Beobachtungen und Recherchen zu Sirius B

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Hallo,

Es ist mal wieder soweit, Sirius steht am Himmel und ich nutze die Gelegenheit für Beobachtungen seines Begleiters "Sirius B". Aber warum ist es so schwer, Sirius B visuell zu beobachten? Ich habe dazu mal ein wenig recherchiert und meine Überlegungen und meine Erfahrungen in einem Artikel zusammengefasst. Soviel sei schon einmal verraten : Bei einem 4-Zoll Refraktor versteckt sich Sirius B beim 9. Beugungsring.

Sirius B_1500.jpg
 
Hallo,
sehr schön! Vlt auch noch interessant: Hier hatte ich früher im Nachbarforum mal etwas zur Beobachtung von Sirius B geschrieben...
 
Hallo Volker,

ein sehr schöner Thread auf den Du verweist mit einer Menge unterschiedlicher Beobachtungserfahrungen. An eine 6-eckige Blende habe ich auch schön öfters mal gedacht, an meinem 5-Zoll Refraktor leicht auszuprobieren, ob es am Newton Teleskop Sinn macht kann ich mir allerdings nicht vorstellen.

Gruß
Jörg
 
Hallo zusammen,

sehr interessante Beiträge.:y:

Sirius B steht bei mir auch immer regelmäßig auf dem Programm. Eine meiner ersten Sichtungungen datiert auf 2006 (WSP Florida Keys) unter Optimalbedingungen. In dem damaligen superguten 18er eines amerikanischen Sternfreundes war Sirius B permanent ohne Schwierigkeiten sichtbar.

Etwas später habe ich ihn auch hier in meinem 18er regelmäßig beobachtet. War bei guten Sichtbedingungen im beginnenden Frühling noch in der Abenddämmerung am einfachsten möglich. Hier gab es Beobachtungsabende, an denen Sirius B ebenfalls ohne Schwierigkeiten viele Sekunden lang ohne Schwierigkeiten erkennbar neben Sirius stand.

Die geringste Horizonthöhe einer erfolgreichen Sichtung hatte ich frühmorgendlich auf dem ITT vor ca. 10 Jahren (Emberger Alm). Sirius B stand damals kaum höher als ca. 15° über dem Horizont. Da ganze Nacht hindurch hatten wir außergewöhnliches gutes Seeing.

Mittlerweile ist Sirius B visuell kein wirklich herausforderndes Objekt mehr und auch bereits in viel kleineren, optisch guten Geräten wie oben dargestellt machbar. Einzig das Seeing muss halbwegs mitspielen. Der Abstand ist ja in den letzten Jahren erheblich angewachsen.

Viele Grüße
Werner
 
mE ist es -neben bestem seeing - eine Frage des Streulichts der A-Komponente, die möglichst punktuell im Okular erscheinen sollte.
Und das ist, mE, eine Domäne von guten Refraktoren.
(Gestern 19:00 Sirius B im 130/780 Triplet ab 43x, aber nicht mehr bei 312x getrennt)
Man darf auch nicht zu hoch vergrößern weil dann die A-Komponente die B-Komponente überstrahlt.
Zudem ist derzeit der Abstand sehr komfortabel (vor 12 Jahren hatte ich im 6" Apo keine Chance gehabt).
 
Nun ja, 312x im 130er macht ohnehin kaum mehr Sinn.;)

Viele Grüße
Werner
 
Hmmm, ist natürlich vom individuellen Visus abhängig wie hoch vergrößert werden muss oder nicht, ist aber bei Sirius B sowieso kein Thema.
 
Hallo zusammen.

Im Jahr 2014 fotografierte ich Sirius B mit meinem 200mm Tetra-Schiefspiegler, der mit einer sechseckigen Maske von 190mm Öffnung ausgestattet war. Die Nachführung erfolgte mit einer eher wackligen EQ Plattform.
Ich konnte nie eine absolut sichere visuelle Sichtung erleben.

Viele Grüße,
Guntram
 

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Es hängt mE sehr stark von der Luftruhe ab. Z. B. heute überhaupt keine Chance, bei keiner meiner machbaren Vergrößerungen.
Rigel B war heute schon schlecht zu sehen; das ist ein guter Vortest.
Rigel B muss glasklar bei kleinen Vergrößerungen kommen, sonst kann man Sirius B gleich vergessen.
 
Heute bei durchschnittlich gutem Seeing im 22er bei 184x sehr deutlich zu sehen. Habe in sofern Glück, zumal er genau zwischen den Streben der FS-Spinne steht.
 
Hallo,

Öffnung scheint wesentlich für die erfolgreiche Sichtung von Sirius B zu sein. Ich hatte gestern Abend außerordentlich gute Seeingbedingungen, hatte aber mit meinem 5 Zoll Refraktor keinen Erfolg. Habe auch erstmals mit einer 6-Eck Blende experimentiert, auch mit verschiedenen Filtern zur Einschränkung der atmosphärischen Dispersion gearbeitet, ebenfalls ohne Erfolg. Mit meinem 12-Zoll Newton wäre es gestern kein Problem gewesen Sirius B zu trennen, zumindest nicht mit der CCD Kamera. Hatte den Newton aber nicht aufgebaut.

VG
Joerg
 
Am 5"-Refraktor ist Sirius B mE machbar. Das Seeing und die Optik müssen aber extrem gut sein.
Es gab Nächte, da ging überhaupt nichts.
Dann wiederum ab 87x klar sichtbar...
Wie gesagt, Rigel B ist ein guter Test: ab ca. 40x muss der ganz klar kommen.
(bei TMB/LZOS 130/780)
 
Hallo,
ich versuche es ja nun auch schon länger erfolglos mit dem 16" Dobson von 53°N aus. Seeing oder Spikes, das ist die Frage. Wie sieht denn so eine Sechseckblende aus?

CS,
Henning
 
Hallo Henning,

bei 53°N steht Sirius eben nocheinmal 3 Grad tiefer wie bei mir. Das ist macht sich auf jeden Fall bemerkbar. Wenn Deine Spinne parallel in RA +DEK ausgerichtet ist, bekommst Du mit den Spikes bei Sirius keine Probleme. Seeing ist auf jeden Fall ein Thema.

Bei einem Newton Teleskop macht eine 6-Eck Blende keinen Sinn, da eine 6-Eck Blende 6 Spikes in jeweils 60° verursacht. Da die Teleskopsinne aber ihrerseite Spikes im Winkel von 90° verursacht, bekommst Du die Sikes von der Spinne und der 6-Eck Blende nicht vollständig übereinander gelegt. Letzlich hast Du statt 4 oder 6 Spikes 8 Spikes was keinen Sinn macht. Auch die Mittenabschattung verursacht je bereits ein Beugungsbild , ähnlich einer Kreisöffnung. Diese bekommst Du ebenfalls durch eine 6-Eck Blende nicht kompensiert. Aus diesen Gründen habe ich für meinen Newton auch keine 6-Eck Blende gebastelt. Bei einem SC Teleskop kann das aber schon wieder Sinn machen (muß man ausprobieren).

Bei einem Refraktor ist die Sache durchaus interessant, da sich das zentrale Beugungsscheibchen um den Faktor 0,866 (theoretisch) verringert, was mit meinen ersten Tests gut übereinstimmt. Im Fall von Rigel kommt der Begleiter viel deutlicher zum Vorschein. Aber das ist eine andere Sache. Allgemeine Infos über das 6-Eck findest Du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Sechseck. Sechsecke sind sehr einfach und genau zu konstruieren.

Gruß Joerg
 
Hallo Jörg,

Danke für die Info.
Meine Frage nach dem Aussehen des Sechseckes bezog sich eher auf die konkrete Ausgestaltung:
Größe der Öffnung zur Größe der Optik.
Generell hab ich mich aber auch gefragt, ob mit dem Begriff eine Art sechsstrahlige Figur gemeint ist,
da ja das Licht in die Spikes abgeleitet werden soll. Geht aber vielleicht auch bei einem Sechseck, dazu weiss ich zu wenig über Optik. Aufgrund der Sichtungen müsste das ja fast schon mit meinem 8" Dobson möglich sein.

CS,
Henning
 
Sehr interessant, habs nur überflogen, werde es aber nochmal genau lesen.

CS,
Henning
 
Nachtrag:
Harshaw schreibt ja durchaus, dass es auch am Dobson funktioniert.
Er hat es aber am 8" SCT ausprobiert und Sirius B gesehen.
Das könnte ja dann vielleicht doch das Zünglein an der Waage sein hier oben.

CS,
Henning
 
19:30. Ganz klare Sichtung im TMB f/6. Am besten bei 87x (BGO 9mm), etwas schlechter bei 43x (BGO 18mm), noch schlechter 111x (BGO 7mm), nicht mehr bei 156x (BGO 5mm). Also meine Erfahrung: nicht so hoch vergrößern, beste Okulare und Primäroptik...
Seeing ist aber auch extrem gut heute hier, wie der Suiter-Test bei 312x zeigt.
 
Hallo,
nach den interessanten Beiträgen hier zu Sirius B habe ich gestern einen Versuch unternommen bei guten Bedingungen mit dem 127mm Mak und 17,5mm Morpheus (ca. 86 fach vergrößert). Das Seing war zu Beginn des Abends noch etwas besser als später. Ich habe erst Rigel B ins Visier genommen und hatte dann bei Sirius zeitweise auf ca. 7 Uhr eine schwachen Stern gesehen, in etwa im Abstand von Rigel B. Meine Frage ist nun ob das im MAK mit Zenitspiegel die richtige Position sein könnte und ob mit dem Instrument Sirius B überhaupt zu sehen sein kann.
Viele Grüße
Christian
 
Hallo Christian, hallo Steinheil,

Deine Frage kann ich leider nicht beantworten. An der Bergstrasse war das Seeing gestern Abend nicht besonders gut, auch zogen immer wieder Wolkenfelder durch. Aufgrund des Seeings habe ich Sirius erst gar nicht versucht.

nicht so hoch vergrößern, beste Okulare und Primäroptik...

Dies entspricht auch meiner Erfahrung am Newton bei den CCD Aufnahmen von Sirius, direkt im Primärfokus arbeiten, bei Verwendung mit einer Barlowlinse hatte es noch nie geklappt. Für einen Abstand von 11" benötigt man auch keine hohe Vergrößerung.

Die Seeingprognose für meinen Standort ist für heute Abend extrem schlecht. Wer's nicht kennen sollte, hier der Link zu meteoblue/Freizeit und Sport/Astronomy Seeing. Natürlich vorher Euren Standort eingeben.

VG
JOerg
 
Hallo zusammen.

Die angeregte Diskussion hier hat mich veranlasst, eine alte Beobachtung von 2005 mit meinem 153mm Tetra-Schiefspiegler wieder hervorzukramen. Hier die Eintragung in meinem Beobachtungsbuch:


25. 1. 2005:


Zweiter Versuch, Sirius B zu schaffen, vor einigen Tagen war das Seeing einfach zu schlecht.

Dachterrasse, Tetra-Schiefspiegler. 9mm Baader Genuine Ortho.

Waberndes Seeing, aber besser als früher. Zwinge mich, mir Zeit zu lassen. Ich weiss weder einen genauen Abstand – sprich, wie ich mir soundso viele Bogensekunden im Gesichtsfeld genau vorzustellen habe, noch den PW. Und so verbringe ich viele Minuten, um das Bild zu studieren.

Allmählich keimt der Verdacht, an einer bestimmten Stelle im Bild sei das Seeing-Gewusel konstanter als sonst. Zwinge mich zur Ausdauer, das Seeing wird allmählich besser durch steigende Höhe über dem Horizont. Kompensiere das atmosphärische Spektrum, so gut es geht, durch seitlichen Okulareinblick.

Kann jetzt, ich fasse es kaum, Sirius B blickweise im Bild halten – deutlich getrennt. Verstehe jetzt, warum Burnham schreibt, das Seeing sei alles bei der Beobachtung dieses Objektes. Ist´s möglich?

Um ganz sicher zu gehen, renne ich in die Küche um Alufolie, klebe ein Streifchen in die Feldblende und probiere wieder, diesmal mit ausgeblendetem Sirius A.

Tatsächlich, an derselben Stelle, deutlicher als vorher, dieses schwache Sternchen.


Soweit der Bericht. Leider ist es mir seither nie mehr gelungen, Sirius B zu sehen, weshalb ich diese Sichtung immer noch mit etwas Skepsis betrachte. Das Teleskop mit seiner exzellenten Optik besitze ich seit etwa 2008 nicht mehr, ich habe es verschenkt.

Viele Grüße,
Guntram
 
Hallo Guntram,

toller Bericht. Schön wenn man nach so langer Zeit seine alten Beobachtungen nachschauen kann. Ich habe mal die Bahnposition für Dein oben genanntes Datum berechnet :
Positionswinkel : 110,6°
Abstand : 6,68"

Also weitaus schwieriger wie bei dem aktuellen Abstand von 11,3".

LG
Joerg
 
Hallo Joerg.

Danke!
Zur Klarstellung: Ich würde von einer völlig sicheren Beobachtung sprechen, wenn ich Sirius B noch zumindest ein Mal sehen konnte.
Ich habe nach einigen Versuchen dann aber das Interesse verloren. Man darf nicht vergessen, dass der oben beschriebenen Beobachtung etwa ein Dutzend Versuche vorangingen.

In den nächsten Tagen habe ich Urlaub, und werde es wieder visuell und fotografisch versuchen. Fotografisch ließ sich Sirius B vor zwei Jahren auch ohne sechseckige Maske knapp ablichten:

Sirius B.jpg


Sirius B befindet sich auf der 9 Uhr Position, am Rand des Lichthofes.

Viele Grüße,
Guntram
 
Sirius zeitweise auf ca. 7 Uhr eine schwachen Stern gesehen, in etwa im Abstand von Rigel B. Meine Frage ist nun ob das im MAK mit Zenitspiegel die richtige Position sein könnte und ob mit dem Instrument Sirius B überhaupt zu sehen sein kann.
Viele Grüße
Christian
Sirius B steht bei ca. "10:00 Uhr":
Im Mak mit Zenitspiegel ist das Bild aufrecht aber seitenverkehrt; also muss er bei "14:00 Uhr" gesehen werden, wenn der Zenitspiegel "waagerecht" also parallel zum Horizont steht (Okular senkrecht) und nicht gedreht wird. Durch Drehen des Zenitspiegels gegen den Uhrzeigersinn kann man Sirius B im Uhrzeigersinn "bewegen", und umgekehrt. Das ist eine gute Kontrolle einer realen Sichtbarkeit.
In einem optisch guten 5" Mak mit entspr. Okularen und bestem Seeing ist Sirius B mE machbar (und habe ich auch schon gesehen).
 
Zuletzt bearbeitet:
Heute keine Sichtung, null Chance mit meiner nahezu perfekten Primäroptik und irgendeinem meiner (wirklich sehr guten) Okulare.
Viel Luftunruhe hier. Es hängt also sehr viel vom Seeing ab...
 
Es ist doch verrück: eben gerade ganz deutliche Sichtbarkeit, derzeit hervorragendes Seeing:
1, Im TMB 130 bei 39x (20mm Widescan III) bis 111x (7mm BGO); höher schlechte Sichtbarkeit.
2. Im Intes Micro Mak 127 bei 50x (25mm China-Kellner) bis 71x (18mm BGO); höher keine Sichtbarkeit.

Für uns ist das Thema durch; drei Dinge sind offenbar erforderlich:
1. bestes Seeing
2. geringe Vergrößerung
3. (sehr) gute Optik
(und natürlich die derzeit komfortable Distanz der Komponenten)
 
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