Hallo Hans-Peter,
das muß hier kein Endlosthread bezüglich Crop werden, wenn man akzeptieren würde, dass solche Begriffe wie "Crop" oder "Vergrößerungsfaktor" in der Fotografie nichts zu suchen haben. Auch ich habe oft mit Publikum zu tun und ich nehme mir die Zeit, den Leuten den ganzen Kram mit den Betrachtungswinkel zu erklären. Ich bringe da unter anderen gern das folgende Beispiel:
Ich nehme meinen Dobs(ist auch ein 10"f/5), klemme meine Kamera drann und fotografiere eine Blume auf einer Wiese. Dann nehme ich die Kamera wieder ab, setze ein 50mm-Objektiv drauf, gehe auf der Wiese zu dieser Blume und mache ein weiteres Bild mit den gleichen Abbildungsmaßstab. Welches der beiden Bilder ist nun vergrößert? Voraus gesetzt, beide Optiken sind perfekt, erkennt man hinterher nicht, welches Bild der Blume mit 1250mm oder mit nur 50mm Brennweite gemacht wurde.
Dann folgt ein weiteres Beispiel an unserer Nachbargalaxie M31:
Wenn ich M31 mit 432mm(72er Megrez) fotografiere, dann paßt die Galaxie gut formatfüllend auf das Bild. Dann drucke ich das Bild auf DIN A4 aus. Betrachte ich nun das Bild und bedenke dabei, dass die Galaxie eine Ausdehnung von 350000 Lichtjahren hat, dann ist dieses Bild eine wahnsinnig gigantische Verkleinerung der tatsächlichen Größe.
Die Brennweite bestimmt den Abbildungsmaßstab bzw. den Betrachtungswinkel. Je höher die Brennweite ist, desto kleiner ist der Winkel. Das hat mit "Vergrößerung" nichts zutun.
Es ist keine gute Idee, den Laien in seinen Glauben zu lassen, alles hinge nur von Vergrößerungen ab. Gerade Laien, die mit den Glauben von Sternzeichen und Horoskop in eine Sternwarte kommen, sollte man über die wahren Fakten aufklären und sich die Zeit nehmen, die Hintergründe zu erklären. Mit den beiden oben aufgeführten Beispielen funktioniert das ganz gut.
Auch dir ein gutes neues Jahr.
Grüße,
schon wieder ein Matthias
