich erreichbar wird, ansonsten doch vielleicht der Star Analyzer.
 
Hallo zusammen,

dieser Thread hier hat mich dann doch so angefixt, dass ich meine oben schon erwähnten "Spielereien" mit Spektroskopie wieder aufgenommen habe.

Im Gegensatz zu damals, als ich die 500 Linien/mm Astromedia-Gitterfolie vor ein 135mm Zeiss Sonnar an meiner EOS 450Da montiert hatte, habe ich die Folie nun in den konvergenten Strahlengang vor die Kamera montiert. Dazu habe ich die Fassung eines alten 1,25" Farbfilters missbraucht, also Filterglas raus, Gitterfolie rein. Nun konnte ich die Folie direkt in das Filtergewinde der Kamera bzw. derer Steckhülse schrauben.

Da ich eine "ASI 120mm mini" mono-Kamera besitze, habe ich es erst mal mit dieser versucht. Der Chip der Kamera ist sehr klein und die Gitterfolie hat aufgrund der hohen Liniendichte eine große Dispersion, also musste die Folie sehr dicht vor den Chip.

Im Netzt findet sich ein Kalkulator für den Einsatz der 100er und 200er Star Analyzer, ich habe aber 500 Ln/mm. Da die Zusammenhänge zwischen Liniendichte, Gitter-Chip Abstand und Größe des projezierten Spektrums linear sind, konnte ich die Angaben ganz einfach umrechnen. Die 120 mini hat ein Filtergewinde direkt am Kamerakörper, das könnte klappen, also versuchen.

Der Test zeigte dann, dass das Spektrum 1. Ordnung mitsamt der Sternabbildung (0. Ordnung) gemeinsam diagonal auf den Chip passte. So entstand dieses Rohspektrum:

2023-06-23.jpg


Das sieht ja schon mal ermutigend aus.

Ich erinnerte mich dann, dass ich damals bei meinen ersten Versuchen das Ergebnis noch optimieren konnte, indem ich die Gitterfolie zwischen zwei Glasplatten klemmte und so die Planlage verbesserte. Also habe ich zwei Diarahmen-Fensterscheibchen, mittels Dremel mit Korund-Scheibe sowie Bandschleifer, solange bearbeitet bis sie in den Filterhalter passten. Das ging besser als anfangs befürchtet.

Den folgenden Test habe ich allerdings mit meiner gekühlten "ASI 533mc Pro" gemacht. Die dazugehörige 1,25" Steckhülse hat ein durchgehendes Filtergewinde, sodass ich den Filterhalter kameraseitig in die Hülse schrauben konnte. Das ergab dann einen komfortableren Maßstab auf dem größeren Chip. Hier das gewonnene Rohspektrum:

2023-06-24.jpg


Die Wasserstoff Absorptions-Peaks scheinen mir schärfer zu sein, obwohl da wohl auch der x-Maßstab mit reinspielen wird. Negativ dürfte die buckelige Empfindlichkeitskurve des aus dem RGB-Signal gewonnenen Luminanz-Signals sein. Das müsste sich aber rauskalibrieren lassen, wenn man das denn mal kann.

Jedenfalls ist das eine spannende Materie und ich bin damit noch nicht durch ;-)

Viele Grüße, CS und "schmale Linien",
Reinhard
 
Zuletzt bearbeitet:
Coole Sache Reinhard :y:
Wie weit man mit „einfachen Mitteln“ schon kommen kann. Ich überlege auch mir einen Staranalyzer oder ähnliches ins Filterrad zu schrauben.
Das würde eine „spontane“ Spektroskopie zwischendurch sehr einfach machen. Einfach in NINA in einer regulären Sequenz den „Spektroskopie-Filter“
voll automatisiert mit anwählen und fertig ist die Laube.

Bestimmt kannst du das Spektrum noch kalibrieren und die Instrumentenresponse ermitteln.
Bin gespannt.
 
Hallo Reinhard,

sehr spannendes Herangehen an´s Thema und interessante Ergebnisse hast Du da !
Ich hoffe, ich komme auch bald mal wieder dazu was zu machen, momentan bin ich leider ziemlich im Streß.

@ Christof,

wie kriegst Du es hin, offenbar immer wieder schnell eingenordet zu sein, da Dein Equipment doch mobil ist ?
 
Hallo allerseits,

nach über 10 Tagen konnte ich gestern bzw. heute früh wieder ein Spektrum aufnehmen; weitere 5 Spektren von Anfang Juni sind noch nicht ausgewertet.

Der Graphenverlauf deutet auf eine Abkühlung hin, was auch normal sein sollte. Weiterhin treten Fe-Linien deutlicher hervor ( bei 4460, 4900 und 5100 Angström). Zwischen 5400 und 5800 Angström hat sich auch was getan.

Mit der oben schon zitierten Quelle lässt sich sehr gut vergleichen:
https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/aa8f52

Die sehr hohen Expansionsgeschwindigkeiten der Hülle gestatten eben auch bei dieser niedrigen Auflösung (knapp 8 Angström pro Pixel) interessante Einblicke in das Verhalten der Supernova.

SpektrumSN2023ixf20230614mit25.jpg


Viele Grüße
Torsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Torsten,

ich finde Deine Arbeit ganz hervorragend.
Wäre das nicht etwas für einen SuW-Artikel?

Man könnte dort die von Dir angegebene Literatur zusammenfassen und Deine Ergebnisse einordnen und diskutieren...

Astrogrüsse,
Claus
 
wie kriegst Du es hin, offenbar immer wieder schnell eingenordet zu sein, da Dein Equipment doch mobil ist ?
Hallo Martin,

das geht mit der 10Micron recht einfach wenn man sie immer wieder an genau der selben Stelle aufstellt.
Ich rolle das Teleskop auf Möbelrollbretter raus und stelle die Füße in zuvor angezeichnete Markierungen.
Das ist häufig gut genug um mit der 10Micron in 20 Minuten ein Sternmodell zu erstellen das es ermöglicht
locker 15 min und mehr unguided zu belichten. Ab und zu muss ich die Einnordung etwas optimieren. Das
sehe ich nach den ersten 5 bis 10 Sternen beim Erstellen des Sternmodells. Die Alignment Info der Montierung
gibt dir dann an wie weit du weg bist und um wieviel du in Alt und AZ an den Stellschrauben drehen musst.
Nach 1 oder auch mal 2 Iterationen ist die Polachse dann in der Regel gut ausgerichtet und nach besagten
20 Minuten ist ein Modell mit 50 Positionen durchgelaufen.

CS
Christof
 
Hallo zusammen,

erst mal Danke an die Runde für den ermutigenden Zuspruch!

Letzte Nacht habe ich nochmal etwas mit dem Foliengitter und meiner ASI120mm an Wega rumgespielt, die steht grade so günstig und ist schön hell.

Dadurch, dass die Folie jetzt zwischen zwei Glasplättchen und damit näher am Sensor sitzt, ist die Aufspreizung etwas geringer und das Spektrum passt merklich besser auf den Chip.
Außerdem habe ich meine Datenreduktion etwas verbessert. Die erledige ich zu Fuß in Fitswork, so verstehe ich auch was ich da im Einzelnen mache. Hier mal das Ergebnis von gestern Abend:

2023-06-25_Rohspektrum-Wega_ED80-600_AM-Gitterfolie-500ln-mm_ASI120mm_216x300ms_gain40.jpg


In der oberen Reihe ist das schon zurecht gedrehte und ausgeschnittene Summenbild nullter und erster Ordnung dargestellt.

Darunter die Summe der Spalten des Rohbildes oben. Dazu ändere ich, unter Beibehaltung der Bildbreite, die Bildhöhe auf nur eine Zeile (mit der Funktion "Bildgröße ändern", nicht mit "Ausschneiden"!) und spreize danach wieder vertikal auf.

In der dritten Reihe habe ich die Helligkeit der ersten Ordnung nach oben beschnitten, damit ich mit dem Spektrum in einen vernünftigen Dynamikbereich der Darstellung komme.

Darunter letztendlich die Darstellung einer Pixelzeile aus der dritten Reihe mit der Funktion "Pixellinie als Diagramm darstellen".
Die Werte der Funktion lassen sich mit dem "Copy"-Button unten links in den Zwischenspeicher übertragen und von dort aus in einen Editor einfügen. So lässt sich eine Datei erzeugen, die man z. B. in Open Office Calc importieren kann.

Auffällig an dem Spektrum ist, dass es zu seinen Enden hin "ausfranst" :-/. Ich führe das auf die zunehmend schlechtere Farbkorrektur meines Refraktors an den Bandenden des sichtbaren Spektrums zurück. Außerdem ist die Fokussierung natürlich immer ein Kompromiss.

So wie das mittlerweile aussieht, bin ich schon ganz zufrieden. Damit dürfte ich schon recht nahe an der Auflösung des StarAnalyzers dran sein.

Eine weitere Verbesserung könnte ich mir vorstellen, wenn ich den Strahlengang mittels zweier Sammellinsen parallelisieren und das Gitter dazwischen anordnen würde. Zwei Achromate mit 26mm Brennweite von Astromedia habe ich noch im Fundus. Damit ergäbe sich an meinem ED80/600 ein paralleles Strahlenbündel mit etwa 3,5mm Durchmesser, das sollte funktionieren. Damit hätte ich doch eigentlich schon einen spaltlosen Spektrographen :-?

Soweit "mein Rapport" zu gestern Abend. Das mit der Kalibrierung und der "Instrumentenresponse ermitteln" muss muss ich mir mal zu Gemüte führen.

Viele Grüße, CS und weiterhin "schmale Linien",
Reinhard
 
Das mit der Kalibrierung und der "Instrumentenresponse ermitteln" muss muss ich mir mal zu Gemüte führen.
Hallo Reinhard,

schau z.B. mal die Tutorials zum DADOS an. Das ist zwar ein Spaltspektrograph aber was die Datenverarbeitung anbelangt kann man sich
da sicher Anregungen holen.

CS
Christof
 
Hallo schon wieder ;-)

mittlerweile konnte ich, mit Hilfe der Veröffentlichung "Spektroskopische Versuche mit dem Star Analyzer 100" von Oskar Pilcher, eine Zuordnung einiger Absorptionslinien vornehmen:

zuordnung-3.jpg


@ Christof:
Danke für den Link, BASS werde ich mir näher ansehen.

@ Stefan:
Ich habe mir die Videos angeschaut, die Kalibrierung scheint mit RSpec ja wirklich relativ einfach zu sein. Es gibt auch die Möglichkeit die Software 30 Tage zu testen, aber danach wird eine schon ansehnliche Summe fällig. Nun widerstrebt es mir allerdings, mich in eine Software rein zu knien die ich evtl. nicht nutzen werde. Also erst mal schauen was es als Freeware gibt.

Viele Grüße, CS und... Ihr wisst schon,
Reinhard
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Reinhard,

das sind schonmal schöne Ergebnisse für erste Versuche.
Ich gehe mal auf einige Aspekte Deines Beirags #19 ein, ohne die Zitatfunktion zu verwenden.

Aus meiner Erfahrung heraus ist die Montage eines Gitters mit so hoher Linienzahl im Strahlengang sinnvoll entweder sehr nahe am Chip, oder in Verbindung mit einer Barlow-Linse bzw. in Kollimatoranordnung. Dieses Gitter würde besser funktionieren vor dem Objektiv montiert. Der Nachteil wäre, dass Du dann nur Teile des Spektrums dargestellt bekämst, die Auflösung dann aber womöglich in den 1-Angström-pro-Pixel-Bereich oder niedriger ginge.
Um das Problem zu veranschaulichen, hier mal ein Spektrum des Kometen Neowise mit dem Staranalyser 200 vor einem 135mm-Objektiv, aufgnommen mit einer Canon 6D im Originalausschnitt.
Bei 500 Linien/mm wäre das knapp geworden, die nullte Ordnung für die Wellenlängenkalibrierung noch im Bild unterzubringen, bei 600mm Brennweite vermutlich unmöglich.

SpektrumKometNeowise20200720Original.jpg


Ich habe Dein Spektrum mal schnell in vspec wellenlängenkalibriert und hänge ein Bild eines Wega-Spektrums aus meiner Anfangszeit mit an, welches auf das lokale Kontinuum bearbeitet/kalibriert wurde.
Beide Bilder im Vergleich zeigen, dass Deine Linien, ich drücke es mal so aus, zu wenig Kontrast besitzen. Insbesondere die H-alpha-Linie ist fast gar nicht zu erkennen.
Die Auflösung Deines Spektrums beträgt gemäß v-spec 10,7 Angström pro Pixel. Bei meinem Spektrum sind es 5 Angström pro Pixel, damals mit dem kleinen Chip der DMK21 aufgenommen.
Kleine Anmerkung, der Entwickler des Staranalysers, Robin Leadbeater, hat das Gitterchen für die ToUCams konzipiert gehabt. So war ein Spektralstreifen bei Montage des Gitters in der 1 1/4" Hülse der Kamera, komplett auf dem Chip darstellbar.

Dein Spektrum in vspec, H-Linien in grün zum Vergleich:

alpLyr20230625Lauterbach.jpg



Eines meiner Wega-Spektren aus meiner Spektral-Anfängerzeit:

AlpLyr20090617w.jpg



Zum Thema Flusskalibrierung hat Robin Leadbeater einen Artikel verfasst, der die Vorgehensweise schildert.
Auch Erik Wischnewski, von Stefan oben erwähnt, erläutert die Methode anhand von Rspec in einem seiner Videos. Beides verlinke ich hier. Meine Supernova-Spektren bearbeite ich bei der relativen Flusskalibrierung auf ähnliche Art und Weise.

Artikel Robin Leadbeater:
http://www.threehillsobservatory.co.uk/astro/Relative_flux_calibration_20221222.pdf

Video Erik Wischnewwski:
https://www.youtube.com/watch?v=C-N9dEbSdDQ

Weiterhin viel Spaß bei Deinen Experimenten. Die Idee mit den Linsen und der Kollimation klingt interessant. Eine Parallelisierung des Strahlengangs würde wohl aber auch mit einer Barlow funktionieren.

Viele Grüße,
Torsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo in die Runde,

auweia, da habe ich was angefangen... ;), aber interessant ist es!
Erstmal möchte ich mich für die vielen guten Tipps bedanken!

Dann möchte ich berichten, dass ich mit Visual Spec meine "ersten Schritte" gemacht habe. Diese wären die Extraktion des Profils aus dem Bild und die Kalibration der Wellenlängen anhand zweier bekannter Linien. Das ist bei meinem Spektrum zwar nicht sehr genau, da die H-alpha Linie, wie richtig angemerkt wurde, bei mir nur sehr schwach angedeutet ist und ich deshalb H-beta und H-delta genutzt habe, die ja relativ eng beisammen liegen. Trotzdem hat das vom Prinzip her geklappt:

VS.jpg


Nun möchte ich gerne die Instrumentenresponse zumindest grob bestimmen, dabei bin ich aber auf erhebliche Probleme gestoßen :(.
Das Programm bietet dazu die Kalibration anhand einer Bibliothek der Spektren von helleren Sternen an, welche im Excel-Format mitgeliefert wird. Wenn ich nun gemäß dem Tutorial versuche diese Funktion anzuwenden, dann bekomme ich die Fehlermeldung "Excel application is not avalable". In der Beschreibung ist angegeben, dass diese Meldung auftritt, wenn der Katalog "brscat.xls" nicht im gleichen Verzeichnis wie die vspec.exe vorliegt.
Das habe ich dann kontrolliert und gesehen, das bei mir der Katalog vorhanden ist, aber "brscat2.xls" heißt. Zum Test habe ich diesen mal umbenannt, aber das Ergebnis bleibt aber das gleiche.
Ich hatte angenommen, dass der Katalog im xls-Format vorliegt und so von VSpec gelesen wird. Nun befürchte ich, dass auf dem Rechner auch ein MS-Office installiert sein muss, ich habe aber nur Open Office installiert.

Vielleicht hat ja jemand von Euch einen Tipp, meine Suche im Netz bzw. der Dokumentation waren bisher erfolglos.


Noch ein paar Worte zu meinem "kontrastarmen" Spektrum:
Mir ist wohl bewusst, dass ich mit der einfachen Plastik-Gitterfolie nicht an die Ergebnisse des Star Analyzers ran komme. Außerdem sind mir die Vorteile eines Blaze-Gitters bewusst. Trotzdem macht es mir Spaß, mit so einfachen Mitteln Spektren zu gewinnen, an denen sich das Prinzip der Spektroskopie nachvollziehen lässt.
Das schließt natürlich nicht aus, dass ich mir mal einen richtigen Star Analyzer zulege :).

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Hallo Stefan,

oh das volle Programm, und dann noch Wolfies Gummibärchen ;).
Gratuliere zu Neuerwerb!

LG & CS,
Reinhard
 
Hallo, ich gratuliere ebenfalls !

Sieht ja so aus als würde die Spektro-Sektion hier aktiver.

Ich bitte um Entschuldigung, daß ich momentan etwas still bin, bei uns gab es leider einen recht belastenden Vorfall, von dem ich mich erstmal erholen muß.
Das und viel Arbeit.
Ich bin aber hoffentlich bald wieder da.
 
Ich hatte angenommen, dass der Katalog im xls-Format vorliegt und so von VSpec gelesen wird. Nun befürchte ich, dass auf dem Rechner auch ein MS-Office installiert sein muss, ich habe aber nur Open Office installiert.
Ich habe auch aus Überzeugung Open Office und bei mir funktioniert es.

Vielleicht eine andere Version herunterladen und die dortige Datei versuchen ?
Ich habe bemerkt, daß in einer früheren Version in den Elementendateien die komplette Balmerserie vom Wasserstoff drin ist, in einer späteren Version nicht.
 
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