Beschädigte Schmidtplatte

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Langley1

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Guten Abend,

am Wochenende ist durch eine Unachtsamkeit meine C8-Optik aus der Halterung gerutscht und beim Aufprall auf den Boden die Schmidtplatte beschädigt worden. Von Baader ist eine akzeptable Hilfe nicht zu erwarten, da der Preis für eine neue Schmidtplatte und die genannte Lieferzeit inakzeptabel sind.
Nach Lösen der 6 Zentralschrauben an der Schmidtplatte habe ich diese herausgenommen. Vor mir liegen jetzt zwei herausgebrochene Dreiecke von ca. 6cm Kantenlänge und die restliche Schmidtplatte.
Meine Bitte um Unterstützung:
Kann man die herausgerbrochenen Glasstücke mit einem Glaskleber wieder in die Schmidtplatte einfügen?
Wir die Bildqualität evtl. dadurch beeinträchtigt? Hat jemand hierzu Erfahrung sammeln können?

Gruß
Peter
 
Hallo

nur so eine Idee; vieleicht gehts auch ohne Schmidtplatte ?
habs selber allerdings noch nicht probiert.

mit und ohne Reducer wäre auch noch zu testen.

Larry
 
Hallo Larry,

vielen Dank für Deine Rückmeldung. Verstehe nicht wie das ohne Schmidtplatte gehen soll. Die trägt doch den Sekundärspiegel, oder sehe ich das verkehrt?
gruß
Peter
 
Zitat von Langley:
Kann man die herausgerbrochenen Glasstücke mit einem Glaskleber wieder in die Schmidtplatte einfügen?

Das wird nur ein Versuch zeigen.

Wir die Bildqualität evtl. dadurch beeinträchtigt?

Mit Sicherheit. Die Verbleibenden Risse werden Beugungseffekte verursachen. Eine auch nur leichte Verkippung der Glasstücke wird die Abbildung stören (nicht umsonst werden die Glasflächen mit einer furchtbar hohen Genauigkeit hergestellt). Es stellt sich nicht die Frage, ob eine Verschlechterung eintritt, sondern nur die Frage wie stark diese ist. Eventuell wäre es sogar besser die Löcher einfach durch eine Maske abzudecken. Das gibt zwar Beugungseffekte aber zumindest keinen doppelten Fokus o.ä. Und Du kannst es sehr leicht ausprobieren ohne weiteren Schaden anzurichten.


 
Hallo,
der Gedanke kam mir aber auch im Laufe des Lesens.
Wie bildet ein SC eigentlich ohne Schmidtplatte ab?
Den FS könnte man ja mit einer Spinne befestigen...
 
Hallo,

ich würde mal sagen: Extrem besch....
Die Schmidt-Platte korrigiert zum Großteil die sphärische Aberration raus. Visuell wird das kein Spaß.

http://en.wikipedia.org/wiki/Schmidt_corrector_plate

Wenn das Experiment dennoch gewagt wird nicht wundern.

Die günstigste Lösung wäre wahrscheinlich abwarten, bis
das ein gebrauchtes C8 im Biete Forum auftaucht.
Im Moment ist es für Dich günstiger, Dir einen 8" Newton F/6 zu holen. Wenn Du eh nur visuell arbeitetst, ist das sowieso die bessere Wahl. Die Dinger gibts von Skywatcher recht günstig.
Und die optische Performance schätze ich als wesentlich besser ein, als bei Deinem Luftkäfig.
Lessons Learned: Haken drann und weier machen.
CS
Gerrit
 
Hallo Matthias,

sorry, aber man sollte nicht im entferntesten nahelegen, so einen Unfug zu machen!
Bitte, bei der Oberflächengenauigkeit von Optiken geht es um Zehntel-Wellenlängen, also um 65nm bis 40nm (ein Zehntel der Lichtfarben rot bis grün).
Niemand kann mit Klebstoff die Einzelteile derart genau positionieren, dass die eingehalten wird!!!
Die von Dir beschriebenen Beugungseffekte treten bei der Abdeckung mit einer Maske auf.
Das wieder einsetzen der Bruchstücke hingegen wird das noch korrekte Bild mit flächenmäßigen Anteilen eines defokussierten, falsch korrigiertem und durch Verkippung auch noch astigmatischem Bildes überlagern.

Zudem stellt sich die Frage, ob durch innere Spannungen die restliche Schmidtplatte überhaupt noch in Form ist. Der spezielle Schleifprozess dieser Platten, nämlich gegen ein Vakuum verformt, legt diese Vermutung nahe.

Ein derart beschädigtes SC liefert nur noch einen Kugelspiegel mit sehr großem Öffnungsverhältnis. Soweit ich weiß f/2,5. Im Prinzip kann man dafür Korrektoren bauen (z.B. den Jones-Bird-Korrektor). Aber so einen Korrektor muss man erstmal bekommen und der passt dann ja nicht genau zum System. Dadurch ist sowas ein wirtschaftlicher Totalschaden.
Was man machen kann: Eventuell findet ein Selbst-Schleifer am Hauptspiegel Interesse, um diesen z.B. durch Parabolisieren und Schleifen eines passenden Gegenspiegels (der ist ja auch noch da) ein Cassegrain oder auch eine andere, exotische Cassegrain-Variante ohne Korrektorplatte herzustellen.

Clear Skies
Sven
 
Zitat von Sven_Wienstein:

So hat es Schmidt mal erfunden. Hergestellt wird es schon längst nicht mehr so. Es werden spezielle Polierlappen benutzt, die sehen ähnlich as wie große Kleeblätter. Die Polierzeit wurde mal erprobt und wird dann für jede Platte so verwendet. Die Genauigkeit hängt also von der Prozessstabilität ab.

@Peter: Dein Missgeschick ist zwar tragisch. Dennoch ist es zu erwägen, ob du hier wirklich in drei Rubriken darüber schreiben musst. Am einfachsten ist es, Celestron direkt anzurufen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie die Hilfe verweigern.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Uwe,

interessant, wo gibt es Info darüber? Ich habe mich schon lange nicht mit der SC-Produktion auseinander gesetzt, meine aber Celestron selbst hätte vor Jahren mal den "klassischen" Prozess beschrieben - aber auch das kann ja schon Marketing gewesen sein.

Die Platte ist bei Stürzen bekanntermaßen das sensibelste Teil. Der Schaden tritt oft auf. Immer wieder ist die Aussage seitens der Hersteller, dass die Schmidtplatte passend zum Spiegel ausgesucht wird. Ob das natürlich im Zeitalter der Produktion in China und Mexico wirklich noch so gemacht wird?

Clear Skies
Sven
 
Guten Morgen an Alle,

vielen Dank für Eure Mitteilungen.
Das C8 habe ich 1986 gekauft und viele wunderbare Beobachtungsnächte damit erlebt. Mein Herz hängt sehr an diesem Teleskop,wie bei einem Oldtimer, deshalb versuche ich Reparaturmöglichkeiten zu sondieren.
Die Schmidtplatte ist sage und schreibe nur 4,5 mm dick (mit der Schieblehre gemessen)!!

1.Aufgrund Eurer Empfehlungen werde ich mir den Kauf des Klebstoffes ersparen.

2. Unter Marktplatz werde ich die beschädigte Optik zum Verkauf anbieten. Vielleicht ist es für einen Bastler oder als Ausstellungsstück unter dem Motto "Wenn es tatsächlich mal passieren sollte" interessant.

3. Werde mich der Überlegung nähern,nach einer gebrauchten Optik umzuschauen. Das braucht aber noch Zeit, weil mein Kummer über dieses Mißgeschick noch zu groß ist.
Auf meiner Balkonsternwarte bin ich bezüglich der praktikablen Stellfläche eingeschränkt. Das C8 war sehr gut zuhandhaben. Deshalb halte ich ein 8"-Newton-Teleskop, nur aus diesem Grund, für nicht so geeignet.

4. Es ist ein Versuch wert, Celestron in USA zu kontaktieren. Erfahrungsgemäß wird man jedoch gleich wieder an den länderspezifischen Generalimporteur verwiesen.

Beste Grüße
Peter
 
Hallo Peter,

Von Baader ist eine akzeptable Hilfe nicht zu erwarten, da der Preis für eine neue Schmidtplatte und die genannte Lieferzeit inakzeptabel sind.
Ersatzteile sind immer vergleisweise teure das, das mag ärgerlich sein aber es ist durchaus nachzuvollziehen das es so ist.
Ich würde mir das noch mal genau überlegen, immerhin ist Dein SC jetzt ein Totalschaden und es wäre als Alternative eine Neuanschaffung oder was entsprechendes Gebrauchtes nötig.

Da sollte man schon etwas genauer rechnen und nicht vorschnell eventuell auch nur aus Frust diese Option verwerfen.
Was soll denn die Austauschplatte kosten?
Ist das wirklich mehr wie ein vergleichbares gebrauchtes SC?
Das würde mich doch wundern.
Es kostet so oder so wen Du wieder ein funktionierendes SC haben möchtest.

2. Unter Marktplatz werde ich die beschädigte Optik zum Verkauf anbieten. Vielleicht ist es für einen Bastler oder als Ausstellungsstück unter dem Motto "Wenn es tatsächlich mal passieren sollte" interessant.

Na ja was sollte man damit anfangen?
Ohne Schmidtplatte ist das Ding vollkommen unbrauchbar.
Die sphärische Aberration ist ohne Platte derart dramatisch das nicht mal ansatzweise etwas Brauchbares dabei rauskommt.

Die SA muss also zwingend korrigiert werden.
Hierzu müssten man die Spiegel oder zumindest einen von Beiden neu Polieren um die dramatische sphärische Aberration zu beheben.
Das aufwändigste wäre ein Cassegrain oder RC zu realisieren und beiden Spiegeln die passenden Konischen Konstanten zu geben.

Einfacher ist es nur den HS zu polieren und ein Dall- Kirkham draus zu machen.
Es wäre im Prinzip auch möglich die SA nur über den Sekundärspiegel zu korrigieren und diesen neu zu Polieren, dann ist es ein Pressmann Camichel, der Preis ist aber eine drastische Koma im Feld so das diese Variante eher nicht umgesetzt wird, schon gar nicht bei einem f/2 HS.

Auf der Achse haben alle Systeme eine gleich gute Abbildung aber im Feld ist die Reihenfolge RC >>Cassegrain>> Dall Kirkham>>> Pressmann Camichel.

Bevor man aber derartige Experimente macht ist es wohl das einfachste die Schmidtplatte zu ersetzen, auch wenn Diese nicht ganz billig ist.
Es ist übrigens auch möglich die Schmidtplatte selbst zu schleifen, macht nur leider wohl kaum einer, in alter Literatur findet man aber entsprechende Anleitungen.

@Sven


Hier kann ich das Buch Spiegeloptik von Kurt Wenske empfehlen.
Dort ist auf den Seiten 92 bis 99 die Herstellung einer Schmidtplatte für den Amateur zum selber schleifen gut beschrieben.
Es wird sowohl die Unterdruckmethode als auch das von Uwe erwähnte Retusche-Verfahren beschrieben.
Auch das Kleeblatt ähnliche Polierwerkzeug ist dort abgebildet.
Auch wenn man nicht gleich selbst sowas schleifen will, es ist in jedem Fall sehr interessant zu lesen wie es geht.

Grüße Gerd
 
Hallo Peter,

herzliches Beileid! Als erstes würde ich Celestron USA kontaktieren.
Falls auch das keine Lösung bringt bleibt dir nur der Verkauf,
umschleifen des sphärischen Hauptspiegels in Richtung Ellypsoid
so daß sich ein Dall-Kirkham-Cassegrain ergibt, oder als dritte
möglichkeit eine geeignete Linse bzw eine Linsengruppe vor dem
Fangspiegel zu montieren, so wie beim Vixen VMC, TAL Klevtsov,
oder Field Mak.

Ralph W. Field hat im Best of Amateur Telescope Making Yournal Vol 1
eine ganze Reihe von sub-aperture Korrektoren für einen
Cassegrain mit rein sphärischen Spiegeln veröffentlicht.
Vielleicht kannst du dir ja mit Hilfe eines Optikrechners
einen Field-Mak aus den Resten deines SC bauen.

MfG, Karsten
 
Lieber Karsten,

Tipps die man umsetzen kann. Aber die völlig verfehlt sind ( wenn sogar der Gedanke da war, die Schmidtplatte zu kleben)
Die Lösungen sind alle samt teurer als ein neues C8!
Kopfschüttel!
CS
Gerrit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Gerd,

Baader nennt für die Schmidtplatte einen Preis von 650 Euro. Dazu kommen ca. 200 Euro für die Montage. Lieferzeit mehrere Monate!!!
Also, kann man vergessen.
Hat jemand Erfahrung mit einem C5? Kann mir jemand etwas zur Leistungsfähigkeit dieser Optik im Vergleich zu einem C8 mitteilen? Die Optik ist deutlich preiswerter als ein C8.

Beste Grüße
Peter
 
Zitat von Sven_Wienstein:
Zitat von UwePilz:
So hat es Schmidt mal erfunden. Hergestellt wird es schon längst nicht mehr so. Es werden spezielle Polierlappen benutzt, die sehen ähnlich as wie große Kleeblätter. Die Polierzeit wurde mal erprobt und wird dann für jede Platte so verwendet. Die Genauigkeit hängt also von der Prozessstabilität ab.
Zitat von Sven_Wienstein:
interessant, wo gibt es Info darüber?
Ich ... meine ... Celestron selbst hätte vor Jahren mal den "klassischen" Prozess beschrieben ...
Hallo allerseits,

es gibt zwar zahlreiche Beschreibungen von Herstellungsmethoden für Schmidt Korrektorplatten, dazu gehören insbesondere auch die bekannten Artikel aus "Amateur Telescope Making" über die originale Vakuummethode von Bernhard Schmidt, wie auch alternative Poliermethoden wie die erwähnte Kleeblattmethode.

Von Celestron und Meade gibt es aber verständlicherweise keinerlei offizielle Information über ihre Herstellungsmethoden, und das betrifft natürlich insbesondere das Verfahren zur Korrektorherstellung.

Ich war Mitte der Siebziger Jahre mal zu Besuch bei Celestron in Torrance, CA, um Details für eine von mir bestellte 14" Schmidt Camera zu besprechen. Bei der Gelegenheit wurde ich zwar vom Chef Alan Hale jovial empfangen und durfte auch die Produktionsstätten besichtigen, aber gewisse Bereiche ware "off limits" und dazu gehörten natürlich auch die Korrektoren. Diesbezügliche Fragen wurden zwar höflich aber immer ausweichend beantwortet. Vermutlich ist es beim Konkurrenten Meade ähnlich. Es lässt sich natürlich auf Dauer nicht vermeiden, dass solche Betriebsgeheimnisse auf inoffiziellen Kanälen z.B. über ehemalige Mitarbeiter durchsickern und daraus entwickeln sich dann teilweise wilde Spekulationen.

Übrigens hat Bernhard Schmidt in seiner einzigen kurzen Publikation der Sternwarte Bergedorf in Hamburg mit dem Titel Ein lichtstarkes komafreies Spiegelsystem auch nichts Konkretes zur Herstellungsmethode erwähnt. Er war in dieser Hinsicht ausgesprochen verschlossen. Was wir darüber wissen, stammt überwiegend von seinem damaligen Mentor Walter Baade, dem späteren Direktor von Mt. Wilson und Palomar Observatories, und von Richard Schorr, dem damaligen Direktor der Sternwarte Bergedorf. In dem Artikel von Paul Hodges über "Bernhard Schmidt and His Reflector Camera" in 'Amateur Telescope Making' Band 3, S. 365-375, findet man u.a. dazu:

From March to June, 1929,Schmidt accompanied Baade on an ecclipse expedition to the Phillipines, and one evening when they were in the Indian Ocean told him that he had solved the problem of designing a coma-free reflector that would have good light-gathering power and wide field. He sketched the basic design and then the details of the construction, possible forms of the correcting plate, size of field, residual color, vignetting, etc., and it was evident that the whole thing had been thought out some time earlier - perhaps even before leaving Hamburg. Baade urged that Schmidt plan to build such a reflector as soon as possible after returning to Bergedorf but the reply was that Schmidt must first think up an "elegant" way to grind the aspherical surface of the plate or in the vernacular of optics to "figur" it. To do it with small grinding tools Schmidt thought would be a sloppy job and would produce a plate that was full of zones.

After the expedition had returned to Hamburg, Schorr in his energetic fashion joined Baade in urging Schmidt to get on with the work but to no avail ... Finally in the winter of 1929-1930 he remarked casually that he had at last devised an elegant solution for the figuring of the plate but for some of the details needed to consult a treatise on elasticity. Baade suggested the recently acquired "Handbuch der Physik" and after more than a week of library work Schmidt announced that he had found what he needed and was ready to assemble his grinding equipment.

There was a heavy metal pan of carefully calculated diameter and with its upper edge ground at a precise angle of bevel based on the coefficient of elasticity of the particular glass plate that was being used and of the minute dimensions of the toroidal curve he wished to produce. The glass plate (of greater diameter than the pan) was sealed to the ground edge of the pan and then, by means of a hand pump and manometer, air was exhausted until a particular negative pressure had been developed. This caused the glass plate to warp slightly, the center being low, the glass over the edge of the pan high. Holding the plate in this position by maintaining a constant negative pressure, Schmidt ground the upper surface until it was again plane, and then when the vacuum was released the plate sprang back until its bottom surface was plane, its upper surface slightly figured.

Baade remembers visiting the basement workroom one morning. Schmidt was napping briefly after 36 hours of uninterrupted work and on waking accepted cigars but declined coffee and sandwiches because, though the plate now had the desired curve, there was still the drudgery of obtaining the necessary polish. Twelve hours later the plate was finished and, as predicted, was free of zones.

The camera went into operation early in 1930 and many dozens of stellar photographs were made in the following weeks and months. The windmill photograph (shown as Fig. 1 on page 355), which was quite incidental, was made on a very cold winter night early in 1931 when the Schmidt camera was about a year old.

Schmidt's one and only publication appeared in 1932 and would not have appeared at all except for the loyal and diplomatic urging of his friends Schorr and Baade. Finally with the aid of the inevitable cognac, coffee, cakes and cigars he was induced to dictate the paper to Baade and after rewriting it for a last polish to give final approval to its publication.

In Schmidt's original camera the diameter of the correcting plate was 14.4 inches and that of the front surfaced morror was 17.3 inches. The mirror had a radius of curvature of 49.2 inches, and the speed of the system was f/1.7.


ATM Book 3 enthält noch zahlreiche andere interessante Artikel über Schmidt Korrektoren. Dazu gehören auch detaillierte analytische Beschreibungen der Korrektorform und ihrer Herstellung mit der beschriebenen Vakuummethode, aber auch andere Methoden werden erwähnt. Interessant ist auch der folgende Hinweis auf Seite 371:

Elegant as it it is, Schmidt's partial vacuum method of figuring correcting plates has not been used to any extent. Why? This question was submitted to Chief Optician Don O. Hendrix of the Mt. Wilson and Palomar Shops, who figured the correcting plates for a number of Schmidts, culminating in the 48-inch "Big S" at Palomar Mountain. He replied:

"Schmidt's original vacuum bending method of generating the proper correcting curve was and is very successful. The only bugs are: (1) The plate will usually break if bent down enough to generate a curve for cameras f/1.5 or faster. (2) One can, by ordinary methods, make a correcting plate before he can compute the necessary curvatures and collect or make the necessary pumps and auxiliary apparatus. (3) For very fast cameras the curve obtained is not sufficiently exact and requires considerable hand correction. The reason for this is that as soon as one grinds for a while the deflection is not that for a parallel plate."

"Schmidt was a great believer in trade secrets and did not publish or otherwise divulge his method of correcting plates except to a few intimate friends, and thus almost lost priority for the method. Many others, including myself, independently worked out the same scheme of correcting Schmidt plates and it was not known until after Schmidt's death exactly how he made them."


Der erste und der dritte Punkt erscheinen etwas artifiziell angesichts der Tatsache, dass es kaum Schmidt Optiken gibt, bei denen der Kugelspiegel schneller als f/1.5 ist. Der zweite Punkt scheint eher eine gewisse persönliche Einstellung als ein objektives Argument zu sein. Bleibt eigentlich nur der Hinweis auf 'Trade Secrets' und der Eindruck, dass sich Optiker als Individualisten verstehen, die gern ihre eigenen Methoden pflegen, aber nicht darüber reden mögen ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 
Guten Abend,

die Vorschläge von Gerd und Sven bezüglich eines Umbaus der C8-Optik gehen weit über meine Fähigkeiten hinaus. Das ist nun wirklich etwas für Profis.
Trotzdem vielen Dank für Eure Anteilnahme.
Werde vorausichtlich das Teleskoptreffen auf dem Vogelsberg besuchen und mich dort grundsätzlich über den heutigen Stand der Technik informieren.

Einen schönen Abend!!
Peter
 
Lieber Peter, lieber Sven,

ein hier nicht so geschätzer Optiktester hat mehrere SCTs untersucht. Im Lyot-Test sieht man die Polierspuren auf der Korrekturplatte. In den allermeisten Fällen sind sie konzentrisch, was auf ein rotierendes Polierwerkzeug, mithin die "Kleeblätter" hinweist. Ich habe nur von W.R. untersuchets ein Exemplar gefunden, was lineare Strukturen aufweist, wie sie wohl bei der Unterdruckmethode entstünden.
Ihr könnte dem Namen des weißen Forums folgendes anfügen, um zu einer Übersicht zu kommen:
/showpost.php?p=37390&postcount=4
 
hallo Peter:

>Baader nennt für die Schmidtplatte einen Preis von 650 Euro. Dazu kommen ca. 200 Euro für die Montage.<

warum machst Du Dir solchen Stress ?
Hier wurde gerade die Tage ein komplettes gutes C8`s für 450 Euro verkauft.
Zieh Dir doch einfach eines und bau notfalls die Optik in Deinen alten Tubus,dann hast Du wenigstens äußerlich Dein geliebtes altes Scope wieder :Trost:.

Gruß
Christian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von P_E_T_E_R:
Zitat von Sven_Wienstein:
Zitat von UwePilz:
So hat es Schmidt mal erfunden. Hergestellt wird es schon längst nicht mehr so. Es werden spezielle Polierlappen benutzt, die sehen ähnlich as wie große Kleeblätter. Die Polierzeit wurde mal erprobt und wird dann für jede Platte so verwendet. Die Genauigkeit hängt also von der Prozessstabilität ab.
Zitat von Sven_Wienstein:
interessant, wo gibt es Info darüber?
Ich ... meine ... Celestron selbst hätte vor Jahren mal den "klassischen" Prozess beschrieben ...
Hallo allerseits,

es gibt zwar zahlreiche Beschreibungen von Herstellungsmethoden für Schmidt Korrektorplatten, dazu gehören insbesondere auch die bekannten Artikel aus "Amateur Telescope Making" über die originale Vakuummethode von Bernhard Schmidt, wie auch alternative Poliermethoden wie die erwähnte Kleeblattmethode.

Von Celestron und Meade gibt es aber verständlicherweise keinerlei offizielle Information über ihre Herstellungsmethoden, und das betrifft natürlich insbesondere das Verfahren zur Korrektorherstellung.

Ich war Mitte der Siebziger Jahre mal zu Besuch bei Celestron in Torrance, CA, um Details für eine von mir bestellte 14" Schmidt Camera zu besprechen. Bei der Gelegenheit wurde ich zwar vom Chef Alan Hale jovial empfangen und durfte auch die Produktionsstätten besichtigen, aber gewisse Bereiche ware "off limits" und dazu gehörten natürlich auch die Korrektoren. Diesbezügliche Fragen wurden zwar höflich aber immer ausweichend beantwortet. Vermutlich ist es beim Konkurrenten Meade ähnlich. Es lässt sich natürlich auf Dauer nicht vermeiden, dass solche Betriebsgeheimnisse auf inoffiziellen Kanälen z.B. über ehemalige Mitarbeiter durchsickern und daraus entwickeln sich dann teilweise wilde Spekulationen.

Übrigens hat Bernhard Schmidt in seiner einzigen kurzen Publikation der Sternwarte Bergedorf in Hamburg mit dem Titel Ein lichtstarkes komafreies Spiegelsystem auch nichts Konkretes zur Herstellungsmethode erwähnt. Er war in dieser Hinsicht ausgesprochen verschlossen. Was wir darüber wissen, stammt überwiegend von seinem damaligen Mentor Walter Baade, dem späteren Direktor von Mt. Wilson und Palomar Observatories, und von Richard Schorr, dem damaligen Direktor der Sternwarte Bergedorf. In dem Artikel von Paul Hodges über "Bernhard Schmidt and His Reflector Camera" in 'Amateur Telescope Making' Band 3, S. 365-375, findet man u.a. dazu:

From March to June, 1929,Schmidt accompanied Baade on an ecclipse expedition to the Phillipines, and one evening when they were in the Indian Ocean told him that he had solved the problem of designing a coma-free reflector that would have good light-gathering power and wide field. He sketched the basic design and then the details of the construction, possible forms of the correcting plate, size of field, residual color, vignetting, etc., and it was evident that the whole thing had been thought out some time earlier - perhaps even before leaving Hamburg. Baade urged that Schmidt plan to build such a reflector as soon as possible after returning to Bergedorf but the reply was that Schmidt must first think up an "elegant" way to grind the aspherical surface of the plate or in the vernacular of optics to "figur" it. To do it with small grinding tools Schmidt thought would be a sloppy job and would produce a plate that was full of zones.

After the expedition had returned to Hamburg, Schorr in his energetic fashion joined Baade in urging Schmidt to get on with the work but to no avail ... Finally in the winter of 1929-1930 he remarked casually that he had at last devised an elegant solution for the figuring of the plate but for some of the details needed to consult a treatise on elasticity. Baade suggested the recently acquired "Handbuch der Physik" and after more than a week of library work Schmidt announced that he had found what he needed and was ready to assemble his grinding equipment.

There was a heavy metal pan of carefully calculated diameter and with its upper edge ground at a precise angle of bevel based on the coefficient of elasticity of the particular glass plate that was being used and of the minute dimensions of the toroidal curve he wished to produce. The glass plate (of greater diameter than the pan) was sealed to the ground edge of the pan and then, by means of a hand pump and manometer, air was exhausted until a particular negative pressure had been developed. This caused the glass plate to warp slightly, the center being low, the glass over the edge of the pan high. Holding the plate in this position by maintaining a constant negative pressure, Schmidt ground the upper surface until it was again plane, and then when the vacuum was released the plate sprang back until its bottom surface was plane, its upper surface slightly figured.

Baade remembers visiting the basement workroom one morning. Schmidt was napping briefly after 36 hours of uninterrupted work and on waking accepted cigars but declined coffee and sandwiches because, though the plate now had the desired curve, there was still the drudgery of obtaining the necessary polish. Twelve hours later the plate was finished and, as predicted, was free of zones.

The camera went into operation early in 1930 and many dozens of stellar photographs were made in the following weeks and months. The windmill photograph (shown as Fig. 1 on page 355), which was quite incidental, was made on a very cold winter night early in 1931 when the Schmidt camera was about a year old.

Schmidt's one and only publication appeared in 1932 and would not have appeared at all except for the loyal and diplomatic urging of his friends Schorr and Baade. Finally with the aid of the inevitable cognac, coffee, cakes and cigars he was induced to dictate the paper to Baade and after rewriting it for a last polish to give final approval to its publication.

In Schmidt's original camera the diameter of the correcting plate was 14.4 inches and that of the front surfaced morror was 17.3 inches. The mirror had a radius of curvature of 49.2 inches, and the speed of the system was f/1.7.


ATM Book 3 enthält noch zahlreiche andere interessante Artikel über Schmidt Korrektoren. Dazu gehören auch detaillierte analytische Beschreibungen der Korrektorform und ihrer Herstellung mit der beschriebenen Vakuummethode, aber auch andere Methoden werden erwähnt. Interessant ist auch der folgende Hinweis auf Seite 371:

Elegant as it it is, Schmidt's partial vacuum method of figuring correcting plates has not been used to any extent. Why? This question was submitted to Chief Optician Don O. Hendrix of the Mt. Wilson and Palomar Shops, who figured the correcting plates for a number of Schmidts, culminating in the 48-inch "Big S" at Palomar Mountain. He replied:

"Schmidt's original vacuum bending method of generating the proper correcting curve was and is very successful. The only bugs are: (1) The plate will usually break if bent down enough to generate a curve for cameras f/1.5 or faster. (2) One can, by ordinary methods, make a correcting plate before he can compute the necessary curvatures and collect or make the necessary pumps and auxiliary apparatus. (3) For very fast cameras the curve obtained is not sufficiently exact and requires considerable hand correction. The reason for this is that as soon as one grinds for a while the deflection is not that for a parallel plate."

"Schmidt was a great believer in trade secrets and did not publish or otherwise divulge his method of correcting plates except to a few intimate friends, and thus almost lost priority for the method. Many others, including myself, independently worked out the same scheme of correcting Schmidt plates and it was not known until after Schmidt's death exactly how he made them."


Der erste und der dritte Punkt erscheinen etwas artifiziell angesichts der Tatsache, dass es kaum Schmidt Optiken gibt, bei denen der Kugelspiegel schneller als f/1.5 ist. Der zweite Punkt scheint eher eine gewisse persönliche Einstellung als ein objektives Argument zu sein. Bleibt eigentlich nur der Hinweis auf 'Trade Secrets' und der Eindruck, dass sich Optiker als Individualisten verstehen, die gern ihre eigenen Methoden pflegen, aber nicht darüber reden mögen ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

...........Peter kann ich nur bestätigen.
Ich war 1988 in Torrance. Bei meinem C14 "compustar" war ein Fremdkörper im Tubus und dieser hätte nur durch Ausbau der Schmidtplatte entfernt werden können. Dort wurde ich auf äußerste Vorsicht wegen der "Einmaligkeit" des Korrektors hingewiesen. Der Grund der "Einmaligkeit" wurde nicht verraten......

Für o.g. Problem: altes C8 kaufen!

CS Malte
 
Hallo Sternfreunde

Vielleicht könnte der Phillip Keller zur Erhellung beitragen. Soviel ich weiß, hat Phillip ja eine Zeit lange Schmidt-Kameras selbst hergestellt (wohl auch selbst geschliffen).

lg
tom
 
Hallo Zusammen,

glaubwürdige Aussage vor Jahren war halt, dass immer Chargenweise Spiegel und Platten gematched wurden. Da C14 nicht in derart großen Stückzahlen laufen durchaus ein größeres Problem als beim C8. Wenn beim C14 gar gezielt zum Hauptspiegel retuschiert wurde, ist das Unikat perfekt. Neue Retusche zu unbekanntem Hauptspiegel ist definitiv unwirtschaftlich.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Uwe,

ich wäre da mal vorsichtig mit den Schlußfolgerungen. Es gibt mehrere Herstellungsmethoden,die -wie so oft in der Technik - ihre Vor-und Nachteile haben. Einen charakteristischen Politurfigerabdruck hinterlassen sie nicht.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Peter,

Baader nennt für die Schmidtplatte einen Preis von 650 Euro. Dazu kommen ca. 200 Euro für die Montage. Lieferzeit mehrere Monate!!!

ja das ist natürlich schon sehr heftig, besonders wenn man bedenkt das so ein SC mit Skywatcher Aufdruck mittlerweile nagelneu für 850 Euro zu haben ist.

Da lohnt es natürlich nicht die Schmidtplatte zu tauschen.
Das sinnvollste ist sicher in Deiner Situation ein gebrachtes zu kaufen oder gar das neue mit dem SW Aufdruck, das hat dann auch die aktuelle XLT Vergütung auf der Schmidtplatte.

@Uwe

Im Lyot-Test sieht man die Polierspuren auf der Korrekturplatte. In den allermeisten Fällen sind sie konzentrisch, was auf ein rotierendes Polierwerkzeug, mithin die "Kleeblätter" hinweist.

Ein auf der Stelle rotierendes Polierwerkzeug?
Sowas wäre mir völlig neu und irgendwie auch suspekt.
Laut Kurt Wenske arbeitet man bei dem Retusche Verfahren (Kleeblattmethode) mit herkömmlicher Strichführung.
Für Spiegel schneller als f/4 ist die Deformation so groß das bereits beim Feinschliff damit begonnen werden muss.
Drittelstriche und Werkzeug mit Kleeblattsegmenten.

Es ist gewagt aus der beim Lyot – Test sichtbaren Struktur auf das Polierverfahren zu schließen.
Konzentrische Zonen entstehen auch bei Pollierstrichen dazu muss das Werkzeug nicht auf der Stelle rotieren.

@Sven

Wenn beim C14 gar gezielt zum Hauptspiegel retuschiert wurde, ist das Unikat perfekt.

Bei einem Cassegrain mit Parabolspiegel wird der SP natürlich speziell zum HS und auf dessen exakte CC hin retuschiert aber die Schmidtplatte beim SC?

Zumindest beim klassischen SC mit 2 sphärischen Spiegeln sehe ich zumindest in der Richtung exakte CC der Spiegel keine wirkliche Notwendigkeit die Schmidtplatte darauf abzustimmen da ich davon ausgehe das CC 0 für beide Spiegel hinreichend genau eingehalten wird.
Beim ACF mit Elliptischem SP ist das anders.

Was aber auch bei sphärischem HS zu berücksichtigen ist ist dessen exakte Brennweite.
Der Grad der Deformation der Schmidtplatte ist stark von der Brennweite des HS abhängig so das bereits kleinere Abweichungen sich in der sphärischen Korrektur deutlich bemerkbar machen.
Man könnte zwar mit anpassen des Abstandes HS-SP gegensteuern aber es ergibt sich dann schnell eine inakzeptable Fokuslage.
Es ist also durchaus denkbar das die Schmidtplatte zumindest bei größeren Öffnungen passend zur exakten Brennweite des HS ausgesucht bzw. hergestellt wird.
Ist die exakte Brennweite des HS bekannt sollte es aber kein Problem sein eine passende Schmidtplatte nachzubestellen.

Grüße Gerd
 
Hallo Uwe, liebe Mitleser,

um herauszfinden ob vielleicht die Korrekturplatten aus baugeichen SCs ohne größere Probleme ausgetauscht werden könnten müsste man schon in die Geheimnisse des QS Management der Hersteller eingeweiht sein ?).

...Im Lyot-Test sieht man die Polierspuren auf der Korrekturplatte...

Genau :super: Man sollte nur wissen dass man mit diesem Test ein und dasselbe Tesleskop ziemlich beliebig aussehen lassen kann. Demnach ist die wahrscheinlich gemeinte Sammlung unter

*****-foren.de/showthread.php?p=34376#post34376

kaum mehr wert als unvergleichbar recht hübsch anzusehen.



Gruß Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Durch die ganze Diskussion hier habe ich mir überlegt, ob kleben nicht doch einen Sinn hätte. Klingt irrsinnig, aber es ist ja nichts mehr zu verlieren. Voraussetzung ist, dass die Splitter-Ränder so geformt sind, dass sie schlüssig in den Platten-Rest passen.
Wie genau würde man das einkleben können? 1/10 mm ist extrem schief, das sieht / merkt der handwerklich Unbedarfteste. 1/100 mm schafft man sicher auch unter ungünstigen Bedingungen, 1 µm wird wohl die Grenze dessen sein, was man mit sorgfältigem Arbeiten schaffen kann.

Ein µm, das ist etwa Faktor 10 über der Genauigkeit für L/4. Aaaber: Es ist a) nicht die Hauptoptik sondern nur ein Korrekturelment, dessen Ungenauigkeit icht in voller Höhe eingeht und b) es ist nicht die gesamte Fläche. Mit viel Glück kommt man in die Gegend der Beugungsgrenze. Das heißt, das Teleskop wird sicher etwas schlechter. Es heißt aber nicht, dass es unbrauchbar im engeren Sinn wird. Ich würde Zerikomponentenkleber (Epoxidharz) nehmen, das ist billig und klebt Glas gut.

*Diesen* Versuch ist es auf jeden Fall wert.
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo,

ich kann Kurt nur beipflichten,

mehr als eine kaputte Schmidtplatte kannst Du nicht haben ;)

Jörg
 
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